+++ News-Update +++ Spanien verlängert nationalen Notstand erneut

Das Risiko der Epidemie zu ignorieren, wäre ein unverzeihlicher Fehler, sagt Spaniens Ministerpräsident. Der Ausnahmezustand wird um zwei Wochen verlängert. Die Niederlande öffnen Friseure und Cafés. Der Überblick.
Der Puerta del Sol in der spanischen Hauptstadt Madrid ist normalerweise mit Menschen gefüllt - normalerweise

Der Puerta del Sol in der spanischen Hauptstadt Madrid ist normalerweise mit Menschen gefüllt - normalerweise

Foto: JUAN MEDINA/ REUTERS

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T-Mobile verkündet Kundenzustrom in Coronakrise

23.01 Uhr: Die US-Tochter des Bonner Telekom-Konzerns hat ihren Gewinn im ersten Quartal trotz Belastungen durch die Coronakrise deutlich gesteigert. Verglichen mit dem Vorjahreswert nahm der Überschuss um rund fünf Prozent auf 951 Millionen US-Dollar zu, wie T-Mobile nach US-Börsenschluss mitteilte. Der Umsatz stagnierte indes bei 11,1 Milliarden Dollar.

Die Coronavirus-Pandemie habe das Geschäft belastet und dürfte dies auch noch weiter tun, warnte das Unternehmen. Dennoch kamen im jüngsten Quartal nach Abzug von Kündigungen 452.000 neue Telefonverträge unter eigener Marke hinzu. Eine Jahresprognose sei wegen der Coronakrise nicht möglich. Insgesamt übertrafen die Quartalszahlen die Erwartungen, die Aktie drehte nachbörslich zunächst ins Plus.

T-Mobile hatte am 1. April nach einer zweijährigen kartellrechtlichen Zitterpartie endlich den lang ersehnten Zusammenschluss mit dem kleineren US-Rivalen Sprint zum Abschluss bringen können. Nachdem dieser Meilenstein erreicht wurde, will das fusionierte Unternehmen künftig als "New T-Mobile" zur Nummer Eins im US-Mobilfunkmarkt aufsteigen.

USA schicken 225 Millionen US-Dollar in den Jemen

21.53 Uhr: Der Jemen erhält von den USA eine Nothilfe in Höhe von 225 Millionen Dollar. Das teilte US-Außenminister Mike Pompeo mit. Das Geld sei zur Unterstützung der Lebensmittelversorgung vorgesehen, hieß es. Das Welternährungsprogramm der Uno musste seine Hilfsleistungen für das Bürgerkriegsland aus Geldmangel und wegen der Ausbreitung des Coronavirus deutlich reduzieren. Beobachter befürchten aufgrund der dramatischen humanitären Lage im Jemen besonders viele Opfer, sollte sich das Virus dort weiter ausbreiten.

DFL beschließt Bundesliga-Neustart am 15. Mai

21.08 Uhr: Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) will die Saison in der 1. und 2. Bundesliga am 15. Mai fortsetzen. Über diesen Beschluss des DFL-Präsidiums seien die 36 Profiklubs nach SPIEGEL-Informationen am Mittwochabend informiert worden. Zuerst hatte die "Bild"-Zeitung und der "Kicker" berichtet. Am Donnerstag sollen in einer Mitgliederversammlung mit den Klubs der ersten beiden Liga noch die Details der Fortsetzung der seit Mitte März wegen der Coronavirus-Pandemie unterbrochenen Saison beraten werden. Lesen Sie mehr hier.

Spanien verlängert nationalen Notstand

20.51 Uhr: Spanien hat den nationalen Notstand in der Coronakrise erneut verlängert. Das Parlament stimmte am Mittwoch mit 178 zu 75 Stimmen für eine Verlängerung, 97 Abgeordnete enthielten sich. Damit können die Ausgangsbeschränkungen mindestens zwei weitere Wochen in Kraft bleiben. "Das Risiko der Epidemie zu ignorieren und den Ausnahmezustand sehr schnell aufzuheben, wäre absolut falsch, ein totaler, unverzeihlicher Fehler", sagte der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez vor der Parlamentsabstimmung.

Die Regierung hatte am 14. März die europaweit schärfste Ausgangssperre verhängt, die inzwischen etwas gelockert wurde. Kinder dürfen die Wohnungen nun wieder verlassen, auch Sport im Freien ist wieder erlaubt. Spanien ist eines der am schlimmsten von der Coronavirus-Pandemie betroffenen Länder, nach offiziellen Angaben starben mehr als 25.000 Menschen, mehr als 220.000 infizierten sich mit dem Coronavirus.

Tickethändler Eventim streicht Dividende

20.24 Uhr: Der Veranstalter und Tickethändler CTS Eventim will in der Coronakrise die Dividende streichen. Wegen der Unsicherheiten über den weiteren Verlauf der Pandemie solle der Gewinn aus dem vergangenen Jahr stattdessen als Liquiditätspolster verwendet werden, teilte der MDax-Konzern mit. Die Hauptversammlung will der Konzern am 19. Juni online abhalten.

Die Aktie reagierte auf der Handelsplattform Tradegate kaum auf die Mitteilung. CTS steht am Markt besonders unter Druck, weil das Geschäft von den Maßnahmen in Folge der Coronavirus-Pandemie stark getroffen ist.

Bundesratspräsident Woidke kritisiert unterschiedliche Lockerungen

20.07 Uhr: Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat das Vorangehen anderer Länder mit weiteren Lockerungen der Maßnahmen in der Coronakrise kritisiert. "Das, was in den letzten Tagen passiert ist, ist aus meiner Sicht deshalb kritikwürdig, weil es die Menschen im Land verunsichert", sagte der amtierende Bundesratspräsident. "Es wird der Eindruck erweckt, es gibt einen Wettbewerb zwischen den Bundesländern: Wer ist nun der Schnellste, wer ist der, der am ehesten lockert?"

Der Erfolg im Umgang mit dem Coronavirus, der Lockerungen erst ermöglicht habe, sei auch wegen des bisher weitgehend einheitlichen Handelns erreicht worden, sagte Woidke. "Wir sind darauf angewiesen, uns miteinander abzustimmen, und vor allen Dingen, die Entscheidungen zu treffen auf Basis der wissenschaftlichen Erkenntnisse." In den vergangenen Tagen hatten mehrere Länder bereits vor der gemeinsamen Abstimmung von Bund und Ländern eine Lockerung der Beschränkungen für Gaststätten und Tourismus angekündigt.

Niederlande: Friseure und Cafés öffnen

19.25 Uhr: Auch die Niederlande lockern die Corona-Maßnahmen: Ab der nächsten Woche dürfen Friseure, Kosmetiksalons und Massagepraxen wieder öffnen. Das kündigte Ministerpräsident Mark Rutte am Mittwochabend in Den Haag an. Ab 1. Juni dürfen demnach auch Restaurants, Cafés, Museen, Kinos und Theater unter bestimmten Bedingungen den Betrieb wieder aufnehmen, und es werden alle Schulen wieder geöffnet. Die Regierung macht auch Mundschutzmasken im öffentlichen Nahverkehr verpflichtend.

Die Maßnahmen werden schneller als geplant gelockert. Nach Auffassung der Regierung ist das möglich, da die Zahl der Neuinfektionen schneller zurückgehe als erwartet. Bisher sind in den Niederlanden rund 41.000 Fälle von Corona-Infektionen registriert worden, 5204 infizierte Menschen starben (Stand 6. Mai).

Leerer Marktplatz im niederländischen Gouda

Leerer Marktplatz im niederländischen Gouda

Foto: ROBIN VAN LONKHUIJSEN/EPA-EFE/Shutterstock

Esken sieht "fatales Signal an die Familien"

19.15 Uhr: SPD-Chefin Saskia Esken hat die neuen Bund-Länder-Beschlüsse in der Coronakrise als "fatales Signal an die Familien" kritisiert. Für die Fußball-Bundesliga gebe es ein konkretes Konzept, für die Bildung und Betreuung von Kindern dagegen nicht, beklagte sie. "In diesem Zusammenhang ist die Fortsetzung der Bundesliga für viele Fans eine gute Nachricht - vielen Eltern muss sie zynisch erscheinen", sagte Esken der Deutschen Presse-Agentur.

"Berufstätige Eltern, Kinder und Schüler brauchen Unterstützung, sie brauchen Planungssicherheit und verlässliche Konzepte für Bildung und Betreuung, um mit Zuversicht in die Zukunft blicken zu können", betonte die Parteivorsitzende.

Sixt bekommt Milliardenkredit

19.05 Uhr: Deutschlands größter Autovermieter Sixt erhält von der bundeseigenen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und weiteren Banken einen Kredit in Höhe von bis zu 1,5 Milliarden Euro. Der Kapitalmarkt sei für den Familienkonzern ohne externes Rating gegenwärtig nicht zugänglich, sagte Vorstandschef Erich Sixt. Mit dem Kredit für die Vermietflotte wolle das Unternehmen nach der Krise "am Markt schnell wieder durchstarten können", betonte Vorstandsmitglied Alexander Sixt.

Der Autovermieter hat bereits im März einen Teil der Mitarbeiter für drei Monate in Kurzarbeit geschickt, weil der Umsatz infolge der Coronakrise weggebrochen ist. Sixt macht den Großteil seines Geschäfts mit Mietautos für Touristen und Geschäftsreisen in Europa und den USA.

CTS Eventim streicht Dividende

18.50 Uhr: Der Veranstalter und Tickethändler CTS Eventim will die Dividende streichen. Wegen der Unsicherheiten über den weiteren Verlauf der Pandemie solle der Gewinn aus dem vergangenen Jahr stattdessen als Liquiditätspolster verwendet werden, teilte der MDax-Konzern am Mittwochabend in München mit. Die Hauptversammlung will CTS am 19. Juni online veranstalten.

Salvini verliert an Popularität

17.53 Uhr: Er konnte die Ängste der Menschen offenbar nicht instrumentalisieren: Rechtspopulist Matteo Salvini verliert Umfragen zufolge in der Coronakrise an Zustimmung. Die Unterstützung für seine rechte Lega fiel unter 25 Prozent, wie eine repräsentative Studie des Forschungsinstituts Ixe zeigte. Bei der Europawahl vor einem Jahr kam Salvinis Partei noch auf 34,3 Prozent. Dafür legte in der Umfrage die rechtsnationale Partei Fratelli d'Italia auf 13,8 Prozent zu - von 6,5 Prozent bei der Europawahl.

Die Regierungsparteien Fünf-Sterne-Bewegung und die Sozialdemokraten bewegten sich in etwa um die Werte bei der Europawahl. Das Vertrauen in den parteilosen Premierminister Giuseppe Conte legte auf 58 Prozent zu - im Vergleich zu 35 Prozent vor dem Ausbruch der Krise Mitte Februar.

New Yorks U-Bahn unterbricht 24-Stunden-Betrieb

17.38 Uhr: Das gab es im New Yorker Untergrund noch nie: Aufgrund der Coronakrise stellt die U-Bahn ihren 24-Stunden-Betrieb auf unbestimmte Zeit ein. Am frühen Mittwochmorgen standen alle Züge des größten Metro-Systems Nordamerikas für einige Stunden still, um die Wagen in den 472 Stationen zu desinfizieren.

Der Bundesstaat New York hatte die Maßnahme vergangene Woche angekündigt, um die Sicherheit dringend benötigter Arbeitskräfte im Nahverkehr zu erhöhen. Seit Beginn der Ausgangsbeschränkungen in der von der Pandemie stark betroffenen Millionenmetropole ist die Zahl der täglichen U-Bahn-Fahrer, die normalerweise bei mehr als fünf Millionen liegt, um rund 92 Prozent gesunken.

In den vergangenen Wochen hatten sich viele Obdachlose in den Zügen eingerichtet. Etwa 100 Mitarbeiter der New Yorker Verkehrsbetriebe sind bereits an Covid-19 gestorben.

Bamberger Symphoniker untersuchen Infektionsrisiko beim Musizieren 

17.19 Uhr: Wie groß ist das Risiko einer Ansteckung, wenn man miteinander musiziert? Mit der Messung von Luftströmen haben die Bamberger Symphoniker untersucht, wie gefährlich die Ensemblearbeit in der Coronakrise ist. Nach ersten Erkenntnissen verteilen sich beim Spielen von Blasinstrumenten oder beim Singen kaum feine Tröpfchen, die Viren übertragen könnten. "Wir vermuten, dass das Spielen eines Blasinstruments kaum Aerosole freisetzt, da bei der Tonerzeugung ja lediglich die Luftsäule im Instrument zum Schwingen angeregt wird", erklärte Intendant Marcus Axt. Nur sehr wenig Luft dürfte aus dem Instrument in die Umgebung abgegeben werden.

Bei dem Versuch erforschten ein Erlanger Ingenieursbüro und das Freiburger Institut für Musikermedizin mit künstlich erzeugtem Nebel, ob, wo und wie schnell beim Musizieren Luftbewegungen entstehen. Oft sei gar keine Bewegung messbar gewesen, teilte das Orchester mit. Bei keinem der 13 beteiligten Musiker habe sich die Luft mehr als einen Meter ausgebreitet.

Die Untersuchungen wurden nicht ganz ohne Eigeninteressen durchgeführt: Das erste Konzert der Saison 2020/21 soll für die Bamberger Symphoniker am 31. August in Berlin stattfinden.

Frankreichs Finanzminister kritisiert Karlsruher EZB-Urteil

16.55 Uhr: Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zu den milliardenschweren Anleihenkäufen der Europäischen Zentralbank (EZB) regt beim EU-Partner Frankreich Unmut. Die Entscheidung sei "kein Element der Stabilität", sagte Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire.

Das Karlsruher Gericht hatte am Dienstag entschieden, dass die Notenbank mit dem Kaufprogramm ihr Mandat für die Geldpolitik überspannt habe. Zwischen März 2015 und Ende 2018 hatte die EZB rund 2,6 Billionen Euro in Staatsanleihen und andere Wertpapiere gesteckt - den allergrößten Teil über das Programm PSPP (Public Sector Purchase Programme), auf das sich das Urteil bezieht.

"Die europäischen Verträge garantieren die Unabhängigkeit der Europäischen Zentralbank", betonte Le Maire. Die Kontrolle obliege nur dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg. "Wir hängen alle in der Eurozone an dieser Unabhängigkeit der EZB (...)", so Le Maire weiter.

Griechenland will zum 1. Juli wieder in den Tourismus einsteigen

16.34 Uhr: Es ist der wichtigste Bereich der griechischen Wirtschaft, deshalb setzt die Regierung alles daran, den Tourismus so schnell wie möglich zum Laufen zu bringen. Nun wurde ein offizielles Datum gesetzt: "Wir werden am 1. Juli den Tourismus für das Ausland öffnen", sagte der griechische Staatsminister Giorgos Gerapetritis im Parlament. Bis zum 15. Mai werde die Regierung in Athen Einzelheiten dazu mitteilen, hieß es. Zudem werde der Bereich finanzielle Unterstützung bekommen.

Dies hatte Anfang der Woche auch der griechische Regierungschef Kyriakos Mitsotakis in einem Interview mit dem US-Nachrichtensender CNN angekündigt. Allerdings müsse zunächst das Thema der hygienischen Bedingungen für Flüge in Corona-Zeiten geklärt werden, hatte er gesagt.

Ab 1. Juli auch für deutsche Badegäste wieder zugänglich? Bucht in Griechenland

Ab 1. Juli auch für deutsche Badegäste wieder zugänglich? Bucht in Griechenland

Foto: Paul Biris/ Getty Images

Corona-Entwicklung im Tschad könnte verheerende Folgen haben

16.14 Uhr: Die Dunkelziffer der Erkrankten im westafrikanischen Tschad könnte deutlich höher sein als bisher angenommen. Aus einer Grafik der Nachrichtenseite alwihdainfo  geht hervor, dass die Epidemie seit Mitte April einen exponentiellen Verlauf nimmt.

Objektiv sind die Zahlen mit 17 registrierten Toten und bisher insgesamt 340 Infizierten scheinbar gering. Weil jedoch "symptomatisch" getestet werde - also nur, wenn ein Infizierter bereits erkrankt ist - sei anzunehmen, dass "die eigentliche Zahl infizierter Menschen um ein Vielfaches höher liegt", sagt der Mediziner Manfred Dietrich, der Regierungen in Afrika in Gesundheitsfragen berät, darunter Uganda.

Tropenmediziner Dietrich, der bis zu seiner Pensionierung 2002 das angesehene Bernhard-Nocht-Institut geleitet hatte, war aufgefallen, dass die angegebene Sterblichkeit von Covid-19-Patienten in Tschad bereits jetzt bei zehn Prozent liege. Das Virus befinde sich aber erst im Anfangsstadium seiner Verbreitung, deshalb würde diese Zahl wohl bald weiter ansteigen. Es könne "dramatisch werden". Die Behandlungsmöglichkeiten in Tschad seien schließlich nicht vergleichbar mit denen europäischer Länder.

Die Regierung von Präsident Idriss Deby in N-Djamena tauscht gerade hektisch hochrangige Gesundheitspolitiker aus. Der Direktor des staatlichen Referenz-Krankenhauses, Professor Ali Mahamat Moussa, wurde bereits ersetzt. Die umliegenden Länder wie Mali und Niger sollten gewarnt sein, so Dietrich.

Macron will Kulturschaffenden mit Aufträgen helfen

15.19 Uhr: Frankreichs Künstler und Kreative fühlten sich in den letzten Wochen nicht unbedingt als Bürger einer Kulturnation. Zuletzt war die Kritik wegen mangelnder Unterstützung immer lauter geworden. Zu Beginn der Krise wurde ein Hilfsfonds von 22 Millionen Euro eingerichtet, davon gingen zehn Millionen an die Musikbranche, fünf Millionen an die darstellenden Künste, fünf Millionen in den Buchsektor und zwei Millionen in die Kunst. Kleckerbeträge in Anbetracht der Stellung, die das Land für sich in Kulturfragen beansprucht.

Nun will Frankreichs Präsident Emmanuel Macron den Künstlern und Kreativen, den Produzenten und Veranstaltern mit Ausgleichsfonds und öffentlichen Aufträgen helfen. Die Orte der Kreativität müssten wieder zum Leben erweckt werden, sagte der Staatschef nach einer Videokonferenz mit Kulturvertretern.

Zu den angekündigten Maßnahmen gehört ein Entschädigungsfonds für Serien- und Filmaufnahmen, die wegen der Krise abgesagt werden mussten. Über die Entschädigungen soll "von Fall zu Fall" entschieden werden, sagte Macron von seinem Pariser Amtssitz aus. Den freiberuflichen Künstlern und Technikern des Kulturbetriebs versprach er eine Verlängerung ihrer Arbeitslosenentschädigung bis August 2021.

Endlich wieder Kulturnation? Macron will es möglich machen.

Endlich wieder Kulturnation? Macron will es möglich machen.

Foto: Ludovic Marin/ dpa

Tourismus bricht in Spanien um zwei Drittel ein

14.58 Uhr: Die Zahl der internationalen Touristen fiel um 64,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat auf rund zwei Millionen. Das geht aus Daten hervor, die von den spanischen Behörden veröffentlicht wurden. Die Ausgaben der Besucher sanken um 64 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro.

Der Tourismus trägt in Spanien rund zwölf Prozent zur Wirtschaftsleistung bei und sichert Millionen Arbeitsplätze. Vor der Pandemie war die Zahl der Touristen sieben Jahre in Folge auf Rekordhöhe gestiegen, wodurch das Land zum zweitbeliebtesten Urlaubsziel der Welt wurde.

Die Regierung hatte als Reaktion auf den heftigen Ausbruch am 14. März den Notstand ausgerufen, weshalb Hotels und andere touristische Unterkünfte schließen mussten und die Grenzen geschlossen wurden. Beliebte Urlaubsziele wie die Balearen wollen unbedingt wieder öffnen, wenn auch mit reduzierter Kapazität. Hotelbetreiber setzen sich bei der Regierung etwa für die Zulassung begrenzter Reisen zwischen Deutschland und Mallorca ein.

US-Fluglinie bietet "More Room"-Tickets an

14.41 Uhr: Die Fluggesellschaft Frontier bietet ihren Passagieren in Zeiten der Corona-Pandemie Abstand gegen Aufpreis. Wer aus Angst vor Ansteckung keinen Sitznachbarn im Flugzeug neben sich haben möchte, kann die Option "More Room" (mehr Platz) buchen. Das kostet derzeit 39 Dollar (rund 36 Euro).

Die Regelung gelte erst mal bis zum 31. August. Die Firma werde 18 Sitze pro Maschine für "More Room"-Kunden reservieren. Die in Denver stationierte Airline fliegt Ziele innerhalb der USA an, aber auch in Kanada, Mexiko, Puerto Rico und in der Dominikanischen Republik.

Bundesbankchef mahnt baldigen Ausstieg aus Rettungsprogrammen an

14.18 Uhr: Zu der Debatte über die Rettungsprogramme der Zentralbanken hat sich nun Jens Weidmann zu Wort gemeldet. In einem Interview mit der "Zeit" sagte der Bundesbankpräsident: "Die Notenbanken müssen in einer Krise dieser Dimension ihren Beitrag zur Stabilisierung der Wirtschaft leisten. Es ist aber genauso wichtig, den Krisenmodus zu verlassen, wenn es wirtschaftlich wieder aufwärtsgeht. Man wird uns am Ende daran messen, ob das gelingt."

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat wie viele Notenbanken den Kauf von Staatsanleihen zur Belebung der Konjunktur beschlossen. Das Bundesverfassungsgericht hat solche Käufe am Dienstag in Teilen für nicht mit dem Grundgesetz vereinbar erklärt. Das von der EZB beschlossene Programm unterstützt Weidmann aber grundsätzlich: Es seien "umfangreiche und außergewöhnliche geldpolitische Maßnahmen" nötig gewesen, auch wenn es im Detail Meinungsverschiedenheiten unter den Notenbankern gegeben habe. 

Autoverkäufe sind im April dramatisch eingebrochen

13.54 Uhr: Die Corona-Schutzverordnungen haben im letzten Monat auch den Absatz von Neuwagen einbrechen lassen. Knapp 121.000 neue Autos wurden in dem Monat zugelassen, wie das Kraftfahrt-Bundesamt am Mittwoch in Flensburg mitteilte. Das waren 61 Prozent weniger als im April vergangenen Jahres.

Um die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus einzudämmen, waren im Handel auch die Autohäuser geschlossen worden. Erst seit 20. April dürften sie wieder öffnen. Weil die Autobauer ihre Produktion nahezu einstellten, liefen auch kaum noch Fahrzeuge vom Band: In Deutschland waren es 10.900, rund 97 Prozent weniger als üblich, wie der Verband der Automobilindustrie in Berlin mitteilte.

"Im April wird das ganze Ausmaß der Corona-Folgen für den Pkw-Markt sichtbar", sagte Reinhard Zirpel, der Präsident des Verbandes der Internationalen Kraftfahrzeughersteller. "Wir haben es mit einem beispiellosen Markteinbruch zu tun."

Russland überholt Deutschland bei Infektionen

13.34 Uhr: Nach offiziellen russischen Angaben stieg die Zahl der Neuinfektionen in Russland am Mittwoch erneut um mehr als 10.000 auf 165.929. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Zahl für Deutschland am Morgen mit 164.807 an. In Russland steigen die Fallzahlen trotz massiver Ausgangssperren prozentual so stark wie in keinem anderem Land. Kritiker werfen den Behörden Versagen im Umgang mit der Krise vor.

Vor allem auch das Gesundheitssystem gilt als nicht gerüstet für die Seuche. In Kaliningrad (früher Königsberg) an der Ostsee haben Hunderte Klinikmitarbeiter die Arbeit niederlegt, weil es an Schutzausrüstung fehlt. Der Chef der russischen Ärztekammer, Leonid Roschal, sagte der Zeitung "Kommersant", bei einer nicht öffentlichen Sitzung von Experten im vorigen Jahr sei festgestellt worden, dass das Gesundheitssystem nicht bereit sei für einen Ausnahmezustand. Er ärgere sich, dass er das nicht damals laut öffentlich gesagt habe.

Die Zahl der Corona-Todesfälle wird in Russland mit 1537 angeben. Das ist mit Abstand die niedrigste Zahl unter den zehn Ländern weltweit mit den meisten Infektionen. Immer wieder werden Zweifel an den Angaben laut. Auch Ärzte hatten von geschönten Zahlen gesprochen. Sie erklärten, dass bei Sterbefällen für die Statistik mitunter eine andere Todesursache als Covid-19 eingetragen werde.

Coronakrise macht Antisemitismus stärker sichtbar

13.10 Uhr: Durch die Pandemie erhalten antisemitische Verschwörungstheorien und Stereotype Auftrieb. Das berichtete die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (Rias) über Beobachtungen aus den vergangenen Wochen. So würden Vorurteile und Anfeindungen inzwischen nicht nur im Internet verbreitet, sondern sichtbar in der Öffentlichkeit - etwa bei Anti-Corona-Demonstrationen verkündet.

Die Recherchestelle erfasste im vergangenen Jahr 1253 antisemitische Vorfälle wie Beleidigungen, Bedrohungen und Angriffe in Berlin (881), Brandenburg (138), Bayern (178) und Schleswig-Holstein (56). Die jeweiligen Zahlen aus den vier Bundesländern waren bereits bekannt. In Berlin ist RIAS schon länger aktiv und bekannt, daher gehen deutlich mehr Meldungen von Betroffenen ein als in den anderen Ländern, wo erst seit Kurzem Meldestellen aktiv sind. RIAS-Geschäftsführer Benjamin Steinitz betonte: "Es ist klar, dass wir von einem sehr großen Dunkelfeld nicht angezeigter Vorfälle ausgehen müssen." Der Aufbau von Registrierungsstellen in ganz Deutschland erfolgt derzeit nach und nach.

Die Meldestelle in Bayern berichtete, bei Demonstrationen gegen Corona würden zunehmend Schilder gezeigt mit der Aufschrift: "Ausgangsbeschränkungen sind sozialer Holocaust" oder Menschen würden einen gelben Stern ähnlich dem Judenstern aus der Nazizeit mit der Aufschrift "ungeimpft" tragen. "Einiges verlagert sich sehr aus dem Internet auf die Straße", sagte Annette Seidel-Arpaci, RIAS-Leiterin in Bayern.

Lehrer dürfen keine "Nullrisiko-Situation" erwarten

12.28 Uhr: Sind die Hygienemaßnahmen an deutschen Bildungseinrichtungen ausreichend? Eine Grundschullehrerin aus Hessen findet das nicht. Die verbeamtete Lehrerin wollte verhindern, dass sie zum Präsenzunterricht herangezogen wird. Sie argumentierte, Land und Schulamt hätten bisher keinen hinreichenden Hygieneplan und kein hinreichendes Arbeitsschutzkonzept vorgelegt. Das Frankfurter Verwaltungsgericht lehnte ihr sogenanntes Eilrechtsschutzbegehren ab. (Aktenzeichen 9 L 1127/20.F)

Die Kammer argumentierte: Die betreffende Schule habe sehr wohl Vorkehrungen getroffen, "um eine Gefährdung der Schülerinnen und Schüler sowie der Lehrkräfte hinreichend zu minimieren". Es handelt sich zwar um eine Einzelfallentscheidung, dürfte aber bundesweit in ähnlichen Fällen Beachtung finden.

Dem Gericht zufolge kann die Antragstellerin nicht erwarten, "mit einem bis ins letzte ausgefeilten Hygieneplan eine Nullrisiko-Situation in der Schule anzutreffen".

Wie sieht es mit der Hygiene aus? Schulalltag in Zeiten von Corona

Wie sieht es mit der Hygiene aus? Schulalltag in Zeiten von Corona

Foto: Joerg Halisch/ imago images/Jörg Halisch

Zahl der Lehrstellen sinkt

12.11 Uhr: Nach Angaben von Bundesbildungsministerin Anja Karliczek beschleunigt die Coronakrise den Rückgang der Ausbildungsplätze. Derzeit werde ein Minus bei den angebotenen Lehrstellen von knapp acht Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat verzeichnet, sagte die CDU-Politikerin. Allerdings könne es laut Bundesagentur für Arbeit auch noch zu einem Aufholprozess im August und September kommen, wenn die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie besser abschätzbar seien.

Das Bundeskabinett hatte zuvor den jährlichen Berufsbildungsbericht beschlossen, der Auskunft über die Lage auf dem Lehrstellenmarkt im vergangenen Jahr gibt. Demnach boten die Betriebe 2019 rund 11.000 Ausbildungsstellen weniger an als 2018. "Der Rückgang ist im Wesentlichen auf das Handwerk sowie Industrie und Handel zurückzuführen", heißt es in dem Papier. Das Bildungsministerium wies zudem auf den demografischen Wandel und eine geringere Zahl an Absolventen von allgemeinbildendenden Schulen hin.

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Einzelhandels-Verband fordert Rettungsfonds

11.47 Uhr: Auch eine vollständige Wiedereröffnung aller Geschäfte bedeute für den Handel kein Ende der Probleme, betonte Stefan Genth, der Hauptgeschäftsführer des Einzelhandels-Verbands HDE. Seine Argumentation: Händler könnten die in den Wochen der Schließung entstandenen Verluste in den meisten Fällen nicht mehr wettmachen. Deshalb forderte er Rettungsmaßnahmen für die Branche.

Zudem sei die Konsumstimmung angesichts der Pandemie auf einem historischen Tiefstand. Die Umsätze seien entsprechend schlecht. "Die Handelsunternehmen brauchen dringend zusätzliche finanzielle Hilfe, um diese kunden- und umsatzarme Phase bewältigen zu können", sagte Genth.

Um die Konsumstimmung wieder anzukurbeln, plädierte der Handel außerdem für die Ausgabe von Corona-Schecks in Höhe von 500 Euro für jeden Einwohner: "Die Binnenkonjunktur braucht einen deutlichen Impuls", so Genth. "Dann kann der Konsum wieder wie in den vergangenen Jahren der Stabilitätsanker für die gesamte Volkswirtschaft sein."

Sommerurlaub in Spanien oder Griechenland?

11.15 Uhr: Können wir vielleicht doch im Sommer auf Mallorca oder auf Kreta am Strand liegen? Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung im Sommer schürt zumindest Hoffnungen darauf. "Wenn es dort kaum noch Neuinfektionen gibt und die medizinische Versorgung funktioniert, könnte man auch über einen Sommerurlaub dort nachdenken", sagte Statssekretär Thomas Bareiß (CDU) dem "Tagesspiegel".

Mit den direkten Nachbarländern Deutschlands würden bereits Gespräche geführt. "Aber ich würde auch andere Regionen in Europa noch nicht abschreiben, etwa die Balearen oder die griechischen Inseln", so Bareiß. Fernreisen fielen in diesem Sommer wegen der Coronakrise hingegen aber vermutlich eher aus.

Zahl der Diskriminierungsfälle gestiegen

10.54 Uhr: Seit Beginn der Pandemie seien mehr als 100 Anfragen zu Diskriminierungen im Zusammenhang mit dem Coronavirus eingegangen, teilte die Antidiskriminierungsstelle des Bundes mit. In mehr als der Hälfte der Fälle ginge es um Benachteiligungen aufgrund der ethnischen Herkunft, außerdem um Diskriminierungen wegen einer Behinderung, des Alters oder der Geschlechtsidentität.

"Die Fälle reichen von unverhohlenem rassistischem Verhalten in der Öffentlichkeit bis hin zu körperlichen Übergriffen", erklärte der kommissarische Leiter der Antidiskriminierungsstelle, Bernhard Franke. Die Behörde erhalte außerdem Berichte von Hassbotschaften am Arbeitsplatz oder über "Racial Profiling" von Menschen mit asiatischem Aussehen. Weitere Menschen wendeten sich an die Beratungsstelle, weil Schutzmaßnahmen wie die Maskenpflicht zum Teil ohne Rücksicht auf benachteiligte Gruppen wie etwa Menschen mit Behinderung ergriffen wurden, so Franke. Menschen mit Gehhilfe wiederum scheiterten an Auflagen in Supermärkten, wenn dort ein Einkaufswagen vorgeschrieben sei.

"Die Coronakrise legt bereits vorhandene Probleme im Bereich der Diskriminierung bloß und kann sie verstärken", erklärte Franke. "Die Bedrohung durch das Virus macht nicht alle gleich - manche Gruppen haben nun noch mehr mit Ausgrenzung, Hass und Benachteiligung zu kämpfen."

In Tijuana kämpfen "Covid-Jäger" gegen das Corona-Virus

10.35 Uhr: An der Autotür prangt ein Schild, das an das Logo der "Ghosbusters" im gleichnamigen Hollywood-Film erinnert. Nur dass der Geist hier eine Atemschutzmaske trägt: In Tijuana ist ein Team im Einsatz, das sich in Anspielung auf die Truppe von Geisterjäger im US-Film "Covid Busters" nennt. Sie ziehen durch Straßen der mexikanischen Grenzstadt und sprühen eine Chlorlösung.

Damit wollen Covid-Jäger im Kampf gegen das neuartige Coronavirus Orte desinfizieren, an denen viele Menschen zusammenkommen - etwa Krankenhäuser und Fahrzeuge des öffentlichen Nahverkehrs. Das erzählte einer der Männer, Eduardo Equihua, im örtlichen Fernsehen. Sie seien Bürger, Freunde und Familienväter, die aus Liebe für und Sorge um ihre Stadt diesen Dienst verrichteten. Die Männer bitten allerdings darum, ihnen Schutzausrüstung und Sprühgeräte zu spenden.

In Mexiko wurden bislang nach offiziellen Angaben gut 26.000 Fälle der Lungenkrankheit Covid-19 registriert. 2507 Infizierte starben demnach. Tijuana ist eine der am schlimmsten betroffenen Städte. Lesen Sie hier einen ausführlichen Artikel über die Coronakrise in Mexiko.

Kampf gegen Corona in Mexiko: ein "Covid Buster" in Tijuana

Kampf gegen Corona in Mexiko: ein "Covid Buster" in Tijuana

Foto: Omar Martínez/ dpa

Die Hauptstadt von Amazonas bittet Deutschland um Hilfe

10.05 Uhr: Notruf aus Brasilien: Die Hauptstadt des Bundesstaats Amazonas, Manaus, bittet Bundeskanzlerin Merkel und 20 weitere Staats- und Regierungschefs dringend um Unterstützung in der Coronakrise. Nur mit medizinischem und finanziellem Beistand der Weltgemeinschaft könnten "die Leben derjenigen gerettet werden, die den Regenwald schützen", sagte Bürgermeister Arthur Virgilio in einer Videobotschaft.

Seinen Hilferuf richtete Virgilio unter anderem auch an US-Präsident Donald Trump und den französischen Präsident Emmanuel Macron. Zuvor hatte er bereits die schwedische Klima-Aktivistin Greta Thunberg um Unterstützung angerufen. Im Bundesstaat Amazonas sind nach offiziellen Angaben 649 Menschen an den Folgen des neuartigen Coronavirus gestorben. Als besonders gefährdet gelten die Ureinwohner in dem Gebiet. Die nur 50 Intensivbetten in der 1,7-Millionen-Einwohner-Stadt Manaus sind seit Wochen belegt, auf Friedhöfen wurden Massengräber angelegt.

In Brasilien stieg die Zahl der Corona-Todesopfer auf mehr als 7.900 und die der Infektionen auf knapp 115.000. Drei Städte im Nordosten des Landes kündigten für diese Woche Kontaktsperren an: Neben Belém sind dies die Millionenstädte São Luis und Fortaleza.

Die Politik will offenbar den Breitensport wieder erlauben

9.45 Uhr: Bald endlich wieder Pilates in der Gruppe? Gemeinsam pumpen im Fitnessstudio? Die Politik will den Breitensport wieder erlauben. Das geht aus einer Beschlussvorlage hervor, über die Bundeskanzlerin Angela Merkel und die 16 Länderchefs in einer Videoschalte am Mittwoch entscheiden. Bedingung für die Wiederaufnahme des Sports ist unter anderem, dass ein Mindestabstand von 1,5 bis 2 Metern gewährleistet ist. Merkel hatte angekündigt, in der Sitzung werde man "sehr klare Entscheidungen" treffen.

Lindner findet, Merkel habe "die Ausfahrt" verpasst

9.15 Uhr: Christian Lindner nutzt die Corona-Debatte für Merkel-Bashing: Es gebe nun eine "Kehrtwende von Bund und Ländern", die zwar richtig sei, so der FDP-Chef im ZDF-"Morgenmagazin". Er hätte sich eine transparente Politik der Öffnung mit Hygieneregeln statt Verboten allerdings schon vor 14 Tagen gewünscht. Die Bundeskanzlerin habe in den vergangenen Sitzungen mit den Ministerpräsidenten "die Ausfahrt verpasst". Deshalb werde jetzt all das, was da angeregt wurde, doch beschlossen. Da habe, so Lindner, "das Land Zeit verloren." Diese Zeit wäre aber beispielsweise für Kitas und Schulen wichtig gewesen, um sich vorzubereiten.

Kretschmann kritisiert Kollegen für Alleingänge

07.00 Uhr: Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) zeigte sich äußerst besorgt im Hinblick auf die Sitzung der Ministerpräsidenten mit der Bundeskanzlerin und kritisierte seine Amtskollegen in den anderen Ländern: "Anstatt die heutige Beratung abzuwarten, sind jetzt eine ganze Reihe von Kollegen mit eigenen Öffnungen vorgeprescht. Unsere Stärke lag bislang im gemeinsamen und behutsamen Vorgehen", sagte er dem SPIEGEL. "Diesen Weg sollten wir nicht verlassen. Dabei kann es durchaus einzelne länderspezifische Unterschiede geben, solange man im Großen und Ganzen beieinanderbleibt und eben Schritt für Schritt vorgeht", sagte er.

Das sei auch wichtig, um immer wieder zurückverfolgen zu können, mit welchen Lockerungen eventuelle Anstiege der Infektionsrate zusammenhingen. "Wir stehen noch mitten in der Pandemie. Zu meinen, wir seien schon über den Berg, nur weil sich die Infektionsrate gerade in Grenzen hält, wäre ein Spiel mit dem Feuer. Ein Hochlauf der Infektionen kann dann schneller da sein, als man denkt. Einen zweiten Lockdown würde unser Land nur schwer verkraften."

Mehr als 25.500 Corona-Tote in Frankreich

05.40 Uhr: In Frankreich ist die Zahl der Corona-Toten auf mehr als 25.500 Tote angestiegen. Das Land zählte in 24 Stunden 330 Tote in Krankenhäusern und Pflegeheimen, teilte das Gesundheitsministerium mit. Das ist etwas mehr als in den vergangenen Tagen - insgesamt liegt die Zahl der Toten nun seit Beginn der Epidemie bei 25.531. Die Zahl der Menschen, die mit schweren Verläufen auf Intensivstationen behandelt werden, ist weiter rückläufig.

Frankreich zählt mit Stand Dienstag insgesamt knapp 133.000 bestätigte Infektionen. In den vergangen 24 Stunden kamen gut 1100 dazu.

Kultusminister-Chefin lehnt Unterricht am Abend oder an Samstagen ab

05.25 Uhr: Für die Vorsitzende der Kultusministerkonferenz (KMK), Stefanie Hubig, steht trotz Corona-Pandemie ein Schulunterricht an Samstagen oder in den Abendstunden nicht zur Debatte. "Wir müssen auch die Belastung unserer Lehrkräfte, aber auch die der Schülerinnen und Schüler wie der Eltern im Blick behalten", sagte die rheinland-pfälzische Bildungsministerin dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Auch eine Verkürzung oder Verschiebung der Sommerferien halte sie für falsch.

Von den Bund-Länder-Gesprächen zwischen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten am Mittwoch erwarte sie sich "Leitplanken" für die Schulöffnungen. Allerdings hätten die Länder unterschiedliche Voraussetzungen. "Wir müssen deshalb auch auf regionale Unterschiede und solche zwischen einzelnen Schulen eingehen können", so die SPD-Politikerin.

Laut der Beschlussvorlage für das Gespräch von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten will der Bund allen Schülern schrittweise unter Auflagen bis zu den Sommerferien eine Rückkehr an die Schulen ermöglichen.

Mehr als 120 Millionen Schutzmasken vom Bund verteilt

04.35 Uhr: Der Nachschub an Schutzausrüstung für das medizinische Personal in der Coronakrise kommt weiter in Gang. Inzwischen wurden über den Bund rund 121 Millionen Schutzmasken beschafft und an die Länder und die Kassenärztlichen Vereinigungen ausgeliefert. Das geht nach Informationen der dpa aus einer Übersicht des Gesundheitsministeriums hervor.

Zusammen mit weiteren Masken, die noch nicht ausgeliefert sind, hat sich der Bund demnach inzwischen mehr als 306 Millionen Schutzmasken gesichert. Darin ist auch Material für Bundesbehörden enthalten.

Solche Schutzausstattung ist angesichts der Corona-Pandemie weltweit knapp. Die Bundesregierung ist deswegen im März in eine ergänzende zentrale Beschaffung eingestiegen. Die Lieferungen werden über die Kassenärztlichen Vereinigungen und die Länder an Arztpraxen, Kliniken und Pflegeheime weiterverteilt. Die Bundesregierung hat unter anderem auch regelmäßige Luftfrachtkapazitäten ins wichtige Herstellerland China reserviert. Eine Inlands-Produktion von Masken soll durch finanzielle Anreize und Abnahmegarantien angekurbelt werden.

Söders Popularitätswerte in Bayern sinken deutlich

04.25 Uhr: Die Zufriedenheit der Bayern mit der Arbeit von CSU-Ministerpräsident Markus Söder in der Coronakrise ist in den vergangenen drei Wochen deutlich gesunken. In einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag der Zeitung "Augsburger Allgemeine" äußerten sich 60 Prozent der Bayern zufrieden mit Söders Arbeit als Regierungschef - elf Prozent weniger als noch vor drei Wochen.

Der Anteil derjenigen, die klar unzufrieden sind, hat sich in der gleichen Zeit von 11 Prozent auf 31 Prozent fast verdreifacht. Vor allem unter Anhängern von FDP, Linke und AfD verliert der CSU-Chef an Zustimmung für seinen Kurs: Waren die Wähler der drei Parteien Mitte April noch mehrheitlich zufrieden mit der Arbeit des Ministerpräsidenten, überwiegt nun der Anteil derjenigen, die angeben, unzufrieden zu sein.

Für die Frage wurden im Zeitraum vom 7. April bis 5. Mai die Antworten von 5037 Teilnehmern aus Bayern berücksichtigt und gemäß der Zusammensetzung von Bayerns Bevölkerung gewichtet.

Trump fordert erneut rasches Hochfahren der US-Wirtschaft

03.55 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat erneut für eine rasche Wiederankurbelung der Wirtschaft seines Landes plädiert. Zwar sei im Kampf gegen das Coronavirus noch nicht "alles perfekt", sagte Trump beim Besuch einer Fabrik für Atemschutzmasken im US-Bundesstaat Arizona. "Aber wir müssen unser Land öffnen, und wir müssen es bald öffnen."

Trump hat immer wieder seine Ungeduld über die Corona-Restriktionen zum Ausdruck gebracht, die zu einem weitgehenden Rückgang der wirtschaftlichen Aktivität geführt haben. Ein halbes Jahr vor der Präsidentenwahl will er eine möglichst rasche Rückkehr zur Normalität.

Trumps Reise nach Arizona markierte das Ende einer wochenlangen Phase, in welcher der Präsident das Weiße Haus wegen der Pandemie kaum noch verlassen hatte. Ein halbes Jahr vor der Wahl sucht Trump wieder die Nähe zu seinen Anhängern und will bald auch in den Bundesstaat Ohio reisen.

Bei seinem Besuch der Fabrik des Honeywell-Konzerns trug Trump keine Maske - obwohl er im Vorfeld angedeutet hatte, dass er dies tun könnte. Das Unternehmen verlangt von den Beschäftigten des Werks, dass sie eine Maske am Arbeitsplatz tragen - was sie während des hohen Besuchs aus Washington auch taten. Auch einige Mitglieder von Trumps Delegation trugen Masken.

Bund befürchtet drastischen Anstieg bei Hartz IV

03.30 Uhr: Die Bundesregierung rechnet als Folge der Coronakrise offenbar mit deutlich mehr Hartz-IV-Beziehern. Das Arbeitsministerium erwarte in den kommenden sechs Monaten bis zu 1,2 Millionen zusätzliche sogenannte Bedarfsgemeinschaften, heißt es nach Informationen der Funke Mediengruppe in einer Antwort des Ministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag.

Bei einem sechsmonatigen Bezug der Leistungen rechnet das Ministerium demnach mit staatlichen Mehrausgaben von 9,6 Milliarden Euro. Der erwartete Anstieg bei den Hartz-IV-Bedarfsgemeinschaften bedeute einen Zuwachs um rund 40 Prozent im Vergleich mit dem März: In diesem Monat habe laut einer Berechnung der Bundesagentur für Arbeit die Zahl der Bedarfsgemeinschaften bei rund 2,83 Millionen gelegen. Das Arbeitsministerium erklärt den gestiegenen Leistungsbezug unter anderem mit den erleichterten Bewilligungen während der Pandemie.

Was die Corona-Statistik verrät – und was nicht

Die offiziell gemeldete Zahl der Infizierten bezieht sich ausschließlich auf mit Labortests nachgewiesene Infektionen. Wie viele Menschen sich tatsächlich täglich neu infizieren und bislang infiziert waren, ohne positiv getestet worden zu sein, ist unklar. Antikörperstudien zeigen, dass es eine erhebliche Dunkelziffer an unentdeckten Infektionen gibt.

Die offizielle Zahl der Toten beschreibt, wie viele Menschen mit dem Virus gestorben sind. In wie vielen Fällen die Infektion ursächlich für den Tod war, lässt sich daraus nicht unmittelbar ablesen. Obduktionsstudien zeigen aber, dass bei den meisten Toten die Covid-19-Erkrankung auch die Todesursache war.

Mehr Informationen dazu, was im Umgang mit Corona-Daten zu beachten ist und welche Quellen der SPIEGEL nutzt, lesen Sie hier.

US-Fluglinien verlieren zehn Milliarden Dollar - im Monat

02.55 Uhr: Die US-Fluggesellschaften kämpfen weiter ums Überleben. Zusammengerechnet verlieren sie mehr als zehn Milliarden Dollar pro Monat. Das wird der US-Branchenverband der Fluggesellschaften am Mittwoch dem US-Senat mitteilen. "Die US-Luftfahrtindustrie wird nach dieser Krise nur noch ein Schatten ihrer selbst sein, was sie mal vor drei Monaten war", zitiert die Nachrichtenagentur Reuters den Vorstandsvorsitzenden der Gruppe, Nicholas Calio.

Selbst nachdem mehr als 3000 Flugzeuge oder fast 50 Prozent der aktiven US-Flotten am Boden bleiben mussten, hätte es durchschnittlich nur 17 Passagiere auf einem Inlandsflug und 29 Passagiere pro internationalem Flug gegeben, erklärte die Vereinigung. Pleiten seien ohne massive Unterstützung von außen sehr wahrscheinlich.

Gilead will globale Versorgung mit Remdesivir sicherstellen

02.10 Uhr: Der US-Pharmakonzern Gilead ist auf der Suche nach Chemie- und Arzneimittelherstellern für sein experimentelles Covid-19-Medikament Remdesivir. Das Unternehmen befände sich in Gesprächen über den Aufbau eines Konsortiums von Produktionspartnern, um die globale Versorgung bis 2022 sicherzustellen, teilte Gilead mit. Das Medikament benötige für seine Herstellung knappe Rohstoffe und spezialisierte Fertigungskapazitäten.

Langfristige Lizenzen sollen nach Unternehmensangaben mit mehreren Generikaherstellern in Indien und Pakistan aushandelt werden, um Remdesivir für Entwicklungsländer zu produzieren. Einer der größten Arzneimittelhersteller Bangladeschs, Beximco Pharmaceuticals, werde die Remdesivir-Produktion in diesem Monat beginnen, berichtete Reuters unter Berufung auf einen Unternehmensleiter.

Gilead erhielt letzte Woche die US-Zulassung für die Verwendung von Remdesivir in Notfällen, nachdem der Arzneimittelhersteller Daten zur Verfügung gestellt hatte, die zeigten, dass das Medikament den Krankheitsverlauf bei Patienten verkürzen kann. Der Pharmakonzern hatte zuvor angekündigt, die ersten 1,5 Millionen Dosen zu spenden und das Medikament nach seiner Zulassung für so viele Menschen zugänglich und erschwinglich zu machen.

Ex-Beamter klagt gegen Trump-Regierung wegen Verharmlosung des Coronavirus

01.45 Uhr: Der abgesetzte Direktor einer Abteilung der US-Gesundheitsbehörde (HHS), Rick Bright, hat eine Beschwerde gegen die Regierung von Präsident Donald Trump eingereicht. Bright wirft der US-Regierung vor, dass seine Warnungen vor dem Coronavirus im Januar nicht ernst genommen worden seien und er Feindseligkeiten des Gesundheitsministers Alex Azar sowie anderen hochrangigen Mitarbeitern der Behörde ausgesetzt war.

"Dr. Bright handelte mit Dringlichkeit, um mit dieser Pandemie umzugehen, stieß aber auf Widerstand von der HHS-Führung, einschließlich Azar, der darauf bedacht zu sein schien, diese katastrophale Bedrohung herunterzuspielen", heißt es in der Klage.

Brights Anwälte argumentierten, dass seine darauffolgende Abberufung gegen ein Bundesgesetz zum Schutz von Informanten der Regierung verstoße.

Rick Bright hatte vor zwei Wochen in einer Stellungnahme mitgeteilt, er sei gegen seinen Willen auf eine weniger einflussreiche Stelle in einer anderen Behörde versetzt worden. Bright war überzeugt, dies sei geschehen, weil er sich widersetzt hatte, Hydroxychloroquin und das damit verbundene Chloroquin als Heilmittel für Covid-19 zu unterstützen. Die US-Regierung habe seiner Ansicht nach die Medikamente als "Wundermittel" angepriesen, obwohl sie "eindeutig keinen wissenschaftlichen Wert" hätten.

Uno-Sicherheitsrat über Corona-Resolution blockiert

01.30 Uhr: Die Welt diskutiert längst über die Wiedereröffnung von Gesellschaften in der Corona-Pandemie - unterdessen ringt der Uno-Sicherheitsrat noch immer um eine gemeinsame Haltung. Die 15 Mitglieder des mächtigsten Gremiums der Vereinten Nationen konnten sich nach Angaben aus Diplomatenkreisen bislang nicht auf eine Resolution einigen, die den Ruf von Generalsekretär António Guterres aus dem März nach einer weltweiten Waffenruhe unterstützt.

Hinter verschlossenen Türen wird die Blockade angesichts der weltweiten Krise als potenzielle diplomatische Katastrophe gesehen.

Hintergrund ist ein Streit zwischen den USA und China über die Rolle der Weltgesundheitsorganisation WHO in dem Beschluss. Die Vereinigten Staaten wollen die WHO, der Präsident Donald Trump Hörigkeit gegenüber China vorwirft, in dem von Frankreich und Tunesien ausgearbeiteten Text nicht erwähnt sehen. Bei einer informellen Sitzung des Sicherheitsrats am Dienstag deutete China mehreren Diplomaten zufolge aber an, gegen eine Resolution ohne namentliche Nennung der WHO womöglich ihr Veto einzulegen.

Angesichts der Blockade stehen Frankreich und Tunesien vor der Entscheidung, es auf eine Abstimmung mit dem Risiko eines Vetos ankommen zu lassen oder zu hoffen, dass weitere Verhandlungen den Durchbruch bringen. Die Spaltung des Gremiums schadet seiner Glaubwürdigkeit zunehmend. Deutschlands Uno-Botschafter Christoph Heusgen hatte Anfang April bereits die "ohrenbetäubende Stille" des Rats in der Coronakrise kritisiert.

Bund will Profifußball offenbar wieder erlauben

01.02 Uhr: Der Ball soll wieder rollen - zumindest bei den Profis: Das geht aus einer Beschlussvorlage des Bundes hervor: Ein genaues Datum für die ersten Spiele der Bundesligen steht allerdings noch nicht.

jok/cop/als/hba/dpa/Reuters/AFP
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