+++ News-Update am 15. Juli +++ Bolsonaro offenbar erneut positiv getestet

Der brasilianische Präsident Bolsonaro ist von seiner Covid-19-Erkrankung einem Bericht zufolge noch nicht genesen. Und: In Oklahoma hat sich der erste US-Gouverneur infiziert. Der Überblick am 15. Juli.
Jair Bolsonaro nahm am Mittwoch per Videoschalte an einer Veranstaltung teil

Jair Bolsonaro nahm am Mittwoch per Videoschalte an einer Veranstaltung teil

Foto: Andressa Anholete/ Getty Images

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Bolsonaro angeblich erneut positiv getestet

21.26 Uhr: Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro ist offenbar noch immer an Covid-19 erkrankt. Ein Corona-Test sei positiv ausgefallen, berichtete CNN Brasilien . Vor rund einer Woche hatte der Präsident seine Erkrankung öffentlich gemacht. Anfang dieser Woche hatte er gesagt, er wolle seine Arbeit wieder voll aufnehmen, wenn ein Test-Ergebnis negativ sei. Es gehe ihm aber gut.

Die brasilianische Regierung hatte die Pandemie von Anfang an heruntergespielt. Präsident Bolsonaro stemmte sich gegen Schutzmaßnahmen. Der rechte Staatschef fürchtete die wirtschaftlichen Schäden eines Lockdowns. Immer wieder zeigte er sich ohne Mundschutz in der Öffentlichkeit, löste Massenaufläufe aus und machte Selfies mit Anhängern.

Netanyahu kündigt Einmalzahlung für alle Israelis an

20.40 Uhr: Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu hat eine Einmalzahlung für alle Bürger zur Linderung der Finanznot in der Corona-Krise angekündigt. Familien mit einem Kind sollten umgerechnet gut 510 Euro bekommen, mit zwei Kindern rund 640 Euro und Familien mit drei und mehr Kindern rund 770 Euro, sagte Netanjahu. Für Alleinstehende solle die Einmalzahlung rund 190 Euro betragen. Selbstständige hätten in diesen Tagen bereits Zahlungen von bis zu 1900 Euro bekommen. Die weitere Finanzspritze für alle sei nun ein "ergänzender Schritt".

Kritiker sprachen von einem populistischen Vorgehen Netanyahus, der Proteste gegen seine Corona-Politik verringern solle. Angesichts der wachsenden Finanzkrise Israels handele es sich um gefährliche Verschwendung. Auch im Finanzministerium sei der Schritt umstritten, berichtete das israelische Fernsehen.

Netanyahu sagte dagegen: "Wir müssen die Wirtschaft wieder in Gang bringen." Die Menschen sollten mit dem Geld einkaufen gehen. "Dies kommt dann wieder den Geschäften zugute", sagte Netanyahu und rief die Bürger auf, israelische Waren zu kaufen. Die Einmalzahlungen müssten noch von der Regierung, möglicherweise auch vom Parlament gebilligt werden.

Vor knapp einer Woche hatte Netanyahu bereits ein Hilfspaket zur Linderung des finanziellen Drucks während der Coronakrise vorgestellt. Das Paket hat einen Umfang von umgerechnet 20 Milliarden Euro. Die Folgen der ersten Corona-Einschränkungen vom Frühjahr haben der Wirtschaft des Landes schwer zugesetzt. Die Arbeitslosenquote liegt gegenwärtig bei 21 Prozent.

Gouverneur des US-Bundesstaats Oklahoma mit Coronavirus infiziert

19.25 Uhr: Der Gouverneur von Oklahoma, Kevin Stitt, ist nach eigenen Angaben positiv auf das Coronavirus getestet worden. Damit ist der Republikaner der erste Regierungschef eines US-Bundesstaats, bei dem eine Infektion mit dem Virus bestätigt wurde.

Er sei am Dienstag getestet worden und habe ein positives Testergebnis erhalten, sagte Stitt in einer Videoschalte mit Journalisten. "Es geht mir gut, wirklich, man könnte sagen, ich bin asymptomatisch oder spüre ganz leichte Schmerzen."

Stitt sagte, er habe sich von seiner Familie isoliert und werde vorerst von zu Hause arbeiten. Der 47-Jährige hat die Bürger seines Bundesstaats ermutigt, Masken zu tragen, zeigt sich selbst aber nur selten in Öffentlichkeit mit Mund-Nasen-Schutz. Eine Maskenpflicht für ganz Oklahoma hat er bislang nicht erlassen.

In dem Bundesstaat mit rund vier Millionen Einwohnern sind bislang rund 22.000 Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 bestätigt worden. Seit einem Monat steigt die Zahl der bestätigten Infektionen dort rasch an. Oklahoma liegt im Südwesten der USA nördlich von Texas.

Luxemburg hat kein Verständnis für Einstufung als Risikogebiet

19.16 Uhr: Die luxemburgische Gesundheitsministerin Paulette Lenert hat bedauert, dass die Bundesregierung das Großherzogtum als Corona-Risikogebiet eingestuft hat. "Luxemburg hat in der EU bei Weitem die höchste Pro-Kopf-Zahl verdachtsunabhängiger Testungen auf eine Infektion mit dem Coronavirus", teilte sie am Mittwoch in einer gemeinsamen Erklärung mit der rheinland-pfälzischen Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) mit.

Luxemburg habe "ein hervorragend funktionierendes System der Kontaktnachverfolgung", das eine frühzeitige Erkennung und Isolierung von Kranken und Krankheitsverdächtigen sicherstelle. Durch die enge Zusammenarbeit mit den rheinland-pfälzischen Behörden sei es möglich, ein hohes Schutzniveau gegen die Weiterverbreitung des Virus zu erreichen. "Dies sollte erlauben, die jetzt erfolgte Risikoeinstufung durch den Bund schnellstmöglich wieder aufzuheben", betonte Lenert.

Das Auswärtige Amt warnt wegen der hohen Infektionszahlen vor "nicht notwendigen, insbesondere touristischen Reisen"  nach Luxemburg. Das Robert Koch-Institut listet Luxemburg als Gebiet, in dem "ein erhöhtes Risiko für eine Infektion mit Sars-CoV-2 besteht".

Iran meldet 140 Todesfälle im Gesundheitswesen

18.35 Uhr: In Iran sind nach offiziellen Angaben 140 Ärzte und Pflegekräfte nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben. Insgesamt hätten sich seit Beginn der Pandemie 5000 Mitarbeiter im Gesundheitswesen mit dem Erreger angesteckt, sagte eine Sprecherin das Gesundheitsministerium.

Präsident Hassan Rohani rief die Iraner auf, die Hygiene- und Abstandsregeln im Kampf gegen das Coronavirus einzuhalten. Er appellierte an die Bürger, Menschenansammlungen zu vermeiden und ihren Lebensstil an die derzeitige Lage anzupassen. In Iran wurden bereits mehr als 264.000 Corona-Fälle gemeldet. 13.410 Infizierte starben.

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Österreich verschiebt Wiedereröffnung von Nachtklubs

18.00 Uhr: Trotz weitreichender Lockerungen bleiben Nachtklubs in Österreich vorerst weiter geschlossen. Die in Aussicht gestellte Lockerung ab dem 1. August wurde vor dem Hintergrund der aktuellen Infektionszahlen verschoben. "Die derzeitige epidemiologische Lage in Österreich lässt weitere Öffnungsschritte aktuell nicht zu", erklärte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums am Mittwoch. Man werde die Situation im Zwei-Wochen-Rhythmus neu bewerten. In Österreich steigt die Zahl der Coronavirus-Diagnosen seit Mitte Juni wieder leicht an. Am Mittwoch waren rund 1270 aktive Fälle bekannt.

Für Österreichs Lokale gilt damit weiter eine Sperrstunde von 1 Uhr nachts. Der Sprecher des Verbands der österreichischen Nachtgastronomen, Stefan Ratzenberger, beklagte gegenüber der Nachrichtenagentur APA Partytourismus in die Nachbarländer Schweiz und Slowakei. Dort dürften Lokale bis in den frühen Morgen geöffnet bleiben. "Jeden Tag gibt es in ganz Österreich 'illegale' Partys, und wir dürfen nicht aufmachen", sagte Ratzenberger.

In Deutschland unterliegen Klubs und Diskotheken den Corona-Verordnungen der jeweiligen Länder. Ein Zeitpunkt der Wiedereröffnung mit Tanzbetrieb ist hier weiter ungewiss.

Olympische Jugendspiele auf 2026 verschoben

17.42 Uhr: Nach der Verlegung der Olympischen Spiele in Tokio um ein Jahr (23. Juli bis zum 8. August 2021) ist ein weiteres IOC-Event von der Corona-Pandemie betroffen. Thomas Bach, Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), gab nach der Sitzung des Exekutivkomitees bekannt, dass die Olympischen Jugendspiele in Senegals Hauptstadt Dakar von 2022 auf 2026 verschoben werden.

"Fünf Olympische Spiele in drei Jahren wären einfach zu viel Arbeit für alle Beteiligten gewesen", sagte Bach. Senegals Staatspräsident Macky Sall erklärte: "Ich möchte betonen, dass das IOC meine volle Unterstützung für die Organisation der auf 2026 verschobenen Olympischen Jugendspiele hat." Die Vereinbarung wurde am Mittwoch vom IOC-Exekutivkomitee genehmigt und wird der IOC-Vollversammlung am kommenden Freitag zur Ratifizierung vorgelegt.

Frankreich will sechs Milliarden Euro in sein Gesundheitssystem pumpen

17:24 Uhr: Nicht nur die französische Wirtschaft soll mit Milliardenhilfen aufgepäppelt werden (Eintrag von 16.36 Uhr), auch das angeschlagene Gesundheitssystem des Landes erhält eine massive Finanzspritze. Der neue Regierungschef Jean Castex kündigte "Investitionen" von sechs Milliarden Euro an. Sie sollen den Krankenhäusern und der Prävention zugute kommen. Zudem bekräftigte er Pläne für eine verschärfte Maskenpflicht.

"Unser Gesundheitssystem wurde in der Krise unsanft auf die Probe gestellt", sagte Castex bei seiner ersten Regierungserklärung vor der Nationalversammlung. Die französischen Kliniken waren in der Coronakrise schnell an ihre Belastungsgrenze gekommen, es gab mehr als 30.000 Todesfälle.

Zuvor hatte die Regierung mit den Gewerkschaften bereits Gehaltszuschläge für Ärzte und Pfleger in Höhe von insgesamt 8,1 Milliarden Euro ausgehandelt. Am Dienstag waren dennoch erneut tausende Gesundheitsmitarbeiter für mehr Geld und mehr Intensivbetten auf die Straße gegangen.

Castex bekräftigte zudem Pläne für eine verschärfte Maskenpflicht und mehr Corona-Tests. Präsident Emmanuel Macron hatte sich am Dienstag für das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes "in allen geschlossenen öffentlichen Räumen" ausgesprochen und als möglichen Stichtag den 1. August genannt. Ein Regierungssprecher sagte dazu, wegen der steigenden Infektionszahlen könne die Pflicht auch früher eingeführt werden.

Schleswig-Holstein erlaubt Veranstaltungen mit 500 Teilnehmern

17.00 Uhr: An Veranstaltungen mit sitzendem Publikum dürfen in Schleswig-Holstein vom nächsten Montag an im Freien bis zu 500 Besucher teilnehmen und damit doppelt so viele wie bisher. Dies hat die Landesregierung angesichts anhaltend niedriger Zahlen von Neuinfektionen mit dem Coronavirus beschlossen. Dabei geht es zum Beispiel um Konzerte. Darüber hinaus treten laut Mitteilung weitere Lockerungen für Veranstaltungen und Schwimmbäder in Kraft.

So sind sogenannte Veranstaltungen mit Gruppenaktivitäten ohne dauerhafte Sitzplätze künftig mit bis zu 150 Personen im Freien möglich. Innerhalb geschlossener Räume bleibt es bei 50 Teilnehmern. Veranstaltungen mit Marktcharakter sind künftig mit bis zu 500 Personen außerhalb und 250 Personen innerhalb geschlossener Räume unter erhöhten Sicherheitsanforderungen zulässig.

Walmart führt ab Montag Maskenpflicht in allen Läden ein

16.59 Uhr: Walmart, die größte Einzelhandelskette der USA, führt ab Montag in allen Läden eine Maskenpflicht ein. Von den mehr als 5000 Geschäften lägen bereits jetzt 65 Prozent in Regionen, wo dies von den Behörden vorgeschrieben werde, erklärt der Handelsriese. Der neue Schritt vereinheitliche das Vorgehen. Um die Umsetzung zu erleichtern, werde in allen Läden nur noch ein Eingang offen sein. Lesen Sie hier mehr.

Frankreich kündigt Milliardenhilfen an

16.36 Uhr: Frankreich will seine Industrie in der Corona-Pandemie mit 40 Milliarden Euro stützen. Das kündigte der neue Regierungschef Jean Castex in der Pariser Nationalversammlung an. Das zuvor angekündigte Konjunkturprogramm von 100 Milliarden Euro umfasst nach seinen Angaben unter anderem auch Hilfen zur Gebäudedämmung sowie eine Fahrradprämie.

Frankreich sei industriepolitisch "zu abhängig" von Partnerländern, sagte Castex in seiner ersten Regierungserklärung. Welchen Branchen die Hilfen zugute kommen sollen, führte er nicht aus. Die französische Automobil- und Luftfahrtindustrie wird bereits mit insgesamt 15 Milliarden Euro unterstützt. Insbesondere Air France und der Autohersteller Renault sind in Schieflage geraten.

Tönnies darf am Hauptstandort wieder schlachten

16.02 Uhr: Rund vier Wochen nach dem Corona-Ausbruch bei Deutschlands größtem Fleischbetrieb Tönnies in Rheda-Wiederbrück darf das Unternehmen an seinem Hauptstandort wieder schlachten. Die Stadtverwaltung hat den angeordneten Produktionsstopp für die Schlachtung am Mittwoch mit sofortiger Wirkung aufgehoben. Damit kann das Unternehmen in Rheda-Wiederbrück wieder Tiere von Landwirten annehmen und die Produktion schrittweise hochfahren.

Sowohl die Arbeit in der Schlachtung als auch in der Blutverarbeitung mit rund 600 Beschäftigten darf wieder aufgenommen werden. In den beiden Bereichen sei das Infektionsrisiko gering, da ein Abstand zwischen den Mitarbeitern eingehalten und die Räume belüftet werden könnten. Der Antrag für die Wiederinbetriebnahme des Bereichs Zerlegung werde derweil noch geprüft.

Im Juni hatten sich bei Tönnies in Rheda-Wiedenbrück über 1500 Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert.

US-Regierung nimmt Ausweisungsdrohung gegen Studierende zurück

15.56 Uhr: Die US-Regierung nimmt eine geplante Visa-Regelung zurück, mit der ausländische Studenten bei der ausschließlichen Belegung von Onlinekursen im Wintersemester zur Ausreise gezwungen werden sollten. Das geht aus dem Protokoll der Anhörung eines Bundesgerichts in Boston hervor, bei der es am Dienstag (Ortszeit) um den Fall ging. Die Einwanderungsbehörde ICE hatte die umstrittene Regelung in der vergangenen Woche angekündigt.

Die Maßnahme zielte auf ausländische Studenten an US-Universitäten ab, an denen von Herbst an wegen des Coronavirus nur Onlinekurse angeboten werden. Die Studierenden sollten das Land verlassen oder an Hochschulen mit persönlichen Vorlesungen wechseln - Letzteres hielten Betroffene vor dem Start des Wintersemesters Anfang September für unrealistisch.

Die Eliteuniversitäten Harvard und MIT hatten gegen die Maßnahme geklagt. 180 US-Universitäten sowie 26 Städte und Bezirke schlossen sich der Klage an. Außerdem gingen 17 US-Bundesstaaten sowie der Hauptstadtbezirk Washington juristisch gegen die geplante Regelung vor.

Neuinfektionen in den USA erreichen neuen Höchststand

15.35 Uhr: Die Zahl der nachgewiesenen Corona-Neuinfektionen in den USA hat einen neuen Höchststand erreicht. Rund 67.400 Menschen wurden am Dienstag positiv auf das Virus getestet, wie aus Zahlen der Johns-Hopkins-Universität  am Mittwoch hervorgeht. Das übertrifft den Wert von vergangenem Freitag, als rund 66.600 Neuinfektionen binnen 24 Stunden vermeldet wurden. Insgesamt haben sich in den USA, wo rund 330 Millionen Menschen leben, mehr als 3,4 Millionen Menschen mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert, mehr als 136.000 Menschen starben.

Nach illegalen Partys - Mallorca schließt Lokale am Ballermann

14.29 Uhr: Wegen illegaler Partys am Ballermann hat Mallorca die Zwangsschließung aller Lokale der "Bier-" und "Schinkenstraße" beschlossen. Diese Anordnung gelte zunächst für zwei Monate und trete am Mittwoch mit der Veröffentlichung des entsprechenden Beschlusses im Amtsblatt  sofort in Kraft, teilte der balearische Tourismusminister Iago Negueruela  mit.

Die Regionalregierung ordnete aus demselben Grund auch die Schließung aller Lokale der Straße Puerto Ballena in der Briten-Hochburg Magaluf westlich der Inselhauptstadt an. Das Verhalten einiger weniger Urlauber und Lokalbesitzer dürfe nicht die riesigen Anstrengungen der Menschen auf den Balearen im Kampf gegen die Pandemie aufs Spiel setzen, sagte Negueruela.

Der sozialistische Politiker bezog sich auf Fotos und Videoaufnahmen, die gezeigt hatten, wie Hunderte - mutmaßlich Touristen aus Deutschland und Großbritannien - am Wochenende an der Playa de Palma sowie in Magaluf getrunken, getanzt und gefeiert hatten. Sie waren unterwegs, ohne Schutzmaske zu tragen und ohne den in ganz Spanien vorgeschriebenen Sicherheitsabstand von mindestens eineinhalb Metern einzuhalten. Lesen Sie hier mehr.

EU-Kommission will zweite Corona-Welle und Lockdowns verhindern

14.10 Uhr: Zur Abwehr einer zweiten Corona-Infektionswelle setzt die EU-Kommission auf das Vernetzen der Warn-Apps verschiedener Länder, ein frühzeitiges Bekämpfen lokaler Hotspots und eine bessere Zusammenarbeit im Gesundheitswesen. Es gehe darum, erneute flächendeckende Lockdowns zu verhindern und die wirtschaftliche Erholung sowie die Bevölkerung zu schützen, sagte EU-Kommissionsvize Margaritis Schinas. Insbesondere müsse koordinierter als zu Beginn der Pandemie gehandelt und der Datenaustausch verbessert werden.

Früher und intensiver müsse in den Mitgliedstaaten für die Grippeimpfung geworben werden, um eine Doppelbelastung des Gesundheitssystems mit Grippekranken und Covid-19-Patienten zu vermeiden, appellierte die EU-Kommission. Nationale Exportbeschränkungen für medizinisches Material in der Coronakrise müssten beseitigt, die Beschaffung von Schutzmaterial müsse besser abgestimmt werden.

Corona-Ausbruch in österreichischem Schlachtbetrieb

13.39 Uhr: In einem Schlachthof in Österreich sind mindestens 29 Menschen mit dem Coronavirus infiziert worden. 244 Mitarbeiter des Fleischereibetriebs im niederösterreichischen Eggenburg nahe der Grenze zu Tschechien mussten in Quarantäne, wie ein Amtssprecher mitteilte. 40 weitere Testergebnisse standen nach Angaben der Gesundheitslandesrätin von Niederösterreich noch aus.

Nachdem ein Mitarbeiter Symptome gezeigt und sich an eine Hotline gewandt habe, seien alle Kollegen getestet worden, berichtete die österreichische Nachrichtenagentur APA. Mitarbeiter von Fleischereibetrieben werden in Österreich verstärkt getestet, seitdem im Juni mehr als 1400 Infektionen beim deutschen Fleischverarbeiter Tönnies in Nordrhein-Westfalen bekannt wurden.

In Niederösterreich gab es außerdem im Zusammenhang mit einer Kirche in der Stadt Wiener Neustadt einen Ausbruch mit bis Mittwoch mindestens neun Fällen und 270 möglichen Kontaktpersonen. Zuletzt hatte vor allem das Bundesland Oberösterreich mit einem Ausbruch der Pandemie zu kämpfen gehabt. Im Zusammenhang mit Schlachtbetrieben waren dort Anfang Juli rund zwei Dutzend Fälle aufgetreten. Eine Fleischerei nahe Linz schloss nach eigenen Angaben vorsorglich Anfang der Woche, nachdem mehrere Mitarbeiter positiv getestet worden waren.

Australier finden kuriose Gründe für Verstöße gegen Corona-Auflagen

13.26 Uhr: Wegen neuer Corona-Ausbrüche sind Melbournes Bewohner seit vergangener Woche wieder strengen Ausgangsbeschränkungen unterworfen, doch scheint es vielen schwerzufallen, sich daran zu halten: Innerhalb von sechs Tagen ergingen nach Angaben der Polizei vom Mittwoch über 500 Bußbescheide an Einwohner, die gegen die Regeln verstoßen haben - teilweise aus skurrilen Gründen. Insgesamt mussten sie umgerechnet mehr als eine halbe Million Euro Strafe zahlen.

Unter anderem erwischten die Ordnungshüter zwei Männer, die in ihrem geparkten Wagen Pokémon GO spielten. Eine andere ertappte Gruppe behauptete, sie wolle lediglich bei einem Freund ihre Handys aufladen. Ein Gast der Fast-Food-Kette KFC weigerte sich, sein Essen mit nach Hause zu nehmen und blieb auch nach mehreren Aufforderungen der Polizei mitsamt seiner Mahlzeit am Tisch des Schnellrestaurants sitzen.

Seit Beginn des Lockdowns wurden allein in Melbourne 1500 Infektionsfälle registriert. Hotspots sind Hochhäuser, Pflegeheime sowie eine Schule. Obwohl die Grenzen des betroffenen Bundesstaats Victoria geschlossen wurden, meldete inzwischen auch Sydney im benachbarten Bundesstaat New South Wales 34 Neuinfektionen. Vermutlich habe ein Mann aus Melbourne die Gäste eines Pubs angesteckt, teilte die Gesundheitsbehörde am Mittwoch mit.

Thailand zahlt einheimischen Touristen einen Teil des Urlaubs

12.59 Uhr: Die thailändische Regierung zahlt ihren Bürgern einen Teil des Urlaubs im eigenen Land und will damit den einheimischen Tourismus ankurbeln. Ab Mittwoch konnten sich die Leute dafür registrieren und die zuständige Behörde teilte mit, dass das bereits in den ersten Stunden 700.000 Menschen getan hätten. Ausländische Touristen dürfen coronabedingt zunächst noch nicht in das beliebte Urlaubsland einreisen.

Foto: CHRISTOPHE ARCHAMBAULT/ AFP

Die thailändische Regierung will bis zu 40 Prozent der Hotel- und Reisekosten der einheimischen Touristen übernehmen - maximal umgerechnet rund 83 Euro (3000 Baht) fürs Hotel und rund 28 Euro (1000 Baht) für den Flug pro Person. Insgesamt will die Regierung so fünf Millionen Hotelzimmer und zwei Millionen Flugtickets bis Ende Oktober subventionieren. Etliche Hotels im südostasiatischen Land sind noch wegen des Mangels an Touristen geschlossen.

Kein Corona-Ausbruch auf Mallorca nach Exzessen

12.39 Uhr: Auf Mallorca gibt es offiziellen Angaben zufolge derzeit 128 aktive Corona-Fälle unter den rund eine Million Einwohnern. Die exzessiven Feiern von Touristen ohne Schutzmaßnahmen am vorigen Wochenende hätten nicht zu einem Corona-Ausbruch geführt, sagte der Dezernatsleiter für Tourismus des Inselrates von Mallorca.

Bei den Vorfällen in der Nacht zum Samstag habe es sich um isolierte Einzelfälle in zwei Straßen gehandelt. Die große Mehrheit der Touristen würde sich sehr gut an die Einschränkungen halten. Mallorca hatte wegen der illegalen Partys unter anderem die Maskenpflicht verschärft. Hunderte von Menschen hatten in der Playa de Palma sowie in Magaluf westlich der Inselhauptstadt ohne Schutzmasken und Sicherheitsabstand getrunken, getanzt und gefeiert. Dabei soll es sich Medienberichten zufolge vor allem um Touristen aus Deutschland und Großbritannien gehandelt haben.

Einzelhandel befürchtet Pleitewelle gegen Jahresende

12.13 Uhr: Der Einzelhandel befürchtet angesichts des Umsatzeinbruchs im Zuge der Coronakrise eine Pleitewelle. Unter Verweis auf die wegen der Pandemiefolgen bis Ende September ausgesetzte Pflicht zum Antrag auf Insolvenz sagte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland (HDE), Stefan Genth, in einer Videoschalte: "Wir müssen leider davon ausgehen, dass eine Insolvenzwelle erst später zu erwarten ist - also letztendlich im Herbst und zum Jahresende." Die Frage sei dabei auch, ob die Politik die Ausnahmeregelung verlängere oder nicht.

Alle Artikel zum Coronavirus

Am 31. Dezember 2019 wandte sich China erstmals an die Weltgesundheitsorganisation (WHO). In der Millionenstadt Wuhan häuften sich Fälle einer rätselhaften Lungenentzündung. Mittlerweile sind mehr als 180 Millionen Menschen weltweit nachweislich erkrankt, die Situation ändert sich von Tag zu Tag. Auf dieser Seite finden Sie einen Überblick über alle SPIEGEL-Artikel zum Thema.

"Im Bereich Nicht-Lebensmittelhandel haben wie Insolvenzen im Bereich von 10.000 als möglich eingeschätzt", sagte Genth. Der HDE rechnet für dieses Jahr mit einem Rückgang der Erlöse von 40 Milliarden Euro im Bereich außerhalb des Lebensmittelhandels und insgesamt einem Umsatzminus von vier Prozent für den Einzelhandel. Laut einer HDE-Prognose ist davon auszugehen, dass gut 50.000 Geschäfte im Zuge der Coronakrise dichtmachen müssen. "Das heißt natürlich nicht im September/Oktober, sondern in der Folge daraus, wenn wir nicht zu einer normalen Konjunktur- und Konsumsituation zurückkommen", sagte Genth. Lesen Sie hier mehr.

Portugal verlängert Corona-Auflagen im Großraum Lissabon

11.58 Uhr: Wegen anhaltender Infektionsherde hat die portugiesische Regierung ihre Corona-Auflagen für die Metropolregion Lissabon bis mindestens Ende Juli verlängert. Fast im gesamten Land mit Ausnahme von Lissabon und seiner Umgebung gingen die Neuinfektionen zurück, begründete die Regierung ihre Entscheidung nach einer Dringlichkeitssitzung am Dienstagabend.

Die Auflagen waren bereits Anfang Juli für den gesamten Großraum Lissabon und insbesondere für 20 Vororte im Norden der Hauptstadt eingeführt worden. Die rund 700.000 Einwohner der Vororte dürfen ihre Häuser nur noch verlassen, um zur Arbeit zu gehen und dringende Einkäufe zu erledigen. Um Menschenansammlungen zu vermeiden, darf in ganz Lissabon kein Alkohol auf öffentlichen Plätzen konsumiert werden. Cafés und Bars müssen um 20 Uhr schließen.

Skiurlaub und Feste befeuerten Corona-Ausbreitung in Tirschenreuth

11.37 Uhr: Eine Untersuchung des Robert Koch-Institutes (RKI) zur Ausbreitung des Coronavirus im besonders betroffenen Landkreis Tirschenreuth hat einen Zusammenhang von Infektionen und bestimmtem Freizeitverhalten der Betroffenen festgestellt. 33 von 98 Befragten waren entweder kurz zuvor im Skiurlaub in Österreich oder Italien gewesen, hatten an einem Starkbierfest in der Stadt Mitterteich oder an einem zweiten Bierfest ("Zoigl") teilgenommen.

"Ein Zusammenspiel dieser drei Faktoren, zu einem Zeitpunkt, als noch kein einziger Fall aus dem Landkreis gemeldet worden war, scheint wahrscheinlich als Ursache für die rasante Ausbreitung des neuen Coronavirus in der Stadt Mitterteich und daraufhin im gesamten Landkreis", heißt es in der Studie des RKI. Andererseits seien die Faktoren als Erklärung für die starke Ausbreitung im Kreis Tirschenreuth nicht ausreichend.

Tirschenreuth war einer der Hotspots der frühen Corona-Welle in Deutschland. Am 10. März war der erste Fall registriert worden, binnen einer Woche stieg die Zahl der bestätigten Fälle auf 42. Am 18. März wurde für die Stadt Mitterteich die bundesweit ersten Ausgangsbeschränkungen verhängt. Am 1. April war mit 103 gemeldeten Fällen an nur einem Tag der Höhepunkt erreicht. Bis zum 11. Mai waren insgesamt 1122 Fälle bestätigt, 129 Patienten starben. Im Kreis Tirschenreuth leben insgesamt rund 72.000 Menschen.

Vermögen der Haushalte in Deutschland gesunken

11.05 Uhr: Der Kurssturz an den Börsen zu Beginn der Coronakrise hat am Vermögen der Menschen in Deutschland genagt. Im ersten Quartal verringerte sich das Geldvermögen der privaten Haushalte in Form von Bargeld, Wertpapieren, Bankeinlagen sowie Ansprüchen gegenüber Versicherungen gegenüber dem Rekordwert des Vorquartals um 128 Milliarden Euro oder 2,0 Prozent auf 6337 Milliarden Euro, wie die Bundesbank mitteilte. Die Verluste seien "in erster Linie auf die Kursstürze am Kapitalmarkt zurückzuführen, die durch die Pandemie und die Unsicherheit über ihre wirtschaftlichen Folgen ausgelöst wurden."

Zwar stieg das Geldvermögen in der Summe um 90 Milliarden Euro. Dem standen aber Bewertungsverluste von insgesamt 218 Milliarden Euro gegenüber. Sparer setzten unter anderem weiter auf Bargeld und Bankeinlagen, die zwar wegen der Zinsflaute kaum noch etwas abwerfen, auf die sie aber schnell zugreifen können. Zugleich steckten weiter Geld in Versicherungen, die Ansprüche wurden um 23 Milliarden Euro aufgestockt. In inländische Aktien investierten sie netto 8 Milliarden Euro. Im zweiten Quartal haben sich die Aktienkurse vieler Unternehmen erholt.

160.000 Katalanen müssen zurück in den Lockdown

10.56 Uhr: Für rund 160.000 Menschen in der spanischen Region Katalonien gelten aufgrund eines Anstiegs der Infektionen erneut scharfe Beschränkungen. Ein Gericht genehmigt eine entsprechende Anordnung der Regionalregierung, mit der die Einwohner von Lleida und sechs benachbarten Städten aufgefordert werden, zu Hause zu bleiben. Hotels, Restaurants und Bars sollen geschlossen bleiben. Lediglich das Abholen von Speisen und Auslieferungen sind gestattet.

Bund und Länder verschieben Gespräche über Ausreisesperre

10.32 Uhr: Bund und Länder haben ihre Gespräche über eine Änderung beim Umgang mit Corona-Hotspots verschoben. Eine ursprünglich für heute vorgesehene Videoschalte wird auf Donnerstag vertagt, heißt es in Verhandlungskreisen. Beraten wird etwa, ob die bisherigen Einreisebeschränkungen für Bewohner von besonders von Corona-Ausbrüchen betroffenen Kreisen durch eine Ausreisesperre ersetzt werden soll.

Dafür hatten sich am Dienstag auch Kanzlerin Angela Merkel und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder ausgesprochen. Bei diesem "japanischen Modell" werden alle Bewohner eines betroffenen Gebietes dann innerhalb von zwei Tagen getestet. Der Paradigmenwechsel würde es erlauben, die jeweiligen Beschränkungen zielgenauer auf eine kleinere Gruppe der Bevölkerung zu begrenzen.

Israel steuert auf weiteren Corona-Lockdown zu

10.19 Uhr: Nach einem starken Anstieg der Corona-Infektionen hält Israels Gesundheitsminister einen weiteren Lockdown in dem Land für kaum noch vermeidbar. Er hoffe, dass die zuletzt ergriffenen Maßnahmen wie die Begrenzung der Teilnehmerzahlen bei Veranstaltungen zu niedrigeren Infektionszahlen führten, sagte Juli Edelstein dem Nachrichtenportal "ynet". Wenn dies so komme, dann könne eine Lockdown-Entscheidung verschoben werden. "Wir müssen drei bis vier Tage abwarten, um zu schauen, aber es würde einem Wunder gleichkommen." Einem früheren "ynet"-Bericht zufolge hat Edelstein eine rote Linie bei 2000 Neuinfektionen pro Tag gezogen.

Der Minister wies zugleich Kritik zurück, dass die Regierung keine vorbereitenden Maßnahmen ergriffen habe, um einer zweiten Corona-Welle zu begegnen. Auch die Vorhaltung, ein weiterer Lockdown sei ein Eingeständnis von Behördenversagen, wollte er nicht gelten lassen. Ein Lockdown sei eine Maßnahme, die ergriffen werden müsse, um die Zahl der täglichen Neuinfektionen zu senken, sagte Edelstein.

Israel war es zu Beginn der Pandemie unter anderem mit einem raschen Lockdown gelungen, die Infektionszahlen niedrig zu halten. Nach Lockerungen schnellten die Zahlen jedoch in die Höhe. Am Montag wurde mit 1718 Fällen ein Rekordwert an täglichen Neuinfektionen erreicht, für Dienstag wies das Ministerium nach Zahlen vom Mittwochmorgen 1335 Neuinfektionen aus.

Nächster Corona-Fall im Schweizer Fußball

8.58 Uhr: Die Coronakrise zieht im Schweizer Fußball immer weitere Kreise und erhöht die Gefahr eines Saisonabbruchs. Auch das Erstliga-Schlusslicht Neuchatel Xamax vermeldete eine Corona-Infektion, nachdem bereits insgesamt zehn positive Fälle beim FC Zürich in der vergangenen Woche bekannt wurden. Der namentlich nicht genannte Profi habe jedoch nicht in den beiden vergangenen Partien gegen den FC Zürich und beim FC Thun auf dem Platz gestanden, hieß es in der Klubmitteilung.

Die Partie gegen den FC Sion wird von Mittwoch auf Donnerstag verschoben. Möglicherweise müssen dann weitere Spiele im ohnehin schon engen Spielplan der Super League neu angesetzt werden. Bis zum 3. August muss die Liga beendet sein, dann will die Union Europäischer Fußballverbände (UEFA) die Schweizer Teilnehmer am Europacup wissen.

Virologe über Union-Plan: Ohne Impfstoff kein volles Stadion 

08.20 Uhr: Der Essener Virologe Ulf Dittmer hält Fußballspiele in vollen Stadion derzeit für unmöglich und nannte entsprechende Pläne des Bundesligisten 1. FC Union Berlin "unverantwortlich". Der Direktor des Instituts für Virologie am Universitätsklinikum Essen sagte der "WAZ": "Bevor wir keinen Impfstoff haben, wird es kein volles Stadion geben."

Union strebt beim Saisonstart eine "Vollauslastung" des Stadions an. Erreicht werden soll dieses Ziel mithilfe von Corona-Tests für alle 22.012 Karteninhaber sowie alle Anwesenden vor Ort. Zugang zum Stadion erhalten nach diesen Plänen Zuschauer mit einem negativen Testergebnis, das nicht älter als 24 Stunden sein dürfe. Das Konzept will der Klub gemeinsam mit dem Berliner Senat und dem zuständigen Gesundheitsamt des Stadtbezirks Treptow-Köpenick ausarbeiten.

"Es existieren zwei Probleme", sagte Dittmer dazu. Der Test könne fehlerhaft abgenommen worden sein. "Außerdem kann es sein, dass das Testergebnis zwar negativ ist, die Person aber eigentlich schon infiziert und einen Tag später im Stadion infektiös ist. Dies kann man nicht ausschließen."

Jungunternehmer warnen vor Corona-Schuldenlast

07.06 Uhr: Die Jungen Unternehmer warnen angesichts steigender Staatsschulden aufgrund der Corona-bedingten Rettungs- und Konjunkturpakete vor untragbaren Lasten für künftige Generationen. "Es stellt sich die Frage, ob wir gerade vor dem Corona-Hintergrund aktuell über unsere Verhältnisse leben", sagt die Bundesvorsitzende des Verbands, Sarna Röser, dem "Handelsblatt". "Die Bürde, die zukünftige Generationen zu tragen haben, wird durch die Schuldenlast immer schwerer."

US-Firma: Impfstofftest zeigt gute Ergebnisse

06.20 Uhr: Ein experimenteller Coronavirus-Impfstoff der US-Biotechfirma Moderna zeigt einer Studie zufolge nach ersten Tests ermutigende Ergebnisse. In der ersten Phase der klinischen Tests hätten die Probanden Antikörper gegen den Erreger Sars-CoV-2 entwickelt, erklärte das an der Studie beteiligte Nationale Institut für Allergien und Infektionskrankheiten (NIAID). Bei den 45 Teilnehmern im Alter von 18 bis 55 Jahren habe es keine ernsthaften Nebenwirkungen gegeben, hieß es weiter.

Die Probanden, die innerhalb von zwei Monaten zwei Injektionen des Impfstoffs bekamen, entwickelten mehr neutralisierende Antikörper als Personen, bei denen eine Coronavirus-Infektion diagnostiziert worden war, wie es am Dienstag (Ortszeit) weiter hieß. Die beteiligten Forscher stellten die Ergebnisse auch in einer Studie im "New England Journal of Medicine"  vor. Der Hersteller Moderna sprach in einer Mitteilung von einer "robusten Immunreaktion", die nun den Weg für wesentlich größere Studien zur Wirksamkeit ebne.

Der Impfstoff mRNA-1273 soll bereits ab Ende Juli an rund 30.000 Probanden getestet werden - in einer sogenannten Studie der Phase 3. In den Tests der ersten Phase werden Impfstoffe immer nur an wenigen Freiwilligen getestet, weil es dabei zunächst vor allem um die Prüfung der Verträglichkeit geht. Nach ersten positiven Ergebnissen wurde die erste Phase auf 120 Probanden erweitert, um auch die Sicherheit des Impfstoffs bei älteren Menschen zu testen. Die Ergebnisse der erweiterten Studie liegen allerdings noch nicht vor.

Wegen des kurzen Studienzeitraums war auch noch nicht klar, ob und wie lange die Antikörper die Probanden tatsächlich vor einer Infektion mit dem Coronavirus schützen können. Das Blut der Teilnehmer solle daher noch ein Jahr lang regelmäßig auf den Anteil von Antikörpern geprüft werden, hieß es in der Studie.

Weltweit gibt es zahlreiche Impfstoffkandidaten in verschiedenen Stadien. Die erprobten Wirkstoffe haben unterschiedliche Funktionsweisen. Bei Modernas Präparat handelt es sich um einen sogenannten RNA-Impfstoff. Bislang gibt es weltweit noch keine Humanimpfstoffe, die dieses Verfahren nutzen.

Nach Coronavirus-Ausbruch im Klub: Profis in Quarantäne - Zürichs U21 spielt "zum Wohl des Schweizer Fußballs"

06.00 Uhr: Seit Tagen befinden sich die Profis des FC Zürich in Quarantäne. Das Spiel gegen den FC Basel wollte der Verein aber nicht ausfallen lassen. Die U21 verlor zwar, durfte aber "erhobenen Hauptes" nach Hause fahren.

Kommunen erwarten keinen normalen Schulbetrieb nach Sommerferien

05.35 Uhr: Der Städte- und Gemeindebund rechnet für das neue Schuljahr noch nicht mit einem Unterricht im Normalbetrieb. "Es wird nach den Sommerferien keinen Schulbetrieb wie vor der Corona-Pandemie geben können", sagte der Hauptgeschäftsführer des Kommunalverbandes, Gerd Landsberg, der "Passauer Neuen Presse" . Besondere Hygienemaßnahmen seien weiter erforderlich. "Dazu gehören kleinere Lerngruppen, gute Durchlüftung der Räume, mehr Raumkapazität und möglicherweise auch zusätzliches Personal", sage Landsberg.

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Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach warf mit Blick auf das nächste Schuljahr Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) Konzeptionslosigkeit vor. Es sei zu wenig, wenn Karliczek sage, bei einem Anstieg der Infektionen im Herbst werde man Lösungen von Schule zu Schule finden, sagte Lauterbach der "Welt" . "Ich hätte mir gewünscht, dass man im Sommer ein nationales Konzept entwickelt", sagte der SPD-Politiker. Das könne zum Beispiel vorsehen, dass die Klassen ausgedünnt werden, der Unterricht über den ganzen Tag gestreckt werde und es einen qualitativ hochwertigen Onlineunterricht gebe.

Auch Linkenparteichefin Katja Kipping betonte in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Mittwoch), über die Sommerpause sei ein "Digitalisierungsschub" notwendig, um Beschäftigten "Homeoffice zu ermöglichen und schulische Bildung aus den Klassenzimmern zu den Kindern zu bringen".

351 registrierte Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland

05.26 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 351 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit waren seit Beginn der Coronakrise mindestens

  • 199.726 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Mittwochmorgen meldete (Datenstand 15.7., 0.00 Uhr).

  • 9071 mit dem Virus infizierte Menschen sind gestorben - das bedeutet ein Plus von 3 im Vergleich zum Vortag.

  • Bis Mittwochmorgen hatten 186.000 Menschen die Infektion überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 14.7., 0.00 Uhr, bei 1,06 (Vortag: 1,00). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Mehr Urlauber reisen in Schweizer Ferienorte

04.55 Uhr: Die großen Schweizer Berggebiete verzeichnen nach dem Abflauen der Coronakrise in Europa höhere Buchungen als im vergangenen Jahr, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur zeigt.

"Wir haben für den gesamten Sommer ein Nachfrageplus von 27 Prozent", sagte Luzi Bürkli von der Organisation Graubünden Ferien. Beim Gasthaus Krone in La Punt im Engadin glühe seit Mitte Juni das Telefon, sagte Sonja Martin, die das Drei-Sterne-Haus mit ihrem Mann Andreas führt, im Schweizer Rundfunk. "Wir hatten noch nie zu dieser Zeit so gut gebuchte Hotelzimmer wie in diesem Augenblick."

Auch die Region Adelboden-Lenk-Kandersteg im Berner Oberland hat für Juli und August ein Plus an Buchungen im Vergleich zum Vorjahr. "Wir sind mit dem aktuellen Buchungsstand zufrieden", sagte Silvia Nüesch, Sprecherin von Adelboden-Lenk-Kandersteg Tourismus. Im Kanton Wallis ist die Lage ebenfalls vielversprechend, etwa in den Regionen Saas-Fee und Aletsch. "Im Monat Juni war die Belegung besser als im gleichen Monat in den vergangenen Jahren", sagte Mathias Fleischmann von der Vermarktungsorganisation Wallis Promotion.

Die Regionen profitieren von einem Plus an Schweizer Gästen, die wegen der Coronakrise nicht ins Ausland fahren. "Die Destinationen, die immer schon viele Schweizer Gäste hatten, haben in diesem Jahr noch mehr", sagte Fleischmann. "Wir profitieren vom Schweizer Gästebonus", sagte Bürkli. Graubünden hat ohnehin den höchsten Anteil Schweizer Gäste, fast 60 Prozent. Der Anteil der ausländischen Besucher sei nach ersten Eindrücken auf 20 bis 25 Prozent zurückgegangen. "Die meisten kommen aus Deutschland und den Beneluxstaaten", sagte er.

Trump hält Schulschließungen für eine "schreckliche Entscheidung"

04.00 Uhr: US-Präsident Donald Trump hält Schulschließungen trotz der fortschreitenden Verbreitung des Coronavirus in den USA für eine "schreckliche Entscheidung". Trump kritisierte mehrere Bezirke Kaliforniens, weil die Schulen dort auch zu Beginn des im August beginnenden Schuljahres geschlossen bleiben sollen. Unter anderem hatte der Bezirk Los Angeles  angekündigt, Schulen blieben bis auf Weiteres geschlossen, da sich das Coronavirus dort weiter verbreite.

"Ich würde Eltern und Lehrern sagen, dass Sie sich eine neue Person suchen sollten, wer auch immer für diese Entscheidung verantwortlich ist, denn es ist eine schreckliche Entscheidung", sagte Trump im Interview mit CBS News. Kinder und Familien würden Traumata erleben, müssten sie zu Hause bleiben. "Mütter können nicht zur Arbeit gehen, weil sie plötzlich zu Hause bleiben und auf ihr Kind und die Väter aufpassen müssen", sagte Trump.

Trumps Berater, der führende Immunologe Anthony Fauci, plädierte derweil für lokale Entscheidungen. Man solle versuchen, die Kinder in die Schule gehen zu lassen, sagte Fauci. Sei das Coronavirus aber vor Ort ausgebrochen, "dann überlassen Sie es den Menschen vor Ort", so Fauci.

Leerer Klassenraum in Montebello, Los Angeles

Leerer Klassenraum in Montebello, Los Angeles

Foto: LUCY NICHOLSON/ REUTERS

Städtetag sieht lokale Ausreisesperre bei Corona-Ausbrüchen skeptisch

02.05 Uhr: Der Präsident des Deutschen Städtetages, Burkhard Jung, sieht Ausreisesperren zur Eindämmung lokaler Coronavirus-Ausbrüche skeptisch. Zwar seien Regeln sinnvoll, um einen Ausbruch an der Quelle eindämmen, sagte der Leipziger Oberbürgermeister den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Ob Ausreisesperren dazugehören, wenn nichts anderes hilft, müssen wir diskutieren. Die Hürden dafür sind hoch", sagte Jung.

Ausreiseverbote müssten zeitlich eng begrenzt werden, vor Ort müsse umfassend getestet werden, damit solche Ausreisesperren schnellstmöglich wieder aufgehoben werden könnten, so Jung. "Dabei müssen die Grenzen nach dem Maßstab 'So eng wie möglich, so weit wie nötig' gezogen werden." Das brauche nicht gleich für den ganzen Kreis zu gelten. Dafür seien die Unterschiede in Deutschland viel zu groß.

Ausschreitungen in Israel: Tausende Demonstranten fordern Netanyahus Rücktritt

01.55 Uhr: Sie werfen ihrem Ministerpräsidenten Betrug und Bestechlichkeit vor: In Israel sind Tausende Menschen auf die Straße gegangen, um gegen Benjamin Netanyahu zu demonstrieren. Auch die Kritik am Corona-Krisenmanagement wächst.

Biden wirft Trump Verunglimpfung von Gesundheitsexperten vor

00.15 Uhr: Der designierte Präsidentschaftskandidat der US-Demokraten, Joe Biden, hat Amtsinhaber Donald Trump vorgeworfen, in der Corona-Pandemie Gesundheitsexperten schlechtzumachen. "Herr Präsident, bitte hören Sie auf Ihre Gesundheitsexperten, statt sie zu verunglimpfen", sagte Biden bei einem Auftritt in Wilmington im US-Bundesstaat Delaware. In der Coronakrise sei es bereits so schlimm gekommen, "dass sogar Donald Trump endlich entschieden hat, eine Maske in der Öffentlichkeit zu tragen". Dies sei allerdings nicht genug. Biden kritisierte auch Trumps Bestreben, das Land rasch zur Normalität zurückzuführen. Das sei keine Erfolgsstrategie.

Trump hatte seinem Berater, dem Immunologen Anthony Fauci, zuletzt "viele Fehler" vorgeworfen. Am Wochenende berichtete unter anderem die "Washington Post", dass sie eine Liste des Weißen Hauses mit Aussagen Faucis bekommen habe, die zeigen soll, dass er sich mit Blick auf die Corona-Pandemie mehrfach getäuscht habe.

Trump wird immer wieder vorgeworfen, dass er sein Augenmerk vor allem auf die Wiedereröffnung der Wirtschaft legt und das Ausmaß der Pandemie im Land trotz der Daten herunterspielt. Zudem wird Trump vorgehalten, er sei ein schlechtes Vorbild, weil er normalerweise keine Maske in der Öffentlichkeit trägt. Bei einem Besuch in einem Militärkrankenhaus am Samstag hatte Trump einen Mund-Nasen-Schutz getragen.

Mehrere Sambaschulen lehnen wegen Corona-Pandemie Teilnahme an Karneval in Rio ab

00.10 Uhr: Wegen der Corona-Pandemie wollen einige Sambaschulen in Brasilien beim weltberühmten Karneval von Rio de Janeiro im Februar 2021 nicht auftreten. Laut einem Medienbericht vom Dienstag befürchten die Schulen unter anderem, dass die Feierlichkeiten bei steigenden Infektionszahlen ohnehin abgesagt werden könnten. Demnach ergebe auch eine Verschiebung des Karnevals um einige Monate keinen Sinn, solange es keinen Impfstoff gegen das Coronavirus gebe.

Mangueira, Imperatriz Leopoldinense, Vila Isabel, Beija-Flor und São Clemente sind fünf der zwölf wichtigsten Sambaschulen des Landes. In einem Bericht der Zeitung "O Globo"  sprachen sich die Leiter der Schulen zunächst für eine unbegrenzte Verschiebung der Parade aus. "Es ist ganz einfach: Wenn es keinen Impfstoff gibt, gibt es keinen Samba", sagte Renatinho Gomes, Präsident der Sambaschule São Clemente.

Eine mögliche Verschiebung des Karnevals auf April oder Juni 2021 sehen die Schulen dem Zeitungsbericht zufolge ebenfalls skeptisch. "Ohne einen Impfstoff ist es unmöglich, den Karneval für irgendein Datum im Februar oder Juni zu organisieren", sagte Fernando Fernandes, Präsident von Vila Isabel.

Während des brasilianischen Karnevals tritt jede Schule mit fast 3000 kostümierten Mitgliedern auf. Beim Tanzen und Singen stehen die Teilnehmer oft sehr eng beieinander.

Sambatänzerinnen der Schule Vila Isabel beim Karneval im Februar 2020

Sambatänzerinnen der Schule Vila Isabel beim Karneval im Februar 2020

Foto: CARL DE SOUZA/ AFP

Neue Bilder von Banksy werben fürs Maskentragen

00.05 Uhr: Der Street-Art-Künstler Banksy hat in einer U-Bahn in London mit Ratten-Bildern für das Tragen von Masken in der Coronakrise geworben. Auf einem auf Instagram verbreiteten knapp einminütigem Video soll Banksy selbst zu sehen sein - mit Maske, weißem Schutzanzug, blauen Handschuhen und einer orangefarbenen Warnweste. Passagiere erkennen ihn nicht, weil sie ihn wohl für einen Mitarbeiter der Verkehrsbetriebe halten. Das Video wurde bis Dienstagabend mehr als 1,7 Millionen Mal angeklickt.

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Auf dem Video ist zu sehen, wie der Künstler mithilfe von Schablonen Ratten auf die inneren Wände und Fenster der Waggons malt. Ein Tier segelt zum Beispiel mit einem Mundschutz als Fallschirm herab, ein anderes - ohne Maske - niest viel Farbe an ein Fenster. Für seine Bilder benutzte Banksy auch Spraydosen und ein Drucksprühgerät.

Zum Schluss des Videos spielt Banksy auf den Hit "Tubthumping" der Band Chumbawamba an, in dem es unter anderem heißt: "I get up again" (etwa: Ich stehe wieder auf). Als Kommentar hinterließ Banksy auf Instagram: "Wenn du keine Maske trägst, kapierst du es nicht."

Die britische Regierung gab am Dienstag bekannt, dass vom 24. Juli an eine Maskenpflicht in Supermärkten und anderen Geschäften in England gelte. Jeder Landesteil in Großbritannien entscheidet über seine eigenen Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie. Eine Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln wurde im Juni in England eingeführt.

ptz/oka/mjm/mes/kko/dpa/Reuters/AFP/AP
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