+++ News-Update am 25. Mai +++ Frankfurter Kirchengemeinde gesteht nach Virus-Ausbruch Fehler ein

Maskenpflicht und kein Gesang: Die Frankfurter Baptisten ziehen Lehren aus dem Virus-Ausbruch in der Gemeinde. Die WHO setzt Tests mit einem umstrittenen Medikament aus. Donald Trump gedenkt der Corona-Opfer. Der Überblick am 25. Mai.
Bethaus der Baptisten in Frankfurt: "Wir sind tief bestürzt und traurig"

Bethaus der Baptisten in Frankfurt: "Wir sind tief bestürzt und traurig"

Foto: MAXIMILIAN VON LACHNER/EPA-EFE/Shutterstock

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Johnson kündigt Lockerungen in England an

21.55 Uhr: In England dürfen zahlreiche Geschäfte im Juni wieder öffnen. Das kündigte Premierminister Boris Johnson an. So dürfen dann unter anderem Bekleidungsgeschäfte, Möbelläden, Fachgeschäfte für Elektronik oder Bücher, Auktionshäuser und Schneidereien ihre Dienste anbieten. Bereits vom 1. Juni an können Märkte im Freien wieder ihre Waren verkaufen. Johnson hatte am 23. März alle Läden, die nicht wie Supermärkte und Pharmazien der Grundversorgung dienen, zur Pandemie-Eindämmung schließen lassen.

Bereits am Sonntag hatte der Premier angekündigt, ab Juni die Schulen für einzelne Jahrgangsstufen zu öffnen. Die Landesteile Schottland, Wales und Nordirland treffen im Kampf gegen das Coronavirus ihre eigenen Entscheidungen.

Frankfurter Baptisten gestehen nach Virus-Ausbruch Fehler ein

21.15 Uhr: Mehr als 100 Menschen infizierten sich infolge eines Gottesdienstes in einer Kirchengemeinde der Baptisten mit dem Coronavirus. Nun hat sich die Frankfurter Gemeinde zu dem Virus-Ausbruch geäußert und Fehler eingestanden. "Im Nachhinein betrachtet wäre es für uns angebracht, beim Gottesdienst Mund-Nasen-Schutz-Bedeckungen zu tragen und auf den gemeinsamen Gesang zu verzichten", hieß es in einer Mitteilung. Auf die Abstandsregeln sei geachtet worden, außerdem habe ausreichend Desinfektionsmittel zur Verfügung gestanden.

"Wir sind tief bestürzt und traurig, dass die Infektion Eingang in die Gemeinde gefunden hat und sich mit einer starken Dynamik verbreitete", hieß es weiter zu dem Gottesdienst vom 10. Mai. Man stehe im Austausch mit den Gesundheitsbehörden.

Die Frankfurter Kirchengemeinde der Evangeliums-Christen-Baptisten hatte bereits zuvor Konsequenzen gezogen. "Wir haben alle Versammlungen abgebrochen. Gottesdienste gibt es jetzt nur noch online", sagte der stellvertretende Gemeindevorsitzende Wladimir Pritzkau.

Religiöse Versammlungen sind seit dem 1. Mai unter Auflagen wieder erlaubt. So muss in Kirchen und anderen Gotteshäusern der Mindestabstand von 1,50 Meter zwischen allen Menschen eingehalten werden, nötig sind zudem weitere Hygienemaßnahmen wie das Aufstellen von Desinfektionsmittelspendern.

Söder unterstützt Verlängerung von Kontaktbeschränkungen

20.45 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hält die Verlängerung der Kontaktbeschränkungen bis Juli für richtig. Auch wenn es unterschiedliche Differenzierungen bei der Ausführung gebe, seien die "Mütter aller Fragen, Distanzgebot und Maskenpflicht, unverzichtbar", sagte der CSU-Chef am Montagabend im ZDF. Er unterstützte damit auf Nachfrage unmittelbar den vom Bundeskanzleramt vorgelegten Plan, die Kontaktbeschränkungen bis zum 5. Juli verbindlich in Kraft zu lassen. In einer neueren Version der Vorlage ist allerdings nur noch vom 29. Juni die Rede.

Mit Blick auf die Debatte um Lockerungen in Thüringen betonte Söder, es sei ein "fatales Signal", wenn die Politik den Menschen eine "falsche Normalität" einrede und "das ganze Regelwerk" außer Kraft setze. Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) und Sachsens CDU-geführte Regierung wollen wegen landesweit niedriger Infektionszahlen vom 6. Juni an statt landesweiter Regeln nur noch lokale Einschränkungen haben.

Trump erinnert am Memorial Day auch an Corona-Tote

19.33 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat am Gedenktag für getötete US-Soldaten auch an die Todesopfer durch die Corona-Pandemie erinnert. "Wir trauern mit allen Familien, die einen geliebten Menschen verloren haben", sagte Trump am Montag in Baltimore bei einer Gedenkveranstaltung zum Memorial Day mit Blick auf die Coronakrise.

Am letzten Montag im Mai wird in den USA traditionell der Kriegsveteranen und getöteten Soldaten gedacht. Trump sagte, Zehntausende Soldaten und Mitglieder der Nationalgarde kämpften derzeit im "Krieg gegen dieses schreckliche Virus". Gemeinsam werde man das Virus besiegen und gestärkt aus der Krise hervorgehen.

Trump nimmt an einer veranstaltung zum Memorial Day teil

Trump nimmt an einer veranstaltung zum Memorial Day teil

Foto: ERIN SCOTT/ REUTERS

Die Vereinigten Staaten sind - in absoluten Zahlen gemessen - weltweit am stärksten von der Pandemie betroffen: Mehr als 1,6 Millionen Corona-Fälle wurden hier bislang bestätigt und rund 98.000 Menschen kamen USA-weit bereits in Folge einer Infektion mit dem Virus ums Leben. Bald dürfte das Land die Marke von 100.000 Toten überschreiten.

WHO setzt Tests mit Hydroxychloroquin vorerst aus

19.19 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat das Malariamedikament Hydroxychloroquin mehrfach als Wundermittel gegen Covid-19 gepriesen. Nach kritischen Berichten über die Wirkung setzt die Weltgesundheitsorganisation WHO die Tests mit dem Arzneimittel nun jedoch vorerst aus. WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus sagte, das zunächst möglichst viele Daten zu diesem und dem ähnlichen Wirkstoff Chloroquin ausgewertet werden sollen.

Die Hydroxychloroquin-Tests fanden bisher im Rahmen einer von der WHO geführten internationalen Forschung statt. Dabei soll herausgefunden werden, ob verschiedene Medikamente gegen Malaria, HIV, Ebola und Multiple Sklerose einen Effekt gegen Covid-19 haben. Laut einer WHO-Expertin soll in einer oder zwei Wochen erneut über die Tests mit Hydroxychloroquin beraten werden. Entsprechende Chloroquin-Tests wurden in diesem WHO-Programm nicht gemacht.

Das Journal "The Lancet" hatte am Freitag auf Grundlage einer umfassenden Datenanalyse berichtet, dass sich die Malaria-Arzneien Chloroquin und Hydroxychloroquin wahrscheinlich nicht zur Behandlung von Covid-19 eignen und die Wirkstoffe womöglich sogar die Todesrate erhöhen. Forscher aus den USA und der Schweiz hatten für den Bericht Daten von gut 96.000 Patienten ausgewertet, von denen fast 15.000 eines der Mittel allein oder in Kombination mit einem Antibiotikum bekommen hatten. Zu ähnlichen Ergebnissen waren zuvor schon kleinere Studien gekommen.

Thüringen will Landeskrisenstab zur Corona-Pandemie auflösen

19.00 Uhr: Angesichts niedriger Infektionszahlen will das Thüringer Innenministerium den Landeskrisenstab zur Corona-Pandemie vorerst auflösen. Minister Georg Maier (SPD) wolle diesen Schritt kommende Woche (2.6.) im Kabinett vorschlagen, sagte eine Ministeriumssprecherin. Zuvor hatte der MDR darüber berichtet.

Es sei nicht mehr zu vertreten, den Stab sieben Tage die Woche 24 Stunden im Dienst zu halten, wurde Maier zitiert. Allerdings könne er bei einem Anstieg der Infektionen innerhalb weniger Stunden wieder die Arbeit aufnehmen. Den Angaben nach sind im Landeskrisenstab rund zehn Mitarbeiter aus verschiedenen Bereichen beschäftigt. Er koordiniert alle Aktivitäten zwischen den beteiligten Ministerien und Landesbehörden.

Tschechien kontrolliert an Grenze nur noch stichprobenartig

18.51 Uhr: Die tschechische Polizei beendet ab Dienstag ihre flächendeckenden und systematischen Kontrollen an den Grenzen zu Deutschland und Österreich. Stattdessen werde "gezielt und stichprobenartig" kontrolliert, teilte das Innenministerium in Prag nach der Kabinettssitzung mit. Doch am derzeit geltenden Einreiseverbot für Touristen nach Tschechien ändere sich dadurch nichts, sagte eine Sprecherin. Auch bestehe die Pflicht für Tschechen, bei der Rückkehr aus dem Ausland einen negativen Coronavirus-Test vorzulegen oder in Quarantäne zu gehen, weiter.

Bei Zuwiderhandlungen gegen das Infektionsschutzgesetz wie dem unerlaubten Betreten des Landes drohen Geldstrafen von bis einer Million Kronen, umgerechnet knapp 37.000 Euro. Wer versucht, einer Polizeikontrolle auszuweichen, muss mit einem Bußgeld von umgerechnet bis zu 1800 Euro rechnen.

Tschechien hatte die vorübergehenden Grenzkontrollen zuletzt bis zum 13. Juni verlängert. Als Grund gab die Regierung des Ministerpräsidenten Andrej Babis an, damit solle die Einschleppung von Coronavirus-Infektionen verhindert werden. Über die Wiedereröffnung der Grenzen für Touristen laufen derzeit noch intensive Verhandlungen.

Mecklenburg-Vorpommern am fünften Tagen in Folge ohne Neuinfektionen

18.47 Uhr: Schon den fünften Tag in Folge gibt es in Mecklenburg-Vorpommern keine neuen nachgewiesenen Corona-Infektionen. Wie das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) berichtete, sank sogar die Gesamtzahl um einen auf nunmehr 758 Fälle. Ein Fall in der Landeshauptstadt Schwerin habe sich nicht bestätigt. Bereits am 18. Mai gab es einen einzelnen Tag ohne registrierte Neuinfektion. Allerdings gibt es weiter infizierte Menschen in dem Land und es ist von einer Dunkelziffer auszugehen.

Die Zahl der Infektionen pro 100.000 Einwohner liegt in Mecklenburg-Vorpommern inzwischen bei 47, die bundesweit mit Abstand niedrigste. Der deutsche Schnitt liegt bei mehr als 210, Bayern als das am schwersten betroffene Bundesland weist eine Rate von mehr 350 Infizierten pro 100.000 Einwohner auf.

Was die Corona-Statistik verrät – und was nicht

Die offiziell gemeldete Zahl der Infizierten bezieht sich ausschließlich auf mit Labortests nachgewiesene Infektionen. Wie viele Menschen sich tatsächlich täglich neu infizieren und bislang infiziert waren, ohne positiv getestet worden zu sein, ist unklar. Antikörperstudien zeigen, dass es eine erhebliche Dunkelziffer an unentdeckten Infektionen gibt.

Die offizielle Zahl der Toten beschreibt, wie viele Menschen mit dem Virus gestorben sind. In wie vielen Fällen die Infektion ursächlich für den Tod war, lässt sich daraus nicht unmittelbar ablesen. Obduktionsstudien zeigen aber, dass bei den meisten Toten die Covid-19-Erkrankung auch die Todesursache war.

Mehr Informationen dazu, was im Umgang mit Corona-Daten zu beachten ist und welche Quellen der SPIEGEL nutzt, lesen Sie hier.

Spanien will offenbar Quarantäne für Einreisende zum 1. Juli aufheben

18.35 Uhr: Spanien gehört zu den Ländern, die am härtesten von der Corona-Pandemie getroffen wurden. Nach wochenlangen strengen Beschränkungen will das Land wieder schrittweise für Tourismus öffnen. Das Urlaubsland will die angeordnete Pflicht zur Quarantäne für aus dem Ausland Eingereiste zum 1. Juli wieder aufheben.

Das meldete die Nachrichtenagentur Europa Press unter Berufung auf Angaben der Regierung. Im Juli will sich Spanien, das wichtigste Urlaubsland Europas, auch für den internationalen Tourismus wieder öffnen.

Die Pflicht zu einer zweiwöchigen Quarantäne nach der Einreise besteht erst seit dem 15. Mai. "In dem Maße, wie wir Freiheitsräume wiedererlangen, können auch die Maßnahmen an der Grenze geändert werden", erklärte Außenministerin Arancha González Laya. Sie dementierte, Spanien habe diese Entscheidung auf Druck der Tourismusindustrie oder wegen der möglichen Verärgerung anderer EU-Länder über die einseitig erklärte Quarantänepflicht getroffen.

Hamburger Kultkneipe geräumt

17.07 Uhr: Die berühmte Hamburger Kultkneipe Zwick ist wegen des Verstoßes gegen die Corona-Regeln vorübergehend geschlossen worden. Die Polizei fand am frühen Sonntamgmorgen 89 Personen in der Kneipe vor, nachdem sich Nachbarn beschwert hatten, berichtet der NDR .

Demnach sei die Kneipe so voll gewesen, dass die Beamten nicht eintreten konnten. Die Gäste standen dicht gedrängt und trugen keine Schutzsmasken. Als die betrunkenen Gäste zudem begannen, die Polizisten zu bepöbeln, forderten die Polizisten die Bereitschaftspolizei und einen Hundeführer an. Die 89 Personen müssen mit Bußgeldbescheiden rechnen.

Zweiter Niederländer offenbar bei Nerz angesteckt

16.43 Uhr: In den Niederlanden hat sich möglicherweise ein zweiter Mensch bei einem Nerz mit dem Coronavirus angesteckt. Die niederländischen Behörden meldeten, dass sich ein Mitarbeiter einer Nerzzucht nahe Eindhoven "sehr wahrscheinlich" bei einem der Tiere angesteckt habe. Die Gefahr einer weiteren Verbreitung durch die Tiere sei jedoch gering.

In der vergangenen Woche hatte das Landwirtschaftsministerium eine erste Übertragung auf einen Mitarbeiter einer Nerzzucht gemeldet. Zwei Betriebe nahe Eindhoven waren Ende April geschlossen worden, nachdem bei den Tieren Corona-Infektionen festgestellt worden waren. Zudem müssen alle Betriebe Tests vornehmen, Besuche auf Anlagen mit Infektionsfällen sind untersagt.

"Vor Kurzem wurde ein zweiter Fall auf einer der Nerzfarmen festgestellt. Höchstwahrscheinlich wurde SARS-CoV-2 von den Nerzen auf den Menschen übertragen", schrieb Ministerin Carola Schouten in einer Mitteilung ans Parlament. Der Fall ähnele dem ersten.

Schweden registriert mehr als 4000 Corona-Todesfälle

16.05 Uhr: In Schweden sind bislang 4029 Menschen an den Folgen einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Das teilten die Gesundheitsbehörden am Montag in Stockholm mit. Die Rate der registrierten Sterbefälle ist in Schweden um ein Vielfaches höher als etwa in Norwegen oder Deutschland. Anders als in vielen anderen Ländern hat die Regierung in Schweden beispielsweise nicht die Schulen geschlossen, sondern die Bürger lediglich gebeten, Abstand zu halten und die Hände zu waschen.

In Schweden kamen bislang 40 Todesfälle auf 100.000 Einwohner. In Norwegen sind es 4,4, in Deutschland rund 10 von 100.000. Die schwedische Strategie ist deshalb heftig umstritten. Staatsepidemiologe Anders Tegnell sieht die Entwicklung dennoch positiv. Die Zahl der Ansteckungen und der Todesfälle in den Altersheimen sei rückläufig. Rund 34.000 Infektionen wurden bislang registriert.

Nach Ausbruch in Leer drohen auch Restaurantgästen Strafen

15.51 Uhr: Nach einem Corona-Ausbruch im Landkreis Leer nach dem Eröffnungsabend eines Restaurants drohen nicht nur dem Betreiber, sondern auch den Besuchern empfindliche Strafen. Das kündigte Niedersachsens Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) an. "Sollte sich der begründete Verdacht bestätigen, dass mit dieser Veranstaltung gegen die Corona-Auflagen verstoßen wurde, werden die Behörden vor Ort nicht nur gegen die Organisatoren, sondern auch gegen die Besucherinnen und Besucher Ordnungswidrigkeiten einleiten mit empfindlichen Geldstrafen als Folge."

Bei der Restauranteröffnung sei es offenbar zu mehreren Verstößen gegen die Corona-Auflagen gekommen, unter anderem habe es Händeschütteln und Umarmungen gegeben, sagte die Ministerin. Die aufwendige Kontaktnachverfolgung habe inzwischen ergeben, dass der Teilnehmerkreis an der geschlossenen Gesellschaft größer war als zunächst angenommen. "Das, was wir da gesehen haben, war eine Veranstaltung", die nach der Corona-Verordnung nicht erlaubt seien. Es habe sich nicht um einen gewöhnlichen Restaurantbetrieb gehandelt, sagte Reimann.

Die Zahl der positiv auf das Coronavirus getesteten Menschen, die am 15. Mai in dem Lokal in Moormerland waren, war im Laufe des Sonntags auf 14 gestiegen. Hinzu kamen vier weitere Personen, die sich in der Folge angesteckt hatten. Für 133 Menschen wurde häusliche Quarantäne angeordnet.

Coronavirus lässt sich laut Medizinern nicht immer mit Abstrich nachweisen

15.38 Uhr: Eine Infektion mit dem Coronavirus lässt sich Wissenschaftlern zufolge nicht immer über einen Abstrich aus dem Mund-, Nasen- oder Rachenraum nachweisen. Diese gängige Form des Testens könne selbst bei einer Infektion negativ ausfallen, berichten Mediziner des Universitätsklinikums Freiburg in der "Deutschen Medizinischen Wochenschrift" (DMW). Dies zeige ein Infizierter aus Freiburg, bei dem drei Rachenabstriche negativ ausgefallen seien. Die Experten empfehlen daher die Analyse weiterer Proben aus dem Stuhl oder aus tiefem Atemwegssekret, wenn der übliche Abstrich trotz begründetem Verdacht wiederholt negativ ausfalle.

In dem Fall geht es den Angaben zufolge um einen 46 Jahre alten Patienten, der mit Husten und Fieber an die Freiburger Uniklinik kam. Die Symptome bestanden zu diesem Zeitpunkt bereits eine Woche lang. Nach den drei negativ ausgefallenen Rachenabstrichen wiesen die Mediziner das Virus schließlich in ausgehusteten Atemwegssekreten nach, dem sogenannten Sputum. Zu diesem Zeitpunkt war der Patient bereits ohne Beschwerden. Obwohl er mit Übergewicht, Bluthochdruck, hohen Blutfettwerten und einem erhöhten Blutzucker gleich mehrere Risikofaktoren aufwies, habe er die Infektion ohne größere Komplikationen überstanden.

Der Abstrich aus Mund, Nase oder Rachen ist gängige Praxis, um eine Corona-Infektion nachzuweisen. Zwischenzeitlich mehren sich jedoch Hinweise, dass diese Methode nicht immer zuverlässig ist, sagte der Mediziner Daniel Hornuß von der Uniklinik Freiburg.

Spanien hebt Quarantäne für Touristen auf

15.14 Uhr: Die spanische Regierung hat angekündigt, die zweiwöchige Quarantäne für ausländische Touristen ab dem 1. Juli aufzuheben. Derzeit müssen sich ausländische Einreisende noch für 14 Tage isolieren, um eine erneute Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern.

Spanien ist mit mehr als 28.700 Todesfällen eines der am schwersten von der Coronakrise betroffenen Länder weltweit und hatte eine der weltweit striktesten Ausgangssperren ausgerufen. Inzwischen hat sich die Ausbreitung des Coronavirus aber deutlich abgeschwächt.

In weiten Teilen Spaniens waren die Maßnahmen deswegen bereits vor zwei Wochen gelockert worden. In vielen Küstenregionen dürfen die Menschen seit Montag wieder am Strand liegen und im Meer baden. In Madrid und Barcelona sind die Parks und die Terrassen von Bars und Restaurants wieder geöffnet.

Bund will Kontaktbeschränkungen bis zum 5. Juli verlängern

14.30 Uhr: Die individuellen Vorsichtsmaßnahmen gegen die Corona-Epidemie in Deutschland sollen nach dem Willen der Bundesregierung weiterhin gelten. Doch im Detail sind einige Lockerungen vorgesehen. Lesen Sie hier mehr.

Entwickler von Corona-App sehen sich im Zeitplan

14.10 Uhr: Die Entwickler der sogenannten Corona-App zur Eindämmung der Pandemie wollen die Anwendung zur Kontaktverfolgung zum Start der ersten Sommerferien in Deutschland auf den Markt bringen. "Wir liegen gut im Zeitplan", sagte ein Sprecher des Technologiekonzerns SAP. Inzwischen sei man bei der Halbzeit angelangt. SAP arbeitet seit Ende April zusammen mit der Deutschen Telekom an der App, nachdem vorangegangene Initiativen an Streitigkeiten über Speichervarianten scheiterten. Ursprünglich sollte eine solche App in der Bundesrepublik ähnlich wie in Österreich oder anderen Ländern bereits im April verfügbar sein.

Sie gilt als eine wesentliche Hilfe, um Kontakte von Corona-Infizierten aufzuspüren und über notwendige Quarantäne-Maßnahmen zu informieren. "Mit der neuen App können Bürger helfen, Infektionsketten schneller und effektiver zu unterbrechen", schrieb T-Systems-Chef Adel Al-Saleh. Bei der Entwicklung der Corona-App ist die Telekom für die Prozesse rund um Netzwerk- und Mobilfunktechnologie sowie den Betrieb verantwortlich, SAP stellt über eine Plattform die erforderliche Software-Technologie zur Verfügung.

Beide Unternehmen haben sich zum Ziel gesetzt, möglichst transparent zu arbeiten und veröffentlichen regelmäßig Informationen beispielsweise zur App-Architektur auf der Open-Source-Plattform Github. "Wir sind sehr zufrieden mit den fruchtbaren Diskussionen auf der Plattform und nehmen sie sehr ernst", schrieb Al-Saleh in einem LinkedIn-Beitrag. Inzwischen können SAP und Telekom bei der App-Entwicklung auch auf die dafür nötigen und inzwischen von Google und Apple veröffentlichten Schnittstellen zurückgreifen.

Anhörung von Italiens Ex-Innenminister Salvini auf Oktober verschoben

13.52 Uhr: Eine für Juli geplante Gerichtsanhörung des früheren italienischen Innenminister Matteo Salvini ist in den Oktober verschoben worden, das bestätigte ein Sprecher der rechten Lega der Deutschen Presse-Agentur.

In dem Verfahren gegen den Lega-Chef geht es um ein Schiff der Küstenwache, das Migranten aus Seenot gerettet hatte. Salvini verbot der "Gregoretti" im Sommer 2019 tagelang die Einfahrt in einen Hafen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem heutigen Oppositionschef Freiheitsberaubung vor. Der 47-Jährige sagte wiederholt, er habe im Interesse der Italiener gehandelt. Er hatte Zusagen anderer EU-Länder zur Übernahme der Menschen verlangt.

Am 12. Februar hatte der Senat in Rom die Immunität Salvinis aufgehoben. Damit wurde der Weg frei für den Prozess. Die Gerichte in Italien haben wegen der Coronakrise viele Prozesse verschoben. Weil Chaos in der Justiz herrsche, verzögere sich auch der Prozess gegen Salvini, schrieb die Zeitung "La Repubblica". Das zuständige Gericht habe jetzt Berge an Fällen abzuarbeiten.

Ärzten führen erstmals in Europa Covid-19-Lungentransplantation durch

13.24 Uhr: An der Medizinischen Universität Wien ist eine Lungentransplantation bei einer Covid-19-Patientin geglückt. Nach Angaben der Universität handele es sich um die erste Transplantation dieser Art überhaupt in Europa. Der Eingriff sei dringend notwendig gewesen, die 45 Jahre alte Patientin wäre sonst voraussichtlich aufgrund eines schweren Lungenversagens gestorben.

"Aus unserer Sicht geht es ihr jetzt hervorragend, wir haben kein gravierendes Problem bisher", sagte Klinikleiter Walter Klepetko. "Die Organe funktionieren alle, wir sind alle zufrieden. Aber der Weg wird schon noch länger sein, bis wir sie hoffentlich endlich aus dem Krankenhaus herausbringen werden." Die Transplantation erfolgte bereits vor einer Woche.

Die Patientin war nach Informationen der Medizinischen Universität vor der Corona-Infektion bei bester Gesundheit und ohne Vorerkrankung gewesen. Bald nach der Infektion habe sich der Zustand der Frau aber so sehr verschlechtert, dass sie beatmet werden musste. "Die Lage war aussichtslos. Die Lunge war wie ein Klotz, da war nichts mehr über", erklärte Klepetko.

Schlachtbetrieb muss nach Masseninfektion schließen

12.26 Uhr: Der Corona-Ausbruch in einem nahe der deutschen Grenze gelegenen Schlachthof hat erhebliches Ausmaß: 147 Beschäftigte sind bereits infiziert - die Zahl könnte weiter steigen. Mehr lesen Sie hier.

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Drosten sieht Thüringer Pläne für Eigenverantwortung skeptisch

12.20 Uhr: Der Virologe Christian Drosten sieht den Thüringer Ansatz kritisch, nach dem in der Corona-Pandemie künftig mehr auf Eigenverantwortung der Menschen gesetzt werden soll. "Die Eigenverantwortung ist ja so das schwedische Modell, und wir sehen in diesen Tagen und werden es in den nächsten Monaten noch stärker sehen, dass dort eine sehr hohe Übersterblichkeit entstanden ist", sagte der Charité-Wissenschaftler im Deutschlandfunk. "Also, ich bin mir nicht ganz sicher, ob das alles über Eigenverantwortung laufen kann." Drosten sprach sich für bessere Richtlinien für bestimmte gesellschaftliche Bereiche wie Schulen und Kindergärten aus.

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow hatte angekündigt, künftig auf "lokale Ermächtigungen" sowie die Eigenverantwortung der Menschen zu setzen. Es ergebe keinen Sinn, dass rund um die Uhr Krisenstäbe arbeiteten, wenn es in der Hälfte der Landkreise seit drei Wochen keine neuen Infektionen gebe, erklärte er. "Wir wollen das Management umstellen." Statt bei den Krisenstäben solle die Verantwortung nun lokal bei den Gesundheitsämtern liegen. Sollten sich neue Infektionsherde bilden, solle lokal reagiert werden.

Eurowings-Maschine fliegt nach Sardinien - und muss umkehren

11.52 Uhr: Die Fluggesellschaft Eurowings hat den Saisonstart auf der Mittelmeerinsel Sardinien gründlich verpatzt. Am Samstag musste ein Airbus A320 zum Startflughafen Düsseldorf zurückfliegen, weil Olbia an der Costa Smeralda in der Coronakrise für internationale Flüge noch bis zum 24. Juni gesperrt war. Das hätte die Lufthansa-Tochter auch wissen können, wie ein Sprecher einräumte.

Die Einschränkungen waren in den obligatorischen "Notice to Airmen" nachzulesen, die bei jedem Flug berücksichtigt werden müssen. Es habe im Vorfeld ein "Missverständnis" bei der Interpretation gegeben, sagte der Sprecher. Die Passagiere seien umgebucht worden, laut Eurowings waren es nur zwei.

Rund 570 Tests nach Ausbruch in Thüringer Krankenhaus

11.30 Uhr: Sechs Mitarbeiter eines Krankenhaus im thüringischen Hildburghausen haben sich mit dem Coronavirus infiziert. Das bestätigte Landrat Thomas Müller (CDU) dem MDR . Demnach gehe man davon aus, dass sich die Pflegerinnen und Pfleger bei einer Patientin angesteckt hätten.

Um den Ausbruch einzudämmen, sollen rund 570 Menschen getestet werden, dazu gehören neben den Krankenhausmitarbeitern auch Beschäftigte des medizinischen Versorgungszentrums und des Rettungsdienstes. Auch 70 Patienten zählen dazu.

Die Nachricht kommt, wenige Tage nachdem Thüringen als erstes Bundesland angekündigt hatte, die Maßnahmen in der Coronakrise aufzuheben. Ministerpräsident Bodo Ramelow meldete sich auf Twitter zu Wort und stellte die Umsetzung des Hygienekonzepts in den Krankenhäusern des privaten Trägers infrage.

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Sachsen kündigt weitreichende Lockerungen an

11.01 Uhr: Nach Thüringen hat auch Sachsen eine grundlegende Änderung beim Umgang mit Einschränkungen in der Coronakrise angekündigt. "Wenn die Zahl der Neuinfektionen weiterhin stabil auf einem niedrigen Niveau bleibt, planen wir für die Zeit ab dem 6. Juni in der nächsten Corona-Schutzverordnung einen Paradigmenwechsel", sagte Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD).

"Statt wie jetzt generell Beschränkungen zu erlassen und davon viele Ausnahmen für das zu benennen, was wieder möglich ist, wird dann generell alles freigegeben und nur noch das Wenige an Ausnahmen benannt, was noch nicht möglich sein wird", erklärte Köpping. Zuvor hatte die "Leipziger Volkszeitung" berichtet.

Die Regierung beobachte das Infektionsgeschehen sehr genau, um zu beurteilen, wie die aktuellen Maßnahmen wirkten, sagte die Ministerin. "Viel hängt davon ab, dass die Menschen Verantwortung übernehmen und sich an Abstandsgebot und Maskenpflicht halten. Man sieht bei den Infektionen in Gaststätten, Schulen, Kitas oder Gottesdiensten, wie schnell es zu einem Ausbruch kommen kann." Ob und wann die Pflicht zur Mund-Nasen-Bedeckung und zum Abstandhalten aufgehoben wird, sollte bundesweit gemeinsam entschieden werden.

Ratten in Coronakrise laut US-Experten aggressiver

10.37 Uhr: Ratten könnten in den USA während der Coronavirus-Pandemie weniger Essensreste im Müll finden und daher bei der Nahrungssuche ungewöhnliche oder aggressive Verhaltensweisen zeigen. Davor warnt die US-Gesundheitsbehörde CDC. Die Nager seien vielerorts auf die Abfälle der derzeit geschlossenen oder nur eingeschränkt geöffneten Restaurants angewiesen, hieß es in einer Mitteilung.

Ratten verhielten sich aber nicht aggressiver gegenüber Menschen, sondern gegenüber anderen Ratten selbst, zitierte die "New York Times" den Nagetierexperten Bobby Corrigan. "Sie bekriegen sich gegenseitig, fressen in einigen Populationen die Jungen der anderen auf und kämpfen um die Nahrung, die sie finden." Die Zeitung berichtete, in Städten wie New Orleans und Chicago seien auch tagsüber vermehrt Ratten auf Nahrungssuche auf den Straßen zu sehen.

Die CDC riet Anwohnern und Lokalbesitzern zu vorbeugenden Maßnahmen, um die Nagetiere nicht anzuziehen. So solle dafür gesorgt werden, dass Ratten nicht in Häuser oder Geschäfte gelangten. Außerdem müsse umherliegender Unrat beseitigt und der Müll in gut verschlossenen Behältern entsorgt werden. Auch Tier- und Vogelfutter sollte demnach außerhalb der Reichweite der Nager gelagert werden.

Bedürftige Schüler haben in Coronakrise Anspruch auf Tablet

10.15 Uhr: Zur Teilnahme am digitalen Unterricht haben bedürftige Schülerinnen und Schüler einem Gerichtsbeschluss zufolge Anspruch auf Finanzierung des erforderlichen Tablets. Im Regelbedarf sei die Anschaffung eines internetfähigen Computers zur Teilnahme am pandemiebedingten Heimunterricht zu Hause nicht in den Sozialleistungen berücksichtigt, urteilte das Landessozialgericht in Essen.

Die Kosten für das Tablet stellten einen "anzuerkennenden unabweisbaren, laufenden Mehrbedarf" dar, begründeten die Richter. Es handle sich um einen "grundsicherungsrechtlich relevanten Bedarf für Bildung und Teilhabe". Denn die Anschaffung eines internetfähigen Endgeräts sei mit der Schließung des Präsenzschulbetriebs in der Coronakrise erforderlich geworden. Die Kosten für die Anschaffung veranschlagte das Gericht mit 150 Euro.

Zuvor hatten Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) und die Vorsitzende der Kultusministerkonferenz, Stefanie Hubig (SPD), mitgeteilt, dass die von der Großen Koalition vereinbarten 150 Euro zur Anschaffung eines Laptops oder Tablets nicht direkt an die Familien gehen sollen. Demnach sollten die Gräte von Schulen beschafft und lediglich ausgeliehen werden.

Altmaier will weitere Milliardenhilfen für den Mittelstand

9.47 Uhr: Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) schlägt in der Coronakrise Medienberichten zufolge weitere Hilfen für den Mittelstand vor. Bereits ab Juni sollen Firmen eine Überbrückungshilfe im Umfang von mindestens 25 Milliarden Euro bekommen, wie die Nachrichtenagentur dpa und die "Neue Osnabrücker Zeitung" berichten.

Firmen mit bis zu 249 Mitarbeitern sollen demnach von Juni bis Dezember monatlich bis zu 50.000 Euro bekommen können. Ziel sei es, kleine und mittlere Unternehmen aus Branchen, die wegen der Coronakrise von Auflagen oder Schließungen betroffen seien, für die Monate Juni bis Dezember 2020 eine weitergehende Liquiditätshilfe zu gewähren und sie so in der Existenz zu sichern.

Altmaier will mit Hilfen nicht länger warten, bis die Koalition ein Konjunkturprogramm auflegt, beschlossen werden soll dies nach Pfingsten. Wirtschaftsverbände hatten schnelle Hilfen gefordert. Die Politik hatte bereits umfassende Hilfsprogramme beschlossen, um die wirtschaftlichen Folgen abzufedern. Bereits am Freitag hatte Altmaier der Nachrichtenagentur dpa gesagt, dass "manchen Unternehmen schlicht keine Zeit" bliebe.

Zahl der Verkehrstoten sinkt auf Rekordtief

9.24 Uhr: Wegen der Einschränkungen in der Coronakrise ist die Zahl der Verkehrstoten auf Deutschlands Straßen im März auf einen Tiefstand seit der Wiedervereinigung gesunken. Bei Unfällen kamen 158 Menschen ums Leben, im März 2019 waren es zum Vergleich noch 234 Verkehrstote, wie das Statistische Bundesamt nach vorläufigen Ergebnissen mitteilte.

"Noch nie seit der deutschen Vereinigung im Jahr 1990 wurden in einem Monat weniger Menschen bei Verkehrsunfällen getötet als im März 2020", hieß es. In der Regel sterben monatlich den Angaben einer Sprecherin zufolge mehr als 200 Verkehrsteilnehmer. Aufgrund der Pandemie waren seit Mitte März jedoch deutlich mehr Menschen zu Hause geblieben, was sich auch im Straßenverkehr bemerkbar gemacht hatte. Laut den Statistikern sank die Zahl der Verkehrsunfälle auf 166.000, das waren 23 Prozent weniger als im März 2019. Zudem ist es der niedrigste Wert in einem März seit rund 30 Jahren.

Insgesamt registrierte die Polizei im ersten Quartal 2020 rund 564.000 Verkehrsunfälle, das entspricht einem Rückgang von 9,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Das Bundesamt erfasst erst seit der Wiedervereinigung Monatszahlen in seiner Verkehrsstatistik, somit können für die vorhergehenden Jahre keine Vergleichswerte genannt werden.

Mitarbeiter der Meyer-Werft nach Corona-Ausbruch in Quarantäne

8.50 Uhr: Nach einem Corona-Ausbruch im Zusammenhang mit einem Restaurantbesuch in Ostfriesland sind auch Mitarbeiter der Papenburger Meyer-Werft in Quarantäne. Einen entsprechenden Bericht des NDR  bestätigte ein Firmensprecher am Montagmorgen. Dem NDR zufolge müssen "Mitglieder der Werft-Geschäftsführung und fast der gesamte Betriebsrat" zu Hause bleiben.

Der Landkreis Leer sucht nach den positiven Corona-Tests in dem Fall weiter Gründe für die Infektionen. Bislang gibt es offiziellen Angaben zufolge 18 bestätigte Infizierte.

Es werde geprüft, ob es in dem Lokal Verstöße gegen die Corona-Auflagen gegeben habe, sagte ein Sprecher des Landkreises am Sonntag. Eine Befragung der Gäste habe "Indizien geliefert, dass an dem Abend möglicherweise gegen Corona-Auflagen verstoßen wurde", hieß es. Diesen Hinweisen werde auch mit einer Anhörung des Betreibers nachgegangen.

Dietmar Bartsch verteidigt Ramelows Lockerungsvorstoß für Thüringen

8.40 Uhr: Linkenfraktionschef Dietmar Bartsch hat den Vorstoß von Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow zur Aufhebung der Corona-Beschränkungen verteidigt. Er sei gegen einen Lockerungswettlauf und für ein möglichst koordiniertes Vorgehen, sagt er im Deutschlandfunk.

Er sei aber wie sein Parteifreund Ramelow dafür, die Restriktionen zur Eindämmung des Virus angesichts des unterschiedlichen Aufkommens bei den Infektionen zu regionalisieren. "Wir können nicht dauerhaft Beschränkungen vornehmen, wo es keine Infektionen gibt." Ramelow hatte angekündigt, die allgemeinen Corona-Beschränkungen in Thüringen ab dem 6. Juni aufzuheben. Künftig sollen nur noch lokale Einschränkungen in Kraft treten, wenn in einer Region eine bestimmte Infektionsrate überschritten wird.

Gastronomie in Griechenland darf wieder öffnen

8.20 Uhr: Athen hat am Montag den Tourismus innerhalb Griechenlands weiter geöffnet: Erstmals seit mehr als zwei Monaten dürfen alle Reisenden vom Festland zu allen Inseln der Ägäis und des Ionischen Meeres sowohl per Fähre als auch per Flugzeug gelangen. Zudem wurden landesweit die Tavernen, Bars und Cafés wieder geöffnet, wie griechische Medien berichteten.

Athen hatte seit Ende März wegen der Corona-Pandemie nur ständigen Einwohnern der Inseln erlaubt, vom Festland zu den Inseln zu fahren. Die Tavernen, Bars und Cafés durften nur außer Haus verkaufen.

Auf den griechischen Inseln hat es bislang wenige Corona-Infektionsfälle gegeben. Die Fähren nehmen höchstens 50 Prozent der zuvor erlaubten Passagierzahl mit. In den Tavernen darf nur die Hälfte der vor der Epidemie erlaubten Tische genutzt werden. An einem Tisch dürfen höchstens sechs Menschen sitzen, berichtete das Staatsfernsehen. Dies ordnete der Krisenstab für die Corona-Pandemie an.

Athen hat bereits angekündigt, auch den Tourismus aus dem Ausland neu starten zu wollen. Ende Mai werde der griechische Pandemie-Krisenstab die Liste der Länder bekannt geben, aus denen Touristen nach Griechenland werden reisen können, ohne in eine zweiwöchige Quarantäne gehen zu müssen. Zunächst werde es am 15. Juni Flüge aus dem Ausland nur nach Athen geben. Ab dem 1. Juli sollen auch alle Regionalflughäfen für Flüge aus dem Ausland geöffnet werden.

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Urlauber dürfen wieder nach Mecklenburg-Vorpommern reisen

7.35 Uhr: In Mecklenburg-Vorpommern treten Lockerungen der Regelungen für die Tourismusbranche in Kraft. Am Montag können Inlandsurlauber wieder in das Bundesland reisen. Dort hatte bisher eine Einreisesperre für Menschen aus anderen Bundesländern gegolten.

Wer nun in den Nordosten reisen will, muss aber eine Buchung vorweisen können. Für Tagestouristen bleiben die Landesgrenzen weiter dicht.

Auch in anderen Bundesländern kehrt der Tourismus langsam zurück. In Berlin, Brandenburg und Niedersachsen dürfen Hotels wieder Urlaubsgäste empfangen.

Habeck plädiert für Senkung des Wahlalters auf 16 Jahre

Robert Habeck

Robert Habeck

Foto: Bernd von Jutrczenka/ dpa

7.15 Uhr: Grünenchef Robert Habeck hat angesichts der Erfahrungen in der Coronakrise für eine Senkung des Wahlalters auf 16 Jahre plädiert. Es sei "absolut vorbildlich", wie sich die junge Generation in der Krise verhalte, sagte Habeck der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Junge Menschen sorgten während der Pandemie für Ältere und brächten ihnen Solidarität entgegen. Diese "politische Reife" müsse anerkannt werden.

Habeck forderte, das Wahlalter schon vor der nächsten Bundestagswahl herabzusetzen. Wegen der Pandemie hätten Schüler wochenlang zu Hause bleiben müssen, es sei "über ihre Köpfe hinweg und teils gegen ihre Interessen gehandelt" worden. Daraus erwachse die Pflicht, die jungen Menschen stärker demokratisch zu beteiligen. Dann könnten sie mitbestimmen, "wenn es um die Gestaltung der Nach-Corona-Zeit und damit um ihre Zukunft geht".

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Erdbebenforscher hoffen auf neue Erkenntnisse durch Corona-Lockdown 

7.10 Uhr:  Die Maßnahmen zur Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie könnten Erdbebenforschern neue Erkenntnisse unter anderem zu sogenannten Mikrobeben bescheren. Denn das durch den Menschen verursachte Rauschen in den gemessenen Signalen sei zur Hochzeit der Beschränkungen deutlich reduziert gewesen, sagte Joachim Ritter vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT). "Die Abnahme der Bodenbewegung war an vielen Stationen deutlich messbar." Die Folge: Dort waren Erdbebensignale besser zu erkennen.

"Ich hoffe, dass wir an ein paar Messstellen Signale sehen werden, die wir sonst nicht entdeckt hätten", sagt Ritter. Die Forscher gehen davon aus, dass sie mehr Mikrobeben aufspüren, die für die Vorhersage größerer Erdbeben von Bedeutung sind. "Normalerweise werden die Signale der kleinen Beben übertönt", so Ritter. Inzwischen rumort es mit der schrittweisen Rückkehr zum normalen Leben auf der Erdoberfläche wieder mehr.

New York öffnet Trainingsstätten für Profiteams

6.21 Uhr: Der US-Bundesstaat New York gestattet seinen professionellen Sportteams die Rückkehr zu den Trainingsstätten. Das hat Gouverneur Andrew Cuomo am Sonntag (Ortszeit) bekannt gegeben. Allerdings müssen sämtliche Aktivitäten zunächst hinter verschlossenen Türen stattfinden. New York hatte in den letzten Wochen im Zuge der Corona-Pandemie fast 30.000 Todesopfer zu beklagen, zuletzt wurden die Zahlen allerdings als rückläufig bezeichnet.

New York ist ein Zentrum des professionellen Sports mit zwei Teams in der NBA (New York Knicks, Brooklyn Nets), drei in der NHL (New York Rangers, New York Islanders, Buffalo Sabres), zwei in der MLB (New York Yankees, New York Mets) und drei in der NFL (Buffalo Bills, New York Jets, New York Giants).

Die Lage am Morgen: Deutschland ist jetzt Schweden

6.15 Uhr: Die Lage am Morgen befasst sich am Montag mit der neuen deutschen Corona-Normalität und Bodo Ramelows Vorpreschen, außerdem mit einem Skandal, der Boris Johnson gefährlich werden kann - und mit dem Abgang von Trumps Undiplomat Richard Grenell aus Berlin.

Bahn-App soll vor vollen Zügen warnen

5.55 Uhr: Immer mehr Menschen reisen wieder mit der Bahn. Deshalb sollen nach SPIEGEL-Informationen ab dieser Woche mehr Züge fahren als in den vergangenen Monaten - Verbindungen mit hoher Auslastung soll die App anzeigen.

Chef der Wirtschaftsweisen begrüßt Vorschlag zu EU-Hilfen

5.45 Uhr: Der Vorsitzende der Wirtschaftsweisen, Lars Feld, hat die Vorschläge für milliardenschwere EU-Wiederaufbauhilfen begrüßt - sich aber zugleich für Auflagen ausgesprochen. Feld sagte der Deutschen Presse-Agentur zu dem deutsch-französischen Vorschlag: "Es sind eben keine Corona-Bonds durch die Hintertür. Es ist vor allem ein politisches Signal an Italien, Spanien und Frankreich."

Schon ein erleichterter Zugang zu Krediten des Europäischen Stabilitätsmechanismus, kombiniert mit Anleihekäufen der EZB, biete viele Möglichkeiten, ein Land zu stabilisieren, das relativ hoch verschuldet sei. "Ich hoffe, dass man in den Kompromissen, die jetzt mit Österreich und anderen Ländern zu treffen sind, auch zu gewissen Auflagen kommt - zum Beispiel, dass Italien sich stärker verpflichtet, seine Schulden im Rahmen des Europäischen Semesters abzubauen, sobald diese Krise vorbei ist."

Feld ist Vorsitzender des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, der die Politik berät. Umgangssprachlich werden die Experten auch als "Wirtschaftsweisen" bezeichnet.

Wirtschaftsweisen-Chef Lars Feld: "Ich hoffe, dass man in den Kompromissen, die jetzt mit Österreich und anderen Ländern zu treffen sind, auch zu gewissen Auflagen kommt"

Wirtschaftsweisen-Chef Lars Feld: "Ich hoffe, dass man in den Kompromissen, die jetzt mit Österreich und anderen Ländern zu treffen sind, auch zu gewissen Auflagen kommt"

Foto: Patrick Seeger/ dpa

Fernsehsender bereiten sich auf Zeit nach Corona vor

5.15 Uhr: Im Fernsehen sollen nach Corona wieder alte Qualitätsstandards einkehren und beispielsweise wackelige Schalten in private Arbeitszimmer von Ansprechpartnern die Ausnahme bleiben. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur bei ARD, ZDF, RTL und ProSiebenSat.1. "Wir wollen möglichst schnell zur gewohnten Qualität zurückkehren", erklärte etwa ein Sprecher des Ersten Deutschen Fernsehens (ARD). Überall hängen die Regelungen von den Vorgaben der Bundesländer ab, in denen der jeweilige Produktions-Standort liegt.

Die Sender setzen auch auf die Rückkehr des Studiopublikums in vielen Sendungen, die gerade ohne auskommen. RTL etwa erarbeitet ein Tribünenkonzept, das den Schutz der Gesundheit aller Mitarbeiter und der Zuschauer gewährleistet. Es sieht laut einer Sprecherin vor, dass nur jede zweite Reihe und jeder zweite Platz besetzt sind.

Tschechien öffnet Restaurants, Cafés, Hotels und Schwimmbäder

4.45 Uhr: In Tschechien tritt am Montag die nächste große Lockerungswelle bei den Corona-Maßnahmen in Kraft: Restaurants, Bars und Cafés dürfen ihre Innenräume öffnen. Auch Hotels und Pensionen sowie Hallen- und Freibäder sowie Burgen und Schlösser heißen Besucher willkommen. Grünes Licht bekommen Sportveranstaltungen mit insgesamt bis zu 300 Teilnehmern und Zuschauern. In allen Fällen gelten besondere Hygieneregeln.

Für ausländische Touristen gilt derzeit noch ein Einreisestopp nach Tschechien. Ein festes Datum für die Wiedereröffnung der Grenze zu Deutschland steht noch nicht fest, dies könnte aber nach früheren Aussagen der Regierung bereits Mitte Juni geschehen. In Tschechien waren bis Sonntagabend 8932 bestätigte Coronavirus-Infektionen gemeldet. 315 Menschen sind in Zusammenhang mit dem Virus gestorben.

Chiles Präsident sieht Gesundheitssystem "sehr nah am Limit"

4.15 Uhr: Angesichts der starken Zunahme von Coronavirus-Infektionen geraten die Krankenhäuser in Chile an ihre Grenzen. "Wir sind sehr nah am Limit, weil wir einen großen Anstieg hatten", sagte Präsident Sebastián Pinera der chilenischen Zeitung "La Tercera" zufolge bei der Einweihung einer provisorischen Klinik in Santiago de Chile am Sonntag.

Nach Angaben des chilenischen Gesundheitsministeriums sind mittlerweile knapp 70.000 Menschen infiziert, 718 Patienten starben im Zusammenhang mit dem Virus. Der Großraum Santiago, in dem etwa acht Millionen Menschen - gut 40 Prozent der Gesamtbevölkerung Chiles - leben, steht unter Quarantäne. Auch in anderen Ländern in Lateinamerika stiegen die Infektionszahlen und die Zahlen der Todesopfer deutlich, vielerorts ist mit der Gesundheits- eine soziale Krise verbunden.

In Chile kündigte die Regierung zwar die Verteilung von Lebensmittelpaketen an, allerdings verzögerte sich die Auslieferung. Bei Protesten gegen die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie kam es in Santiago zuletzt zu Krawallen und Gewalt.

Lauterbach fordert Signal des Bundes gegen Lockerungen in Thüringen

3.30 Uhr: SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach hat die Bundesregierung aufgefordert, ein Signal gegen die angekündigten Corona-Lockerungen in Thüringen zu setzen. "Mit der Entscheidung in Thüringen droht ein bundesweiter Wettlauf der Länder, der aus medizinischer Sicht katastrophal wäre", sagte Lauterbach der "Rheinischen Post" (Montag). "Das Corona-Kabinett sollte an diesem Montag unbedingt ein Gegensignal setzen, um das zu verhindern."

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hatte angekündigt, vom 6. Juni an auf allgemeine, landesweit gültige Corona-Schutzvorschriften zu verzichten. Damit würden landesweite Regeln zu Mindestabständen, dem Tragen von Mund-Nasen-Schutz sowie Kontaktbeschränkungen nicht mehr gelten. Anstatt dieser Vorgaben soll es dann regionale Maßnahmen abhängig vom Infektionsgeschehen vor Ort geben.

Lauterbach rief Ramelow zu einer Kehrtwende auf: "Bodo Ramelow sollte seine Entscheidung überdenken und zurücknehmen." Zudem warnte er vor zu großer Sorglosigkeit in der Gastronomie.

Jungunternehmer über Berufseinsteiger in der Coronakrise: "Ab nach Bali oder erst mal Barkeeper: Diese Haltung ist weg"

2.45 Uhr: Wie verändert Corona die Zukunftschancen der Jüngeren. Tarek Müller, selbst erfolgreicher Unternehmensgründer, sagt, der wirtschaftliche Druck werde enorm wachsen.

Röttgen nennt Gegenentwurf zu Merkels EU-Initiative "eine einzige Provokation"  

2.15 Uhr: Der von Österreich und drei weiteren EU-Staaten vorgelegte Gegenentwurf zum deutsch-französischen Corona-Hilfsplan stößt in Deutschland auf scharfe Kritik. "Der Vorschlag der geizigen Vier ist eine einzige Provokation, weil er das Problem nicht lösen, sondern verschärfen würde", sagte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Norbert Röttgen (CDU), der "Süddeutschen Zeitung"  (Montagsausgabe). Die zu hohe Verschuldung einzelner Länder sei nicht mit dem Angebot weiterer Schulden zu lösen, sagte Röttgen, der zu den Bewerbern um den CDU-Vorsitz zählt.

Kanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatten jüngst ein Konzept für einen Wiederaufbauplan im Umfang von 500 Milliarden Euro unterbreitet. Das Geld soll demnach von der EU-Kommission als Kredite am Kapitalmarkt aufgenommen und über den EU-Haushalt als Zuwendungen verteilt werden. Krisenstaaten wie Italien oder Spanien, aber auch betroffene Branchen könnten Zuschüsse bekommen. Österreich, Schweden, Dänemark und die Niederlande legten am Wochenende einen Gegenentwurf vor. Dieser sieht statt nicht zurückzahlbarer Zuschüsse lediglich die Vergabe günstiger Kredite vor. Die vier Länder bezeichnen sich als "sparsame vier".

Die Grünen sprachen von einem "verlogenen Schwarzfahrer-Vorschlag": "Die geizigen Vier profitierten selber ökonomisch massiv von einem funktionierenden Binnenmarkt, wollen aber den Beitrag dafür auf die Schultern der anderen verteilen und gleichzeitig zu Hause populistisch dagegen agitieren", sagte die Grünen-Europaexpertin Franziska Brantner der "SZ".

Der CDU-Wirtschaftsrat hat den Gegenvorschlag hingegen begrüßt. "Der Vorschlag ist eine gute und vor allem eine wirklich schnell helfende Alternative zur deutsch-französischen Initiative", sagte der Generalsekretär des CDU-nahen Verbands, Wolfgang Steiger, dem "Handelsblatt". Letztere sei ein wichtiger Vorstoß, berge aber die große Gefahr einer Schuldenunion in der Zukunft und wirke zu spät, zitierte die Zeitung Steiger weiter.

Terrorexperten des Europarats warnen vor wachsender Gefahr durch Biowaffen

1.45 Uhr: Terrorexperten des Europarats warnen laut einem Zeitungsbericht vor einer wachsenden Gefahr von Anschlägen mit Biowaffen nach der Corona-Pandemie. Der neuartige Erreger habe gezeigt, "wie verwundbar moderne Gesellschaften durch Virusinfektionen und ihr Erschütterungspotenzial sind", heißt es nach Angaben der Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montagsausgaben) in einer Stellungnahme des Europarats-Ausschusses für Terrorbekämpfung. Extremistische Gruppen würden diese Lektion aus der Pandemie nicht vergessen.

Der Einsatz eines Krankheitserregers oder anderen biologischen Wirkstoffs durch Extremisten könne "sich als äußerst wirksam erweisen", warnen demnach die Experten. Es sei mit einem weitaus größeren Schaden für Menschen und Wirtschaft zu rechnen als bei "traditionellen" Anschlägen. Gesellschaften würden über längere Zeiträume gelähmt, Angst verbreitet und Misstrauen weit über die unmittelbar betroffenen Gemeinschaften hinaus gesät.

Die Experten fordern dem Zeitungsbericht zufolge eine verstärkte und koordinierte Antwort der europäischen Staaten auf diese Bedrohung. Deutsche Sicherheitsbehörden haben laut den Funke-Zeitungen bislang aber keine Hinweise auf Vorbereitungen für Anschläge mit Biowaffen.

Alle Artikel zum Coronavirus

Am 31. Dezember 2019 wandte sich China erstmals an die Weltgesundheitsorganisation (WHO). In der Millionenstadt Wuhan häuften sich Fälle einer rätselhaften Lungenentzündung. Mittlerweile sind mehr als 180 Millionen Menschen weltweit nachweislich erkrankt, die Situation ändert sich von Tag zu Tag. Auf dieser Seite finden Sie einen Überblick über alle SPIEGEL-Artikel zum Thema.

Altmaier plant offenbar weitere Milliardenhilfen für Mittelstand

1.15 Uhr: Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) will mittelständische Betriebe in der Corona-Pandemie noch stärker unterstützen. Firmen mit bis zu 249 Mitarbeitern sollen von Juni bis Dezember monatlich bis zu 50.000 Euro bekommen können. Das berichtete die "Neue Osnabrücker Zeitung" aus einem Eckpunktepapier, das nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus dem Wirtschaftsministerium stammt. Ziel der Überbrückungshilfe ist, die Existenz kleiner und mittlerer Betriebe zu sichern, die von Corona-bedingten Auflagen und Schließungen betroffen sind.

Anträge sollen Firmen aus allen Wirtschaftsbereichen sowie Solo-Selbstständige und Freiberufler stellen können. Ihre Umsätze müssen dafür im April und Mai um mindestens 60 Prozent gegenüber den Vorjahresmonaten eingebrochen sein. Auch Unternehmen, die bereits Soforthilfen vom Bund oder von den Ländern bekommen, dürfen weitere Unterstützung beantragen. Das Ministerium rechnet bis August laut Bericht mit Kosten von 25 Milliarden Euro - wie viel danach anfalle, hänge vom Infektionsgeschehen ab.

Remdesivir vor der Zulassung: Was darf ein Medikament kosten, das in der Pandemie hilft?

1.00 Uhr: Bald könnte das weltweit erste Medikament zugelassen werden, das Corona-Patienten Linderung verspricht. Doch das wird sich wohl nicht jeder leisten können.

147 Mitarbeiter in niederländischem Schlachthof positiv getestet, mehr als die Hälfte davon wohnen in Deutschland

0.25 Uhr: Schlachthöfe sind berüchtigte Corona-Hotspots. Nun gibt es auch in den Niederlanden den ersten großen Fall. In einer Fleischfabrik in Groenlo, nur fünf Kilometer entfernt von der Grenze zu Deutschland, ist es zu einem Ausbruch gekommen. Wie die zuständige Gemeindeverwaltung von Oost-Gelre mitteilte, wurden 147 Mitarbeiter eines Schlachthofs des Konzerns Vion positiv auf das Sars-CoV2-Virus getestet. Lokalen Medienberichten zufolge leben 79 der Infizierten in Deutschland. Die deutschen Behörden seien informiert worden, schrieb die Gemeindeverwaltung. Sie sollen offenbar dabei mithelfen, den Ausbruch einzudämmen.

Am Mittwoch waren bei einer Stichprobe unter 212 Mitarbeitern der Fleischfabrik 45 Infektionsfälle entdeckt worden. Daraufhin wurde das Werk geschlossen und die Kontrolleure begannen, die gesamte Belegschaft durchzuchecken. Bislang wurden 657 Menschen getestet. 25 Mitarbeiter erschienen hingegen nicht zum Test, von fünf weiteren gibt es offenbar nicht einmal Kontaktdaten. Nach ihnen wird nun gesucht. Wie es heißt, sind zahlreiche Mitarbeiter Arbeitsmigranten aus Osteuropa, die scheinbar auch in anderen Vion-Schlachthöfen eingesetzt werden.

Laut der "Münsterland-Zeitung" wurden in den vergangenen Tagen im angrenzenden Kreis Borken auf deutscher Seite mehr als hundert Tests bei Mitarbeitern des Vion-Werks in Groenlo durchgeführt. Allein in der Stadt Rhede wurden demnach schon bis zum Freitag 16 Positiv-Fälle entdeckt.

Schon bei den jüngsten Ausbrüchen in deutschen Schlachthöfen waren viele Arbeitsmigranten unter den Infizierten. Die niederländischen Behörden werden nun auch in anderen Schlachthöfen umfassende Tests durchführen.

Bolsonaro ignoriert erneut Abstandsregeln bei Kundgebung

0.16 Uhr: Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro hat trotz der stark steigenden Infektionszahlen in dem Land bei seinen öffentlichen Auftritten weiterhin gegen die Abstandsregeln und die Hygienevorgaben verstoßen. Am Sonntag suchte er die Nähe zu seinen Anhängern, die sich vor dem Präsidentenpalast in Brasília versammelt hatten. Der rechtsextreme Politiker gab mehreren Demonstranten die Hand und umarmte einige von ihnen. Die Atemmaske, die er anfangs trug, hatte er da schon abgesetzt.

Brasilien hat sich in den vergangenen Tagen zum zentralen Krisenherd der Pandemie in Südamerika entwickelt. Mit fast 350.000 Corona-Fällen weist das Land nach den USA weltweit die zweitmeisten Infektionen weltweit auf. Mehr als 22.000 Menschen starben laut Daten der US-Universität Johns Hopkins. Experten gehen davon aus, dass die Dunkelziffer weitaus höher liegt, weil in Brasilien vergleichsweise wenig getestet wird.

US-Regierung verbietet Einreisen aus Brasilien

0.10 Uhr: Angesichts der rasant steigenden Zahl von Corona-Infektionen in Brasilien hat die US-Regierung weitgehende Einreisebeschränkungen für Menschen aus dem südamerikanischen Land erlassen. Brasilianer und Ausländer, die sich in den zwei Wochen vor einer geplanten Einreise in dem Land aufgehalten haben, dürfen nicht mehr in die USA kommen, wie das Weiße Haus mitteilte. Die Regelung gilt ab Freitag und ist zeitlich nicht begrenzt. Ausgenommen davon sind unter anderem US-Bürger, deren Familienangehörige, Menschen mit dauerhafter Aufenthaltsgenehmigung und Diplomaten.

"Die Maßnahme wird dabei helfen, sicherzustellen, dass Ausländer, die in Brasilien waren, keine Quelle neuer Infektionen in unserem Land werden", sagte die Sprecherin von Präsident Donald Trump, Kayleigh McEnany. Der Handel sei von den neuen Beschränkungen nicht betroffen, hieß es weiter.

Wegen der Ausbreitung des Virus hatte Trump bereits einen Einreisestopp für Ausländer aus China, dem europäischen Schengenraum, Großbritannien und Irland verhängt. Auch Reisen über die amerikanische Grenze zu Kanada im Norden und Mexiko im Süden sind wegen der Pandemie vorübergehend eingeschränkt.

Zahl der Infizierten in den USA übersteigt Marke von 1,6 Millionen

0.01 Uhr: Die Zahl der mit dem Coronavirus Infizierten in den USA hat die Marke von 1,6 Millionen überschritten. Die Zahl der neuen Fälle stieg zuletzt nach Angaben des Zentrums für die Kontrolle und Prävention von Krankheiten (CDC) um 26.229 auf 1.622.114. Die Zahl der an Covid-19 Verstorbenen legte um 1047 auf 97.049 zu. Damit lag die Zahl der neuen Todesfälle deutlich unter der des Vortages, als die CDC 1852 genannt hatte. Am Freitag waren es 1089 Verstorbene gewesen, am Donnerstag 1397. Die Zahl der Neu-Infektionen lag am Sonntag indes über denen der Vortage.

Frankreich hat so wenige neue Corona-Todesfälle und Infizierte wie zuletzt Mitte März

0.00 Uhr: Die Zahl der neuen Virus-Toten und -Infizierten in Frankreich steigt so langsam zuletzt Mitte März. Den Behörden zufolge legt die Zahl der Verstorbenen um 35 auf 28.637 zu, die der bestätigten Infizierten um 115 auf 114.921. Trotz der verbesserten Lage müssten die Regeln zum Social Distancing aber in Kraft bleiben, sagt Umweltministerin Elsabeth Borne.

Die Regierung wolle auch nicht, dass die Bürger in diesem Sommer ins Ausland reisen. Zudem müssten die strengen Beschränkungen in Paris bestehen bleiben, weil die Hauptstadt eine "rote Zone" mit Blick auf die Virus-Verbreitung sei. Dort bleiben zum Beispiel Park weiterhin geschlossen, im Gegensatz zu den grünen Zonen des Landes, in denen das Coronavirus weniger stark verbreitet ist.

ngo/bbr/ch/hba/mes/asc/ptz/dpa/AFP/Reuters
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