+++ News-Update +++ WHO: Coronavirus zehnmal tödlicher als Schweinegrippe

Im Jahr 2009 löste der unter dem Namen "Schweinegrippe" bekannte Erreger H1N1 eine Pandemie aus. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist der Coronavirus zehnmal tödlicher. Der Überblick.
Bestatter und Friedhofswärter bei der Grablegung einer an Covid-19 verstorbenen Person im norditalienischen Bergamo

Bestatter und Friedhofswärter bei der Grablegung einer an Covid-19 verstorbenen Person im norditalienischen Bergamo

Foto: Flavio Lo Scalzo/ REUTERS

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Ausgangsbeschränkungen zum Pessachfest-Ende

22.45 Uhr: Israel hat weitere Ausgangsbeschränkungen zum Ende des einwöchigen, jüdischen Pessachfestes verhängt. Von Dienstag bis Donnerstag dürften die Bürger ihre Städte und Dörfer nicht verlassen, teilte Ministerpräsident Benjamin Netanyahu mit. In Jerusalem müssten die Menschen in den festgelegten Vierteln bleiben. Die Regierung hatte mehrfach die Sorge geäußert, dass Zusammenkünfte zum Pessachfest die Ausbreitung des Coronavirus massiv befeuern könnten.

Bereits zum Auftakt des Festes Mitte vergangener Woche hatte die Regierung eine Ausgangssperre verhängt. Zu Beginn kommen in Israel traditionell Familien zum großen Abendessen zusammen. Das Pessachfest dauert eine Woche und erinnert an den Auszug der Israeliten aus Ägypten und die Befreiung aus der Sklaverei.

Israel hat im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus weitgehende Ausgangsbeschränkungen verhängt. Seit Sonntag gilt in der Öffentlichkeit eine Maskenpflicht.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums ist der Erreger Sars-CoV-2 mittlerweile bei 11 235 Personen in Israel nachgewiesen worden, 1689 sind wieder genesen. 110 Menschen sind den Angaben zufolge nach einer Coronavirus-Infektion gestorben.

Anmerkung der Redaktion: Ursprünglich hieß es in dieser Meldung, es gebe in Israel Ausgangssperren zum Pessachfest. Es handelt sich aber um weitere Ausgangsbeschränkungen.

Rund 126.600 Infizierte und 2994 Tote in Deutschland

20.55 Uhr: In Deutschland sind bis Montagabend mindestens 126.600 Infektionen mit dem neuen Coronavirus registriert worden. Mindestens 2994 mit dem Erreger Sars-CoV-2 Infizierte sind bundesweit gestorben. Das geht aus einer Auswertung der Deutschen Presse-Agentur hervor, die die neuesten Zahlen der Bundesländer berücksichtigt.

Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts haben in Deutschland rund 64.300 Menschen die Infektion überstanden. Damit gelten etwa die Hälfte der bisher erfassten Infizierten inzwischen als genesen. Die tatsächliche Zahl dürfte darüber liegen, unter anderem, weil zahlreiche milde oder symptomlose Verläufe nicht durch Tests erfasst wurden.

Besonders hohe Infiziertenzahlen haben den Test-Statistiken zufolge Bayern mit mehr als 33.300 nachgewiesenen Fällen und mindestens 834 Toten, Nordrhein-Westfalen mit mehr als 26.900 Fällen und mindestens 613 Toten sowie Baden-Württemberg mit mehr als 24.800 bestätigten Fällen und mindestens 702 Toten.

SPD: Walter-Borjans für Lockerung der Corona-Maßnahmen

20.45 Uhr: Der SPD-Co-Vorsitzende Norbert Walter-Borjans hat sich für eine schrittweise Lockerung der Beschränkungen im Zuge der Corona-Krise ausgesprochen. Die Restriktionen in der jetzigen Form aufrechtzuerhalten, werde aus seiner Sicht zunehmend auch zur psychischen und wirtschaftlichen Belastung, sagte er der "Süddeutschen Zeitung". "Mir ist ein Haushaltswaren- oder ein Möbelgeschäft, das ich nur mit Atemschutz betreten kann, jedenfalls lieber als geschlossene Läden, die die Versorgung einschränken und Hunderttausende wirtschaftlicher Existenzen bedrohen."

Der Hebel könne aber nicht einfach "wieder von null auf eins" umgelegt werden, dafür bleibe die Lage zu fragil. Das entscheidende Kriterium bei den anstehenden Gesprächen bleibe, die Belastbarkeit der medizinischen Einrichtungen und des behandelnden Personals nicht zu überfordern. Zudem forderte Walter-Borjans ein möglichst einheitliches Vorgehen der Länder. An diesem Mittwoch beraten Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder über mögliche Lockerungen.

WHO: Coronavirus zehnmal tödlicher als Schweinegrippe

20.25 Uhr: Das neuartige Coronavirus ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zehnmal tödlicher als die "Schweinegrippe". Das Virus H1N1 hatte im Jahr 2009 eine Pandemie ausgelöst. Inzwischen lägen immer mehr Daten aus verschiedenen Ländern vor, weshalb es ein klareres Bild über die Auswirkungen des Virus gebe, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. Die gegen das Coronavirus verhängten Einschränkungen sollten daher nur langsam gelockert werden. Es sei inzwischen klar, dass das neue Virus "sich schnell ausbreitet und tödlich ist: zehnmal mehr als das Grippevirus 2009", sagte Tedros.

Dem WHO-Chef zufolge kann das neuartige Virus nur komplett gestoppt werden, wenn ein "sicherer und effizienter Impfstoff" entwickelt wird. Solange es diesen nicht gebe, werde das Virus "in der Ära der Globalisierung" immer wieder neu in bestimmte Länder und Regionen eingeschleppt und breite sich dann neu aus.

Die als "Schweinegrippe" bezeichnete Influenza H1N1 war 2009 erstmals in Mexiko aufgetreten. Sie wurde von der Weltgesundheitsorganisation zur Pandemie erklärt, also zur weltweiten Bedrohung. Nach Angaben der WHO starben weltweit 18.500 Menschen an H1N1. Das angesehene Fachmagazin "The Lancet" schätzte die Zahl der Todesfälle auf 151.700 bis 575.400.

An der durch das Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 starben weltweit bisher fast 115.000 Menschen.

Eurogruppen-Chef fordert rasche Finanzierung von Wiederaufbau-Fonds

20.15 Uhr: Mario Centeno, Chef der Eurogruppe, hat bei den Beratungen über einen Wiederaufbau-Fonds zur Eile gemahnt. Wie schon bei den bereits beschlossenen Maßnahmen gebe es beim Aufsetzen des "Recovery Fund" für die wirtschaftliche Erholung nach der Corona-Krise eine gewisse Dringlichkeit, schrieb der Portugiese in einem Brief an EU-Ratschef Charles Michel.

Die EU-Finanzminister hatten sich am Donnerstag nach extrem schwierigen Verhandlungen auf ein Hilfspaket von mehr als 500 Milliarden Euro für Arbeitnehmer, Firmen und angeschlagene Staaten geeinigt - und die Gründung des Wiederaufbau-Fonds vereinbart. "Die von uns vorgeschlagene umfassende Strategie ist ambitioniert und weitreichend", schreibt Centeno. Kommende Woche Donnerstag werden Bundeskanzlerin Angela Merkel und die anderen EU-Staats- und Regierungschefs bei einem Videogipfel über das vereinbarte Rettungspaket beraten.

Ofen ist, wie der Fonds finanziert werden soll. Einige Staaten fordern die Ausgabe von Gemeinschaftsanleihen, sogenannten Corona-Bonds. Deutschland und weitere Staaten lehnen dieses Instrument ab.

Infektionskurve in Italien flacht ab

19.21 Uhr: In Italien sind am Montag weniger Neuinfektionen registriert worden als am Vortag. Die Zivilschutzbehörde meldete 3153 neue Fälle, nach zuletzt 4092. Insgesamt sind damit in Italien knapp 160.000 Ansteckungen bekannt, nur die USA und Spanien haben mehr Fälle.

Insgesamt sprechen Experten in Italien seit Tagen von positiven Signalen. Die Infektionskurve sei abgeflacht. Auch am Montag ließ der Druck auf die Intensivstationen weiter nach: Dort lagen weniger Menschen als am Vortag. Das ist wichtig, weil besonders die Krankenhäuser im Norden überfüllt sind.

Dennoch starben in Zusammenhang mit der vom Coronavirus ausgelösten Krankheit Covid-19 am Montag 566 Menschen. Das sind mehr als am Vortag, als 431 Todesfälle gemeldet wurden. Insgesamt sind der Krankheit nach offizieller Zählung in Italien bisher 20.465 Menschen erlegen.

In Italien gilt ein strenges Maßnahmenpaket im Kampf gegen die Corona-Krise. Es umfasst Ausgangsverbote und Betriebsschließungen. Es wurde vor Ostern bis zum 3. Mai verlängert.

Mehr als 10.000 Coronavirus-Todesfälle in New York

19.07 Uhr: Im US-Bundesstaat New York ist die Zahl der Coronavirus-Toten auf mehr als 10.000 angestiegen. Wie Gouverneur Andrew Cuomo erklärte, starben am Ostersonntag in dem Bundesstaat und der gleichnamigen Millionenstadt 671 Menschen an den Folgen einer Infektion. Die Gesamtopferzahl seit Beginn der Pandemie stieg damit in New York auf 10.056.

Allerdings starben am Ostersonntag weniger Menschen als noch an den Vortagen, an denen die Zahl der Toten bei jeweils mehr als 750 gelegen hatte. Die höchste Opferzahl binnen 24 Stunden war Mitte vergangener Woche mit 799 gemeldet worden.

Gouverneur Cuomo sagte angesichts der neuen Zahlen, der Bundesstaat habe inzwischen das Schlimmste hinter sich: "Das Schlimmste ist vorbei." Es sei möglich, die Pandemie unter Kontrolle zu bringen. Nun sei die Zeit gekommen, über eine langsame Rückkehr zur Normalität nachzudenken. Cuomo warnte aber ausdrücklich davor, zu schnell von den Maßnahmen zur Eindämmung des Virus abzurücken.

New York ist vom Coronavirus besonders schwer betroffen: Dort gibt es die mit Abstand meisten Patienten und Toten in den USA. In den gesamten USA wurden inzwischen mehr als 550.000 Infektionsfälle und mehr als 22.000 Tote bestätigt - mehr als in jedem anderen Land der Welt.

Erdogan kündigt neue Ausgangssperren an

18.53 Uhr: Der türkische Präsident Tayyip Erdogan kündigte nach einer Kabinettssitzung am Montag neue Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung von COVID-19 an. Nachdem bereits am vergangenen Freitag 31 Provinzen gesperrt wurden, soll für das kommende Wochenende eine neue Ausgangssperre verhängt werden. Das neue 48-stündige Verbot starte am kommenden Freitag um Mitternacht (Ortszeit) und Ende Sonntag um Mitternacht, sagte Erdogan.

Die am vergangenen Freitag eingeführte Ausgangssperre galt für alle größeren Städte des Landes, einschließlich des Handelszentrums Istanbul, in dem 16 Millionen Menschen leben. Allerdings wurde sie äußerst kurzfristig verhängt, in den betroffenen Städten kam es deshalb zu Panikkäufen und größeren Menschenansammlungen.

Der türkische Innenminister Süleyman Soylu hatte wegen der chaotischen Zustände am Sonntagabend zunächst seinen Rücktritt erklärt. Präsident Recep Tayyip Erdogan lehnte das Gesuch jedoch wenig später ab. Der Innenminister erklärte am Montag über Twitter, die Reaktion Erdogans und des Volkes habe ihn in Verlegenheit gebracht. Er werde dem Volk weiter dienen und seine Fehler ausbügeln.

Gesundheitsminister Fahrettin Koca teilte mit, die Zahl der Coronavirus-Fälle sei auf 61.049 gestiegen. An einem Tag seien 98 Menschen an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben, damit stieg die Gesamtzahl der Todesopfer auf 1296.

US-Experte rechnet diese Woche mit Pandemie-Höhepunkt in den USA 

18.17 Uhr: Der Chef des Zentrums für Seuchenkontrolle in den USA, Robert Redfield, rechnet in dieser Woche mit dem Höhepunkt der Corona-Pandemie in den USA. "Wir nähern uns genau jetzt der Spitze", sagte der Behördenleiter dem Sender NBC. In den USA sind über 22.000 Menschen an Covid-19 gestorben, mehr als in jedem anderen Land der Welt.

Die US-Regierung erwägt, am 1. Mai erste Kontakt- und Bewegungseinschränkungen zu lockern. US-Präsident Donald Trump erklärte, er allein entscheide über eine Rückkehr zur Normalität in der Industrie. Dies sei nicht Aufgabe der Gouverneure der Bundesstaaten. Die Entscheidung werde rasch fallen, kündigte er an.

Unterdessen bremsten sich Republikaner und Demokraten im Streit über Hilfsmaßnahmen für kleine Unternehmen gegenseitig aus. Den Demokraten geht das 250 Milliarden Dollar umfassende Hilfspaket nicht weit genug. Vergangenen Monat hatten die USA bereits Billionen-Hilfen zur Bekämpfung der wirtschaftlichen Folgen der Pandemie beschlossen. 

Mehr als 70 Infizierte in Pflegeheim in Schleswig-Holstein

16.50 Uhr: In einem Pflegeheim in Schleswig-Holstein sind 53 der 70 Bewohner positiv auf das Coronavirus getestet worden. Von den 60 Mitarbeitern liegen bislang 19 positive Testergebnisse vor, wie der Kreis Stormarn mitteilte. Mit weiteren positiven Testergebnissen sei zu rechnen. Die Einrichtung in Rümpel bei Bad Oldesloe steht seit Donnerstag unter Quarantäne, als die ersten zwei positiven Tests bekannt wurden. Die Bewohner und Bewohnerinnen seien überwiegend dement oder psychisch auffällig.

Bislang wiesen sie keine Symptome wie Atemnot auf, hieß es. Wegen der räumlichen Situation könnten die bislang negativ getesteten Bewohner nicht separiert werden. Das Personal solle vorerst weiterarbeiten, solange es keine Symptome aufweise. Die Bewohner seien schon durch die ausbleibenden Besuche belastet und sollten nicht zusätzlich durch einen Wechsel des vertrauten Personals verunsichert werden.

Besatzungsmitglied auf US-Flugzeugträger stirbt an Covid-19

16.37 Uhr: Ein Besatzungsmitglied des US-Flugzeugträgers USS "Theodore Roosevelt" ist an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben. Das Crewmitglied sei zuletzt auf die Intensivstation verlegt worden und am Montag an Komplikationen im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben, teilte die US-Marine mit.

Die Corona-Epidemie hat den Flugzeugträger schwer getroffen: Nach Angaben der US-Marine wurde bei mehr als 550 Besatzungsmitgliedern eine Infektion mit dem Coronavirus nachgewiesen. Fast alle der fast 5000 Crewmitglieder wurden demnach inzwischen getestet. Wegen der Ausbreitung des Coronavirus liegt der nuklearbetriebene und hochgerüstete Flugzeugträger vor der Pazifikinsel Guam und ist inzwischen weitgehend evakuiert worden.

Der Coronavirus-Ausbruch auf dem Schiff erschüttert seit mehreren Wochen die US-Marine. Kapitän Brett Crozier hatte in einem dramatischen Brief, der an die Öffentlichkeit gelangte, um Hilfe der Militärführung und eine rasche Evakuierung des Schiffs gebeten. Crozier wurde daraufhin entlassen, kurz darauf reichte auch der zuständige amtierende US-Marineminister Thomas Modly seinen Rücktritt ein.

Tschechien fordert Hygienenachweise von Grenzgängern

15.48 Uhr: In Tschechien treten am Dienstag zusätzliche Bestimmungen für Berufspendler in Kraft, die in Deutschland arbeiten. Wer im Gesundheits- und Rettungswesen, in sozialen Einrichtungen oder im Bereich der kritischen Infrastruktur arbeitet, kann weiter täglich pendeln. Die Regierung in Prag fordert wegen der Coronavirus-Pandemie für diese Gruppe jedoch die Einhaltung strenger Hygienevorschriften. Dazu zählen das Tragen eines Mundschutzes am deutschen Arbeitsplatz sowie die Minimierung von sozialen Kontakten.

Dazu müssen eine Pendlerbescheinigung des deutschen Arbeitgebers sowie eine Verbalnote der deutschen Botschaft in Prag als Nachweis der Gesundheitsstandards vorgelegt werden. Die neue Regelung sei eine Herausforderung für alle Beteiligten, twitterte der deutsche Botschafter Christoph Israng. Das Team der Botschaft sei auch über das Osterwochenende im Einsatz gewesen, um die geforderten Bestätigungen zu erstellen.

Für Berufspendler, die nicht in den genannten Bereichen arbeiten, gilt, dass sie die Grenze nur in längeren Abständen überschreiten dürfen. Nach mindestens zwei Wochen Arbeitsaufenthalt in Deutschland folgen zwei Wochen häusliche Quarantäne in Tschechien. Gegen diese strikte Regelung protestierten am Samstag mehrere Dutzend Grenzgänger mit einer Art Happening am Grenzübergang Folmova-Furth im Wald, wie die Zeitung "Pravo" online berichtete. Sie könnten durch die Regelung ihre Familien nicht mehr täglich sehen.

Wie eines der ältesten Völker der Welt gegen die Auslöschung kämpft

14.56 Uhr: Weltweit gibt es nur noch 800 Samaritaner. Durch das Coronavirus droht die jahrtausendealte Kultur auszusterben. Wir haben bei der Gemeinschaft im Westjordanland angerufen. Die ganze Geschichte lesen Sie hier.

Geburtstagsparty mit 31 Gästen - und dann kam die Polizei

14.51 Uhr: Trotz der Kontaktverbote in der Coronakrise hat eine Jugendliche in der Nacht zum Montag eine Geburtstagsparty in Berlin-Mitte veranstaltet. Mit 31 Gästen wollte sie in ihr 16. Lebensjahr reinfeiern, wie die Polizei am Montag über Twitter mitteilte. Die Mutter des Mädchens habe offenbar sogar eigens für die Party kurzfristig ein 2,5-Zimmer-Apartment angemietet.

Die Polizei löste die Feier noch in der Nacht auf, nachdem sie einen Hinweis bekommen hatte, wie eine Polizeisprecherin auf Nachfrage sagte. Der Einsatz habe gegen 1.45 Uhr begonnen - zu diesem Zeitpunkt müsste die Jugendliche also bereits 16 Jahre alt geworden sein.

Nach Polizeiangaben wird nun gegen alle 32 Menschen wegen Straftaten und Ordnungswidrigkeiten nach dem Infektionsschutzgesetz ermittelt. Auch die Mutter und den Vermieter erwarte ein Ermittlungsverfahren.

Griechische Hoteliers fürchten Milliardenverluste

14.20 Uhr: Der Tourismus in Griechenland steht wegen der Coronakrise vor einer Katastrophe. Die Umsatzverluste im wichtigsten Wirtschaftssektor des Landes werden von der Hotelkammer bis zum Jahresende auf knapp 4,5 Milliarden Euro geschätzt. 65 Prozent der Hoteliers fürchten, dass ihre Unternehmen bankrottgehen werden. 45.000 Arbeitsplätze seien bereits verloren gegangen. Dies ist das Ergebnis einer Umfrage, die das Tourismus-Forschungsinstitut der Hotelkammer Griechenlands Anfang April vornahm.

"Der Tourismus ist auf null, die Hotels senden SOS", sagte der Präsident der Hotelkammer Griechenlands, Alexandros Vassilikos, in einer Onlinepressekonferenz. Der Staat müsse diesem für das Land wichtigsten Bereich mit Steuererleichterungen und günstigen Krediten unter die Arme greifen. Die nötige Soforthilfe bezifferte seine Kammer auf knapp 1,8 Milliarden Euro. "Den Hotels muss jetzt geholfen werden, damit sie morgen auf eigenen Beinen stehen können", sagte Vassilikos.

Das Hotelgewerbe und der Tourismus sowie die damit verbundenen Betriebe machen etwa 30 Prozent der griechischen Wirtschaft aus. Griechenlands Tourismus hatte in den vergangenen Jahren wesentlich dazu beigetragen, dass die schwere Finanzkrise überwunden wurde. 2019 besuchten nach Angaben der Hotelkammer 33 Millionen Touristen Griechenland.

Zuwachsrate in Spanien erneut niedrig

13.38 Uhr: Spanien hat in der Coronakrise erneut eine vergleichsweise niedrige Zuwachsrate von 2,1 Prozent bei den Neuansteckungen gemeldet. Innerhalb von 24 Stunden seien nur knapp 3500 weitere Infektionen erfasst worden, insgesamt nun etwa 169.500, teilte das Gesundheitsministerium mit. Vor zwei Wochen lag die Rate teilweise bei rund 20 Prozent.

Der täglichen Bilanz der Behörden zufolge wurden weitere 517 Todesfälle in Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung erfasst. Am Vortag waren es 619. Die Gesamtzahl betrug am Montag nun 17.489.

Gleichzeitig nahm die Zahl der Corona-Patienten, die als genesen gelten, um knapp 2400 auf fast 65.000 zu. Nach Behördenangaben geht der Druck auf die Krankenhäuser und Intensivstationen seit Tagen zurück. "Vor nur zehn Tagen hatten wir 1030 Betten mit Corona-Patienten besetzt, jetzt sind es nur noch 550", wurde der Chef der Neurologie-Abteilung des Madrider Krankenhauses Ramón y Cajal, Jaime Masjuan, in der Zeitung "El País" zitiert.

Die Pandemie sei dank des seit dem 15. März geltenden Alarmzustands samt strenger Ausgehsperre "unter Kontrolle", hatte Ministerpräsident Pedro Sánchez gesagt.

Metallindustrie erwartet 2,2 Millionen Beschäftigte in Kurzarbeit

13.20 Uhr: Die deutsche Metall- und Elektroindustrie erwartet wegen der Coronakrise bis Ende April rund 2,2 Millionen Beschäftigte in Kurzarbeit. Das sagte der Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall, Oliver Zander. Derzeit seien bereits etwa 1,2 Millionen der insgesamt vier Millionen Branchenbeschäftigten in Kurzarbeit. Lesen Sie hier mehr.

Russland droht Verdopplung der Arbeitslosenzahl

13.15 Uhr: Russland erwartet wegen der Coronakrise eine Verdopplung der Arbeitslosenzahl auf acht Millionen. Diese Zahl nannte Rechnungshofchef Alexej Kudrin der Zeitung "RBK". Russische Gewerkschaften bestätigten diese Einschätzung nach Informationen der Agentur Interfax. Im Februar waren 3,4 Millionen Russen ohne Job. Präsident Wladimir Putin hatte landesweit arbeitsfrei bis Ende des Monats bei voller Lohnfortzahlung angeordnet. Vor allem der Klein- und Mittelstand sieht sich deshalb in schwerer Not und erwartet Massenentlassungen.

"Wir wissen noch nicht, ob wir die Quarantäne verlängern müssen", sagte Kudrin. Einige Branchen in bestimmten Regionen "befinden sich in einer sehr schwierigen Situation". Im flächenmäßig größten Land der Erde gibt es mittlerweile mehr als 18.000 bestätigte Fälle. In den vergangenen Tagen war die Zahl rasant gestiegen. 148 starben demnach bislang an den Folgen der Infektion.

Leopoldina-Forscher legen konkreten Fahrplan für Ende der Kontaktsperren vor

12.26 Uhr: Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina hat für eine schrittweise Normalisierung des öffentlichen Lebens eine Maskenpflicht für den öffentlichen Personenverkehr empfohlen. Zudem schlug sie in einer Stellungnahme die schrittweise Wiedereröffnung der Schulen vor, zunächst für die Jüngeren in Grundschulen und der Sekundarstufe I und später für die höheren Klassen.

Die Empfehlungen der Nationalen Akademie der Wissenschaften gelten als wichtige Grundlage für die Beratungen von Bund und Ländern. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte die Studie der Leopoldina als "sehr wichtig" für das weitere Vorgehen bezeichnet. Lesen Sie die ganze Geschichte hier.

Niederländer schreddern 140 Millionen Tulpen

12.07 Uhr: Floristen haben geschlossen, Feiern werden abgesagt - und kaum jemand kauft mehr Blumensträuße. In den Niederlanden greifen Landwirte deshalb jetzt zu drastischen Maßnahmen. Lesen Sie hier mehr.

Verbraucherschützer fordern Extra-Schutzschirm bei längeren Beschränkungen

11.52 Uhr: Verbraucherzentralen verlangen den Schutz von Kundenrechten in der Coronakrise und weitere Hilfen für den Fall längerer Beschränkungen. "Dann brauchen wir auch einen finanziellen Schutzschirm für Verbraucher", sagte der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv), Klaus Müller, der Deutschen Presse-Agentur. Schon heute seien viele knapper bei Kasse. Wenn Betriebsschließungen, Verdienstausfälle für Selbstständige, Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit bis Sommer oder Herbst anhielten, würde sich das finanzielle Budget für viele erschöpft haben.

"Hier müssten wir sehen, wie kann der Staat mit finanziellen Zuschüssen - nicht nur mit Stundungen - Menschen unterstützen?", sagte Müller. Sonst würden viele in Sozialleistungen wie Hartz IV fallen, die für eine solche Krise aber nicht gemacht seien. "Es ist nicht verantwortbar, die Menschen unter all die Regularien zu zwingen, die ansonsten gelten." Zu prüfen wären auch Möglichkeiten, klassische Insolvenzverfahren deutlich zu verkürzen. Denn wenn man überschuldet sei, müsse man heute sehr lange durchhalten, um finanziell wieder auf eigenen Beinen zu stehen.

Mehrheit der Deutschen laut Umfrage gegen Lockerungen der Einschränkungen

11.21 Uhr: Die Mehrheit der Deutschen ist gegen eine Lockerung des Kontaktverbots zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur plädierten 44 Prozent für eine Verlängerung der Maßnahmen über den 19. April hinaus, 12 Prozent sind sogar für eine Verschärfung. Nur 32 Prozent sind für eine Lockerung und 8 Prozent für eine Abschaffung der von Bund und Ländern beschlossenen Einschränkungen. 5 Prozent machten keine Angaben.

Am Mittwoch berät Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder, wie man nach dem 19. April verfahren will. Die Runde hatte am 22. März zunächst für zwei Wochen umfassende Einschränkungen der Bewegungsfreiheit beschlossen und sie später über Ostern bis zum 19. April verlängert. Schon vorher waren Sport- und Kulturveranstaltungen mit Zuschauern verboten und die meisten Geschäfte - mit Ausnahme vor allem des Lebensmittelhandels - geschlossen worden.

Unicef warnt vor globaler Katastrophe für Kinder

11.05 Uhr: Die Coronakrise gefährdet nach Unicef-Angaben die fragile Grundversorgung der ärmsten Kinder in vielen Entwicklungsländern und Krisengebieten. "Die Pandemie ist für Millionen Kinder eine existenzielle Gefahr", sagte der Geschäftsführer von Unicef Deutschland, Christian Schneider, der Deutschen Presse-Agentur. "Nur durch ein internationales koordiniertes Handeln können wir verhindern, dass aus der weltweiten Gesundheitskrise eine globale Katastrophe für Kinder wird."

Besonders groß sei die Sorge, dass sich das Virus in den überfüllten Flüchtlingslagern in Griechenland und Syrien ausbreite. "Viele Kinder leiden dort bereits an Mangelernährung und anderen Vorerkrankungen und haben neuen Gefahren nur noch wenig entgegenzusetzen", sagte Schneider. Das Gleiche gelte für Kinder in Ländern der Sahelzone und im südlichen Afrika. Fast 40 Prozent der Afrikaner hätten zu Hause keine Möglichkeit, sich die Hände mit Wasser und Seife zu waschen. In Asien sei besonders die steigende Zahl von Infektionen in Bangladesch besorgniserregend. "Mehr als 850.000 Angehörige der Rohingya leben dort in überfüllten Flüchtlingslagern", sagte Schneider. Gleichzeitig erschwerten Bewegungseinschränkungen auch für Hilfsorganisationen die Versorgung der Menschen. Hunderttausende Rohingya waren vor zwei Jahren innerhalb kurzer Zeit vor Militärgewalt aus dem Nachbarland Myanmar nach Bangladesch geflohen.

Unicef appelliert an Regierungen, Unternehmen und private Spender, jetzt alles zu tun, um den Schutz und die Versorgung der Kinder sicherzustellen. "Wir erleben selbst gerade, wie schwer Covid-19 unser Land mit einem der besten Gesundheitssysteme der Welt trifft", sagte Schneider. "Den ärmsten Ländern droht neben verheerenden gesundheitlichen Folgen ein sozialer und wirtschaftlicher Flächenbrand, der die Not der Kinder verschärfen wird." Es sei ein Akt der Humanität, die Kinder und ihre Familien dort nicht einfach sich selbst zu überlassen.

Deutsche sind immer mehr unterwegs

11.14 Uhr: Ende März blieben viele Menschen wegen Corona noch brav zu Hause. Doch nun zeigen Handydaten, dass die Deutschen von Tag zu Tag mobiler werden. Lesen Sie hier mehr.

Sondereinheit holt Leichen aus Häusern in Ecuador

10.32 Uhr: Polizei und Militär in Ecuador haben in den vergangenen drei Wochen fast 800 Leichen aus Häusern in der besonders von der Coronavirus-Pandemie betroffenen Stadt Guayaquil geholt. 771 Leichen seien von einer Spezialeinheit aus den Häusern gebracht worden, twitterte der Chef der Sondereinheit, Jorge Wated. Aus der Hafenstadt im Süden Ecuadors wurden nach offiziellen Angaben 4000 der 7500 Infektionsfälle des Landes gemeldet. Krankenhäuser und Bestattungsdienste sind von dem Virusausbruch überfordert.

Weitere 631 Leichen seien von der Sondereinheit aus Krankenhäusern fortgebracht worden, deren Leichenhallen voll seien, schrieb Wated. Er nannte keine Todesursache für die mehr als 1400 Todesfälle. Anfang April hatte Wated jedoch gesagt, Experten schätzten, dass "allein in der Provinz Guayas zwischen 2500 und 3500 Todesfälle in Verbindung mit Covid-19 auftreten werden". Offiziellen Angaben zufolge starben bislang 333 Menschen in Ecuador an der durch das neuartige Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit.

Die Spezialeinheit hatte vor drei Wochen ihre Arbeit aufgenommen, nachdem die Leichenhallen überfüllt waren. Dies hatte zu Verzögerungen bei den Bestattungen geführt.

Südkorea soll 600.000 Testkits an die USA verkaufen

09.37 Uhr: In der Coronakrise soll Südkorea Medienberichten zufolge 600.000 Testkits an die USA verkaufen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

Demnach habe US-Präsident Donald Trump Ende März mit Südkoreas Präsident Moon Jae-in telefoniert und Testkits angefragt. Am Dienstag soll ein Frachtflugzeug das Equipment in die USA fliegen.

Unternehmen in Südkorea versorgten bereits zuvor Städte in den USA mit Testkits. Die Anfrage von Trump wäre jedoch der erste Großauftrag, der von der US-Regierung ausgeht.

Südkorea gilt als Vorbild in der Coronakrise, weil die Regierung schnell Tausende Menschen auf das Coronavirus testete und weitreichende Ausgangsbeschränkungen ausrief. Nach Zahlen der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore gibt es in Südkorea bisher nur knapp 10.000 bestätigte Infektionen, 217 Menschen starben an den Folgen.

Mehrheit offen für Nutzung von Corona-Warn-App

8.45 Uhr: Eine Mehrheit würde sich einer Umfrage zufolge eine App zur Kontaktverfolgung in der Coronakrise installieren. Wie eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey für BR24 ergab, zeigten sich 56,1 Prozent der Befragten offen für die Nutzung einer solchen App. Knapp ein Viertel der Befragten (24,2 Prozent) schloss dagegen die Nutzung einer solchen App kategorisch aus.

Die größten Sorgen bereiteten den Bürgern eine potenzielle Überwachung auch nach der Coronakrise (42,8 Prozent) sowie ein Missbrauch der Daten (40,2 Prozent). Knapp jeder Dritte hat Bedenken wegen der Verletzung seiner Privatsphäre (32,8 Prozent) und/oder einer zu großen staatlichen Kontrolle (31,7 Prozent).

Die App soll anonym erfassen, wer sich im näheren Umfeld des Betreffenden befindet - und im Infektionsfall die Kontaktpersonen schnell informieren. Bisher läuft diese Information über die Gesundheitsämter. Diese bemühen sich, aufwendig alle Kontaktpersonen zu erreichen, an die sich der Infizierte erinnert.

Berlin untersagt Gefängnis-Besuche

8.00 Uhr: In den Gefängnissen Berlins können Inhaftierte ab Dienstag Angehörige "draußen" per Video besuchen. Der Empfang echter Besucher in den Haftanstalten ist derzeit wegen der Coronakrise nicht möglich.

Neben dem Gesundheitsschutz gehe es auch darum, die Stimmung aufrechtzuerhalten, teilte Berlins Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) mit. Aus Italien und Frankreich sei bekannt, dass dortige Besuchsverbote teilweise zu Aufständen geführt hätten. Deshalb würden die Maßnahmen in Berlin nicht nur bei der Resozialisierung helfen, sondern auch zur Sicherheit in den Gefängnissen beitragen.

Die Justizbediensteten hätten schnell reagiert und die Möglichkeit geschaffen. Laut Justizverwaltung wurden Video-Räume eingerichtet, in denen ein Bediensteter die Verbindung herstellt und der Gefangene dann allein skypen kann. Für die Inhaftierten entstehen keine Kosten.

In einigen Anstalten lief demnach schon eine Testphase. Im Männergefängnis Heidering konnten an drei Stationen 33 Video-Besuche pro Tag ermöglicht werden. Für ein solches Gespräch sind 20 bis 30 Minuten vorgesehen. Anwälte könnten ihre Mandanten weiter persönlich sprechen, aber hinter einer Trennscheibe, hieß es.

Kia Motors setzt Produktion in Südkorea teilweise aus

07.20 Uhr: Der südkoreanische Autohersteller fährt die Produktion herunter. Man wolle den Betrieb in drei Fabriken im Land aussetzen, da der Coronavirus-Ausbruch die Exporte nach Europa und in die Vereinigten Staaten belaste, sagte ein Gewerkschaftsvertreter am Montag in Bezug auf eine Mitteilung des Unternehmens. Die Gewerkschaft habe sich nicht entschieden, ob sie den Plan wegen der laufenden Verhandlungen über die Bezahlung akzeptieren wolle, sagte er, ohne näher darauf einzugehen. Der Betrieb würden zunächst vom 23. bis 29. April ausgesetzt.

Nicaragua: Tausende feiern inmitten der Covid-19-Pandemie zusammen

06.50 Uhr: Nicaragua geht in der Coronakrise einen gefährlichen Sonderweg. Viele Menschen haben dort nun die Abstandsempfehlungen der Weltgesundheitsorganisation missachtet und sind zu Ostern in Badeorte gereist oder haben an Festivals teilgenommen. Gut besucht war etwa das "Summer Music Fest 2020" am Sonntag in einem Badeort nahe der Hauptstadt Managua, wie das regierungsnahe Portal El19Digital berichtete.

Während die Bischöfe in dem katholischen Land wegen der Pandemie Prozessionen ohne Publikum abhielten und zum Daheimbleiben aufriefen, hatte die linke Regierung von Präsident Daniel Ortega Dutzende Veranstaltungen während der Karwoche organisiert und den Tourismus angekurbelt. Das kleine Land zwischen Pazifik und Atlantik schließt weder Schulen, noch schränkt es das öffentliche Leben wesentlich ein. Begründet wird dies damit, dass es in Nicaragua nur neun Infizierte und keine lokale Übertragung gebe.

2537 neue Infektionen in Deutschland registriert

06.20 Uhr: In Deutschland ist nach Angaben des Robert Koch-Instituts die Zahl der Infektionsfälle um 2537 auf 123.016 gestiegen. Binnen 24 Stunden seien 126 weitere Todesfälle in Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie gemeldet worden, teilt das Institut auf seiner Internetseite mit. 64.300 Menschen sind demnach genesen. Einen Tag zuvor lag diese Zahl bei 60.200.

Unicef: Millionen Kinder in den ärmsten Ländern der Welt durch Virus in Gefahr

05.55 Uhr: Die Viruskrise gefährdet nach Unicef-Angaben die Grundversorgung der ärmsten Kinder in Entwicklungsländern und Krisengebieten. "Die Pandemie ist für Millionen Kinder eine existenzielle Gefahr", sagte der Geschäftsführer von Unicef Deutschland, Christian Schneider. Besonders groß sei die Sorge, dass sich das Virus in den überfüllten Flüchtlingslagern in Griechenland und Syrien ausbreite.

"Viele Kinder leiden dort bereits an Mangelernährung und anderen Vorerkrankungen und haben neuen Gefahren nur noch wenig entgegenzusetzen", sagte Schneider. Das Gleiche gelte für Kinder in Ländern der Sahelzone und im südlichen Afrika. Fast 40 Prozent der Afrikaner hätten zu Hause keine Möglichkeit, sich die Hände mit Wasser und Seife zu waschen.

Schüler im Corona-Hotspot Heinsberg verlangen Verschiebung des Abis

05.30 Uhr: Abiturienten im besonders von der Pandemie betroffenen Kreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen  haben die Landesregierung zur Absage der schriftlichen Prüfungen aufgefordert. In einem offenen Brief und einer Petition sprechen sie sich für ein Durchschnittsabitur oder Prüfungen im kommenden Jahr aus. Würden die Klausuren wie angekündigt ab dem 12. Mai geschrieben, könnte das den Notenschnitt vieler deutlich verschlechtern, argumentieren die Schüler. Bei einem Durchschnittsabitur würden die Noten der vergangenen Halbjahre die Endnote bilden.

Es gehe nicht darum, sich vor den Prüfungen zu drücken, schreiben die Schüler von acht Gymnasien. Aber viele hätten Erkrankte in der Familie, und einige bangten auch um die Arbeitsplätze ihrer Eltern - das bedeute psychischen Druck.

Kramp-Karrenbauer will einheitliche Corona-Ausstiegsregeln

04.55 Uhr: CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer pocht auf ein möglichst einheitliches Vorgehen bei einem schrittweisen Ausstieg aus den harten Beschränkungen nach den Osterferien. "Es ist wichtig, dass wir möglichst einheitliche Regelungen haben. Alles andere wirft zusätzliche Fragen auf", sagte Kramp-Karrenbauer der Nachrichtenagentur dpa.

Es gebe auch innerhalb der Ministerpräsidentenkonferenz die feste Vereinbarung, "gemeinsam mit der Bundesregierung ein gutes Gesamtpaket auch vorstellen zu können, mit dem man möglicherweise - das hängt von der Entwicklung der Zahlen über Ostern ab - erste Schritte gehen kann", sagte Kramp-Karrenbauer.

Die CDU-Vorsitzende kritisierte, in einem Bundesland seien Baumärkte geöffnet gewesen, in einem angrenzenden Land aber geschlossen: "Da wundert es nicht, dass es sofort einen regen Reiseverkehr dorthin gibt."

Startenor Andrea Bocelli singt im leeren Mailänder Dom

Andrea Bocelli bei Gesangsübungen auf dem leeren Domplatz in Mailand: Auch das Konzert fand ohne Publikum statt

Andrea Bocelli bei Gesangsübungen auf dem leeren Domplatz in Mailand: Auch das Konzert fand ohne Publikum statt

Foto: PIERO CRUCIATTI/ AFP

04.30 Uhr: Der italienische Tenor Andrea Bocelli hat ein Osterkonzert im wegen der Pandemie menschenleeren Mailänder Dom gegeben. Sein Auftritt am Sonntag wurde live auf der Internetplattform YouTube übertragen. Der 61-Jährige sang unter anderem die geistlichen Arien "Ave Maria" von Charles Gounod und "Sancta Maria" von Pietro Mascagni. Zum Abschluss trug der blinde Sänger das englische Lied "Amazing Grace" vor.

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Bocelli bezeichnete das Konzert selbst als "Gebet". Mit den Liedern bete er dafür, dass wir "diese dramatische Periode so rasch wie möglich überwinden" und danach ein "neues Bewusstsein" für den Umgang mit anderen Menschen und dem Planeten herrsche. Mailand ist die Hauptstadt der Lombardei, der am härtesten betroffenen italienischen Region .

Mehrheit der Deutschen gegen Lockerung des Kontaktverbots

04.15 Uhr: Gerade aktuell zur Osterzeit bekommen viele Menschen die Einschränkungen im Alltag und in der Bewegungsfreiheit besonders zu spüren. Besuche bei den Verwandten etwa müssen oft ausfallen, auch Restaurantbesuche sind meist nicht möglich. Trotz dieser Härten spricht sich die Mehrheit der Deutschen gegen eine Lockerung des Kontaktverbots zur Eindämmung der Pandemie aus.

In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Nachrichtenagentur dpa plädierten 44 Prozent für eine Verlängerung der Maßnahmen über den 19. April hinaus, zwölf Prozent sind sogar für eine Verschärfung. Nur 32 Prozent sind für eine Lockerung und acht Prozent für eine Abschaffung der von Bund und Ländern beschlossenen Einschränkungen. Fünf Prozent machten keine Angaben.

Am Mittwoch berät Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder, wie man nach dem 19. April verfahren will. Die Runde hatte am 22. März zunächst für zwei Wochen umfassende Einschränkungen der Bewegungsfreiheit beschlossen und sie später über Ostern bis zum 19. April verlängert.

China meldet höchste Zahl an Neuinfektionen seit fünf Wochen

03.30 Uhr: Chinas Regierung bemüht sich seit einiger Zeit mit Nachdruck um eine rasche Rückkehr zur Normalität. Sogar in der besonders hart vom Coronavirus betroffenen Stadt Wuhan sind zuletzt die rigiden Ausgangsbeschränkungen gelockert worden . Die aktuellen Zahlen jedoch lassen zumindest leichte Bedenken an diesem Kurs aufkommen.

Das chinesische Festland meldete am Sonntag 108 neue Coronavirus-Fälle gegenüber 99 am Vortag. Es ist die höchste Zahl an Neuinfektionen seit mehr als fünf Wochen. Die meisten Fälle seien auf Einreisende zurückzuführen, erklärte die nationale Gesundheitskommission. Auf dem Festland würden 98 der Fälle aus Übersee stammen. Die Gesamtzahl der bestätigten Fälle liegt nach offiziellen Angaben nun bei 82.160 und die Zahl der Todesopfer ist um zwei auf 3341 gestiegen.

Großbritanniens Bruttoinlandsprodukt könnte laut "Times" um bis zu 30 Prozent einbrechen

03.14 Uhr: Die Auswirkungen der Viruskrise auf die weltweite Wirtschaft sind noch längst nicht absehbar. Dass sie erheblich sein werden, steht jedoch außer Frage. Das gilt auch für Großbritannien, das ohnehin mit dem bevorstehenden Brexit eine erhebliche Unbekannte in den Prognosen zur eigenen wirtschaftlichen Zukunft hat. Einem Bericht der Zeitung "Times" unter Berufung auf Finanzminister Rishi Sunak zufolge könnte das britische Bruttoinlandsprodukt (BIP) zwischen April und Juni um bis zu 30 Prozent sinken. Mitglieder des Kabinetts forderten daher eine Lockerung der Beschränkungen, berichtet die "Times". Sunak habe die Möglichkeit eines Rückgangs des BIP um 25 bis 30 Prozent im zweiten Quartal mit Kabinettsmitgliedern diskutiert, so die Zeitung.

Regierung unter Druck - Innenminister bietet Rücktritt an

Süleyman Soylu: Fragwürdige Entscheidungen sorgen für heftige Kritik

Süleyman Soylu: Fragwürdige Entscheidungen sorgen für heftige Kritik

Foto: POOL New/ REUTERS

03.05 Uhr: Die türkische Regierung ist durch ihren Umgang mit der Coronakrise in schwere Turbulenzen geraten. Innenminister Süleyman Soylu, der wegen einer sehr kurzfristig angekündigten Ausgangssperre heftig in die Kritik geraten war, bot am Sonntag seinen Rücktritt an. Präsident Recep Tayyip Erdogan lehnte dies jedoch ab.

Sein Rücktrittgesuch hatte der Minister kurz zuvor eingereicht. "Mögen mir mein Land, das ich niemals verletzen wollte, und unser Präsident, dem ich mein ganzes Leben lang treu ergeben sein werde, verzeihen", so der 50-Jährige.

Soylu hatte am Freitagabend mit nur zwei Stunden Vorlauf angekündigt, dass die Bewohner von 31 Städten, darunter der Hauptstadt Ankara und der Millionenmetropole Istanbul, ihre Wohnungen für einen Zeitraum von 48 Stunden nicht verlassen dürften. Dies hatte großen Unmut und Panikkäufe der Bevölkerung ausgelöst.

jok/hba/rai/ptz/dpa/Reuters/AFP
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