+++ News-Update am 8. Juni +++ Bis zu 200.000 Seeleute sitzen auf Schiffen fest

Wegen Corona-Schutzvorschriften dürfen Crews in aller Welt nicht an Land. Die Uno warnt vor körperlichen und psychischen Folgen. Und: Die WHO meldet so viele Neuinfektionen wie noch nie. Der Überblick am 8. Juni.
Schiffe liegen Ende Mai an der griechischen Küste vor Anker

Schiffe liegen Ende Mai an der griechischen Küste vor Anker

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Petros Giannakouris/ AP

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6.000 Deutsche dürfen schon ab 15. Juni auf die Balearen

23.01 Uhr: 6.000 Touristen aus Deutschland dürfen nach Medienberichten schon ab dem 15. Juni nach Mallorca und auf die anderen Balearen-Inseln fliegen - also zwei Wochen vor der offiziellen Öffnung der Grenzen Spaniens für ausländische Besucherinnen und Besucher.

Die Zentralregierung in Madrid habe einem Antrag der Inseln auf Durchführung eines sogenannten Pilotprojekts nach langen Verhandlungen zugestimmt, berichteten die Zeitung "El País" und balearische Medien unter Berufung auf die Regionalregierung in Palma de Mallorca am Montag. Eine offizielle Bestätigung dieser Berichte lag zunächst nicht vor.

Das Pilotprojekt soll den Angaben zufolge dazu dienen, den Ernstfall - den erwarteten Touristenansturm nach Öffnung der Grenzen am 1. Juli - zu proben. Man wolle prüfen, ob die Sicherheitsprotokolle unter anderem an den Flughäfen und in den Hotels funktionieren, hieß es. Das Projekt werde mit Touristen aus Deutschland durchgeführt, weil in dem Land die epidemiologische Lage sehr gut und ähnlich wie auf den Balearen sei.

Zahl der Corona-Infektionen in Griechenland steigt wieder

22.28 Uhr: Kurz vor dem Beginn der Urlaubssaison hat sich die griechische Regierung besorgt über einen Wiederanstieg der Corona-Infektionen gezeigt. Seit Donnerstag wurden 97 neue Fälle registriert, wie das Gesundheitsministerium in Athen am Montag mitteilte. Bei fast einem Drittel der Betroffenen handele es sich um Einreisende aus dem Ausland.

Die Regierung will künftig wieder täglich Zahlen zum Coronavirus bekannt geben. Dies war vor einer Woche eingestellt worden, nachdem zuletzt weniger als fünf Neuinfektionen pro Tag registriert worden waren.

In Bergamo wurden bei 57 Prozent der Getesteten Antikörper nachgewiesen

21.26 Uhr: Bei 57 Prozent von fast 10.000 getesteten Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Bergamo sind bei einem Test Antikörper gegen das Coronavirus nachgewiesen worden. Aber: Bei etwa 10.400 getesteten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Gesundheitswesen habe die Quote dagegen nur bei gut 30 Prozent gelegen, teilen die Behörden mit. Bergamo war von dem Virusausbruch in Italien besonders schwer betroffen.

Uno: Bis zu 200.000 Seeleute sitzen auf Schiffen fest

19.10 Uhr: Zwischen 150.000 und 200.000 Seeleute sitzen nach Angaben der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) wegen Corona-Schutzvorschriften weltweit auf Schiffen fest. Die Situation werde jeden Tag schlimmer, berichtete die Uno-Organisation. Viele Seeleute hätten ihren Einsatz eigentlich schon vor Wochen beendet, müssten aber wegen der Reisebeschränkungen nun an Bord weiter arbeiten. Sie seien ausgelaugt und auch psychisch angeschlagen - das seien keine guten Voraussetzungen, um die Sicherheit an Bord zu gewährleisten.

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Gleichzeitig seien auch viele Seeleute betroffen, die nach einem Heimaturlaub nun nicht an Bord könnten und deshalb Einkommen verlieren. Die Organisation rief Regierungen, Gesundheitsämter und Einwanderungsbehörden auf, Wege zu finden, um den Crewwechsel zu ermöglichen. Seeleute müssten nach ihrem Einsatz sicher in ihre Heimat zurückgebracht werden.

Ärzte ohne Grenzen alarmiert: Corona-Zahlen in Haiti steigen sprunghaft an

18.45 Uhr: Das Coronavirus breitet sich nach Ansicht von Ärzte ohne Grenzen besorgniserregend schnell in Haiti aus. Als die Hilfsorganisation am 16. Mai in der Hauptstadt Port-au-Prince ein Behandlungszentrum für Covid-19-Patienten eröffnete, habe die Zahl der positiven Corona-Tests in Haiti noch bei 100 gelegen, hieß es in einer Mitteilung. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums des armen Karibik-Staates liegt diese Zahl inzwischen bei 3334. 51 Covid-19-Erkrankte starben demnach.

Da nur zwei Labors im Land die Tests bearbeiten könnten, sei die wahre Zahl der Infektionen deutlich höher, teilte Ärzte ohne Grenzen mit. Hinzu komme, dass Infizierte stigmatisiert würden und sich daher oft nicht in einem Krankenhaus behandeln ließen. "Unter den vielen Herausforderungen, mit denen das Land konfrontiert ist, ist die andauernde Rückkehr Tausender haitianischer Migranten aus dem Nachbarland Dominikanische Republik, das mit mehr als 17.000 registrierten Fällen die größte Häufung in der Karibik hat", hieß es.

Die haitianische Regierung habe die Bürger aufgerufen, Abstand voneinander zu halten. Dies sei aber für die meisten Menschen - vor allem für die Bewohner der dicht besiedelten Armensiedlungen der Hauptstadt - unmöglich, betonte die medizinische Hilfsorganisation. Haiti gilt als ärmstes Land der westlichen Hemisphäre.

Es werde befürchtet, dass das ohnehin schwache Gesundheitssystem schlecht aufgestellt sei, um die sich ausweitende Pandemie zu bewältigen. Mehrere Kliniken hätten wegen Mangels an Schutzausrüstung und wegen Infektionen von Mitarbeitern schließen müssen, was auch den Zugang zu Geburtshilfe, Versorgung von Kindern und Traumabehandlung erschwere.

In mehreren Bundesländern: Schweden-Rückkehrer müssen in Quarantäne

18.38 Uhr: Mehrere Bundesländer schicken Rückkehrer aus Schweden wegen der dortigen Corona-Entwicklung in eine zweiwöchige Quarantäne. Das niedersächsische Gesundheitsministerium hatte dies am Sonntag mitgeteilt, in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein folgten die Ministerien am Montag. Hintergrund sei, dass es in Schweden in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Infizierte pro 100.000 Einwohner gegeben habe.

Die Rückkehrer müssen unverzüglich in die eigene Wohnung oder an ihren gewöhnlichen Aufenthaltsort und dort 14 Tage bleiben - selbst Einkäufe sind untersagt. Außerdem muss das Gesundheitsamt informiert werden.

In der Coronakrise hatte in den deutschen Bundesländern zwischenzeitlich eine generelle Quarantäne-Regelung für Menschen gegolten, die aus dem Ausland nach Deutschland kamen. Dies wurde zwischenzeitlich aber wieder gelockert oder aufgehoben.

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Rheinland-Pfalz ändert Einschätzung zur Wiedereröffnung von Bordellen

18.03 Uhr: Entgegen der ursprünglichen Planung dürfen Bordelle in Rheinland-Pfalz nun doch nicht ab Mittwoch wieder öffnen. Das teilte das Gesundheitsministerium in Mainz nach einer Sitzung des Kabinetts mit. Auch vor dem Hintergrund, dass Bordelle in anderen Bundesländern noch geschlossen seien, gelte es, eine Verlagerung von Sexualdienstleistungen nach Rheinland-Pfalz zu vermeiden.

Dem eigentlichen Plan, Bordellen unter Auflagen wieder den Betrieb zu genehmigen, habe der Gedanke zugrunde gelegen, ähnlich wie in anderen Bereichen auch dort wieder gewisse Dienstleistungen zuzulassen. Dies hätte im Falle der Bordelle sogenannte erotische Massagen betroffen. Seitdem habe man aber die Rückmeldung auch von Ordnungsämtern bekommen, dass die vorgesehenen weitreichenden Hygiene- und Reinigungsvorgaben in Bordellen nicht effektiv hätten kontrolliert werden können. Auch wäre die Nachverfolgung bei Infektionsfällen nur schwer zu gewährleisten gewesen. Der Gemeinde- und Städtebund hatte bereits vor einigen Tagen zu denken gegeben, dass die Bereitschaft von Freiern, ihre richtigen Kontaktdaten anzugeben, eher wenig ausgeprägt sein dürfte.

WHO meldet Rekordzahl bei weltweiten Neuinfektionen

17.57 Uhr: Die Zahl der Corona-Infektionen weltweit steigt trotz Entspannung in Westeuropa weiterhin deutlich. Am Wochenende seien innerhalb von 24 Stunden mehr als 136.000 Fälle gemeldet worden, so viele wie nie zuvor an einem Tag, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. Er warnte die Länder davor, wegen fallender Infektionszahlen bei den Vorsichtsmaßnahmen nachzulassen.

An neun der vergangenen zehn Tage seien mehr als 100.000 neue Fälle gemeldet worden, sagte Tedros. In Afrika, Zentral- und Südasien, Mittel- und Südamerika und in einigen Ländern in Osteuropa stiegen die Zahlen weiter. Seit Ausbruch des Virus Ende 2019 sind weltweit fast sieben Millionen Infektionen und fast 400.000 Todesfälle gemeldet worden.

Die größte Gefahr in Ländern mit fallenden Zahlen seien Selbstzufriedenheit oder Nachlässigkeit. Die meisten Menschen hätten die Infektion noch nicht gehabt und könnten sich noch anstecken, warnte Tedros: "Jetzt ist nicht der Zeitpunkt, den Fuß vom Pedal zu nehmen."

Tedros rief die Teilnehmer von Demonstrationen gegen Diskriminierung weltweit auf, sich an Corona-Vorsichtsmaßnahmen zu halten. Dazu gehörten etwa Abstandhalten, häufiges Händewaschen und -desinfizieren sowie ein Mund- und Nasen-Schutz.

Österreich rettet Lufthansa-Tochter AUA - unter Bedingungen

17.46 Uhr: Mit einer Unterstützung von 600 Millionen Euro soll die österreichische Lufthansa-Tochter Austrian Airlines (AUA) die Coronakrise überstehen. Die Hälfte davon entfalle auf staatlich garantierte Bankkredite, sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP). 150 Millionen erhalte die AUA von der Republik als frisches Eigenkapital. 150 Millionen Euro schieße die Mutter Lufthansa zu. Im Gegenzug erhalte Österreich eine zehnjährige Standortgarantie für die AUA. Das sei eine gute Nachricht für den Standort Österreich generell, sagte Kurz. Viele unter den 7000 AUA-Mitarbeitern könnten aufatmen. "Diese Einigung wird dazu führen, dass die Masse dieser Arbeitsplätze aufrechterhalten bleiben kann", so der Regierungschef.

Besonders wichtig sei der Regierung die Zusage der Lufthansa gewesen, dass der Standort im gleichen Maße wachsen solle wie die Standorte München und Frankfurt, sagte Kurz. Die AUA war wie die Lufthansa durch die Coronakrise in eine äußerst bedrohliche Lage geraten. Schon vor einiger Zeit hatte die Schweiz milliardenschwere Staatshilfe für die Lufthansa-Töchter Swiss und Edelweiss gebilligt. Auch für Brussels Airlines wird eine staatliche Hilfe angestrebt.

Das Rettungspaket verbindet die Regierung aus ÖVP und Grünen mit Klimazielen. So solle es dank einer Anti-Dumping-Regelung keine "Billigst-Tickets" mehr geben, sagte Vizekanzler und Grünenchef Werner Kogler (Grüne). Unterm Strich sollten keine Tickets unter 40 Euro mehr angeboten werden, so Umweltministerin Leonore Gewessler (Grüne). Das Gleiche gelte für bestimmte kurze Flugstrecken, die besser per Zug erreicht werden sollten.

Kaum Corona-Effekte: Tschechien meldet stabile Erfolgsquote bei Abiturprüfungen

17.37 Uhr: Die Corona-Maßnahmen haben in Tschechien nicht zu einer dramatischen Verschlechterung bei den schriftlichen Abiturprüfungen geführt. "Ich bin sehr froh, dass die Erfolgsquote in diesem Jahr sehr vergleichbar mit den zurückliegenden Jahrgängen ist", teilte Schulminister Robert Plaga mit. Die Regierung hatte am 11. März den Präsenzunterricht unterbrochen, um die Coronavirus-Epidemie einzudämmen. Die meisten Schulen sind immer noch geschlossen.

Bei der schriftlichen Matheprüfung fielen 17,5 Prozent aller Schüler durch, zwei Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Die erreichte Punktzahl blieb im Schnitt gleich. Im Fach Deutsch scheiterten 26,5 Prozent der Schüler - 1,5 Prozentpunkte mehr als 2019. Der Unterschied erkläre sich dadurch, dass wegen der Pandemie niemand den Abschlussjahrgang habe wiederholen müssen, hieß es. Dadurch seien auch schlechtere Schüler zur Prüfung zugelassen worden.

Die schriftlichen Prüfungsaufgaben werden in Tschechien von einer zentralen Behörde vorbereitet und ausgewertet. Die Reifeprüfung, die dort "maturita" heißt, ermöglicht das Studium an einer Hochschule. In Tschechien waren bis Montag 9629 bestätigte Coronavirus-Infektionen gemeldet. 328 Menschen starben.

Weltbank prognostiziert schwerste Rezession seit Zweitem Weltkrieg

17.22 Uhr: Die globale Wirtschaft wird wegen der Coronakrise dieses Jahr nach einer Prognose der Weltbank die schwerste Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg erleben. Die globale Wirtschaftsleistung werde um 5,2 Prozent schrumpfen, hieß es in einem Bericht der Weltbank. Besonders betroffen seien die Industrieländer, für die insgesamt ein Einbruch von 7 Prozent prognostiziert wird. Die Wirtschaft der Eurozone soll demnach sogar um 9,1 Prozent schrumpfen.

"Das ist eine zutiefst bedrückende Prognose" erklärte Weltbank-Vizepräsidentin Ceyla Pazarbasioglu. "Die Krise wird wahrscheinlich lange anhaltende Wunden und große globale Herausforderungen hinterlassen", sagte sie. Es handle sich um einen "globalen wirtschaftlichen Schock enormen Ausmaßes".

Sollte die Pandemie in der zweiten Jahreshälfte weitgehend unter Kontrolle gebracht werden können, prognostiziert die Organisation für 2021 ein Wachstum der Weltwirtschaft um 4,2 Prozent. Falls die Folgen der Pandemie schlimmer ausfallen sollten, könnte die Wirtschaft dieses Jahr allerdings um bis zu 8 Prozent einbrechen und 2021 nur geringfügig um gut 1 Prozent wachsen, warnte die Weltbank.

Israel zieht weitere Lockerungen vorerst zurück

16.56 Uhr: Angesichts eines Neuanstiegs von Corona-Infektionen verzichtet Israel vorerst auf weitere Lockerungen. Nach einer Sitzung des sogenannten Corona-Kabinetts teilte Ministerpräsident Benjamin Netanyahu mit, dass es nach Angaben von Experten "einen sehr starken Anstieg von Neuerkrankungen" gebe. Deswegen habe man beschlossen, "erst einmal die Handbremse zu ziehen".

Nur die Eröffnung von Festhallen solle wie geplant erfolgen, alles andere aber vorerst gestoppt werden, hieß es in der Mitteilung. Dies betrifft unter anderem die Eröffnung von Theatern, Kinos und anderen Kultureinrichtungen.

Israel hatte zu Beginn der Coronakrise sehr schnell mit rigorosen Maßnahmen reagiert, der Verlauf der Pandemie in dem kleinen Mittelmeerland war bisher relativ glimpflich. Seit Ende Mai gibt es jedoch einen Neuanstieg von Infektionen, eine kritische Marke von 100 Infektionen am Tag wurde mehrmals überschritten.

30 Prozent der Landkreise ohne Neuinfektionen

16.41 Uhr: Abgesehen von einzelnen Ausbrüchen bewegt sich die Zahl der Neuinfektionen in Deutschland weiterhin auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau. 124 von 412 Landkreisen meldeten dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge in den vergangenen sieben Tagen keine Neuinfektionen. Das entspricht einem Anteil von rund 30 Prozent.

Kein Landkreis überschreitet derzeit den von Bund und Ländern vereinbarten Grenzwert von 50 Neuinfektionen. Wird diese Obergrenze gerechnet auf 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen überschritten, sollten Beschränkungskonzepte erlassen werden.

Die Bevölkerung von Göttingen muss sich auf solche zusätzlichen Maßnahmen einstellen. Die Stadt warte noch auf Ergebnisse des Massentests unter den Bewohnern eines Hochhauskomplexes, sagte ein Sprecher. Der Gebäudekomplex am Rand der Göttinger Innenstadt gilt als Schwerpunkt eines Corona-Ausbruchs. Wie die Stadt mitteilte, hatten dort private Feiern aus Anlass des muslimischen Zuckerfestes vor gut zwei Wochen stattgefunden.

2000 Professoren fordern Rückkehr an die Universitäten

16.04 Uhr: Rund 2000 Professoren und Dozenten deutscher Universitäten und Hochschulen fordern in einem offenen Brief die Rückkehr zur Präsenzlehre. "Wir fordern eine - vorsichtige, schrittweise und selbstverantwortliche - Rückkehr zu Präsenzformaten. Was die Schulen zu leisten in der Lage sind, sollte auch Universitäten möglich sein", heißt es in dem Schreiben. Der RBB hatte zuerst darüber berichtet.

Einer der Initiatoren, der Bonner Germanistikprofessor Johannes F. Lehmann, sagte dem Sender, es sei ihm ein Rätsel, warum es an den Schulen und Kitas beispielsweise wieder losgehe, an den Unis aber nicht. Die selbstständige, kritische Aneignung von Inhalten setze zwingend Präsenz voraus. "Es kann ja nicht sein, dass ich morgens ins Schwimmbad gehe und mittags ins Restaurant (...), dass aber die Universitäten mitten in der Stadt geschlossen bleiben." Deswegen plädierten die Professoren und Dozenten dafür, schrittweise und vorsichtig einzelne Elemente der Präsenzlehre wieder möglich zu machen.

Die Hochschulen hatten das laufende Sommersemester im April wegen der Corona-Pandemie als "Online-Semester" begonnen. Lehrveranstaltungen finden seitdem beispielsweise über Konferenzapps wie Zoom statt, Aufgaben werden über Onlineplattformen vergeben. Das Sommersemester läuft offiziell noch bis zum 30. September, im Juli und August beginnen je nach Hochschule die Semesterferien. Die Lehrveranstaltungen im Wintersemester, das am 1. Oktober beginnt, sollen nicht vor dem 1. November starten. Darauf hatten sich die Kultusminister der Länder im April verständigt.

New York City öffnet sich wieder

15.13 Uhr: Exakt 100 Tage nach dem ersten bestätigten Corona-Fall in New York City sind erste Lockerungen in Kraft getreten. Mit dem Start von Phase eins eines vierstufigen Öffnungsplans des Bundesstaates New York dürfen unter anderem die Arbeiten auf mehr als 32.000 Baustellen in der Stadt wieder starten. Außerdem können Einzelhändler telefonisch und online Bestellungen annehmen und ihren Käufern im Laden übergeben. Publikumsverkehr ist in den Geschäften noch nicht erlaubt.

Gaststätten und Bars bleiben für Gäste zum Hinsetzen geschlossen, Essen und Getränke außer Haus sind aber wie bisher auch erlaubt. Auch der reguläre Betrieb in Büros ist noch untersagt. Schätzungen gehen davon aus, dass bis zu 400.000 Menschen wieder ihre Arbeit aufnehmen könnten. Die nächste Öffnungsphase soll frühestens in zwei Wochen in Kraft treten.

Die Stadt war wochenlang das weltweite Epizentrum der Pandemie. Nach dem ersten offiziellen Fall am 1. März gibt es in New York bisher rund 204.000 bestätigte Fälle. Fast 17.200 Todesfälle sind auf das Virus zurückzuführen, die Stadt geht von zusätzlich rund 4700 Toten aus, die ebenfalls infiziert gewesen sein könnten.

BP will weltweit 10.000 Stellen streichen

15.02 Uhr: Der Ölkonzern BP hat in der Coronakrise mitgeteilt, weltweit 10.000 Stellen zu streichen. Die Stellenkürzungen sollen ausschließlich in der Verwaltung vorgenommen werden. Überproportional betroffen sei dabei die Führungsebene, hieß es. Ein Drittel der Gruppenleiter soll gehen. An welchen Standorten die Jobs wegfallen sollen, gab BP zunächst nicht bekannt. Weltweit hat der Konzern 70.000 Mitarbeiter.

Zudem sollen leitende Mitarbeiter in diesem Jahr keine Gehaltserhöhungen bekommen. Auch die Auszahlung von Boni sei sehr unwahrscheinlich. Die Kürzungen seien Teil eines größeren Plans, um das Unternehmen "integrierter, flacher und kleiner" zu machen, hieß es.

BP musste im ersten Quartal dieses Jahres durch den Ölpreisverfall und die gesunkene Nachfrage im Zuge der Coronakrise bereits heftige Gewinneinbußen hinnehmen. Anders als der Konkurrent Shell hatte sich BP trotzdem dagegen entschieden, die Ausschüttung an Anteilseigner zu kappen.

Spanische Wirtschaft bricht um rund ein Fünftel ein

14.44 Uhr: Die spanische Wirtschaft bricht nach einer Prognose der Notenbank im zweiten Quartal um rund ein Fünftel ein. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte von April bis Juni zwischen 16,0 und 21,8 Prozent zum Vorquartal fallen, hieß es. Das wäre ein Negativrekord. Auch wenn sich die Konjunktur in der zweiten Jahreshälfte wieder berappeln dürfte, werde unter dem Strich für 2020 ein Minus von neun bis 11,6 Prozent herauskommen.

Spanien ist besonders stark von der Coronakrise betroffen, weshalb die Regierung im Kampf gegen den Erreger besonders scharfe Restriktionen verhängt hatte, die inzwischen aber gelockert wurden. Bereits im ersten Vierteljahr war das Bruttoinlandsprodukt mit 5,2 Prozent so stark gesunken wie noch nie. Zum Vergleich: Die deutsche Wirtschaft schrumpfte nur um 2,2 Prozent.

Hamburger Kitas öffnen wieder tageweise für alle Kinder

14.22 Uhr: Nach monatelangen Einschränkungen dürfen in Hamburg ab dem 18. Juni wieder alle Kinder die Kindertagesstätten besuchen. In Absprache mit den Trägern haben die Eltern im sogenannten eingeschränkten Regelbetrieb Anspruch darauf, dass ihre Kinder mindestens 20 Stunden pro Woche an drei Wochentagen betreut werden, sagte Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD).

Der Besuch sei weiterhin kostenlos, teilte die Behörde mit. Ab einem bestimmten Betreuungsumfang müssen die Eltern eigentlich einen Eigenanteil zahlen. Wann die Kitas wieder vollständig öffnen, steht noch nicht fest. Das sei abhängig vom weiteren Infektionsgeschehen.

Lufthansa holt in Südafrika festsitzende Europäer zurück

14.13 Uhr: Die Lufthansa fliegt knapp 280 Europäer aus Südafrika nach Deutschland aus. Die Genehmigung für den Sonderflug war erst am Wochenende eingegangen, bestätigte Lufthansas Regionalmanager André Schulz der Deutschen Presse-Agentur. Die Passagiere wurden von einem Sammelpunkt in Kapstadt zum Flughafen gebracht, wo der Airbus A340 am Abend in Richtung Frankfurt am Main abheben sollte.

Das Auswärtige Amt hatte im März eine beispiellose Rückholaktion für die wegen der Corona-Pandemie im Ausland gestrandeten Deutschen gestartet. Viele waren aber zurückgeblieben - darunter Rentner und Langzeiturlauber, die regelmäßig im Sommer auf der Südhalbkugel überwintern.

Südafrika hatte im Rahmen der Corona-Restriktionen Ende März alle Landgrenzen geschlossen und auch den kommerziellen Flugbetrieb eingestellt. Am 1. Juni trat eine vorsichtige Lockerung in Kraft. Der internationale Flugverkehr bleibt aber bis auf Weiteres gesperrt. Nach Angaben von Schulz will die Lufthansa möglichst schnell wieder Südafrika anfliegen: "Sobald wir die Genehmigung für kommerzielle Flüge erhalten, landet der Kranich wieder in Südafrika", sagte er.

Chinesische Autohersteller nehmen wieder Fahrt auf

13.36 Uhr: Die Erholung des chinesischen Automarkts hat nach dem Einbruch in der Coronakrise weiter Fahrt aufgenommen. Der Absatz sei im Mai zum ersten Mal nach fast einem Jahr wieder gestiegen, teilte der Branchenverband PCA mit. Demnach legten die Verkäufe im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1,9 Prozent auf 1,64 Millionen Fahrzeuge zu. Damit verzeichnete der größte Automarkt der Welt den ersten Zuwachs seit Juni 2019. Im Vergleich zum Vormonat habe das Absatzplus bei 12,3 Prozent gelegen, hieß es.

Dennoch geht der Branchenverband davon aus, dass der Absatz in China in diesem Jahr um rund 10 Prozent sinken könnte - nicht zuletzt wegen der herben Einbrüche auf dem Höhepunkt der Coronakrise. Es wäre der dritte Rückgang in Folge, nachdem der chinesische Markt bereits in den vergangenen beiden Jahren geschrumpft war.

Im Vergleich zum Herstellerverband CAAM gibt sich PCA aber optimistischer: So hatte der Herstellerverband im Mai davor gewarnt, dass der Absatz in China in diesem Jahr um bis zu 25 Prozent einbrechen könnte.

Bundesregierung mahnt Abstand bei Demonstrationen an

13.06 Uhr: Die Bundesregierung hat zur Einhaltung der Corona-Schutzmaßnahmen gemahnt - auch bei Demonstrationen. "Es muss möglich sein, auch auf solchen Veranstaltungen Masken zu tragen und den Mindestabstand von 1,50 Meter einzuhalten", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert.

"Es ist gut, wenn auch in Deutschland Menschen mit einem klaren Bekenntnis gegen Rassismus auf die Straße gehen. Dem Rassismus müssen wir uns überall entgegenstellen, auch hier bei uns", sagte Seibert. Bei vielen Demonstranten sei aber nichts von der Einhaltung der Schutzmaßnahmen zu sehen gewesen. "Und damit haben die für sich und andere ein großes Risiko herbeigeführt."

Seibert verwies dabei auf Ausbrüche von Coronavirus-Infektionen bei Gottesdiensten und Familienfeiern. Eine Missachtung der Regeln ziehe auch andere in Mitleidenschaft. "Es muss beides möglich sein: friedlich demonstrieren, was ein Grundrecht ist, und die Regeln einhalten, und zwar die Regeln, die uns Schutz und Sicherheit in der Corona-Pandemie geben."

Corona-Maßnahmen haben laut Studien Millionen Menschenleben gerettet

12.56 Uhr: Die Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus haben Studien zufolge allein in elf europäischen Ländern bis Anfang Mai etwa 3,1 Millionen Todesfälle verhindert. Der groß angelegte Lockdown samt Grenzschließungen, Kontaktsperren und Schulschließungen habe eine Kontrolle des Pandemieverlaufs ermöglicht, berichtet ein britisches Forscherteam um Seth Flaxman vom Imperial College London im Fachmagazin "Nature". Wenn der gegenwärtige Trend anhalte, bestehe Anlass zu Hoffnung.

Bis zum 6. April hätten die Maßnahmen rund 530 Millionen Infektionen allein in sechs Ländern verhindert, berichtet ein zweites Forscherteam ebenfalls in "Nature". Sie hatten den Infektionsverlauf bis zu diesem Stichtag in China, Südkorea, Italien, Iran, Frankreich und den USA analysiert. "Ich denke, kein anderes menschliches Unterfangen hat jemals in so kurzer Zeit so viele Leben gerettet", sagte Studienleiter Solomon Hsiang von der US-Universität im kalifornischen Berkeley.

Belgische Tochterfirmen von Swissport beantragen Insolvenz

12.40 Uhr: Zwei Töchter des Flughafendienstleisters Swissport in Belgien beantragen Insolvenz. Das teilte die Muttergesellschaft Swissport in Zürich mit. Die belgischen Töchter Swissport Belgium und Swissport Belgium Cleaning verbuchten seit Jahren Verluste, in der Coronakrise könne die Muttergesellschaft sie nicht weiter bezuschussen.

Das Frachtgeschäft der Swissport in Brüssel und Lüttich sei nicht betroffen. Der globale Ertrag von Swissport sei wegen der Pandemie um 80 Prozent eingebrochen. Das Unternehmen sei zur Stärkung seiner Liquidität mit Banken und Investoren in Kontakt.

Der weltgrößte Flughafenservice-Konzern Swissport International ist an 300 Flughäfen in 47 Ländern aktiv. Das Unternehmen hat 64.000 Mitarbeiter und bewegte im vorigen Jahr 4,6 Millionen Tonnen Luftfracht weltweit. Swissport verzeichnete 2019 einen Umsatz von 3,1 Milliarden Euro.

Italien erwartet schwersten Wirtschaftseinbruch der Nachkriegszeit

12.28 Uhr: Italien erwartet in diesem Jahr den schwersten Wirtschaftseinbruch der Nachkriegszeit. Wie die nationale Statistikbehörde (Istat) mitteilte, wird für 2020 ein Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 8,3 Prozent erwartet. Im kommenden Jahr wird demnach aber ein wirtschaftliches Wachstum von 4,6 Prozent erwartet.

Ursache für den Absturz in diesem Jahr seien die strikten Schutzmaßnahmen, die in den vergangenen Monaten das wirtschaftliche Leben weitgehend zum Erliegen brachten. Dabei sind die Prognosen von Istat noch vergleichsweise optimistisch. Die italienische Zentralbank hatte am Freitag für das laufende Jahr einen Rückgang des BIP zwischen 9,2 und 13,1 Prozent vorhergesagt, die EU-Kommission rechnet für Italien mit einem Minus von 9,5 Prozent. Das US-Finanzinstitut Goldman Sachs sagt für das italienische BIP sogar einen Rückgang um 14 Prozent voraus.

Istat räumte in seiner Stellungnahme Unsicherheiten hinsichtlich des Ausmaßes ein, inwiefern die Wirtschaft des Landes getroffen werde. So fehlten entsprechende Vergleichswerte. Auch sei die Pandemie zu einer Zeit aufgetreten, in der es ohnehin bereits "Zeichen der Schwäche" gegeben habe. Die dann erfolgten Einschränkungen hätten sich im Handel ebenso ausgewirkt wie in der Industrieproduktion, hieß es weiter. Bei den Exporten werde für 2020 ein Rückgang um 13,9 Prozent erwartet, 2021 dann aber wieder eine Zunahme um 7,9 Prozent.

Polen schließt nach Corona-Ausbruch zwölf Kohlegruben

11.57 Uhr: Nach einem Coronavirus-Ausbruch unter Bergleuten in Schlesien schließt Polen für drei Wochen zwölf Kohlegruben. Laut Gesundheitsminister Lukasz Szumowski sollen in dieser Zeit möglichst viele Kumpel getestet werden. "Wir möchten die Bergwerke vor einer unkontrollierten Verbreitung des Coronavirus schützen und bewirken, dass sie die Arbeit so schnell wie möglich wieder aufnehmen können."

Am Samstag waren laut Gesundheitsministerium in Polen 576 neue Coronavirus-Fälle gemeldet worden - der zweithöchste Wert in der Coronakrise. Am Sonntag kamen 575 weitere neu registrierte Fälle hinzu. Der Schwerpunkt lag an beiden Tagen in der vom Bergbau geprägten Region Schlesien. Am Montag waren von 219 neu gemeldeten Fällen 151 aus Schlesien.

Die Bergarbeiter erhielten für diese Zeit die volle Lohnfortzahlung, sagte Schatzminister Jacek Sasin am Montag in Warschau. Betroffen sind zwei Gruben des Kohlebergbauunternehmens Jastrzebska Spolka Weglowa sowie zehn weitere des Konzerns PGG.

Zutrittsbegrenzung im Einzelhandel laut Verwaltungsgerichtshof unwirksam

11.44 Uhr: Der Verwaltungsgerichtshof (VGH) Baden-Württemberg hat die Zutrittsbegrenzung im Einzelhandel in der Coronakrise für unwirksam erklärt. Die Richtgröße von 20 Quadratmetern Verkaufsfläche je Person im Laden ist damit vorläufig außer Vollzug gesetzt. Dies teilte der VGH mit.

Die Landesregierung hatte die Begrenzung damit argumentiert, dass die Richtgröße keine fest verbindliche Vorgabe zur Beschränkung der Kundenzahl sei, sondern lediglich ein Orientierungswert. Die Richter sahen darin einen Verstoß gegen das Gebot der Bestimmtheit von Normen: Rechtsvorschriften müssten so gefasst sein, dass die Betroffenen die Rechtslage konkret erkennen und ihr Verhalten danach ausrichten können.

Der Kaffeeröster Tchibo hatte geltend gemacht, die Einhaltung der Richtgröße führe zu erheblichen Umsatzeinbußen. Auch CDU und FDP im Landtag, das Wirtschaftsministerium und der Handelsverband hatten sich vergangene Woche dafür starkgemacht, die Einschränkungen im Einzelhandel zu lockern.

"Der konjunkturelle Tiefpunkt ist damit erreicht"

10.50 Uhr: Geschlossene Fabriken, unterbrochene Lieferketten, fehlende Nachfrage: Die deutschen Unternehmen haben ihre Produktion im April wegen der Coronakrise so stark gedrosselt wie noch nie. Mehr lesen Sie hier.

Ryanair-Chef warnt vor "unermesslichem Schaden" durch Quarantänepflicht

10.39 Uhr: Die verschärften Quarantäneregeln der britischen Regierung sorgen für Ärger in der Wirtschaft. Besonders drastisch äußert sich Ryanair-Chef Michael O'Leary. Mehr lesen Sie hier.

Dänemark erlaubt 50 Menschen am selben Ort

10.20 Uhr: In Dänemark dürfen sich wieder bis zu 50 Menschen am selben Ort versammeln. Die in der Coronakrise eingeführte maximale Teilnehmerzahl von bisher zehn Personen für öffentliche Versammlungen wurde entsprechend geändert, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Auch Hallenbäder, Fitnessstudios und andere überdachte Sport- und Freizeitstätten durften am Montagmorgen wieder öffnen - darauf hatten sich die Regierung von Ministerpräsidentin Mette Frederiksen und die weiteren Parlamentsparteien am Samstag verständigt.

Nach Fortschritten im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie hatte Dänemark seit Mitte April bereits nach und nach Teile der Gesellschaft wieder geöffnet, darunter Schulen, Restaurants und den Einzelhandel. Regierung und Parteien hatten sich bereits vorher darauf verständigt, die Beschränkungen für Versammlungen ab Montag auf maximal 30 bis 50 Teilnehmer zu ändern.

Für bestimmte Veranstaltungen mit gewissen Sitzplatzkapazitäten wie etwa die Begegnungen in der ersten dänischen Fußballliga, der Superliga, sollen nach Angaben der Regierung vom Freitag bis zu 500 Zuschauer möglich sein.

Lockerungen in Indien trotz Rekordzahlen

10.08 Uhr: In Indien sind trotz eines Rekordanstiegs der Neuinfektionen weitere Lockerungen in der Coronakrise in Kraft getreten. In Neu-Delhi und mehreren anderen Städten durften am Montag erstmals seit Ende März wieder Einkaufszentren, Restaurants, Tempel und Moscheen öffnen. In der Millionenstadt Mumbai bleiben viele Auflagen hingegen bestehen. Zwar dürfen dort Straßenhändler wieder ihre Waren anbieten. Einkaufszentren, Restaurants und Friseursalons bleiben aber weiterhin geschlossen.

Die indische Regierung hatte Ende März eine Ausgangssperre für das Land mit seinen 1,3 Milliarden Einwohnern verhängt. In den vergangenen Wochen traten bereits einige Lockerungen in Kraft.

Am Montag meldete die Regierung die bislang höchste Zahl an Neuinfektionen innerhalb eines Tages. Fast 10.000 neue Fälle wurden demnach registriert. Die Gesamtzahl der Infektionen erhöhte sich damit auf über 256.000. Mit 7135 Toten weist Indien eine vergleichsweise niedrige Sterberate auf. Es gibt aber Zweifel an den offiziellen Statistiken, Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer aus.

Heathrow-Chef warnt vor 100.000 Jobverlusten

09.42 Uhr: Der CEO des Londoner Flughafens Heathrow, John Holland-Kaye, hat vor einem weiteren Stillstand der Luftfahrtbranche in der Coronakrise gewarnt. Wenn man die Flugbranche nicht langsam wieder zum Laufen bringe, würden Hunderttausende ihre Jobs verlieren, sagte er.

Mit seinem Appell richtete sich Holland-Kaye an die britische Regierung. "Wir brauchen bis Ende Juni einen Plan der Regierung, wie die Wirtschaft wieder öffnen und die Luftfahrt wieder starten soll", sagte er dem Sender Sky News.

Großbritannien hatte eine zweiwöchige Quarantäne für internationale Einreisende verhängt. Die größten britischen Airlines warnten in der Folge, dass dies massiv den Tourismus und die Exporte schädigen werde.

Mehr als 100.000 Coronavirus-Infektionen in Pakistan

08.30 Uhr: Die Zahl der bekannten Infektionen mit dem Coronavirus ist in Pakistan auf mehr als 100.000 gestiegen. Innerhalb eines Tages stiegen die Neuinfektionen um rund 4700, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Damit haben sich im Land inzwischen 103.671 Menschen nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt. 2067 Menschen starben an den Folgen einer Infektion.

Experten zufolge ist das Land noch mindestens einen Monat vom Höhepunkt der Pandemie entfernt. Die Zahl der Neuinfektionen stieg zuletzt wieder rasch an, nachdem strenge Beschränkungen aufgehoben wurden. Tausende Geschäfte und Märkte wurden daraufhin vergangene Woche wieder geschlossen und stark betroffene Stadtteile in den Metropolen abgeriegelt. Pakistan führte zudem eine Maskenpflicht ein.

Oppositionsführer und Experten machen die Regierung für den starken Anstieg der Infektionen verantwortlich, nachdem Premierminister Imran Khan einen zweiten Lockdown ausgeschlossen hatte.

Keine aktiven Coronavirus-Fälle in Neuseeland

07.15 Uhr: In Neuseeland sollen fast alle Einschränkungen zur Eindämmung des Coronavirus aufgehoben werden. Das kündigt Ministerpräsidentin Jacinda Ardern auf einer Pressekonferenz an. Demnach dürfen ab Dienstag öffentliche und private Veranstaltungen ohne Abstandregelungen stattfinden. Das gilt auch für Einzelhandel und Gastgewerbe sowie den öffentlichen Personenverkehr.

Nach Worten Arderns hat es das Land geschafft, die Übertragung des Virus zu stoppen. Es gebe keine aktiven Infektionsfälle mehr. Das bestätigte auch der Generaldirektor des Gesundheitsministeriums, Ashley Bloomfield. Der - zumindest vorerst - letzte Coronavirus-Patient in Neuseeland zeigte nach Angaben des Ministeriums 48 Stunden lang keine Symptome mehr und gilt deshalb als genesen. Insgesamt wurden in Neuseeland 1154 Coronavirus-Infektionsfälle und 22 Todesfälle gezählt.

Dänemark erlaubt öffentliche Versammlungen bis zu 50 Personen

07.11 Uhr: Weitere Lockerungen in Dänemark: Wie das Gesundheitsministerium mitteilt, sind nun öffentliche Versammlungen von bis zu 50 Personen erlaubt. Bislang lag die Obergrenze bei zehn Personen. Die Coronavirus-Einschränkungen waren am 17. März eingeführt worden.

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Umstrittene Quarantänepflicht startet in Großbritannien

06.22 Uhr: Von Montag an müssen Reisende nach Großbritannien zwei Wochen in Quarantäne gehen, nachdem sie das Land betreten haben. Mit der Maßnahme soll eine zweite Welle von Coronavirus-Infektionen in dem Land verhindert werden.

Die neuen Vorschriften stoßen jedoch bei Unternehmen aus der Reisebranche auf heftige Kritik. Vor allem Fluggesellschaften protestieren. Selbst in der konservativen Regierungspartei von Premierminister Boris Johnson gibt es erheblichen Unmut über die Regelung. Ein Regierungssprecher bestätigte, dass es Überlegungen gibt, die Quarantänepflicht für einzelne Reiseziele aufzuheben.

Einreisende müssen künftig an der Grenze ihre Adress- und Kontaktdaten hinterlassen. Wer sich nicht an die 14-tägige Pflicht zur Selbstisolation hält, muss mit einem hohen Bußgeld rechnen. Die Quarantänepflicht gilt für alle Einreisenden - ungeachtet ihrer Staatsbürgerschaft. Ausgenommen sind nur wenige Berufsgruppen wie Lastwagenfahrer, medizinisches Personal und Erntehelfer sowie Reisende aus Irland, der Isle of Man und den Kanalinseln.

214 Neuinfektionen binnen 24 Stunden in Deutschland

05.55 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 214 Corona-Infektionen binnen einem Tag gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Coronakrise 184.193 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI am frühen Montagmorgen meldete.

Bislang starben nach RKI-Angaben in Deutschland 8674 nachweislich mit dem Virus Infizierte, damit stieg die Zahl der gemeldeten Toten innerhalb von 24 Stunden um 6. Etwa 169.600 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden, das sind 400 mehr als noch einen Tag zuvor.

Starker Anstieg von Coronavirus-Neuinfektionen in Polen

03.25 Uhr: In Polen ist die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus sprunghaft angestiegen. Insgesamt wurden am Wochenende 1151 neue Infektionsfälle verzeichnet, wie das Gesundheitsministerium in Warschau mitteilte. Die meisten der neuen Fälle stehen mit dem Kohlebergwerk Zofiowka nahe der tschechischen Grenze in Verbindung. Fast zwei Drittel der neu infizierten Menschen arbeiten nach Angaben des Ministeriums in der Mine oder sind mit dort Beschäftigten verwandt.

Das Zofiowka-Bergwerk in der oberschlesischen Stadt Jastrzebie-Zdroj (Bad Königsdorff-Jastrzemb) wird vom Staatsunternehmen JSW betrieben. JSW teilte mit, dass es auch in seiner Mine im oberschlesischen Pniowek eine größere Zahl von Coronavirus-Infektionen gebe. Auch in Tschechien sind im Kohlebergwerk Darkov Hunderte Infektionen mit dem neuartigen Erreger aufgetreten, darunter unter Arbeitern aus Polen.

In Polen gab es bis Sonntag insgesamt 26.561 bestätigte Coronavirus-Infektionsfälle und 1157 registrierte Todesfälle durch die Pandemie. Das Land hatte Ende Mai mit der Lockerung seiner Corona-Restriktionen begonnen. Versammlungen von bis zu 150 Menschen wurden wieder erlaubt, die Verpflichtung zum Tragen von Atemschutzmasken in der Öffentlichkeit abgeschafft. Auch sind seit Samstag unter anderem wieder Kinos, Theater und Konzerthallen geöffnet.

Japans Wirtschaft rutscht weniger tief in Rezession als gedacht

02.45 Uhr: Japan ist wie Deutschland im Zuge der Coronakrise in eine Rezession gerutscht, allerdings nicht so tief wie zunächst berechnet. Japans Bruttoinlandsprodukt (BIP) sank im ersten Quartal dieses Jahres, auf das Jahr hochgerechnet, um real 2,2 Prozent. Das gab die Regierung auf Basis revidierter Daten bekannt. Zunächst hatten die amtlichen Statistiker in Tokio einen BIP-Rückgang um real 3,4 Prozent ermittelt.

Die vor Deutschland drittgrößte Volkswirtschaft der Welt war schon im Schlussquartal 2019 wegen einer Erhöhung der Mehrwertsteuer geschrumpft, aufs Jahr hochgerechnet um 7,1 Prozent. Sinkt die Wirtschaftsleistung eines Landes zwei Quartale in Folge, sprechen Ökonomen von einer "technischen Rezession".

Philologenverband: "Unterricht basiert nicht nur auf Augenkontakt"

01.15 Uhr: Der Deutsche Philologenverband sieht eine mögliche Maskenpflicht im Unterricht problematisch. "Damit wird der Kern jedes Unterrichts torpediert: Unterricht beruht auf klarer Kommunikation, auf zwischenmenschlicher Interaktion, nicht nur auf Augenkontakt", sagte die Vorsitzende Susanne Lin-Klitzing der "Welt" (Montag).

Im Falle eines Regelbetriebs seien neue Hygiene- und Schutzkonzepte notwendig. "Sollten die Abstandsregeln tatsächlich fallen, müssen freiwillige Reihentests für alle Schüler und Lehrer zweimal wöchentlich zur Verfügung stehen", so Lin-Klitzing. Notwendig seien zudem klare Regelungen, um Lerngruppen zu isolieren, sowie Lüftungskonzepte.

Daneben brauche es einen Plan, sollten Schulen bei Infektionsfällen wieder schließen. "Die Schulen müssen in die Lage versetzt werden, notfalls von heute auf morgen von einem Präsenz- in einen Fernunterricht wechseln zu können."

Grundsätzlich forderte sie, die Schulöffnungen regional unterschiedlich zu gestalten. "Die Infektionslage in Sachsen ist eine völlig andere als in Bayern, Baden-Württemberg oder Nordrhein-Westfalen."

Der Deutsche Lehrerverband hatte zuletzt erklärt, bei einem Normalbetrieb der Schulen sei eine Maskenpflicht auch während des Unterrichts sinnvoll. Verbandschef Heinz-Peter Meidinger räumte jedoch ein: "Allerdings erschwert das ordentlichen Unterricht." Auch er sprach sich für umfangreiche regelmäßige Corona-Tests von Lehrern und Schülern aus sowie Notfallpläne im Fall von ansteigenden Infektionen.

Proteste für und gegen Bolsonaro in Brasilien

01.00 Uhr: In Brasilien haben am Sonntag zahlreiche Menschen für und gegen Staatschef Jair Bolsonaro demonstriert. In der Hauptstadt Brasília marschierten Hunderte Menschen mit Bannern mit Aufschriften wie "Gegen Rassismus und Faschismus" oder "Terrorismus ist die Vernichtungspolitik der Regierung" durch die Straßen. Es war die erste Demonstration gegen den Präsidenten in der Hauptstadt seit Beginn der Coronavirus-Pandemie.

Zeitgleich demonstrierte in Brasília eine kleinere Gruppe von Bolsonaro-Anhängern für ein Ende der Corona-Beschränkungen. Der Präsident hatte in den vergangenen Wochen wiederholt an den Kundgebungen seiner Anhänger teilgenommen, die regelmäßig am Wochenende im Regierungsviertel stattfinden.

Auch in São Paulo demonstrierten rund 50 Menschen für Bolsonaro. Wenige Kilometer entfernt protestierten dagegen Tausende Menschen gegen den Staatschef.

Bolsonaro steht wegen seines Umgangs mit der Corona-Pandemie massiv in der Kritik. Er bezeichnete die von dem Virus ausgelöste Lungenkrankheit Covid-19 in der Vergangenheit als "kleine Grippe" und lehnt die von den Bundesstaaten angeordneten Beschränkungen ab, weil dadurch die Wirtschaft gedrosselt wird.

Brinkhaus will "so schnell wie möglich" zurück zur schwarzen Null

00.10 Uhr: Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus will rasch wieder zur schwarzen Null bei den Staatsfinanzen zurück. "Ich möchte da so schnell wie möglich wieder hin", sagte er am Sonntag in der ZDF-Sendung "Berlin direkt". "Das heißt also, ich möchte, dass wir 2021, 2022 wieder zu der alten Haushaltsführung zurückkommen. Das kann aber nur passieren, wenn wir wachsen. Wachsen braucht Arbeitsplätze, Arbeitsplätze sollen gesichert werden und entstehen durch dieses Paket, das wir auf den Weg gebracht haben."

Die Spitzen der Großen Koalition hatten sich am Mittwochabend nach tagelangen Verhandlungen auf ein Konjunkturpaket für 2020 und 2021 im Umfang von 130 Milliarden Euro verständigt. Damit sollen Wirtschaft und Konsum der Bürger wieder angekurbelt und eine schwere Rezession infolge der Corona-Pandemie abgewendet werden.

Schulen in Göttingen bleiben weiter geschlossen

00.07 Uhr: Die Schulen in Göttingen bleiben nach dem jüngsten Corona-Ausbruch in der Stadt eine weitere Woche geschlossen. Der Präsenzunterricht wurde bis einschließlich Freitag untersagt, teilte die Stadt am Sonntag mit. Auch zwei Kindertagesstätten bleiben noch zu.

Zuvor hatte es zahlreiche Neuinfektionen in einem Wohnkomplex nahe der Innenstadt gegeben. Die Stadt geht davon aus, dass Regelverstöße bei Privatfeiern die Ursache sind. Nach dem Corona-Ausbruch sind in Göttingen sämtliche Schulen und einige Kindertagesstätten geschlossen worden. Die Schulen sollten ursprünglich am Montag unter strengen Auflagen wieder öffnen.

Unter den Infizierten sind viele Schulkinder. In dem betroffenen Wohnkomplex lässt die Stadt einen Massentest unter den Bewohnern durchführen. Bis Samstagabend waren 300 der 600 offiziell gemeldeten Bewohner untersucht worden. Die Testergebnisse wurden bis Sonntagabend noch nicht mitgeteilt.

Die Zahl der aktuell an Covid-19 erkrankten Menschen in Stadt und Landkreis Göttingen stieg am Sonntag um 21 auf 226. Die Gesamtzahl bestätigter Infektionen mit dem Coronavirus stieg auf 1025, davon 312 im Stadtgebiet.

Mehr als 400.000 Corona-Tote weltweit 

00.02 Uhr: Seit Beginn der Corona-Pandemie sind US-Wissenschaftlern zufolge weltweit mehr als 400.000 Menschen infolge einer Covid-19-Erkrankung gestorben. Das ging am Sonntag aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervor.

Die meisten Opfer kamen aus den USA, hier starben rund 110.000 Menschen. An zweiter Stelle lag Großbritannien mit mehr als 40.000 Toten, gefolgt von Brasilien mit mehr als 35.000 Todesopfern. Weltweit wurden von der Universität fast sieben Millionen Infektionen seit Beginn der Pandemie verzeichnet.

Die Opferzahl in den USA ist weltweit die bislang höchste in absoluten Zahlen. Relativ zur Einwohnerzahl ist die Zahl der Toten jedoch in einigen europäischen Ländern höher. In den USA starben den Daten der Johns-Hopkins-Universität zufolge rund 33 Menschen pro 100.000 Einwohner. In Frankreich liegt dieser Wert gerundet bei 43, in Schweden bei 45, in Italien bei 56 und in Großbritannien bei 61 - in Deutschland hingegen bei 10.

bam/sen/hba/mes/dpa/Reuters/AFP
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