Corona-News am Montag Hausärzte-Chef verlangt Klarheit über AstraZeneca

»Impfen darf nicht zur Mutprobe werden«, sagt der Chef des Deutschen Hausärzteverbands und fordert mehr Informationen über die Vorerkrankungen von gestorbenen AstraZeneca-Geimpften. Der Überblick am 5. April.
Hausarztpraxen sollen nach Ostern die Impfzentren im Kampf gegen das Coronavirus entlasten

Hausarztpraxen sollen nach Ostern die Impfzentren im Kampf gegen das Coronavirus entlasten

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Christoph Schmidt / dpa

Das waren die Corona-News am 5. April.

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+++ Hausärzte-Chef verlangt Klarheit über AstraZeneca +++

21.24 Uhr: Zum Start der Corona-Impfungen in vielen Hausarztpraxen fordert Verbandschef Ulrich Weigeldt Klarheit über die Nebenwirkungen des Präparats von AstraZeneca. »Impfen darf nicht zur Mutprobe werden – weder für die Patienten noch für den Arzt«, sagte der Chef des Hausärzteverbandes der »Bild«.

Bund und Länder hatten vor einer Woche nach einer Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) beschlossen, den Impfstoff von AstraZeneca in der Regel nur noch für Menschen ab 60 Jahre einzusetzen. Hintergrund sind Fälle von Blutgerinnseln (Thrombosen) in Hirnvenen.

Es fehle an Klarheit, welche Vorerkrankungen und Prädispositionen die Geimpften gehabt hätten, bei denen solche Hirnvenenthrombosen aufgetreten seien, kritisierte Weigeldt. »Hausärzte kennen ihre Patienten und könnten differenzierte Entscheidungen treffen – alle unter 60 Jahre von der Impfung mit AstraZeneca auszuschließen, ist sehr holzschnittartig.«

Blinken: USA wollen globale Impfanstrengungen stärker unterstützen

21.51 Uhr: US-Außenminister Antony Blinken hat eine stärkere Unterstützung der USA für die globalen Impfanstrengungen in Aussicht gestellt. Angesichts der Fortschritte der amerikanischen Impfkampagne prüfe die Regierung Optionen, wie die USA künftig mehr Ressourcen mit anderen Ländern teilen könnten, sagte Blinken am Montag in Washington.

»Wir glauben, dass wir in der Lage sein werden, an dieser Front viel mehr zu tun«, sagte Blinken. »Ich weiß, dass viele Länder von den Vereinigten Staaten fordern, mehr zu tun – einige mit wachsender Verzweiflung wegen des Umfangs und Ausmaßes ihrer Corona-Notsituation. Wir hören Sie. Und ich verspreche Ihnen, dass wir so schnell wie möglich handeln werden.«

Corona-Lage in Spanien spitzt sich zu

21.02 Uhr: Die Corona-Lage in Spanien spitz sich zu. Offiziellen Daten zufolge steigt die Zahl der Infizierten pro 100.000 Einwohner, die sich in den vergangenen 14 Tagen mit Covid-19 infiziert haben, auf 163,4. Am Samstag waren es noch 151,8 gewesen. Der Leiter des Gesundheits-Notdienstes, Fernando Simon, sagt, die Zahl der Neuinfektionen steige landesweit und das im Gesundheitssystem beginne sich Druck aufzubauen. Gleichwohl sei die Entwicklung nicht so heftig wie bei den vergangenen Infektionswellen.

Saudi-Arabien lässt nur Geimpfte und Genesene an Pilgerfahrt teilnehmen

20.57 Uhr: Saudi-Arabien lässt vorerst nur noch Corona-Geimpfte und Genesene an der Pilgerfahrt Umrah teilnehmen. Das Ministerium für die Pilgerfahrten Hadsch und Umrah kündigte am Montag in Riad an, ab dem Beginn des muslimischen Fastenmonats Ramadan nur noch »immunisierten Menschen« eine Genehmigung zur Teilnahme an der Umrah und an Gebeten in der Großen Moschee in Mekka und in der Prophetenmoschee in Medina auszustellen.

Als immunisiert gelten demnach Geimpfte, die schon beide Impfdosen oder vor mindestens 14 Tagen die erste Impfdosis erhalten haben, sowie Menschen, die bereits eine Corona-Infektion überstanden haben. Die neuen Regeln gelten den Angaben zufolge ab dem Ramadan-Beginn Mitte April. Wie lange sie gelten sollen, wurde nicht mitgeteilt.

Erneut mehr als 40.000 Neuinfektionen in Türkei

18.53 Uhr: Das türkische Gesundheitsministerium hat rund 43.000 Corona-Neuinfektionen an einem Tag gemeldet. Die Zahl lag damit am Montag den vierten Tag in Folge über der Marke von 40.000. Zudem wurden 193 Todesfälle innerhalb von 24 Stunden im Zusammenhang mit Covid-19 registriert, wie das Ministerium mitteilte. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist besonders in der Millionenmetropole Istanbul hoch. Sie lag zuletzt bei rund 590 Fällen pro 100.000 Einwohner in einer Woche.

Das Land mit rund 84 Millionen Einwohnern hatte die Corona-Beschränkungen Anfang März teilweise aufgehoben – seitdem steigen die Fallzahlen rapide. Inzwischen gelten wieder strengere Maßnahmen in bestimmten Regionen, wie Ausgangssperren am Wochenende. Restaurants und Cafés sollen aber erst zu Beginn des Fastenmonats Ramadan Mitte April wieder geschlossen werden.

Boris Johnson will am 12. April erstes Bier im Biergarten trinken

Der britische Premierminister Johnson hat die Öffnung der Außenbereiche von Pubs und Restaurants ab Montag kommender Woche bestätigt

Der britische Premierminister Johnson hat die Öffnung der Außenbereiche von Pubs und Restaurants ab Montag kommender Woche bestätigt

Foto: FACUNDO ARRIZABALAGA / EPA

18.27 Uhr: Großbritanniens Premierminister Boris Johnson hat die für England vom 12. April an geplanten Corona-Lockerungen offiziell bestätigt. »Am Montag, den 12., werde ich selbst zu einem Pub gehen und vorsichtig, aber unwiderruflich, ein Bier an meine Lippen führen«, sagte Johnson am Ostermontag in London. Von der kommenden Woche an dürfen in England Pubs ihre Biergärten und Restaurants ihre Außenbereiche wieder öffnen – das gleiche gilt auch für Zoos, Fitnessstudios, Friseure und nicht-essenzielle Geschäfte. Die anderen britischen Landesteile legen ihre eigenen Coronaregeln fest. Die Infektionslage in Großbritannien hat sich in den vergangenen Wochen deutlich entspannt – die Sieben-Tage-Inzidenz lag zuletzt bei 44 Fällen pro 100.000 Einwohner.

Furcht vor Corona-Strafe – 22-Jähriger in NRW stürzt von Balkon

17.50 Uhr: Beim Versuch, sich nach Verstößen gegen die Coronaregeln vor der Polizei zu verstecken, ist ein 22-jähriger Mann im nordrhein-westfälischen Wipperfürth von einem Balkon gestürzt und verletzt sich schwer. Wie die Polizei mitteilte, gehörte er zu einer Gruppe von vier Männern, die sich in einer Wohnung getroffen und mit viel Alkohol gefeiert hatten. Der Vorfall erreignete sich am Karfreitag. Die Polizei wurde demnach durch den Anruf eines Nachbarn aufmerksam, der sich über Ruhestörung beschwerte. Als die Beamten gegen 23.30 Uhr bei der Wohnung eintrafen, flüchteten zwei der Feiernden auf den Balkon. Einer von ihnen sei dann offensichtlich bei dem Versuch abgestürzt, auf einen benachbarten Balkon zu klettern. Er wurde schwerverletzt in ein Krankenhaus gebracht.

Bar-Besitzer in Hongkong wegen Schließungen im Hungerstreik

17.40 Uhr: Eine Gruppe von Bar-Besitzern in Hongkong ist aus Protest gegen die bereits seit Monaten andauernde Schließung ihrer Lokale in der Coronapandemie in einen symbolischen Hungerstreik getreten. Die viertägige Aktion begann am Sonntag auf einem Bürgersteig vor dem Hauptquartier der Lokalregierung der chinesischen Sonderverwaltungszone. An dem Protest beteiligen sich auch mehrere Eigentümer der beliebten Karaoke- und Mahjong-Bars. Mahjong ist ein traditionelles chinesisches Gesellschaftsspiel.

Der Protest der Bar-Besitzer begann am Jahrestag der erstmaligen Schließung von Bars und Kneipen in Hongkong im Zuge der Coronapandemie. Es handelt sich allerdings um keinen vollständigen, sondern einen symbolischen Hungerstreik, da die Teilnehmer lediglich in abwechselnden Schichten auf die Nahrungsaufnahme verzichten.

Brandstiftung an Corona-Testzentrum in Berlin

17.58 Uhr: An einem Coronatestzentrum im Berliner Stadtteil Tiergarten sind mehrere Brandschäden und andere Sachbeschädigungen festgestellt worden. Eine Mitarbeiterin des Testzentrums am Lützowplatz habe die Schäden am Sonntagmorgen an einem aufgestellten Zelt und einem Container entdeckt, teilte die Polizei mit. Das Feuer sei offenbar von selbst erloschen. Zudem seien sechs Werbebanner auf dem Gelände mit einem scharfen Gegenstand beschädigt worden. Eine politische Motivation werde geprüft, hieß es.

Brinkhaus mahnt Reform des Staatswesens an

17.22 Uhr: Unions-Fraktionschef Ralph Brinkhaus hat sich vor dem Hintergrund der Erfahrungen der Pandemie für eine Reform des Staatswesens ausgesprochen. »Unser Staatswesen entstammt aus einer anderen Zeit. Es hat uns gut und lange getragen. Die Pandemie hat gezeigt, dass das System nicht nur unter Krisenbedingungen an seine Grenzen gerät«, heißt es in einem Osterbrief von Brinkhaus an die Unionsabgeordneten.

»Die Verfahren, Abläufe und Abstimmungen sind, wenn es darauf ankommt, zu schwerfällig – und im Grunde auch innovationsfeindlich«, kritisierte Brinkhaus. Es müsse daher darum gehen, »die erforderlichen Lehren zu ziehen und das Staatswesen zu modernisieren«. Viele »sehr überlegenswerte Reformideen« lägen dafür bereits vor.

Reiseverband: Pandemie verstärkt Trend zum nachhaltigen Reisen

16.59 Uhr: Nach Einschätzung des Deutschen Reiseverbands verstärkt die Coronapandemie die Wertschätzung fürs Reisen und gleichzeitig den Trend zu nachhaltigem Urlaub. »Der Trend zum nachhaltigen Reisen hat durch Corona einen weiteren Push bekommen«, sagte Kerstin Heinen vom Reiseverband dem Portal »Watson« am Montag. Das Interesse werde sich auch nach der Pandemie sicher weiter verstärken.

Bislang liege das Interesse an nachhaltigen Reisen bei Pauschalurlaubern aber auf einem sehr niedrigen Niveau. Insgesamt bevorzugten die Urlauber seit Corona jedoch »eher die Natur als große Städte, man möchte eher für sich sein«, sagte Heinen. Campingplätze, Ferienwohnungen und Wohnmobile würden beliebter.

Eine Woche Lockdown in Bangladesch – Händler protestieren

15.58 Uhr: Angesichts schnell steigender Coronazahlen hat am Montag in Bangladesch ein einwöchiger landesweiter Lockdown begonnen. Trotzdem gingen am Montag Hunderte Händler auf die Straßen der Hauptstadt Dhaka und forderten die Regierung auf, ihnen zu erlauben, ihre Läden mit Sicherheitskonzepten geöffnet zu lassen. Das südasiatische Land ist nach UN-Angaben eines der am wenigsten entwickelten der Welt. Auch suchten etliche Menschen auf den Straßen Dhakas nach Rikschas, da öffentliche Verkehrsmittel nicht mehr fuhren. Oder sie kauften in kleinen Tante-Emma-Läden ein, während die großen Läden geschlossen blieben.

Das Gesundheitsministerium Bangladeschs hatte die Menschen am Wochenende angewiesen, zu Hause zu bleiben. Läden sollten schließen, öffentliche Verkehrsmittel nicht fahren und Inlandsflüge wurden gestrichen. Fabriken dürfen demnach offen bleiben, wenn sie Schutzkonzepte vorweisen und ihren Angestellten Transport zur Verfügung stellen. Auch lebenswichtige Dienstleistungen wie Essensversorgung und Krankenhäuser sollten weiter funktionieren.

Viele Fahrzeuge an Ostern aus dem Nordosten zurückgewiesen

15.29 Uhr: Während der Ostertage sind hunderte Fahrzeuge aus Mecklenburg-Vorpommern zurückgewiesen worden, die sich unerlaubterweise im Bundesland aufhielten. Am Ostersonntag wurden im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Neubrandenburg 95 Fahrzeuge zurückgeschickt, wie die Polizei am Montag mitteilte. Zudem seien 175 Menschen aufgefordert worden, MV wieder zu verlassen, da sie keinen triftigen Grund nachweisen konnten. Die betroffenen Menschen verhielten sich laut Polizei überwiegend kooperativ. Insgesamt seien am Ostersonntag 776 Fahrzeuge kontrolliert worden.

Im Bereich des Polizeipräsidiums Rostock waren es nach eigenen Angaben 63 zurückgewiesene Fahrzeuge am Ostersonntag. Hierbei wurden 191 Menschen aufgefordert, das Bundesland wieder zu verlassen. Am Karfreitag und Karsamstag wurden laut Polizei bereits hunderte Fahrzeuge zurückgeschickt.

Grüne fordern vom Bund »radikalen Wellenbrecher«

15.15 Uhr: Grünen-Fraktionschefin Göring-Eckardt verlangt von der Bundesregierung ein härteres Vorgehen gegen die Pandemie. »Wir brauchen jetzt einen radikalen Wellenbrecher«, sagte Göring-Eckardt der »Welt« laut Vorabmeldung. »Die Bundesregierung darf nicht noch mehr wertvolle Zeit verlieren.« Die Grünen unterstützten einen »verbindlichen bundeseinheitlichen Stufenplan, eingebettet in das Infektionsschutzgesetz und vom Bundestag beschlossen«.

Laschet drängt auf neuen »Brücken-Lockdown«

15.00 Uhr: NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) dringt angesichts der anschwellenden dritten Corona-Welle auf einen neuen »Brücken-Lockdown« und das Vorziehen der bislang für kommenden Montag geplanten nächsten Ministerpräsidentenkonferenz.

Die Kontakte im privaten Bereich, aber auch am Arbeitsplatz müssten weiter verringert werden, möglicherweise auch durch Ausgangsbeschränkungen, sagte Laschet beim Besuch eines Impfzentrums in Aachen. Er sprach von einer »Ausnahmesituation«, in der jetzt schnelles Handeln notwendig sei.

Das Saarland-Modell vor dem Start für mehr Öffnung

14.27 Uhr: Erstmals geht ein ganzes Bundesland als Corona-Modellprojekt an den Start: Im Saarland dürfen von Dienstag an eine ganze Reihe von Einrichtungen und Häuser wieder öffnen. Neben der Außengastronomie sind das Kinos, Theater, Konzerthäuser, Fitnessstudios und Tennishallen. Voraussetzung für Gäste und Nutzer ist meist ein negativer Schnelltest, der nicht älter als 24 Stunden sein darf. Zudem können sich im Freien bis zu zehn Menschen treffen, auch am Biertisch, wenn sie negativ getestet worden sind.

  • Mehr über die saarländische Öffnungsstrategie lesen Sie hier 

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hält den Vorstoß für unhaltbar. »Das Saarland erhält aus dem Kontingent anderer Bundesländer zusätzliche Impfdosen, weil es Grenzregion ist, und zum Dank machen sie jetzt ein Experiment, das zum Scheitern verurteilt ist«, sagte er dem SPIEGEL. »In der jetzigen Situation ist so ein Modellprojekt ein programmierter Misserfolg.«

Indien zählt erstmals mehr als 100.000 neue Corona-Fälle pro Tag

13.31 Uhr: Anfang des Jahres gab es in Indien teilweise weniger als 10.000 erfasste Corona-Neuinfektionen pro Tag, selbst beim bisherigen Höchststand im vergangenen Sommer blieb die Zahl der gemeldeten Fälle knapp unter 100.000. Nun ist diese Marke laut indischem Gesundheitsministerium zum ersten Mal überschritten worden. Besonders betroffen ist der reichste Bundesstaat Maharastra mit der Finanzmetropole Mumbai, wo inzwischen ein Lockdown angekündigt wurde. Premierminister Narendra Modi hatte am Wochenende vor einem alarmierenden Anstieg der Fälle gewarnt.

Singapur akzeptiert digitalen Reise-Impfpass

13.19 Uhr: Fluggesellschaften fordern von ihren Passagieren schon seit Längerem einen negativen Corona-Test. Ihr internationaler Verband IATA hat eine App namens Travel Pass veröffentlicht, die Laborergebnisse und auch Impfzertifikate enthalten soll. Singapur wird nun als eines der ersten Länder den mobilen Reisepass der IATA akzeptieren. Die App wurde von Singapore Airlines, Emirates, Qatar Airways und Malaysia Airlines getestet.

Andrang beim Impfen ohne Termin in Wismar

12.54 Uhr: Wer älter ist als 60 Jahre und im Kreis Nordwestmecklenburg wohnt, kann sich heute in Wismar mit AstraZeneca impfen lassen. Der Andrang ist so groß, dass der Kreis davon abrät, noch ins Impfzentrum zu kommen. Mehrere hundert Meter lang war die Schlange vor dem Impfzentrum am Morgen. Wie Reporter des NDR berichten, halten sich die Wartenden dabei diszipliniert an die Hygieneregeln, sie harren aus, geduldig mit Maske und Abstand. Seit 8 Uhr steht das medizinische Personal in Wismar bereit. Neben dem Sana Hanse Klinikum empfangen die Ärzte, Schwestern, Pfleger und Sanitäter die Impfwilligen noch bis 20 Uhr und damit zwei Stunden länger, als ursprünglich geplant. Wegen des großen Interesses ist nun ein weiterer Termin dieser Art angesetzt: für den 17. April.

Papst Franziskus erinnert am Ostermontag an Menschen in Pflegeheimen

12.42 Uhr: Papst Franziskus hat sein öffentliches Mittagsgebet am Ostermontag besonders den alten und kranken Menschen sowie den Bewohnern von Pflegeheimen gewidmet. Gerade diesen Menschen wolle er ein Zeichen der Hoffnung und Ermutigung senden, sagte er. Im Vatikan klangen mit dem sogenannten Regina-Cali-Gebet am Montag die Zeremonien zum Osterfest aus. Es war das zweite Mal nach 2020, dass das katholische Kirchenoberhaupt die Auferstehungsfeiern mit starken Corona-Einschränkungen begehen musste.

Der 84-jährige Papst sprach sein Gebet an einem Pult stehend aus der Bibliothek des Apostolischen Palastes. Es wurde unter anderem im Internet übertragen. Wegen der strengen Corona-Schutzmaßnahmen waren so gut wie keine Pilger in Rom. Der riesige Petersplatz blieb auch am Montag fast leer. In seiner Osterbotschaft am Sonntag hatte Franziskus vor wenigen Zuhörern im Petersdom mehr Anti-Corona-Impfungen für ärmere Länder gefordert. Außerdem warnte der Argentinier vor Kriegen und Wettrüsten in der Welt.

Lauterbach fordert Strategiewechsel – »60 Millionen Erstgeimpfte bis Juli«

12.06 Uhr: SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach fordert einen Kurswechsel in der Corona-Impfstrategie hin zu möglichst vielen kurzfristigen Erstimpfungen. Wenn der Abstand zur Zweitimpfung bei den mRNA-Impfstoffen von Biontech und Moderna von sechs auf zwölf Wochen verlängert würde, könnten bis Juli über 60 Millionen Menschen in Deutschland erstgeimpft und so gegen schwere Krankheitsverläufe geschützt sein, sagte er der »Augsburger Allgemeinen«. »Wenn wir jetzt unsere Strategie wechseln und auf möglichst viele Erstimpfungen ausrichten, wird kein vierter Lockdown mehr nötig sein.«

Lauterbach verwies auf Erfahrungen aus Großbritannien sowie Modellrechnungen unter seiner Beteiligung, wonach so »weit über 10.000« Todesfälle verhindert werden könnten. »Studienergebnisse aus Australien weisen darauf hin, dass der Schutz der mRNA-Impfstoffe auch zwischen der sechsten und der zwölften Woche nach der Impfung so stark ausgeprägt ist, dass bei einer Coronainfektion das Risiko schwerer Verläufe mit Klinikaufenthalten oder tödlichem Ausgang extrem gering ist.«

Spahn: Bis Anfang Mai jeder fünfte Deutsche geimpft

11.27 Uhr: »Bis Anfang Mai werden 20 Prozent der Deutschen geimpft sein können«, sagt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn beim Besuch eines Berliner Impfzentrums. Seit Jahresanfang seien drei Monate benötigt worden, um etwa zehn Prozent der Bevölkerung zu impfen. »Wir werden die nächsten zehn Prozent jetzt in einem Monat schaffen können angesichts der zu erwartenden Lieferungen.« Die Impfgeschwindigkeit werde im zweiten Quartal immer weiter zulegen.

Außerdem warnte Spahn vor der anhaltenden Ansteckungsgefahr durch das Coronavirus. »Impfen verhindert nicht die dritte Welle, die dritte Welle wächst«, sagt der CDU-Politiker in Berlin während eines Besuches im Impfzentrum Messe. Länder mit bereits höherer Impfquote wie Chile, Großbritannien oder die USA zeigten, dass Kontaktbeschränkungen weiter notwendig seien. Spahn nennt überdies die Situation auf den Intensivstationen und in den Kliniken angesichts steigender Auslastungszahlen besorgniserregend.

Coronaleugner-Demo vor Haus von Ministerpräsident Weil verhindert

10.30 Uhr: Mit einer großen Zahl an Einsatzkräften hat die Polizei am Abend des Ostersonntags eine Versammlung von Anhängern der sogenannten »Querdenken«–Bewegung vor dem Haus des niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil (SPD) verhindert. Trotz eines Verbots habe eine kleine zweistellige Zahl an Personen vor Weils Privatwohnsitz in Hannover demonstrieren wollen, teilte die Polizei mit. Sie seien jedoch an Kontrollstellen in den umliegenden Straßen von Polizeibeamten abgewiesen worden. Zu einer Versammlung sei es nicht gekommen.

Trotz Corona: Deutsche Kliniken lagern immer mehr Personal aus

10.03 Uhr: Ungeachtet der Coronakrise und der dadurch verursachten zeitweisen Überlastung der Kranken- und Intensivstationen lagern Deutsche Krankenhäuser einem Zeitungsbericht zufolge immer mehr Aufgaben in Servicegesellschaften aus. Die Personalausgaben in ausgelagerten Bereichen haben sich zwischen 2010 und 2018 mehr als verdoppelt, und zwar von knapp zwei auf vier Milliarden Euro. Das geht laut dem »RedaktionsNetzwerk Deutschland« (RND) aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der Linksfraktion hervor. Ihr Anteil an allen Personalaufwendungen der Kliniken stieg von vier auf sechs Prozent und damit um 50 Prozent.

Handel für späten Beginn von Ausgangssperren

09.29 Uhr: Der Handelsverband HDE plädiert für Ausgangssperren erst nach 22.00 Uhr. Griffen sie zu früh, gäbe es in den Stunden davor ein erhöhtes Kundenaufkommen, sagt HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth der »Wirtschaftswoche«. »Das gilt es im Sinne einer wirkungsvollen Bekämpfung der Pandemie zu verhindern.« Bei Sperren ab 22.00 Uhr wären die Auswirkungen für den Einzelhandel sicherlich überschaubar. »Wenn die Regelung früher ansetzen würde, gäbe es wohl Auswirkungen auf die Lebensmittelhändler, die ihre Geschäfte oft auch in den Abendstunden für die Berufstätigen noch geöffnet halten.« In jedem Fall müsse es Sonderregelungen für die Angestellten im Lebensmittelhandel für den Weg zur Arbeit und nach Hause geben.

Weiter keine Probleme mit Ausgangsbeschränkungen in Hamburg

09.08 Uhr: Die nächtlichen Ausgangsbeschränkungen in Hamburg sind über das Osterwochenende weitgehend eingehalten worden. Es habe einige Überprüfungen und nur einzelne Verstöße gegen Auflagen gegeben, sagte ein Polizeisprecher am Montag. Wegen der Coronapandemie sind in Hamburg seit Freitagabend nächtliche Ausgangsbeschränkungen in Kraft.

Sie gelten zwischen 21.00 und 5.00 Uhr. Hamburger dürfen ihre Wohnungen nur noch aus triftigem Grund verlassen. Ausnahmen von der bis zum 18. April geltenden Regel gibt es in der Hansestadt beispielsweise für berufliche Tätigkeiten, Gassigehen mit dem Hund und Sport im Freien, allerdings immer nur für eine Person.

Kaffeekonsum im Coronajahr 2020 gestiegen

08.20 Uhr: Die Menschen in Deutschland haben im Corona-Jahr 2020 mehr Kaffee getrunken als im Jahr zuvor. Wegen der Einschränkungen durch die Pandemie und des vermehrten Homeoffice-Einsatzes hätten die Menschen den Konsum in die eigenen vier Wände verlagert, teilte der Deutsche Kaffeeverband in Hamburg mit.

Insgesamt legte der Kaffeemarkt den Angaben zufolge 2020 um 1,5 Prozent zu. Das entspreche pro Kopf einer Steigerung von 20 Tassen Kaffee auf insgesamt 168 Liter. »Lockdown heißt nicht, dass der Konsument keinen Kaffee mehr trinkt, wenn Coffeeshop und Kantine geschlossen sind. Vielmehr haben sich die Konsumorte in dieser Zeit verändert«, sagte Hauptgeschäftsführer Holger Preibisch.

So verbrauchten die Menschen den Angaben zufolge zu Hause 37.900 Tonnen Röstkaffee mehr als 2019. Das entspreche einer Steigerung von elf Prozent. Auf der anderen Seite ging der Konsum außerhalb der eigenen vier Wände etwa in der Gastronomie oder am Arbeitsplatz um 30.300 Tonnen zurück. Das sei ein Minus von 23 Prozent.

Chance für Oktoberfest »fifty-fifty«

05.00 Uhr: Niemand weiß, ob das Oktoberfest dieses Jahr stattfinden kann, doch bei den Festzelten stapeln sich bereits die Reservierungsanfragen. »Die Resonanz ist sehr positiv«, sagt der Sprecher der Wiesnwirte, Peter Inselkammer. »Die Leute wollen kommen.« Bei den Hotelbuchungen gibt es dagegen merkliche Zurückhaltung. Wie von Hotelketten und Reiseportalen zu hören ist, gehen dort weniger Reservierungen, Buchungen und Suchanfragen nach Übernachtungsmöglichkeiten zur Wiesnzeit ein.

In normalen Jahren kommen in den beiden Festwochen sechs Millionen Besucher zum größten Volksfest der Welt. Sie trinken, singen und feiern in den Zelten auf engstem Raum. Ohne wirksamen Impfschutz böte das Fest alle Voraussetzungen für ein internationales Superspreader-Event. In diesem Jahr ist das Oktoberfest vom 18. September bis 3. Oktober geplant.

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Kanzlerin Merkel im Bundestag mit Maske

Kanzlerin Merkel im Bundestag mit Maske

Foto: Michael Kappeler / dpa

Umfrage: Große Mehrheit zweifelt an Merkels Impfversprechen

05.00 Uhr: Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat vollständig gegen Corona geimpften Menschen Hoffnung auf mehr Freiheiten gemacht – viele glauben aber nicht an eine Impfung bis zum Ende des Sommers. Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur

  • erwartet nur knapp ein Viertel (23 Prozent), dass das Ziel eingehalten wird, bis zum 21. September jedem Impfwilligen eine Corona-Impfung anzubieten.

  • 62 Prozent rechnen dagegen nicht damit. 15 Prozent machten keine Angaben.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat mehrfach angekündigt, bis zum 21. September allen impfwilligen Erwachsenen in Deutschland ein entsprechendes Angebot machen zu wollen. Das Vertrauen in dieses Versprechen ist gesunken: In einer vergleichbaren YouGov-Umfrage Anfang Februar hatten noch 26 Prozent daran geglaubt, dass das Ziel erreicht wird. 57 Prozent hatten schon damals kein Vertrauen in das Versprechen.

Bislang kaum Erfolge bei Suche nach Medikamenten

05.00 Uhr: Wissenschaftler dämpfen die Hoffnung auf einen baldigen Durchbruch bei der Suche nach Medikamenten gegen das Coronavirus. Man dürfe nicht sehr optimistisch sein, dass Arzneimittel in Kürze die Sterblichkeit bei intensivmedizinisch behandelten Patienten drastisch senken könnten, sagt Stefan Kluge, Direktor der Klinik für Intensivmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf.

Im Laufe der Pandemie habe es immer wieder Glauben und Hoffen gegeben – doch 95 oder eher sogar 99 Prozent der Medikamente seien in Studien durchgefallen, sagte Kluge, der Koordinator der Behandlungsleitlinien der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) ist.

Bisher werden vor allem Mittel eingesetzt, um Symptome zu lindern. So kommt bei Klinik-Patienten vor allem das entzündungshemmende und lange bekannte Dexamethason zum Einsatz. Es soll eine überschießende Immunreaktion bremsen, die bei Covid häufig auftritt. Dexamethason gehört zu den laut nationaler Leitlinie empfohlenen Medikamenten.

Landsberg: Bundesgesetz zu Coronaregeln kommt für dritte Welle nicht in Betracht

04.35 Uhr: Der Städte- und Gemeindebund hat mit Skepsis auf den Vorstoß von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) reagiert, einheitliche Corona-Regeln per Bundesgesetz durchzusetzen. Zwar wäre mehr Einheitlichkeit zwischen den Bundesländern »wünschenswert, weil die Menschen die unterschiedlichen Regelungen sonst kaum nachvollziehen können«, sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Dies per Bundesgesetz zu regeln, komme für die jetzt laufende dritte Welle aber nicht mehr in Betracht.

Ein entsprechendes Gesetzgebungsverfahren würde die Zustimmung des Bundesrates voraussetzen, »was erfahrungsgemäß mehrere Wochen lang dauert«, sagte Landsberg. Bund und Länder könnten sich auch kurzfristig auf strengere gemeinsame Regeln verständigen. »Das würde allerdings voraussetzen, dass sich dann auch alle wirklich an die getroffenen Vereinbarungen halten.«

Landsberg rief die Bundesländer dazu auf, die Corona-Notbremse wie mit dem Bund vereinbart einzuhalten. Das Infektionsgeschehen sei »dramatisch«. »Die Notbremse muss jetzt konsequent umgesetzt werden.«

China meldet größten Tagesanstieg an Neuinfektionen seit zwei Monaten

03.11 Uhr: China meldet binnen 24 Stunden den größten Anstieg an neuen Corona-Infektionen seit mehr als zwei Monaten. 32 weitere bestätigte Fälle seien aufgetreten, davon 15 in der Provinz Yunnan, die auf ein Cluster in der Stadt Ruili an der Grenze zu Myanmar zurückzuführen seien, erklärt die nationale Gesundheitskommission. Die Zahl der neuen asymptomatischen Fälle, die China nicht als bestätigte Fälle einstuft, wird mit 18 angegeben. Die Gesamtzahl der bestätigten Fälle auf dem chinesischen Festland steigt demnach offiziellen Angaben zufolge auf 90.305, während die Zahl der Todesfälle unverändert bei 4636 liegt.

Reuters-Zählung – weltweit mehr als 131,11 Millionen Infektionsfälle

01.39 Uhr: Weltweit haben sich bislang mehr als 131,11 Millionen Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. 2.989.217 Menschen starben nach einer Infektion mit dem Virus, ergibt eine Auswertung der offiziellen Behördenangaben der Nachrichtenagentur Reuters.

Leeres Klassenzimmer an Sekundarschule in Sachsen-Anhalt

Leeres Klassenzimmer an Sekundarschule in Sachsen-Anhalt

Foto: Klaus-Dietmar Gabbert / dpa

Zwei kostenlose Coronatests pro Woche für Bürger in England

01.01. Uhr: Die Briten sollen sich bald zweimal pro Woche kostenlos auf das Coronavirus testen lassen können. Die Schnelltests sollen künftig neben Schulen und Arbeitsplätzen auch großflächig für alle an lokalen Teststationen angeboten werden, wie die britische Regierung am Ostermontag mitteilte. Bislang waren frei verfügbare Schnelltests auf besonders gefährdete Gruppen beschränkt.

Das Testen sei unbedingt notwendig, um während der geplanten Lockerungen die Erfolge der britischen Impfkampagne nicht zu gefährden, sagte Premierminister Boris Johnson. »Deshalb machen wir Schnelltests jetzt für alle in England verfügbar – um Ausbrüche schnell zu stoppen, damit wir wieder die Menschen, die wir lieben, sehen und die Dinge, die wir genießen, tun können«, sagte Johnson einer Mitteilung zufolge.

GEW: Notfalls wegen Coronapandemie auf Abiturprüfungen verzichten

00.15 Uhr: Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordert, wegen der Corona-Pandemie die Abiturprüfungen in diesem Jahr notfalls ausfallen zu lassen. »Sollte das Infektionsgeschehen so dramatisch ansteigen, wie die dritte Welle in anderen europäischen Nachbarstaaten befürchten lässt, müssen die Länder flexibel reagieren und von Prüfungen absehen«, sagte GEW-Chefin Marlis Tepe den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland.

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»Dann könnten zum Beispiel die Leistungen aus dem Unterricht zur Grundlage der Notengebung gemacht werden«, sagte Tepe. »Die GEW hat sich sehr dafür eingesetzt, dass die Kultusministerinnen und -minister erklärt haben, die Abiture mit verschiedenen Prüfungsformaten gegenseitig anzuerkennen.« Diese Erklärung müsse eingehalten werden, sollten Prüfungen pandemiebedingt ausfallen müssen. Das Abitur 2021 brauche die volle Anerkennung und Wertschätzung.

Der hessische Kultusminister Alexander Lorz sagte im RND-Podcast »Die Schulstunde«, die Kultusministerkonferenz (KMK) gehe davon aus, dass die Abiturprüfungen in diesem Jahr überall stattfänden. Lorz, der die Unions-Länder in der KMK koordiniert, sagte, eine Absage von Prüfungen wäre zum Nachteil der Schüler: »Sie würden den Jugendlichen fürs Leben einen Malus mitgeben.«

nck/mas/oka/AFP/dpa/Reuters