+++ News-Update am 1. Juli +++ Kalifornien schließt erneut Bars, Kinos und Restaurants

Der Bundesstaat entwickelt sich zunehmend zum Brennpunkt der Corona-Pandemie in den USA. Die Kontaktbeschränkungen werden wieder verschärft, Apple muss Stores schließen. Der Überblick.
Souvenir-Shop in Hollywood: Restaurants, Bars und Kinos müssen in Kalifornien wieder schließen

Souvenir-Shop in Hollywood: Restaurants, Bars und Kinos müssen in Kalifornien wieder schließen

Foto: ROBYN BECK/ AFP

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Braunschweig-Fans feiern Aufstieg vor dem Stadion

22.43 Uhr: Offenbar ungeachtet der geltenden Kontaktbeschränkungen haben etliche Fans den Aufstieg von Eintracht Braunschweig in die 2. Fußball-Bundesliga gefeiert. Wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet, versammelten sich viele von ihnen vor dem Eintracht-Stadion, um mit der Mannschaft zu feiern.

Die Spieler standen währenddessen an den Hinterausgängen der Haupttribüne. Zeitgleich fanden in der Stadt mehrere Autokorsos statt. Trotz der Coronavirus-Pandemie waren zuletzt auch nach dem Bundesliga-Aufstieg von Arminia Bielefeld oder dem Zweitliga-Abstieg von Dynamo Dresden zahlreiche Fans vor Ort zusammengekommen.

Trump: "Virus wird irgendwann gewissermaßen einfach verschwinden"

22.41 Uhr: Trotz eines dramatischen Anstiegs der täglichen Neuinfektionen in den USA glaubt Präsident Donald Trump weiter an das Verschwinden des Coronavirus. Die Wirtschaft werde sich bald wieder erholen und "das Virus wird irgendwann gewissermaßen einfach verschwinden", sagte Trump im Gespräch mit dem Fernsehsender Fox Business. Die Demokraten werfen Trump angesichts solcher Äußerungen vor, im Kampf gegen das Coronavirus kapituliert zu haben - und das obwohl die Pandemie in den USA zunehmend eskaliert.

In den vergangenen sieben Tagen wurden in den USA jeden Tag im Schnitt gut 41.000 neue Infektionen registriert. Der bisherige Höhepunkt wurde am Freitag mit mehr als 45.000 neuen Fällen erreicht. Zum Vergleich: Der Höchstwert aus dem April lag bei gut 36.000 bestätigten Neuinfektionen an einem Tag. (Lesen Sie hier mehr zur Entwicklung in den USA.)

US-Absatz von VW und BMW bricht ein

22.08 Uhr: Volkswagen und BMW bekommen die Folgen der Coronavirus-Pandemie auch in den USA deutlich zu spüren. Bei VW ging der US-Absatz laut der Nachrichtenagentur Reuters um 29 Prozent auf knapp 70.000 Fahrzeuge zurück, bei BMW um 39 Prozent auf etwas unter 51.000. Auch der US-Hersteller General Motors muss heftige Einbußen hinnehmen. Mit rund 493.000 Fahrzeugen verkaufte das Unternehmen von April bis Juni in den USA 34 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Ähnliche Rückgänge vermeldeten Toyota und Chrysler.

Kalifornien reagiert auf hohe Zahl an Neuinfektionen

21.54 Uhr: Nach einem deutlichen Anstieg der Infektionen mit dem Coronavirus im US-Bundesstaat Kalifornien gelten dort wieder umfassende Beschränkungen des öffentlichen Lebens. Wie Gouverneur Gavin Newsom mitteilte, ist der Betrieb im Inneren von Restaurants für die nächsten drei Wochen untersagt. Auch Kinos, Weingüter, Museen und Zoos müssen wieder schließen. Bars und Brauereien müssen demnach in 19 besonders stark betroffenen Bezirken dichtmachen.

Besonders stark von der Pandemie betroffen ist laut der Johns-Hopkins-Universität das County Los Angeles, wo es derzeit über 100.000 bestätige Corona-Infektionen und mehr als 3.300 Tote in Folge von Covid-19-Erkrankungen gibt.

Ein erneuter, deutlicher Anstieg der Infektionszahlen ist laut der Nachrichtenagentur Reuters indes auch in den Bundesstaaten Texas und Florida zu beobachten. Das trifft auch den iPhone-Hersteller Apple. Das Unternehmen muss nach der zeitweisen Öffnung einiger Filialen nun erneut mehr als zwei Dutzend Geschäfte in sieben Bundesstaaten schließen. Apple hat mitgeteilt, seine Angestellten im Einzelhandel auch während der Schließung weiter zu bezahlen.

US-Präsident Donald Trump hat sich derweil für eine zweite Runde direkter Hilfszahlungen an die Steuerzahler ausgesprochen, um die Konjunktur wieder anzukurbeln. Es gehe darum, den Menschen "schnell und unkompliziert" Geld zukommen zu lassen, sagte Trump in einem Interview mit Fox News. Eine Summe nannte Trump jedoch nicht.

Wegen der Corona-Krise hatten Steuerzahler in Amerika zuletzt im Rahmen eines Konjunkturpakets einmalig 1200 US-Dollar pro Erwachsenem und 500 Dollar pro Kind bekommen. Eine erneute Hilfszahlung müsste vom Kongress gebilligt werden.

Pyramiden von Gizeh wieder für Touristen geöffnet

20.50 Uhr: Nach dreimonatiger Schließung wegen der Corona-Pandemie hat Ägypten am Mittwoch die Pyramiden von Gizeh wieder für Besucher geöffnet. "Es gibt viele Schutzvorkehrungen, bevor die Pyramiden betreten werden können", sagte die Reiseführerin Fatma Bayoumy der Nachrichtenagentur AFP. Auch das Ägyptische Museum in Kairo hat wieder geöffnet.

Ägypten hofft, mit der Öffnung der Touristenstätten den angeschlagenen Tourismussektor ankurbeln zu können. Am Dienstag hatte die Regierung bereits die Reiserestriktionen gelockert und den Flugverkehr für internationale Flüge freigegeben. In dem Land gibt es laut der Johns-Hopkins-Universität bislang rund 68.000 bestätigte Infektionen, noch immer stecken sich täglich mehrere hundert Menschen neu mit dem Virus an.

Chile verlängert Lockdown erneut

20.34 Uhr: Angesichts der weiter steigender Infektionszahlen hat die chilenische Regierung die strengen Ausgangsbeschränkungen in Teilen des südamerikanischen Landes erneut verlängert. Die Quarantäne für den Ballungsraum rund um die Hauptstadt Santiago de Chile sowie einige weitere Bezirke im Rest des Landes gilt laut der Nachrichtenagentur dpa noch mindestens bis Ende kommender Woche. In den betroffenen Gebieten lebt demnach mehr als die Hälfte aller Chilenen.

Friedhofsmitarbeiter ziehen den Sarg eines verstorbenen Corona-Patienten in Santiago de Chile (Foto vom Vortag)

Friedhofsmitarbeiter ziehen den Sarg eines verstorbenen Corona-Patienten in Santiago de Chile (Foto vom Vortag)

Foto: Esteban Felix/ dpa

Bislang haben sich in Chile nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität 282.043 Menschen nachweislich mit Sars-CoV-2 infiziert. Damit liegt Chile nach Brasilien und Peru an dritter Stelle in Südamerika, weltweit haben nur sechs andere Länder noch mehr Fälle gemeldet. 5753 Patienten sind in Chile bislang an den Folgen einer Infektion gestorben. Viele Krankenhäuser haben ihre Belastungsgrenze bereits erreicht.

Schulen, Kindergärten und Horte im Raum Linz werden wieder geschlossen

16:38 Uhr: Fast zeitgleich mit neuen Lockerungsschritten - seit heute ist unter anderem wieder jeder Mannschafts- und Kontaktsport erlaubt - kommt es in Österreich wegen eines Corona-Clusters zu regionalen Einschränkungen. Im Raum Linz in Oberösterreich würden von Freitag an für eine Woche die Schulen, Kindergärten und Horte wieder für eine Woche geschlossen, sagte Ministerpräsident Thomas Stelzer (ÖVP). Außerdem werde eindringlich an alle Bürger in der Region appelliert, in geschlossenen Räumen wieder Masken zu tragen und Veranstaltungen möglichst zu meiden.

Der Cluster sei nach bisherigen Erkenntnissen auf das Umfeld einer Freikirche zurückzuführen, so Stelzer. Einige Großfamilien mit mehreren Kindern hätten das Coronavirus verbreitet. Sie seien in Quarantäne. Die Polizei werde bei der Suche nach Kontaktpersonen helfen, hieß es.

Insgesamt wurden in Österreich binnen 24 Stunden laut Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) 107 neue Coronafälle gemeldet. Das ist die höchste Zahl seit Mitte April. Die meisten gingen auf das Konto des Clusters in Oberösterreich. In ganz Österreich sind aktuell rund 680 Menschen infiziert, etwa 60 sind in Kliniken, sechs davon auf der Intensivstation.

Bräutigam in Indien womöglich Quelle für 111 Infektionen

16:14 Uhr: Erst bei der Hochzeit und wenige Tage später bei der Beerdigung eines Mannes in Indien haben sich mehr als hundert Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert. Der 26-jährige Bräutigam habe am Tag seiner Hochzeit am 15. Juni Symptome einer Covid-19-Erkrankung gehabt, teilten die Behörden im nordöstlichen Bundesstaat Bihar mit. Zwei Tage später sei er gestorben.

"Bislang wurden 111 Menschen, die entweder an der Hochzeit oder an der Beerdigung teilgenommen haben, positiv getestet", sagte Raj Kishor Chaudhary von der zuständigen Gesundheitsbehörde. Zu der Hochzeit waren mehr als 300 Gäste gekommen, zur Beerdigung knapp 200 Menschen, darunter auch Hochzeitsgäste. Die Behörden leiteten Ermittlungen wegen Verstoßes gegen die Corona-Beschränkungen ein. Bei den sonst so aufwändig gefeierten Hochzeiten in Indien sind derzeit nur 50 Gäste erlaubt, bei Beerdigungen 20 Teilnehmer.

Ob der Bräutigam tatsächlich die Quelle des Ausbruchs war, blieb allerdings offen. Bevor seine Leiche auf Sars-CoV-2 getestet werden konnte, wurde sie eingeäschert. Bei der Braut sowie den Verwandten des Bräutigams wurde keine Corona-Infektion nachgewiesen.

Österreich bietet allen Tourismusbeschäftigten Corona-Tests an

15:04 Uhr: In Österreich können sich ab sofort alle Tourismusbeschäftigten, die Gästekontakt haben, fast fortlaufend auf das Coronavirus testen lassen. Die Kosten übernehme der Bund, bis Jahresende stünden dafür 150 Millionen Euro bereit, sagte Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) am Mittwoch in Wien: "Wir hoffen, dass so viele Betriebe wie möglich mitmachen, wir haben das Programm so breit wie möglich aufgestellt". Maximal werde ein Test pro Woche pro Mitarbeiter bezahlt. Ziel sei, dass in der Hauptsaison rund 70 bis 80 Prozent der Betriebe teilnehmen.

Für die Herbst- und Wintersaison, wenn sich viele Menschen wieder in geschlossenen Räumen aufhielten, sei die Teststrategie eine Überlebensversicherung für die Branche. In einem Pilotprojekt waren zunächst in fünf Regionen insgesamt 5000 Tourismusmitarbeiter getestet worden. Vier davon waren mit dem Coronavirus infiziert.

Sprunghafter Anstieg der Neuinfektionen in der Schweiz

14:50 Uhr: In der Schweiz haben sich die Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den vergangenen Tagen in etwa verdoppelt. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) meldet 137 neue bestätigte Ansteckungen. Am Vortag gab es 62 neue Fälle und am Montag 35. Insgesamt wurden bislang 31.851 Personen in der Schweiz positiv auf Covid-19 getestet und 1685 sind im Zusammenhang mit einer Infektion mit dem Erreger gestorben.

EU-Kommission warnt vor Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit

14.30 Uhr: Die EU-Kommission will in der Coronakrise einen dramatischen Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit wie in den Jahren der Finanz- und Schuldenkrise verhindern. "Es besteht das Risiko, dass die jungen Leute Opfer dieser Krise werden", sagte EU-Sozialkommissar Nicolas Schmit. Die Kommission schlage deshalb vor, mit 22 Milliarden Euro unter anderem das 2013 aufgelegte Programm der "Jugendgarantie" auszubauen.

Damit soll jungen Menschen innerhalb von vier Monaten nach Ende der Schulzeit oder bei Arbeitslosigkeit eine "hochwertige" Arbeitsstelle angeboten werden, die ihren Qualifikationen entspricht. Alternativ soll ihnen zumindest ein Ausbildungsplatz, eine Praktikumsstelle oder eine Weiterbildung angeboten werden. Die Mitgliedstaaten können für entsprechende Bildungs- und Unterstützungsprogramme EU-Mittel abrufen.

Die Zielgruppe dieses Programms soll nach Angaben der EU-Kommission nun von unter 26-Jährigen auf unter 30-Jährige ausgeweitet werden. Ein spezieller Fokus soll auf Minderheiten wie Kindern aus Migrantenfamilien und Menschen mit Behinderung liegen.

Nach Angaben der EU-Kommission haben seit 2013 rund 24 Millionen junge Menschen von der Jugendgarantie profitiert. Im aktuellen EU-Haushalt von 2014 bis 2020 standen dafür insgesamt 12,7 Milliarden Euro bereit. Die Mitgliedstaaten sollten weitere Mittel beisteuern, forderte Sozialkommissar Schmit. "Noch einmal 22 Milliarden sollte jetzt unser Mindestziel sein." Eine Einigung darüber müsste im Rahmen der Verhandlungen über den nächsten mehrjährigen Haushalt und das Corona-Hilfspaket getroffen werden.

Im Nachgang der Finanz- und Schuldenkrise war die Jugendarbeitslosigkeit ab 2008 überall in der EU und besonders in den südlichen Ländern stark angestiegen. In Griechenland und Spanien lag sie zeitweise bei über 50 Prozent, noch heute steht sie dort bei über 30 Prozent.

Merkel: Epidemische Lage noch nicht beendet

14.14 Uhr: Kanzlerin Angela Merkel hält die Gefahr durch eine Ausbreitung des Coronavirus immer noch für so groß, dass die sogenannte epidemische Lage nicht für beendet erklärt werden kann. Diese sichert dem Bund Sonderrechte in einer Pandemiesituation. Merkel mahnte im Bundestag, weiter konzentriert an der Eindämmung des Virus zu arbeiten. Sie sei "nicht ruhig" angesichts der Lage.

Katalonien: Regierungschef nennt Coronakrise als Argument für Unabhängigkeit

14.09 Uhr: Der katalanische Ministerpräsident Quim Torra hat die Coronakrise als neues Argument für eine Abspaltung seiner Region von Spanien benutzt. Die Verhängung eines 14-wöchigen Notstandes durch die Zentralregierung in Madrid habe gezeigt, wie sehr die "Katalanen einen eigenen Staat benötigen", sagte Torra in einer Rede vor dem Regionalparlament in Barcelona.

Durch die Ausrufung des Notstands habe der sozialistische Ministerpräsident Pedro Sánchez Katalonien in versteckter Form "wieder" unter Zwangsverwaltung gestellt und der Region weite Teile der Autonomie entzogen. Im Herbst 2017 hatte Sánchez' Vorgänger, der Konservative Mariano Rajoy, nach einem illegalen Unabhängigkeitsreferendum die Regionalregierung entmachtet.

"War es wirklich so schwer, zum Telefon zu greifen und in einen Dialog zu treten?", fragte Torra in Bezug auf das Corona-Krisenmanagement der Zentralregierung. Wenn seine Regierung die nötigen Befugnisse gehabt hätte, wäre Katalonien besser durch die Pandemie gekommen. Man hätte den in Not geratenen Familien und Firmen besser und schneller geholfen. "Und wir hätten auf keinen Fall einen einzigen Euro für den Kauf von Panzern, für andere militärische Dinge oder für das Königshaus ausgegeben. Aber leider sind wir nicht unabhängig", betonte der nationalistisch-liberale Politiker.

Mit mehr als 28.300 Toten und knapp 250.000 Infektionsfällen war Spanien eines der am schwersten von der Corona-Pandemie betroffenen Länder. Inzwischen ist die Zahl der aktuell Infizierten stark gesunken. Der Notstand zur Eindämmung der Pandemie, in dessen Rahmen die Rechte der rund 47 Millionen Bürger und auch der Regionalregierungen stark eingeschränkt wurden, war zwischen dem 15. März und dem 20. Juni in Kraft.

Ägypten und Libanon öffnen Flughäfen für regulären Flugverkehr

13:45 Uhr: Nach mehr als drei Monaten haben Ägypten und der Libanon ihre Flughäfen wieder für den regulären internationalen Flugverkehr geöffnet. Die erste reguläre Maschine habe die Hauptstadt Kairo am Mittwochmorgen in Richtung Tunesien verlassen, teilte die staatliche ägyptische Fluglinie Egypt Air mit. Demnach gibt es zunächst Verbindungen zu mehr als 20 Zielen. Auf die Liste stehen einem Sprecher zufolge auch Frankfurt, München und Berlin.

Allerdings gelten für Menschen aus Ägypten EU-weite Einreisebeschränkungen. Die Bundesregierung stuft das Land weiterhin als Corona-Risikogebiet ein. Die ägyptische Regierung hat bisher offiziell fast 70.000 Corona-Fälle und mehr als 1600 Tote gemeldet. Die Zahl der täglichen Neuinfizierungen war in den vergangenen Wochen gestiegen.

Der internationale Flughafen in der libanesischen Hauptstadt Beirut operiert zunächst nur mit zehn Prozent seiner Kapazität. Am Anfang sollten täglich 2000 bis 3000 Reisende ankommen, sagte ein Sprecher. Auch für das Land am Mittelmeer gelten die EU-Einreisebeschränkungen. Die Regierung Beirut hofft, dass Exil-Libanesen über den Sommer in die Heimat reisen und dort ihren Urlaub verbringen.

Berliner Flughäfen rechnen mit sprunghaftem Wiederanstieg von Passagierzahlen

13.43 Uhr: Der Reiseverkehr über die Berliner Flughäfen wird aus Sicht der Betreiber in diesem Monat wieder kräftig anziehen. "Wir erwarten im Juli etwa 20.000 Fluggäste pro Tag und Ende des Monats erwarten wir etwa 30.000", sagte Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup. Hauptgrund ist die Wiederaufnahme des Flugverkehrs durch Berlins größten Anbieter Easyjet. Insgesamt sind damit ab Mittwoch wieder 36 Fluggesellschaften an den beiden Hauptstadtflughäfen Tegel und Schönefeld aktiv und fliegen rund 100 Ziele in 40 Ländern an.

Die Zahl der Fluggäste pro Tag wird sich den Erwartungen zufolge bis Ende Juli mehr als verdreifachen. Im Vormonat waren täglich noch rund 8000 Passagiere gezählt worden.

Bis jedoch wieder das hohe Niveau vor der Krise erreicht wird, wird es aus Sicht des Flughafenchefs noch einige Jahre dauern. "In Berlin sind wir der Meinung, dass wir in drei bis vier Jahren den Status quo erreicht haben werden, den wir 2019 hatten", sagte Lütke Daldrup. Im vergangenen Jahr waren rund 35 Millionen Fluggäste über Berlin geflogen. "In diesem Jahr werden wir viel weniger haben."

Österreich: Ministerium empfiehlt Sexarbeit ohne Küsse, aber mit Maske

12.34 Uhr: Nach wochenlangem Stillstand dürfen Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter ihre Dienste in Österreich seit heute wieder anbieten. Das Gesundheitsministerium empfiehlt unter anderem:

  • Der Körperkontakt soll auf das notwendige Maß beschränkt werden.

  • Auf küssen und jegliche Formen des Speichelaustauschs sowie einander zugewandte Sexpositionen sollte verzichtet werden.

  • Ein Einweg- oder Stoff-Mund-Nasen-Schutz soll sowohl von Sexarbeitern als auch von Kunden getragen werden.

  • Masken, Handtücher und Matratzenbezüge sollten nach jedem Kontakt heiß gewaschen werden.

  • Kontakt wird nur zwischen zwei Personen empfohlen, von Gruppensex wird abgeraten.

  • Sexarbeiter und Sexarbeiterinnen werden ermutigt, den Gesundheitszustand ihrer Kunden vor Beginn der Dienstleistung zu überprüfen. Bei Symptomen, die auf eine Covid-19-Erkrankung hindeuteten, solle auf Sex verzichtet und Abstand gehalten werden.

Auch in den Niederlanden dürfen Sexklubs seit heute wieder öffnen. Die 1,5-Meter-Regel gilt bei Sexarbeiterinnen und Sexarbeitern nicht. Auch schreibt die Regierung keine "sicheren Positionen" vor, und es gibt keine Maskenpflicht. Die Branche hatte selbst ein Hygieneprotokoll erstellt. Danach müssen sich Freier die Hände desinfizieren. Alles, was im Raum angefasst wird, soll hinterher desinfiziert werden.

In Deutschland verlangt der Bundesverband Sexuelle Dienstleistungen, die Schließungen aller Prostitutionsstätten wieder aufzuheben.

Grüne fordern Einrichtung eines Pandemierats

12.10 Uhr: Um im weiteren Verlauf der Corona-Pandemie wirksam reagieren zu können, fordern die Grünen die Einrichtung eines wissenschaftlichen Pandemierats. Der Rat solle die Auswirkungen der Pandemie und die Maßnahmen der Bundesregierung zur Bekämpfung evaluieren, beobachten und Gutachten mit Handlungsempfehlungen für die nächsten Monate entwickeln. Das geht nach dpa-Angaben aus einem Antrag der Grünen-Bundestagsfraktion hervor.

Der bislang positive Verlauf der Pandemie in Deutschland sei auf die frühe Verfügbarkeit von Tests sowie insbesondere auf das verantwortungsvolle Verhalten der Bevölkerung und das Vertrauen in die wissenschaftliche Expertise zurückzuführen, heißt es in dem Antrag. "Diese Expertise fließt jedoch häufig nicht ausreichend, umfassend, transparent und schnell genug in das Handeln der Bundesregierung ein."

Die Berichterstatterin für Infektionsschutz in der Grünenfraktion, Kordula Schulz-Asche, sagte: "Für den weiteren Verlauf der Pandemie und vor allem um die Akzeptanz für den Infektionsschutz in der Bevölkerung zu bewahren, ist es notwendig, dass die Regierung nachbessert." Bereits geltende und zukünftige Maßnahmen müssten wissenschaftlich evaluiert, nachvollziehbar begründet und gut und allgemein verständlich kommuniziert werden.

Bund hat sich "frühzeitig Remdesivir gesichert"

12.04 Uhr: Das Bundesgesundheitsministerium erwartet "noch in dieser Woche" die Zulassung des Medikaments Remdesivir für die Behandlung von Covid-19-Patienten in der EU. "Mit der Zulassung ist die Verpflichtung verbunden, auch in angemessenem Umfang liefern zu können. Wir gehen davon aus, dass Gilead dieser Verpflichtung auch nachkommt", sagte ein Sprecher des Ministeriums am Mittwoch in Berlin. Er reagierte damit auf Medienberichte, dass die USA die Bestände des US-Konzerns Gilead aufgekauft hätten. "Der Bund hat sich frühzeitig Remdesivir für die Therapie von Corona-Patienten gesichert", fügte der Sprecher hinzu. "Momentan gibt es noch genug Reserven."

Die europäische Arzneimittelbehörde EMA hatte vor wenigen Tagen ihrerseits grünes Licht für den Einsatz von Remdesivir gegeben. Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der EMA hatte eine bedingte Zulassung der Arznei zur Behandlung von erwachsenen Patienten und Jugendlichen ab zwölf Jahren mit Lungenentzündung empfohlen, die zusätzlichen Sauerstoff benötigen. Ärzte können das Medikament, das den Markennamen Veklury erhalten soll, in Europa verschreiben, sobald es von der EU-Kommission genehmigt wurde. Diese folgt normalerweise den CHMP-Empfehlungen.

Deutschland hebt Einreisebeschränkungen für elf Nicht-EU-Staaten auf

11.00 Uhr: Deutschland gewährt Menschen aus elf Staaten außerhalb der Europäischen Union wieder die unbeschränkte Einreise. Das gilt nach einem Kabinettsbeschluss vom Mittwoch für Reisende aus Australien, Georgien, Kanada, Montenegro, Neuseeland, Thailand, Tunesien und Uruguay. Für Reisende aus Japan, Südkorea und China gilt es nur, wenn diese Länder auch Menschen aus Deutschland wieder die Einreise erlauben. Die Erleichterungen treten am Donnerstag in Kraft, wie das Bundesinnenministerium mitteilte.

Damit orientiert sich die Bundesregierung weitgehend an einem Beschluss der EU-Staaten vom Vortag. Demnach sollen Menschen aus 14 Ländern wieder einreisen dürfen. Die Liste soll alle zwei Wochen überarbeitet werden.

Hinzu kommen erweiterte Einreisemöglichkeiten für Menschen aus allen Staaten außerhalb der Europäischen Union, die einen wichtigen Reisegrund haben. Das können Deutsche oder Menschen mit Aufenthaltsrecht hierzulande sein, Saisonarbeiter in der Landwirtschaft, Seeleute oder Passagiere im Transitverkehr.

Für Reisende aus Risikogebieten gilt weiterhin eine 14-tägige Quarantänepflicht, falls sie kein negatives Testergebnis für das Coronavirus vorweisen können.

Österreich spricht Reisewarnung für den Westbalkan aus

10.59 Uhr: Die österreichische Regierung verhängt für die Länder des Westbalkans eine Reisewarnung. Aufgrund deutlich steigender Infektionszahlen in dieser Region werde für alle betroffenen sechs Länder die höchste Reisewarnstufe verhängt, sagt Außenminister Alexander Schallenberg. Betroffen sind die Länder Serbien, Bosnien-Herzegowina, das Kosovo, Montenegro, Nordmazedonien und Albanien.

Neue Bundesligasaison beginnt wohl Mitte September

10.39 Uhr: Die Deutsche Fußball Liga (DFL) will die neue Bundesligasaison entweder am 11. oder 18. September starten. Entschieden sei es noch nicht, "wir sind noch in Gesprächen mit dem DFB", sagte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert in einem Interview der "Welt". Aber es sei "sicherlich so", dass eines der beiden Daten für den ersten Spieltag vorgesehen sei. Die Möglichkeit, dass die Europapokal-Starter wegen der Finalturniere im August in Portugal (Champions League) und Deutschland (Europa League) erst später einsteigen, schloss Seifert nicht aus.

Dass dann auch wieder Zuschauer in die Stadien dürften, bleibe das Ziel. Bis zum 31. Oktober sind in Deutschland allerdings noch Großveranstaltungen verboten, für die kein Hygienekonzept vorliegt und bei denen eine adressenseitige Nachverfolgung der Besucher nicht möglich ist. "Es liegt also im Aufgabenbereich der DFL, einen Rahmen zu entwickeln, wie ein übergeordnetes Hygienekonzept aussehen kann", sagte Seifert. Die Klubs müssten dann die standortspezifischen Inhalte einfügen: "Es kann keine Lösung von der Stange geben, auch weil ein Stadion in einer Region mit mehr oder weniger Neuinfektionen und Maskenpflicht liegen kann - und ein anderes nicht."

466 gemeldete Neuinfektionen in Deutschland

10.18 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 466 Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Coronakrise 194.725 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI am Mittwochmorgen meldete (Datenstand 1.7., 0.00 Uhr).

8985 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland - das bedeutet ein Plus von 12 im Vergleich zum Vortag. Etwa 179.800 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das sind etwa 700 mehr als noch einen Tag zuvor.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 30.6., 0.00 Uhr, bei 0,83 (Vortag: 0,74). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert mit Datenstand 30.6., 0.00 Uhr, bei 0,67 (Vortag: 0,63). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

6,83 Millionen Menschen waren im April in Kurzarbeit

10.07 Uhr: Es ist die höchste jemals offiziell ermittelte Zahl von Kurzarbeitern in der Bundesrepublik: Im April waren nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit 6,83 Millionen Menschen in Deutschland in Kurzarbeit. Im März hatte die Zahl noch bei 2,49 Millionen gelegen, wie die Behörde am Mittwoch in Nürnberg mitteilte.

Den aktuelleren Schätzungen des Ifo-Instituts zufolge ging die Zahl der Kurzarbeiter im Juni aber zurück, nach einem Höchststand im Mai.

Die Zahl der Arbeitslosen ist im Juni erneut gestiegen. Es waren 40.000 mehr Menschen ohne Job als im Mai. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,1 Prozentpunkte auf 6,2 Prozent. Insgesamt waren 2.853.000 Menschen arbeitslos gemeldet.

Erste Ferienflieger aus Deutschland landen auf Kreta

8.28 Uhr: Griechenland hat am Mittwoch alle seine Flughäfen auf den Inseln und in den Ferienregionen des Festlands für Auslandsflüge geöffnet. Erstmals nach Ausbruch der Corona-Pandemie sind am Vormittag Charterflugzeuge aus Deutschland auf dem Flughafen der griechischen Ferieninsel Kreta gelandet.

Ärzte führen in allen Flughäfen Kontrollen durch. Alle Reisenden nach Griechenland müssen sich mindestens 48 Stunden vor der Ankunft elektronisch anmelden und angeben, wo sie vorher waren und wo sie sich in Griechenland aufhalten werden. Ein Algorithmus errechnet, ob und welche Reisenden nach ihrer Ankunft einen Corona-Test machen müssen, berichtete das Staatsfernsehen (ERT). Wer positiv getestet wird, muss dann 14 Tage in eigens für die Corona-Epidemie eingerichtete Isolierunterkünfte in Hotels gehen. Die Kosten übernimmt Griechenland. Das Land hat verglichen mit anderen Staaten Europas eine sehr niedrige Coronavirus-Infektionsrate.

Mindestens 45 Infizierte in bayerischem Cateringunternehmen

Cateringanbieter apetito in Gilching

Cateringanbieter apetito in Gilching

Foto: Matthias Balk/ dpa

7.46 Uhr: Nach einem Corona-Ausbruch beim Cateringunternehmen apetito in Bayern versuchen die Behörden, eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Helfen sollen weitere Tests und die Suche nach Kontaktpersonen der Infizierten in einem Betrieb des Caterers im oberbayerischen Gilching.

Bis Dienstagabend ergab die Reihentestung der Mitarbeiter 45 Fälle. Die Gesundheitsbehörden testen auch Bewohner von Flüchtlingsunterkünften, in denen Mitarbeiter leben. Trotz des neuen Hotspots schloss Landrat Stefan Frey (CSU) einen Lockdown in der Region zunächst aus. "Davon sind wir derzeit weit entfernt." Der Lockdown in einem Landkreis setze voraus, dass es sich um ein unspezifisches Ausbruchsgeschehen handelt. "Das ist bei uns derzeit nicht der Fall." Die Infektionsketten seien nachvollziehbar und auf konkrete Gemeinschaftseinrichtungen - Asylunterkünfte und das Unternehmen - begrenzt, sagte Frey.

Das Unternehmen belieferte das LMU Klinikum mit wochentäglich 4800 Patienten- und 1600 Mitarbeiteressen.

USA kaufen weltweite Remdesivir-Bestände auf

4.45 Uhr: Laut Berichten des "Guardian " und anderer Medien haben sich die USA offenbar auf Monate beinahe den kompletten Bestand des Ebola-Medikaments Remdesivir gesichert. Es soll sich um mehr als 500.000 Dosen des Mittels handeln und damit die komplette Produktionskapazität des Herstellers Gilead für den Monat Juli sowie 90 Prozent der Kapazität im August und September.

Demnach steht bis einschließlich September praktisch kein Remdesivir mehr für Behandlungen von Covid-19-Patienten in Europa und dem Rest der Welt zur Verfügung. Zuletzt hatte die EU-Arzneimittelbehörde die Zulassung des Medikaments empfohlen. Eine Studie hatte Ende April gezeigt, dass Remdesivir bei Covid-19-Patienten die Zeit bis zu einer Genesung im Schnitt um vier Tage verkürzen kann - von 15 auf 11 Tage. Dass auch die Sterblichkeit bei einer Einnahme zurückgeht, ist hingegen noch nicht gesichert.

Regierungskrise in Slowenien wegen Skandal um Schutzausrüstung

3.02 Uhr: In Slowenien ist die Regierung wegen eines Skandals um mutmaßliche Regelverstöße bei der Materialbeschaffung für den Kampf gegen die Corona-Pandemie in schwere Turbulenzen geraten. Der Innenminister trat am Dienstag zurück, der Wirtschaftsminister wurde vorübergehend festgenommen. Die rechtsgerichtete Regierung unter Ministerpräsident Janez Jansa amtiert erst seit Anfang März.

Eine Sondereinheit der Polizei ermittelt zu möglichen Gesetzesverstößen bei der Anschaffung von Schutzkleidung gegen das Coronavirus und Beatmungsgeräten. Dabei wurden am Dienstag mehrere Wohnungen durchsucht.

Laut Berichten slowenischer Medien soll Wirtschaftsminister Zdravko Pocivalsek bei der Beschaffung des medizinischen Materials bestimmte Firmen favorisiert haben, obwohl ihr Material nicht geeignet gewesen sei. Pocivalsek weist die Vorwürfe zurück.

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Am 31. Dezember 2019 wandte sich China erstmals an die Weltgesundheitsorganisation (WHO). In der Millionenstadt Wuhan häuften sich Fälle einer rätselhaften Lungenentzündung. Mittlerweile sind mehr als 180 Millionen Menschen weltweit nachweislich erkrankt, die Situation ändert sich von Tag zu Tag. Auf dieser Seite finden Sie einen Überblick über alle SPIEGEL-Artikel zum Thema.

1,4 Millionen Corona-Infizierte und fast 60.000 Tote in Brasilien

0.19 Uhr: In Brasilien sind fast 60.000 Menschen an Covid-19 gestorben. Die Zahl stieg binnen einem Tag um 1280 auf 59.594, wie aus Daten des Gesundheitsministeriums hervorgeht. Die Zahl der Infektionsfälle legte um 33.846 auf über 1,4 Millionen zu.

pbe/mes/fek/Reuters/AFP/dpa
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