News im Überblick Das waren die wichtigsten Entwicklungen zum Coronavirus am Freitag

Ein Uno-Aufruf zur Waffenruhe in Krisenregionen scheiterte am Einspruch der Vetomacht USA. In Madrid und Barcelona werden die Corona-Maßnahmen länger aufrechterhalten als in anderen Regionen. Der Tag im Überblick.
Eine Uno-Flagge im Gebäude der Vereinten Nationen in New York

Eine Uno-Flagge im Gebäude der Vereinten Nationen in New York

Foto: ERIC THAYER/ REUTERS

Dieser Artikel wird laufend aktualisiert.

Nichts mehr verpassen: Für die neuesten Entwicklungen und wichtigsten Hintergründe abonnieren Sie unseren Coronavirus-Newsletter.

533 Mitarbeiter eines Werkes in Ghana positiv getestet

23.56 Uhr: In Ghana wurden mehr als 500 Mitarbeiter eines Werks positiv getestet. Bei 533 der 1500 dort Beschäftigten habe der Covid-19-Test angeschlagen, teilen die Gesundheitsbehörden mit. Um welches Werk es sich handelt, blieb offen. Insgesamt sei die Zahl der positiv Getesteten auf 4012 gestiegen, nach 3091 am Vortag. Das ist ein Plus von knapp 30 Prozent binnen 24 Stunden. Ghana hat die höchste Zahl an Coronafällen in Westafrika, ist aber auch das Land mit den meisten Tests in der Region.

Statistik liefert Hinweis auf leicht erhöhte Sterblichkeit in Deutschland

22.36 Uhr: In Deutschland sind bis Mitte April offenbar etwas mehr Menschen gestorben als zu erwarten gewesen wäre. Besonders deutlich ist der Effekt regional zu erkennen - und bei Menschen über 80.

Spanische Liga beendet - Barça-Frauen Meister

22.15 Uhr: Nachdem der spanische Fußballverband die heimische Liga beendet hat, ist das Frauenteam des FC Barcelona zum Meister erklärt worden. Zum Zeitpunkt des Saisonabbruchs lagen sie neun Punkte vor Atlético Madrid. Diese beiden Teams werden auch in der kommenden Champions-League-Saison antreten. Absteiger wird es nicht geben, die Liga wird von 16 auf 18 Klubs aufgestockt.

Bei den Männern will man die Saison in den beiden höchsten Spielklassen zu Ende bringen. Im Juni soll es weitergehen, die ersten Mannschaften sind heute nach zweimonatiger Pause ins Individualtraining zurückgekehrt.

Tatsächliche US-Arbeitslosenzahl wohl um 7,5 Millionen höher

21.15 Uhr: Das US-Arbeitsministerium hat für April eine Arbeitslosenquote von 14,7 Prozent gemeldet. Tatsächlich ist die Zahl während der Coronavirus-Pandemie wohl wesentlich höher. Grund ist ein Problem bei der Datenerhebung.

USA blockieren Uno-Resolution zur Coronavirus-Pandemie

20.45 Uhr: Die USA haben im Uno-Sicherheitsrat eine Resolution zum Coronavirus verhindert - womöglich wegen einer indirekten Erwähnung der Weltgesundheitsorganisation WHO in dem Dokument. Die Vetomacht blockierte am Freitag eine Prozedur, die den Weg für eine Abstimmung über den Resolutionstext freigemacht hätte. "Die Vereinigten Staaten können den derzeitigen Entwurf nicht unterstützen", erklärte die US-Vertretung ohne jede Begründung.

In dem von Frankreich und Tunesien vorgelegten Text wird zu Waffenruhen in allen Konfliktgebieten weltweit aufgerufen, um den Kampf gegen das Coronavirus zu erleichtern. Außerdem wird zu einer Unterstützung aller an der Eindämmung der Pandemie beteiligten Uno-Organisationen aufgerufen, einschließlich aller Uno-Gesundheitsorganisationen. Das würde die Weltgesundheitsorganisation einschließen, auch wenn die WHO nicht namentlich genannt wird.

Diplomaten zufolge stößt der Resolutionstext deswegen auf den Widerstand der USA: US-Präsident Donald Trump hat der WHO in der Coronavirus-Pandemie schweres Fehlversagen und eine zu große Nähe zu China vorgeworfen. Der Präsident legte deswegen die US-Zahlungen an die WHO auf Eis, was international auf scharfe Kritik stieß. Die allgemeine Formulierung zu Uno-Organisationen war eigentlich ein Kompromiss, mit dem die USA zu einer Unterstützung der Resolution gebracht werden sollten.

Corona-Infektionen in weiterem Fleischbetrieb in NRW

20.20 Uhr: In Nordrhein-Westfalen gibt es in einem weiteren fleischverarbeitenden Betrieb eine hohe Zahl von Corona-Infektionen. In Oer-Erkenschwick (Kreis Recklinghausen) hätten sich in einem Schwesterbetrieb des Coesfelder Werks 33 von 1250 Mitarbeitern mit dem Virus angesteckt, teilte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) mit.

Im Kreis Coesfeld ist die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern nach Laumanns Angaben auf 66 im Schnitt der vergangenen sieben Tage gestiegen. In dem dortigen Betrieb seien mit steigender Tendenz bislang 134 Infizierte festgestellt worden. In dem Werk gebe es 1200 Beschäftigte.

Außer dem Kreis Coesfeld liegen nach Laumanns Angaben derzeit alle anderen Kreise und kreisfreien Städte in Nordrhein-Westfalen deutlich unter dem Grenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner, der für neue Beschränkungen in der Coronakrise vereinbart worden ist.

Mitarbeiter von US-Vizepräsident Pence infiziert

20.10 Uhr: Nach einem Mitarbeiter von US-Präsident Donald Trump ist nun auch ein Mitglied aus dem Team von Vizepräsident Mike Pence mit dem Coronavirus infiziert. Das teilte die Sprecherin des Weißen Hauses, Kayleigh McEnany, mit. Sie betonte zugleich, es gebe strenge Sicherheitsvorkehrungen in der Regierungszentrale.

Pence besuchte am Freitag den Bundesstaat Iowa. Auf dem Trip hieß es aus dem Büro des Vizepräsidenten nach Angaben von mitreisenden Journalisten, das Mitglied aus dem Team sei am Freitagmorgen positiv getestet worden und nicht auf dem Trip dabei gewesen. Aus Vorsicht seien jene Mitarbeiter, die mit dieser Person in Kontakt gewesen seien, kurzfristig von der Reise abgezogen worden. Pence und auch Trump hätten zuletzt keinen Kontakt zu der betroffenen Person gehabt. Pence habe erst am Freitagmorgen einen Coronavirus-Test gemacht.

Keine Lockdown-Lockerungen in Madrid und Barcelona

19.54 Uhr: Madrid und Barcelona werden von den Lockerungen des Lockdowns ausgeschlossen, die am Montag in Spanien in Kraft treten sollen. Damit dürfen beide Städte nicht in die sogenannte "Phase 1" des Deeskalationsplans eintreten. Mit knapp 65.000 Infektionsfällen und über 8500 Toten ist Madrid bei Weitem die von der Pandemie am schwersten getroffene Region Spaniens.

Die linke Regierungskoalition von Ministerpräsident Pedro Sánchez will Spanien mit einem Vier-Phasen-Plan bis Ende Juni zu einer "neuen Normalität" führen. Jede Etappe soll zwei Wochen dauern.

Die Regionen, die in "Phase 1" rücken, müssen niedrige Fallzahlen sowie ausreichend sanitäre Ressourcen nachweisen. Dort wird man ab Montag erstmals seit Inkrafttreten des Alarmzustands samt Ausgehsperre am 15. März wieder Verwandte und Freunde treffen dürfen. Bei Einhaltung der Sicherheitsregeln sind Zusammenkünfte von bis zu zehn Personen im Freien und auch zu Hause erlaubt. Gaststätten dürfen eingeschränkt öffnen, Gottesdienste dürfen mit einem Drittel der gewöhnlichen Teilnehmerzahl wieder stattfinden.

Berliner Klubs fordern Open-Air-Betrieb

19.17 Uhr: Nach den angekündigten Lockerungen der Corona-Maßnahmen setzt die Berliner Klublandschaft auf eine Öffnung ihrer Open-Air-Flächen. Nach dem Vorbild anderer Städte - wie beispielsweise Vilnius - fordere man auch für Berlin eine generelle Öffnung der Freiflächen bis 24.00 Uhr, teilte die Berliner Clubcommission mit.

Podcast Cover
__proto_kicker__
__proto_headline__

Das Musikprogramm solle allerdings bereits um 22.00 Uhr beendet werden. Die Ausnahme solle bis 15. Oktober befristet sein. Der Verband schlägt Regeln wie den Einlass mit Mund-Nasen-Bedeckung und über ein personalisiertes Online-Ticketsystem vor. Beim Betreten und Verlassen soll jeweils das Ticket gescannt werden, damit eine Nachverfolgung durch die Gesundheitsämter für 30 Tage möglich bleibt. "Für das Booking werden in erster Linie in Berlin lebende Künstler*innen bevorzugt."

Klubs, die nicht über geeignete Flächen verfügten, sollten bei den Straßen- und Grünflächenämtern im vereinfachten Verfahren Sondernutzungsgenehmigungen für geeignete Straßen oder Plätze erhalten, hieß es weiter. Die Berliner Clubs sehen ihre Existenz wegen der wochenlangen Schließung in der Coronakrise bedroht.

Mehr als 30.000 Corona-Tote in Italien

19.04 Uhr: Italien hat im Zuge der Corona-Pandemie mehr als 30.000 Tote gemeldet. Die Zahl stieg um etwa 240 auf 30.201 Opfer, teilte der Zivilschutz mit. Die Zahl der Neuinfektionen ist aber seit geraumer Zeit rückläufig. Insgesamt haben sich mittlerweile 217.185 Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Allerdings weisen Experten immer wieder darauf hin, dass die Dunkelziffer weit höher liegt. Auch deuten Sterbestatistiken darauf hin, dass es wesentlich mehr Tote gibt. Italien ist in der Krise nach Großbritannien in Europa das Land mit den meisten Todesopfern.

Autoproduktion in Mexiko kommt zum Erliegen

18.40 Uhr: Während der Coronakrise werden in Mexiko fast keine Autos mehr gebaut. Die Produktion von Pkw, Pick-ups und Vans fiel im April im Vergleich zum selben Monat des vergangenen Jahres um rund 98,8 Prozent, wie die Statistikbehörde des nordamerikanischen Landes am Freitag mitteilte. Nur noch 3722 Autos rollten demnach im April vom Band. Der Export - vornehmlich in das Nachbarland USA - sank im selben Zeitraum um 90,2 Prozent.

Mexiko ist der sechstgrößte Produzent und viertgrößte Exporteur von Autos der Welt. Der Autoverkauf an Verbraucher innerhalb des Landes brach im vergangenen Monat im Vergleich zu April 2019 um knapp 65 Prozent ein.

Corona-Tests in schleswig-holsteinischen Schlachtbetrieben

18.34 Uhr: Schleswig-Holstein reagiert auf Corona-Fälle in einem Schlachthof und lässt die Belegschaften aller großen Betriebe im Land testen. Sollten die Beschäftigten in Werkswohnungen oder ähnlichen privaten Gemeinschaftsunterkünften leben und dort weitere nicht im Schlachthof angestellte Personen wohnen, seien diese ebenfalls zu testen, teilte das Gesundheitsministerium mit. Dem Landwirtschaftsministerium zufolge gibt es in Schleswig-Holstein derzeit etwa 50 Schlachtbetriebe, darunter sechs oder sieben größere wie der in Bad Bramstedt.

Zudem sind weitergehende Tests für Erntehelfer in Abstimmung mit den Gesundheitsämtern der Kreise und kreisfreien Städte in Vorbereitung. In einem Schlachthof in Bad Bramstedt (Kreis Segeberg) waren zuvor insgesamt 109 Beschäftigte positiv getestet worden. Ein Großteil der ausländischen Mitarbeiter wohnt in einer Gemeinschaftsunterkunft. Bereits seit Ausbruch der ersten Fälle stehe die Unterkunft unter Quarantäne, sagte eine Sprecherin des Kreises Steinburg.

"Alle Beteiligten müssen ihren Teil dazu beitragen, dass wir die eingeleiteten Lockerungen verantworten können. Schleswig-Holstein wird mit Nachdruck und Konsequenz die notwendigen Maßnahmen verfolgen", sagte Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP). Dazu gehörten Quarantänemaßnahmen, Kontaktverfolgung und umfangreiche Tests durch die Gesundheitsämter.

Fast zwei Millionen Menschen in Kanada verlieren Jobs

17.54 Uhr: Die Arbeitslosigkeit in Kanada ist in der Coronakrise erneut sprunghaft angestiegen. Im April habe die Rekordzahl von fast zwei Millionen Menschen ihre Jobs verloren, teilte die Statistikbehörde des nordamerikanischen Landes am Freitag mit. Im März waren bereits etwas mehr als eine Million Menschen arbeitslos geworden. Damit stieg die Arbeitslosenquote in dem geografisch zweitgrößten Land der Erde von 7,8 Prozent im März auf 13 Prozent. Seit Aufzeichnung der Daten 1976 hatte diese Quote nur einmal höher gelegen - im Dezember 1982 lag sie bei 13,1 Prozent.

Auch in Kanada gelten wegen der Pandemie strenge Ausgangsbeschränkungen, die sich auf den Arbeitsmarkt auswirken. Rund 65.000 Menschen haben sich in dem Land bislang mit dem Coronavirus angesteckt, mehr als 4400 sind daran gestorben.

EU empfiehlt Verlängerung von Einreisestopp nach Europa bis Mitte Juni

17.49 Uhr: Die Einreisebeschränkungen in die EU sollen wegen der Coronakrise um weitere 30 Tage bis zum 15. Juni verlängert werden. So lautet die Empfehlung der EU-Kommission zur Eindämmung der Pandemie. Lesen Sie hier mehr.

Sanitäter der Bundeswehr unterstützen Kreis Greiz

17.36 Uhr: Im Kampf gegen die Corona-Pandemie erhält der Kreis Greiz Hilfe von der Bundeswehr. Ab Dienstag werden sechs Sanitäter die mobilen Abstrichteams im Landkreis unterstützen, um geplante Wiederholungstests abzusichern, wie das Landratsamt am Freitag mitteilte. Derweil stieg die Zahl der bestätigten Infektionen bis Freitagnachmittag nur leicht um drei auf 522. 218 Infizierte gelten den Angaben nach inzwischen als genesen. Zugleich meldete die Behörde zwei weitere Todesfälle in Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Diese Zahl stieg damit seit Ausbruch der Pandemie auf 36.

Der Ostthüringer Landkreis mit rund 98.000 Einwohnern hat derzeit bundesweit die höchste Quote an neuen Corona-Nachweisen innerhalb einer Woche. Er grenzt an Sachsen und Sachsen-Anhalt. Der Krisenstab will am Montag über weitere Maßnahmen zur Eindämmung entscheiden. Der Fokus liegt nach Angaben des Landratsamtes weiter auf Pflegeheimen. In sechs solcher Einrichtungen und einer Geriatrie-Klinik wurde zuletzt das Coronavirus bei Bewohnern oder Personal nachgewiesen.

Studie: Covid-19 führt häufig zu Thrombosen und Lungenembolien

17.12 Uhr: Das Coronavirus führt einer Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf  (UKE) zufolge bei überraschend vielen Erkrankten zu Thrombosen und letztlich zu tödlichen Lungenembolien. So seien bei der Obduktion von zwölf an der neuartigen Lungenkrankheit gestorbenen Menschen in sieben Fällen Thrombosen und in vier Fällen Lungenembolien festgestellt worden, sagte der Oberarzt des Instituts für Rechtsmedizin, Jan Sperhake, am Freitag in Hamburg. Dieser Befund sei inzwischen durch insgesamt 192 rechtsmedizinische Untersuchungen am UKE bestätigt worden.

"Was uns verblüfft hatte war, dass wir schon nach wenigen Todesfällen doch viele Patienten hatten mit Thrombosen, das heißt Gerinnselbildung in den unteren Extremitäten", sagte Sperhake. Diese bergen nach seinen Angaben ein erhebliches Risiko. Denn wenn sich diese Gerinnsel loslösten, landeten sie in der rechten Herzkammer und würden von dort in die Lunge verteilt. Das Ergebnis: eine tödliche Lungenembolie. Dass in die Studie nur vergleichsweise wenig Obduktionen eingingen, sei auch dem Zeitfaktor geschuldet, sagte Sperhake.

Für das UKE selbst bedeuten die Erkenntnisse aus den Obduktionen auch eine veränderte Behandlung von Covid-19-Patienten. "Wir haben jetzt die Möglichkeit, einen Teil der Patienten zu behandeln mit Blutverdünnern. Und das sollten wir auch tun", sagte der Direktor der Klinik für Intensivmedizin, Stefan Kluge. Generell sollten alle Covid-19-Patienten entsprechend behandelt werden. Kluge schränkte jedoch ein, dass die häufigste Todesursache bei Covid-19 nach wie vor die Lungenentzündung selbst sei.

Unabhängig von der Studie des UKE hatten Ärzte beobachtet, dass schwer kranke Covid-19-Patienten häufiger Blutgerinnsel haben:

In NRW werden auch Unterkünfte von Erntehelfern kontrolliert

17.02 Uhr: Angesichts zahlreicher Corona-Infektionen bei Arbeitern eines Fleischbetriebs in Coesfeld sollen in Nordrhein-Westfalen auch die Unterkünfte von Erntehelfern kontrolliert werden. Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) erklärte am Freitag, man werde sich die Unterbringung von Saisonarbeitnehmern "genauer ansehen".

Seit April dürfen ausländische Erntehelfer unter strengen Regeln in Deutschland arbeiten. So müssen sich in NRW die Unterkünfte auf dem Betriebsgelände der Landwirte befinden und dürfen bisher 14 Tage lang nur halb belegt werden. Die Bedingungen müssten nach dem Ende der Quarantäne gleich bleiben, betonte die Gesundheitsministerin. Auch die Gesundheitsministerin Sachsen-Anhalts, Petra Grimm-Benne (SPD), hatte am Freitag angekündigt, Mitarbeiter von Schlachtbetrieben und auch Erntehelfer im Land testen lassen zu wollen.

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) hatte am Freitag an die Bundesländer appelliert, die Auflagen zur Einreise ausländischer Saisonarbeiter einzuhalten. Sie seien für Gesundheits- und Arbeitsschutz sowie für die Einhaltung der Corona-Regeln bei Unterbringung und Hygiene zuständig, sagte Klöckner zum Ende einer Agrarministerkonferenz. Nach dem Willen des Bundeslandwirtschaftsministeriums sollen die Länderminister zeitnah entsprechende "Lageberichte" vorlegen.

Lehren aus der Coronakrise: Die grüne Pausetaste

16.40 Uhr: Der Shutdown ist schlecht für die Wirtschaft und gut fürs Klima. Wissenschaftler bezweifeln aber, dass das Verhalten der Menschen dauerhaft klimafreundlicher wird. Lesen Sie hier mehr:

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Vorwürfe nach Corona-Ausbruch in Bremer Seniorenresidenz

16.12 Uhr: Im Bremer Stadtteil Osterholz ist es in einer Seniorenresidenz vermutlich auch wegen großer Hygienemängel zu einem schweren Ausbruch mit Coronavirus-Infektionen gekommen. Über die zwölf bereits erkrankten Bewohner und einen Mitarbeiter hinaus sei "eine hohe Anzahl an Folgefällen" zu erwarten, sagte Bremens Sozialsenatorin Anja Stahmann (Grüne). Stahmann erhob schwere Vorwürfe  gegen die Verantwortlichen der besonders von Demenzkranken bewohnte Einrichtung.

Die Staatsanwaltschaft prüfe, ob die Versäumnisse so gravierend seien, dass ein Ermittlungsverfahren eingeleitet werden müsse, sagte sie. Die Seniorenresidenz sei unter Quarantäne gestellt worden. Der Sozialsenatorin zufolge ließ die Einrichtungsleitung über das lange Maiwochenende hinweg mehrere Tage verstreichen, bevor sie Betroffene mit Symptomen den Behörden meldete.

Obwohl die zuständige Behörde die Einrichtung bereits Anfang April präventiv beraten habe, seien Mitarbeiter entgegen der Empfehlungen in der gesamten Einrichtung statt in begrenzten Wohnbereichen eingesetzt worden. Außerdem hielten sich die Bewohner im gesamten Haus und Garten auf. Zwei Ärzte bekamen dem Senat zufolge am Donnerstag "einen extrem schlechten Eindruck von der hygienischen Situation in der Einrichtung, teilweise auch vom Zustand der Bewohner."

Corona-Lockerungen in NRW-Landkreis Coesfeld um eine Woche verschoben

15.47 Uhr: Nach dem gehäuften Auftreten von Coronavirus-Infektionen im Landkreis Coesfeld hat das Land Nordrhein-Westfalen die landesweit geplanten Lockerungen der Anti-Corona-Maßnahmen in dem Landkreis um eine Woche auf den 18. Mai verschoben. Davon ausgenommen seien die Schulen, die davon nicht betroffen seien, sagte Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann am Freitag in Düsseldorf. Gleichzeitig ordnete er die vorläufige Schließung des Schlachtbetriebs an, in dem die gehäuften Infektionen auftraten.

Ausbildung in Corona-Zeiten: Bund öffnet voreilig Polizeihochschule

15.25 Uhr: Die Auszubildenden an der Hochschule der Bundespolizei in Lübeck sollten schon vergangene Woche wieder mit praktischen Übungen starten. Nach SPIEGEL-Informationen musste der Bund jetzt zurückrudern. Lesen Sie hier mehr.

Fußball-Weltverband erlaubt vorübergehend fünf Auswechslungen

15.15 Uhr: Die Anzahl der Auswechslungen im Fußball wird durch die Coronakrise vorübergehend von drei auf fünf erhöht. Der International Football Association Board (Ifab) hat den Antrag des Weltverbandes FIFA bewilligt. "Diese sofortige vorübergehende Änderung wurde eingeführt, da ein dicht gedrängter Kalender und Spiele bei mitunter großer Hitze drohen, was sich beides auf das Wohl der Spieler auswirken könnte", hieß es am Freitag in Mitteilungen der FIFA und des Ifab, das über grundlegende Regeländerungen im Weltfußball zu entscheiden hat.

Das neue Wechselkontingent gilt zunächst nur für Wettbewerbe, die zum 31. Dezember 2020 abgeschlossen sein werden, unabhängig davon, ob sie bereits begonnen haben. Die Deutsche Fußball Liga kann die neue Regelung für die erste und zweite Bundesliga auch übernehmen, wenn die aktuelle Saison am 16. Mai fortgesetzt wird. Darüber solle kurzfristig entschieden werden, hatte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert am Donnerstag bereits gesagt. Ifab und FIFA wollen zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden, ob die veränderte Fassung von Regel 3 auch auf Wettbewerbe ausgeweitet werden sollte, die erst 2021 abgeschlossen werden.

Wie sich Covid-19 in Österreich ausgebreitet hat

15.00 Uhr: Österreichische Wissenschaftler haben rekonstruiert, wie sich das Coronavirus in der Alpenrepublik verbreitet hat. Die Daten könnten dabei helfen, eine zweite Welle zu verhindern - auch in Deutschland. Lesen Sie hier mehr.

Kitas in Sachsen öffnen bereits am 18. Mai für alle Kinder

14.40 Uhr: In Sachsen öffnen die Kindertageseinrichtungen bereits am 18. Mai wieder für alle Kinder. Der Rechtsanspruch auf Betreuung werde nicht länger eingeschränkt, teilte das Kultusministerium am Freitag in Dresden mit. Auch alle Grundschüler sollen ab dem 18. Mai wieder regelmäßig in die Schule. Für alle übrigen Schüler weiterführender Schulen soll dann zumindest ein zeitweiser Schulbesuch möglich sein.

Für die Wiedereröffnung der Kindertageseinrichtungen und Grundschulen gelten demnach strenge Regeln. Dabei fährt der Freistaat die Strategie, Klassen und Betreuungsgruppen strikt voneinander zu trennen, statt kleine Gruppen zu bilden und immer die Abstandsregeln einzuhalten. Das Konzept sei laut Kultusminister Christian Piwarz (CDU) gemeinsam mit Infektiologen und Kinderärzten der Kliniken in Dresden und Leipzig, Experten der kommunalen Spitzenverbände, freien Kitaträgern und dem Sozialministerium entwickelt worden.

Gerade für Eltern kleinerer Kinder sei die Zeit der Schließung von Kitas und Schulen enorm belastend, erklärte der Minister. "Für nicht wenige ist die Schmerzgrenze erreicht." Aber auch für die Kinder sei es "von elementarer Bedeutung, spielen, toben und lernen zu können". "Der Erwerb der grundlegenden Kulturtechniken ist weder im Selbststudium möglich, noch kann diese Aufgabe den Eltern übertragen werden", begründete Piwarz die Wiederöffnung der Kitas und Schulen.

USA melden höchste Arbeitslosenquote seit Großer Depression

14.36 Uhr: In den USA haben infolge der Coronakrise so viele Menschen ihre Jobs verloren wie seit Jahrzehnten nicht. Die Arbeitslosenquote ist auf 14,7 Prozent gestiegen. Lesen Sie hier mehr.

Personalmangel erschwert Kampf gegen Corona-Falschinformationen

14.11 Uhr: Die großen Netzwerke werden mit falschen und teils gefährlichen Corona-Inhalten geflutet. Doch die Plattformen haben ein Problem: Ihre Moderatoren sind im Homeoffice und arbeiten nur eingeschränkt. Lesen Sie hier mehr.

Neuer Corona-Brennpunkt: Auch Landkreis im Norden über Obergrenze

13.54 Uhr: In Schleswig-Holstein hat jetzt ein Landkreis die von Bund und Ländern festgelegte Obergrenze neuer Corona-Infektionen gerissen. Mit 87 bestätigten Infektionen liegt der Kreis Steinburg über dem Grenzwert von 50 Neuinfizierten je 100.000 Einwohnern innerhalb einer Woche. Das geht laut Deutscher Presse-Agentur aus Angaben des Kreises von Freitag hervor. Der Landkreis hat 131.000 Einwohner, der Wert liegt den Angaben zufolge damit bei 66 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner. Insgesamt gab es dort bislang 164 bestätigte Covid-19-Fälle. Drei Menschen starben. 74 sind wieder gesund.

Zu notwendigen Maßnahmen könnten noch keine Angaben gemacht werden, sagte eine Sprecherin des Kreises. Es gebe noch keine entsprechende Verordnung des Landesgesundheitsministeriums. Die meisten Infizierten sind Beschäftigte eines Schlachthofs in Bad Bramstedt (Kreis Segeberg). Dort gab es bis Donnerstag 109 Infektionen unter Werkvertragsarbeitern, die auf dem Gelände einer Kaserne in einer Gemeinschaftsunterkunft untergebracht sind. Der SPIEGEL hatte zuvor über das Thema berichtet.

Überschritten ist die festgelegte Grenze bisher auch im Landkreis Greiz in Thüringen und im nordrhein-westfälischen Kreis Coesfeld. Bund und Länder hatten sich am Mittwoch auf weitreichende Lockerungen der Corona-Auflagen verständigt, zugleich aber eine Obergrenze festgelegt, bei deren Überschreitung wieder strikte Beschränkungen zur Eindämmung der Pandemie vorgesehen sind.

Grüne fordern gesetzliche Regelung für Corona-App

13.21 Uhr: Die Grünen fordern eine gesetzliche Regelung für die geplante Corona-Warn-App. Das sei "dringend notwendig, um Transparenz zu erhöhen und für die notwendige Rechtsklarheit zu sorgen", sagte der stellvertretende Fraktionschef Konstantin von Notz der Deutschen Presse-Agentur. Die Grünen brachten einen entsprechenden Antrag im Bundestag ein.

Die Bundesregierung plante bisher keine eigene gesetzliche Grundlage für die App, wie aus einer Antwort von Donnerstag auf eine Anfrage des Grünen-Abgeordneten hervorgeht. Dort heißt es, dies erscheine nicht notwendig, da die App geltendes Recht unter anderem bei Datenschutz und Informationssicherheit einhalten müsse. "Es bedarf auch keiner wie auch immer gesetzlich verankerten Absichtserklärung, die eine freiwillige Nutzung betont."

Notz hingegen ist der Ansicht, dass eine eigene gesetzliche Regelung für die App für mehr Vertrauen nötig sei. Die Bundesregierung habe durch zunächst intransparentes Vorgehen "dringend benötigtes Vertrauen unnötig verspielt", sagte er. Die Corona-App soll helfen, Ansteckungen nachzuverfolgen, nachdem die Ausgehbeschränkungen gelockert wurden. Die deutsche Anwendung soll federführend von dem Software-Konzern SAP und der Deutschen Telekom entwickelt werden. Sie soll ab Mitte Juni einsetzbar sein.

Mehr als 600 Corona-Fälle in Schlachtereien

12.52 Uhr: In der deutschen Fleischproduktion grassiert nach SPIEGEL-Informationen das Coronavirus unter den Beschäftigten. In Nordrhein-Westfalen sollen jetzt alle Arbeiter von Schlachthöfen getestet werden. Mehr dazu:

Kindern aus sozial schwächeren Familien fehlen digitale Geräte

12.46 Uhr: Das Lernen zu Hause fällt besonders Schülern aus sozial schwächeren Familien schwer - unter anderem, weil sie nicht genügend technische Geräte besitzen, wie eine Studie zeigt. Lesen Sie hier mehr.

Podcast Cover
__proto_kicker__

Österreich geht von Grenzöffnung zu Deutschland "vor dem Sommer" aus

12.33 Uhr: Gute Nachrichten für Österreich-Reisende und Pendler: Bald können nach Einschätzung von Kanzler Kurz die Grenzen zu Deutschland geöffnet werden. Jens Spahn plädiert indes für eine europäische Koordination. Lesen Sie hier mehr.

Apple macht seine Shops ab Montag wieder auf - am Eingang wird die Temperatur gemessen

12.25 Uhr: Apple macht ab Montag nach einer Corona-bedingten Auszeit seine rund 500 Geschäfte in Deutschland mit Vorsichtsmaßnahmen und verkürzten Öffnungszeiten wieder auf. Bei Kunden soll am Eingang die Temperatur gemessen werden, und sie müssen Gesichtsmasken tragen, wie der Konzern am Freitag ankündigte. Wer keine Mund-Nase-Bedeckung dabeihat, bekomme eine gestellt. Da nur eine eingeschränkte Kundenzahl den Laden betreten darf, um den Sicherheitsabstand von zwei Metern einzuhalten, könne es zu Wartezeiten kommen, warnte Apple und empfahl, weiterhin online einzukaufen.

Die Läden sollen von 11 bis 18 Uhr öffnen, im Fokus werde die Beratung von Kunden mit technischen Problemen stehen, für die sie sich online anmelden könnten. Bisher wurden Geschäfte in China, Südkorea, Australien und Österreich wieder geöffnet.

In allen NRW-Schlachtbetrieben werden Mitarbeiter auf Corona getestet

12.08 Uhr: Nach dem Corona-Ausbruch unter den Beschäftigten einer fleischverarbeitenden Firma in Coesfeld sollen die Mitarbeiter aller Schlachtbetriebe in Nordrhein-Westfalen auf das Virus getestet werden. Das teilte Regierungssprecher Christian Wiermer am Freitag mit.

Das Coronavirus hatte sich in dem Coesfelder Betrieb der Firma Westfleisch ausgebreitet. 129 Infizierte waren am Donnerstag nach Angaben des Kreises erfasst worden. Von ihnen seien 13 ins Krankenhaus gekommen. Nach Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) ist in Coesfeld der Grenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche überschritten worden. Er lag am Freitag (Stand: 0.00 Uhr) bei 52,7.

Die Landesregierung nehme die Lage "sehr ernst", sagte der Sprecher. Deshalb habe das NRW-Gesundheitsministerium bereits am Donnerstagabend die Bezirksregierungen angewiesen, unverzüglich alle Beschäftigten von Schlachtbetrieben im Land testen zu lassen. Insbesondere müssten Mitarbeiter getestet werden, die mit einem Werkvertrag beschäftigt seien. Zu den Maßnahmen gehöre auch die Kontrolle ihrer Unterkünfte, sagte Wiermer weiter. Bei hygienischen Defiziten müssten Auflagen zur Nachbesserung erteilt werden.

Ein Westfleisch-Sprecher hatte am Donnerstagabend erklärt, die Krankheitsverläufe seien vergleichsweise mild. Alle Infizierten, die nicht im Krankenhaus liegen, und ihre Kontaktpersonen befänden sich in häuslicher Quarantäne. Am Werkstor werde kontaktlos Fieber gemessen, die Produktion im Betrieb sei nicht eingestellt worden. Sie laufe in reduziertem Umfang weiter.

Ab Juni dürfen alle Kinder in NRW tageweise wieder in die Kita

12.05 Uhr: In NRW sollen die Kindergärten stufenweise weiter geöffnet werden. Am kommenden Donnerstag sollen zunächst Vorschulkinder mit besonderem Förderbedarf in die Kitas zurückkehren. Auch Tagespflege für Kinder ab zwei Jahren ist dann wieder erlaubt, wie Familienminister Joachim Stamp (FDP) am Freitag in Düsseldorf ankündigte. Ab dem 28. Mai sollen alle Vorschulkinder wieder in die Kindergärten kommen. Im Juni sollen die Einrichtungen für sämtliche Kinder geöffnet werden - vor den Sommerferien insgesamt für wenigstens zwei Tage, falls möglich. Einen eingeschränkten Regelbetrieb wird es Stamp zufolge erst im September geben.

Für die erste Stufe ab Donnerstag sollen neben Vorschulkindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf auch alle Kinder mit Behinderungen wieder Zugang zu Kitas in NRW. Auch von Eltern privat organisierte Betreuung wird erlaubt. Dort solle aber - wie bei allen Betreuungsformen - besonders auf die Kontakte der Kinder geachtet werden. In einer zweiten und dritten Stufe kommen dann weitere Kinder in die Tagesstätten. Allen solle möglich gemacht werden, vor den Sommerferien wenigstens noch einmal kurz in die Kita zu kommen, erklärte Stamp. Die bisherige Notbetreuung in den Kitas bleibe bestehen, sagte der Minister.

Noch nicht entschieden sei, ob Eltern für den kommenden Monat wieder Gebühren zahlen müssen, dies hänge davon ab, welche Betreuungsangebote im Juni wieder möglich seien. Stamp kündigte zudem eine eigene wissenschaftliche Studie zu Corona-Infektionen bei Kita-Kindern an. Mehrere Tausend Kinder sollten über einen bestimmten Zeitraum kontinuierlich auf das Coronavirus getestet werden.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Textes hatten wir geschrieben, die Einrichtungen würden im Juni für alle Kinder für zwei Tage pro Woche geöffnet, tatsächlich ist dies für insgesamt zwei Tage vor den Sommerferien der Fall.

Lehrer in Sachsen können sich auf Corona testen lassen

12.00 Uhr: Corona-Tests für das gesamte pädagogische Personal an Schulen: Lehrkräfte in Sachsen können sich ab Juni auf Landeskosten testen lassen. Das Programm könnte auch auf Kitas ausgeweitet werden. Lesen Sie hier mehr.

Kreative Firmen in der Coronakrise: Die Smart-ups

11.45 Uhr: Die Krise trifft Deutschlands Wirtschaft auf breiter Front. Tausende Unternehmen haben keine Aufträge mehr. Einige Firmen entwickeln nun mit Kreativität und Mut neue Produkte für die Corona-Zeit. Lesen Sie hier mehr.

Walter-Borjans hält Fortsetzung der Bundesliga am 16. Mai für verfrüht

11.35 Uhr: SPD-Chef Norbert Walter-Borjans hat den Starttermin für die Fortsetzung der Fußball-Bundesligasaison kritisiert. Der 67-Jährige hält den 16. Mai für verfrüht. "Wenn bei uns die Pandemie und die Infektionswelle wieder ausbricht, haben wir alles verloren, was wir vorher mit viel Disziplin, viel Eigenverantwortung der Menschen erreicht haben", sagte Walter-Borjans der "Bild" . "Ich hätte später angefangen, es den Menschen aber auf Dauer nicht vorenthalten", sagte er. Laut der Zeitung hätte der Neubeginn aus Sicht von Walter-Borjans am 22. oder 29. Mai erfolgen können.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten hatten mit ihrer Erlaubnis für die Wiederaufnahme des Spielbetriebs während der Coronakrise den Weg frei gemacht.

Wegen Homeoffice in Coronakrise: Dropbox verzeichnet ersten Quartalsgewinn

11.34 Uhr: Weltweit arbeiten Firmen aufgrund der Coronakrise von zu Hause - das beschert dem kalifornischen Onlinespeicherdienst Dropbox nun seinen ersten Quartalsgewinn. Lesen Sie hier mehr.

Südtirol lockert viele Corona-Verbote im Alleingang

11.11 Uhr: Die italienische Provinz Südtirol öffnet die in der Coronakrise geschlossenen Lokale und Geschäfte schneller als von der italienischen Regierung geplant. Der gesamte Einzelhandel soll fortan wieder öffnen dürfen. Am Montag dürfen Bars, Restaurants, Friseure, Museen und vieles mehr folgen. Diesen Beschluss fasste die Landesregierung in Bozen in der Nacht zum Freitag. Nach zwei Monaten der Corona-Sperren machen derzeit zahlreiche Regionen in Italien Druck auf Rom, um die Aufhebung der Beschränkungen zu beschleunigen. Auch alle Südtiroler Betrieb von Industrie und Handwerk dürften ihre Tätigkeit wieder aufnehmen, hieß es. Ab dem 25. Mai könnten Hotels und Seilbahnanlagen loslegen.

Die Landesregierung in dem bei Touristen beliebten Südtirol berief sich auf ihre Kompetenzen als autonome Provinz. "Nachdem Rom dem wochenlangen Drängen für regionale Handlungsspielräume nicht Gehör gegeben hat, haben wir uns für einen eigenen gesetzgeberischen Weg aus der Coronakrise entschieden", erläuterte Landeshauptmann Arno Kompatscher.

Die Regierung von Ministerpräsident Giuseppe Conte hatte Ende April ihren Plan vorgelegt, nach dem Lokale und Friseure ab 1. Juni wieder öffnen sollen. Für große Teile des Einzelhandels ist der 18. Mai vorgesehen. Fahrten in andere Regionen sind weitgehend verboten. Am Donnerstag hatten viele der 20 Regionen Vorschläge für mehr Freiheiten vorgelegt. Rom will aber vor einer Entscheidung über Änderungen die Infektionszahlen ab dem 11. Mai abwarten. Viele Werte waren zuletzt gesunken, aber Experten warnten vor Risiken in der Lombardei.

Kompatscher betonte am Freitag, dass die Südtiroler weiter strikte Abstandsregeln einhalten müssten. Sie könnten sich jedoch in Südtirol und im Trentino frei bewegen - ohne die in Italien notwendigen Formulare der Selbsterklärung zu den Gründen. Für Einreisen aus dem Ausland würden aber die nationalen Verbote weiter voll gelten.

Corona-Infektionen im Kreis Coesfeld haben Grenzwert überschritten

10.50 Uhr: Dem besonders vom Coronavirus betroffenen Kreis Coesfeld drohen als erstem in Nordrhein-Westfalen neue Beschränkungen in der Pandemie. Nach Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) ist der Grenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche überschritten worden. Er lag am Freitag (Stand: 0.00 Uhr) bei 52,7.

Bund und Länder hatten sich am Mittwoch darauf verständigt, dass zahlreiche im Zuge der Coronakrise verfügte Einschränkungen des öffentlichen Lebens wieder gelockert werden, bei einer Überschreitung dieser Obergrenze aber umgehend wieder ein Beschränkungskonzept umgesetzt werden muss.

Das Virus hatte sich zuletzt vor allem in dem fleischverarbeitenden Betrieb Westfleisch in Coesfeld ausgebreitet. 129 Infizierte waren am Donnerstag nach Kreisangaben erfasst worden. Alle 1200 Beschäftigten des Standortes sollten auf das Virus getestet werden. Der Kreis Coesfeld erklärte am Morgen, dass die Situation fortlaufend bewertet und über Maßnahmen beraten werde.

Südkorea: neuer Coronavirus-Ausbruch in Nachtklub

10.30 Uhr: Die südkoreanischen Gesundheitsbehörden untersuchen einen neuen Coronavirus-Ausbruch in einigen Nachtklubs in Seoul. Im Zusammenhang mit den Klubs im Ausgehviertel Itaewon seien mindestens 15 Infektionen bestätigt worden, erklärt die Seuchenschutzbehörde KCDC. "An diesen Orten herrschen all die gefährlichen Bedingungen, über die wir uns die meisten Sorgen gemacht haben", sagt KCDC-Chef Jeong Eun-kyeong und spielt damit auf die Überfüllung und mangelnde Belüftung an. Er fordert die Menschen auf, so selten wie möglich Nachtclubs zu besuchen.

Kritik an vereinbarter Infektionsobergrenze

10.20 Uhr: Der Bundesverband der Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD) hat die in den Lockerungsplänen von Bund und Ländern vereinbarte Infektionsobergrenze als viel zu hoch kritisiert. "Wie die Gesundheitsämter damit klarkommen sollen, ist mir ein Rätsel. Das ist nicht zu schaffen", sagte die Verbandsvorsitzende Ute Teichert dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Die Gesundheitsämter werden ohne dauerhafte Personalunterstützung in die Knie gehen."

Die Obergrenze hatten Bund und Ländern als "Notbremse" im Lockerungskonzept vereinbart. Die Länder sollen laut Beschluss sicherstellen, dass in Landkreisen oder kreisfreien Städten mit mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen sofort wieder ein konsequentes Beschränkungskonzept umgesetzt wird.

"Die Zahl 50 ist eine mir nicht bekannte Zahl. Uns ist schleierhaft, wo sie herkommt", so Teichert. Sie betonte, die Gesundheitsämter hätten in den vergangenen Wochen die Arbeit nur geschafft, weil das Personal unter anderem durch Medizinstudenten und viele Freiwillige verdrei- bis vervierfacht worden sei. "Und dennoch sind alle Mitarbeiter der Gesundheitsämter in den vergangenen Wochen auf dem Zahnfleisch gekrochen." Die Aushilfskräfte seien nun teilweise schon wieder weg, weil sie ins Studium oder in ihren eigentlichen Job zurückgekehrt seien.

Dänen dürfen im Juni wieder ins Kino

10.15 Uhr: Dänische Museen, Freizeitparks und Kinos dürfen ab dem 8. Juni wieder öffnen. Dies teilt die Regierung nach einer Einigung mit dem Parlament über den weiteren Umgang mit der Pandemie mit. Zudem werde die Zahl der Menschen, die sich in der Öffentlichkeit treffen dürfen, von zehn auf 30 bis 50 erhöht. Die neuen Lockerungen würden allerdings nur dann in Kraft treten, wenn sich die Zahl der Infizierten und Covid-19-Patienten in den Krankenhäusern nicht stärker als erwartet erhöhe. Nachtklubs, Discos und Fitnessstudios sollen voraussichtlich noch bis August geschlossen bleiben.

Dänemark hat nach Angaben der Johns Hopkins University derzeit 10.281 bestätigte Fälle, 514 Menschen sind gestorben.

Schlafende Wanderarbeiter in Indien von Zug überrollt

10.10 Uhr: Sie waren zu Fuß unterwegs und schliefen offenbar erschöpft auf den Gleisen ein: In Indien sind Wanderarbeiter überfahren worden - womöglich, weil sie dachten, dass während der Ausgangssperre keine Züge fahren. Lesen Sie hier mehr.

Über 10.000 bestätigte Neuinfektionen in Russland

10.00 Uhr: Russland meldet 10.699 bestätigte Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Am Vortag waren es 11.231 neue nachgewiesene Fälle. Die Neuinfektionen in dem Land steigen damit im internationalen Vergleich stark. Nach Angaben der Johns Hopkins University gibt es in Russland derzeit 177.160 bestätige Fälle, 1625 Menschen sind gestorben.

IAB: Kita- und Schulschließungen haben bereits 56 Millionen Arbeitstage gekostet

9.55 Uhr: Millionen Eltern betreuen derzeit ihre Kinder zu Hause, weil Schulen und Kitas weitgehend geschlossen sind. Mit Folgen auch für die Wirtschaft - der Arbeitsausfall erreicht enorme Ausmaße. Lesen Sie hier mehr.

Alle Artikel zum Coronavirus

Am 31. Dezember 2019 wandte sich China erstmals an die Weltgesundheitsorganisation (WHO). In der Millionenstadt Wuhan häuften sich Fälle einer rätselhaften Lungenentzündung. Mittlerweile sind mehr als 180 Millionen Menschen weltweit nachweislich erkrankt, die Situation ändert sich von Tag zu Tag. Auf dieser Seite finden Sie einen Überblick über alle SPIEGEL-Artikel zum Thema.

Orbán wegen Notstandsgesetz in der Kritik

09.50 Uhr: Die EU sieht das ungarische Notstandsgesetz vorerst als unproblematisch an. Tatsächlich nutzt Premier Viktor Orbán es für eine massive antidemokratische Gesetzgebung, warnen Kritiker. Lesen Sie hier mehr.

Wie Klärwerke bei der Suche nach Infektionsherden helfen können

9.30 Uhr: Forscher weltweit suchen Wege, die Verbreitung des Coronavirus möglichst genau nachzuvollziehen. Eine Idee: systematische Abwasserproben. In 20 deutschen Klärwerken startet nun ein Testlauf. Lesen Sie hier mehr.

Statistisches Bundesamt: Deutschlands Exporte brechen massiv ein

09.13 Uhr: Stärkster Rückgang seit 1990: Im März fielen die deutschen Ausfuhren wegen der Coronakrise um knapp zwölf Prozent im Vergleich zum Vormonat - das teilte das Statistische Bundesamt mit. Lesen Sie hier mehr.

Bundesregierung zweifelt an US-These zur Entstehung des Coronavirus

09.00 Uhr: US-Außenminister Pompeo sieht "überwältigende Beweise" dafür, dass das Coronavirus aus einem chinesischen Labor stammt. Nach SPIEGEL-Informationen hält die Bundesregierung diese Behauptung für ein Ablenkungsmanöver. Lesen Sie hier mehr.

Gästeübernachtungen in Deutschland im März um 53 Prozent zurückgegangen

08.24 Uhr: Die Corona-Pandemie hat sich im März dramatisch auf den deutschen Inlandstourismus ausgewirkt: Im Vergleich zum Vorjahresmonat ging die Zahl der Gästeübernachtungen in Deutschland um 53 Prozent zurück, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Dies entspricht dem stärksten Rückgang gegenüber einem Vorjahresmonat seit Beginn der Zahlenreihe 1992.

Forscher plädieren für Corona-Studien mit gezielt Infizierten

08.00 Uhr: Ein internationales Forscherteam hat sich dafür ausgesprochen, bei der Entwicklung eines Impfstoffs gegen das Coronavirus auch Studien mit freiwillig infizierten Probanden vorzubereiten. "Angesichts der besonderen Umstände der Pandemie befürworten unser Rahmenmodell und unsere Analyse, eine Grundlage für Sars-CoV-2-Challenges zu legen", schreibt das Team um Erstautorin Seema Shah von der Northwestern University in Chicago im Fachjournal "Science".

Die Autoren betonen aber auch, dass Risiken für Studienteilnehmer, Personal und Dritte minimiert werden müssten. So sollten etwa junge, gesunde Menschen als Probanden ausgewählt und deren Gesundheitszustand langfristig beobachtet werden. Klinische Studien mit freiwillig Infizierten könnten in der Coronakrise "in mehrfacher Weise einen hohen sozialen Wert" haben, schreiben die Wissenschaftler.

Sogenannte Human Challenge Trials - so lautet der englischsprachige Fachbegriff für diese Art von Studien - sind unter Wissenschaftlern umstritten. Befürworter argumentieren, dass sie die Entwicklung medizinischer Wirkstoffe beschleunigen können. Andere verweisen auf hohe gesundheitliche Risiken und ethische Bedenken. In Deutschland hat es "Human Challenge Trials" in dieser Form noch nicht gegeben.

Forschungslabor im chinesischen Wuhan

Forschungslabor im chinesischen Wuhan

Foto: JOHANNES EISELE/ AFP

Guterres beklagt "Tsunami des Hasses" in Zeiten der Corona-Pandemie

07.50 Uhr: Uno-Generalsekretär António Guterres hat einen "Tsunami des Hasses und der Fremdenfeindlichkeit" seit dem Beginn der Corona-Pandemie beklagt. Die Welt müsse "aufs Ganze gehen", um gegen Hass, falsche Schuldzuweisungen und Panikmache vorzugehen, forderte Guterres. Er äußerte sich insbesondere besorgt angesichts von antisemitischen Verschwörungstheorien und islamfeindlichen Attacken im Zusammenhang mit der Pandemie.

Im Internet und auf den Straßen gebe es eine Flut "ausländerfeindlicher Ressentiments" im Zusammenhang mit Erklärungen zu dem neuartigen Coronavirus. Mancherorts seien Migranten und Flüchtlinge als "Quelle des Virus" verunglimpft und in der Folge nicht medizinisch behandelt worden.

Guterres rief Bildungsstätten weltweit dazu auf, junge Menschen in "digitaler Kompetenz" zu schulen. Die Betreiber sozialer Netzwerke forderte er auf, "mehr zu unternehmen, um rassistische, frauenfeindliche und andere schädliche Inhalte zu kennzeichnen und zu entfernen".

Oberste Gesundheitsbeauftragte der Stadt Madrid zurückgetreten

06.53 Uhr: Madrid ist die am härtesten von der Corona-Pandemie betroffene Region Spaniens. Ein Drittel der rund 220.000 Infektions- und 26.000 Todesfälle des Landes sind in der Hauptstadtregion aufgetreten. Nun zieht sich dort auch noch die oberste Gesundheitsbeauftragte, Yolanda Fuentes, zurück. Einen Grund nannte ihr Sprecher nicht.

Laut spanischen Medienberichten war Fuentes nicht mit von der Regionalregierung angestrebten Lockerungen der Corona-Restriktionen in der Hauptstadtregion einverstanden. Die Regionalregierung will ab kommenden Montag Hotels und Außenbereiche von Restaurants öffnen lassen. Auch sollen wieder Versammlungen von bis zu zehn Menschen erlaubt sein. Spanien hatte am 14. März die europaweit schärfste Ausgangssperre verhängt.

Experten erwarten dramatischen Anstieg der US-Arbeitslosenquote

06.35 Uhr: Seit der Zuspitzung der Coronakrise Mitte März haben in den Vereinigten Staaten mehr als 33 Millionen Menschen ihren Job verloren. Diesen Freitag gibt die US-Regierung nun die Arbeitslosenquote für den Monat April bekannt, die Experten zufolge bei mindestens 15 Prozent liegen dürfte. Ein Berater von US-Präsident Donald Trump hatte sogar gewarnt, die Quote könne 19 oder gar 20 Prozent betragen.

Die Arbeitslosenquote in der größten Volkswirtschaft der Welt hatte im Februar noch bei 3,5 Prozent gelegen, dem niedrigsten Stand seit Jahrzehnten. In der Woche bis zum 2. Mai stellten zuletzt rund 3,2 Millionen Menschen einen Erstantrag auf Arbeitslosenhilfe, wie das US-Arbeitsministerium mitteilte.

Die Lage am Morgen: Muss Thüringen die Corona-Notbremse ziehen?

05.50 Uhr: Heute mit dem Gedenken an das Weltkriegsende in Corona-Zeiten, mit dem Virus-Hotspot Greiz in Thüringen und den Demonstrationen gegen die Abstandsregeln.

"Gefährliche Nähe" zwischen AfD und Verschwörungstheoretikern

05.35 Uhr: SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil sieht eine "gefährliche Nähe" zwischen der AfD und Menschen, die in der Coronakrise Verschwörungstheorien verbreiten. "Das ist die gleiche Tonspur, in der die Leute unterwegs sind", sagte Klingbeil der Deutschen Presse-Agentur.

Derzeit versuchten vor allem rechte Gruppen das Land durch Verschwörungstheorien zu destabilisieren, indem sie mit professionellen Videos und Tonnachrichten nachweislich Lügen verbreiteten. "Das ist der organisierte Versuch, zu spalten und zu hetzen", sagte Klingbeil. Er rief die Bürger auf, sich stärker als bisher dagegen zu wehren. "Wir brauchen einen Widerstand der normalen Leute, das fängt im Bekanntenkreis, in den eigenen WhatsApp-Gruppen an", forderte der Bundestagsabgeordnete.

SPIEGEL TV

Hunderte Soldaten wurden im Südwesten in der Coronakrise angefordert

04.45 Uhr: Behörden in Baden-Württemberg hatten auf einem ersten Höhepunkt der Coronakrise beim Verteidigungsministerium Hunderte von Soldaten für Sicherheitsaufgaben angefordert, auch in Flüchtlingsheimen. Wie aus einer Antwort des Verteidigungsministeriums auf eine Anfrage der Linken hervorgeht, wurden diese Anträge später zurückgezogen.

Beispielsweise fragte das Regierungspräsidium in Karlsruhe am 1. April nach, ob die Bundeswehr 217 Soldaten "als Wachpersonal für Sicherheitsaufgaben" sowie zur Überwachung von Quarantänemaßnahmen und für die Kontrolle der Einhaltung der Ausgangsbeschränkungen zur Verfügung stellen könne. Am 6. April habe das Innenministerium in Stuttgart dann 207 Soldaten zur "Bestreifung" einer Isolierstation und der Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber in Ellwangen angefordert.

Die Bundeswehr hatte zuvor bereits mehrere Anträge zurückgewiesen. Dazu zählte beispielsweise ein Antrag, die Bundeswehr solle in Thüringen eine Erstaufnahmeeinrichtung selbstständig betreiben. Laut Verteidigungsministerium gingen bei der Bundeswehr insgesamt 16 Anträge aus Baden-Württemberg, dem Saarland, Thüringen, Rheinland-Pfalz und Bayern ein, die hoheitliche Aufgaben betrafen. Sechs dieser Anträge lehnte die Bundeswehr den Angaben zufolge ab. Zehn Anträge wurden wieder zurückgezogen.

In den vergangenen Wochen hat die Bundeswehr bundesweit in mehr als 230 Fällen Anträge auf Amtshilfe bewilligt. In Baden-Württemberg hat sie beispielsweise in Flüchtlingsheimen medizinische Hilfe geleistet und die Verwaltung unterstützt. Die Bundeswehr kann im Katastrophenfall bei einer Überforderung der zivilen Behörden ausnahmsweise auch hoheitliche Aufgaben übernehmen - etwa zur Unterstützung der Polizei. Jedoch sind die Hürden dafür relativ hoch.

Linksfraktionschef Bartsch fordert "Kindergipfel"

04.30 Uhr: Wegen der weiterhin ungewissen Lage für Schulen und Kitas in der Coronakrise hat Linksfraktionschef Dietmar Bartsch einen "Kindergipfel" im Kanzleramt gefordert. Kinder, Frauen und Familien seien die Verlierer der Krise, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. "Es kann nicht sein, dass Autos höchste Priorität erhalten und unsere Jüngsten aus dem Raster fallen", fügte er mit Blick auf den jüngsten "Autogipfel" im Kanzleramt hinzu. Das Recht auf Schule, Bildung und Betreuung dürfe nicht länger ausgesetzt werden. Die bildungspolitischen Lockerungen müssten mit denen der Wirtschaft Schritt halten.

Weltweiter Anstieg an Krankheiten befürchtet: die Killer im Schatten von Covid-19

04.00 Uhr: Krebs, Masern, Tuberkulose und Malaria: Die Bekämpfung lebensbedrohlicher Krankheiten droht weltweit durch die Coronakrise zunichtegemacht zu werden. Mediziner und NGOs befürchten Millionen Tote.

Kim Jong Un lobt Xi Jinping für Umgang mit Coronavirus

03.45 Uhr: Nordkoreas Diktator Kim Jong Un hat Chinas Präsident Xi Jinping zum Erfolg im Kampf gegen das Coronavirus gratuliert. Kim unterstrich nach Angaben der Staatsagentur KCNA in seiner Botschaft vor allem seine Wertschätzung dafür, dass Xi "die Chance zum Sieg im Krieg gegen die beispiellose Epidemie ergriffen und zugleich die strategische und taktische Kontrolle über die allgemeine Lage behalten" habe, während er gleichzeitig Volk und Partei geführt habe.

China wurde zuletzt von den USA kritisiert, Schuld an der Coronavirus-Pandemie zu sein. Die chinesische Regierung wehrte sich gegen die Vorwürfe.

Pandemie in zwei Weltmetropolen: Warum Covid-19 New York so viel härter getroffen hat als Hongkong

02.45 Uhr: New York ist ein Zentrum der Corona-Pandemie, Hongkong hingegen bislang glimpflich davongekommen - obwohl es näher an China liegt. Die Hintergründe, mit Grafiken.

Rund 1000 Eilanträge an Verfassungs- und Verwaltungsgerichten

02.15 Uhr: Bei deutschen Verfassungs- und Verwaltungsgerichten sind mittlerweile rund 1000 Eilanträge im Zusammenhang mit den Einschränkungen der Corona-Pandemie eingegangen. Die Gerichtsverfahren betreffen etwa die Maskenpflicht, Versammlungsverbote, Reisebeschränkungen, Auflagen für Gottesdienste oder Regelungen für Geschäftsöffnungen, wie die Zeitungen der Funke Mediengruppe unter Berufung auf den Deutschen Richterbund schreiben.

"Das deutet darauf hin, dass die allgemeine Akzeptanz für tief greifende Corona-Einschränkungen allmählich schwindet und der Wunsch nach Lockerungen wächst", sagte Richterbund-Geschäftsführer Sven Rebehn den Zeitungen. Allein in Berlin, beim größten der 51 deutschen Verwaltungsgerichte, seien bislang etwa 60 Verfahren zu verzeichnen. Und es kämen täglich neue hinzu.

"Je länger die Beschränkungen anlässlich der Pandemie dauern, desto engmaschiger sind sie auf ihre weitere Verhältnismäßigkeit zu überprüfen", sagte Rebehn. Es gelte immer wieder abzuwägen, ob angesichts des Infektionsverlaufs feiner abgestufte, mildere Maßnahmen zum Gesundheitsschutz zur Verfügung stehen würden. In der Vergangenheit wurde den Anträgen demnach zu einem kleinen Teil ganz oder teilweise stattgegeben.

Wird Berlins Blitz-Krankenhaus überhaupt gebraucht?

01.45 Uhr: Innerhalb weniger Wochen wurde in den Messehallen eine hochmoderne Klinik für Corona-Fälle gebaut. Nun fehlen nur noch die Patienten.

Montgomery sorgt sich um politischen Mut

01.30 Uhr: Weltärztepräsident Frank Ulrich Montgomery sorgt sich für den Fall einer zweiten oder dritten Corona-Welle um die Entschlossenheit einiger Ministerpräsidenten. "Mit dem gleichen Mut, mit dem die Ministerpräsidenten jetzt die Lockerungen durchsetzen, müssen sie die Lockerungen dann auch wieder zurücknehmen", sagte Montgomery den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Meine große Sorge ist, dass einigen Ministerpräsidenten dieser Mut fehlen könnte."

"Die Lockerungen gehen sehr weit. Wichtig ist deshalb jetzt, das Infektionsgeschehen genau zu beobachten", sagte der Weltärztepräsident. Es werde in den kommenden Wochen und Monaten zu regionalen Ausbrüchen kommen. Eine zweite Welle kommt aus Sicht von Montgomery mit Sicherheit. "Möglicherweise auch eine dritte."

WHO rechnet mit bis zu 190.000 Toten in Afrika

00.50 Uhr: In Afrika könnten einer Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge bis zu 190.000 Menschen im ersten Jahr der Corona-Pandemie sterben, falls "die Maßnahmen zur Eindämmung scheitern". Bis zu 44 Millionen Menschen könnten sich mit dem neuartigen Coronavirus im ersten Jahr infizieren, erklärte das WHO-Regionalbüro in Brazzaville im Kongo.

Die Schätzung der WHO bezieht sich auf 47 Länder mit insgesamt einer Milliarde Einwohner. Die Organisation definiert die Afrika-Region allerdings ohne die Länder Dschibuti, Somalia, Sudan, Ägypten, Libyen, Tunesien und Marokko.

Die WHO geht davon aus, dass sich das Virus in Afrika langsamer ausbreiten wird als in anderen Teilen der Welt. Zudem rechnet sie damit, dass die schwer Erkrankten im Schnitt jünger sein werden als im Rest der Welt und die Sterblichkeitsrate niedriger sein wird. Durch die langsamere Ausbreitung werde sich die Pandemie aber über einen längeren Zeitraum erstrecken, warnten die Experten.

Über den gesamten Kontinent waren bis Donnerstag mehr als 50.000 Menschen mit dem Virus infiziert, mindestens 2065 infizierte Menschen starben. In den 47 Ländern der WHO-Studie zu Afrika sind etwa 35.000 Menschen infiziert. Mehrere afrikanische Staaten haben Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie ergriffen. Allerdings beginnen einige Länder wie etwa Nigeria und Südafrika bereits wieder mit Lockerungen.

Trump wirft China "Inkompetenz" vor

00.40 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat China erneut für den Ausbruch der Coronavirus-Pandemie verantwortlich gemacht und dem Land Unfähigkeit vorgeworfen. "Wahrscheinlich war es Inkompetenz, jemand war dumm", sagte Trump: "Sie haben nicht den Job gemacht, den sie hätten machen sollen." Das sei bedauerlich und habe die weltweite Ausbreitung des Virus zur Folge gehabt.

"Es hätte direkt an der Quelle gestoppt werden können. Es wäre einfach gewesen", sagte Trump: "Aber etwas ist passiert." Auf die Frage nach seinen Vorwürfen, die Pandemie habe ihren Ursprung in einem Forschungslabor in der chinesischen Stadt Wuhan genommen, erklärte Trump, womöglich sei ein "schrecklicher Fehler" geschehen.

Trump hat bereits mehrfach behauptet, er habe Hinweise, dass das Virus aus jenem Labor in Wuhan stamme. Konkreter wurde er bislang jedoch nicht. Auch US-Außenminister Mike Pompeo hatte am Wochenende gesagt, es gebe signifikante Belege, dass die Krise in dem Labor ihren Anfang genommen habe. Auf Nachfrage sagte er, er dürfe sich zu Details nicht äußern. China weist die Anschuldigungen aus Washington vehement zurück. Pompeo räumte am Mittwoch ein, es gebe "keine Gewissheit, ob es in dem Labor oder anderswo begann".

Uber macht Milliarden-Minus

00.30 Uhr: Der Fahrdienst-Vermittler Uber ist wegen der Coronakrise tief in die roten Zahlen geraten. Im ersten Quartal nahm der Verlust im Jahresvergleich um 190 Prozent auf 2,9 Milliarden Dollar (2,7 Mrd Euro) zu, wie der Taxikonkurrent nach US-Börsenschluss mitteilte. "Unser Fahrdienstgeschäft wurde von der Pandemie hart getroffen", erklärte Uber-Chef Dara Khosrowshahi.

Dennoch gelang es dem Unternehmen, die Erlöse um 14 Prozent auf 3,5 Milliarden Dollar zu steigern. Das lag vor allem am starken Wachstum des Essenslieferanten Uber Eats, der sich in Zeiten des Zuhausebleibens hoher Beliebtheit erfreut. Allerdings machte sich die Ausbreitung des Virus auch erst zum Quartalsende deutlich bemerkbar, sodass Uber die größten Belastungen noch bevorstehen dürften.

Bei Anlegern kam der Quartalsbericht gut an, die Aktie legte nachbörslich zeitweise kräftig zu. Zwar fiel der Verlust höher aus als erwartet, dafür lag Uber beim Umsatz deutlich über den Prognosen.

Formel 1 spricht von 200 Millionen Dollar Schaden

00.20 Uhr: Die Besitzergesellschaft Liberty Media beziffert den durch die Corona-Pandemie entstandenen Schaden für die Formel 1 auf mehr als 200 Millionen Dollar für das erste Quartal des Jahres. Die ersten zehn Rennen der noch nicht begonnenen Saison sind entweder abgesagt oder verschoben worden. Der Start der WM soll am 5. Juli im österreichischen Spielberg erfolgen.

Die Einnahmen in den ersten drei Monaten des Jahres gingen auf 39 Millionen Dollar zurück, im gleichen Zeitraum 2019 waren es noch 246 Millionen gewesen. Dies bedeutet einen Rückgang von 84 Prozent. Der operative Verlust betrug 137 Millionen Dollar gegenüber 47 Millionen im Vorjahr.

"Die Formel 1 hofft derzeit, im Juli zu starten und bis Dezember 15 bis 18 Rennen fahren zu können", heißt es in einer Erklärung von Liberty , das die Königsklasse des Automobilsports 2017 übernommen hatte. Liberty generiert die Einnahmen in erster Linie aus den Antrittsgeldern der Rennveranstalter, den TV-Einnahmen und den Sponsoren.

Alle Artikel zum Coronavirus

Am 31. Dezember 2019 wandte sich China erstmals an die Weltgesundheitsorganisation (WHO). In der Millionenstadt Wuhan häuften sich Fälle einer rätselhaften Lungenentzündung. Mittlerweile sind mehr als 180 Millionen Menschen weltweit nachweislich erkrankt, die Situation ändert sich von Tag zu Tag. Auf dieser Seite finden Sie einen Überblick über alle SPIEGEL-Artikel zum Thema.

Amazon zieht vor höchstes Gericht in Frankreich

00.10 Uhr: Der Online-Versandhändler Amazon hat angekündigt, in einem Rechtsstreit um Coronavirus-Schutzmaßnahmen in Logistikzentren vor das höchste Gericht Frankreichs zu ziehen. Amazon habe beschlossen, die Entscheidung eines Berufungsgerichts in Versailles Ende April nun vor dem Kassationsgerichtshof Frankreichs anzufechten, teilte das Unternehmen mit. Die Gründe dafür würden den betroffenen Parteien vor Gericht dargelegt, so der Konzern. Amazon setzte nach eigenen Angaben die Gespräche mit Arbeitnehmervertretern fort.

Die französischen Logistikzentren werden wahrscheinlich bis einschließlich 13. Mai geschlossen bleiben, wie das Unternehmen weiter mitteilte. Die endgültige Entscheidung darüber werde am Freitag bei einem Treffen des zentralen Betriebsrates fallen. Sollte dieser den Plan bestätigen, blieben die Angestellten bis zu dem Datum zu Hause und erhielten ihr volles Gehalt, so Amazon.

Hintergrund ist ein Rechtsstreit des Onlinehändlers über Coronavirus-Schutzmaßnahmen für die Angestellten. Das Berufungsgericht hatte im April entschieden, dass Amazon weiterhin nur Bestellungen von bestimmten Artikeln entgegennehmen darf. Diese Auflage gelte so lange, bis der Konzern seine Schutzmaßnahmen verbessert habe. Es bestätigte damit weitgehend eine vorangegangene Entscheidung eines Gerichts im Pariser Vorort Nanterre. Die Gerichtsentscheidung war von der Gewerkschaftsgruppe Union Syndicale Solidaires erwirkt worden.

ptz/vks/ngo/kko/mfu/dpa/Reuters/AFP
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.

Abonnieren bei

Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es zu einem späteren Zeitpunkt erneut.