+++ News-Update am 13. Mai +++ Studie geht von 2,3 Millionen Infizierten in Spanien aus

Antikörpertests lassen darauf schließen, dass fünf Prozent der Spanier sich bereits mit dem Coronavirus infiziert haben. Saarland-Ministerpräsident Hans fordert schnellere Lockerungen der Grenzkontrollen. Der Überblick am 13. Mai.
Protest in Madrid: Spanier protestieren gegen die Regierung

Protest in Madrid: Spanier protestieren gegen die Regierung

Foto: Manu Fernandez/ dpa

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Gesundheitsbeamter warnt USA wegen Corona vor "dunkelstem Winter"

23.20 Uhr: Den USA könnte wegen eines gleichzeitigen Ausbruchs der Grippe und des Coronavirus nach Ansicht eines ranghohen Gesundheitsbeamten der "dunkelste Winter der jüngeren Geschichte" bevorstehen. Die Zeit für die Regierung, noch rechtzeitig eine auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basierende Strategie zu planen und umzusetzen, laufe jetzt rasch ab, warnte Rick Bright in einer vorab verbreiteten Aussage für einen Ausschuss des Repräsentantenhauses. Ohne koordinierte Strategie würde die Pandemie zu Erkrankungen und Todesfällen in noch nie da gewesenem Ausmaß führen, warnte er. Er sollte am Donnerstag im Parlament angehört werden.

Bright wurde im April nach eigenen Angaben als Direktor einer dem Gesundheitsministerium untergeordneten Behörde geschasst, weil er sich weigerte, von US-Präsident Donald Trump angepriesene Behandlungsmethoden für die Lungenerkrankung Covid-19 zu unterstützen, die nicht wissenschaftlich belegt waren. Bright wurde auf einen Posten im Nationalen Gesundheitsinstitut (NIH) versetzt. Trump wiederum erklärte damals, er kenne den Beamten gar nicht.

Ansteckungsgefahr in Klubs und Bars: Das Ende der Nacht

21.55 Uhr: Der Fall eines neuen Superspreaders in Südkorea zeigt: Nachtklubs und Bars wieder zu öffnen, birgt ein gewaltiges Risiko. Die Branche muss sich einer bitteren Wahrheit stellen.

Saarlands Ministerpräsident fordert schnellere Rückkehr zur Schengenfreiheit

21.45 Uhr: Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) macht auch nach den angekündigten Lockerungen der deutschen Grenzkontrollen zu Frankreich weiter Druck. Er sei froh, dass "endlich die Grenzbarrikaden fallen" an den kleinen Grenzübergängen in seinem Bundesland, sagte Hans in den ARD-"Tagesthemen". Er werde aber nicht aufhören zu kämpfen, dass die Schengenfreiheit zurückkommt. Die Grenze müsse für alle fallen und es "sollte früher als der 15.6. sein". Man müsse sich anschauen, "ob man es sich leisten möchte, die Menschen vier Wochen noch einmal einzuschränken".

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hatte am Mittwoch das Ende der Kontrollen an der Grenze zu Luxemburg ab Samstag angekündigt. Die Grenzkontrollen zu Frankreich sollen dagegen bis zum 15. Juni verlängert werden. Es dürfen aber künftig wieder alle Übergänge genutzt werden. Statt systematischer Kontrollen werde es dort nur noch Stichprobenkontrollen geben.

Weltwirtschaft könnte 2020 wegen Corona um 3,2 Prozent schrumpfen

21.42 Uhr: Die Vereinten Nationen dämpfen ihre Wirtschaftsprognose wegen der Corona-Pandemie deutlich. Die Weltwirtschaft könnte in diesem Jahr um 3,2 Prozent schrumpfen, hieß es in einer Mitteilung zum Uno-Halbjahresbericht zur wirtschaftlichen Situation weltweit. Schlimmstenfalls sei sogar ein Rückgang von 4,9 Prozent denkbar. Mit einer schrittweisen Erholung werde erst von 2021 an gerechnet, hieß es in dem Ausblick.

Vor der Krise war die Uno noch von einem Wachstum um 2,5 Prozent ausgegangen. Bereits Anfang April trübte sich die Einschätzung deutlich ein, damals ging die Organisation von minus 0,9 Prozent aus.

Die Pandemie habe eine Gesundheits- und Wirtschaftskrise unbekannten Ausmaßes entfesselt, betonte die Uno. Zwar sei die Zahl der Neuinfektionen und die der Todesfälle im Zusammenhang mit der Erkrankung Covid-19 in den vergangenen Wochen zurückgegangen. Über den künftigen Verlauf der Pandemie und ihre wirtschaftlichen und sozialen Konsequenzen bestünden aber weiterhin Unsicherheiten. "Ohne schnelle Durchbrüche bei der Impfstoff- und Therapieentwicklung wird die Welt nach Covid-19 wahrscheinlich erheblich anders sein", so die Uno. Es drohten eine langsame Erholung und ein anhaltender Wirtschaftseinbruch - mit zunehmender Armut und Ungleichheit.

Fünf Prozent der spanischen Bevölkerung sollen infiziert sein

21.25 Uhr: In Spanien haben sich einer Studie zufolge bisher wahrscheinlich fünf Prozent der Bevölkerung oder 2,3 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Dies ergab die erste Runde einer Ende April gestarteten Testreihe auf Antikörper in 36.000 Haushalten mit rund 90.000 Bewohnern, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Die Tests sollen helfen, das wahre Ausmaß des Corona-Ausbruchs im Land einzuschätzen.

Offiziell lag die Zahl der mit dem Virus infizierten Spanier am Mittwoch bei knapp 229.000. Jedoch gilt die Zahl nicht als repräsentativ, weil die Tests größtenteils bei Erkrankten mit starken Symptomen oder Mitarbeitern des Gesundheitssektors durchgeführt wurden.

Die Studie geht weiter, um genauere Ergebnisse zu erzielen: Alle Teilnehmer werden zwei verschiedenen Tests unterzogen, die insgesamt drei Mal im Abstand von drei Wochen durchgeführt werden.

Bisher gab es in den verschiedenen Autonomen Gemeinschaften des Landes sehr unterschiedliche Resultate: Während in der besonders stark betroffenen Region Madrid offenbar mehr als zehn Prozent der Bevölkerung Antikörper entwickelt hat, liegt die Zahl in weniger betroffenen Gebieten wie den Kanaren oder Mallorca nur bei etwa zwei Prozent.

Mit solchen Tests können Experten herausfinden, ob ein Mensch bereits mit Sars-CoV-2 infiziert war und dagegen Antikörper im Blut gebildet hat - auch wenn er kaum oder keine Symptome der Krankheit hatte und oft gar nichts von seiner Ansteckung wusste.

Allerdings funktionieren die Tests bisher nicht absolut zuverlässig und schlagen oft auch bei anderen Coronaviren an. Mehrere dieser Erreger verursachen Erkältungskrankheiten beim Menschen. Ein positives Ergebnis muss deshalb nicht bedeuten, dass der Betroffene tatsächlich mit dem neuartigen Erreger infiziert war.

Coronavirus, Covid-19, Sars-CoV-2? Was die Bezeichnungen bedeuten.

Coronavirus: Coronaviren sind eine Virusfamilie, zu der auch das derzeit weltweit grassierende Virus Sars-CoV-2 gehört. Da es anfangs keinen Namen trug, sprach man in den ersten Wochen vom "neuartigen Coronavirus".

Sars-CoV-2: Die WHO gab dem neuartigen Coronavirus den Namen "Sars-CoV-2" ("Severe Acute Respiratory Syndrome"-Coronavirus-2). Mit der Bezeichnung ist das Virus gemeint, das Symptome verursachen kann, aber nicht muss.

Covid-19: Die durch Sars-CoV-2 ausgelöste Atemwegskrankheit wurde "Covid-19" (Coronavirus-Disease-2019) genannt. Covid-19-Patienten sind dementsprechend Menschen, die das Virus Sars-CoV-2 in sich tragen und Symptome zeigen.

Mehr als 172.000 Infektionen in Deutschland

21.18 Uhr: Bundesweit sind bis Mittwochabend über 172.000 Infektionen mit dem Coronavirus registriert worden. Mindestens 7711 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind den Angaben zufolge bislang bundesweit gestorben. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt. Die US-amerikanische Johns-Jopkins-Universität, die auch nicht-offizielle Quellen nutzt, zählte bereits 173.824 Infizierte und 7792 Tote in Deutschland.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Dienstag bei 0,81. Das bedeutet, dass jeder Infizierte im Mittel weniger als eine weitere Person ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Nach RKI-Schätzungen haben in Deutschland rund 148.700 Menschen die Infektion überstanden. Wie für andere Länder rechnen Experten aber auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

Besonders hohe Zahlen registrierter Infektionen haben den Statistiken der Bundesländer zufolge Bayern mit mehr als 45.100 nachgewiesenen Fällen und mindestens 2231 Toten, Nordrhein-Westfalen mit mehr als 35.500 Fällen und mindestens 1472 Toten sowie Baden-Württemberg mit mehr als 33.600 bestätigten Fällen und mindestens 1613 Toten. Die Uhrzeit, wann ein neuer Tagesstand gemeldet wird, variiert sowohl von Bundesland zu Bundesland als auch unter Umständen von Tag zu Tag.

Gerechnet auf 100.000 Einwohner verzeichnet Bayern mit einem Wert von 345,3 die meisten Infektionen. Im Bundesschnitt waren es 206,9. Allerdings ist die Anzahl der erfolgten Tests pro 100.000 Einwohner in den Bundesländern unterschiedlich hoch.

WHO warnt nach Lockerungen

21.15 Uhr: Die Lockerung der Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus signalisieren in keiner Weise das Ende der Krise. Das betonte die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Die Rückkehr in eine Art Normalität sei ein langer Weg, sagte Nothilfekoordinator Michael Ryan am Mittwoch in Genf. Nur mit einem umfangreichen Programm zur Überwachung der Neuansteckungen seien die Lockerungen sinnvoll.

Die Maßnahmen zu lockern, bevor die Ansteckungen deutlich gesunken seien, berge das Risiko vieler neuer Ansteckungen, sagte Ryan. Die Maßnahmen zu lockern, ohne anschließend umfangreich zu testen und mögliche Infektionsketten zu überwachen, sei gefährlich. Zu warten, bis die Zahl der Infizierten in Krankenhäusern steige, sei ebenfalls gefährlich. Das könne Wochen dauern, und dann sei es zu spät, die Infektion unter Kontrolle zu halten. Dann könnten neue Einschränkungen nötig werden, sagte Ryan.

Mehr als 27.000 Todesfälle in Frankreich

21.10 Uhr: In Frankreich sind mehr als 27.000 Menschen in Folge einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Seit Beginn der Pandemie seien 27.074 Todesfälle registriert worden, teilte das Gesundheitsministerium am Mittwochabend mit. Die Zahl der Toten stieg damit im Vergleich zum Vortag um 83. Nach Angaben des Ministeriums wurden 9973 der Todesfälle in Alten- und sozialen Pflegeeinrichtungen registriert. Rund 27.000 Menschen wurden noch in Kliniken wegen einer Infektion mit dem Virus Sars-CoV-2 behandelt.

Die Zahl der Patientinnen und Patienten in Intensivstationen sank demnach jedoch weiter. Erstmals seit Ende März seien knapp weniger als 2500 Menschen in intensiver Behandlung im Krankenhaus. Fast drei Viertel der in einer Klinik behandelten Fälle, 72 Prozent, teilten sich dem Ministerium zufolge auf vier besonders betroffene Regionen auf: die Pariser Hauptstadt-Region Île-de-France, die ostfranzösischen Regionen Grand Est und Auvergne-Rhône-Alpes und Hauts-de-France im Norden Frankreichs.

Die vielen Symptome von Covid-19

21.05 Uhr: Das Coronavirus kann offenbar den ganzen Körper angreifen. Ärzte berichten von Blutgerinnseln, juckenden Bläschen und "Corona"-Zehen. Der Überblick über mögliche Symptome.

Lockerungen in Mexiko trotz stark steigender Zahl an Neuinfektionen

20.10 Uhr: Mexiko hat erste Lockerungen seiner Corona-Maßnahmen verkündet, während die Fallzahlen noch rapide steigen. Ab kommenden Montag werden in den am wenigsten betroffenen Regionen nach fast zwei Monaten die Beschränkungen aufgehoben, wie Präsident Andrés Manuel López Obrador mitteilte. Er sprach von Licht am Ende des Tunnels. Außerdem wurden drei Industrien für unerlässlich erklärt, die zuvor wegen der Pandemie den Betrieb hatten einstellen müssen: die Hersteller von Fahrzeugen und Fahrzeugteilen, der Bau und der Bergbau.

Mexiko befindet sich nach Einschätzung der Regierung derzeit in der schlimmsten Phase der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus. Bislang wurden 38.324 Infektionen und 3926 Todesfälle bestätigt. Die tatsächlichen Zahlen dürften deutlich höher liegen - auch weil in Mexiko kaum getestet wird. Am Dienstag wurde mit 347 Todesopfern die bisher höchste Zahl innerhalb von 24 Stunden gezählt.

Noch bis zum 30. Mai gilt grundsätzlich die Unterbrechung nicht unerlässlicher Aktivitäten. Autobauer wie Volkswagen, das eines seiner größten Werke in Mexiko hat, stellten die Produktion ein. Mexiko ist der weltweit sechstgrößte Produzent und viertgrößte Exporteur von Autos. Auch Lieferketten in die USA, von denen etwa die US-Autoindustrie abhängt, wurden durch die Maßnahmen von Ende März unterbrochen. Die USA machten in den vergangenen Wochen Druck, Mexiko solle die Zulieferbetriebe bald wieder öffnen.

AfD hält sich im Umweltausschuss nicht an Corona-Beschränkungen

20.05 Uhr: Die AfD will in der Coronakrise Einschränkungen im Umweltausschuss des Bundestags nicht akzeptieren - insbesondere die reduzierte Zahl der Teilnehmer. Die Abgeordneten der Partei im Ausschuss zögen "aus der Einschätzung der AfD-Fraktion, dass eine epidemische Notsituation nicht existent ist, ihre Konsequenzen", teilte der umweltpolitische Sprecher der Fraktion, Karsten Hilse, am Mittwoch mit. Man werde sich an die Geschäftsordnung halten und nicht an Vereinbarungen, die dagegen verstießen - etwa über eine verminderte Teilnehmerzahl bei Abstimmungen und dass die Obleute für Mitglieder ihrer Fraktion abstimmen sollen.

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Vatikan erwartet Finanzlöcher

19.29 Uhr: Der Vatikan rechnet wegen der Coronakrise mit sinkenden Einnahmen - etwa durch geschlossene Museen und womöglich weniger Spenden. Trotzdem stünden die Finanzen des Kirchenstaates nicht auf der Kippe, sagte Juan Antonio Guerrero Alves, der Präfekt des Wirtschaftssekretariats von Papst Franziskus, der katholischen Medienplattform "Vatican News". Man habe einige harte Jahre vor sich. Die Kirche sei kein Unternehmen und habe kein Profit-Ziel, betonte der Finanzchef des Vatikans. Der Heilige Stuhl habe vielmehr eine Mission zu erfüllen. Man werde sparen, aber nicht etwa bei den Hilfen für die Ärmsten.

Der Vatikan rechne für 2020 mit Umsatzrückgängen zwischen 25 Prozent und - "pessimistisch gedacht" - bis zu 45 Prozent, sagte der spanische Jesuit. Nach seinen Worten lassen sich mögliche Rückgänge bei Spenden noch nicht abschätzen. Eine große Einnahmequelle jedoch seien die Vatikanischen Museen, die wegen der Covid-19-Krise seit März geschlossen sind. Andere Quellen seien etwa Erträge aus kirchlichen Immobilien und Unternehmen. Die Einnahmen hätten zwischen 2016 und 2020 im Schnitt um 270 Millionen Euro gelegen, die Ausgaben im Schnitt um die 320 Millionen.

So viel Tourismus geht im Corona-Sommer

19.26 Uhr: Die EU will den Tourismus wieder ankurbeln, Reiseveranstalter geben das Sommergeschäft zumindest in Europa noch nicht komplett verloren. Aber wird es für die taumelnde Branche reichen? Der Überblick nach Ländern.

Virologe Streeck wehrt sich gegen Vorwürfe der Vermarktung

18.54 Uhr: Der Bonner Virologe Hendrik Streeck hat sich entschieden gegen Vorwürfe gewehrt, er habe seine Studie zum Corona-Infektionsgeschehen im Kreis Heinsberg vermarkten lassen. "Das war keine Vermarktung", sagte Streeck im Gesundheitsausschuss des Landtags. "Ich bin persönlich ganz schön davon getroffen, dass man das so darstellt." Er habe "in Rekordzeit" eine Studie erstellt - und dann sei es gar nicht mehr um die Studie gegangen, sondern ihm sei unterstellt worden, es sei ihm um die Frage von Lockerungen der Corona-Beschränkungen gegangen.

Ein Forscher-Team um Streeck hatte in Gangelt an der niederländischen Grenze 919 Einwohner in 405 Haushalten befragt und Corona-Tests vorgenommen. In dem Ort hatten sich nach einer Karnevalssitzung Mitte Februar viele Bürger mit dem neuartigen Virus infiziert. Die Situation ist allerdings nur bedingt vergleichbar mit anderen Regionen Deutschlands. (Lesen Sie hier mehr zu den Studienergebnissen.)

Streeck sagte, er sei in einer Situation gewesen, in der "unheimlich viele Menschen" an der Ausbreitung des Coronavirus interessiert gewesen seien. Er habe nicht mehr gewusst, wie er mit den ganzen Mails habe umgehen sollen und sei deshalb dankbar gewesen, dass ihm jemand "über die Schulter geschaut" habe. Heute wisse er: "Es ist doof gelaufen." Er habe auch "schlaflose Nächte" gehabt.

Die Öffentlichkeitsarbeit für die Heinsberg-Studie durch die Berliner Agentur Storymachine hatte für Kritik gesorgt. Die Studie war im Auftrag der NRW-Landesregierung entstanden. Im Zuge des Streits steht auch NRW-Ministerpräsident und CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet unter Druck.

Thüringen: Kreise Greiz und Sonneberg legen Schutzkonzepte vor

18.14 Uhr: In Thüringen haben die besonders vom Coronavirus betroffenen Kreise Greiz und Sonneberg Schutzkonzepte zur Eindämmung der Pandemie vorgelegt. Der Kreis Sonneberg habe Vorschläge zu mehr Schutz in Gaststätten, Sport sowie Pflegeheimen und Kliniken vorgelegt; auch aus Greiz sei ein Konzept eingegangen, das nun geprüft werde, hieß es aus dem Gesundheitsministerium. Zuvor hatte die Landesregierung ihren Druck auf die Kreise erhöht.

In beiden Landkreisen lag die Infektionsrate zuletzt über der Marke von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen. Die Staatskanzlei bezifferte die Quote am Mittwoch auf 55,0 im Kreis Greiz und 58,7 im Kreis Sonneberg. Die Zahl 50 haben Bund und Länder als Obergrenze festgelegt. Wird sie überschritten, müssen Beschränkungskonzepte erlassen werden.

Schwedische Regierung rät bis Mitte Juli von Auslandsreisen ab

17.43 Uhr: Schwedens Regierung rät ihren Bürgern bis in den Hochsommer hinein von nicht zwingend notwendigen Reisen ins Ausland ab. Aufgrund der anhaltenden Unsicherheiten im Zuge der Coronavirus-Pandemie verlängert das schwedische Außenministerium seine seit Mitte März geltende entsprechende Empfehlung vorläufig bis zum 15. Juli. Das teilten Ministerpräsident Stefan Löfven und Außenministerin Ann Linde mit.

Innerhalb Schwedens sei es dagegen von nun an unter bestimmten Voraussetzungen möglich, kürzere Reisen zu unternehmen, sagte Löfven. Die Ziele der Fahrten sollten aber maximal ein bis zwei Autostunden vom Wohnort entfernt liegen.

Schweden ist im Vergleich zu den anderen Ländern Europas mit freizügigeren Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie vorgegangen. Lokale, Geschäfte und Schulen wurden niemals geschlossen . Im Vergleich zu seinen skandinavischen Nachbarn hat das Land die meisten Infektions- und Todesfälle: Bis Mittwoch sind knapp 28.000 Infektionen gemeldet worden und 3460 Menschen mit Covid-19-Erkrankung gestorben.

Tschechiens Regierungschef gegen schnelle Grenzöffnung

17.22 Uhr: Der tschechische Ministerpräsident Andrej Babis hat sich zurückhaltend zu einer baldigen Öffnung der Grenze für deutsche Reisende geäußert. Die Situation in der Coronavirus-Pandemie sehe in Deutschland - insbesondere in Bayern - "nicht ideal" aus, sagte Babis der Onlineausgabe der Zeitung "Blesk". Deswegen habe man in Tschechien "Probleme" in der Grenzregion um Cheb und Domazlice.

Babis setzt nach eigenen Worten auf eine beiderseitige Grenzöffnung im Rahmen des sogenannten Austerlitz-Formats, dem neben Tschechien auch die Slowakei und Österreich angehören - nicht aber Deutschland. Dies könne bereits zum 8. oder 15. Juni geschehen, kündigte der Gründer der populistischen Partei ANO an.

Tschechische Bürgerinnen und Bürger dürfen seit Kurzem grundsätzlich wieder ausreisen. Nach der Rückkehr müssen sie einen negativen Coronavirus-Test vorlegen oder eine 14-tägige Heimquarantäne antreten. Für Ausländer gilt derzeit ein weitgehender Einreisestopp. Es gibt Ausnahmeregelungen für Pendler, Geschäftsreisende, Lkw-Fahrer und Diplomaten.

Quarantänestation für Obdachlose in Berlin eröffnet

16.50 Uhr: In Berlin hat die nach offiziellen Angaben deutschlandweit erste Corona-Quarantänestation für infizierte Obdachlose eröffnet. Bis zu 16 Infizierte, die sonst auf der Straße leben, können dort versorgt werden, wie die Berliner Stadtmission mitteilte. Wer keine schweren Krankheitssymptome aufweise, könne sich "zu häuslichen Bedingungen in Ruhe" auskurieren.

In der Einrichtung auf dem Gelände der Stadtmission können Obdachlose auf zwei Stockwerken in 13 Räumen leben. Die Patienten dürfen das Gebäude nicht verlassen und während ihres Aufenthalts keinen Besuch empfangen. Das zuständige Gesundheitsamt muss den Angaben zufolge bestimmen, wann die Patienten entlassen werden dürfen.

"Durch das Aufsuchen dieser Schutzräume sollen Ansteckungen Dritter vermieden und Krankenhäuser entlastet werden", teilte die Stadtmission weiter mit. Nach Angaben der Senatsverwaltung für Soziales sind bislang in Berlin noch keine Fälle infizierter Obdachloser bekannt.

Ironman Hamburg am 6. September geplant

16.40 Uhr: Der Ironman Hamburg soll nun am 6. September stattfinden. Das teilten die Veranstalter mit. Das Rennen über 3,86 Kilometer Schwimmen, 180,2 Kilometer Radfahren und 42,2 Kilometer Laufen war ursprünglich für den 21. Juni geplant gewesen. Wie praktisch alle anderen Triathlon-Wettbewerbe auch, hatte der Ironman in Hamburg wegen der Corona-Pandemie zunächst abgesagt werden müssen.

Nun soll es am ersten September-Wochenende zu einem riesigen Triathlon-Event kommen. Denn am 5. September sollen die Rennen der World Triathlon Series in Hamburg stattfinden. Noch offen ist, ob und wann die Ironman-EM in Frankfurt nachgeholt wird, die für den 28. Juni geplant gewesen war.

170 Millionen für die Busbranche

16.38 Uhr: Auch die Busbranche in Deutschland kann in der Coronakrise auf staatliche Hilfen hoffen. Er habe dem Bundesfinanzministerium ein Konzept mit 170 Millionen Euro vorgelegt, sagte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) Reuters TV.

Jetzt müsse die Schülerbeförderung wieder hochgefahren werden. "Das machen teilweise auch mittelständische Betriebe, die Hilfe brauchen." Zudem sei er mit den Bundesländern in Kontakt angesichts der Probleme im Nahverkehr insgesamt. Dort hätten die Länder Ausfälle von fünf Milliarden Euro ausgemacht.

Jeder Dritte im Homeoffice

16.15 Uhr: Jeder dritte Beschäftigte ist laut einer Umfrage in der Coronakrise ins Homeoffice gewechselt. 35 Prozent gaben in der ersten Aprilhälfte an, teilweise oder vollständig von zu Hause aus zu arbeiten, wie das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung ermittelte. Vor der Krise nutzten nur 12 Prozent gelegentlich oder immer den heimischen Schreibtisch.

Jeder Zehnte meinte, dass er zu Hause sogar mehr Arbeit erledigen konnte als im Büro. 40 Prozent der Betroffenen machten die gegenteilige Erfahrung: Sie schafften weniger. Die Forscher des DIW vermuten, dass dies daran liegt, dass Schulen und Kitas geschlossen wurden und Kinder zu Hause betreut werden mussten.

Fiebertests an deutschen Flughäfen

16.05 Uhr: Die deutschen Flughäfen bereiten sich nach SPIEGEL-Informationen auf die Einführung flächendeckender Fiebertests für alle abfliegenden und ankommenden Passagiere vor. Von Insidern aus der Luftfahrtbranche hieß es, die großen Airports wie Frankfurt oder München könnten die Maßnahme umgehend starten, entsprechende Konzepte seien schon erstellt. Die Tests sollen eine langsame Wiederaufnahme des Passagierverkehrs in den nächsten Monaten möglich machen.

Wintersportort Ischgl ist offiziell wieder coronafrei

15.36 Uhr: In den vergangenen Wochen geriet er als Corona-Hotspot in die Schlagzeilen. Nun ist der Wintersportort Ischgl in Österreich offenbar wieder coronafrei. Wie aus einer Informationssammlung des Landes Tirol hervorgeht, gibt es in der kleinen Gemeinde derzeit keinen aktiven Fall der Lungenkrankheit Covid-19. Auch in anderen Gemeinden im Paznauntal gibt es kaum noch Erkrankte.

Am Mittwoch hat der Tiroler Landtag eine Kommission eingesetzt, um das Krisenmanagement der Landesregierung zu untersuchen. Dem Land Tirol und der Tourismusbranche wird vorgeworfen, nicht schnell genug auf die Ausbreitung reagiert und den Skibetrieb gestoppt zu haben. Vor allem bei den vielen Après-Ski-Partys war das Ansteckungsrisiko hoch.

Der Skibetrieb in Tirol wurde erst einige Tag nach dem ersten positiven Corona-Test bei einem Barkeeper in Ischgl vorzeitig beendet. Als über Ischgl und das Paznauntal eine Quarantäne verhängt wurde, ließ man zudem viele Touristen ausreisen - was zeitweise zu chaotischen Zuständen auf den Zufahrtsstraßen führte.

Dax rutscht deutlich ins Minus

15.28 Uhr: Die Furcht vor den negativen Folgen zu schneller Lockerungen in der Coronakrise hat den Dax am Mittwoch belastet. Der deutsche Leitindex fiel bis zum frühen Nachmittag um 1,30 Prozent auf 10.678,46 Punkte. Für den MDax der mittelgroßen Werte ging es um 0,37 Prozent auf 23.731,58 Punkte nach unten.

Laut Marktanalyst Michael Hewson vom Handelshaus CMC Markts UK zeigen sich die Anleger zunehmend besorgt: Nach den kleinen Lockerungsschritten in vielen Ländern könnte eine zweite Infektionswelle die Politiker zwingen, wieder auf die Bremse zu treten.

Erste Strände in Frankreich wieder geöffnet

15.24 Uhr: In Frankreich haben erste Strände wieder geöffnet. An den beliebten Atlantik-Stränden von La Baule und Pornichet ist das Baden, Spazierengehen oder Joggen seit Mittwoch wieder erlaubt, wie die Präfekturen mitteilten. Weitere Strände am Mittelmeer oder am Ärmelkanal sollen bis zum Wochenende folgen.

An den Stränden ist bisher nur ein "aktiver" Aufenthalt gestattet. Sonnenbaden oder Picknicks bleiben untersagt. Damit sollen Menschenansammlungen vermieden werden.

Am Samstag soll auch das katholische Heiligtum im südwestfranzösischen Lourdes wieder für erste Pilger aus der Region öffnen. Die Wallfahrtsstätte hatte Mitte März erstmals in ihrer Geschichte geschlossen.

Australische "Kirche" vertreibt falsches Corona-Mittel

15.21 Uhr: In Australien ist eine für ihre fragwürdige Heilungsmethoden bekannte "Kirche" wegen illegaler Werbung für ein vermeintliches Corona-Wunderheilmittel mit Geldbußen belegt worden. Gegen die Gemeinde MMS Australia seien zwölf Geldstrafen in Höhe von umgerechnet insgesamt rund 90.000 Euro verhängt worden, teilte die australische Arzneimittelaufsicht TGA mit.

Der Behörde zufolge enthielt das vermeintliche Wundermittel eine hohe Konzentration von Natriumchlorit - einer Chemikalie, die etwa zum Bleichen von Textilien oder als Desinfektionsmittel verwendet wird.

MMS Australia ist ein Ableger der in den USA ansässigen Genesis II Church of Health and Healing. Auf einer mutmaßlich mit der "Kirche" in Verbindung stehenden Website wird angeführt, dass MMS alles von Alzheimer bis Malaria heilen könne.

MMS Australia war bereits 2014 in die Schlagzeilen geraten, nachdem vier Australier das vermeintliche Wundermittel zu sich genommen hatten und ins Krankenhaus mussten. Die TGA erließ daraufhin eine öffentliche Sicherheitswarnung.

Kontingent ausländischer Saisonarbeiter nicht ausgeschöpft

14.51 Uhr: Deutsche Landwirte könnten noch Zehntausende weitere Saisonarbeitskräfte aus dem Ausland beschäftigen: Seit Anfang April seien nur rund 28.000 gemeldete Helfer nach Deutschland eingereist, sagte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner. Für die kommenden Tagen seien der Bundespolizei rund 5500 weitere Saisonarbeiter angekündigt worden.

Klöckner und Bundesinnenminister Horst Seehofer hatten die Einreise von insgesamt 80.000 Erntehelfern im April und Mai per Flugzeug erlaubt. Die Gründe seien vielfältig, warum das Kontingent trotz zahlreicher Rufe aus der Landwirtschaft nach dringend benötigten Saisonarbeitskräften noch bei Weitem nicht ausgeschöpft sei, sagte Klöckner.

Dazu zählten Arbeitnehmer aus Deutschland, die in der Coronakrise als Erntehelfer eingestiegen seien. Außerdem hätten ausländische Helfer wegen der europaweiten Grenzschließungen nicht mehr auf dem Landweg durch Ungarn und Österreich anreisen können.

Polen öffnet Friseursalons und Restaurants

14.40 Uhr: Von kommendem Montag an können Friseursalons, Kosmetikstudios sowie Restaurants und Cafés in Polen wieder öffnen. Das kündigte Regierungschef Mateusz Morawiecki an. "Die Rückkehr zur Normalität ist sehr wichtig", sagte er. Die Sicherheitsvorschriften müssten aber eingehalten werden.

So sollen Termine beim Friseur und im Kosmetikstudio nur mit Voranmeldung möglich sein. In Restaurants gilt außerdem ein Mindestabstand von zwei Metern zwischen den Tischen. Köche und Kellner müssen bei der Arbeit Masken tragen. Öffentliche Verkehrsmittel dürfen künftig so viele Fahrgäste mitnehmen, wie es Sitzplätze gibt. Bisher musste jeder zweite Sitzplatz frei bleiben.

Bahn erweitert Reiseverkehr zu Pfingsten

14.20 Uhr: Auch wenn der große Urlaub in der Ferne warten muss - für das Pfingstwochenende können Sie nach derzeitigem Stand inländische Ausflüge mit dem Zug planen. Touristische Ziele an Nord- und Ostsee sowie beispielsweise in Bayern und im Schwarzwald seien ab dem 29. Mai wieder wie gewohnt erreichbar, teilte die Deutsche Bahn mit . Dafür werde insbesondere der Fernverkehr "flexibel und schnell" weiter ausgebaut.

Ab kommendem Samstag seien Verbindungen etwa nach Sylt, Rügen, Oberstdorf und Berchtesgaden buchbar, erklärte die Bahn. "Ein breites Verkehrsangebot für den Deutschland-Tourismus ist in diesem Jahr wichtiger denn je", sagte Fernverkehrschef Michael Peterson. Die Bahn reagiere damit auf die behördlichen Vorgaben in den Bundesländern, die Reisen wieder möglich machten.

Ramelow räumt Verstoß gegen Corona-Regeln ein

14.10 Uhr: Der thüringische Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hat den Besuch einer Beerdigung und damit einen Verstoß gegen seine eigene Corona-Verordnung eingestanden. "Eigentlich hätte ich nicht bei ihrer Beerdigung dabei sein dürfen", sagte Ramelow der "Zeit"-Beilage "Christ und Welt" über die Trauerveranstaltung für seine gestorbene Nachbarin. Doch er habe das Gefühl gehabt, es zu müssen, wenn auch mit großem Abstand.

"Alles andere wäre mir unmenschlich vorgekommen", sagte Ramelow. Somit "habe ich gegen die Verordnung verstoßen, die ich selbst zu verantworten habe". Heute frage er sich, ob die Verordnung "in allen Punkten richtig war oder ob es nicht möglicherweise noch andere Lösungen gegeben hätte".

Merkel schließt Steuererhöhungen derzeit aus

14.05 Uhr: Die Bundesregierung plant nach den Worten von Kanzlerin Angela Merkel bisher zur Finanzierung der Coronakrise keine Steuererhöhung. "Stand heute sind keinerlei Erhöhungen von Abgaben und Steuern geplant", sagte Merkel (CDU) bei einer Regierungsbefragung im Bundestag. Es gehöre zu Politik, "dass wir zum jetzigen Zeitpunkt immer antworten, sonst wären wir ja Zukunfts-Vorherseher, und das maße ich mir nicht an", fügte sie hinzu.

In England treten vorsichtige Lockerungen in Kraft

14.00 Uhr: Erstmals seit Wochen können Menschen in England wieder Sport im Freien treiben, eine Person außerhalb des eigenen Haushalts treffen und Ausflüge an den Strand oder in die Natur unternehmen. Bei allem gilt jedoch ein strikter Mindestabstand von zwei Metern.

Erstmals seit dem 23. März sind auch wieder Umzüge und Wohnungsbesichtigungen erlaubt - nicht aber der Besuch von Familienangehörigen. Millionen Menschen, die nicht im Homeoffice arbeiten können, sollten ab Mittwoch wieder an ihren Arbeitsplatz zurückkehren. Das betrifft Arbeitnehmer in der Baubranche und in Fabriken.

Premierminister Boris Johnson will die strikten Einschränkungen stufenweise wieder aufheben, um die Wirtschaft wieder anzukurbeln. Gleichzeitig aber ist das Land mit mehr als 36.000 vom Statistikamt registrierten Toten besonders schwer von der Pandemie betroffen. Schottland, Wales und Nordirland wollen zunächst an der bisherigen Ausgangssperre festhalten.

Mit Mundschutz in der Londoner U-Bahn: Zahlreiche Menschen fahren dort wieder zur Arbeit

Mit Mundschutz in der Londoner U-Bahn: Zahlreiche Menschen fahren dort wieder zur Arbeit

Foto: Victoria Jones/ dpa

Italienische Schulen bleiben vorerst geschlossen

13.55 Uhr: In Italien öffnen die Schulen landesweit im September wieder. Das kündigt Bildungsministerin Lucia Azzolina während einer Anhörung im Parlament an. Ein früherer Start sei angesichts der gegenwärtigen Bedingungen zu unsicher. In Italien sind Schulen und Universitäten seit dem 5. März geschlossen.

SAS führt Maskenpflicht auf allen Flügen ein

13.45 Uhr: Passagiere der skandinavischen Airline SAS dürfen in diesem Sommer nur mit Mund- und Nasenschutz in den Flieger steigen. Auf allen Flügen vom 18. Mai bis 31. August gelte für alle Reisenden im Alter von über sechs Jahren Maskenpflicht, teilte die Fluggesellschaft mit.

Im Kampf gegen Neuinfektionen mit dem Coronavirus seien auch eine Reihe weiterer Maßnahmen eingeführt worden, darunter die regelmäßige gründliche Desinfektion der Kabinen. Neue Abläufe an Bord stellten zudem sicher, dass bestmöglich Abstand gehalten werden könne. So werde kein Essen mehr serviert, um den Kontakt zwischen Passagieren und Crew zu verringern.

Gewalt gegen Frauen steigt in Pakistan an

13.40 Uhr: Das Problem ist auch aus anderen Ländern bekannt, in Pakistan zeigt es sich sehr deutlich: Während der landesweiten Ausgangsbeschränkungen ist es zu einem rapiden Anstieg von Gewalt gegen Frauen gekommen. Dies geht aus Statistiken der Regierung und Hilfseinrichtungen hervor.

"Die Zahl der Beschwerden über unsere Notrufnummern hat sich seit Beginn der Ausgangssperre verdoppelt", sagte eine Beamtin des Frauenzentrums in Islamabad der Nachrichtenagentur dpa. Auch Morde, sexuelle Übergriffe und Folter sollen zugenommen haben.

Das Zentrum in der pakistanischen Hauptstadt wird vom Ministerium für Menschenrechte geleitet und bietet Frauen Rechtsbeistand und Beratung. Im April gingen dort rund 4000 Beschwerden über häusliche Gewalt ein. Sonst sind es monatlich etwa 1700 Anrufe. Die Polizei in der konservativen Nordwestprovinz Khyber-Pakhtunkhwa verzeichnete im April 380 Verbrechen gegen Frauen, gegenüber 140 im März.

Merkel kündigt neue Regeln für Schlachthöfe an

13.30 Uhr: Nach Covid-19-Ausbrüchen in einigen Schlachtbetrieben hat Kanzlerin Angela Merkel Konsequenzen angekündigt. Die Bundesregierung beabsichtige, hierzu notwendige Änderungen zu beschließen, sagte sie im Bundestag. Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) werde am kommenden Montag ein Konzept dazu vorlegen. Merkel sprach von "erschreckenden Nachrichten" aus der Fleischindustrie. "Gerade bei der Unterbringung gibt es erhebliche Mängel."

München will auf Demo streng kontrollieren

13.25 Uhr: In München soll es am Samstag eine Großdemonstration gegen die Corona-Maßnahmen geben. Es sei eine Veranstaltung mit 10.000 Menschen auf der Theresienwiese angekündigt, sagte Kreisverwaltungsreferent Thomas Böhle in der Vollversammlung des Stadtrats. Die Stadt werde den Infektionsschutz mit Auflagen gewährleisten.

Gleichzeitig kündigte Böhle ein hartes Vorgehen bei Verstößen an. Die Polizei werde rigoros einschreiten und die Einhaltung der Auflagen ebenso kontrollieren wie die Zahl der Teilnehmer. Notfalls werde man auf ein Ende der Versammlung hinwirken.

Entwicklungen wie am vergangenen Samstag dürfe es nicht mehr geben, sagte Böhle. Statt der angekündigten 80 Menschen hatten auf dem Marienplatz 3000 Leute demonstriert, viele ohne Mundschutz und ohne Sicherheitsabstand.

Wiener bekommen Gutscheine für Restaurants

13.20 Uhr: Die Stadt Wien spendiert allen 950.000 Haushalten einen Gutschein für Restaurantbesuche in Höhe von bis zu 50 Euro. Das kündigte Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) an. Einpersonenhaushalte erhalten einen Bon von 25 Euro, Mehrpersonenhaushalte einen 50-Euro-Gutschein. Dieser könne in allen teilnehmenden Restaurants und Kaffeehäusern bis Ende September eingelöst werden.

Die österreichische Hauptstadt, in der im Oktober gewählt wird, lässt sich die Aktion 40 Millionen Euro kosten. "Ja, wir können uns das leisten", sagte Ludwig. Immerhin gehe es um die Zukunft von 6500 Gastronomiebetrieben mit rund 60.000 Beschäftigten.

Brüssel startet Verfahren gegen mehrere EU-Staaten

13.15 Uhr: Die EU-Kommission pocht auf das Recht der Verbraucher auf Erstattung für abgesagte Reisen und geht gegen EU-Staaten vor, die sich darüber hinwegsetzen. Wegen verpflichtender Gutscheinlösungen sei gegen mehrere Staaten der erste Schritt eines Vertragsverletzungsverfahrens eingeleitet worden, sagte Vizepräsidentin Margrethe Vestager.

Deutschland wollte Verbraucher ursprünglich ebenfalls verpflichten, Gutscheine statt Erstattung zu akzeptieren. Nach Widerstand aus Brüssel nahm die Bundesregierung jedoch davon Abstand. Mehrere andere Staaten setzten sich indes über die EU-Regel hinweg.

Vestager räumte ein, dass Reiseveranstalter und Airlines wegen der Pflicht zur Erstattung in finanzielle Schwierigkeiten kommen könnten. Dennoch gelte: "Der Ausgangspunkt ist, dass europäische Verbraucher ein Recht auf Erstattung haben. Punkt."

Niedersachsen testet alle Schlachthofmitarbeiter

12.50 Uhr: Niedersachsen will sämtliche Mitarbeiter seiner Schlachthöfe auf das Coronavirus testen. Dabei gehe es um 23.700 Beschäftige in 183 fleischverarbeitenden Betrieben, kündigte Sozialministerin Carola Reimann (SPD) im Landtag in Hannover an.

Getestet werden zunächst alle Mitarbeiter, die Symptome zeigen, und dann alle, die als Werkvertragsarbeiter möglicherweise mit von dem Coronavirus betroffenen Schlachthöfen in Nordrhein-Westfalen oder Schleswig-Holstein in Kontakt waren. Anschließend sollten sämtliche anderen Beschäftigten getestet werden.

Mehrere Schlachthöfe hatten sich in anderen Bundesländern zu Virushotspots entwickelt. Im nordrhein-westfälischen Coesfeld wurde ein Betrieb vorübergehend geschlossen. Bei Müller Fleisch in Pforzheim hatten sich mindestens 300 rumänische Werkvertragsarbeiter mit dem Coronavirus infiziert. Auch im Kreis Recklinghausen und in Bad Bramstedt bei Hamburg sind Schlachthöfe betroffen.

Fast 900 Tote binnen 24 Stunden in Brasilien

12.45 Uhr: Die Coronakrise wirkt sich in Brasilien immer verheerender aus: Am Dienstag meldeten die Behörden eine Rekordzahl von 881 neuen Todesfällen binnen 24 Stunden. Bislang starben damit nach offiziellen Angaben 12.400 Menschen an den Folgen der Viruserkrankung.

Bei der Gesamtzahl der Infektionen überrundete Brasilien inzwischen Deutschland. Die Zahl der bestätigten Infektionsfälle stieg demnach um weitere 9258 auf insgesamt 177.589.

Das Virus Sars-CoV-2 hat sich in Südamerikas größtem Land offenbar bereits vor dem diesjährigen Karneval verbreitet - und weit vor der erstmaligen Veröffentlichung eines Ansteckungsfalls im Land. Die Ausbreitung habe etwa in der ersten Februarwoche begonnen, heißt es in einer Studie der Stiftung Oswaldo Cruz, dem führenden Gesundheitsinstitut des Landes. Erst mehr als 20 Tage später war bei einem Rückkehrer aus Italien erstmals die Infektion diagnostiziert worden.

Die Untersuchung der Stiftung beruht auf der Analyse von Statistiken. Schon vor der Veröffentlichung gingen Experten von einer hohen Dunkelziffer bei den Ansteckungen aus, da das Land nicht über ausreichende Ressourcen für Tests verfügt. Dem brasilianischen Präsident Jair Bolsonaro wird vorgeworfen, die Coronakrise in seinem Land herunterzuspielen. Die von den Bundesstaaten verhängten Restriktionen kritisiert er immer wieder massiv wegen ihrer negativen Auswirkungen auf die Wirtschaft.

Rettungssanitäter kümmern sich in Manaus um eine 73-Jährige

Rettungssanitäter kümmern sich in Manaus um eine 73-Jährige

Foto: MICHAEL DANTAS/ AFP

EU-Kommission legt Konzept für Urlaubsreisen vor

12.30 Uhr: Die EU-Kommission hat ein Konzept für sichere Sommerurlaube in Zeiten von Corona ausgearbeitet. Der in Brüssel präsentierte Plan plädiert dafür, die Reisefreiheit innerhalb der EU schrittweise wiederherzustellen. Gleichzeitig sollen Hotels und Ferienparks neue strenge Hygiene- und Sicherheitsanforderungen erfüllen müssen. Vorgeschlagen wird zum Beispiel eine Begrenzung der Gästezahl, damit Abstandsregeln eingehalten werden können.

Urlaube sollten nach Vorstellung der EU-Kommission zudem nur in Regionen ermöglicht werden, die gegebenenfalls auch für die medizinische Versorgung von Gästen ausreichend Kapazitäten haben.

Ob das Konzept umgesetzt wird, hängt nun von den Mitgliedstaaten und der weiteren Entwicklung der Infiziertenzahlen ab. Die Kommission geht davon aus, dass in einem ersten Schritt die Reisebeschränkungen zwischen Ländern mit einer ähnlich positiven Corona-Lage wegfallen könnten. Die endgültige Entscheidung darüber liegt aber bei den Regierungen in den Hauptstädten.

Keine Turnmeisterschaften in den USA

12.15 Uhr: In den USA gibt es in diesem Jahr keine nationalen Turnmeisterschaften. Der für Anfang Juni im texanischen Fort Worth geplante Wettkampf werde nicht stattfinden und um ein Jahr verschoben, teilte der US-Turnverband auf seiner Homepage mit. Man höre damit auf den Rat von Gesundheitsexperten und die Wünsche der Athleten, hieß es. Nach Angaben der "Los Angeles Times" fanden die Meisterschaften seit 1942 in jedem Jahr statt. US-Turnerin Simone Biles ist der Topstar der Branche.

Mehrheit der Klinikärzte hat weniger zu tun

12.04 Uhr: Die meisten angestellten Ärzte haben seit Beginn der Coronakrise weniger Arbeit. Wie eine Umfrage der Ärztegewerkschaft Marburger Bund ergab, sank das Arbeitsaufkommen für 57 Prozent der Mediziner in den Kliniken im Lauf der Krise. Bei etwa einem Viertel sei es gleich geblieben, bei knapp 18 Prozent gestiegen.

Die Gewerkschaft erklärte dies unter anderem damit, dass es seit Mitte März erheblich weniger planbare Operationen gebe. Gleichzeitig sei die Anzahl der Patienten, die an Covid-19 erkrankt sind, in den Kliniken niedriger geblieben als zunächst befürchtet.

Mehr als zwei Drittel der angestellten Ärztinnen und Ärzte sprach sich dafür aus, in den Kliniken die Regelversorgung wieder aufzunehmen. Mit Blick auf den weiteren Verlauf der Corona-Pandemie sind die Meinungen gespalten: 44 Prozent fürchten, dass es noch zu einer Überforderung des Gesundheitswesens kommen könnte. Knapp 42 Prozent sehen diese Gefahr nicht. 14 Prozent können es derzeit nicht einschätzen.

Polen verlängert Grenzkontrollen

11.50 Uhr: Polen will seine Kontrollen an den Grenzen zu anderen EU-Ländern bis zum 12. Juni beibehalten. Einen entsprechenden Erlass habe Innenminister Mariusz Kaminski unterzeichnet, teilte das Ministerium in Warschau mit. Die Grenzen zu Deutschland, Tschechien, zur Slowakei und zu Litauen können bis dahin nur an bestimmten Übergängen überquert werden.

Ende aller deutschen Grenzkontrollen ab Mitte Juni?

11.40 Uhr: Die Kontrollen an der deutschen Grenze werden vorsichtig gelockert. Wie das Bundesinnenministerium mitteilte, sollen die Kontrollen an der Grenze zu Luxemburg in der Nacht zum kommenden Samstag wegfallen. Eine ähnliche Lösung sei mit Dänemark im Gespräch.

Für den 15. Juni strebt das Innenministerium ein vollständiges Ende der Kontrollen an allen deutschen Grenzabschnitten an, falls sich das Infektionsgeschehen weiter positiv entwickelt.

Bis zum 14. Juni gilt aktuell auch noch eine weltweite Reisewarnung des Auswärtigen Amtes. Bis dahin sollen Deutsche grundsätzlich auf Urlaubsreisen ins Ausland verzichten - auch weil eine Rückreise wegen eventuell neu verhängter Corona-Maßnahmen schwierig werden kann.

Saarland dringt auf Ende von Grenzkontrollen

Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) hat erneut auf ein schnelles Ende der Kontrollen an der Grenze zu Frankreich gedrungen. In einem Brief an Bundesinnenminister Horst Seehofer habe er gefordert, "die permanente Grenzkontrolle auszusetzen", sagte Hans am Mittwoch im Landtag in Saarbrücken. Die Einschränkungen an der Grenze müssten "auf ein Mindestmaß" reduziert werden. Im Gegenzug brauche es ein besser abgestimmtes Vorgehen bei der Nachfolge der Infektionsketten.

Die deutsch-österreichische Grenze soll ab dem 15. Juni wieder geöffnet werden. Deutschland hatte Mitte März scharfe Kontrollen an den Grenzen zu Österreich, Frankreich, der Schweiz, Luxemburg und Dänemark eingeführt. Der Grenzübertritt ist vor allem für Berufspendler und den Warenverkehr erlaubt. Die Maßnahme ist vorerst bis Freitag befristet.

Russland stoppt Einsatz bestimmter Beatmungsgeräte

11.20 Uhr: Nach zwei Bränden in russischen Krankenhäusern haben die russischen Behörden die Nutzung der vermutlich dafür verantwortlichen Beatmungsgeräte gestoppt. Das in Russland seit dem 1. April produzierte Modell Aventa-M werde einstweilen für die künstliche Beatmung von Covid-19-Patienten nicht mehr eingesetzt, teilte die Aufsichtsbehörde für das Gesundheitswesen, Rosdrawnadsor, mit.

Die Geräte gelten als Ursache für die Brände in einem Krankenhaus für Coronavirus-Patienten in St. Petersburg und in einer Moskauer Klinik mit 700 Covid-19-Patienten, bei denen am Dienstag und Samstag insgesamt sechs Menschen ums Leben gekommen waren. Beatmungsgeräte desselben Typs waren auch an die USA geliefert worden. Dort wurden sie nach Angaben von Behörden aber nicht eingesetzt.

USA: Forscher befürchten 150.000 Corona-Tote

11.10 Uhr: Die Coronakrise trifft die USA weltweit am härtesten. Wie sich die Opferzahlen weiterentwickeln könnten, zeigt ein aktuelles Rechenmodell. US-Wissenschaftler gehen demnach davon aus, dass es in den Vereinigten Staaten bis Ende Juli fast 150.000 Corona-Tote geben wird.  Aktuell sind dort mehr als 82.000 Menschen an Covid-19 erkrankt und gestorben.

Die höhere prognostizierte Opferzahl liege unter anderem an der in vielen Landesteilen beginnenden Lockerung der Corona-Auflagen, erklärten die Forscher des Instituts IHME der Universität Washington in Seattle. Deren ganze Auswirkungen würden wegen der Zeit zwischen Ansteckungen, Tests, möglichen Krankenhausaufenthalten oder Todesfällen erst in einigen Wochen klar, warnten sie.

Reederei Maersk erwartet Geschäftseinbruch

11.08 Uhr: Der weltgrößte Reedereikonzern Maersk rechnet für das zweite Quartal 2020 mit einem Rückgang des Geschäftsvolumens um bis zu einem Viertel. Die Entwicklungen ließen sich wegen der Covid-19-Pandemie zwar schlecht absehen, teilte A.P. Moeller-Maersk in Kopenhagen mit. Da die Pandemie jedoch weiter deutliche Auswirkungen auf die globale Nachfrage zeige, gehe sein Konzern für das Quartal mit einem um möglicherweise 20 bis 25 Prozent niedrigeren Volumen in allen Geschäftsbereichen aus, erklärte Maersk-Chef Søren Skou. Man sehe sich aber in einer starken Position, "um den Sturm zu überstehen".

Coronakrise belastet viele deutsche Kommunen finanziell

11.00 Uhr: Viele deutsche Städte und Gemeinden erwarten auf absehbare Zeit eine deutliche Verschlechterung ihrer Haushaltslage. Das geht aus einer Befragung der staatlichen Förderbank KfW unter 200 Kommunen hervor. Demnach beurteilen 90 Prozent von ihnen ihre Finanzsituation im laufenden Jahr "pessimistisch". 80 Prozent gehen davon aus, dass die Lage auch im kommenden Jahr schlecht bleibt.

Die Befragung ist nach Angaben der KfW nicht repräsentativ für die Gesamtheit der Kommunen. Sie liefere jedoch "einen belastbaren Eindruck" davon, wie sich die Pandemie finanziell auf die Gemeinden auswirke, erklärte die Förderbank. 42 Prozent erwarteten in diesem Jahr stark sinkende Einnahmen, weitere 53 Prozent zumindest tendenziell sinkende Einnahmen. Hauptursache dafür sei, dass die Steuereinnahmen durch die Krise zurückgingen.

Auf der anderen Seite rechneten 50 Prozent der befragten Gemeinden für 2020 und die Folgejahre mit steigenden Ausgaben, etwa durch höhere Sozial- und Personalausgaben. In vielen Kommunen dürfte die Verschuldung steigen, resümierte die KfW. Jede dritte Kommune rechne damit, weniger investieren zu können - etwa in die Infrastruktur.

Polizisten in Cottbus angegriffen

10.54 Uhr: Im brandenburgischen Cottbus kam es gestern Abend nach der Auflösung einer Versammlung gegen die Corona-Regeln zu gewaltsamen Ausschreitungen. Nach Polizeiangaben wurde die genehmigte Veranstaltung aufgelöst, weil sich vor Beginn bereits "weit mehr" als die erlaubten 50 Teilnehmer versammelt hatten. Danach zogen "größere Personengruppen" durch die Innenstadt. Aus einer Gruppe von bis zu 50 Menschen seien Polizisten angegriffen worden, die daraufhin Pfefferspray eingesetzt und Platzverweise erteilt hätten, hieß es.

Am Wochenende hatten Tausende Menschen in Berlin, Stuttgart, München und anderen deutschen Städten gegen die Corona-Beschränkungen demonstriert. Dabei wurden wiederholt die Auflagen zum Infektionsschutz missachtet.

Covid-19 verzögert Krebsdiagnose

10.50 Uhr: Die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie warnt vor einem "immensen Schaden" für Krebspatienten, die aus Angst vor einer möglichen Covid-19-Erkrankung nicht rechtzeitig zum Arzt gehen. Deutsche Kliniken beobachteten, dass Patientinnen und Patienten erst in sehr fortgeschrittenen Tumorstadien kämen - und gleichzeitig die Zahl der in Tumorkonferenzen vorgestellten Patienten mit frühen Verläufen sinke. Diagnose und Therapie könnten sich deshalb verzögern.

VW kippt Bonusgarantie für Manager

10.48 Uhr: Die rund 18.000 Managerinnen und Manager des Volkswagen-Konzerns müssen in der Coronakrise mit geringeren Boni rechnen. Um den drohenden Gewinneinbruch im laufenden Jahr abzufedern, will der Autohersteller eine großzügige Garantieregelung aus dem Jahr 2019 kippen. Das wird der Konzern den Mitarbeitern des mittleren und gehobenen Managements nach SPIEGEL-Informationen heute mitteilen. 

Tote bei Protesten gegen Corona-Regeln in Guinea

10.35 Uhr: Bei Protesten gegen Beschränkungen im Zusammenhang mit der Coronakrise sind im westafrikanischen Guinea zahlreiche Menschen gestorben. Mehrere Polizeistationen und Fahrzeuge gingen in Flammen auf. Innenminister Brima Condé sprach im Fernsehen von einer "hohen Opferzahl", ohne konkrete Zahlen zu nennen.

Die Gewalt war in der Nacht zu Dienstag in der Präfektur Coyah ausgebrochen, wo an einem Kontrollposten der Stadt Friguiadi Fahrer von Motorradtaxis mit Sicherheitskräften aneinandergerieten. Der Protest, dem sich andere Bürger anschlossen, griff auch aufs Umland über. Guinea mit seinem unzureichenden Gesundheitssystem hat knapp 2300 Covid-19-Fälle gemeldet und gilt als eines der am stärksten betroffenen afrikanischen Länder.

Wie schnell breitet sich Covid-19 in Tansania aus?

10.30 Uhr: Die US-Botschaft in Tansania hat vor einem rasanten Anstieg von Corona-Fällen in dem ostafrikanischen Land gewarnt. "Die Regierung hat seit dem 29. April keine Daten über Covid in Tansania herausgegeben", teilte die Botschaft mit. Daher gebe es keine aktuellen Informationen zur genauen Zahl der Fälle. Das Risiko einer Erkrankung an Covid-19 in der größten Stadt Daressalam sei "extrem hoch". Alles deute darauf hin, dass sich die Epidemie "exponentiell" in der Küstenmetropole und anderen Gebieten ausbreite.

Präsident John Magufulis Umgang mit der Epidemie hat viel Kritik geerntet. Corona-Einschränkungen wurden vergleichsweise spät eingeführt und sind im Vergleich zu anderen afrikanischen Ländern locker. Kirchen und Moscheen sind weiterhin geöffnet. Magufuli machte auch Schlagzeilen mit dem Vorschlag, gegen das Virus zu beten und Dampf einzuatmen.

Hydroxychloroquin erweist sich erneut als wirkungslos

10.20 Uhr: Erneut hat eine Studie gezeigt, dass das Malariamittel Hydroxychloroquin offenbar nicht zur Behandlung von Covid-19-Patienten taugt. Wie das "Deutsche Ärzteblatt" berichtet, haben Mediziner an einer New Yorker Klinik mehr als 800 Patienten mit dem Mittel behandelt.

Ein Team aus US-Forschern wertete die Ergebnisse aus und kam zu dem Schluss: Die Gabe von Hydroxychloroquin habe das Risiko, an Covid-19 zu sterben oder intubiert werden zu müssen, weder erhöht noch gesenkt. Ihre Studie wurde im "New England Journal of Medicine" veröffentlicht .

US-Präsident Donald Trump hatte das Medikament als "Geschenk Gottes" im Kampf gegen das Coronavirus gepriesen. Ende April hatte eine andere Studie jedoch ergeben, dass die Sterberate bei mit Hydroxychloroquin behandelten Patienten sogar höher war als bei einer Behandlung ohne dieses Medikament.

Spaniens Ligachef: Klubs müssen Gehälter kürzen

10.00 Uhr: Die Fußballvereine der spanischen Primera División werden nach Meinung von Ligachef Javier Tebas nächste Saison die Spielergehälter kürzen müssen. "Da gibt es keine Wahl", sagte Tebas auf einer Videokonferenz, wie spanische Medien berichteten.

In Spanien gibt es seit einiger Zeit Gehaltsobergrenzen, die vom Verband jede Saison für alle Profiklubs neu festgelegt werden. Meister FC Barcelona durfte in dieser Spielzeit dafür zum Beispiel höchstens gut 670 Millionen Euro, Real Madrid etwas mehr als 640 Millionen ausgeben.

Man müsse "realistisch" sein, "die Klubs dürfen nicht träumen", warnte Tebas. Man werde keine Transfers zulassen, "die die Wirtschaftskraft der Vereine übersteigen".

Der Neustart der aktuellen Spielzeit der ersten und zweiten Liga soll in Spanien am 12. Juni erfolgen. Dieser Termin ist aber von den Behörden noch nicht endgültig abgesegnet. Viel Geld steht auf dem Spiel: Falls die Saison abgebrochen werden muss, würden die Verluste nach Schätzungen rund eine Milliarde Euro betragen. Bei Fortsetzung der Meisterschaften würden sie sich auf 300 Millionen belaufen.

Konzept für Corona-Warn-App auf Open-Source-Plattform veröffentlicht

9.35 Uhr: Die geplante deutsche App zur Nachverfolgung von Infektionsketten nimmt sichtbare Formen an. Am Morgen veröffentlichten der Softwarekonzern SAP und die Deutsche Telekom auf der Plattform Github ein erstes Konzept. Github ist eine Plattform für die Entwicklung von Open-Source-Software.

Aus den Dateien auf Github geht hervor, dass die beiden von der Bundesregierung beauftragten Firmen auf das Know-how und den Programmcode von drei vorhandenen Projekten aufsetzen. Als Grundlage dienen demnach die Protokolle DP-3T, TCN sowie die Spezifikationen von Apple und Google für iPhones und Android-Smartphones.

Die App soll Mitte Juni zur Verfügung stehen. Sie soll die europäischen und deutschen Datenschutzregeln einhalten. Die beiden beauftragten Konzerne haben eine verständliche Datenschutzerklärung für die Nutzer versprochen, um so transparent und klar wie möglich zu sein. "Da wir die Anwendung als Open-Source-Projekt entwickeln, kann die Community dies überprüfen."

Chinas Behörden schotten Millionenstadt Jilin ab

9.20 Uhr: In China haben die Behörden erneut eine Metropole weitgehend abgeschottet. Die gut vier Millionen Einwohner von Jilin im Nordosten des Landes dürfen die Stadt nur verlassen, wenn sie einen negativen Corona-Test vorweisen können und sich in Quarantäne begeben, wie die Verwaltung erklärte. Die Bus- und Zugverbindungen der Industriestadt gut tausend Kilometer von Peking sind ausgesetzt, auch Kinos und Fitnessstudios mussten schließen.

In einem Vorort von Jilin war am Wochenende ein neuer Infektionsherd mit inzwischen 21 Fällen bekannt geworden. Die Stadtverwaltung nannte die Lage "sehr ernst".

Deutlich weniger Menschen nutzen Bus und Bahn

9.20 Uhr: Die Fahrgastzahlen in Bussen und Bahnen sind deutlich zurückgegangen. Da viele Verkehrsunternehmen Verbindungen einschränkten und Menschen aus Furcht vor Infektionen fernblieben, gingen die Zahlen im ersten Quartal um elf Prozent zurück, schätzte das Statistische Bundesamt.

Im Eisenbahnnahverkehr (einschließlich S-Bahnen) erwarten die Statistiker ein Minus von 15 Prozent gemessen am Vorjahreszeitraum. Im Straßenbahnverkehr, zu dem Stadtbahnen, Hoch- und U-Bahnen sowie Schwebebahnen zählen, sowie im Busverkehr sanken die Fahrgastzahlen um 9 Prozent. Im Eisenbahnfernverkehr errechneten die Statistiker einen Rückgang von 13 Prozent im Zeitraum Januar bis März.

Die Eisenbahngewerkschaft EVG erwartet keine schnelle Erholung: Die Fahrgastzahlen im Fernverkehr dürften frühestens 2022 wieder das Niveau von 2019 erreichen, erklärte sie jüngst.

Britische Industrieproduktion bricht ein

9.03 Uhr: In Großbritannien ist die Industrieproduktion im März wegen der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie eingebrochen. Der Rückschlag fiel aber nicht so stark wie befürchtet aus. Im Monatsvergleich sei die Fertigung in den Industrieunternehmen um 4,2 Prozent gefallen, teilte das nationale Statistikamt ONS mit. Analysten hatten einen stärkeren Rückgang um 5,6 Prozent erwartet. Im Jahresvergleich ging die Produktion im März um 8,2 Prozent zurück. Hier hatten Analysten im Mittel einen Rückschlag um 9,1 Prozent erwartet.

Wann kommt die Reisefreiheit zurück?

8.45 Uhr: Die EU-Kommission will heute über Grenzkontrollen und den Tourismussektor beraten - und ist zuversichtlich, dass die europäische Urlaubssaison im Sommer stattfinden wird. Österreich hat die Öffnung der Grenze zu Deutschland ab dem 15. Juni angekündigt, bereits ab dem 15. Mai soll es Reiseerleichterungen beim Grenzübertritt geben.

CDU-Innenpolitiker Armin Schuster sieht das kritisch. Er fordert, die Reisefreiheit für die Grenzbevölkerung wieder herzustellen, die Grenzen angesichts der Corona-Pandemie aber noch nicht generell zu öffnen. "Das würde dem Handel sehr helfen, das würde den sozialen Beziehungen helfen. Und ich glaube, dann wäre der größte emotionale Druck auch genommen", sagte der Unionsobmann im Bundestagsinnenausschuss dem Deutschlandfunk. "Aber die Grenzkontrollen deswegen abzuschaffen, das halte ich für verfrüht." Die Krise sei noch nicht gemeistert. Das Signal für offene Grenzen in Europa - vor allem zu Pfingsten - wolle er nicht senden. Das Bundeskabinett in Berlin will sich im Lauf des Tages mit der Frage der Grenzöffnung befassen; Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) sieht sich wachsendem Druck auch aus der Union ausgesetzt, die Grenzen wieder zu öffnen.

TUI streicht 8000 Stellen

8.05 Uhr: TUI will wegen des Geschäftseinbruchs durch die Corona-Pandemie rund 8000 Arbeitsplätze streichen. Der Reisekonzern solle gestärkt aus der Krise hervorgehen, teilte TUI-Chef Fritz Joussen mit. "Das macht Einschnitte erforderlich." Konkret soll dabei etwa jede zehnte der mehr als 70.000 Stellen weltweit wegfallen. Die Verwaltungskosten sollen um 30 Prozent sinken, Investitionen zurückgefahren werden.

Wuhan will offenbar alle Einwohner testen

6.40 Uhr: Die von der Corona-Pandemie lange stark betroffene Stadt Wuhan will chinesischen Medienberichten zufolge sämtliche elf Millionen Einwohner auf das Coronavirus testen. Die Behörden hätten sich zu der Maßnahme entschlossen, nachdem Anfang der Woche in einem Wohngebiet nach einer längeren Phase ohne Erkrankungen in der Stadt sechs neue Infektionen festgestellt wurden, hieß es in mehreren chinesischen Medien. Wie das Wirtschaftsmagazin "Caixin" berichtete, sollen die Menschen in Wuhan innerhalb von zehn Tagen getestet werden.

Krise treibt Nachfrage bei durchsichtigen Kunststoffplatten an

5.50 Uhr: Durchsichtige Kunststoffplatten sind in der Virus-Krise als Hygieneschutzmaßnahme stark gefragt. Für die Branche bedeute das eine beispiellose Auftragslage, sagte Joachim Wehmeyer vom Einkaufs-Verband Deutscher Kunststoffhändler (EVDK). Durch die Wertschöpfungskette hinweg sei man davon überrascht worden. Nun gebe es in ganz Europa kein Material mehr.

Die Händler seien wegen der gestiegenen Nachfrage teilweise mit Lieferzeiten seitens der Industrie von bis zu einem halben Jahr konfrontiert und bedienten sich aus den Beständen der bereits im Vorfeld platzierten Bestellungen oder aus Rahmenverträgen, so der EVDK. Die Produktionskapazitäten der Industrie seien maximal ausgelastet. Der Deutsche Ladenbau Verband klagte angesichts stark gestiegener Preise für das Material über "Raubrittertum".

Polizei prüft nach Masken-Schlägerei mögliche Verbindung zur Reichsbürgerszene

5.20 Uhr: Zwei Männer wollen im Supermarkt keinen Mund-Nase-Schutz nutzen, die Polizei wird gerufen - und die Sache eskaliert: Zwei Polizisten werden schwer verletzt. Ermittler gehen nach dpa-Informationen dem Verdacht nach, dass die Beamten in eine Falle gelockt wurden.

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Demnach besteht die Vermutung, dass die beiden Verdächtigen die Situation absichtlich provozierten. Einer der beiden hatte den Ablauf mit einer an seinem Körper befestigten Kamera gefilmt und offenbar eine Teilsequenz ins Internet gestellt. Wie die dpa erfuhr, prüfen die Ermittler auch, ob einer der beiden Beschuldigten Bezüge zur Reichsbürgerszene hat.

In dem Video ist unter anderem zu hören, wie der Filmende sagt: "Ich bin ein Mensch, ich brauche keinen Personalausweis. (...) Ich bin Mensch und Souverän." Die Wortwahl ähnelt der sogenannter Reichsbürger, die den Staat als Instanz ablehnen.

798 Neuinfektionen und 101 weitere Tote in Deutschland

5.10 Uhr: Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Fälle in Deutschland ist binnen 24 Stunden um 798 auf 171.306 gestiegen, wie Daten des Robert Koch-Instituts für Infektionskrankheiten zeigen. Damit sind die Neuinfektionen im Vergleich zu 933 am Vortag wieder leicht rückläufig. Die Zahl der Todesopfer steigt nach offiziellen Angaben um 101 auf 7634.

Mehr als 800 Corona-Tote in Brasilien in 24 Stunden

4.35 Uhr: Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus steigt in Brasilien immer stärker. Nach den jüngsten Daten des Gesundheitsministeriums in Brasilia wurden erstmals mehr als 800 Corona-Tote innerhalb von 24 Stunden registriert. Demnach lag die Zahl der von Montag bis Dienstag registrierten Opfer bei 881. Das ist ein neuer Negativrekord in dem südamerikanischen Land für diesen 24-stündigen Zeitraum.

Insgesamt sind in Brasilien nach offiziellen Angaben bislang 12.400 Menschen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben. 177.589 Infizierte wurden inzwischen gemeldet. Nach den Daten der in den USA beheimateten Johns-Hopkins-Universität liegt Brasilien bei der Zahl der Todesopfer damit nun auf Platz sechs der am schwersten betroffenen Länder.

Am Internationalen Tag der Pflege gedachten Pflegekräfte in Städten wie Brasília oder Manaus auch ihrer mindestens 98 Kollegen und Kolleginnen unter den Verstorbenen. Brasilien hat in der Coronakrise bereits mehr Pflegekräfte verloren als Spanien und Italien zusammen, was mit deren bisweilen prekären Arbeitssituation zu tun hat.

113-jährige Spanierin überlebt Coronavirus-Infektion

4.20 Uhr: Die 113 Jahre alte Spanierin Maria Branyas hat eine Coronavirus-Infektion wohlbehalten überstanden. "Sie hat die Krankheit überwunden, und es geht ihr sehr gut", teilte eine Sprecherin der Seniorenresidenz im nordspanischen Olot mit, in der Branyas seit zwanzig Jahren lebt. Sie gilt als älteste Frau Spaniens.

Mehrere andere Bewohner des Seniorenheims sind an Covid-19 gestorben. Branyas habe sich im vergangenen Monat infiziert, die Krankheit habe bei ihr aber einen leichten Verlauf gehabt, teilte die Sprecherin weiter mit.

Angesichts einer Harnwegsinfektion und erhöhter Temperatur sei sie untersucht und positiv auf das Coronavirus getestet worden. Vor einer Woche sei sie dann noch einmal getestet und als geheilt eingestuft worden.

US-Demokraten wollen neues Hilfspaket von drei Billionen Dollar

4.15 Uhr: Die US-Demokraten wollen mit einem neuen gigantischen Hilfspaket gegen die sozialen und ökonomischen Folgen der Corona-Pandemie vorgehen. Die in das von der Oppositionspartei kontrollierte Repräsentantenhaus eingebrachte Gesetzesvorlage sieht Maßnahmen im Gesamtvolumen von drei Billionen Dollar vor. Das Paket wäre damit deutlich größer als die bisherigen Rettungsprogramme gegen die Krise.

Die Aussichten auf Verabschiedung des neuen Hilfspakets stehen jedoch schlecht. Es müsste dazu auch vom Senat gebilligt werden, in der die Republikanische Partei von Präsident Donald Trump über die Mehrheit verfügt.

Der Kongress und die Regierung hatten in den vergangenen Wochen bereits vier Corona-Hilfspaketen aufgelegt. Das größte von ihnen wurde Ende März beschlossen und hat einen Umfang von rund zwei Billionen Dollar - es ist das größte Rettungspaket der US-Geschichte.

Der Gesetzesvorschlag der Demokraten sieht unter anderem weitere direkte staatliche Zuschüsse an Millionen von Bürger vor. Pro Haushalt sollen Schecks über 6000 Dollar ausgestellt werden. In einem früheren Paket waren bereits Zahlungen von 1200 Dollar pro Haushalt bewilligt worden.

Republikaner im US-Senat drohen China mit Sanktionen

3.35 Uhr: Parteikollegen von US-Präsident Donald Trump im Kongress haben China wegen seines Umgangs mit der Corona-Pandemie mit Sanktionen gedroht. Eine Gruppe republikanischer Senatoren legte am Dienstag einen Gesetzentwurf vor, der Trump die Vollmacht zu Strafmaßnahmen verleihen soll, falls Peking nicht "volle Rechenschaft" über den Ausbruch ablege.

Der Präsident hat zudem den Verdacht verbreitet, dass das Virus aus einem Labor der zentralchinesischen Metropole Wuhan stamme und sich nicht - wie bislang vielfach angenommen - von einem dortigen Wildtiermarkt aus verbreitet habe. Belege für diesen Vorwurf lieferte Trump bislang nicht.

EU-Wirtschaftskommissar glaubt an Tourismus im europäischen Sommer

3.00 Uhr: Paolo Gentiloni hat sich zuversichtlich gezeigt, dass die europäische Urlaubssaison im Sommer trotz der anhaltenden Corona-Pandemie stattfinden kann. "Wir werden definitiv im Sommer eine Touristensaison haben, allerdings mit Sicherheitsmaßnahmen und Einschränkungen", sagte der italienische EU-Wirtschaftskommissar der "Süddeutschen Zeitung" .

Die EU-Kommission will an diesem Mittwoch Empfehlungen zur schrittweisen Aufhebung der Grenzkontrollen veröffentlichen. Die Beschränkungen sollen zunächst in Gegenden abgeschafft werden, in denen es eine vergleichbar günstige Entwicklung der Fallzahlen beiderseits der Grenze gibt. Eine Diskriminierung nach Nationalität der Reisenden darf es dabei den Angaben zufolge nicht geben.

Musiker Bryan Adams entschuldigt sich für umstrittenen Virus-Post

2.45 Uhr: Der kanadische Rockstar Bryan Adams hat sich für seine Äußerungen über die Ausbreitung des Coronavirus entschuldigt. Auf Instagram schrieb der 60-Jährige am Dienstag (Ortszeit), er bitte bei allen um Verzeihung, die sich durch seine Veröffentlichung vom Vortag verletzt fühlten. "Keine Ausrede, ich wollte nur über diese schreckliche Tierquälerei auf diesen Feuchtmärkten  schimpfen und für Veganismus werben", schrieb er. Seine Gedanken seien bei all jenen, die mit der Pandemie zu tun hätten. Experten gehen davon aus, dass das Virus auf einem Markt in Wuhan auf den Menschen übergegangen sein könnte. Dort wird auch mit lebenden Tieren gehandelt, unter anderem mit Fledermäusen.

Am Montag hatte Adams ein Video gepostet, in dem er sein Lied "Cuts Like A Knife" spielt. Bezogen auf den pandemiebedingten Ausfall seiner Shows in der Londoner Royal Albert Hall schrieb der Musiker dazu, die ganze Welt sei gerade auf Eis gelegt, nur weil es gierige virusmachende Mistkerle gebe, die Fledermäuse auf sogenannten Nassmärkten verkauften und äßen. Ihnen empfehle er, Veganer zu werden. Viele Nutzer kritisierten die Aussagen als rassistisch.

Untersuchung: Virus verbreitete sich in Brasilien schon vor dem Karneval

2.20 Uhr: Das Coronavirus hat sich laut einer wissenschaftlichen Untersuchung in Brasilien bereits vor dem Karneval ausgebreitet - also noch vor der ersten Entdeckung eines Ansteckungsfalls im Land. Die Ausbreitung habe etwa in der ersten Februarwoche begonnen, heißt es in der Studie der Stiftung Oswaldo Cruz, dem führenden brasilianischen Gesundheitsinstitut.

Die Verbreitung des Erregers in Brasilien begann der Untersuchung zufolge damit mehr als 20 Tage, bevor erstmals in dem Land bei einem aus Italien zurückgekehrten Reisenden die Infektion diagnostiziert worden war. Dieser Infektionsfall war kurz nach dem Karneval festgestellt worden.

Die Studie lässt die Sorgen wachsen, dass es in Brasilien deutlich mehr Infektionsfälle geben könnte als in den offiziellen Statistiken verzeichnet. Brasilien ist mit rund 12.400 Todes- und über 177.500 Infektionsfällen das am stärksten von der Pandemie betroffene Land in Lateinamerika

Los Angeles will Corona-Vorschriften bis Ende Juli gelten lassen

Santa Monica in Kalifornien: Strände sollen bald wieder öffnen - mit Einschränkungen

Santa Monica in Kalifornien: Strände sollen bald wieder öffnen - mit Einschränkungen

Foto: FREDERIC J. BROWN/ AFP

1.45 Uhr: Für die rund zehn Millionen Kalifornier im Bezirk Los Angeles könnten die Ausgangsbeschränkungen wegen der Corona-Pandemie bis Ende Juli in Kraft bleiben. Die Leiterin der Gesundheitsbehörde von Los Angeles County, Barbara Ferrer, stellte dies am Dienstag bei einer Anhörung in Aussicht, wie die "Los Angeles Times" berichtete . Eine frühere Öffnung des öffentlichen Lebens sei aus ihrer Sicht nur dann möglich, wenn es eine "dramatische" Wende im Kampf gegen das Virus gäbe. Ferrer sprach von einer langsamen Lockerung von Auflagen über die kommenden Monate hinweg.

So sollen im Bezirk Los Angeles die Strände nach fast zweimonatiger Schließung ab Mittwoch wieder für Besucher öffnen. Erlaubt sind aber nur sportliche Aktivitäten, wie Schwimmen oder Joggen. Dabei müssen die Menschen voneinander Abstand halten und außerhalb des Wassers eine Schutzmaske tragen. Passive Aktivitäten wie etwas Sonnenbaden sind hingegen nicht erlaubt.

Konservative drängen von der Leyen zur Grenzöffnung

1.10 Uhr: Eine Gruppe von konservativen Europaabgeordneten hat an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen appelliert, sich für eine rasche Wiederöffnung der Grenzen innerhalb der Europäischen Union einzusetzen. Die zur Eindämmung des Coronavirus eingeführten Kontrollen an allen nationalen Grenzen zwischen Mitgliedstaaten sollten nach dem kommenden Freitag eingestellt werden, fordern die 18 Mitglieder der EVP-Fraktion im Europaparlament in einem Brief an von der Leyen, der der Nachrichtenagentur AFP vorliegt.

Die Parlamentarier verlangen auch, dass die EU-Mitgliedstaaten ihre Quarantäne-Regelungen für einreisende EU-Bürger aufheben sollen. Im Frühstadium der Pandemie seien die Grenzkontrollen aufgrund der stark variierenden Ausbreitung des Virus in den EU-Mitgliedstaaten "angemessen und berechtigt" gewesen, heißt es in dem Brief. Inzwischen sei das Infektionsgeschehen jedoch EU-weit auf ähnlichem Niveau.

Basketball-Stars wollen NBA-Saison fortsetzen

LeBron James (l.) und Anthony Davis: Beide bei Telefonat dabei

LeBron James (l.) und Anthony Davis: Beide bei Telefonat dabei

Foto: Ringo H.W. Chiu/ AP

0.45 Uhr: Die NBA-Topstars um LeBron James, Stephen Curry, Kevin Durant und Giannis Antetokounmpo haben sich laut einem US-Medienbericht für eine Fortsetzung der unterbrochenen Saison ausgesprochen. "Yahoo sports" berief sich am Dienstag auf eine von Spielergewerkschafts-Präsident und Oklahoma-City-Thunder-Profi Chris Paul organisierte Telefonkonferenz der Spitzenspieler und eine entsprechende Einigung. An dem Gespräch sollen demnach auch Anthony Davis, Kawhi Leonard, Damian Lillard und Russell Westbrook teilgenommen haben.

Die NBA ist wegen der Coronakrise seit dem 11. März unterbrochen. Ob und wie die Saison fortgesetzt werden kann, ist unklar. In der Diskussion stehen unter anderem eine auf wenige Spielorte reduzierte Fortsetzung der Saison ohne Zuschauer.

Deutlich weniger Asylanträge in der EU

0.30 Uhr: Die Zahl der Asylanträge ist in der Europäischen Union einschließlich der Schweiz und Norwegen in den ersten vier Monaten zurückgegangen. Das berichtet die Zeitung "Welt"  unter Berufung auf bisher unveröffentlichte Zahlen der EU-Asylbehörde EASO, die dem Blatt vorliegen. Demnach stellten von Anfang Januar bis Ende April insgesamt 164.718 Personen einen Asylantrag - ein Minus von 25 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum mit 221.207 Anträgen.

Deutschland wurde an der Spitze der Zielländer im Vorjahr abgelöst: Die meisten Asylanträge wurden mit 37.471 in Spanien gestellt - und zwar von Migranten aus Kolumbien, Venezuela und Honduras. Auf Platz zwei liegt Deutschland mit 33.714 Asylbewerbern, darunter 23 Prozent von Syrern, 9,3 Prozent von Irakern und 7,7 von Afghanen. Dahinter liegen Frankreich (28.710), Griechenland (21.153) und Italien mit lediglich 8025 Anträgen. Schlusslicht ist Estland mit 19 Asylsuchenden in diesem Jahr.

lov/jok/cop/apr/kko/ptz/AFP/dpa/Reuters/AP
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