Corona-News am Freitag Amerikas tödlicher Maskenstreit

Kein Tag in den USA ohne neue Infektionshöchststände - und doch wird weiterhin erbittert um eine Maskenpflicht gestritten. Trumps Coronaberater Anthony Fauci fand nun deutliche Worte. Die News im Überblick.
US-Seuchenexperte Anthony Fauci

US-Seuchenexperte Anthony Fauci

Foto: POOL New/ REUTERS

Dieser Artikel wird fortlaufend aktualisiert.

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Nach Corona-Infektionen: Rund 100 Menschen in Verden unter Quarantäne

23.59 Uhr: Nach acht Corona-Infektionen in einem Gebäudekomplex in der Stadt Verden in Niedersachsen werden rund 100 weitere Menschen auf das Virus getestet. Die betroffenen Bewohnerinnen und Bewohner stehen bis zur Vorlage der Testergebnisse unter Quarantäne, wie der Sprecher des Landkreises am Freitag mitteilte. Demnach gibt es Anhaltspunkte, dass sich das Coronavirus im direkten Wohnumfeld der positiv getesteten Personen ausgebreitet hat. Die acht Infizierten wohnen demnach in einem Gebäudekomplex aus drei Häusern. Einer von ihnen musste im Krankenhaus behandelt werden.

Nächste Lockerungen in New York nur eingeschränkt

22.50 Uhr: In New York City kann am Montag die vierte und letzte Phase der Lockerungen der Corona-Regeln beginnen - allerdings mit Einschränkungen. New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio und Gouverneur Andrew Cuomo gaben die Entscheidung am Freitag bekannt.

Demnach dürfen beispielsweise Freizeiteinrichtungen unter freiem Himmel wie Zoos oder Botanische Gärten wieder öffnen; auch die Film- und Fernsehproduktion kann wieder aufgenommen werden. Die Öffnung von Einkaufszentren und der Innenbereiche von kulturellen Einrichtungen wie Museen könne allerdings anders als zunächst geplant nicht bereits am Montag stattfinden, teilte Gouverneur Cuomo mit. Auch die Innenbereiche von Restaurants, die eigentlich bereits seit dem Start der dritten Phase vor rund zwei Wochen geöffnet sein sollten, müssen vorerst weiter geschlossen bleiben.

Der Bundesstaat New York mit rund 19 Millionen Einwohnern war von der Coronavirus-Pandemie schwer getroffen worden. In den vergangenen Wochen waren die Neuinfektionszahlen stark gesunken - in anderen Teilen der USA allerdings stark gestiegen, was in New York die Sorge vor einer erneuten Welle wachsen lässt.

WHO meldet weltweiten Rekordanstieg an Neuinfektionen

22.15 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat einen Rekordanstieg der weltweiten Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet: In den vergangenen 24 Stunden seien weltweit fast 238.000 Neuinfektionen registriert worden. Die bisher größte Zahl von Neuinfektionen binnen eines Tages hatte die WHO am Sonntag mit etwa 230.000 Fällen verzeichnet. Zuletzt habe die Zahl der neu registrierten Infektionen vor allem in den USA, Brasilien, Indien und Südafrika zugenommen, so die WHO. Die Zahl der Todesfälle bleibe derzeit dagegen konstant bei durchschnittlich rund 5000 täglich.

Paraguay muss Fußball-Restart kurzfristig absagen

22.05 Uhr: In Paraguay hat eine Welle von Corona-Infektionen bei drei Fußball-Vereinen zur kurzfristigen Verschiebung des für Freitag geplanten Liga-Restarts geführt. Wie der nationale Verband APF mitteilte, gab es ingesamt über 50 positive Fälle.

Unter strengen Gesundheitsvorkehrungen sollte Paraguays Eliteklasse die erste nationale Liga Südamerikas sein, die ihre Meisterschaft wiederaufnimmt. Doch auf Anraten des Gesundheitsministeriums erfolgte der kurzfristige Rückzieher. Nun soll der Restart spätestens am kommenden Mittwoch nachgeholt werden. Spieler, Trainer und Offizielle unterziehen sich umfangreichen Tests.

In Paraguay waren bis Donnerstag insgesamt rund 3300 Coronavirus-Infektionen registriert, 27 Menschen sind dort bislang an den Folgen von Covid-19 gestorben.

US-Coronaberater Fauci dringt auf Appell zum Maskentragen

20.58 Uhr: In den USA schaltet sich Seuchenexperte Anthony Fauci in den Streit über eine Maskenpflicht ein. Der Regierungsberater fordert führende Politiker einzelner Bundesstaaten und Städte auf, ihre Bürger so nachdrücklich wie möglich zum Tragen von Masken zu drängen. Trotz Rekord-Neuinfektionen finden die USA beim Mund- und Nasenschutz bisher keine gemeinsame Linie.

Derzeit gilt in etwa der Hälfte der Bundesstaten eine Maskenpflicht, und innerhalb der Bundesstaaten gibt es Streit darüber: So verklagte der Gouverneur von Georgia, Brian Kemp, die Bürgermeisterin der Hauptstadt Atlanta, Keisha Lance Bottoms, weil diese eine Maskenpflicht erlassen hatte.

Kanada: Partygänger und junge Leute schuld an Fall-Anstieg

20.42 Uhr: Ein Anstieg der Neuinfektionen in Kanada geht den Gesundheitsbehörden zufolge auf Übertragungen bei Partys sowie in Nachtclubs und Bars zurück. Zudem verbreite sich das Virus zunehmend unter jungen Leuten, sagt der oberste Gesundheitsbeamte Howard Njoo. "Es gibt einen gewissen Anlass zur Sorge." In Kanada mit fast 38 Millionen Einwohnern sind 109.266 Infektionen und 8827 Todesfälle bekannt.

WHO: Ärzte und Pflegekräfte machen 10 Prozent aller Corona-Fälle aus

20.27 Uhr: Mehr als 1,3 Millionen Ärzte und Pflegekräfte weltweit sind laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) bislang am neuartigen Coronavirus erkrankt. Beschäftigte im Gesundheitssektor machten bisher etwa 10 Prozent aller weltweiten Covid-19-Fälle aus, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus in Genf. Die Johns-Hopkins-Universität zählte bis Freitag 13,8 Millionen erfasster Coronavirus-Infektionen auf der ganzen Welt. Die jüngste Zahl der WHO lag am Donnerstag bei 13,4 Millionen Fällen.

Ärzte und Pflegekräfte riskierten nicht nur ihr Leben, sondern litten vielfach auch an körperlicher und psychischer Erschöpfung nach Monaten extrem fordernder Arbeit während der Pandemie, sagte Tedros. "Wir alle schulden den Beschäftigten im Gesundheitssektor enorm viel", betonte er. Ausbreitung und Risiken von Infektionen unter medizinischen Fachkräften sollen besser erforscht werden.

Der Start der von der WHO geplanten Untersuchungsmission zum Ursprung der Pandemie in China soll sich derweil mindestens bis August verzögern. Der Arbeitsplan müsse entworfen, das Team aus der ganzen Welt zusammengestellt und dessen Quarantäne-Zeit in China abgewartet werden, sagte WHO-Nothilfekoordinator Mike Ryan. Vor rund einer Woche hatte die WHO zwei Experten nach China geschickt, um die Untersuchung gemeinsam mit chinesischen Fachleuten vorzubereiten.

USA: 72.045 Neuinfektionen an einem Tag

20.00 Uhr: Die US-Seuchenzentren CDC melden 72.045 bekannte Neuinfektionen und 926 weitere Todesfälle. Damit sind insgesamt knapp 3,6 Millionen Infektionen und 137.864 Tote in den USA verzeichnet. Trotzdem trägt das Land Grabenkämpfe um die Maskenpflicht aus. Im Bundesstaat Georgia geht der Gouverneur gegen eine von der Hauptstadt Atlanta verordnete Maskenpflicht vor. Die demokratische Bürgermeisterin Keisha Lance Bottoms habe mit der Verordnung ihre Kompetenzen überschritten, argumentierte der Republikaner Brian Kemp in einer am Donnerstag (Ortszeit) eingereichten Klage. Am Mittwoch hatte Kemp eine Verordnung unterzeichnet, die es Kommunen und Bezirken verbietet, eine Maskenpflicht einzuführen.

"Wenn wir jeden dazu bringen könnten, jetzt sofort eine Maske zu tragen, denke ich, könnten wir diese Pandemie in vier, sechs, acht Wochen unter Kontrolle bringen", hatte der Direktor der US-Gesundheitsbehörde CDC, Robert Redfield, erst am Dienstag in einem Interview gesagt. Am Donnerstag rief der US-Immunologe Anthony Fauci zum Tragen von Masken auf. Doch die Appelle der Gesundheitsexperten ändern nichts daran, dass der Mund-Nasen-Schutz zum Politikum geworden ist - wie der Streit in Georgia verdeutlicht.

Russlands Wirtschaft leidet unter Pandemie

19.59 Uhr: Der Kampf gegen das Corona-Virus hat Spuren in Russlands Wirtschaft hinterlassen. Im zweiten Quartal, als Beschränkungen des öffentlichen Lebens den Unternehmen besonders zu schaffen machten, ging die Wirtschaftsleistung im Vergleich zum Vorjahr um 9,6 Prozent zurück, wie das Wirtschaftsministerium am Freitag mitteilte. In den ersten drei Monaten 2020 war die Wirtschaft dagegen noch um 1,6 Prozent im Vergleich zum selben Zeitraum 2019 gewachsen. Innerhalb des zweiten Quartals 2020 spiegeln die Zahlen wider, wie sich die Lage mit der Lockerung von Auflagen langsam verbessert hat. So betrug das Minus im Mai noch 10,7 Prozent, während es sich im Juni auf 6,4 Prozent verringerte.

NRW-Landesregierung bietet Lehrern und Erziehern alle 14 Tage einen Test an

19.02 Uhr: Die nordrhein-westfälische Landesregierung bietet den rund 360.000 Beschäftigten in Schulen und Kitas des Bundeslands an, sich bis zu den Herbstferien regelmäßig auf eine Ansteckung mit dem Coronavirus testen zu lassen. Die Kosten dafür werde das Land übernehmen, sagte ein Sprecher des NRW-Gesundheitsministeriums am Freitag. Für Schüler und Kitakinder sei ein solches Angebot hingegen nicht geplant. Sollte in einer Schule ein Infektionsgeschehen auftreten, werde künftig aber "sofort und umfänglich" getestet. Zuvor hatte die "WAZ" berichtet.

Das Angebot, sich ohne konkreten Anlass regelmäßig testen zu lassen, gelte für Lehrer, Erzieher, Kindertagespfleger, Mitarbeiter im offenen Ganztag, sozialpädagogisches und nicht pädagogisches Personal, sagte der Ministeriumssprecher. Sie sollen zwischen dem 3. August und dem 9. Oktober die Möglichkeit haben, sich freiwillig alle 14 Tage auf das Coronavirus testen zu lassen. Weitere Details zur Corona-Teststrategie will die NRW-Landesregierung am Montag veröffentlichen. Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) hatte sich zuvor dafür ausgesprochen, lieber auf "anlassbezogene Testungen" statt auf Massentests zu setzen.

New Yorks Gouverneur wirbt für das Tragen von Masken - gemeinsam mit Stars

18.27 Uhr: In der Coronavirus-Pandemie wirbt New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo gemeinsam mit Stars wie Morgan Freeman, Ellen Pompeo, Robert De Niro und Jamie Foxx für das Tragen von Masken. Für die "Mask Up America"-Kampagne seien acht TV-Werbespots produziert worden, teilte Cuomo in der Nacht zum Freitag mit. Darin würden die Menschen in Amerika dazu aufgefordert, in der Öffentlichkeit einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. In den USA gibt es derzeit trotz stark steigender Neuinfektionszahlen erbitterte Diskussionen über die Maskenpflicht

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Tönnies-Geschäftsführung

17.36 Uhr: Nachdem rund 50 Strafanzeigen eingegangen sind, ermittelt die Staatsanwaltschaft in Bielefeld jetzt gegen die Geschäftsführung von Tönnies. Einer der Vorwürfe: fahrlässige Körperverletzung.

Alle Artikel zum Coronavirus

Am 31. Dezember 2019 wandte sich China erstmals an die Weltgesundheitsorganisation (WHO). In der Millionenstadt Wuhan häuften sich Fälle einer rätselhaften Lungenentzündung. Mittlerweile sind mehr als 180 Millionen Menschen weltweit nachweislich erkrankt, die Situation ändert sich von Tag zu Tag. Auf dieser Seite finden Sie einen Überblick über alle SPIEGEL-Artikel zum Thema.

Zwei positive Tests in der Formel 1

17.20 Uhr: Die Formel 1 hat die ersten beiden Corona-Fälle seit dem verspäteten Saisonstart. Zwei Personen seien positiv getestet worden, teilten die Motorsport-Königsklasse und der Internationale Automobilverband mit. Die insgesamt 4992 Tests wurden vom Freitag vergangener Woche bis zum Donnerstag dieser Woche durchgeführt. Die beiden Personen seien nicht beim Großen Preis der Steiermark am vergangenen Wochenende in Spielberg gewesen, hieß es in den Erklärungen.

Details zu den Betroffenen wurden nicht veröffentlicht. Sie seien aber den Vorgaben und dem Sicherheits- und Hygienekonzept entsprechend ebenso wie die engen Kontaktpersonen bereits isoliert worden. Die Formel 1 hat die Saison unter strengen Maßnahmen Anfang Juli gestartet. Zuschauer sind vorerst nicht erlaubt. An diesem Sonntag findet auf dem Hungaroring das dritte Saisonrennen statt.

Bewährungsstrafe für Berliner wegen Betrugs mit Corona-Hilfen

16.34 Uhr: In Berlin ist ein 31-Jähriger wegen Betrugs bei Soforthilfen zu einem Jahr und sieben Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Das Amtsgericht Tiergarten sah es als erwiesen an, dass der Mann im April sechsmal Anträge auf Zuschüsse von insgesamt 77.5000 Euro gestellt hatte - ohne dass er dafür berechtigt war. Ausgezahlt wurden ihm schließlich 21.500 Euro aus dem Soforthilfeprogramm des Bunds. In den Anträgen hatte der Mann nach Überzeugung des Gerichts jeweils falsche Angaben gemacht. Unter anderem trug er nicht existierende Gesellschaften ein sowie eine falsche Anzahl von Beschäftigten. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Coronavirus - Die Woche: Trumps (Un-)Logik schwappt nach Europa

Luxemburg borgt sich Trumps Corona-Argumentation. Forscher stoßen auf neue Herausforderungen bei der Entwicklung eines Impfstoffs: Lesen Sie hier Ihren Wochenüberblick.

Rio erlaubt wieder Mannschaftssport am Strand

16.00 Uhr: Brasiliens Metropole Rio de Janeiro hat ihre berühmten Strände wieder für Mannschaftssport geöffnet. Am Freitag trat ein Dekret in Kraft, das Bürgermeister Marcelo Crivella erlassen hatte. Eine Ausnahme stellen die Wochenenden dar, an denen die Verbote für gemeinschaftliche Sportarten ebenso wie das Sonnenbaden weiterhin gelten. Damit sollen allzu große Menschenansammlungen an den beliebtesten Strandtagen vermieden werden. Crivella hat angekündigt, den Verbleib am Strand wie beim Sonnen erst zu erlauben, wenn es eine Impfung gegen das Coronavirus gebe. Auch den touristischen Attraktionen von Rio ist seit Freitag mit eingeschränkter Kapazität und angemessener Distanz der Betrieb wieder erlaubt.

Brasilien überschritt am Donnerstag die Zahl von zwei Millionen Infizierten und ist nach den USA am meisten vom Virus betroffen. Die Zahlen waren in den vergangenen Wochen zwar abgeflaut. Aber Experten warnen, dass eine neue Welle entstehen könnte.

Kanada: 73-Jähriger stirbt nach Streit über Maskenpflicht

15.10 Uhr: Er wollte seine Maske nicht aufsetzen und griff einen Mitarbeiter im Supermarkt an: In Kanada ist ein älterer Mann nach einem Streit von der Polizei erschossen worden.

München will Weihnachtsmärkte ermöglichen

Dieter Reiter, Münchner Stadtoberhaupt, wirbt für mehr Vorsicht im Corona-Alltag, Olaf Scholz als SPD-Kanzlerkandidaten - und Hygienekonzepte für die Weihnachtsmärkte. Lesen Sie hier ein Interview mit dem Oberbürgermeister.

"Ich hätte nicht gedacht, dass ich der erste Oberbürgermeister seit vielen Jahrzehnten sein muss, der die Wiesn absagt", sagt Dieter Reiter im Interview

"Ich hätte nicht gedacht, dass ich der erste Oberbürgermeister seit vielen Jahrzehnten sein muss, der die Wiesn absagt", sagt Dieter Reiter im Interview

Foto: Sven Hoppe/ dpa

Neuer "Tourismus-Wegweiser" soll Klarheit schaffen

14.56 Uhr: Damit sich Reisende besser auf die jeweiligen Regeln in den Bundesländern einstellen können, hat die Bundesregierung einen neuen digitalen "Tourismus-Wegweiser" vorgestellt. Neben allgemeinen Abstandsregelungen oder Vorgaben zu einer Mund-Nasen-Bedeckung wird auch aufgeführt, welche Beschränkungen es zu Gästezahlen bei Hotels und Campingplätzen gibt, ob und bis wann in den Ländern aktuell jeweils Kneipen öffnen dürfen oder wie viele Menschen an Kulturveranstaltungen teilnehmen dürfen. Hinweise gibt es auch zu Regeln bei Messen oder Kongressen. Insgesamt gibt auf der Website  45 Rubriken.

Frankreich schiebt Schlüsselreformen weiter auf

14.18 Uhr: Frankreich schiebt zwei umstrittene Schlüsselreformen weiter auf: Betroffen sind die Rentenreform und die bereits besiegelte Neuordnung der Arbeitslosenversicherung, wie der neue Premierminister Jean Castex nach einem ersten Treffen mit den Sozialpartnern in Paris ankündigte. Vorrang habe nun die Sicherung der Arbeitsplätze, sagte er mit Blick auf die Pandemie.

Die Reformen gehören zu den Hauptzielen der Präsidentschaft von Emmanuel Macron. Ihre Umsetzung hat sich aber verzögert. Zunächst kamen die Gelbwestenproteste, dann folgten Massenproteste und Streiks gegen die Rentenreform und zuletzt die Coronakrise.

Nach Castex' Worten will die Regierung die Beratungen über die Rentenreform "in den kommenden Monaten" wieder aufnehmen. Von Arbeitgeberseite hieß es, dies sei frühestens zum Jahresende geplant. Präsident Macron will die mehr als 40 verschiedenen Rentensysteme vereinheitlichen und das Milliardendefizit der Rentenkassen abbauen.

Die härteren Auflagen für Arbeitslose, die nach der Coronakrise nun zum September in Kraft treten sollten, werden dem Premier zufolge erneut "verschoben". Die Gewerkschaften fordern, die Reform zu kassieren, die teilweise bereits seit November gilt. Sie führen an, dass die Arbeitslosigkeit wegen der Corona-Beschränkungen bis zum kommenden Jahr auf mehr als elf Prozent steigen soll.

Kredite: Mafia nimmt zunehmend größere Unternehmen ins Visier

14.14 Uhr: In Italien nehmen Mafiaorganisationen in der Coronakrise verstärkt auch mittlere und große Unternehmen ins Visier ihrer Aktivität. Davor haben die Ermittler der Anti-Mafia-Behörde DIA in ihrem Halbjahresbericht an das Parlament in Rom gewarnt. Die Liquiditätskrise in großen Teilen der Wirtschaft des Mittelmeerlandes biete den kriminellen Banden Betätigungsfelder, um illegale, etwa mit Drogen und Glücksspiel erworbene Gelder in legale Kreisläufe einzuschleusen.

Die Ermittler gehen davon aus, dass Mafiaclans den in Not geratenen Firmen vermehrt Kredite und andere Formen der Unterstützung anbieten. Dies gelte zunächst in ihren angestammten Regionen im Süden und für eher kleinere Firmen. Die mit Mafia-Geld ausgestatteten Unternehmen könnten Wettbewerbsvorteile zur Verdrängung der Konkurrenz nutzen. Es sei zudem nicht unwahrscheinlich, dass auch mittlere bis große Unternehmen in der Krise Mafia-Gelder einsetzen könnten.

Auf mittlere und längere Sicht wollen die kriminellen Organisationen aus Italien mit ihren Finanzspritzen sogar international aktiv werden, wie es in dem Bericht heißt. Es gebe ein Szenario, wonach "die Mafia - insbesondere die 'Ndrangheta - noch stärker als 'Global Player' auftreten will, der zuverlässig und effektiv ist". Der neue DIA-Bericht enthält eigentlich Zahlen für das zweite Halbjahr 2019. Doch die Spezialpolizei fügte extra einen aktuellen Teil zu den Auswirkungen der Pandemie hinzu.

Die Ermittler weisen darauf hin, dass Italiens Wirtschaft schon vor der Coronakrise angeschlagen war. Die Veränderungen im Vorgehen der Mafia seien schon 2019 sichtbar gewesen. Nun dürften sie sich beschleunigen.

Coronakrise in Israel: "Die Menschen sind aufgewacht"

Die Corona-Zahlen steigen, die Wirtschaft schrumpft: Viele Israelis sind deshalb wütend auf ihre Regierung. Lesen Sie hier mehr über einen Anruf bei Oren Fischer, der gegen Premier Netanyahu demonstriert.

USA: Mann erschleicht sich Corona-Millionen - und verpulvert sie bei Aktiengeschäften und Glücksspiel

13.52 Uhr: Kalifornische Ermittler sind einem Glücksritter auf die Schliche gekommen, der Millionen von Dollar an Corona-Hilfen der US-Regierung ergaunert und diese in Las Vegas und riskanten Börsenwetten verpulvert hatte. Andrew Marnell wurde nach Angaben der Staatsanwaltschaft von Los Angeles am Donnerstag verhaftet. Er soll demnach über das Corona-Hilfsprogramm in den USA Direkthilfen von rund neun Millionen Dollar (knapp acht Millionen Euro) erschwindelt haben.

Einen Teil des Geldes soll der 40-Jährige bei riskanten Aktiengeschäften verloren haben, Hunderttausende weitere Dollar beim Glücksspiel in Las Vegas. Marnell muss am Dienstag vor Gericht erscheinen; ihm drohen wegen Bankbetrugs 30 Jahre Gefängnis.

Cyberangriffe auf Impfstoffforscher: Bislang keine Anzeichen in Deutschland

13.51 Uhr: In Deutschland haben die Sicherheitsbehörden seit Beginn der Coronakrise keine staatlichen Cyberangriffe auf mit der Pandemie befasste Forschungsinstitute und Firmen festgestellt. Wie der Sprecher des Bundesinnenministeriums, Steve Alter, mitteilte, hatte das Bundesamt für Verfassungsschutz Pharmaunternehmen, die zu Covid-19 forschen, bereits vor einiger Zeit in allgemeiner Form auf die Möglichkeit entsprechender Bestrebungen von Hackern hingewiesen.

Britische Behörden werfen Hackern vor, im Auftrag Russands weltweit Cyberspionage bei Impfstoffforschern zu betreiben. Laut einer Mitteilung des britischen Zentrums für Cybersicherheit NCSC (National Cyber Security Centre) vom Donnerstag versucht eine Hackergruppe, die unter dem Namen "APT29" oder auch "Cozy Bear" und "The Dukes" bekannt ist, seit Beginn der Coronavirus-Pandemie unter anderem von Organisationen in der Forschung und Entwicklung von Impfstoffen "wertvolle Daten" zu stehlen.

Die Gruppe operiere "beinahe sicher" als Teil von russischen Geheimdiensten, hieß es in einer NCSC-Mitteilung. Diese Einschätzung werde auch von Behörden in den USA und Kanada geteilt. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes sagte, man stehe dazu mit den britischen Behörden in Kontakt. Die Bundesregierung habe dazu aber keine eigenen Erkenntnisse.

Großbritannien: Johnson setzt auf "Normalität von November an"

13.41 Uhr: Trotz Sorgen vor einer zweiten Welle von Coronavirus-Infektionen im Winter hat der britische Premierminister Boris Johnson bis Weihnachten eine Rückkehr zur Normalität in Aussicht gestellt. Von Anfang August an werde in England zu einer vorsichtigen Rückkehr an den Arbeitsplatz ermutigt, sagte Johnson am Freitag bei einer Pressekonferenz in London. Schulen, Kindergärten und Universitäten sollen von September an wieder ihren Betrieb aufnehmen.

Sportstadien dürfen demnach von Oktober an ihre Tore für Zuschauer wieder öffnen. Das unterliege jedoch dem Vorbehalt, dass Distanzregeln eingehalten werden könnten und Testläufe erfolgreich seien, so der konservative Regierungschef. "Es ist meine große und ernste Hoffnung, dass wir die verbliebenen Einschränkungen überprüfen können und eine noch bedeutendere Rückkehr zur Normalität von November an zulassen können - womöglich rechtzeitig für Weihnachten", sagte Johnson.

Großbritannien ist mit mehr als 45.000 Todesfällen bei nachweislich mit dem Coronavirus Infizierten das von der Pandemie am schwersten betroffene Land Europas. Erst kürzlich hatten Wissenschaftler vor einer zweiten Welle an Infektionen gewarnt, die bis zu 120.000 Menschen das Leben kosten könnte.

Pisa-Studie wird auf 2022 verschoben

13.37 Uhr: Die kommenden zwei Pisa-Studien werden aufgrund der Coronakrise um ein Jahr verschoben. "Die nächsten Tests finden nicht 2021, sondern 2022 statt", teilte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) mit. Die Ergebnisse sollen dann im Dezember 2023 veröffentlicht werden. Auch die darauffolgende Pisa-Studie werde sich um ein Jahr verzögern. Mit ihren Ergebnissen ist laut OECD 2026 zu rechnen.

Die Pisa-Studie ist die größte internationale Schulleistungsvergleichsstudie. Seit dem Jahr 2000 werden dafür alle drei Jahre weltweit Hunderttausende Schüler im Alter von 15 Jahren in den Bereichen Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften getestet.

Weitere Karstadt- und Kaufhof-Filialen bleiben geöffnet

12.50 Uhr: Beim insolventen Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof bleiben weitere fünf Filialen erhalten. Die Häuser in Nürnberg-Langwasser, in Singen, in Leonberg, im Hamburger Alstertal-Einkaufszentrum, in Bielefeld und im Berliner Ringcenter würden nicht geschlossen, schrieb Galeria-Chef Miguel Müllenbach in einem Brief an die Mitarbeiter, der der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt. Insgesamt sind damit elf der 62 Karstadt- und Kaufhof-Warenhäuser gerettet, deren Schließung der Konzern Mitte Juni angekündigt hatte. Sechs weitere Filialen würden nicht sofort, sondern erst nach dem Weihnachts- und Umtauschgeschäft Ende Januar 2021 geschlossen: Bremerhaven, Gütersloh, Lübeck, Dessau, Hamburg-Bergedorf und die im Frankfurter Hessencenter.

Barcelona: Einwohner sollen zu Hause bleiben

12.49 Uhr: Die Einwohner von Barcelona werden gebeten, zu Hause zu bleiben und keine Gruppen von mehr als zehn Personen zu bilden. Man bitte darum, dass die Zweitwohnsitze am Meer oder in den Bergen an diesem Wochenende nicht aufgesucht würden. Regierungssprecherin Meritxell Budó forderte von den Menschen in Katalonien ein "Ende der allzu laschen Haltung".

Damit reagieren die Behörden auf die wachsende Zahl von Infektionen in Spaniens zweitgrößter Millionenstadt und deren Umgebung. Auch Besuche in Altenheimen seien ab sofort untersagt, die zulässige Besucherzahl in Bars und Restaurants werde reduziert. Betroffen sind Barcelona und zwölf Vororte der katalanischen Hauptstadt. Die Maßnahmen gelten zunächst für die nächsten 15 Tage.

Spanien ist mit mehr als 28.000 Todesopfern eines der am stärksten von der Pandemie betroffenen Länder Europas, Katalonien im Nordosten die Region, die derzeit die größten Sorgen bereitet. Binnen 24 Stunden waren am Donnerstag 1293 neue Infektionsfälle gemeldet worden - davon mehr als die Hälfte in der Stadt Barcelona (372) und im Vorort L'Hospitalet de Llobregat (304). In den meisten Regionen Spaniens ist die Lage aber seit Wochen weitgehend unter Kontrolle.

Tschechien führt wieder Maskenpflicht in östlicher Region ein

12.45 Uhr: Tschechien führt in der östlichen Verwaltungsregion Mährisch-Schlesien die erst vor zweieinhalb Wochen abgeschaffte Maskenpflicht wieder ein. In Innenräumen wie Geschäften und in öffentlichen Verkehrsmitteln müsse dort eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden, teilte Gesundheitsminister Adam Vojtech mit.

Bei Besuchen in Krankenhäusern und Sozialeinrichtungen seien Masken mit mindestens der Schutzklasse FFP2 erforderlich. Zudem müssen demnach Veranstaltungen mit hundert oder mehr Teilnehmern abgesagt werden. Bars und Restaurants müssen nachts geschlossen bleiben. In der betroffenen Region um die Stadt Ostrava leben rund 1,2 Millionen Menschen.

Landesweit war die Maskenpflicht am 1. Juli nach mehr als drei Monaten aufgehoben worden. Doch in der Industrieregion Mährisch-Schlesien stiegen die Fallzahlen zuletzt wieder deutlich an. Um dort die Ausbreitung unter Bergleuten unter Kontrolle zu bringen, stellten die staatlichen Steinkohlebergwerke vor gut zwei Wochen ihren Betrieb vorübergehend ein.

Auch in Iran gibt es erneute Beschränkungen

12.39 Uhr: Wegen des starken Anstiegs der Fallzahlen sollen in der iranischen Hauptstadt Teheran schon an diesem Wochenende wieder Beschränkungen eingeführt werden. Das gab ein Sprecher des Gesundheitsministeriums bekannt. Unter anderem soll ab Samstag ein Drittel der Beamten von zu Hause arbeiten. Außerdem wurden Veranstaltungen und Versammlungen wieder verboten und die Cafés und Teehäuser wieder geschlossen.

Nach den Lockerungen Ende Mai wurden die Vorschriften und besonders die Maskenpflicht in Iran größtenteils nicht mehr ernst genommen. Dies führte zu einem Anstieg der Fallzahlen in dem Land. Zuletzt gab es binnen 24 Stunden mehr als 180 Tote und fast 2400 Neuinfizierte. Damit lag die Zahl der registrierten Todesopfer am Freitag nach Angaben des Gesundheitsministeriums bei 13.791, die der Infizierten bei 269.440.

Stickoxidkonzentration in deutschen Städten sank um 30 Prozent

12.09 Uhr: Durch das geringere Verkehrsaufkommen ist die Stickoxidkonzentration in größeren deutschen Städten während der Einschränkungen um ein Drittel gesunken. Das teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) unter Berufung auf eine Analyse mit, die er mit Unterstützung des Umweltbundesamts (UBA) erstellte. Der Rückgang der Konzentrationen dieser Luftschadstoffe in der Phase der Beschränkungen von Mitte März bis Mitte Mai belief sich demnach auf etwa 30 Prozent.

Laut DWD mussten die Daten der Luftmessstationen des UBA zunächst mit meteorologischen Informationen in Beziehung gesetzt werden, um Vergleiche zu ermöglichen. Windgeschwindigkeiten und Lufttemperaturen haben demnach einen entscheidenden Einfluss auf die Stickoxidkonzentration. Ihr Einfluss musste herausgerechnet werden, um den tatsächlichen "Corona-Effekt" durch das zeitweise viel niedrigere Verkehrsaufkommen zu ermitteln. Stickoxide stammen hauptsächlich aus Abgasen von Verbrennungsmotoren; Autos sind die Hauptquelle.

Das Untersuchungsergebnis bezieht sich laut Wetterdienst auf die Lage in den 48 deutschen Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern in der Zeit von Beginn des Lockdowns am 23. März bis zum Auslaufen am 17. Mai. In der ersten Hälfte waren die Maßnahmen noch wesentlich strikter und die Rückgänge höher. In der zweiten Hälfte zog der Verkehr bereits wieder an, was laut Experten auch die Differenz abschwächte.

Tönnies-Schlachtung läuft wieder

11.22 Uhr: Die erneute Zwangsunterbrechung beim Fleischkonzern Tönnies ist vorbei: Die Schlachtung am Stammsitz im nordrhein-westfälischen Rheda-Wiedenbrück sei am Freitag nach der Freigabe durch die Bezirksregierung wieder aufgenommen worden, teilte ein Tönnies-Sprecher mit. Das Unternehmen hatte nach vierwöchiger Unterbrechung erst seit Donnerstag wieder schlachten dürfen, musste die Produktion am Freitag nach Beanstandungen der Bezirksregierung bis zur Freigabe aber stoppen.

Nach Kontrollen sei das Unternehmen am Donnerstagnachmittag darüber informiert worden, "dass wir an Arbeitspositionen zusätzliche Umrüstungen vornehmen müssen", sagte der Sprecher. Dies sei auch schon in der Nacht zu Freitag passiert. Am Morgen gab es dann laut Tönnies die Freigabe.

NRW-Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser stellte indes im Landtag klar, dass das Bundesland keine Notschlachtungen von Schweinen wegen Platzmangel in den Ställen erlauben werde. Eine Tötung von Tieren aus dem Bestand schließe das Tierschutzgesetz aus, sagte sie im Landwirtschaftsausschuss: "Wir werden das nicht unterstützen, falls Anträge kommen sollten."

EU-Sondergipfel: Erst die Milliarden, dann die Moral

Für die EU geht es ums Ganze: Beim Gipfeltreffen verhandeln die Staats- und Regierungschefs über Haushalt und Corona-Wiederaufbaupaket. Das wahrscheinliche Opfer des Milliardenpokers: das Fundament der Union. Lesen Sie hier mehr dazu.

Abbau von 20.000 Stellen - Daimler verschärft Sparkurs

10.34 Uhr: Der Autokonzern will deutlich mehr Mitarbeiter loswerden als bisher bekannt. Die jährlichen Personalkosten sollen um rund zwei Milliarden Euro sinken.

Studie: Großteil der Corona-Fälle in Wuhan blieb unentdeckt

10.30 Uhr: Während des Corona-Ausbruchs in der zentralchinesischen Metropole Wuhan ist laut einer neuen Studie ein Großteil der Fälle unentdeckt geblieben. Die Untersuchung chinesischer Wissenschaftler, die in der Fachzeitschrift "Nature" veröffentlicht wurde, kommt zu dem Ergebnis, dass in der ersten akuten Phase zwischen dem 1. Januar und dem 8. März bis zu 87 Prozent der Infektionen unter dem Radar geblieben sein könnten.

Zu diesem Ergebnis kamen die Forscher, indem sie mit statistischen und epidemiologischen Modellen den Ausbruch in Wuhan rekonstruierten. Zuvor waren bereits andere internationale Studien zu dem Ergebnis gekommen, dass viele Sars-CoV-2-Infektionen nicht erkannt werden, etwa weil Infizierte nur schwache oder keine Symptome haben.

In Wuhan, wo die Pandemie weltweit zuerst ausgebrochen war, wurden rund 50.000 Infektionen und knapp 4000 Tote gemeldet. Seit Monaten werden aus der zentralchinesischen Stadt keine aktiven Infektionsträger mehr gemeldet. Im Juni wurden bei zweiwöchigen Massentests von fast zehn Millionen Bürgern nur noch 300 asymptomatische Infektionen mit dem Sars-CoV-2-Erreger entdeckt, wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete.

Braun zu neuem Corona-Plan: Ausbrüche "schon im Keim ersticken"

9.55 Uhr: Nach der Bund-Länder-Einigung auf neue Corona-Maßnahmen sieht Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) die Behörden gut gerüstet für akute Infektionsausbrüche. Der Plan ziele darauf ab, "jeden Ausbruch so zu beenden, dass wir nicht wieder in ganz Deutschland größere Zahlen von Infektionen haben", sagte Braun auf NDR Info. Es gehe darum, "solche lokalen Ausbrüche möglichst schon im Keim zu ersticken".

Dabei werde auf lokaler Ebene gehandelt - die Beschlüsse vom Donnerstag stellten aber sicher, dass dies "nach einheitlichen Maßstäben" geschieht, sagte Braun. Etwaige lokale Beschränkungen könnten dann auch zügig wieder aufgehoben werden. "Es geht nicht darum, dass man gleich für viele Wochen was tut", sagte der Kanzleramtsminister. "Das nimmt den Maßnahmen ganz viel ihres Schreckens."

Der Minister hatte sich am Donnerstag mit Vertretern der 16 Bundesländern auf eine gemeinsame Strategie im Umgang mit Hotspots verständigt. Danach sind künftig regionale Ein- und Ausreisesperren zulässig, wenn die Zahl der neuen Neuinfektionen vor Ort kontinuierlich steigt.

Mehr als 12.000 Virus-Tote in Russland

9.30 Uhr: In Russland sind nach Behördenangaben mittlerweile mehr als 12.000 Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. 186 Todesfälle seien in den vergangenen 24 Stunden gemeldet worden, damit steige die Gesamtzahl auf 12.123, teilt das Krisenzentrum mit. Bei 6406 weiteren Menschen sei das Virus nachgewiesen worden. Mit nunmehr 759.203 bestätigten Infektionen ist Russland nach den USA, Brasilien und Indien das Land mit der vierthöchsten Ansteckungszahl. Allerdings gibt es in Russland im Vergleich deutlich weniger Tote, bei denen das Virus festgestellt wurde.

Was die Corona-Statistik verrät – und was nicht

Die offiziell gemeldete Zahl der Infizierten bezieht sich ausschließlich auf mit Labortests nachgewiesene Infektionen. Wie viele Menschen sich tatsächlich täglich neu infizieren und bislang infiziert waren, ohne positiv getestet worden zu sein, ist unklar. Antikörperstudien zeigen, dass es eine erhebliche Dunkelziffer an unentdeckten Infektionen gibt.

Die offizielle Zahl der Toten beschreibt, wie viele Menschen mit dem Virus gestorben sind. In wie vielen Fällen die Infektion ursächlich für den Tod war, lässt sich daraus nicht unmittelbar ablesen. Obduktionsstudien zeigen aber, dass bei den meisten Toten die Covid-19-Erkrankung auch die Todesursache war.

Mehr Informationen dazu, was im Umgang mit Corona-Daten zu beachten ist und welche Quellen der SPIEGEL nutzt, lesen Sie hier.

Party auf Mallorca: "Wir sind so verärgert über unsere deutschen Landsleute"

Kaum hat sich Mallorca wieder geöffnet, ballen sich die Partytouristen - die Insulaner fürchten um ihre Gesundheit und das Image der Insel. Zwei deutsche Auswanderer berichten von der Stimmung vor Ort. 

CDU-Politiker warnen vor Überlastung der EU durch Corona-Hilfen

8.57 Uhr: Der Chef der Mittelstands- und Wirtschaftsunion, Carsten Linnemann, und der Europaabgeordnete Markus Pieper (beide CDU) haben kurz vor Beginn des EU-Gipfels vor der von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) favorisierten Finanzierung der geplanten Corona-750-Milliarden-Hilfen gewarnt. "Das Volumen des Fonds ist zu groß", schrieben Linnemann und Pieper in einem Gastbeitrag für die "Rheinische Post": "Eine Überlastung der ganzen EU droht."

Linnemann und Pieper warnten, die EU drohe bereits in der Eurokrise gemachte Fehler zu wiederholen. "Als die Eurokrise die Konstruktionsmängel schonungslos offenlegte, wurden Rettungsschirme aufgespannt, die Druckerpresse der EZB angeworfen und politische Durchhalteparolen kreiert." Die Finanzkraft Deutschlands und damit der Raum für grenzüberschreitende Umverteilung seien jedoch endlich. Die geplante Wiederaufbauhilfe stelle auch die Vereinbarkeit mit den Europäischen Verträgen infrage.

Linnemann und Pieper forderten "ehrliche Reformen statt neuer Schulden". Ein Reformprogramm müsse die Währungsunion auf stabilere Füße stellen und es müsse auch ein Restrukturierungsverfahren für Staaten beinhalten, das ein geordnetes Ausscheiden aus dem Euroraum möglich mache.

Aktuelle Fallzahlen in Deutschland: 583 neue Infektionen

8.55 Uhr: Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Freitag mit 200.843 angegeben - ein Plus von 583 seit dem Vortag. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 201.450 Infizierte. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert, registrierte 9082 Todesfälle und damit vier mehr als am Vortag. Die JHU zählte 9087 Tote. Die Zahl der Genesenen betrug laut RKI etwa 186.900.

Detaillierte Daten stellt das RKI auf seiner Internetseite  sowie im dort verlinkten sogenannten Dashboard zur Verfügung. Die JHU veröffentlicht ihre detaillierten Daten auf ihrer Internetseite .

Gesetzentwurf für Bedingungen in Fleischbranche bis Ende Juli

8.54 Uhr: Bundesarbeitsminister Hubertus Heil will noch in diesem Monat einen Gesetzentwurf für bessere Arbeitsbedingungen in der Fleischindustrie vorlegen. Im Kern werde es Werkverträge und Leiharbeit in dieser Branche nicht mehr geben, sagte der SPD-Politiker bei RTL/n-tv. Beim Schlachten, Zerlegen und Verarbeiten von Fleisch werde es um Festanstellungen gehen und um anständige Löhne. 

Heil nannte zudem die Überwachung des Gesundheitsschutzes am Arbeitsplatz und in Unterkünften, eine digitale Arbeitszeiterfassung und schärfere Kontrollen der Länderbehörden. Ende des Monats solle das Bundeskabinett einen Gesetzentwurf beschließen. Auf freiwillige Ankündigungen der Fleischbranche werde man nicht mehr setzen.

"Wir werden gezielt in der Branche aufräumen"

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil

Bei mehreren Fleischverarbeitern hatte es in den vergangenen Wochen lokale Corona-Ausbrüche gegeben.

Industrie kann aufatmen: Kaum Auftragsstornierungen im Mai

8.44 Uhr: Trotz der Coronakrise hat die deutsche Industrie ihre Kunden im Mai weitgehend bei der Stange halten können. Es habe insgesamt keine "umfangreichen Auftragsstornierungen" gegeben, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Der Auftragsbestand fiel demnach saison- und kalenderbereinigt um 0,8 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Dabei schmolz der Bestand aus dem Inland nur um 0,1 Prozent, der aus dem Ausland um 1,2 Prozent. Im Vergleich zum Februar, dem Monat vor Beginn der Eindämmungsmaßnahmen, war der Auftragsbestand im Mai 2,7 Prozent niedriger.

Der vom Statistischen Bundesamt monatlich berechnete Index des Auftragsbestands umfasst alle von den Betrieben eingesammelten Aufträge, die bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht zu Umsätzen geführt haben sowie fest akzeptiert und nicht storniert worden sind. Die Reichweite des Auftragsbestands erhöhte sich im Mai sogar leicht auf sechs Monate. Diese Zahl gibt an, wie lange die Betriebe bei gleichbleibendem Umsatz ohne neue Bestellungen theoretisch produzieren müssten, um die vorhandene Nachfrage abzuarbeiten. Nach einem Rekordrückgang auf dem Höhepunkt der Coronakrise hatten sich die Auftragsbücher der Industrie wieder gefüllt. Die Bestellungen zogen im Mai um 10,4 Prozent gegenüber dem April an und damit so stark wie noch nie seit Beginn der Datenerhebung 1991.

Kurz nach Wiederaufnahme: Schlachtbetrieb bei Tönnies erneut gestoppt

8.30 Uhr: Kurz nach der Wiederaufnahme des Betriebs beim Fleischkonzern Tönnies gibt es eine erneute Zwangsunterbrechung: Die Schlachtung am Stammsitz in Rheda-Wiedenbrück werde am Freitag später beginnen, teilte ein Tönnies-Sprecher der Nachrichtenagentur dpa mit. Bei Kontrollen durch die Bezirksregierung sei das Unternehmen am Donnerstagnachmittag darüber informiert worden, "dass wir an Arbeitspositionen zusätzliche Umrüstungen vornehmen müssen", sagte der Sprecher. Dies sei auch schon passiert, ein Sachverständiger müsse die Änderungen aber noch abnehmen. Zuvor hatten Medien über die Unterbrechung berichtet .

Erst am Donnerstag war die vierwöchige Zwangspause nach einem massiven Corona-Ausbruch bei Deutschlands größtem Schlachtkonzern beendet worden. Die ersten Schweine wurden wieder angeliefert. In der ersten Schicht wurden rund 8000 Tiere geschlachtet. Für den nächsten Produktionsschritt, die Zerlegung der Schweine, hatten die Behörden am Donnerstagabend grünes Licht gegeben.

"Wir sind durchaus verwundert darüber, dass Abläufe und Prozesse, die seit über 20 Jahren genehmigt sind und seitdem jährlich mehrfach amtlich kontrolliert wurden, nunmehr bemängelt werden", sagte der Tönnies-Sprecher. Es werde aber eng mit den Behörden zusammengearbeitet.

Tönnies schlachtet am Hauptsitz in Ostwestfalen im Normalbetrieb pro Tag je nach Marktlage zwischen 20.000 und 25.000 Schweine. Durch den Produktionsstopp nach dem Corona-Ausbruch hatte sich ein Stau bei den Schweinemästern gebildet.

British Airways stellt gesamte Boeing-747-Flotte außer Dienst

8.15 Uhr: Jahrzehntelang blieb die Boeing 747 das größte Passagierflugzeug der Welt - und galt Fans als Inbegriff des Glamours. Nun legt British Airways wegen der Coronakrise die gesamte Jumboflotte still.

Beschwerderekord bei Airlines und Bahn

8.05 Uhr: 14.647 Beschwerden sind im ersten Halbjahr bei der Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr eingegangen - ein Rekordwert. Vor allem geht es um annullierte Flüge in der Coronakrise und verfallene Bahntickets.

Fluggesellschaft Cathay Pacific rechnet mit Milliardenverlust

7.47 Uhr: Die Coronakrise hat die asiatische Fluggesellschaft Cathay Pacific im ersten Halbjahr tief in die roten Zahlen gerissen. Unter dem Strich rechnet die Airline einer Mitteilung zufolge mit einem Verlust von 9,9 Milliarden Hongkongdollar (1,1 Milliarden Euro) nach 1,3 Milliarden Gewinn ein Jahr zuvor. Das Geschäft des Unternehmens, das sich auf Langstreckenflüge spezialisiert hat, läuft nur sehr langsam wieder an. Im Juni lag das Passagieraufkommen mit 27.106 Fluggästen nur bei rund einem Prozent des Vorjahreswerts. Im August sollen höchstens zehn Prozent der Flüge wieder stattfinden.

"Das Umfeld für den internationalen Luftverkehr bleibt unglaublich unsicher angesichts der Reisebeschränkungen und Quarantäneregeln, die rund um den Globus weiterhin gelten", sagte Cathay-Manager Ronald Lam. Es gebe keine deutlichen Zeichen für baldige Verbesserungen. Die Gesellschaft hat deshalb 2,4 Milliarden Hongkongdollar abgeschrieben, vor allem auf 16 Flugzeuge, die vor Sommer 2021 kaum wieder eingesetzt werden dürften.

Angesichts der schwierigen Lage hat die Regierung in Hongkong bereits ein Rettungspaket geschnürt, durch das Cathay Pacific insgesamt 39 Milliarden Hongkongdollar an frischem Kapital und Krediten zufließen sollen. Die Aktionäre haben dem Vorhaben in dieser Woche zugestimmt. Der weitgehende Stopp weltweiter Flüge im Zuge der Corona-Pandemie hat Cathay wie anderen Fluggesellschaften große Probleme bereitet. Langstreckenflüge sind von den Reisebeschränkungen besonders betroffen. Die Krise werde die Branche grundlegend verändern, sagte Manager Lam nun.

Deutscher Fußballer in US-Liga: "Die Angst ist immer noch da"

6.15 Uhr: Der deutsche MLS-Profi Julian Gressel beschreibt die Corona-Situation in den USA als sehr bedrohlich. "Die Angst ist immer noch da. Weil jeden Tag neue Rekorde gebrochen werden - an Leuten, die infiziert werden, die ins Krankenhaus müssen und auch auf die Intensivstationen. Die Angst wird, glaube ich, nicht so schnell wieder weggehen", sagte Gressel im Instagram-Interview mit BR24Sport.

Der 26-Jährige vom viermaligen Meister D.C. United spielt derzeit gegen 23 weitere Teams der US-Profifußballliga MLS in Disney World in sechs Vierergruppen und anschließender K.-o.-Runde einen Platz in der Concacaf Champions League aus. Alle Teams sind dabei von der Außenwelt abgeschottet. Schon vor dem Restart hatte Gressel seine Bedenken geäußert und die Situation im Sonnenstaat Florida als "richtig schlimm" bezeichnet.

Bei dem Turnier zelebriert die MLS ihre Rückkehr in den Spielbetrieb nach der Corona-Pause. Ursprünglich sollten alle 26 Mannschaften der Liga daran teilnehmen, nach mehreren Corona-Fällen wurden Nashville SC und der FC Dallas jedoch ausgeschlossen.

Sportlich liebäugelt Gressel unverändert mit einer Rückkehr nach Deutschland. "Der Reiz geht nie weg. Ich bin in Deutschland aufgewachsen, und dass es ein Traum ist, mal in der Bundesliga zu spielen, ist selbsterklärend. Dieser Traum wird immer bestehen", sagte er.

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Mehr als eine Million Corona-Fälle in Indien

6.15 Uhr: Indien hat mehr als eine Million Coronavirus-Fälle registriert. Das geht aus den Daten des Gesundheitsministeriums hervor. Die US-amerikanische Johns-Hopkins-Universität zählte derweil noch unter eine Million Fälle in Indien. Nur in den USA und Brasilien ist die Infektionszahl höher. Die Gesamtzahl der Todesfälle in Indien lag nach Angaben des Gesundheitsministeriums bei 25.602.

Pfandhäuser während Coronakrise mit weniger Verpfändungen

6.00 Uhr: Pfandleihhäuser in Deutschland haben während der ersten Monate der Coronakrise niedrigere Verpfändungszahlen registriert als davor. Das teilte der Zentralverband des Deutschen Pfandkreditgewerbes mit.

Die bankähnlichen Pfandleihhäuser gelten als systemrelevant und durften auch während der Coronakrise öffnen. Dennoch sei nicht mehr verpfändet worden als vor der Pandemie. Im Gegenteil: "Es fand kein Konsum statt, also sagten sich die Leute 'Ich löse mein Pfand wieder aus'", sagte Wolfgang Schedl, Geschäftsführer des Zentralverbands. In der Folge sei es zu erhöhten Auslösungszahlen gekommen, während für neue Kredite weniger Pfänder gestellt wurden.

Städtetag: Corona-Einschränkungen sehr eng begrenzen

5.30 Uhr: Der Deutsche Städtetag hat den Beschluss von Bund und Ländern begrüßt, künftig zielgenauer auf lokale Ausbrüche der Coronavirus-Pandemie zu reagieren. "Notwendige Schutzmaßnahmen und vor allem Bewegungseinschränkungen müssen aber zeitlich und räumlich sehr eng begrenzt werden", sagte Städtetagspräsident Burkhard Jung (SPD) der Deutschen Presse-Agentur. "In jedem Fall bedeuten sie für die Bürgerinnen und Bürger Einschnitte in ihr tägliches Leben und schränken Grundrechte ein. Deshalb ist es gut, wenn wir möglichst ortsgenau, flexibel und wirksam handeln können, um Infektionsketten zu unterbrechen."

Nach dem Beschluss von Bund und Ländern soll es Ausreisesperren geben können, wenn die Zahl der Infektionen in dem betroffenen Gebiet weiter steigt oder es keine Gewissheit gibt, dass die Infektionsketten unterbrochen sind. Diese Maßnahmen sollen zielgerichtet sein und müssen sich nicht auf einen gesamten Landkreis oder eine ganze kreisfreie Stadt beziehen.

USA verzeichnen Rekord an Neuinfektionen innerhalb eines Tages

5.00 Uhr: In den USA steigen die Zahlen der Coronavirus-Infektionen immer schneller an. Am Donnerstag verzeichneten die Vereinigten Staaten den nächsten Rekord an Neuinfektionen innerhalb eines Tages. Die Johns-Hopkins-Universität registrierte 68.428 neue Ansteckungsfälle. Die Zahl der Corona-Toten sei um 974 auf 138.201 gestiegen.

Medien zählten in ihren Daten sogar noch mehr Fälle. Die "New York Times"  berichtete unter Berufung auf eine eigene Datenerhebung von mehr als 74.000 Neuinfektionen. Die Nachrichtenagentur Reuters sprach sogar von über 77.000 neuen Fällen innerhalb von 24 Stunden.

Erst am Mittwoch hatten die USA mit mehr als 67.600 Corona-Fällen einen Höchststand bei den täglich festgestellten Neuinfektionen verzeichnet. Insgesamt liegt die Zahl der erfassten Infektionsfälle im Land den Angaben der Johns-Hopkins-Universität zufolge inzwischen bei 3,56 Millionen.

Die USA sind das mit Abstand am härtesten von der Pandemie betroffene Land der Welt. Dies gilt sowohl für die Infektions- als auch für die Totenzahlen. Zuletzt waren immer neue Rekordstände bei den Ansteckungszahlen verzeichnet worden.

US-Grenzschließungen wegen Corona erneut verlängert

4.45 Uhr: Die Grenzen der USA mit Mexiko und Kanada sollen bis mindestens zum 20. August wegen der Coronakrise weitgehend geschlossen bleiben. Das teilten die US-Botschaften in beiden Nachbarländern am Donnerstag mit. Auch Kanadas Premierminister Justin Trudeau twitterte, eine Verlängerung der Beschränkungen um weitere 30 Tage sei vereinbart worden. Mexikos Außenministerium hatte bereits zwei Tage zuvor erklärt, dem nördlichen Nachbarland diesen Schritt mit Blick auf die aktuelle Entwicklung bei der Ausbreitung des Coronavirus vorgeschlagen zu haben.

Die Grenzen bleiben damit für nicht wesentliche Übertritte auf dem Landweg geschlossen. Grenzübertritte unter anderem aus Handels- oder Arbeitsgründen bleiben aber erlaubt. Es gibt auch weiterhin Flüge zwischen den Ländern.

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EU-Gipfel sucht Kompromiss im Streit um Corona-Fonds und Haushalt

4.30 Uhr: Die EU-Staats- und Regierungschefs kommen am Freitag erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie wieder zu einem Gipfel in Brüssel zusammen. Sie suchen eine Lösung für den Streit über den Corona-Hilfsfonds und den europäischen Haushalt. Viele Aspekte des insgesamt 1,8 Billionen Euro schweren Pakets sind noch umstritten. So fordern nördliche EU-Länder wie die Niederlande Kürzungen und deutliche Reformauflagen bei einem 750 Milliarden Euro schweren Fonds zur Überwindung der wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise.

Uno fordert von reichen Ländern weitere Milliardenhilfen in Coronakrise

4.00 Uhr: Die Vereinten Nationen fordern in der Coronakrise weitere Milliardenhilfen von reichen Ländern. Die bisherige Unterstützung für arme Staaten sei bislang "äußerst unangemessen und kurzsichtig" gewesen, erklärte Uno-Nothilfekoordinator Mark Lowcock. Die G20-Länder sollten jetzt mehr auf den Tisch legen, sonst müssten sie später einen hohen Preis zahlen. Die Pandemie drohe Konflikte, Hunger und Armut sowie andere schwere Krankheiten weiter zu verschärfen. Bislang hätte die Uno lediglich 1,7 Milliarden Dollar erhalten. Sie brauche jedoch für die Corona-Hilfe in armen Ländern im laufenden Jahr rund 10,3 Milliarden Dollar. Mit dem Geld sollen Gesundheitsprojekte und andere humanitäre Programme vor allem in Afrika und Südamerika finanziert werden.

Israels Regierung führt Corona-Schutzmaßnahmen wieder ein

3.35 Uhr: Nach einem starken Anstieg der Coronavirus-Infektionen hat die israelische Regierung in der Nacht zum Freitag eine Reihe von Schutzmaßnahmen wieder eingeführt. Unter anderem wurden Versammlungen von mehr als zehn Personen in geschlossenen Räumen und mehr als 20 Personen im Freien verboten. Ob sich dies auch auf Religionsgemeinschaften bezieht, konnte vorerst nicht geklärt werden, wie unter anderem die "Times of Israel"  berichtete. Ministerien schließen für den Publikumsverkehr, Kontakte sind demnach nur noch online möglich.

Zu den Lockdown-Maßnahmen am Wochenende gehört die Schließung einer Reihe von Geschäften, mit Ausnahme wichtiger Dienstleister wie etwa Apotheken oder Supermärkte. Zudem werden Fitnessstudios geschlossen, während Restaurants nur noch Essen zum Mitnehmen oder zur Lieferung nach Hause anbieten dürfen.

Die Maßnahmen treten nach Medienberichten an diesem Freitagnachmittag in Kraft. Ab Freitag kommender Woche sollen auch die Strände gesperrt werden.

Regierungschef Benjamin Netanyahu und Verteidigungsminister Benny Gantz wollten demnach erst am Wochenende über mögliche Schließungen von Schulen und Lehranstalten beraten.

Israel führt eine Reihe von Schutzmaßnahmen wieder ein

Israel führt eine Reihe von Schutzmaßnahmen wieder ein

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Oded Balilty/ AP

Mexiko: Über 324.000 Infizierte und mehr als 37.500 Todesfälle

3.05 Uhr: Das mexikanische Gesundheitsministerium hat innerhalb eines Tages 6406 Neuinfektionen und 668 weitere Todesfälle bestätigt. Insgesamt sind in Mexiko nach offiziellen Angaben 324.041 Menschen mit dem Virus infiziert und 37.574 Personen an den Folgen von Covid-19 gestorben. Die Regierung in Mexiko-Stadt geht davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Erkrankten wahrscheinlich deutlich höher liegt als die bestätigten Fälle.

Kanzleramtschef Helge Braun: Merkels Mann für den Höllenjob

2.45 Uhr: Er wollte nie im Fokus sein - nicht als Arzt, nicht als Politiker. Doch nun führt Kanzleramtschef Helge Braun den Kampf der Regierung gegen Corona an. Und wird bereits für höhere Aufgaben gehandelt.

Gouverneur über Trumps Krisenmanagement: "Es war hoffnungslos, auf ihn zu warten"

2.15 Uhr: Das Krisenmanagement von US-Präsident Donald Trump in der Corona-Pandemie gerät auch in seiner Republikanischen Partei in die Kritik. Der Gouverneur des Bundesstaats Maryland, Larry Hogan, warf Trump in einem Gastbeitrag in der "Washington Post"  vor, nicht schnell genug auf die Bedrohung reagiert zu haben. "So viele landesweite Maßnahmen hätten in diesen frühen Tagen ergriffen werden können, wurden sie aber nicht", schrieb Logan. "Statt seinen eigenen Gesundheitsexperten zuzuhören, redete und twitterte der Präsident wie ein Mann, dem es mehr um die Ankurbelung des Aktienmarktes oder seine Wiederwahlpläne ging."

Morgan Freeman, Ellen Pompeo und Robert de Niro rufen zum Tragen von Masken auf

2.00 Uhr: Mit einer TV- und Videokampagne versuchen Hollywoodstars, US-Bürger zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes zu bewegen. "Wenn Sie eine Maske tragen, haben Sie meinen Respekt", sagt beispielsweise Schauspieler Morgan Freeman in den von Oscarpreisträgerin Kathryn Bigelow gedrehten halbminütigen TV-Spots. Auch Robert de Niro, Jamie Foxx, Ellen Pompeo und Rosie Perez beteiligen sich an der von New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo ins Leben gerufenen Kampagne.

Die USA sind das weltweit am stärksten von der Coronavirus-Pandemie betroffene Land. Mehr als 3,5 Millionen Menschen haben sich mit dem neuartigen Virus infiziert, mehr als 137.000 Infizierte starben. US-Präsident Donald Trump hat die Gefahr durch das Coronavirus lange kleingeredet und verzichtet weitestgehend auf das Tragen einer Maske.

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Gouverneur des US-Bundesstaats Georgia will Maskenpflicht verhindern

1.45 Uhr: Der Gouverneur des US-Bundesstaats Georgia, Brian Kemp, hat gegen eine von der Großstadt Atlanta verordnete Maskenpflicht geklagt. Bürgermeisterin Keisha Lance Bottoms habe mit der entsprechenden Verordnung zur Eindämmung des Coronavirus ihre Kompetenzen überschritten, argumentierte der Gouverneur in einer am Donnerstag eingereichten Klage. Der Republikaner Kemp hatte am Mittwoch trotz der sich ausbreitenden Corona-Pandemie eine Verordnung unterzeichnet, die es Kommunen und Bezirken verbietet, eine Maskenpflicht einzuführen.

Die demokratische Bürgermeisterin Bottoms erklärte über Twitter, anstatt sich vor Gericht zu streiten, wäre es besser, die Steuergelder einzusetzen, um mehr Corona-Tests und das Nachverfolgen von Kontakten zu ermöglichen. Kemp wiederum erklärte, seine Klage richte sich gegen "desaströse Maßnahmen, die das Leben und die Lebensgrundlage unserer Bürger bedrohen". Gleichzeitig empfiehlt Kemp, Masken zu tragen, wenn der nötige Sicherheitsabstand zur Vermeidung von Infektionen nicht eingehalten werden kann.

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In dem Bundesstaat gibt es bislang mehr als 130.000 nachgewiesene Corona-Infektionen und rund 3100 Todesfälle. Am Donnerstag etwa meldeten die Behörden dort gut 3400 Neuinfektionen.

USA verlängern Kreuzfahrtverbot bis Ende September

1.30 Uhr: Angesichts steigender Corona-Neuinfektionen in den Vereinigten Staaten bleiben Kreuzfahrten von US-Häfen aus noch länger verboten. Die Gesundheitsbehörde CDC verlängerte ihre "No Sail Order"  am Donnerstag bis Ende September. Als Grund gibt die Behörde die beispiellose Covid-19-Pandemie und das hohe Risiko von Virusausbrüchen auf Kreuzfahrten an. Die Branche war durch massenhafte Infektionen an Bord einiger Schiffe schon früh negativ in die Schlagzeilen geraten. Der Verband CLIA, in dem alle großen Anbieter vertreten sind, hatte im Juni angekündigt, dass die Branche ihre pandemiebedingte Auszeit freiwillig bis Mitte September verlängert.

Kreuzfahrtschiff vor der Golden Gate Bridge in San Francisco (Archivbild)

Kreuzfahrtschiff vor der Golden Gate Bridge in San Francisco (Archivbild)

Foto: Scott Strazzante/ dpa

US-Studie: Hydroxychloroquin offenbar ineffektiv gegen Covid-19

0.45 Uhr: Das Malaria-Medikament Hydroxychloroquin ist offenbar wirkungslos gegen eine milde Ausprägung der Lungenkrankheit Covid-19. Zu dem Schluss kommen Forscher der Universität Minnesota in einer Studie mit Patienten, die milde Symptome aufwiesen.

Etwa 24 Prozent der Patienten, denen in der Studie Hydroxychloroquin verabreicht worden sei, hätten über einen Zeitraum von 14 Tagen anhaltende Symptome gehabt. Von der Gruppe, die ein Placebo erhielt, hatten 30 Prozent der Patienten über denselben Zeitraum anhaltende Symptome. Der Unterschied sei statistisch nicht signifikant, sagten die Forscher. Insgesamt nahmen 491 Menschen an der Studie teil.

Die Studie "liefert starke Belege dafür, dass Hydroxychloroquin bei Patienten mit leichter Erkrankung keinen Nutzen bringt", sagte Neil Schluger vom New York Medical College in einem Kommentar zur Studie. Bereits im April hatte eine Studie an der Wirkung von Hydroxychloroquin gegen das Coronavirus gezweifelt.

US-Präsident Donald Trump hatte das Medikament im März noch angepriesen. In Kombination mit einem Antibiotikum könne es ein Wendepunkt in der Coronakrise sein, hatte er gesagt. Belege fanden sich für die Behauptung nicht. Später sagte Trump, er habe die Medikamente präventiv eingenommen, nachdem bei zwei Personen, die im Weißen Haus arbeiteten, Covid-19 diagnostiziert worden sei.

Mehr als zwei Millionen Corona-Infizierte in Brasilien

0.35 Uhr: Mehr als zwei Millionen Menschen haben sich in Brasilien seit Beginn der Pandemie nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Das ging aus den Daten des Gesundheitsministeriums in Brasília am Donnerstag hervor. Im größten und bevölkerungsreichsten Land Lateinamerikas starben bisher über 76.000 Menschen in Verbindung mit der Lungenkrankheit Covid-19. Nur in den USA wurden bislang mehr Infektionen und Tote verzeichnet.

Die tatsächlichen Zahlen in Brasilien dürften noch weit höher liegen, auch weil das Land sehr wenig testet. Wissenschaftliche Studien und Schätzungen von Organisationen legen nahe, dass sich mindestens siebenmal so viele Menschen infiziert haben wie bislang bekannt und doppelt so viele wie erfasst gestorben sind. Brasilien hat 210 Millionen Einwohner und ist 24 Mal so groß wie Deutschland.

Präsident Jair Bolsonaro, der sich nach eigener Aussage selbst infiziert hat, hatte das Coronavirus als "kleine Grippe" verharmlost und wollte keine Maßnahmen zur Eindämmung treffen. Nachdem Gouverneure und Bürgermeister Einschränkungen erlassen hatten, wurden diese vielerorts inzwischen wieder gelockert. So erlaubte etwa Rio de Janeiros Bürgermeister Marcelo Crivella am Donnerstag die Wiedereröffnung touristischer Attraktionen und die Wiederaufnahme von Mannschaftssportarten am Strand von Freitag an.

New York verschärft Restaurant-Regeln

0.30 Uhr: Aus Sorge vor einer erneuten Corona-Welle in der Millionenmetropole New York verschärft der Staat nun die Regeln für Restaurants. Gouverneur Andrew Cuomo erließ neue Vorschriften, nach denen Restaurants und Bars im Staat "nur Leuten Alkohol servieren dürfen, die auch Essen bestellen", wie es in einer Mitteilung hieß . Auch dürften alkoholische Getränke nur sitzenden Gästen verkauft werden, die sich im Mindestabstand zu anderen Gästen befänden.

Corona-Boom bei Netflix ebbt ab - Anleger enttäuscht

0.15 Uhr: Beim Online-Videodienst Netflix lässt der Corona-bedingte Kundenzustrom nach. Im zweiten Quartal kamen 10,1 Millionen Bezahlabos dazu, wie der Streaming-Marktführer am Donnerstag nach US-Börsenschluss mitteilte. Damit übertraf Netflix zwar seine eigene Prognose, dennoch kamen die Zahlen an der Wall Street schlecht an. Anleger reagierten enttäuscht, zumal auch der Ausblick auf das laufende Vierteljahr nicht überzeugen konnte. Die Aktie stürzte nachbörslich zunächst um mehr als zehn Prozent ab.

Im Vorquartal hatten die Coronakrise und Serienhits wie "Tiger King" dem Videodienst einen Boom mit 15,8 Millionen neuen Kunden beschert. Nun flachte das Wachstum jedoch deutlich ab, auch weil die ganz großen Blockbuster-Produktionen diesmal fehlten. Dabei stiegen die Erlöse im Jahresvergleich um starke 25 Prozent auf 6,2 Milliarden Dollar und der Gewinn um weit mehr als das Doppelte auf 720 Millionen Dollar. Ende Juni brachte es Netflix weltweit insgesamt auf knapp 193 Millionen bezahlte Mitgliedschaften.

höh/ptz/mes/sak/dpa/Reuters/AFP/AP
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