+++ News-Update vom 20. Juli +++ Trump will offenbar Corona-Briefings wieder einführen

Zeitverschwendung seien die täglichen Pressekonferenzen zur Coronakrise, das befand US-Präsident Donald Trump vor drei Monaten. Nun hat er seine Meinung offenbar geändert. Der Überblick vom 20. Juli.
US-Präsident Donald Trump bei einem der ersten Corona-Briefings im Mai

US-Präsident Donald Trump bei einem der ersten Corona-Briefings im Mai

Foto:

JONATHAN ERNST/ REUTERS

Dieser Artikel wird fortlaufend aktualisiert.

Nichts mehr verpassen: Für die neuesten Entwicklungen und wichtigsten Hintergründe abonnieren Sie unseren Coronavirus-Newsletter.

Bolsonaro laut Umfrage wieder beliebter - trotz steigender Infektionszahlen

23.25 Uhr: Die zuletzt geringen Zustimmungswerte für den brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro sind nach einer Umfrage den dritten Monat in Folge gestiegen. Die Werte des rechten Politikers legten um zwei Punkte auf 30 Prozent im Juli zu. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf eine monatliche Erhebung von XP/Ipespe. Es ist demnach der höchste Wert seit April.

Bolsonaro war jüngst trotz seiner Coronavirus-Infektion wieder vor Fans aufgetreten. Zuvor hatten zwei seiner Minister ebenfalls bekanntgegeben, positiv auf das Virus getestet worden zu sein. Die Zahl der betroffenen Kabinettsmitglieder stieg damit auf vier. Brasilien ist nach den USA das Land mit den meisten Infektionen und Todesfällen: fast 2,1 Millionen sind nachweislich mit dem Virus infiziert, fast 80.000 starben bislang an den Folgen einer Ansteckung.

Zahl der Neuinfektionen in Spanien steigt wieder an

23.17 Uhr: In Spanien steigen die Infektionszahlen wieder. Die Neufälle pro Tag seien auf 27 pro 100.000 Einwohner angewachsen, sagte María Sierra von der Behörde für Gesundheitliche Notfälle laut der Nachrichtenagentur Reuters.

Am Ende der Kontaktbeschränkungen im Juni waren es nur acht Fälle. Seitdem wurden in Spanien 201 neue Häufungen von Ansteckungen registriert, besonders viele in den katalanischen Städten Barcelona und Lleida.

Ansteckungen beim spanischen Fußball-Zweitligisten Fuenlabrada haben indes zu einer kurzfristigen Absage des Spiels gegem Deportivo La Coruña geführt. Die spanische Liga teilte allerdings nicht mit, wie viele Fuenlabrada-Spieler positiv getestet wurden. Die anderen Spiele des 42. Spieltages sollen aber wie geplant ausgetragen werden.

Lehrer in Florida klagen gegen Wiederöffnung der Schulen

21.50 Uhr: Täglich sterben allein im US-Bundesstaat Dutzende Menschen an den Folgen einer Coronavirus-Erkrankung, Tausende befinden sich weiterhin in Krankenhäusern und werden behandelt.

Trotz der anhaltend ernsten Lage sollen die Schulen nach Plänen von US-Präsident Donald Trump schnellstmöglich wieder öffnen. Dagegen regt sich nun Widerstand unter den Lehrern in Florida. Übereinstimmenden Berichten zufolge hat ein Lehrerverband gegen die Öffnungen im Herbst Klage eingereicht. Damit sollen die "fahrlässige und unsicheren Wiederöffnungen" blockiert werden, hieß es. Die Gesundheit von Lehrern und Schülern werde gefährdet.

Dem Verband "Florida Education Association" gehören laut der Nachrichtenagentur AP 145.000 Menschen an, darunter neben Lehrern auch Busfahrer, Verwaltungsangestellte, Cafeteria-Mitarbeiter und andere im Bildungssektor Beschäftigte.

WHO besorgt über rasanten Anstieg der Corona-Infektionen in Afrika

19.27 Uhr: Der rapide Anstieg der Corona-Infektionen in Afrika besorgt die Weltgesundheitsorganisation (WHO). Die Zahlen seien zwar in den meisten Ländern noch niedrig, der Anstieg aber stark, sagte der WHO-Nothilfekoordinator Michael Ryan. Innerhalb einer Woche in Namibia etwa um 69 Prozent, in Botsuana um 66 Prozent und in Sambia um 57 Prozent. "Ich bin sehr besorgt, dass wir eine Beschleunigung der Krankheit in Afrika sehen. Wir müssen das sehr ernst nehmen", sagte Ryan.

In Südafrika lag der Anstieg innerhalb einer Woche bei 30 Prozent. Dort waren die Fallzahlen deutlich höher als in anderen afrikanischen Ländern. So gab es nach WHO-Angaben mehr als 360.000 nachgewiesene Infektionen und 5000 Todesfälle. "Südafrika könnte leider ein Vorbote sein", sagte Ryan. "Es könnte eine Vorwarnung sein, was im Rest von Afrika passieren könnte."

Weiterer brasilianischer Minister erkrankt

18.35 Uhr: Nach dem brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro hat sich auch der Sozialminister mit dem Coronavirus infiziert. "Donnerstagabend begann ich Symptome zu spüren, die auf Covid zurückzuführen sein könnten", schrieb Onyx Lorenzoni am Montag auf Twitter. "Am Freitag habe ich Tests gemacht und heute das Ergebnis bekommen: Covid-19 wurde festgestellt."

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Lorenzoni ist - nach General Augusto Heleno, Chef des Kabinetts für institutionelle Sicherheit, und Energieminister Bento Albuquerque - der dritte Minister mit Corona in der Regierung des rechtsextremen Bolsonaro, der vor zwei Wochen positiv getestet worden war.

Brasilien ist neben den USA derzeit einer der Brennpunkte der Corona-Pandemie. Das größte Land Lateinamerikas durchbrach vergangene Woche die Marke von zwei Millionen bestätigten Infektionen. Täglich melden die Behörden rund 1000 Todesfälle. Inzwischen sind Gesundheitsversorgung und Bestattungswesen auch in Städten im Landesinneren an ihre Grenzen geraten.

Die brasilianische Regierung hat die Pandemie von Anfang an heruntergespielt. Präsident Bolsonaro bezeichnete das Coronavirus als "leichte Grippe" und stemmte sich gegen Schutzmaßnahmen. Immer wieder zeigte er sich ohne Mundschutz in der Öffentlichkeit, löste Massenaufläufe aus und machte Selfies mit Anhängern. Auch Lorenzoni hat immer wieder ohne Maske an Demonstrationen von Regierungsanhängern und an öffentlichen Veranstaltungen teilgenommen.

Trump will offenbar Corona-Briefings wieder einführen

17.52 Uhr: US-Präsident Donald Trump will übereinstimmenden Medienberichten zufolge die täglichen Presserunden zur Coronakrise in den USA wieder einführen. Das Weiße Haus hatte diese Konferenzen im April beendet - rund vier Wochen, nachdem das Format erstmals aufgenommen wurde.

"Wir werden in der nächsten Woche und in den nächsten Wochen viele Briefings abhalten", zitiert Kaitlan Collins , CNN-Korrespondentin im Weißen Haus, den Präsidenten. Demnach werde er bereits am Dienstag damit beginnen, zur gewohnten Uhrzeit um 17 Uhr. "Wir hatten einen guten Termin. Eine Menge Leute haben zugesehen."

Trump war zuvor der Ansicht, seine täglichen Pressekonferenzen zur Coronakrise seien seine Zeit nicht wert. Die Medien würden "Rekord-Einschaltquoten erhalten und das amerikanische Volk bekommt nichts als Fake News", schrieb der Präsident Ende April auf Twitter. Für den Sinneswandel könnte gesorgt haben, dass Trumps Beraterin Kellyanne Conway kürzlich dessen schlechte Umfragewerte unter anderem damit erklärt hatte, dass er diese täglichen Briefings nicht mehr abhalte.

Masken mindern körperliche Belastbarkeit gesunder Menschen

17.14 Uhr: Den ganzen Tag mit Maske zu arbeiten, das nervt. Und es mindert die körperliche Leistungsfähigkeit, wie nun eine Studie belegt. Tragen sollten wir sie trotzdem.

Alle Artikel zum Coronavirus

Am 31. Dezember 2019 wandte sich China erstmals an die Weltgesundheitsorganisation (WHO). In der Millionenstadt Wuhan häuften sich Fälle einer rätselhaften Lungenentzündung. Mittlerweile sind mehr als 180 Millionen Menschen weltweit nachweislich erkrankt, die Situation ändert sich von Tag zu Tag. Auf dieser Seite finden Sie einen Überblick über alle SPIEGEL-Artikel zum Thema.

New Yorks Gouverneur: Notfalls Bars und Lokale wieder schließen

16.42 Uhr: Angesichts der Nachlässigkeit einiger New Yorker hat der Gouverneur des US-Bundesstaates mit Konsequenzen gedroht. Falls diese Tendenzen anhielten, "dann müssen wir unseren Öffnungsplan rückgängig machen und die Bars und Restaurants schließen", sagte Andrew Cuomo. Überall in der Millionenmetropole würden Menschen gegen die Abstandsmaßnahmen und das Maskengebot verstoßen, teilweise würden Hunderte an einem Ort feiern. Cuomo forderte die Polizei und lokalen Behörden auf, die Gesetze durchzusetzen: "Diese Mengen müssen auseinandergetrieben werden."

Cuomo kritisierte die Trump-Regierung für die desaströse Entwicklung der Pandemie in den USA: "Dieses Land ist noch immer komplett unvorbereitet, um sich darum zu kümmern". Nichts sei in den vergangenen fünf Monaten passiert, die Bundesregierung wolle die Gefahr noch immer nicht wahrhaben. "Es ist so, als wären wir an Tag eins".

New York, noch im April ein weltweites Epizentrum der Pandemie, hat die Zahl der Fälle drastisch gesenkt. Da aber 40 der insgesamt 50 Bundesstaaten einen teilweise starken Anstieg der Infektionszahlen sehen, fürchtet die Ostküsten-Großstadt eine zweite Welle. Deshalb hat der Bundesstaat bereits eine Quarantäne für Einreisende aus einer Reihe von anderen Regionen angeordnet. Auch die Öffnung von Museen und den Schankräumen von Restaurants und Bars wurde vorsichtshalber verschoben.

Zahl der Corona-Toten in Japan steigt auf über 1000

16.06 Uhr: In Japan ist die Zahl der am Coronavirus Gestorbenen über die Marke von 1000 gestiegen. Wie der staatliche Fernsehsender NHK berichtete, wurden innerhalb von 24 Stunden 385 Neuinfektionen bestätigt. Mit 168 entfielen mit Abstand die meisten davon erneut auf Tokio. Die Hauptstadt hatte kürzlich wegen eines deutlichen Anstiegs der Infektionszahlen die höchste Alarmstufe ausgerufen. Ausgangssperren sind in Japan jedoch rechtlich nicht möglich, die Menschen sind nur aufgerufen, neben dem Tragen von Masken ausreichend Abstand zu halten und Menschenmengen zu vermeiden.

Japan zähle inzwischen 26.522 Infektionsfälle und 1001 Tote. Damit steht die Nummer drei der Weltwirtschaft international gesehen zwar noch relativ gut da. Doch bereiten die Neuinfektionen vor allem in Tokio Sorge vor einer zweiten Infektionswelle. Als eine Problemzone wurde Tokios Amüsierviertel Kabukicho mit vielen kleinen Nachtklubs ausgemacht.

Am Mittwoch startet in Japan eine umstrittene Förderkampagne der Regierung zur Unterstützung der von der Pandemie schwer getroffenen Tourismusbranche. Der rechtskonservative Regierungschef Shinzo Abe will, dass die Bürger wieder im eigenen Land reisen und Geld ausgeben, um die Wirtschaft anzukurbeln. Bis zur Hälfte der Tourismusausgaben wie Beherbergung und Transport sollen bezuschusst werden. Im Vorfeld regte sich Widerstand gegen die "Go To"-Kampagne, da viele befürchten, dass sich das Coronavirus weiter ausbreiten könnte. Tokio wurde aus dem Grund von der Förderkampagne ausgenommen, Reisen von und in die Hauptstadt sollen nicht bezuschusst werden.

Tönnies konkretisiert Vorschläge: 1000 Einstellungen bis September

15.16 Uhr: Deutschlands größter Fleischkonzern Tönnies hat konkrete Schritte für Veränderungen im Unternehmen angekündigt: So sollen bis zum 1. September 1000 Werksvertragsangestellte direkt in Rheda-Wiedenbrück einen Vertrag erhalten. Bis Jahresende sei das Ziel, alle "Mitarbeiter der Kernbereiche direkt beim Unternehmen einzustellen", hieß es in einer Mitteilung.

Der Konzern war im Zuge eines massiven Corona-Ausbruchs in seiner Belegschaft in die Kritik geraten. Bereits am 23. Juni hatte Tönnies vermeldet, in Zukunft Werkvertragsarbeiter einstellen zu wollen. Damit würde Tönnies dann eine Forderung der Politik erfüllen. Die Bundesregierung hatte angekündigt, dass mit Beginn des Jahres 2021 Werkverträge und Leiharbeit in der Fleischindustrie abgeschafft werden sollen.

Ebenfalls bis Anfang September will Tönnies rund 400 Wohnplätze in Rheda-Wiedenbrück für die zukünftigen Angestellten anmieten. Dazu seien zwei Wohnungsgesellschaften gegründet worden. Je nach Bedarf soll auch an weiteren Standorten Wohnraum geschaffen werden. Die vorhandene Zeiterfassung werde bis zum 1. August in ein digitales System überführt.

Fünf Großevents in Hamburg abgesagt

15.01 Uhr: Fünf sportliche Großveranstaltungen in Hamburg sind wegen der Pandemie endgültig für dieses Jahr abgesagt worden. Die Organisatoren des WTS-Triathlons (5. September), des Ironmans (6. September), des deutschen Reit- und Springderbys (im September), des Marathons (13. September) und der Cyclassics der Radprofis (3. Oktober) gaben das Aus für ihre Events für 2020 bekannt.

Möglicherweise könnte die für den 5. September geplante Triathlon-Veranstaltung zumindest in einem reduzierten Umfang, unter Einhaltung der Hygieneregeln und ohne Zuschauer doch stattfinden. Derzeit werde an unterschiedlichen Szenerien gearbeitet, um Profirennen und die Mixed-Staffel-WM zu ermöglichen.

Vergabe des Ballon d'Or fällt erstmals aus

14.59 Uhr: Kein siebter Titel für Lionel Messi, keine Aussicht auf die erstmalige Wahl zum Weltfußballer für Karim Benzema oder Robert Lewandowski - erstmals seit seiner Einführung 1956 wird der Ballon d'Or nicht vergeben.

45 Millionen Euro für 90 Projekte - Bundesregierung verdreifacht Fördermittel für Forschung

14.36 Uhr: Um die Folgen der Pandemie abzuschwächen, steckt Bildungsministerin Anja Karliczek Millionen in neue Forschungsprojekte. Auch soziale und rechtliche Fragen sollen untersucht werden.

Behörden in Ostfrankreich rufen zu Wachsamkeit auf

14.34 Uhr: Behörden in Ostfrankreich haben angesichts eines leichten Anstiegs der Infektionen zu mehr Wachsamkeit aufgerufen. Die Abstandsregeln müssten unbedingt eingehalten werden, sagte die Leiterin der regionalen Gesundheitsbehörde ARS von Grand Est, Marie-Ange Desailly-Chanson, bei einer Pressekonferenz. Sie riet davon ab, sich zu umarmen oder Küsse auszutauschen. Die Ansteckungsherde hätten sich verändert, ergänzte die Präfektin der an Deutschland grenzenden Region, Josiane Chevalier. Derzeit seien neue Cluster vor allem im beruflichen Umfeld und nach Familienfeiern erkennbar.

In Grand Est seien seit Anfang Juli etwa 30 neue Ansteckungsherde festgestellt worden, erklärte Chevalier. Derzeit müsse deshalb aber nicht Alarm geschlagen werden. Das südelsässische Département Haut-Rhin sowie die Départements Moselle und Vosges stünden unter genauerer Beobachtung. Die Zahl der Neuinfektionen in Grand Est hatte sich demnach in der vergangenen Woche verdoppelt. In den Wochen zuvor habe es durchschnittlich 150 neue Fälle gegeben, in der vergangenen Woche seien es fast 300 gewesen.

Die Region war von der Pandemie hart getroffen worden. Seit Beginn der Gesundheitskrise wurden dort fast 4000 Todesfälle registriert, in ganz Frankreich sind es bisher knapp mehr als 30.000. Vor dem Krankenhaus im südelsässischen Mülhausen musste zeitweise eine Militärklinik aufgebaut werden, um die Intensivstationen zu entlasten.

In Bar erwischt - Chef des kenianischen Corona-Komitees tritt zurück

13.30 Uhr: Der Vorsitzende des für die Coronakrise zuständigen Senatsausschusses in Kenia ist zurückgetreten, nachdem die Polizei ihn trotz nächtlicher Ausgangssperre mit Freunden in einer Bar in Nairobi erwischt hat. "Ich werde die Verantwortung tragen", sagte Johnson Sakaja, der ein enger Verbündeter von Präsident Uhuru Kenyatta ist. "Ich entschuldige mich bei den Kenianern und werde mich den vollen Konsequenzen des Gesetzes stellen."

Laut Polizeiangaben ist Sakaja am frühen Samstagmorgen mit etwa zehn weiteren Personen beim Trinken erwischt worden, lange nach Beginn der geltenden Ausgangssperre von 21 Uhr bis 4 Uhr morgens. Sein Anwalt teilte mit, dass Sakaja am Dienstag vor Gericht erscheinen werde, um sich einer nicht offengelegten Anklage zu stellen.

Kenia hat Anfang des Monats damit begonnen, Teile der Maßnahmen zur Eindämmung des Virus zu lockern, hielt jedoch die Ausgangssperre und das Verbot der Öffnung von Bars aufrecht. Der ostafrikanische Staat hat bisher etwas mehr als 13.000 bestätigte Fälle und 234 Todesfälle gemeldet.

Johnson Sakaja im Juli 2019

Johnson Sakaja im Juli 2019

Foto: TONY KARUMBA/ AFP

Der einsame Kampf der Bürgermeister in den USA

US-Städte kämpfen verzweifelt gegen die Pandemie: Lokalpolitiker wollen mit einer Maskenpflicht die Verbreitung des Virus verlangsamen. Gegner sind oft die eigenen Gouverneure - und der Präsident. Lesen Sie hier mehr dazu.

Präsident des bolivianischen Fußballverbands gestorben

12.54 Uhr: Der Präsident des bolivianischen Fußballverbands, César Salinas, ist an den Komplikationen einer Covid-19-Erkrankung gestorben. Das teilte der Verband am Sonntag mit. Salinas wurde 58 Jahre alt. Der frühere Vorsitzende des bolivianischen Klubs The Strongest wurde 2018 Präsident des nationalen Fußballverbands. Dadurch hatte Salinas auch einen Sitz im Exekutivkomitee der südamerikanischen Fußballkonföderation Conmebol inne.

Trotz Quarantäne: Bolsonaro trifft Fans vor Präsidentenpalast

Brasiliens rechtsradikaler Präsident Jair Bolsonaro zeigt seinen Fans Wunderpillen - und bekämpft die Quarantänelangeweile mit nächtlichen Motorradtouren vor der Haustür. Sehen Sie selbst:

DER SPIEGEL

Astrid-Lindgren-Welt legt Berufung gegen Regelauslegung ein

11.50 Uhr: Der schwedische Freizeitpark zu Ehren der Geschichten von Kinderbuchautorin Astrid Lindgren geht gegen Corona-Bestimmungen der Polizei vor. Die Astrid-Lindgren-Welt moniert, dass ein im Zuge der Pandemie gefasster polizeilicher Beschluss dazu geführt habe, dass der Park in diesem Sommer nach nur knapp einer Woche wieder habe schließen müssen. Besonders bitter ist das für den Park, weil in diesem Jahr anlässlich des 75. Jubiläums der Erstveröffentlichung eines Pippi-Langstrumpf-Werks viele Aktionen geplant waren.

Im Zentrum des Streits steht eine von den schwedischen Behörden ergriffene Maßnahme gegen die Coronavirus-Ausbreitung, wonach sich nicht mehr als 50 Menschen am selben Ort versammeln dürfen. Die Polizei hatte nach Angaben des Parks kurz vor Saisonstart mitgeteilt, dass alle gleichzeitig stattfindenden Theatervorstellungen als eine einzige öffentliche Versammlung betrachtet werden und die Maximalzahl an Zuschauer der Vorführungen deshalb bei insgesamt 50 liegen müsse.

Der Park sei der Ansicht, dass dies eine "seltsame Deutung" des Versammlungsverbotes darstelle, heißt es: "Kein Zuschauer kann ja an zwei Plätzen gleichzeitig sein. Es ist merkwürdig, dass die Polizeibehörde Leute zusammenzählt, die sich mehrere hundert Meter voneinander entfernt befinden." Die 1981 gegründete Astrid-Lindgren-Welt befindet sich in der Heimatstadt der weltberühmten Kinderbuchautorin, Vimmerby, in der Provinz Småland. Sie hat eine Fläche von 180.000 Quadratmetern und neun Theaterbühnen. Jährlich hat der Park nach eigenen Angaben rund 490.000 Besucher, darunter ein knappes Drittel aus dem Ausland.

Keine Ermittlungen mehr zu Corona-Toten in Würzburger Pflegeheimen

12.13 Uhr: Die Serie von Todesfällen im Zusammenhang mit dem Coronavirus in zwei Würzburger Seniorenheimen ist nach Ansicht der Staatsanwaltschaft nicht auf Personalfehler zurückzuführen. "Konkrete Vorwürfe können weder einzelnen Personen noch der Heimleitung gemacht werden", teilte Oberstaatsanwalt Thorsten Seebach mit.

"Teilweise traten durch die Vielzahl der Fälle und einen Mangel an Pflegepersonal Engpässe auf, die jedoch niemandem konkret angelastet werden können." Es gebe keine Anhaltspunkte für strafrechtlich relevantes Verhalten. "Erhebliche Hygienemängel, die den Ausbruch der Erkrankungen begünstigten, wurden nicht festgestellt." Daher seien über die Vorermittlungen hinaus keine weiteren Ermittlungen nötig.

Als möglicher Anfangsverdacht war fahrlässige Tötung oder fahrlässige Körperverletzung in Betracht gekommen. In der Senioreneinrichtung in Trägerschaft der Bürgerspitalstiftung waren bislang 26 mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infizierte Bewohner gestorben. In einem anderen Heim in Trägerschaft der Arbeiterwohlfahrt (AWO) starben 19 Bewohner nach einer Infektion mit dem Virus, wie eine Sprecherin des Landratsamtes sagte.

Großbritannien ordert Millionen Dosen Impfstoff in Mainz

11.55 Uhr: Noch gibt es keinen zugelassenen Corona-Impfstoff - doch viele Regierungen schließen bereits Verträge mit Pharmafirmen wie Biontech aus Mainz. Bei Curevac in Tübingen steigt ein britischer Pharmariese ein.

Deutsche kaufen wieder mehr WC-Papier

11.45 Uhr: Erst Hamsterkäufe, dann Umsatzeinbruch: Nach dem Auf und Ab der ersten Monate der Krise normalisiert sich die Nachfrage nach Toilettenpapier langsam wieder. Das geht aus Zahlen des Marktforschungsunternehmens Nielsen hervor. Zwar lag die Nachfrage nach Toilettenpapier Ende Juni noch rund 20 Prozent unter dem Niveau des gleichen Zeitraums 2019. Der Trend geht aber in Richtung des Vorjahresniveaus. Das könnte darauf hindeuten, dass die Vorräte bald aufgebraucht sind.

Zu Beginn der Krise war der Absatz von WC-Papier seit Ende Februar nach oben geschnellt. In einzelnen Wochen wurde mehr als doppelt so viel verkauft wie in der gleichen Kalenderwoche 2019. Wenige Wochen darauf zeigte sich die Folge dieser Hamsterkäufe: Anfang April brach der Absatz ein - teils lag die Nachfrage mehr als 40 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

US-Schauspielerin Jennifer Aniston: "Das Virus ist echt"

11.34 Uhr: Jennifer Aniston appelliert eindringlich, in Zeiten der Pandemie eine Schutzmaske zu tragen: mit einem drastischen Foto eines Freundes.

Infektionszahlen in Hongkong steigen weiter deutlich

10.56 Uhr: Die Behörden in Hongkong sehen die Lage nach dem jüngsten Anstieg der Infektionen noch nicht unter Kontrolle. Sie melden 73 neue Fälle, darunter 66, die lokal übertragen worden seien. Am Sonntag war mit mehr als hundert Fällen ein neuer Rekordanstieg registriert worden. Mit weiteren Beschränkungen wollen die Behörden gegensteuern. Beamte müssten so weit als möglich von zu Hause aus arbeiten. Erst in der vergangenen Woche hatte die Regierung in der chinesischen Sonderverwaltungszone die Regeln verschärft. So muss inzwischen in öffentlichen Verkehrsmitteln eine Maske getragen werden.

Thailand rechnet mit 80 Prozent weniger Touristen

10.30 Uhr: Die Tourismus-Hochburg Thailand wird der heimischen Zentralbank zufolge noch lange unter den Folgen der Pandemie leiden. In diesem Jahr dürften nur etwa acht Millionen ausländische Besucher kommen und damit 80 Prozent weniger als 2019. Man gehe davon aus, dass das im Vorjahr erreichte Rekordniveau von rund 40 Millionen Gästen erst in einigen Jahren wieder erreicht werden könne. Der Tourismus trägt mehr als elf Prozent zum Bruttoinlandsprodukt der zweitgrößten Volkswirtschaft Südostasiens bei.

Auch wegen der Tourismus-Krise geht die Zentralbank davon aus, dass Thailands Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr um 8,1 Prozent einbrechen wird und damit so stark wie noch nie. Es werde etwa zwei Jahre dauern, bis die Wirtschaft wieder das Niveau vor Corona erreicht haben wird. Sorge mache der Beschäftigungsabbau bei den Dienstleistern und in der Industrie.

Spargelernte fällt deutlich geringer aus

10.00 Uhr: Corona-Einschränkungen für Erntehelfer haben in diesem Jahr für deutliche Einbußen bei der Spargelernte in Deutschland gesorgt. Sie sei mit rund 106.000 Tonnen voraussichtlich um 19 Prozent geringer ausgefallen als im Jahr 2019, teilte das Statistische Bundesamt aufgrund vorläufiger Schätzungen mit. Die Erntemenge liegt demnach auch 14 Prozent unter dem Sechs-Jahres-Schnitt von knapp 124.000 Tonnen.

An der Spitzenposition Deutschlands im EU-Vergleich dürfte das aber wenig ändern: Wie das Bundesamt mit Verweis auf die europäische Statistikbehörde Eurostat weiter mitteilte, kamen im vergangenen Jahr 41 Prozent des in Europa geernteten Spargels aus Deutschland - mehr wurde in keinem europäischen Land gestochen.

Verschärfte Maskenpflicht in Frankreich tritt in Kraft

09.45 Uhr: In Frankreich gilt seit heute eine verschärfte Maskenpflicht. In öffentlichen geschlossenen Räumen muss dort nun verbindlich eine Schutzmaske getragen werden. Die neuen Regeln gelten unter anderem für Geschäfte, Banken, Markthallen, aber auch in Kinos, Museen und Sehenswürdigkeiten, wie Frankreichs Gesundheitsminister Olivier Véran im Nachrichtensender Franceinfo erklärte. Auch in Fitnessstudios und an Orten der Religionsausübung muss eine Maske getragen werden.

Bisher konnten Betreiber selbst entscheiden, ob Kunden und Besucher eine Maske tragen müssen. Bei der Nichteinhaltung der Maskenpflicht droht nun ein Bußgeld von 135 Euro. In öffentlichen Verkehrsmitteln gilt in Frankreich landesweit bereits seit Mai eine Maskenpflicht. Auch viele Sehenswürdigkeiten konnten nur mit Maske besucht werden.

In Frankreich wird - wie auch in anderen Ländern - eine zweite Welle der Pandemie befürchtet. Behörden in Frankreich warnten bereits vor einem Anstieg der Fälle - wenn auch auf niedrigem Niveau. Frankreich ist von der Krise mit mehr als 30.000 Toten hart getroffen worden.

Israels Krankenschwestern treten in den Streik

09.07 Uhr: Mitten in der Krise sind die Krankenschwestern und -pfleger in Israel in den Streik getreten. Sie wollen damit gegen den Pflegenotstand protestieren, der durch die Pandemie noch verschärft wurde. Ein nächtlicher Verhandlungsmarathon mit dem Finanzministerium über eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen war zuvor gescheitert. Die "Times of Israel" schrieb, die Notfallversorgung sowie die Versorgung von Corona-Patienten sollten trotz des Streiks gewährleistet bleiben.

In israelischen Krankenhäusern herrscht nach Medienberichten ein starker Personalmangel. Außerdem seien gegenwärtig rund tausend Krankenschwestern und -pfleger in Quarantäne, berichtete das israelische Fernsehen. Tage in Quarantäne würden als Krankentage angerechnet. Auch dagegen protestierte das Pflegepersonal. In Israel streiken bereits seit mehreren Wochen auch die Sozialarbeiter.

Die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Israel schnellt seit Ende Mai immer weiter in die Höhe. Ministerpräsident Benjamin Netanyahu wurde zu Beginn der Pandemie für sein Krisenmanagement gelobt. Inzwischen steht er stark in der Kritik. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums ist der Erreger Sars-CoV-2 bisher bei 50.0714 Menschen in Israel nachgewiesen worden; 415 Infizierte sind gestorben.

Corona-Bilanz: Der Absturz des Gastgewerbes

8.40 Uhr Viele Branchen hat der Lockdown hart getroffen - doch kaum eine so schwer, wie das Gastgewerbe. Nun legt der Sektor Zahlen vor, die einen Einblick erlauben, wie tief der Einschnitt für die Betriebe war - und wie schwierig die Erholung wird.

Die Lockerung der Maßnahmen zur Pandemie-Bekämpfung hat die Geschäfte von Hoteliers und Gastwirten im Mai belebt. Gegenüber dem Vormonat April stieg der Umsatz bereinigt um Preiserhöhungen um 44,9 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mitteilte. Das hört sich nach einem satten Zuwachs an, hat aber vor allem mit der geringen Basis zu tun: Im April lag das Geschäft praktisch brach.

Aussagekräftiger ist der Jahresvergleich: Gegenüber Mai 2019 verzeichnete die Branche einen dramatischen Umsatzeinbruch. Die Erlöse sanken real um 64 Prozent. Den drastischsten Umsatzeinbruch verzeichneten Hotels, Pensionen und sonstige Beherbergungsunternehmen (real minus 80,0 Prozent).

Arbeitgeber erwarten Konjunkturerholung bis 2022

08.21 Uhr: Der Verband der Arbeitgeber rechnet für die deutsche Wirtschaft im übernächsten Jahr mit einer Rückkehr zur alten Stärke. "Ich glaube, dass wir 2022 wieder das Leistungsniveau der Zeit vor Corona, also wie wir es noch im Februar erlebt haben, verzeichnen", sagte Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer der "Augsburger Allgemeinen" (Montag). "Es ist nämlich nicht der Bedarf nach unseren Waren und Dienstleistungen zusammengebrochen", erläuterte er. "Dieser Bedarf wird, wenn die Coronakrise überwunden ist, auch hierzulande die Produktion erneut ankurbeln", meinte der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände.

Lufthansa braucht länger für Ticket-Erstattungen

07.30 Uhr: Die angeschlagene Airline Lufthansa wird "noch vier bis sechs Wochen" benötigen, um die Corona-bedingte Erstattung von Tickets für Flüge bis Ende Juni abzuarbeiten. "Bis heute haben wir bereits etwa 1,4 Milliarden Euro ausgezahlt", sagte Lufthansa-Vorstand Harry Hohmeister im Gespräch mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Insgesamt seien bei dem Konzern mehr als zwei Millionen Erstattungsanfragen eingegangen, so der Lufthansa-Vorstand. 

Als Folge der Corona-Pandemie war der Luftverkehr Mitte März nahezu vollständig zusammengebrochen und Tausende Flüge wurden storniert. Lufthansa und andere Gesellschaften hatten hingegen zunächst darauf gesetzt, die Kunden mit Gutscheinen abzufinden. Dies scheiterte aber an der EU-Kommission. 

Corona-Impfstoff: Biontech schließt erste Liefervereinbarung

07.02 Uhr: Das Mainzer Unternehmen Biontech und der US-Konzern Pfizer haben mit Großbritannien eine erste Liefervereinbarung zu einem möglichen, gerade in der Entwicklung befindlichen Corona-Impfstoff geschlossen. Vorbehaltlich einer behördlichen Genehmigung oder Zulassung sollen 30 Millionen Dosen des Impfstoffkandidaten "BNT 162" geliefert werden, voraussichtlich in den Jahren 2020 und 2021, wie die Unternehmen am Montag mitteilten. Finanzielle Details wurden nicht bekannt. "Wir befinden uns in fortgeschrittenen Gesprächen mit verschiedenen anderen Regierungen und hoffen, bald weitere Liefervereinbarungen bekannt geben zu können", sagte Biontech-Mitgründer und -Chef Ugur Sahin nach der Mitteilung.

EU-Sondergipfel geht in den vierten Tag

06.10 Uhr: Beim Brüsseler Sondergipfel haben die 27 EU-Staaten auch in der Nacht zum Montag noch keinen Kompromiss im Streit über das milliardenschwere Corona-Krisenpaket gefunden. Das Treffen geht damit erneut in die Verlängerung. Die Gespräche wurden am frühen Montagmorgen unterbrochen und sollen am Nachmittag um 14 Uhr wieder aufgenommen werden. Dies twitterte der Sprecher von EU-Ratspräsident Charles Michel. Damit läuft das Treffen der 27 Staats- und Regierungschefs bereits zwei Tage länger als geplant.

WHO-Chefwissenschaftlerin hält Impfstoff Mitte 2021 für möglich

05.26 Uhr: Eine breit angelegte Corona-Impfung könnte nach Meinung der Chefwissenschaftlerin der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Soumya Swaminathan, bereits Mitte 2021 erfolgen. "Im Moment sind mehr als 20 Impfstoffkandidaten in klinischen Studien", sagte Swaminathan der Deutschen Presse-Agentur. "Deshalb sind wir zuversichtlich, dass ein paar von ihnen funktionieren werden." Anfang 2021 könnten erste Ergebnisse vorliegen. Nach der Massenproduktion der Impfstoffe könnte es daraufhin Mitte 2021 einen Impfstoff geben, der auf breiter Basis eingesetzt wird.

"Natürlich lässt sich das nicht vorhersagen", sagte Swaminathan. Sie hat jedoch große Hoffnungen: "Wenn wir annehmen, dass es eine zehnprozentige Chance für jeden der Impfstoff-Kandidaten gibt, erfolgreich zu sein, bedeutet das immer noch, dass ein oder zwei Impfstoffe erfolgreich sein könnten - vielleicht sogar mehr." Es sei nicht entmutigend, dass neutralisierende Antikörper in einigen Corona-Infizierten nach einer Zeit verschwinden. Dieses bedeute nicht, dass die Immunität weg sei, denn es gebe bekanntlich verschiedene Arten der Körperabwehr wie etwa Gedächtniszellen.

Japan mit größtem Exporteinbruch seit zehn Jahren

05.18 Uhr: In der Coronakrise sind Japans Exporte in der ersten Jahreshälfte so stark eingebrochen wie seit mehr als zehn Jahren nicht mehr. Wie die Regierung bekannt gab, verringerten sich die Ausfuhren der vor Deutschland drittgrößten Volkswirtschaft der Welt zwischen Januar und Juni im Vergleich zum gleichen Vorjahreszeitraum um 15,4 Prozent auf rund 32,4 Billionen Yen (261 Milliarden Euro). Das ist der schwerste Einbruch auf Halbjahresbasis seit einem Exportrückgang von 22,8 Prozent in der zweiten Hälfte des Jahres 2009 im Zuge der globalen Finanzkrise. Hintergrund ist die stark gesunkene Nachfrage in Übersee nach japanischen Autos und anderen Industriegütern wegen der Pandemie.

Allein Japans wichtiger Autoexport brach im Berichtszeitraum um 30,9 Prozent ein, wie aus den vorläufigen Daten der Regierung hervorgeht. Bei Autoteilen musste Japan einen Rückgang von 29 Prozent zum Vorjahreszeitraum verkraften. Die Nummer drei der Weltwirtschaft verzeichnete in der ersten Hälfte des Jahres ein Handelsbilanzdefizit von 2,24 Billionen Yen, der größte Fehlbetrag seit der zweiten Jahreshälfte 2014. Die Importe des Landes waren um 11,6 Prozent auf 34,6 Billionen Yen zurückgegangen. Es ist das vierte Halbjahr in Folge, dass Japan rote Zahlen in seiner Handelsbilanz schrieb.

249 Neuinfektionen in Deutschland

4.46 Uhr: In Deutschland ist die Zahl der festgestellten Corona-Infektionen um 249 auf 201.823 gestiegen, wie aus Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) hervorgeht. Die Zahl der Todesfälle legt demnach um zwei auf 9086 zu.

Erneut mehr als 10.000 Neuinfektionen in Florida

04.06 Uhr: Die USA kämpfen weiterhin mit steigenden Coronavirus-Fällen. Der US-Bundesstaat Florida meldete mit über 12.000 Neuinfektionen den fünften Tag in Folge mehr als 10.000 Neuinfektionen. "Wir haben Glut und wir haben Flammen. Florida wurde flammenartiger, aber es ist unter Kontrolle zu bekommen", sagte US-Präsident Donald Trump.

Mindestens 14 Staaten haben bislang im Juli Rekordzahlen für Krankenhausaufenthalte im Zusammenhang mit dem neuartigen Virus gemeldet, darunter Alabama, Arizona, Georgia, Florida, North Carolina, Nevada und Texas. Dennoch drängt die US-Regierung darauf, die Schulen in wenigen Wochen wieder zu öffnen und widersetzt sich einem Bundesmandat, in der Öffentlichkeit Masken zu tragen.

Mehr als 5000 Todesfälle in Südafrika

03.42 Uhr: In Südafrika hat die Zahl der verzeichneten Todesfälle in der Coronakrise die 5000 überschritten. Innerhalb von 24 Stunden stieg die Gesamtzahl um 85 auf 5033 Todesopfer, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Die Zahl der registrierten Infektionsfälle lag bei rund 364.000. Südafrika ist das am stärksten von der Pandemie betroffene Land auf dem afrikanischen Kontinent. Mehr bestätigte Infektionen gibt es weltweit nur in den USA, Brasilien, Indien und Russland.

Der südafrikanische Gesundheitsminister Zweli Mkhize appellierte an die Bevölkerung, die Hygieneregeln genau beachten und Atemschutzmasken zu tragen. Die Regierung sei besorgt, weil unter den Menschen anscheinend "Müdigkeit" eingesetzt habe und sie in einer Phase, in der die Ausbreitung des Virus im Land zunehme, nicht mehr wachsam genug seien.

Die südafrikanischen Behörden hatten Ende März strikte Ausgangsbeschränkungen verhängt, später die Corona-Restriktionen aber gelockert. Vor einer Woche wurden die Maßnahmen dann angesichts der steigenden Infektionsraten wieder verschärft. Präsident Cyril Ramaphosa verhängte eine nächtliche Ausgangssperre und setzte den Verkauf von Alkohol aus.

sak/beb/jon/hba/kko/fek/dpa/Reuters/AFP
Mehr lesen über Verwandte Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.