+++ Corona-News +++ Biontech-Impfstoff kurz vor Zulassung in den USA

Die Notfallzulassung des Corona-Impfstoffs von Biontech könnte in den USA nach einem positiven Expertenvotum nun schnell erfolgen. Und: Spanien hat die Zahl der Todesopfer deutlich nach oben revidiert. Der Überblick.
Biontech-Mitarbeiter in Mainz

Biontech-Mitarbeiter in Mainz

Foto: Stefan Albrecht / Biontech / dpa

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Kommission von US-Arzneimittelbehörde empfiehlt Corona-Impfstoff von Biontech

23.58 Uhr: Eine Expertenkommission der US-Arzneimittelbehörde FDA hat eine Notfallzulassung des Corona-Impfstoffs des Mainzer Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer empfohlen. Das Gremium stimmte am Donnerstag in einer öffentlichen Sitzung für die Zulassung in den USA.

Zwar ist das Votum des Gremiums nicht bindend. Es spricht aber alles dafür, dass der Biontech-Impfstoff bald eine Notfallzulassung erhält. Bereits am Dienstag hatte die FDA erklärt, sie stufe den Impfstoff als sicher und wirksam ein. Am Mittwoch kündigte das US-Gesundheitsministerium an, ihn bereits ab Anfang kommender Woche in Krankenhäusern und Altenheimen einsetzen zu wollen.

Der Impfstoff wurde bereits in Großbritannien, Kanada und weiteren Ländern zugelassen, in der EU läuft die Prüfung für eine Notfallzulassung.

Sitzung verschoben: Neue Corona-Fälle im Thüringer Landtag

23.20 Uhr: Nach SPIEGEL-Informationen muss die Landtagssitzung in Thüringen am Freitag verschoben werden. Zwei Abgeordnete befinden sich wegen Corona in Quarantäne. Darunter auch ein AfDler. Lesen Sie hier mehr.

Acht weitere positive Corona-Tests bei NBA-Spielern – insgesamt 56 Infektionen

22.36 Uhr: Einen Tag vor Beginn der Vorbereitungsspiele auf die neue Saison sind in der nordamerikanischen Basketball-Profiliga NBA weitere acht Spieler positiv auf das Coronavirus getestet worden. Wie die Liga am Donnerstag mitteilte, erhöhte sich damit die Gesamtzahl der mit dem Virus Sars-CoV-2 infizierten Spieler auf 56. Die Namen der positiv getesteten Spieler wurden nicht bekannt gegeben.

Die ersten 48 positiven Fälle stammten demnach aus der ersten Testphase zwischen dem 24. November und dem 1. Dezember, als die Teams das Training aufgenommen haben. Die neuen Fälle wurden durch Tests von insgesamt 541 Spielern seit dem 2. Dezember ermittelt. In der NBA beginnt an diesem Freitag die sogenannte Preseason. Die reguläre Saison startet mit zwei Spielen am 22. Dezember.

Sprunghafter Anstieg der Corona-Totenzahl in Italien

21.46 Uhr: Italien meldet einen sprunghaften Anstieg der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion auf 887 von 499 am Vortag. Auch die Zahl der Neuinfektionen stieg den Daten des Gesundheitsministeriums zufolge deutlich um 16.999 nach einem Zuwachs von 12.756 am Mittwoch. Damit sind insgesamt 62.626 Tote und knapp 1,8 Millionen Ansteckungen verzeichnet.

Pfizer plant Antrag auf reguläre US-Impfstoffzulassung im April

21.00 Uhr: Das Pharmaunternehmen Pfizer will eine reguläre US-Zulassung für seinen mit Biontech entwickelten Impfstoff im April beantragen. Das sagte ein Pfizer-Vertreter bei einer Anhörung der US-Arzneimittelbehörde FDA. Beide Konzerne haben bereits eine Notfallzulassung beantragt.

Spanien revidiert Corona-Zahlen: über 18.000 Tote mehr

20.44: In Spanien hat das nationale Statistikamt (INE) die Zahl der Todesopfer während der ersten Corona-Welle zwischen März und Mai am Donnerstag deutlich nach oben revidiert – um mehr als 18.500 Fälle auf nunmehr 45.684. Das Gesundheitsministerium kam für diesen Zeitraum bislang auf 27.127 Tote. Die Zeitung »El País« schrieb, bei den nun zusätzlich als Corona-Tote gewerteten Opfern handele es sich um Fälle, deren Krankheitsbild auf eine Infektion schließen lasse, die aber nicht auf das Virus getestet worden waren. Deshalb seien sie vom Ministerium nicht mitgezählt worden.

Spanien war während der ersten Infektionswelle eines der am schwersten von der Pandemie getroffenen Länder Westeuropas. Auch die zweite, im August eingesetzte Welle, war bis November heftig. Seit dem 1. August bis Anfang Dezember starben in dem 47-Millionen-Einwohner-Land etwa 17.800 Menschen. Diese Zahl dürfte den tatsächlichen Verhältnissen entsprechen, weil inzwischen deutlich mehr getestet wird.

Unter Berücksichtigung der neuen INE-Zahlen wären damit inzwischen mehr als 65.000 Menschen in Spanien an Covid-19 gestorben. Damit läge das Land noch vor Großbritannien mit mehr als 62.000 Corona-Toten.

Seit November gehen die Zahlen langsam aber stetig zurück. Während Schulen und Geschäfte sowie in den meisten Landesteilen auch Gaststätten geöffnet sind, wurden pro Tag zuletzt etwa 5000 bis 8000 Neuinfektionen und etwa 300 Tote gezählt. Die Zahl der Infektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen wurde am Donnerstag mit nur noch 80 angegeben. Zum Vergleich: In Deutschland betrug dieser Wert am Donnerstag 149.

Frankreich verhängt Ausgangssperre auch an Silvester

18.48 Uhr: Wegen der Corona-Pandemie dürfen die Franzosen den Jahreswechsel nicht im Freien feiern: Die Regierung verhängt ab dem 15. Dezember eine nächtliche Ausgangssperre ab 20 Uhr, die nun auch für Silvester gilt. Das teilte Premierminister Jean Castex mit. Als Grund nannte er die zu hohen Neuinfektionszahlen.

Anders als geplant sollen auch Theater, Kinos und Museen nicht am 15. Dezember öffnen. Gelockert werden soll die Ausgangssperre jedoch an Heiligabend.

Silvesterfeuerwerk am Eiffelturm dürfen die Pariser in diesem Jahr höchstens durch ihre Fenster beobachten

Silvesterfeuerwerk am Eiffelturm dürfen die Pariser in diesem Jahr höchstens durch ihre Fenster beobachten

Foto: PASCAL ROSSIGNOL/ REUTERS

Esken fordert harten Lockdown spätestens nach Weihnachten

17.45 Uhr: SPD-Chefin Saskia Esken hat wie mehrere andere Spitzenpolitikerinnen und -politiker angesichts der angespannten Corona-Lage einen harten Lockdown spätestens nach Weihnachten gefordert. »Wir werden Beschränkungen im Einzelhandel benötigen und auch die Schulen müssen einen Beitrag leisten, indem sie in weiterführenden Schulen digital gestützten Distanzunterricht anbieten«, sagte Esken am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Pflegekräfte in Heimen und von ambulanten Diensten müssten endlich regelmäßig getestet werden.

Auch Mecklenburg-Vorpommerns SPD-Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hält das Weihnachtsfest für den spätesten Zeitpunkt, um die Geschäfte mit Ausnahme des Lebensmittelhandels zu schließen. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte ebenfalls einen harten und konsequenten Lockdown ab Weihnachten gefordert. Das Land Berlin plant deutliche Einschränkungen für den Einzelhandel und längere Schulferien.

EU-Gipfel gelobt mehr Kooperation im Kampf gegen Corona

17.35 Uhr: Die EU-Staats- und Regierungschefs bemühen sich weiter um eine abgestimmte Linie im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Man begrüße die bisherige Koordinierung auf EU-Ebene und bekenne sich dazu, die Bemühungen zu verstärken, hieß es am Donnerstag in der Abschlusserklärung  des EU-Gipfels in Brüssel zu diesem Thema. Insbesondere bei den möglichen Lockerungen der bisherigen Reisebeschränkungen wolle man zusammenarbeiten – sobald es die gesundheitliche Situation erlaube. Vor allem zu Beginn der Coronakrise gab es Schwierigkeiten bei der Kooperation der EU-Staaten.

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Zugleich mahnen Kanzlerin Angela Merkel und die anderen Staats- und Regierungschefs zu Vorsicht: Wenn bald Impfstoffe eingesetzt werden könnten, heiße das nicht, »dass die Pandemie vorbei ist«. Die epidemiologische Situation in Europa bleibe besorgniserregend. Der Austausch über Corona solle intensiviert werden. Von der EU-Kommission erwarte man Empfehlungen zu Verwendung und gegenseitiger Anerkennung von Antigenschnelltests. Auch ein gemeinsamer Ansatz für Impfpässe soll entwickelt werden. Es sei wichtig, faktenbasierte Informationen über die Impfungen bereitzustellen und Desinformation zu bekämpfen.

Verschärfung der Corona-Maßnahmen: Bund und Länder wollen am Sonntag erneut beraten

17.30 Uhr: Kanzlerin Angela Merkel hat sich durchgesetzt, zumindest mit ihrer Forderung nach weiteren Gesprächen mit den Länderchefs. Nach SPIEGEL-Informationen sollen die Beratungen am Sonntag stattfinden. Lesen Sie hier die Meldung.

Neue Corona-Studie: So ansteckend sind Kinder wirklich

17.05 Uhr: Eine Großstudie aus Österreich zeigt: Sars-CoV-2 befällt ähnlich viele Schüler wie Lehrer – und die Kleinen infizieren Erwachsene. Lesen Sie hier alles Wichtige über die Studie .

Stadt Erfurt verbietet Großkundgebung gegen Corona-Maßnahmen

17.00 Uhr: Die Stadt Erfurt hat eine für Samstag unter dem Motto »Für die Freiheit und Rechte der Menschen« ankündigte Großversammlung verboten. Das Vorhaben sei ausführlich in Absprache mit dem Gesundheitsamt und der Rechtsabteilung geprüft worden, sagte Oberbürgermeister Andreas Bausewein (SPD). Im Zuge dessen habe sich die Stadt entschlossen, die Versammlung und alle eventuellen Ersatzveranstaltungen zu untersagen.

Mit Blick auf den Infektionsschutz und die immer kritischer werdende Corona-Entwicklung in der Landeshauptstadt sei die Versammlung nicht zu verantworten. Das Bündnis »Thüringen steht zusammen« hatte 3000 Teilnehmer angemeldet. Es sei nicht auszuschließen, dass auch sogenannte Querdenker darunter seien, sagte der Beigeordnete für Sicherheit Andreas Horn. Die Initiative zweifelt die staatlichen Corona-Regelungen an und kritisiert die Einschränkung von Grundrechten. Es sei zu befürchten, dass Mindestabstände nicht eingehalten und keine Masken getragen werden würden.

Die Zahl der Neuinfektionen innerhalb der vergangenen sieben Tage je 100.000 Einwohner liege in Erfurt bei über 150, sagte Horn.

Österreich: Polizei soll offenbar in Wohnungen kontrollieren dürfen

16.50 Uhr: In Österreich soll die Polizei offenbar die Befugnis erhalten, in Wohnungen beispielsweise die Einhaltung von Quarantänemaßnahmen zu kontrollieren. Das berichtet der ORF auf seiner Internetseite  und beruft sich auf einen Entwurf eines Abänderungsantrags zum Epidemiegesetz. Den öffentlichen Sicherheitsdiensten werde in dem Entwurf ausdrücklich eine Betretungsbefugnis für »sonstige Gebäude« erteilt. Damit könnten diese neben den Gesundheitsbehörden beispielsweise Quarantäne- oder Isolationsmaßnahmen kontrollieren. »Sonstige Gebäude« werden in dem Entwurf laut ORF definiert als Gebäude, »die keine Betriebe bzw. keine Betriebsstätten sind; unter anderem auch der private Wohnbereich«.

Die Oppositionspartei SPÖ kritisierte das Papier. Der SPÖ-Nationalratsabgeordnete Jörg Leichtfried sagte dem ORF, er bewerte den Entwurf als einen schweren Eingriff ins Privatleben, zumal die Regelung offenbar unbefristet sei.

Papst hält Weihnachtsmesse früher

16.35 Uhr: Papst Franziskus hat die Weihnachtsmesse zwei Stunden vorverlegt. Das Oberhaupt der Katholischen Kirche wolle damit den Gläubigen entgegenkommen, die wegen der in Rom geltenden Ausgangssperre um 22.00 Uhr zu Hause sein müssen, teilte der Vatikan mit. In früheren Jahren begann die Messe um 21.30 Uhr. Nun soll sie um 19.30 Uhr starten. Zu dem Gottesdienst ist jedoch nur eine begrenzte Zahl von Menschen zugelassen, damit die Abstandsregeln eingehalten werden können.

München spricht Alkoholverbot für die ganze Stadt aus

16.30 Uhr: In München darf aufgrund der verschärften Corona-Regeln im öffentlichen Raum kein Alkohol mehr getrunken werden. Das teilte die Stadtverwaltung am Donnerstag mit. Das Alkoholverbot ist Teil der verschärften Maßnahmen in der Stadt, die bis zum 5. Januar gelten sollen. »Dieser Schritt ist erforderlich, weil es trotz eindringlicher Appelle angesichts steigender Infektionszahlen in der ganzen Stadt zu Menschentrauben vor Glühweinverkaufsstellen kommt. Beim Glühweintrinken werden weder Abstände eingehalten noch Masken getragen«, sagte Kreisverwaltungsreferent Thomas Böhle. Er kritisierte ein »Glühwein-Hopping zu noch erlaubten Trinkzonen. Dem lässt sich allein durch ein Komplettverbot begegnen.« Ursprünglich galt das Alkoholverbot nur für wenige Orte, nun wurde es auf die ganze Stadt ausgeweitet.

Gesamtzahl der Corona-Toten in Spanien offenbar höher als bisher angenommen

16.15 Uhr: In Spanien ist nach der Veröffentlichung neuer Statistiken von insgesamt 65.000 Corona-bedingten Todesfällen seit Beginn der Pandemie auszugehen. In den Monaten März bis Mai starben rund 18.000 Menschen mehr an dem Coronavirus als bisher offiziell bekannt, wie die Nationale Statistikbehörde (INE) am Donnerstag mitteilte. Insgesamt starben demnach in den drei Monaten 45.684 Corona-Infizierte. Das Gesundheitsministerium hatte dagegen etwas über 27.000 Corona-Tote für diesen Zeitraum gemeldet.

Laut INE wurde von März bis Mai bei 32.652 Menschen eine Corona-Infektion eindeutig als Todesursache festgestellt, bei den weiteren 13.032 sei wegen der Symptome von einer Covid-19-Erkrankung auszugehen.

Unter Berücksichtigung der neuen INE-Zahlen wären damit inzwischen mehr als 65.000 Menschen in Spanien an Covid-19 gestorben. Damit würde Spanien mehr Corona-Tote zählen als jedes andere europäische Land.

Spanien gehörte zu Beginn der Pandemie zu den am stärksten betroffenen Ländern. Die aktuellen Zahlen der Statistikbehörde unterstreichen die weit verbreitete Vermutung, dass während der ersten Pandemiewelle im Frühjahr, als Krankenhäuser und Bestattungsinstitute überlastet waren, viele Todesfälle nicht in der Statistik berücksichtigt wurden.

Innenminister dringen auf frühe Impfungen für Polizisten

15.45 Uhr: Die Innenminister wollen sich dafür einsetzen, dass Polizisten mit als Erste eine Corona-Impfung bekommen können. Baden-Württembergs Ressortchef Thomas Strobl (CDU) sagte am Donnerstag anlässlich der Innenministerkonferenz: »Unsere Polizei muss bei den Impfungen so weit oben wie irgendwie möglich priorisiert werden.« Die Polizistinnen und Polizisten seien ständig draußen unterwegs und hätten viele Kontakte, wodurch sich ein Infektionsrisiko ergebe. Die Innenminister von CDU und CSU sowie Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hätten seine Position unterstützt, sagte Strobl der Deutschen-Presse-Agentur.

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) sagte am Rande der Innenministerkonferenz in Berlin, er wolle das mit seinen Amtskollegen aus den anderen Ländern besprechen, »weil ich auch der Auffassung bin, dass wir Polizei und übrigens auch Feuerwehr im Zweifel natürlich nicht in die erste Priorität schieben dürfen, aber in der letzten Priorität sollten sie auch nicht sein«. Schließlich seien sie gerade in Zeiten, in denen unklar sei, »in welche Richtung sich die Krise entwickelt«, von großer Bedeutung für die Aufrechterhaltung von Sicherheit und Ordnung. Er betonte: »Es geht am Ende nicht darum, die Polizei nach oben zu holen, sondern nur etwas weiter nach vorne zu rücken.«

Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sagte: »Wir hören, dass die Polizei im Moment in dieser Priorisierung der Ständigen Impfkommission erst relativ spät dran kommt.« Die Polizei sollte »sicherlich nicht vor den achtzigjährigen Bewohnern von Seniorenheimen« geimpft werden, aber jedenfalls vor vielen anderen Gruppen an der Reihe sein.

Trump-Anwalt Giuliani verlässt Krankenhaus nach Covid-Erkrankung

15.20 Uhr: Donald Trumps Anwalt Rudy Giuliani ist bei seiner Covid-19-Erkrankung genauso wie der US-Präsident mit speziellen Medikamenten behandelt worden und konnte das Krankenhaus nach wenigen Tagen verlassen. Er habe wie Trump ein experimentelles Antikörpermittel sowie das Medikament Remdesivir erhalten, sagte der frühere New Yorker Bürgermeister in einem Radiointerview. »Ich kam mit ernsthaften Symptomen, als ich rausging, fühlte ich mich besser denn je«, schrieb Giuliani am Donnerstag bei Twitter.

Sein Prominentenstatus habe seine Behandlung verbessert, sagte er in dem Radiointerview. »Wenn man berühmt ist, haben sie manchmal mehr Angst, dass einem etwas passiert, und sind gründlicher und machen alles richtig.«

Rudy Giuliani

Rudy Giuliani

Foto:

Chris Kleponis / imago images/ZUMA Wire

Schwesig verlangt schnelle Lockdown-Entscheidung

14.50 Uhr: Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hat im Kampf gegen die Corona-Pandemie eine schnelle Entscheidung über einen verschärften bundesweiten Lockdown gefordert. Spätestens am Freitag sollten die Länder darüber mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beraten, sagte Schwesig am Donnerstag in Schwerin.

»Es bringt den Bürgerinnen und Bürgern nichts, wenn wir jetzt tagelang hoch und runter diskutieren«, sagte Schwesig.
Es brauche Planungssicherheit für die Bevölkerung und den Einzelhandel. Daher sollten die Beratungen »so schnell wie möglich« stattfinden, sagte Schwesig. Noch in dieser Woche solle es eine Schalte von Bund und Ländern geben, aus ihrer Sicht sei auch der Freitag möglich. Allerdings wird Bundeskanzlerin Angela Merkel am Freitag noch beim EU-Gipfel in Brüssel zugegen sein.

Wie Schleswigs-Holsteins Regierungschef Daniel Günter (CDU) befürwortet Schwesig die Schließung des Einzelhandels mit Ausnahme von Lebensmittelgeschäften spätestens ab dem 24. Dezember. Noch besser sei es, damit bereits am vierten Advent zu beginnen und das Land bis zum 10. Januar herunterzufahren, sagte Schwesig.

Spahn wirbt für »Herunterfahren über den Jahreswechsel«

14.45 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat für zusätzliche Beschränkungen geworben, um die Corona-Infektionen unter Kontrolle zu bringen. »Es braucht ein Herunterfahren insgesamt in der Gesellschaft für uns alle auch über den Jahreswechsel«, sagte der CDU-Politiker am Donnerstag im Bundestag. Nach dem Anfang November begonnenen Teil-Lockdown sei zu sehen: »Mit dem, was im Moment ist, erreichen wir unser gemeinsames Ziel nicht.« Für die meisten sei der Jahreswechsel ohnehin eine ruhigere Zeit, Schulen hätten geschlossen, sodass zusätzliche Einschränkungen möglich seien. Zugleich heiße dies aber eben nicht, »dass man bis dahin noch mal alles ausreizt«.

Spahn sprach von einer »schwierigen Phase« in der Pandemie, in der gerade »das Schlechteste aus drei Welten« zusammenkomme: Neben zu hohen Infektionszahlen gebe es Milliardenkosten für Wirtschaftshilfen und auch »eine Ermüdung bei vielen Bürgerinnen und Bürgern« nach mehreren Wochen mit Beschränkungen. In Regionen mit sehr hohem Infektionsgeschehen brauche es jetzt entschlossenes staatliches Handeln mit zusätzlichen Maßnahmen.

Dazu komme insgesamt aber auch »bürgerliche Eigenverantwortung« etwa bei Abstand, Maskentragen und Hygiene als Schlüssel zum Erfolg. »Diese Erwartungshaltung, die Regierung, die Ministerpräsidenten, die müssten mal was beschließen und dann wird es von allein wieder besser, das wird nicht funktionieren.« Spahn betonte, dass die allermeisten Menschen mitmachten. »Das Land steht patriotisch zusammen.« Dafür gelte es, Zusammenhalt zu fördern und nicht zu diffamieren oder Verschwörungstheorien zu verbreiten.

Söder fordert bundesweiten Lockdown »so lange wie nötig«

14.36 Uhr: Angesichts der steigenden Corona-Zahlen fordert Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) ab Weihnachten einen kompletten Lockdown bis mindestens 10. Januar, notfalls auch länger. »Es braucht bundesweit Ausgangsbeschränkungen, nächtliche Ausgangssperren in Hotspots, Geschäftsschließungen, Betriebsferien und überall verlängerte Schulferien«, sagte Söder am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur in München. Zum Zeitraum sagte der CSU-Chef: »Das muss bis 10. Januar gelten – aber so lange wie nötig.«

»Wir brauchen einen konsequenten Lockdown. Wir müssen das öffentliche Leben runterfahren«, sagte er. »Das heißt, auch alle Geschäfte zu, abgesehen von denen des alltäglichen Bedarfs wie Lebensmittel. Es ist notwendig, dass wir dann auch überall in Deutschland Ausgangsbeschränkungen und in Hotspots Ausgangssperren in den Nachtstunden haben. Es sollen für diese Zeit einfach alle zu Hause bleiben.«

Man müsse zudem den dringenden Appell an die Unternehmen richten, in dieser Zeit, soweit möglich, Betriebsferien zu machen. »Wir müssen Kontakte reduzieren«, so Söder.

Kampf gegen Corona: Wir haben uns den Lockdown redlich verdient

14.32 Uhr: Zu hohe Infektionszahlen, zu viele Tote – und jeder Tag zählt. Eigentlich müssten wir sofort das öffentliche Leben herunterfahren. Aber jetzt soll erst mal das Weihnachtsgeschäft laufen, und dann sehen wir weiter: in den Abgrund. Ein Kommentar von Sebastian Fischer

Mecklenburg-Vorpommern: Distanzunterricht für ältere Schüler in Risikogebieten

14.08 Uhr: Für ältere Schüler in Mecklenburg-Vorpommern ab der 7. Klasse, die in Risikogebieten leben, gibt es vom kommenden Montag an Distanzunterricht. Die Regelung gelte für die Landkreise und kreisfreien Städte, die eine 7-Tage-Inzidenz von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner erreicht haben, sagte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Donnerstag in Schwerin. Mecklenburg-Vorpommern ziehe damit die Konsequenzen aus den rasant gestiegenen Corona-Infektionszahlen der vergangenen Tage.

EZB stockt ihr Corona-Notprogramm massiv auf

13.58 Uhr: Die EZB weitet ihr billionenschweres Pandemie-Anleihekaufprogramm PEPP um weitere 500 Milliarden Euro auf. Der Leitzins im Euroraum bleibt auf dem Rekordtief von null Prozent. Lesen Sie hier die Meldung.

Volkswagen plant Corona-Impfungen im Stammwerk

13.35 Uhr: Bei Volkswagen laufen Planungen, auf dem Gelände des Stammwerks Wolfsburg ein eigenes Corona-Impfzentrum einzurichten. Bis Details des Konzepts stehen, müssten noch genauere Vorgaben des Bundes abgewartet werden, erklärte die Leiterin des betrieblichen Gesundheitswesens am VW-Hauptsitz, Katharina Bruderek, in der Firmenzeitschrift »Mitbestimmen«. Mit der Stadt sei man aber »schon in engem Austausch«. Der Chef des Konzern-Gesundheitsressorts, Lars Nachbar, stimme sich mit den Behörden ab. »Natürlich möchten wir die Leute so schnell wie möglich impfen«, sagte Bruderek. »Aber klar ist, dass die Vergabe des Impfstoffs vom Bund reguliert werden wird.«

Indirekt könnte eine großflächige Impfung gegen das neue Coronavirus am Standort auch Einrichtungen in der Umgebung entlasten, wenn sich Mitarbeiter im Werk behandeln lassen. VW bietet der Belegschaft auch Corona-Tests an, um das Risiko weiterer Ansteckungen zu senken. Container für die Tests stehen bereits in mehreren deutschen Werken.

Volkswagen in Wolfsburg

Volkswagen in Wolfsburg

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RONNY HARTMANN/ AFP

Berlin steht vor dem harten Shutdown

13.05 Uhr: Berlin steht vor dem Lockdown. Die Regierung plant deutliche Einschränkungen für den Einzelhandel und Schulen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Das kündigte der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) am Donnerstag im Berliner Abgeordnetenhaus an. »Wir werden den Einzelhandel herunterfahren müssen. Jenseits vom Lebensmitteleinzelhandel müssen alle andere Shoppingangebote geschlossen werden, und zwar bis zum 10. Januar, es geht nicht anders«, sagte Müller in der Plenarsitzung. Ab wann das gelten soll, stehe noch nicht fest.

Auch an den Schulen muss es aus Sicht des SPD-Politikers Konsequenzen geben: »Es gibt wahnsinnig viele Kontakte durch Schulgeschehen, durch den Unterricht. Und wir müssen Kontakte vermeiden«, sagte Müller. »Aus diesem Grund komme ich zu dem Ergebnis, dass wir unsere Schulferien bis zum 10. Januar verlängern müssen beziehungsweise es auch eine Variante ist, die Ferien am 4. enden zu lassen, aber die Schülerinnen und Schüler dann in einer digitalen Form oder auf andere Weise zu unterrichten.« Müller kündigte an, er wolle das am Dienstag dem Senat vorschlagen. »Wir werden das miteinander beraten. Ich denke, es ist ein gangbarer Weg.«

RKI-Präsident Wieler: Lockerungen über Weihnachten verhindern 

12.45 Uhr: Der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI) hat sich gegen Lockerungen der Corona-Maßnahmen über die Feiertage ausgesprochen. »Ich denke, die wichtige Maßnahme ist die, dass wirklich verhindert wird, dass die Lockerungen über Weihnachten kommen«, sagte Lothar Wieler am Donnerstag in Berlin. Solche Lockerungen gäben dem Infektionsgeschehen eine schwer zu kontrollierende Dynamik. »Das ist ein wichtiger Aspekt, dass man das wirklich nicht tut.«

Unabhängig von den Entscheidungen der Politik könne er nur an jeden Bürger appellieren, Kontakte möglichst einzuschränken und sich selbst zu schützen, sagte Wieler. Der Bildungsstand in Deutschland sei hoch, »wir sind ein cleveres Volk«. Er könne nur dazu ermutigen, das Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Das könnten nicht alle in der Gesellschaft, aber sehr, sehr viele Menschen. Leugner der Krankheit werde wahrscheinlich niemand belehren können, so Wieler. Er hatte auch die Empfehlungen der Nationalen Wissenschaftsakademie Leopoldina mitunterzeichnet, wonach Weihnachten und der Jahreswechsel für einen »harten Lockdown« genutzt werden sollten.

Nach dem Bund-Länder-Beschluss von Ende November soll es möglich sein, dass sich vom 23. Dezember bis zum 1. Januar »im engsten Familien- oder Freundeskreis« maximal zehn Personen treffen. Einige Bundesländer weichen von dieser Regelung bereits ab, sie wollen die geltenden strengeren Kontaktbeschränkungen auch während der Feiertage nicht lockern.

Belarus schließt Landesgrenzen für Ausreise – Kritik von Opposition

12.31 Uhr: Belarus schränkt die Ausreise aus dem Land vorübergehend massiv ein und nennt den Schritt eine Corona-Schutzmaßnahme. Vom 21. Dezember an dürfen Belarussen und Ausländer mit einer Aufenthaltsgenehmigung nicht mehr über Kontrollpunkte an Straßen und Bahnhöfen ausreisen, wie aus einem am Donnerstag veröffentlichten Beschluss  der Regierung hervorgeht. Auch Kontrollpunkte an Flusshäfen sollen von der Regelung betroffen sein.

In den Augen der Bürgerrechtlerin Swetlana Tichanowskaja benutzt Machthaber Alexander Lukaschenko Corona nur als Vorwand: »Covid hat ihn bislang nicht gekümmert«, schrieb Tichanowskaja auf Twitter. »Nun können unterdrückte Belarussen nicht fliehen und im Ausland Asyl beantragen.« Das oppositionelle Portal Nexta schrieb auf Telegram von einem »neuen Eisernen Vorhang«. Das unabhängige Nachrichtenportal tut.by erinnerte daran, dass Lukaschenko im März eine Grenzschließung wegen Corona noch als »hohl« bezeichnet hatte.

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Nur in Ausnahmefällen soll laut Regierungsmitteilung eine Ausreise gestattet werden – etwa bei schwerer Krankheit oder Tod eines Verwandten im Ausland. Außerdem sollen unter anderem Diplomaten und Mitarbeiter des Staatsdiensts von den Einschränkungen ausgenommen sein.

Belarus steckt seit der Präsidentenwahl am 9. August in einer schweren innenpolitischen Krise. Lukaschenko hatte sich mit 80,1 Prozent der Stimmen zum Sieger erklären lassen. Die Opposition hingegen sieht Tichanowskaja als wahre Gewinnerin.

Kultur meldet bereits 112 Millionen Euro Mehrbedarf wegen Corona an

12.25 Uhr: Aus der Kulturszene sind im noch laufenden Hilfspaket bereits 112 Millionen Euro an Mehrbedarf angemeldet worden. Bis Ende Oktober wurde das eine Milliarde Euro umfassende Programm der Bundesregierung allein im Bereich der darstellenden Künste mit Schauspielern, Theatern oder freier Szene um 40 Millionen Euro überschrieben. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linke-Bundestagsfraktion zum Thema »Zwischenbilanz bei der Kultur-Milliarde des Bundes« hervor.

»Mehr als 500 Millionen Euro des Programms, das sich über die Jahre 2020/21 erstreckt, wurden mittlerweile den mit der Abwicklung betrauten Verbänden und Fonds zur Verfügung gestellt«, heißt es in dem der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in Berlin vorliegenden Papier. In einem zweiten Schritt sollen die etwa 20 Verbände »nach Eingang und Prüfung der Anträge« die Mittel an Einrichtungen, Kreative, Künstlerinnen und Künstler vergeben.

Simone Barrientos, kulturpolitische Sprecherin der Linkenfraktion, zeigte sich unzufrieden, dass es keine Auskunft zur Anzahl bewilligter Anträge gibt. Zudem sei unklar, »wie viel der Kultur-Milliarde inzwischen tatsächlich bei den Antragstellern angekommen ist«. Es fehlten allein bei den bis Ende Oktober gemeldeten Antragszahlen mindestens 112 Millionen Euro. »Diese Zahl dürfte insbesondere im Zuge des Lockdowns seit November 2020 erheblich steigen«, schätzte Barrientos. Die Coronakrise zeige, dass es Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) an Handlungsspielraum fehle, »wenn es hart auf hart kommt«. Barrientos forderte deswegen ein eigenständiges Kulturministerium auf Bundesebene.

Österreich: Lage auf Intensivstationen stabilisiert

12.15 Uhr: Die angespannte Lage auf Österreichs Intensivstationen hat sich nach mehreren Wochen strenger Corona-Maßnahmen stabilisiert. Die im November drohende »absolute Katastrophe« einer kompletten Überlastung und Triage sei verhindert worden, Entlastung herrsche aber nicht, sagte der Verbandspräsident von Österreichs Intensivmedizinern, Klaus Markstaller, am Donnerstag in Wien. Triage wird die ärztliche Notfall-Entscheidung genannt, welche Patienten intensivmedizinisch behandelt werden können und welche nicht.

Von den 800 bis 850 Intensivbetten, die in Österreich maximal für Patienten mit Covid-19 zur Verfügung stehen, waren am Donnerstag 585 belegt. »Die Zahlen auf den Intensivstationen nehmen langsam ab, allerdings sind jetzt hauptsächlich die schwersten Fälle dieser zweiten Welle auf der Intensivstation«, sagte Markstaller. Die Corona-Intensivpatienten im Universitätsklinikum AKH Wien seien im Durchschnitt 55 Jahre alt, darunter auch junge Berufstätige ohne wesentliche Vorerkrankungen, die mitten im Leben gestanden hätten.

Die Infektionszahlen in Österreich sind nach einem Teil-Lockdown mit unter anderem geschlossener Gastronomie und Kultur ab Anfang November und einem dreiwöchigen kompletten Lockdown mit geschlossenem Handel und Schulen sowie Ausgangsbeschränkungen rund um die Uhr gesunken. Am 3. November habe jeder Corona-Infizierte im Schnitt 1,44 andere Menschen angesteckt, jetzt liege dieser Reproduktionswert zwischen 0,81 und 0,84, sagte Gesundheitsminister Rudolf Anschober. Ziel sei, unter 0,9 zu bleiben und die Zahl von Corona-Intensivpatienten unter 300 zu senken. »Es besteht jederzeit das Risiko, dass diese Zahlen wieder explodieren können«, sagte Anschober.

Umfrage: Hälfte der Deutschen für strengere Corona-Regeln

11.41 Uhr: Fast jeder zweite Deutsche ist für strengere Regeln im Kampf gegen das Coronavirus. Obwohl die Regelungen zuletzt weiter verschärft wurden, sind 49 Prozent der Meinung, die Maßnahmen müssten »härter ausfallen«. Das sind 18 Prozentpunkte mehr als noch vor zwei Wochen, wie aus dem am Donnerstag veröffentlichten ZDF-»Politbarometer«  hervorgeht. 13 Prozent halten die Vorschriften demnach aktuell für »übertrieben«, 35 Prozent finden sie »gerade richtig«.

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte am Mittwoch im Bundestag eindringlich für strengere Corona-Maßnahmen geworben. Sie bekannte sich ausdrücklich zu den Vorschlägen der Leopoldina. Die Nationale Wissenschaftsakademie hatte gefordert, Weihnachten und den Jahreswechsel für einen harten Lockdown zu nutzen. Zudem sollten Kinder schon ab dem 14. Dezember nicht mehr zur Schule gehen müssen.

Bund und Länder wollen nach Angaben von Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) vom Donnerstag wahrscheinlich noch an diesem Wochenende zu erneuten Beratungen zusammenkommen.

Günther zu Corona-Lockdown: Schnelles Handeln notwendig

11.35 Uhr: In Schleswig-Holstein verdichten sich die Anzeichen für einen harten Lockdown in der Coronakrise noch vor Weihnachten. Bei harten Maßnahmen erst zu Weihnachten würden die Infektionszahlen in der nächsten Zeit weiter nach oben gehen, sagte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) am Donnerstag in Kiel. »Es muss unser gemeinsames Ziel sein, diese Pandemie bestmöglich zu bekämpfen, die Menschen auch möglichst zu schützen, dass es möglichst wenig Tote gibt, dass die Krankenhäuser nicht überlastet werden.« Deshalb sei in diesen Zeiten schnelles verantwortliches Handeln notwendig, und deshalb habe er am Vorabend auch von einem harten Lockdown spätestens ab Weihnachten gesprochen.

Das Landeskabinett von CDU, Grünen und FDP kommt am Mittag zu einer Sondersitzung zusammen, um über eine Verschärfung von Corona-Schutzmaßnahmen zu beraten. Die Regierung will sich im Laufe des Tages auch noch mit Experten austauschen.

Altmaier: Frankreich hat mit hartem Lockdown »alles richtig gemacht« 

11.25 Uhr: Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat den harten Lockdown in Frankreich gelobt und auch für Deutschland zusätzliche Corona-Maßnahmen gefordert. »Dieses Mal hat Frankreich alles richtig gemacht und eindrucksvolle Erfolge erzielt, während in Deutschland die Dynamik der zweiten Welle leider immer noch nicht gebrochen ist«, sagte er dem »Handelsblatt«  sowie der französischen Zeitung »Les Échos« .

Vor einem Treffen in Berlin warnten Altmaier und sein französischer Amtskollege Bruno Le Maire vor einer steigenden Zahl von Firmenpleiten. »Je länger die Krise andauert, desto mehr werden wir uns mit Insolvenzen auseinandersetzen müssen«, so Altmaier. Le Maire sprach von einer »gefährlichen Phase«, in der fragile Sektoren wie Hotels, Restaurants, der Kultur- und Sportsektor besonders unterstützt werden müssten.

Le Maire forderte zudem, dass ein echtes Budget für die Eurozone geschaffen wird. Notwendige Maßnahmen, um die Einlagen von Sparern und Finanzinstitute zu schützen, seien getroffen worden, betonte er. »Wir machen uns keine Sorgen um die europäischen Banken, die besser kapitalisiert sind als früher.«

Herrmann: Polizei von Bund und Ländern soll Impfstoff bewachen

11.07 Uhr: Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) geht davon aus, dass sich die Polizeien von Bund und Ländern arbeitsteilig um die Bewachung des Corona-Impfstoffs kümmern werden. Die Bundespolizei werde den Transport des Impfstoffs bis zu den jeweiligen Zentrallagern in den Ländern bewachen. Für die Sicherheit bei der Verteilung des Impfstoffs innerhalb der Länder seien dann die Polizeibehörden der Länder verantwortlich, sagte Herrmann am Donnerstag am Rande der Innenministerkonferenz (IMK) in Berlin. Eine Beteiligung der Bundeswehr, etwa durch die Nutzung von Kasernen zur Lagerung, schloss er nicht aus.

Die Innenminister der Länder beraten bei der IMK unter anderem über ein Sicherheitskonzept zur Verteilung des Corona-Impfstoffs. Herrmann betonte, der Impfstoff müsse bewacht werden, damit Transporte nicht überfallen, Impfdosen nicht gestohlen und keine Anschläge von Impfgegnern verübt werden könnten.

TUI-Chef will noch mehr sparen – aber ohne zusätzlichen Jobabbau

10.55 Uhr: Der TUI-Konzern hat sein jährliches Sparziel auch angesichts einer enorm gestiegenen Verschuldung in der Coronakrise verschärft, will dies aber nicht durch noch mehr Kürzungen beim Personal erreichen. Das von 300 Millionen auf 400 Millionen Euro pro Jahr angehobene Einsparziel ab 2023 solle nicht mithilfe eines zusätzlichen Stellenabbaus umgesetzt werden, sagte Vorstandschef Fritz Joussen am Donnerstag nach der Zahlenvorlage für 2019/2020.

Die angekündigte Streichung von weltweit 8000 Jobs ist laut Joussen im Wesentlichen bereits geschafft. Für die zusätzlichen jährlichen Einsparungen von 100 Millionen Euro sind ihm zufolge keine ergänzenden Maßnahmen notwendig. Vielmehr dürften die eingeleiteten Schritte bei der Digitalisierung sowie die Verkleinerung der Flugzeugflotte mehr Geld einsparen als bisher angenommen.

TUI-Chef Fritz Joussen gründet seine Hoffnung auf einen besseren Reisesommer 2021 weniger auf Impfungen als auf breit angelegte Corona-Tests. »Wir wissen noch nicht, ob eine geimpfte Person noch ansteckend ist oder nicht«, sagte er am Donnerstag zur Bilanzvorlage in Hannover. »Aber Tests sind jetzt verfügbar. Und das ist für uns am wichtigsten.« Im vergangenen Sommer sei das Problem gewesen, »dass es keine Tests gab und die Menschen nach der Reise zwei Wochen in Quarantäne mussten«. Dies werde 2021 anders sein, glaubt der TUI-Chef. »Wir testen die Menschen, bevor sie fliegen.«

RKI: Corona-Lage in Deutschland »äußerst fragil«

10.45 Uhr: Die Corona-Lage in Deutschland hat sich nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) seit vergangener Woche verschlechtert. Nachdem die Fallzahlen seit Wochen auf einem hohen Plateau gelegen hätten, sehe man aktuell wieder einen Anstieg, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Donnerstag in Berlin. Das sei besorgniserregend. Das Plateau, auf dem man sich befinde, sei »äußerst fragil«, sagte Wieler: Die Fallzahlen könnten rasch wieder exponentiell ansteigen, dafür reichten wenige zusätzliche Fälle aus. »Das müssen wir verhindern.«

Die Zahl der binnen einem Tag gemeldeten Corona-Neuinfektionen hatte bis Donnerstagfrüh einen Höchststand erreicht: Die Gesundheitsämter übermittelten dem RKI 23.679 Neuinfektionen, wie aus den Zahlen hervorging. Der bisherige Rekordwert war am 20. November mit 23.648 gemeldeten Fällen erreicht worden. Bereits im Lagebericht vom Mittwoch schrieb das RKI, seit dem 4. Dezember sei ein deutlicher Anstieg der Fallzahlen zu beobachten.

Britische Wirtschaft erholt sich weiter vom Corona-Einbruch

10.30 Uhr: Die Wirtschaft Großbritanniens hat auch zu Beginn des vierten Quartals die Erholung vom starken Corona-Einbruch im Frühjahr fortgesetzt. Im Oktober sei die Wirtschaftsleistung im Monatsvergleich um 0,4 Prozent gestiegen, teilte das Statistikamt ONS am Donnerstag in London mit. Analysten wurden von der Entwicklung überrascht. Sie hatten für den Auftaktmonat des vierten Quartals im Schnitt mit einer Stagnation des Bruttoinlandsprodukts (BIP) gerechnet.

Damit konnte sich die zweitgrößte Volkswirtschaft Europas den sechsten Monat in Folge vom Corona-Einbruch im Frühjahr erholen. Allerdings war das Wachstum im Oktober das mit Abstand schwächste seit dem drastischen Rückgang im April.

Im zweiten Quartal war die britische Wirtschaftsleistung wegen der harten Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie um 19,8 Prozent im Quartalsvergleich geschrumpft. Im dritten Quartal hatte es ein Wachstum um 15,5 Prozent gegeben. In Großbritannien werden auch monatliche Daten zum Wirtschaftswachstum veröffentlicht.

Sachsen bleibt Corona-Hotspot

10.20 Uhr: Sachsen bleibt in Deutschland der Corona-Hotspot. Am Donnerstag meldete das Robert Koch-Institut (RKI) für den Freistaat 310 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. Das ist der höchste Wert aller Bundesländer. Insgesamt meldete das RKI von Montag auf Dienstag 2128 neue Infektionen. Die Gesamtzahl stieg damit auf 75.895 seit Ausbruch der Pandemie (Stand: Donnerstag 8.25 Uhr).

Der Landkreis Bautzen übersprang mit (530,4) laut RKI auch wieder die 500-Marke bei der 7-Tage-Inzidenz. Bundesweit hatte lediglich der Landkreis Regen in Niederbayern am Donnerstag mit 589,1 einen höheren Inzidenzwert. Es folgen in Sachsen die Landkreise Sächsische Schweiz-Osterzgebirge (486), Meißen (426) und Zwickau (420).

Sachsens Kabinett hatte am Dienstag wegen massenhafter Corona-Infektionen im Freistaat weitere Einschnitte angekündigt. Sie sollen am Freitag beschlossen werden und von Montag an gelten. Schulen, Kitas, Horte und viele Geschäfte sollen dann schließen. Geöffnet bleiben dagegen Lebensmittelgeschäfte und Geschäfte für den Grundbedarf wie Apotheken, Drogerien und Friseure.

Söder will »kompletten Lockdown« von Weihnachten bis 10. Januar

10.05 Uhr: Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder hat sich für einen »kompletten Lockdown« von Weihnachten bis zum 10. Januar ausgesprochen. »Einfach mal alles runterfahren von den Geschäften bis hin zu den Betriebsferien in vielen Unternehmen. Wenn alle mitmachen, wäre das super. Dann hätten wir knapp drei Wochen, in denen wir einfach Kontakte reduzieren können. Eine bessere Zeit als diese Zeit zwischen Weihnachten und 10. Januar wird man im ganzen Jahr nicht mehr finden«, sagte der CSU-Chef am Mittwochabend in der ZDF-Talkrunde »Markus Lanz«.

Söder zeigte sich zuversichtlich, dass es vor Weihnachten noch zu einer Runde zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten der Länder kommt. Dies könne wegen der Termine der Kanzlerin beim EU-Gipfel aber frühestens am Wochenende oder Anfang nächster Woche geschehen.

In Bayern gelten seit Mittwoch strengere Regeln wie Ausgangsbeschränkungen, Alkoholverbot in Innenstädten und Ausgangssperren in Hotspots. Auf die Frage, warum Bayern das öffentliche Leben nicht wie in Sachsen herunterfahre, verwies Söder in der ZDF-Sendung einerseits auf niedrigere Infektionszahlen, andererseits auf Ausgangsbeschränkungen, Alkoholverbote auf Plätzen sowie darauf, dass 40 Prozent der Schüler nicht mehr im Präsenzunterricht seien. Zudem berge eine Schließung der Geschäfte jetzt die Gefahr, dass ein Ausweichverkehr in andere Länder nicht den gewünschten Erfolg bringe.

Niedersachsen nimmt geplante Shutdown-Lockerungen zurück

9.31 Uhr: Niedersachsen nimmt die ins Auge gefassten Corona-Lockerungen über Weihnachten und den Jahreswechsel zurück. Das kündigte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) am Donnerstag im Landtag in Hannover an. Die geltenden Kontaktbeschränkungen auf maximal fünf Personen aus zwei Haushalten sollen lediglich vom 24. bis zum 26. Dezember auf zehn Verwandte zuzüglich von Kindern unter 14 Jahren ausgeweitet werden. Eltern können ihre Kinder bereits in der kommenden Woche vom Präsenzunterricht befreien lassen, damit weniger Kinder in den Klassen sitzen.

Deutsche sehen vergleichsweise wenig psychische Probleme durch Corona

9.15 Uhr: Rund 44 Prozent der Deutschen haben in einer repräsentativen Umfrage angegeben, die Corona-Pandemie habe negative Auswirkungen auf ihre psychische Gesundheit. Das ist der geringste Anteil unter den 15 Ländern und Hongkong, die das Meinungsforschungsinstitut YouGov dazu untersucht hat. In Großbritannien sehen 65 Prozent negative Auswirkungen auf die psychische Gesundheit durch Corona – das war der höchste Anteil. Unter Einwohnern in Hongkong machten 63 Prozent diese Angabe, in Italien 62 Prozent. Die USA lagen mit 56 Prozent auf Platz neun dieser Liste.

Für die am Donnerstag veröffentlichten Ergebnisse hatte YouGov mehr als 21.000 Menschen in 15 Ländern und in Hongkong interviewt. Die Ergebnisse seien repräsentativ für die jeweilige Bevölkerung ab 18 Jahren, hieß es. Allerdings machte das Institut keine Angaben dazu, wie lange die Menschen jeweils einen Lockdown erlebt hatten, wie umfassend dieser war oder wie viele Menschen in dem Land gestorben waren.

Umgekehrt sagten die Deutschen am häufigsten (45 Prozent) von allen Befragten, dass das Virus gar keine Auswirkungen auf ihre psychische Gesundheit habe. Befragte aus den Vereinigten Arabischen Emiraten machen diese Angabe am seltensten (23 Prozent), es folgen Indonesier und Chinesen mit jeweils 26 Prozent. Vier Prozent der Deutschen sagten, es habe sich sogar positiv auf ihre psychische Gesundheit ausgewirkt.

RKI verzeichnet mehr als 20.000 Corona-Tote – und steigende Infektionszahlen

9.00 Uhr: Die Zahlen steigen und steigen: Das Robert Koch-Institut (RKI) hat trotz Mini-Shutdown einen neuen Rekordwert an Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert. Die Gesundheitsämter meldeten dem Institut 23.679 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden, wie aus Zahlen vom Morgen hervorgeht.

Der bisherige Rekordwert war am 20. November mit 23.648 gemeldeten Fällen erreicht worden. In der Vorwoche waren es am Donnerstag 22.046 neue Fälle. Die Zahl der Todesfälle stieg über die Marke von 20.000. Das RKI verzeichnete am Donnerstag 440 neue Todesfälle binnen eines Tages. Am Vortag war mit 590 Toten ein Höchstwert gemeldet worden.

R-Wert etwa bei 0,99

In der Tendenz war die Zahl der täglichen Todesfälle zuletzt nach oben gegangen, was nach dem steilen Anstieg bei den Neuinfektionen erwartet worden war. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 20.372.

Insgesamt zählt das RKI seit Beginn der Pandemie mehr als 1,2 Millionen nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Nach Schätzungen sind rund 922.100 Menschen inzwischen genesen.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Mittwochabend bei 0,99 (Vortag: 1,02). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch 99 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

USA melden mehr als 3000 Corona-Tote binnen 24 Stunden

8.15 Uhr: Die Vereinigten Staaten haben einen neuen traurigen Höchstwert erreicht: An einem Tag wurden dort mehr als 3000 Todesfälle nach einer Covid-Erkrankung gezählt. Auch die Krankenhäuser geraten an Grenzen. Die USA sind das zahlenmäßig am stärksten von der Corona-Pandemie betroffene Land weltweit. Nun hat die Anzahl der täglichen Corona-Toten einen neuen Höchststand von mehr als 3000 erreicht. Am Mittwoch seien bis zum Abend (Ortszeit) 3071 weitere Todesopfer der Pandemie registriert worden, teilte die Johns-Hopkins-Universität  in Baltimore mit. Die Uni gilt als führende Einrichtung für Covid-Statistiken in den USA.

Dobrindt plädiert für Distanzunterricht

7.59 Uhr: CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt plädiert für rasche Maßnahmen in den Schulen zur Eindämmung des Coronavirus, damit die Feiertage wie geplant in den Familien stattfinden können. »Vor Weihnachten dafür sorgen, dass die Zahlen runtergehen, das wäre die logische Entscheidung«, sagte der Politiker in der ARD. Der Distanz- beziehungsweise der Hybridunterricht in den Schulen würde wesentlich dazu beitragen, dass das Risiko einer weiteren Ausbreitung des Virus minimiert werde. »Ich hoffe, dass wir sehr schnell zu diesen Entscheidungen kommen.«

Wirtschaftsminister von Deutschland und Frankreich warnen vor Firmenpleiten

7.52 Uhr: Die Wirtschaftsminister von Deutschland und Frankreich warnen vor einer steigenden Zahl von Firmenpleiten infolge der Corona-Pandemie. »Je länger die Krise andauert, desto mehr werden wir uns mit Insolvenzen auseinandersetzen müssen«, sagte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier den Zeitungen »Handelsblatt« und der französischen »Les Échos«. Der französische Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire warnt im selben Interview, dass nun eine »gefährliche Phase« beginne, in der fragile Sektoren wie Hotels, Restaurants, der Kultur- und der Sportsektor besonders unterstützt werden müssen. »Wir machen uns keine Sorgen um die europäischen Banken, die besser kapitalisiert sind als früher«, so Le Maire weiter. Es seien alle notwendigen Maßnahmen ergriffen worden, um die Institute und die Einlagen der Sparer zu schützen.

Bundesarbeitsminister erwartet keine bleibenden Corona-Schäden für den Arbeitsmarkt

7.44 Uhr: Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) erwartet auch nach der erneuten Verschärfung der Coronakrise keine bleibenden Schäden für den deutschen Arbeitsmarkt. »Gemessen am tiefen Einschnitt der Wirtschaft ist der Tsunami am Arbeitsmarkt durch durchdachte Entscheidungen ausgeblieben«, sagte der SPD-Politiker der »Augsburger Allgemeinen«. Die Corona-Pandemie habe zur größten Wirtschaftskrise unserer Generation geführt. Jetzt gehe es darum, dauerhaften Schaden am deutschen Arbeitsmarkt zu verhindern. Dabei werde das Instrument der Kurzarbeit weiterhin die wichtigste Rolle spielen. »Die Erfahrung aus diesem Jahr hat gezeigt, dass hohe Kurzarbeiterzahlen nicht zu hoher Arbeitslosigkeit geführt haben«, sagte der SPD-Politiker.

AstraZeneca-Impfstoff könnte in den USA erst Mitte 2021 verfügbar sein

7.37 Uhr: Der Impfstoff des Pharmaherstellers AstraZeneca könnte in den USA erst Mitte kommenden Jahres verfügbar sein, falls die US-Arzneimittelbehörde FDA die Vakzine erst nach Abschluss der finalen Studie zulässt, sagte Adrian Hill, Direktor des Jenner-Instituts, das die Entwicklung des Impfstoffs überwacht. »Das ist zu spät, um die Vorteile dieses Impfstoffs zu nutzen, der effektiv, in großem Maßstab verfügbar und einfach einzusetzen ist«, sagt er dem Sender NBC News.

Britische Arzneimittelbehörde warnt bestimmte Personen vor Pfizer/Biontech-Impfstoff

7.30 Uhr: Die britische Arzneimittelaufsicht MHRA hat ihre Warnung vor dem Pfizer/Biontech-Impfstoff für Personen mit einer erheblichen allergischen Vorgeschichte konkretisiert. »Personen mit einer Vorgeschichte eines anaphylaktischen Schocks bei Impfungen, Arznei- oder Lebensmitteln sollten den Pfizer/Biontech-Impfstoff nicht erhalten. Die zweite Dosis sollte niemandem verabreicht werden, bei dem nach Verabreichung der ersten Dosis dieses Impfstoffs eine Anaphylaxie aufgetreten ist«, sagte June Raine, Geschäftsführerin der MHRA, in der Nacht zu Donnerstag. Die Warnung erfolgte am Mittwoch, nachdem zwei Fälle von schweren allergischen Reaktionen bei den ersten Corona-Impfungen in Großbritannien aufgetreten waren. 

Lockdown-Streit spitzt sich nach Merkels Appell zu

6.30 Uhr: In einer emotionalen Rede mahnte Kanzlerin Angela Merkel die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten zu schnellen Entscheidungen in der Coronakrise. Von denen schwenken nun immer mehr auf einen schärferen Lockdown-Kurs ein. Nach den CDU-Ministerpräsidenten aus NRW und Schleswig-Holstein, Armin Laschet und Daniel Günther, hat sich nun der bayerische Ministerpräsident Markus Söder für einen »kompletten Lockdown« von Weihnachten bis zum 10. Januar ausgesprochen. Es gelte, alles runterzufahren, von den Geschäften bis hin zu den Betriebsferien in vielen Unternehmen, sagte der CSU-Politiker in der ZDF-Sendung »Markus Lanz«. Dann hätte man knapp drei Wochen, in denen man einfach Kontakte reduzieren könne. Eine bessere Zeit als die zwischen Weihnachten und 10. Januar werde man im ganzen Jahr nicht mehr finden. Er zeigte sich zuversichtlich, dass es vor Weihnachten noch zu einer Bund-Länder-Runde kommt.

Junge Leute und Corona: Viele haben Angst vor der Zukunft

6.00 Uhr: Die Corona-Pandemie hält an, und viele junge Menschen erleben sie als Zeit großer psychischer Belastung. Knapp 46 Prozent der im Rahmen einer bundesweiten Studie befragten 15- bis 30-Jährigen stimmten der Aussage voll beziehungsweise eher zu, Angst vor der Zukunft zu haben. Besonders junge Menschen, die nicht mehr zur Schule gehen, klagten über Einsamkeit, finanzielle Sorgen und andere Nöte. Das sind erste Ergebnisse der Studie »JuCo 2« des Forschungsverbunds »Kindheit – Jugend – Familie in der Corona-Zeit«. Mehr als 7000 Jugendliche und junge Erwachsene beantworteten die Onlinefragebögen von Wissenschaftlern der Universitäten Hildesheim und Frankfurt.

Bereits im Frühjahr hatte eine erste Studie des Forschungsverbunds ergeben, dass sich viele junge Leute mit ihren Sorgen in der Corona-Zeit nicht gehört fühlten. Weiterhin hätten sie den Eindruck, dass ihre Bedarfe von der Politik nicht wahrgenommen würden, teilten die Hochschulen am Donnerstag mit. Mehr als 1400 Teilnehmer nutzten die Möglichkeit, eigene Kommentare zu formulieren. »Jugendliche wollen mitbestimmen – auch in der Corona-Zeit. Sie haben wichtige Ideen zur Umsetzung unterschiedlicher Maßnahmen in ihrem Alltag«, sagte Jugendforscherin Johanna Wilmes von der Uni Frankfurt.

nck/apr/ptz/mes/ngo/dpa/Reuters/AFP
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