News-Update Global mehr als 20.000 Covid-19-Tote

Die Johns-Hopkins-Universität meldet im Zusammenhang mit dem Coronavirus weitere Todesfälle. Bei Bundeskanzlerin Merkel ist auch beim zweiten Corona-Test keine Infektion festgestellt worden. Der Überblick.
Spanien: Eine Angestellte in einem Pflegeheim schaut aus dem Fenster

Spanien: Eine Angestellte in einem Pflegeheim schaut aus dem Fenster

Foto: Eduardo Parra/ dpa

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Verhandlungen über Kurzarbeit im öffentlichen Dienst

23.27 Uhr: In der Coronakrise soll auch im öffentlichen Dienst generell Kurzarbeit möglich werden. Dies könnte etwa auf Beschäftigte von Flughäfen, Bädern, Theatern, dem Nahverkehr oder Museen zukommen. Insgesamt arbeiten rund zwei Millionen Menschen im öffentlichen Dienst der Kommunen.

Die Gewerkschaft Ver.di, der Beamtenbund dbb und die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) kündigten Verhandlungen  über einen entsprechenden Tarifvertrag an. Die Verhandlungen sollten nach Möglichkeit spätestens in der kommenden Woche abgeschlossen sein, erfuhr die Nachrichtenagentur dpa aus Verhandlungskreisen.

Bisher können die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes mangels tarifvertraglicher Ermächtigungen nicht generell in Kurzarbeit gehen und dafür die Teilerstattung des Lohns von der Bundesagentur für Arbeit (BA) bekommen. Ver.di und der dbb forderten, dass sich das ändert und dass die Arbeitgeber das Kurzarbeitergeld aufstocken.

Bei Kurzarbeit zahlt die Bundesagentur für Arbeit den betroffenen Beschäftigten 60 Prozent des Lohns, bei Menschen mit Kindern 67 Prozent. Ziel ist es, Arbeitgeber in einer akuten Krise zu entlasten und damit Arbeitsplätze zu sichern. Die Arbeitgeber bekommen in der Coronakrise nun auch die Sozialbeiträge erstattet.

Spanien: Krankenwagen mit Steinen beworfen

23.17 Uhr: In Spanien sind mehrere Krankenwagen mit insgesamt 28 älteren Corona-Patienten mit Steinen beworfen worden. Dutzende Menschen hätten damit verhindern wollen, dass die infizierten und zum Teil an Covid-19 erkrankten Rentner, die aus einer anderen Gemeinde stammten, in ein Heim der andalusischen Stadt verlegt und dort unter Quarantäne gesetzt werden. Lesen Sie hier mehr Details.

Deutschland überlegt, Flugpassagiere aus Drittstaaten zu isolieren

23.01 Uhr: Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus erwägt Deutschland, aus Nicht-EU-Staaten ankommende Reisende für zwei Wochen in häusliche Quarantäne zu schicken. Über entsprechende Überlegungen soll das Corona-Krisenkabinett nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa und den Zeitungen der Funke-Mediengruppe an diesem Donnerstag beraten.

Demzufolge könnten Menschen, die aus Nicht-EU-Staaten nach Deutschland reisen, von der kommenden Woche an alle nach Ankunft für zwei Wochen zu Hause in Quarantäne gehen müssen - und zwar unabhängig davon, ob sie zuletzt in einem Risikogebiet waren.

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Entschieden wurde darüber nach dpa-Informationen aber noch nicht. Da für die meisten Nicht-EU-Bürger derzeit ein Einreiseverbot gilt, würde dies im Wesentlichen Deutsche und Ausländer mit Aufenthaltserlaubnis und Wohnort in Deutschland betreffen.

Der Funke-Mediengruppe zufolge geht es um Passagiere aus Drittstaaten außerhalb der EU, die an den internationalen Flughäfen München, Frankfurt am Main, Düsseldorf, Hamburg und Berlin ankommen. Die Verhängung von Quarantäne liege allein in der Zuständigkeit der Länder, letztlich der Gesundheitsämter vor Ort, hieß es in dem Bericht.

Slowakei erlaubt Staatszugriff auf Handydaten

22.42 Uhr: Von einer notwendigen Maßnahme zur Eindämmung der Coronavirus-Infektionen spricht die Regierung, vor einer drohenden "Bespitzelung der Bürger" warnt die Opposition: In einem außerordentlichen Schnellverfahren hat das slowakische Parlament am Mittwoch mit 91 Ja- gegen 43 Nein-Stimmen einer Gesetzesnovelle zugestimmt, die dem Staat den Zugriff auf ansonsten geschützte Handydaten der Bürger erlaubt. Damit darf die staatliche Gesundheitsbehörde künftig anhand der Mobiltelefon-Lokalisierungsdaten verfolgen, wo sich mit dem neuartigen Coronavirus Infizierte bewegen und mit wem sie sich treffen.

Die erst seit Samstag amtierende Vier-Parteien-Koalition des 46-jährigen Konservativen Igor Matovic will damit kontrollieren, ob Infizierte nicht gegen Quarantäne-Vorschriften verstoßen. Außerdem soll die Maßnahme ermöglichen, nach einem positiven Test auf Covid-19 alle jene Menschen zu warnen, mit denen die infizierte Person zuvor in Kontakt getreten war.

Igor Matovic und Minister beim Amtsantritt - mit Schutzmasken und Handschuhen

Igor Matovic und Minister beim Amtsantritt - mit Schutzmasken und Handschuhen

Foto: VLADIMIR SIMICEK/ AFP

Nach Protesten der bis vor kurzem noch selbst regierenden und nun oppositionellen Sozialdemokraten wurde das Ausnahmegesetz allerdings im Parlament noch abgeschwächt. Entgegen dem ursprünglichen Regierungsvorschlag dürfen Telefongespräche und SMS-Nachrichten nicht mitverfolgt werden, sondern nur Lokalisierungsdaten. Außerdem wurde die Maßnahme auf die Dauer der Coronakrise beschränkt.

Rumänien will flächendeckend testen

22.17 Uhr: In Rumänien soll die gesamte Bevölkerung der Hauptstadt Bukarest und anderer größerer Ballungsräume auf eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus getestet werden. Das kündigte Gesundheitsminister Victor Costache an. Mobile Teams sollten von Haus zu Haus gehen und die Untersuchungen durchführen. Die Gesamtzahl der Bürger, die getestet werden sollen, stand zunächst nicht fest, weil die Regionen noch nicht genau definiert waren.

Vorbild sei das Corona-Krisenmanagement in Südkorea, wo ebenfalls breit getestet worden sei, sagte der Minister weiter. Für die Aktion würden in Bukarest "mindestens zwei, maximal fünf Millionen" Test-Sets gebraucht. Nächste Woche erwarte man den Import von etwa 180.000 Tests. Allein die Hauptstadt hat offiziell rund zwei Millionen Einwohner, inoffiziell wird die Zahl auf vier Millionen geschätzt. Der Sender "Digi24" rechnete vor, dass für eine Untersuchung all dieser Menschen 2660 Tage oder mehr als sieben Jahre benötigt würden.

Heiraten in Zeiten von Corona: In Bukarest übergibt eine Standesbeamtin einer Braut ein Dokument

Heiraten in Zeiten von Corona: In Bukarest übergibt eine Standesbeamtin einer Braut ein Dokument

Foto: Vadim Ghirda/ AP

Die Bürgermeisterin von Bukarest, Gabriela Firea, sagte, zuerst würden Bürger aus der Risikogruppe an die Reihe kommen, beispielsweise über 65-Jährige und Menschen mit Vorerkrankungen.

In Rumänien sind bisher 14 Menschen nach einer Infektion mit dem Virus Sars-CoV-2 gestorben. Die Zahl der Infizierten stieg von Dienstag bis Mittwoch auf 906 seit Beginn der Pandemie. 86 sind inzwischen wieder gesund. 6016 Verdachtsfälle sind in Quarantäne und 100.199 in kontrollierter Isolation zu Hause, das heißt, sie müssen mit einem Amtsarzt Kontakt halten. Wenn jemand auf der Straße erwischt wird, wird die Isolationsfrist verlängert.

Finnland schottet Region um Helsinki ab

21.55 Uhr: Die finnische Regierung geht mit verschärften Maßnahmen vor allem für die Region rund um die Hauptstadt Helsinki gegen die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus vor. Die Bewegungsfreiheit zwischen der südlichen Landschaft Uusimaa rund um Helsinki und dem Rest Finnlands werde von diesem Freitag bis zum 19. April eingeschränkt, gab Ministerpräsidentin Sanna Marin bekannt.

In der Zeit sei es verboten, nach Uusimaa hinein- oder aus der Landschaft herauszufahren. Ausnahmen gebe es unter anderem für Fahrten zur Arbeit. In Uusimaa wohnen mehr als 30 Prozent aller Finnen, dort sind besonders viele der bislang 880 Covid-19-Erkrankungen in Finnland nachgewiesen worden.

Megastau an bulgarisch-türkischer Grenze

21.48 Uhr: An Bulgariens Grenze zur Türkei hat sich eine 45 Kilometer lange Schlange wartender Lastwagen gebildet, die auf dem Weg in die Türkei sind. Grund seien die Gesundheitskontrollen der Türkei wegen der Coronavirus-Pandemie, berichtete das bulgarische Staatsfernsehen. Fernfahrer harrten seit Tagen auf der bulgarischen Seite der Grenze beim Grenzübergang Kapitan Andreewo aus. Sie seien durch das bulgarische Rote Kreuz mit Lebensmitteln und Trinkwasser versorgt worden.

Um die Notlage zu lindern, will Bulgarien nun einen einstigen Militärflughafen in der südöstlichen Region Haskowo zum Lastwagen-Parkplatz umfunktionieren. Er soll Platz für 3000 Lastwagen sowie sanitäre Einrichtungen bieten.

Antisemitismus-Beauftragter warnt vor Verschwörungstheorien

21.26 Uhr: Der Antisemitismus-Beauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, warnt vor antijüdischen Verschwörungstheorien in der Corona-Krise. Die Pandemie schaffe ein Klima der allgemeinen Verunsicherung, was Beschuldigungen einzelner Personengruppen idealen Nährboden liefere, sagte Klein dem "Tagesspiegel". "Es überrascht leider nicht, dass Juden und Israel Hauptziele sind. Antisemitische Hassreden verbreiten sich schnell im Internet und dort insbesondere auf den gängigen Social-Media-Plattformen."

Klein sagte, Verschwörungstheoretikern, rechten Hetzern und Antisemiten scheine offenbar nichts zu absurd. "Die Rede ist da von einer jüdischen Übernahme der Weltwirtschaft, jüdischen Gewinnen aus einem möglichen Impfstoff, von Israel entwickelten Biowaffen, oder einem jüdischen Versuch, die Weltbevölkerung zu reduzieren."

Tschechien lockert Grenzschließung für Gesundheitspersonal

21.07 Uhr: Tschechien lenkt bei der strittigen Frage der grenznahen Berufspendler teilweise ein. Angehörige des Gesundheits- und Rettungswesens sowie der sozialen Dienste, die in Deutschland oder Österreich arbeiten, aber in Tschechien leben, dürfen die Grenze nun doch weiter täglich überschreiten. Das teilte die Sprecherin von Innenminister Jan Hamacek mit .

Tschechien hatte Mitte März den Notstand ausgerufen und einen weitgehenden Ein- und Ausreisestopp verhängt. Tschechische Berufspendler müssen demnach ab Donnerstag in den jeweiligen Nachbarländern für einen längeren - empfohlen wird ein dreiwöchiger - Zeitraum arbeiten. Nach ihrer Rückkehr nach Tschechien kommen sie in eine zweiwöchige häusliche Quarantäne.

Mehr als 20.000 Covid-19-Tote

20.43 Uhr: Weltweit werden nach Angaben von US-Experten mehr als 20.000 Todesfälle mit einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus in Verbindung gebracht. Die Zahl der bekannten Infektionen war bis Mittwochmittag (Ortszeit) auf mehr als 450.000 angestiegen, teilten Wissenschaftler der Johns-Hopkins-Universität mit. Bislang sind demnach rund 20.500 Menschen an den Folgen der von dem Virus ausgelösten Lungenerkrankung Covid-19 gestorben. Die meisten Opfer waren demnach in Italien, Spanien und China zu verzeichnen.

Die Webseite der US-Forscher wird regelmäßig mit eingehenden Daten aktualisiert und zeigt daher in der Regel einen höheren Stand als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Diese sprach in ihrem jüngsten Lagebericht vom Dienstag von 373.000 bekannten Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2 und mehr als 16.000 Toten.

Unterhaus verabschiedet Notstandsgesetz - und geht in die Pause

19.55 Uhr: Das britische Parlament hat ein Notstandsgesetz für die Bewältigung der Coronavirus-Pandemie verabschiedet. Es verleiht der Regierung und den Behörden unter anderem Vollmachten, um die beschlossenen Ausgangsbeschränkungen und Schließungen von Geschäften und anderen Gebäuden notfalls mit Zwangsmaßnahmen durchzusetzen. Auch der Zugriff auf private Daten der Bürger wird durch das Gesetz erleichtert. Die Behörden erhalten auch das Recht, Infizierte zwangsweise in Quarantäne zu schicken. Das gilt auch bereits beim Verdacht auf eine Infektion.

Das Unterhaus sollte wegen der Coronavirus-Pandemie bereits am Mittwoch vorzeitig in die Osterpause gehen. Labour-Chef Jeremy Corbyn trat ein letztes Mal als Oppositionsführer auf. Der Altlinke hatte im vergangenen Dezember bereits seinen Rückzug von der Parteispitze angekündigt. Zuvor hatten die britischen Sozialdemokraten eine vernichtende Niederlage bei der Parlamentswahl gegen die Konservativen von Premierminister Boris Johnson einstecken müssen.

WHO beginnt Tests auf Coronavirus in Idlib

19.25 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat in der syrischen Rebellenprovinz Idlib mit flächendeckenden Tests auf das neuartige Coronavirus begonnen. Bereits am Dienstag hätten die ersten 300 Tests die Provinz im Nordwesten Syriens erreicht, teilte das Regionalbüro der WHO mit. Bislang seien alle Tests negativ ausgefallen.

In der von überwiegend islamistischen Rebellen kontrollierten Provinz leben rund vier Millionen Menschen. Viele sind aufgrund von Kämpfen und Bombardierungen auf der Flucht. Hilfsorganisationen warnten zuletzt immer wieder vor dramatischen Folgen, sollte sich der Erreger Sars-CoV-2 in Syrien und vor allem in den Flüchtlingslagern ausbreiten. Neben den Tests auf das Coronavirus würde auch Schutzkleidung in das Gebiet transportiert, teilte die Uno-Organisation mit. Nach offiziellen Angaben sind bislang in Syrien vier Personen positiv auf das Virus getestet worden.

Wien überträgt Bestattungen für Angehörige live im Internet

19.10 Uhr: Weil angesichts der strengen Corona-Auflagen Trauerfeiern nur noch im kleinsten Kreis möglich sind, werden Bestattungen in Wien nun für Angehörige und Freunde per Livestream im Internet übertragen. Es sei für viele Hinterbliebene sehr schwierig, wenn sie bei Bestattungen nicht dabei sein könnten, sagte Jacob Homan vom Bestattungsunternehmen "Himmelblau" der Nachrichtenagentur AFP. Sein Unternehmen, eines der größten in der österreichischen Hauptstadt, habe bereits sechs Beerdigungen live ins Internet übertragen.

Hunderttausende Briten melden sich als freiwillige Helfer

18.55 Uhr: In Großbritannien haben sich mehr als 400.000 Menschen gemeldet, um freiwillig dem Nationalen Gesundheitsdienst im Kampf gegen das Coronavirus zu helfen. Premierminister Boris Johnson dankte auf einer Pressekonferenz den Freiwilligen für ihre Hilfsbereitschaft. Die Regierung habe am Dienstagabend dazu aufgerufen und die Hoffnung geäußert, dass sich in einigen Tagen 250.000 Menschen melden. "Aber binnen nur 24 Stunden haben 405.000 Bürger auf den Appell geantwortet."

Roboter überwacht Ausgangsbeschränkungen in Tunis

18.00 Uhr: Die Szenen wirken wie aus der "Versteckten Kamera" oder aus einem Science Fiction-Film: Ein kleiner, gepanzerter Roboter fährt durch fast menschenleere Straßen und hält die wenigen Fußgänger an, die sich noch draußen aufhalten. Um die wegen des Coronavirus geltenden Ausgangsbeschränkungen zu kontrollieren, setzt die tunesische Polizei einen Roboter in der Hauptstadt Tunis ein. Gesteuert wird das Fahrzeug von einer Einsatzzentrale aus, wie in einem am Mittwoch veröffentlichten Video des tunesischen Innenministeriums  zu sehen ist.

Peugeot nimmt Arbeit in Wuhan wieder auf

17.25 Uhr: In Wuhan nimmt der französische Autobauer Peugeot SA in seinem Gemeinschaftsunternehmen mit der chinesischen Dongfeng Motor Group den Betrieb wieder auf. Vom Coronavirus-Epizentrum Wuhan, der Hauptstadt der chinesischen Provinz Hubei, war das Virus ausgegangen.

Londoner City Airport schließt bis Ende April

17.20 Uhr: Der Londoner City Airport stoppt alle gewerblichen und privaten Flüge von Mittwochabend an. Dies gelte bis Ende April, teilt der Flughafen mit. Man befolge damit die Aufforderung der britischen Regierung, wonach die Menschen auf Reisen verzichten und zu Hause bleiben sollten.

Merkels zweiter Corona-Test ist auch negativ

17.15 Uhr: Auch beim zweiten Test von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) auf das neuartige Coronavirus ist keine Infektion festgestellt worden. Das teilte ein Regierungssprecher am Mittwoch in Berlin mit. "Die Bundeskanzlerin arbeitet weiterhin aus der häuslichen Quarantäne und wird sich Anfang der kommenden Woche erneut testen lassen", sagte der Sprecher.

Merkel war am Freitag von einem Arzt vorbeugend gegen Pneumokokken geimpft worden. Am Sonntagabend wurde die Kanzlerin darüber unterrichtet, dass der Mediziner mittlerweile positiv auf das Coronavirus getestet worden war. Daraufhin isolierte sich Merkel zu Hause, ein erster Test war bereits negativ.

Datenverkehr in Deutschland steigt deutlich um zehn Prozent

17.05 Uhr: Netflix, Online-Gaming und Videokonferenzen: Das Datennetz in Deutschland wird aufgrund von Heimarbeit und Unterhaltung während der Corona-Pandemie deutlich stärker als sonst genutzt. Der durchschnittliche Datenverkehr habe um zehn Prozent zugenommen, erklärte der Betreiber des weltgrößten Internetknotens in Frankfurt am Main, DE-CIX, am Mittwoch. Allein in der vergangenen Woche habe sich die Nutzung von Videokonferenzen sowie von sogenannten Online- und Cloud-Gaming-Plattformen verdoppelt.

Auch soziale Netzwerke würden stärker in Anspruch genommen, teilte DE-CIX mit, und manche Videostreaming-Anbieter hätten ihre Kapazitäten am Knotenpunkt verdoppelt.

Anders als sonst verteile sich der Datenverkehr über den ganzen Tag und steige im Schnitt an. Die Kapazität des Frankfurter Internetknotens sei durch die erhöhte Datenübertragung aber noch nicht gefährdet.

"Selbst wenn alle Firmen Europas ausschließlich aus dem Home-Office arbeiteten und nebenher noch ein weltweites sportliches Großevent übertragen werden würde, kann der DE-CIX die notwendigen Bandbreiten für reibungslose Interconnection bereitstellen", teilte das Unternehmen mit.

USA melden mittlerweile 737 Tote und fast 54.500 Infizierte

16.08 Uhr: In den USA ist die Zahl der Virus-Toten binnen eines Tages sprunghaft auf 737 gestiegen. Das seien 193 mehr als am Dienstag, wo es noch 544 Todesfälle gewesen seien, teilen die Gesundheitsbehörden CDC mit. Mittlerweile seien 54.453 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden, am Vortag seien es 44.183 gewesen.

Besonders schwer betroffen ist New York City. Allein dort starben 210 Menschen, bei 25.667 wurde das Coronavirus nachgewiesen. Der Gouverneur von New York City, Andrew Cuomo, kündigt die Sperre von Straßen für den Verkehr und das Verbot von Kontaktsportarten in öffentlichen Parks an, um eine Ausbreitung des Virus einzugrenzen.

Uno braucht für Krise Milliarden und zählt auf Deutschland

16.00 Uhr: Für die Unterstützung ärmerer Länder im Kamp gegen das neue Coronavirus brauchen die Vereinten Nationen zwei Milliarden Dollar (1,85 Milliarden Euro). In einem Spendenaufruf richtete sich Uno-Nothilfe-Koordinator Mark Lowcock auch an die Bundesregierung: "Ich werde mit Fachministern in Berlin noch diese Woche sprechen", sagte Lowcock der Deutschen Presse-Agentur.

Uno-Generalsekretär António Guterres sagte bei einer Ansprache in New York: "Wir müssen den sehr Verwundbaren zu Hilfe kommen - Millionen von Menschen, die sich am wenigsten schützen können." Viele Flüchtlinge in den Krisenländern der Welt lebten unter Plastikplanen oder in Lagern. "Sie haben kein Zuhause, in denen sie sich sozial distanzieren oder isolieren können."

Es mangele ihnen an Wasser und Seife. Sollten sie ernsthaft krank werden, hätten sie kein Gesundheitssystem, das ein Krankenhaus und ein Beatmungsgerät zur Verfügung stellen könnte, so Guterres. Das Hilfspaket sei ein "Imperativ" und liege im Interesse von allen, um den Kampf gegen das Virus zu gewinnen.

Die Unterstützung der ärmeren Länder zahle sich für alle aus, sagte Nothilfe-Koordinator Lowcock weiter. Das Virus, das die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen kann, bleibe gefährlich, wenn es nicht auch dort bekämpft werde. "Niemand ist sicher, bevor nicht alle sicher sind. Regierungen lassen ihre eigenen Bürger im Stich, wenn sie die Armen im Stich lassen", sagte Lowcock.

Offener Brief der Kassenärzte: Schutzausrüstung fehlt immer noch

Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Berlin beklagt, dass Schutzausrüstung vor allem an Krankenhäuser geliefert werde - und viel zu wenig an niedergelassene Ärzte. "Wir Niedergelassene fühlen uns zurzeit an der vordersten Front alleine gelassen, obwohl wir die ersten Kontaktpersonen für die Patienten sind", schreibt die KV in einem öffentlichen Brief an den Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD).

Darin fordert die KV mehr Materialien wie Handschuhe, Gesichtsmasken, Schutzanzüge und Desinfektionsmittel für niedergelassene Ärzte, spezielle Versorgungsstrukturen für Infizierte sowie finanziellen Ausgleich, wenn Eingriffe aufgrund des Coronavirus verschoben werden.

Die Interessenvertretung von unter anderem etwa 6800 niedergelassenen Ärzten mahnt: "Die Überforderung unseres Gesundheitssystems lässt sich nach heutigem Stand bereits nicht mehr abwenden." Hochrechnungen zufolge komme das Gesundheitssystem in Berlin "spätestens zu Ostern" an seine Grenzen. Dann seien die Intensiv-und Beatmungskapazitäten bereits überbelegt und es würden weitere gebraucht.

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Lufthansa nutzt Passagierjet als Frachter für chinesische Masken

16.00 Uhr: Mit Schutzmasken und anderer medizinischer Ausrüstung an Bord ist der erste Lufthansa-Passagierjet als reiner Frachtflieger in Frankfurt gelandet. Die Maschine vom Typ Airbus A330 war von Shanghai in China gut elf Stunden unterwegs gewesen, wie die Lufthansa Cargo am Mittwoch berichtete. Neben den Frachträumen des Jets seien auch die Staufächer über den Sitzen und die Kabine genutzt worden für insgesamt 30 Tonnen Fracht. Die modernste Frachtmaschine der LH Cargo fasst zum Vergleich 103 Tonnen.

Die 17 Frachtflieger der Lufthansa-Tochter sind in Folge der Corona-Krise voll ausgelastet, denn es fehlen die sonst mitgenutzten Kapazitäten der Passagierjets. Auf diese entfallen zu normalen Zeiten rund 50 Prozent der Frachtmenge. Die Lufthansa prüft nach eigenen Angaben den Einsatz weiterer Passagiermaschinen.

Grundsätzlich wird Luftfracht vor allem für höherwertige Güter wie Pharmazeutika eingesetzt. Der Preis pro Kilo beträgt zu normalen Zeiten etwa das 40-fache der Seefracht.

Britische Regierung: "Prüfen Sie die Stärke ihrer Gefühle"

15.45 Uhr: Die britische Regierung fordert Paare mit getrennten Haushalten auf, entweder einen gemeinsamen Haushalt zu bilden oder Abstand voneinander zu halten, sagte Jenny Harries, die stellvertretende Gesundheitsbeauftragte der britischen Regierung. Verhindert werden solle, dass Personen zwischen verschiedenen Haushalten hin- und herwechseln. Wegen der Ausgangsbeschränkungen durch die Coronavirus-Epidemie sollten Paare ihre Beziehung auf Belastbarkeit testen. "Prüfen Sie die Stärke ihrer Gefühle sorgfältig, und bleiben Sie in einem Haushalt, entweder zusammen oder getrennt, aber bleiben Sie dabei", so Harries.

Der britische Premierminister Boris Johnson hatte am Montag Ausgangsbeschränkungen verkündet. Demnach sollen die Briten ihr Zuhause in den kommenden Wochen so wenig wie möglich verlassen. Sportliche Betätigung im Freien ist nur einmal am Tag und nur gemeinsam mit Mitgliedern desselben Haushalts erlaubt.

Polnische Grenzen bleiben dicht bis zum 13. April

15.40 Uhr: Der polnische Innenminister kündigt die Verlängerung der Grenzschließung bis zum 13. April an. Polen hatte die Grenzen in der Nacht zum 15. März für zunächst zehn Tage geschlossen.

Bolsonaro lehnt Ausgangssperren ab

15.05 Uhr: Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro wirft Regionalregierungen und Bürgermeistern seines Landes vor, mit Ausgangssperren die Wirtschaft zu zerstören. "Wenn Unternehmen nicht produzieren, werden sie keine Gehälter zahlen", twittert Bolsonaro. Wenn die Wirtschaft zusammenbreche, erhielten auch die Angestellten im öffentlichen Dienst nichts. "Wir müssen Geschäfte öffnen und alles tun, um die Gesundheit der Alten zu erhalten."

Bolsonaro hatte trotz zahlreicher Corona-Fälle in Brasilien das Virus als "Fantasie" abgetan - und ein Bad in der Menge demonstrierender Anhänger vor dem Regierungssitz genommen.

21-jährige Britin ohne Vorerkrankung stirbt am Coronavirus

14.59 Uhr: In Großbritannien ist eine 21-Jährige einem Bericht zufolge an dem Coronavirus gestorben. Die junge Frau habe keine Vorerkrankungen gehabt, berichtet die Zeitung "The Sun". Die Familie aus High Wycombe in Buckinghamshire habe die Bevölkerung auf ihrem Facebook-Account aufgefordert, im Haus zu bleiben, um die Ausbreitung des Virus zu stoppen. Der Tod der 21-Jährigen solle als Weckruf angesehen werden, die Pandemie ernst zu nehmen.

Todesfälle unter jungen, gesunden Menschen sind sehr selten, aber auch aus China bekannt.

NRW will Häftlinge vorübergehend freilassen

14.55 Uhr: Für den Fall eines Corona-Ausbruchs in Gefängnissen will die nordrhein-westfälische Landesregierung 1000 Zellen für Quarantänefälle oder intensivmedizinische Behandlungen frei bekommen. Deshalb soll die Haft in einigen Fällen ausgesetzt oder aufgeschoben werden, kündigte Justizminister Peter Biesenbach an. Die Regelung betreffe aber keine Sexualstraftäter oder Gewalttäter mit mehrjährigen Haftstrafen, sondern etwa Häftlinge, die Ersatzfreiheitsstrafen wegen nicht gezahlter Geldstrafen absäßen. "Es gibt keinen Corona-Rabatt", betonte Biesenbach. Es gehe lediglich um eine Unterbrechung oder einen Aufschub der Haft.

Bislang gebe es noch keinen mit dem Coronavirus infizierten Strafgefangenen, sagte Biesenbach. Der Besuchsverkehr in den Gefängnissen war bereits weitgehend eingeschränkt worden. Im Gegenzug wurden mehr Telefonate und im offenen Vollzug auch stundenweise die Nutzung von Handys erlaubt.

Französischer Trainer der sudanesischen Fußballmannschaft verlässt Afrika

Vor dem Hintergrund des sich auch in Afrika ausbreitenden Coronavirus hat der französische Nationaltrainer der sudanesischen Fußballmannschaft das Land verlassen und ist nach Frankreich zurückgekehrt - gegen die Empfehlung des Verbands, berichtet die Zeitung "Le Monde". "Wenn ich meinen Spielern erzähle, was gerade in Frankreich passiert, glauben sie mir nicht", sagte Velud.

Das Training und das Fußballprogramm seien abgelaufen, als wenn nichts wäre. In ein paar Tagen sollte die Mannschaft gegen Ghana antreten. Angesichts der Coronavirus-Pandemie hat der Afrika-Cup allerdings kürzlich beschlossen, die Ende März anstehenden Qualifikationsspiele für den afrikanischen Nationen-Pokal 2021 (CAN) zu verschieben. Ob das Training weitergehen solle, darüber herrsche Uneinigkeit zwischen Velud und dem nationalen Fußballverband. "Ich will nicht der Trainer sein, der auf den Trainings besteht und meine Spieler in Gefahr bringt", sagte Velud.

Alle Bewohner von Würzburger Altenheim werden getestet

13.38 Uhr: Im Würzburger Seniorenheim St. Nikolaus sind inzwischen zehn Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Damit ist das Heim ein Schwerpunkt bei Todesfällen in Bayern. Von 149 Heimbewohnern seien 29 positiv getestet worden, sagte Würzburgs Oberbürgermeister Christian Schuchardt (CDU) am Mittwoch. Er ist auch Vorsitzender des Stiftungsrats des Würzburger Bürgerspitals, zu dem die Einrichtung gehört. Von den 86 Mitarbeitern seien 33 positiv getestet worden.

Seit Dienstag liefen Tests, um die gesamte Belegschaft sowie alle Heimbewohner zu testen, so Schuchardt weiter. Besonders unter Demenzkranken sei dies eine Herausforderung. Man habe sich dazu entschlossen, um die Lage zu beruhigen und Klarheit zu erhalten. Bei den Toten von St. Nikolaus habe es sich um allesamt hochbetagte Patienten gehandelt, die teils erhebliche Erkrankungen aufgewiesen hätten.

Der Leiter des Würzburger Gesundheitsamts, Joachim Löw, wies auf die Problematik der nur begrenzt zur Verfügung stehenden Tests hin. Der Test bringe zudem keine Sicherheit, weil die Infektion innerhalb der Inkubationszeit auch erst nach dem Abstrich eintreten könne und dann eine falsche Sicherheit suggeriert werde.

Größtes Problem für den Umgang sowohl mit Bewohnern von Pflegeeinrichtungen als auch mit Patienten in Krankenhäusern sei der Notstand beim Material, etwa Atemschutzmasken und Schutzkleidung, sagte der Ärztliche Leiter des Universitätsklinikums Würzburg, Georg Ertl. "Wir kriegen zurzeit massenhaft Angebote aus China", sagte er. Es sei für seine aber Klinik kaum zu prüfen, ob die Angebote seriös seien.

Hannovers Oberbürgermeister Onay hat sich infiziert

13.29 Uhr: Der Hannoversche Oberbürgermeister Belit Onay ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Am späten Montagabend seien bei dem Grünenpolitiker Krankheitssymptome aufgetreten, teilte die Stadtverwaltung mit. Er übe die Amtsgeschäfte nun in häuslicher Quarantäne aus.

Nach Vorschriften der Gesundheitsbehörden gilt die Quarantäne auch für Menschen, die seit Samstag in direktem persönlichem Kontakt mit dem Oberbürgermeister standen. Dies betreffe innerhalb der Verwaltung vor allem die Dezernentinnen und Dezernenten, hieß es weiter. Die Quarantäne läuft bis zum 6. April.

Verkaufszahlen von Klopapier, Seife und Nudeln steigen stark an

13.21 Uhr: Die vielen Bilder von leeren Regalen ließen es ahnen: Die Coronakrise hat in Deutschland die Nachfrage nach bestimmten Waren massiv steigen lassen. Wie stark, das geht jetzt aus aktuellen Zahlen hervor, die das Statistische Bundesamt veröffentlichte. Danach kauften die Verbraucher in der vergangenen Woche mehr als viermal so viel Seife und mehr als dreimal so viel Toilettenpapier wie im Durchschnitt der vorangegangenen sechs Monate. Die Statistiker stützten sich auf eine Auswertung digital verfügbarer Kassendaten.

Demnach schnellten die Absatzzahlen ausgewählter Lebensmittel und Hygieneartikel bereits in der letzten Februarwoche erstmals in die Höhe. Ende Februar hätten sich die Verkaufszahlen für Mehl, Seife und Nudeln plötzlich mehr als verdoppelt. Die Nachfrage nach Desinfektionsmitteln stieg auf mehr als das Siebenfache, eine Woche später dann sogar auf mehr als das Achtfache des üblichen Niveaus. Danach brach der Absatz bei Desinfektionsmitteln allerdings wieder ein und lag zuletzt nur noch bei der Hälfte des Üblichen. "Dies ist darauf zurückzuführen, dass das Produkt vorübergehend praktisch ausverkauft war", betonten die Statistiker.

Auch in der vergangenen Woche lag die Nachfrage nach Nudeln, Mehl, Zucker, Reis und passierten Tomaten nach Angaben des Statistischen Bundesamtes noch mehr als doppelt so hoch wie normal. Einzig die Bierbrauer konnten nicht von dem durch die Krise ausgelösten Einkaufsboom profitieren. Hier lagen die Verkaufszahlen seit Ende Februar Woche für Woche leicht unter dem Normalniveau.

Westaustralien schränkt Alkoholverkauf ein

13.06 Uhr: Der australische Bundesstaat Westaustralien beschränkt wegen der Corona-Pandemie ab Mittwochabend den Verkauf alkoholischer Getränke. Vorfälle in Verbindung mit Alkoholmissbrauch sollten in Zeiten des Social Distancing vermieden werden, weil sie Polizei, Rettungskräfte und das Gesundheitssystem zu sehr belasteten, teilte die Regierung des westlichen Bundesstaates mit.

Abstinenzler müssen die Australier deshalb aber nicht werden. Nach den neuen Regeln darf jeder Kunde künftig wahlweise maximal eine Kiste Bier, Cider oder Alkopops kaufen oder aber drei Flaschen Wein oder einen Liter Spirituosen oder Likörwein. Eine Kombination zweier Getränkearten ist demnach auch erlaubt. Wer sich nicht an die Regeln halte, müsse mit Strafen rechnen, teilte der Verband der Wein- und Spirituosenhändler mit.

Die Beschränkungen gelten den behördlichen Angaben zufolge zunächst für zwei Wochen, können danach aber verlängert werden. Es handle sich um eine "vernünftige Vorsichtsmaßnahme", sagte der Regierungschef des Bundesstaats, Mark McGowan, Reportern am Mittwoch. In der derzeitigen Stresssituation wolle man auch vermeiden, dass Menschen zu viel einkauften. "Wir haben das mit anderen Nahrungsmitteln und Produkten gesehen, und es gab Berichte über Menschen, die ihre Einkaufswagen bis zum Rand mit Alkohol gefüllt haben", so McGowan.

Modebranche befürchtet eine "noch nie dagewesene Insolvenzwelle"

12.33 Uhr: Der Mode- und Textilhandel in Deutschland hat vor einem Kollaps der gesamten Branche durch die Coronakrise gewarnt. "Wenn nicht spätestens im Mai die Geschäfte wieder öffnen, droht eine noch nie dagewesene Insolvenzwelle speziell von mittelständischen Händlern und Lieferanten", prognostizierten der Handelsverband Textil (BTE) und der Modeindustrie-Verband GermanFashion am Mittwoch in einer gemeinsamen Erklärung. Bereits die beschlossenen Öffnungsverbote bis Ende April würden zu zahlreichen Insolvenzen führen. Dies werde auch dramatische Folgen für die deutschen Innenstädte haben, warnten die Verbände.

Altkanzler-Ehefrau Schröder-Kim wirbt für das Tragen von Mundschutz

12.23 Uhr: Soyeon Schröder-Kim (49) trägt beim Einkaufen oder Spazierengehen einen Mundschutz und erntet dafür manchmal misstrauische Blicke. "Offenbar denken einige, dass jeder, der einen Mundschutz trägt, ansteckend sein könnte", sagte die Ehefrau von Altkanzler Gerhard Schröder (75).

Viele Asiaten hätten Angst, in Deutschland öffentlich Mundschutz zu tragen, weil sie komisch angesehen werden, sagte Schröder-Kim. "Ihnen will ich Mut machen. Ich jedenfalls gehe auch künftig mit einem Mundschutz zum Einkaufen, weil ich damit die Kassiererinnen und Kassierer schützen will. Und ich werde meinen Mann bitten, künftig das Gleiche zu tun." Der habe damit aber bislang Schwierigkeiten.

Der frühere SPD-Chef und die Koreanerin sind seit 2018 verheiratet, derzeit stecken beide wegen der Coronakrise im Homeoffice in Hannover fest.

Der Virologe Christian Drosten räumte im NDR-Podcast mit dem Irrglauben auf, dass man mit einer Maske sich selbst schütze. Vielmehr könne man andere schützen. Wenn alle eine Maske trügen, dann mache die Maßnahme sehr viel Sinn, meinte der Experte: Dann sei zu erwarten, dass eine Infektionsausbreitung - allerdings nur im Nahbereich - etwas verringert werde. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) kann das Tragen einer Maske jedoch auch ein falsches Sicherheitsgefühl erzeugen, sodass etwa eine gute Händehygiene vernachlässigt werde.

Nur noch Einzelkunden erlaubt: Edeka in Hamburg lässt Mutter mit Kind nicht rein

12.05 Uhr: Weil die Abstandsregel von 1,50 Meter nicht eingehalten wird, lässt ein Edeka-Markt in Hamburg-Sankt Georg nur noch einzelne Personen rein. Dabei wurde eine alleinerziehende Mutter aufgefordert, ihr Kind beim Sicherheitspersonal zu lassen, berichtet die "Hamburger Morgenpost".

Darauf angesprochen, sagte eine Edeka-Sprecherin mit Verweis auf die nicht eingehaltenen Abstandsregeln: "Daher wurde der Schritt notwendig, nur noch einzeln einzukaufen zu lassen." Diese Beschränkung richte sich nicht explizit gegen Kinder, sondern gegen das Einkaufen mit mehreren Personen. Sie bezieht sich nur auf diesen Supermarkt in der Langen Reihe in Sankt Georg.

Wer kleine Kinder hat, kann diese Regel allerdings schwer umsetzen. Alleinerziehenden und Eltern mit kleinen Kindern bleibt daher momentan nur die Möglichkeit, einen anderen Supermarkt aufzusuchen.

Die meisten Deutschen kaufen Lebensmittel noch immer im Laden

11:38 Uhr: Der Onlinehandel hat zunächst nur wenig von der Coronakrise profitiert. Dies ist eins der Ergebnisse eines am Mittwoch veröffentlichten "Corona Consumer Checks", für den das Kölner Institut für Handelsforschung (IFH) 1000 repräsentativ ausgewählte Personen befragte. Nur 13 Prozent der Befragten gab an, Einkäufe, die sie normalerweise im Geschäft erledigen, online getätigt zu haben. Vor allem jüngere Konsumenten hätten diese Möglichkeit genutzt, berichtete das IFH.

Immerhin rund jeder dritte Verbraucher in Deutschland hat in der vergangenen Woche seine Lebensmittelvorräte aufgestockt. Bei Hygieneartikeln kaufte dagegen nur jeder Sechste mehr als sonst.

Grund für die Hamsterkäufe sei offenbar die Befürchtung gewesen, nicht mehr wie gewohnt einkaufen zu können, erklärte das IFH. Als Freiheitsverlust empfinde ein Drittel der Befragten die eingeschränkten Einkaufsmöglichkeiten im Rahmen der Coronakrise.

Amerikanisches Ehepaar vergiftet sich mit Chloroquin

11.07 Uhr: Ein älteres Paar aus Arizona hat sich vor zwei Tagen mit Chloroquinphosphat vergiftet, nachdem US-Präsident Donald Trump die Einnahme des Malariamedikaments Hydroxychloroquin - ohne klinisch belastbare Forschung dazu – beworben hatte. Der Mann starb, und seine Frau befand sich in einem kritischen Zustand. Chloroquinphosphat ist ein Zusatzstoff zur Reinigung von Fischbecken. Daraufhin warnte das Gesundheitssystem von Phoenix öffentlich vor entsprechender Selbstmedikation.

Obwohl Forschungen über den Einsatz des Malariamedikaments Hydroxychloroquin gegen das Coronavirus beginnen – wie der Gouverneur von New York versprochen hat -, mahnen Wissenschaftler zur Vorsicht, ob die Medikamente die Versprechen von Trump erfüllen.

Augsburg kassiert 55 Euro für Coronavirus-Verstöße

10:29 Uhr: Wie teuer es ist, in Bayern gegen das Versammlungsverbot zu verstoßen, legt die Landesregierung grade noch fest. Die Stadt Augsburg dagegen hat die Bußgelder bereits bestimmt, schreibt die "Augsburger Allgemeine": 55 Euro pro Person würden fällig, wenn man der ersten Belehrung durch den Ordnungsdienst nicht Folge leiste. Außerdem gebe es eine Anzeige, erklärte eine Sprecherin der Stadt.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hatte am Dienstag angekündigt, dass ein Katalog mit Bußgeldhöhen erstellt werden soll. An diesen können sich die Kommunen orientieren, wenn sie Verstöße gegen die Coronavirus-Vorschriften ahnden. Grundsätzlich können nach Angaben des Ministeriums Bußgelder bis zu 25.000 Euro verhängt werden.

Australien lässt Passagiere von deutschem Kreuzfahrtschiff nicht von Bord

10:02 Uhr: Das Kreuzfahrtschiff "MV Artania" von der deutschen Reederei Phoenix Reisen darf nicht im australischen Perth andocken. Die Besatzung hatte um medizinische Hilfe gebeten, nachdem 25 der 800 Passagiere über Atembeschwerden berichtet hatten, sagte die westaustralische Landesregierung. Die Behörden weigerten sich, das Schiff andocken zu lassen und schickten örtliches medizinisches Personal zur Kontrolle auf das Schiff.

Ein weiteres Kreuzfahrtschiff, die "Vasco da Gama", mit vorwiegend australischen und neuseeländischen Passagieren, war ebenfalls die Anlandung in Perth verweigert worden. Die Passagiere werden nun auf der ehemaligen Gefangeneninsel Rottnest Island vor der westaustralischen Küste in zweiwöchige Quarantäne gehen. Ausländer würden nach Hause geflogen, während Australier nach 14 Tagen Quarantäne wieder ins Land gelassen würden, teilte die Regierung mit.

Die australischen Behörden schränken den Personenverkehr stark ein, um die schnelle Ausbreitung des Coronavirus zu stoppen. Damit will die Regierung verhindern, dass sich die Ereignisse in Sydney wiederholen: Dabei waren 2.700 Kreuzfahrtpassagiere ohne Gesundheitskontrollen nach Sydney eingereist, darunter mehr als 130, die das Virus hatten.

Mehr als 158.000 Briten helfen freiwillig beim Kampf gegen Coronavirus

09.06 Uhr: Nur Stunden, nachdem die britische Regierung ihre Bürger aufgefordert hatte, den Nationalen Gesundheitsdienst NHS im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie zu verstärken, haben sich mehr als 158.000 Menschen dafür gemeldet. Das berichtet der Fernsehsender ITV am Mittwoch. Eine Stellungnahme des Gesundheitsministeriums gab es zunächst nicht. Dem Aufruf zufolge werden etwa 250.000 Freiwillige gebraucht.

Die Zahl der Toten durch die von dem neuartigen Coronavirus hervorgerufene Lungenkrankheit Covid-19 in Großbritannien stieg unterdessen um 87 auf 422. Die Zahl der bestätigten Infektionen liegt inzwischen bei mehr als 8000. Die tatsächliche Zahl dürfte aber erheblich höher sein. In Großbritannien wurden bislang nur rund 82.000 Menschen getestet, weit weniger als beispielsweise in Deutschland.

Premierminister Boris Johnson hatte am Montagabend nach langem Zögern weitreichende Ausgangsbeschränkungen verkündet.

Sachsen-Anhalt ordnet Einlasskontrollen an Supermärkten an

08.18 Uhr: In Sachsen-Anhalt gelten ab Mittwoch neue Vorgaben. Nach Informationen von Volksstimme.de  verlangt die Landesregierung von nun an etwa Einlasskontrollen an Supermärkten. Demnach sind auch Drogerien, Postfilialen, Banken und Baumärkte von der neuen Regelung betroffen. Der Verordnung zufolge dürfen sich nur noch eine begrenzte Zahl Kunden im Geschäft aufhalten. Konkret soll ein Kunde auf zehn Quadratmeter Verkaufsfläche kommen.

Organisationen aus Gesundheitsbereich besorgt über Versorgungslücken

07.42 Uhr: Dutzende Organisationen aus dem Gesundheitsbereich, darunter der Deutsche Paritätische Wohlfahrtsverband und die Diakonie Deutschland, haben von der Bundesregierung konkrete Maßnahmen gefordert, um das Ausmaß der Coronakrise abzumildern. In einem offenen Brief drückten die Unterzeichner ihre tiefe Besorgnis darüber aus, dass Hunderttausende in Deutschland keine ausreichende Möglichkeit haben, sich testen und behandeln zu lassen oder in Quarantäne zu gehen.

Ihre Zielgruppen seien einer besonders hohen Gefahr ausgesetzt, sich anzustecken, so die Organisationen. Darunter seien zum Beispiel Menschen, die obdachlos sind oder in beengten Wohnverhältnissen leben müssen. Sie könnten oft nicht die notwendigen Hygiene- und Selbstisolationsmaßnahmen treffen.

Zahl der Corona-Infektionen in Deutschland laut RKI: 31.554

07.33 Uhr: Die Zahl der Infektionen in Deutschland mit Sars-CoV-2 ist nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) um 4191 auf 31.554 gestiegen. Die Zahl der Toten habe um 36 auf 149 zugenommen, teilt das Institut unter Verweis auf Daten von Mittwoch, 0.00 Uhr, mit.

DFL hofft offenbar auf Bundesliga-Fortsetzung ab Mitte Mai

07.04 Uhr: Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hofft nach Informationen der "Bild"-Zeitung, ab Mitte Mai den Spielbetrieb in der Bundesliga fortsetzen zu können. Aktuell ist die Liga wegen der Coronakrise unterbrochen, am Dienstag hatte das DFL-Präsidium empfohlen, die ursprünglich bis zum 2. April geltende Pause bis mindestens zum 30. April auszuweiten. Dem müssen nun noch die 36 Profiklubs am 31. März auf der Mitgliederversammlung zustimmen.

Eigentlich sollte die laufende Saison am 16. Mai enden, derzeit sind jedoch erst 25 von 34 Spieltagen gespielt. International soll die Saison laut "Bild" erst im Juli weitergeführt werden. Demnach werde die Champions League in reduzierter Form mit Viertel-und Halbfinals ohne Rückspiele zu Ende gebracht. Im Moment stehen zudem noch einige Achtelfinal-Rückspiele aus.

Israel verschärft wegen Coronavirus Ausgangsbeschränkungen

06.35 Uhr: Die israelische Regierung hat wegen der Ausbreitung des Coronavirus weitere Notstandsmaßnahmen beschlossen: Demnach sollen die Menschen sich grundsätzlich nur in einem Radius von bis zu 100 Metern von ihrem Zuhause entfernen. Ausnahmen sind unter anderem essenziell wichtige Arbeitsplätze, Lebensmitteleinkäufe und ärztliche Behandlungen. Banken und Tankstellen sollen geöffnet bleiben. Öffentliche Verkehrsmittel sollen jedoch stark eingeschränkt und sportliche Aktivitäten draußen verboten werden.

Die neuen Anweisungen sollten am Mittwochabend in Kraft treten.

US-Regierung offenbar einig über Hilfspaket

06.27 Uhr: "Wir haben ein Abkommen": Das verkündete US-Präsidialamtssprecher Eric Ueland am Mittwoch. Die US-Regierung hat sich nach eigenen Angaben mit den Senatoren auf ein Hilfspaket zur Abfederung der wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie geeinigt. Verhandelt wurde seit Tagen über ein Paket, das einen Umfang von zwei Billionen Dollar haben könnte.

Kultusminister beraten über Prüfungschaos

06.20 Uhr: Die Kultusminister der Bundesländer wollen an diesem Mittwoch über das weitere Vorgehen bei den anstehenden Schulabschlussprüfungen in der Coronakrise beraten. Für den Mittag ist offenbar eine Schaltkonferenz dazu geplant. Während Hessen und Rheinland-Pfalz weiter Abiturprüfungen stattfinden lassen, haben andere Länder das Abi und andere Abschlussprüfungen verschoben. Schleswig-Holstein will die Prüfungen sogar ganz ausfallen lassen.

Patientenschützer fordert Corona-Schutzausrüstung für Altenpflege

05.34 Uhr: Die Deutsche Stiftung Patientenschutz hat in der Coronakrise mehr Engagement der Politik für die Belange der Altenpflege gefordert. "Pflegebedürftige, ihre Angehörigen und die Altenpflegekräfte werden von der Politik vergessen", sagte Stiftungsvorstand Eugen Brysch dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Sie sind die Verlierer, wenn es um die Verteilung von Desinfektionsmitteln, Atemschutzmasken, Handschuhen und Schutzbrillen geht."

Brysch sagte weiter: "Die Bundeskanzlerin, ihr Gesundheitsminister und die Ministerpräsidenten sollten in der Coronakrise die Altenpflege endlich zur Chefsache machen."

Australien: Mann nach Husten-"Streich" angeklagt

05.03 Uhr: In der australischen Stadt Coffs Harbor ist ein 21-Jähriger in eine Polizeiwache marschiert und hat verkündet, er sei mit dem Coronavirus infiziert - dann hustete er absichtlich einer 71-jährigen Mitarbeiterin ins Gesicht. Ein Bekannter des Mannes filmte den Vorfall. Wie sich später herausstellte, handelte es sich um einen "Streich". Der 21-Jährige wurde angeklagt und ist bis zum Gerichtstermin am 6. Mai auf Kaution frei. Ihm wird unter anderem Einschüchterung und das Behindern eines Polizisten bei der Arbeit vorgeworfen.

Maas warnt vor "Spirale nationaler Egoismen"

04.35 Uhr: Bundesaußenminister Heiko Maas hat zu mehr internationaler Solidarität im Kampf gegen die Corona-Pandemie aufgerufen. "Das Resultat der nationalen Kraftanstrengungen, die jetzt bei uns allen gefordert sind, darf nicht eine Spirale nationaler Egoismen sein", sagte der SPD-Politiker vor den für Mittwoch geplanten Beratungen der G7-Außenminister. "Im Vordergrund steht für die Bundesregierung, unser Handeln weltweit mit Partnern zu koordinieren und dort solidarisch zu sein, wo auch immer wir Spielräume dafür haben."

Die Außenminister sieben führender westlicher Industriestaaten schalten sich am Mittwochnachmittag zu einer vierstündigen Videokonferenz zusammen. Die rasante Ausbreitung des Coronavirus wird zu den Hauptthemen zählen.  

Lage auf deutschen Intensivstationen noch relativ entspannt

04.05 Uhr: Die Lage auf den deutschen Intensivstationen ist nach Angaben von Intensivmedizinern und Deutscher Krankenhausgesellschaft (DKG) insgesamt noch entspannt - aber regional sehr unterschiedlich. Die DKG verwies auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur auf das Intensivregister der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI). Die Online-Datenbank zeigt die Verfügbarkeit von Intensivbetten in rund der Hälfte der Kliniken im Land an. Von konkreten Problemen auf den Intensivstationen infolge der Coronavirus-Pandemie sei der DKG bisher nichts bekannt.

DIVI-Präsident Uwe Janssens, Chefarzt für Innere Medizin und Internistische Intensivmedizin am St.-Antonius-Hospital in Eschweiler, sagte der dpa: "Im Moment geht es noch. Wir spüren so langsam, dass doch mehr Patienten mit Covid-19-Erkrankung reinkommen." Dies seien aber nicht unbedingt alles Schwersterkrankte. "Das sind tatsächlich viele Ältere mit dem klassischen Krankheitsbild, Fieber, Lungenentzündung." Die Lage sei auch regional sehr unterschiedlich.

Regionale Unterschiede sieht auch die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI). Kleinere Krankenhäuser hätten weniger und oft einzelne Patienten, sagte Gernot Marx, Sprecher des Arbeitskreises Intensivmedizin der DGAI und Chefarzt der Klinik für Operative Intensivmedizin am Universitätsklinikum Aachen. "Die große Welle von Schwerkranken wird aber noch kommen, schätzungsweise in acht bis zehn Tagen." Es sei schwer zu sagen, wann der Höhepunkt zu erwarten sei.

Bolsonaro ruft zu Rückkehr zur Normalität auf

03.42 Uhr: Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro hat das Coronavirus erneut verharmlost und die Ausgangsbeschränkungen kritisiert. Bolsonaro beschuldigte in einer Fernsehansprache die Medien, ein Gefühl der Angst zu verbreiten und forderte dazu auf, zur Normalität zurückzukehren. "Wenn ich mich mit dem Virus infiziere, bekomme ich nur eine 'kleine Grippe' oder ein 'kleine Erkältung'", sagte der Präsident - während Tausende Brasilianer in mehr als einem Dutzend Städten wieder protestierten.

Während Bolsonaro die Corona-Pandemie wiederholt herunterspielt, haben einzelne Bundesstaaten und Städte restriktive Maßnahmen umgesetzt. So verhängte der Gouverneur des Bundesstaates São Paulo, der mehr als 40 Millionen Einwohner hat, am Samstag als erster weitgehende Ausgangsbeschränkungen.

Lokführergewerkschaft: Deutlich weniger Züge fahren lassen 

03.15 Uhr: Die Lokführergewerkschaft GDL fordert, das Fahrtenangebot für Bahnreisende in der Coronakrise deutlich zu reduzieren. "Wir müssen nicht auf Teufel komm raus heiße Luft transportieren", sagte der GDL-Vorsitzende Claus Weselsky. "Wir müssen mindestens auf 50 Prozent runter."

Die Fahrgastzahlen seien deutlich gesunken. Deshalb müsse die Bahn jetzt Personalreserven bilden, um auch in den nächsten Wochen ein verlässliches Grundangebot aufrechterhalten zu können, sagte Weselsky. "Auch Lokführer und Zugbegleiter werden krank."

Trump bat Südkorea offenbar um medizinische Ausrüstung 

03.05 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat Südkorea nach Angaben des Präsidialamts in Seoul um die Lieferung medizinischer Ausrüstung für die Bekämpfung des Coronavirus-Ausbruchs in den USA gebeten. Die Bitte sei bei einem Telefongespräch mit Präsident Moon Jae In am Dienstagabend (Ortszeit Seoul) ausgesprochen worden.

Moon habe seine größtmögliche Unterstützung zugesagt, falls genügend Ausrüstung vorhanden sei. Für die eventuelle Zustimmung durch die amerikanische Arzneimittelzulassungsbehörde (FDA) wolle Trump noch am Dienstag sorgen, hieß es.

Aus dem Weißen Haus hieß es lediglich, beide Präsidenten hätten über die Maßnahmen beider Länder gegen die Corona-Pandemie gesprochen. Trump habe betont, mit Staatsführern weltweit zusammenarbeiten zu wollen, um "Leben zu retten und wirtschaftliches Wachstum wiederherzustellen".

Panama verhängt Ausgangssperre

02.37 Uhr: Angesichts steigender Corona-Fallzahlen hat Panamas Präsident Laurentino Cortizo eine zeitlich unbegrenzte Ausgangssperre verhängt. Sie werde am Mittwochmorgen in Kraft treten, erklärte  der Staatschef des mittelamerikanischen Landes in einer Ansprache an die Nation. Die Menschen dürften nur noch zu bestimmten Uhrzeiten - je nach der letzten Zahl ihrer Ausweisnummern - ihre Häuser verlassen, um Medikamente und Lebensmittel zu kaufen, hieß es vom Gesundheitsministerium .

Inzwischen wurden in Panama 443 Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus und acht Todesfälle bestätigt. 

China meldet 47 neue "importierte Fälle"

02.05 Uhr: China hat erneut 47 sogenannte importierte Coronavirus-Fälle gemeldet. Insgesamt zählt China damit bereits 474 solcher Erkrankungen, die bei Menschen, die in das Land eingereist sind, festgestellt wurden. Wie aus den offiziellen Zahlen der Pekinger Gesundheitskommission am Mittwoch hervorging, gab es jedoch erneut keine lokalen Erkrankungen.

In der zentralchinesischen Provinz Hubei, von wo das Virus Sars-CoV-2 sich ab Ende 2019 weltweit auszubreiten begann, starben weitere drei Menschen.

Dort hatte die Lokalregierung am Dienstag angekündigt, dass ab Mittwoch ein Teil der verhängten Beschränkungen aufgehoben werden. Nach einer zweimonatigen Blockade dürfen Menschen demnach die Provinz wieder verlassen. Ausgenommen ist jedoch noch die Millionenmetropole Wuhan, die besonders schwer betroffen war. Dort soll es ab dem 8. April wieder möglich sein, die Stadt zu verlassen.

Heil lässt Termin zu Grundrenten-Start offen

01.26 Uhr: Bundesarbeitsminister Hubertus Heil hat sich angesichts der Coronakrise nicht festgelegt, ob die Grundrente wie geplant zum Jahresanfang 2021 starten kann. "Das ist mein Ziel und daran arbeite ich weiter", sagte der SPD-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Auf die Frage, wie groß seine Zweifel seien, erwiderte er: "Ich will, dass die Grundrente kommt. Allerdings kann keiner sagen, wie lange diese Krise andauert und wie lange bewährte Abläufe eingeschränkt werden müssen."

Ab 2021 sollen die Renten von rund 1,3 Millionen Menschen mit kleinen Bezügen aufgebessert werden. Langjährige Geringverdiener, die mindestens 33 Jahre an Beitragszeiten für Beschäftigung, Erziehung oder Pflege vorweisen können, sollen die Grundrente erhalten können. Im Startjahr soll sie 1,4 Milliarden Euro kosten. Die Bundesregierung hatte den Gesetzentwurf zur Grundrente im Februar beschlossen. Damit die Pläne der schwarz-roten Koalition Gesetz werden, müssen Bundestag und Bundesrat noch zustimmen.

Linnemann: Wirtschaft muss nach Ostern wieder hochgefahren werden

01.03 Uhr: Unionsfraktionsvize Carsten Linnemann (CDU) hat in der Coronavirus-Krise ein Ende der wirtschaftlichen Auszeit nach Ostern gefordert. "Für die gesamte Volkswirtschaft und unseren Staat wird der Schaden nachhaltig und über Jahrzehnte nicht kompensierbar sein, wenn wir nicht spätestens nach Ostern die Wirtschaft wieder schrittweise hochfahren", sagte Linnemann der "Bild"-Zeitung.

Für manche Unternehmen sei jetzt schon die Grenze erreicht. Die Zeit bis dahin müsse genutzt werden, um das Virus einzudämmen und das Gesundheitssystem für die Epidemie zu präparieren, sagte der Chef der Mittelstands- und Wirtschaftsunion.

Uno-Sicherheitsrat tagt erstmals per Videoschalte

00.41 Uhr: Erstmals in seiner Geschichte ist der Uno-Sicherheitsrat per Videokonferenz zusammengekommen. Wegen der Coronavirus-Pandemie konferierten die Diplomaten von zu Hause aus miteinander. Während der mehr als vierstündigen Sitzung gab es allerdings technische Probleme, wie anschließend aus Diplomatenkreisen am Uno-Hauptquartier in New York verlautete. Die Beratungen mussten mehrmals unterbrochen werden, weil die Internetverbindungen zusammenbrachen oder bei Teilnehmern der Strom ausfiel.

Auch war es wegen technischer Probleme nicht möglich, die auf Englisch abgehaltene Sitzung simultan in die anderen offiziellen Sprachen der Vereinten Nationen zu übersetzen.

Alle Artikel zum Coronavirus

Am 31. Dezember 2019 wandte sich China erstmals an die Weltgesundheitsorganisation (WHO). In der Millionenstadt Wuhan häuften sich Fälle einer rätselhaften Lungenentzündung. Mittlerweile sind mehr als 180 Millionen Menschen weltweit nachweislich erkrankt, die Situation ändert sich von Tag zu Tag. Auf dieser Seite finden Sie einen Überblick über alle SPIEGEL-Artikel zum Thema.

Bei der Sitzung ging es unter anderem um die Lage in der Demokratischen Republik Kongo. Sie war ohnehin als Test für den Einsatz von Videoschalten gedacht. Die Sitzung stand deshalb auch nicht auf der offiziellen Agenda des Sicherheitsrats. Zuvor hatte das mächtigste Gremium der Vereinten Nationen wegen des Coronavirus seit dem 12. März nicht mehr getagt.

Italien: Für Missachtung der Quarantäne nun bis zu fünf Jahre Haft 

00.23 Uhr: Die Regierung in Italien hat die Strafen für Verstöße gegen die Ausgangsbeschränkungen wegen der Corona-Pandemie drastisch erhöht. Wer positiv auf das Coronavirus getestet sei und sich vorsätzlich nicht an die Quarantäneauflagen halte und die Wohnung verlasse, könne mit Gefängnis von einem bis zu fünf Jahren bestraft werden, stand in einem am Dienstagabend veröffentlichten Dekret der Regierung in Rom.

Schon zuvor hatte Ministerpräsident Giuseppe Conte auch höhere Geldstrafen von 400 bis 3000 Euro angedroht. Bisher drohte bei Vergehen eine Strafe von 206 Euro, auch eine Haft von bis zu drei Monaten war möglich.

Italiens Polizei hat seit Einführung der Ausgangsverbote am 10. März mehr als zwei Millionen Menschen kontrolliert. Dabei habe es mehr als 100.000 Anzeigen wegen Verstößen gegeben, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa. Die Zahl der Menschen, die in Italien positiv auf den Erreger Sars-CoV-2 getestet wurden, stieg bis Dienstag auf mehr als 69.000.

Stoiber: Deutschland wird Krise rasch überwinden

00.09 Uhr: Der ehemalige bayerische Ministerpräsident und CSU-Vorsitzende, Edmund Stoiber, ist einem Medienbericht zufolge davon überzeugt, dass Deutschland den wirtschaftlichen Einbruch infolge der Coronakrise rasch überwinden wird. Stoiber erinnerte im Interview mit der "Bild"-Zeitung daran, dass Deutschland in der Finanzkrise vor zehn Jahren fünf Prozent des Bruttosozialprodukts eingebüßt habe. Das habe man ein Jahr später bereits wieder aufgeholt. Stoiber: "Das macht mich optimistisch, dass wir auch diese Krise meistern werden."

Weißes Haus: 60 Prozent aller neuen Coronavirus-Fälle aus New York

00.02 Uhr: Die Metropole New York entwickelt sich zunehmend zum Brandherd in der Coronakrise in den USA: US-Vizepräsident Mike Pence sagte im Weißen Haus, inzwischen kämen 60 Prozent aller neuen Fälle in den USA aus dem Großraum New York.

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Pence rief New Yorker, die die Stadt verlassen haben, dazu auf, sich in eine 14-tägige Selbstquarantäne zu begeben. "Wir müssen den Großraum New York City als Hochrisikogebiet betrachten."

caw/als/kko/aar/dpa/AFP/Reuters
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