News-Update zur Coronakrise Die wichtigsten Entwicklungen zum Coronavirus am Samstag

Wissenschaftler appellieren an die deutsche Politik, einheitliche Ausgangsbeschränkungen zu verhängen. In den USA ist ein Corona-Schnelltest zugelassen worden. Und Russland unterstützt Italien. Das News-Update.
Foto: Diego Puletto/ dpa

Dieser Artikel wird laufend aktualisiert

Neuer Corona-Schnelltest in den USA zugelassen

23.37 Uhr: Innerhalb von 45 Minuten soll ein neu zugelassener Schnelltest in den USA eine Infektion mit dem Virus Sars-CoV-2 nachweisen. Die Zulassung des Verfahrens markiere einen wichtigen Schritt, um die Verfügbarkeit und die Geschwindigkeit von Tests zu erhöhen, erklärte der Chef der US-Arzneimittelbehörde FDA, Stephen Hahn.

Der Test soll dem Hersteller Cepheid zufolge vorwiegend in Krankenhäusern zum Einsatz kommen. Bisher müssen Tests in den USA an Labore geschickt werden - bis zu einem Ergebnis dauert es oft Tage. Laut Cepheid sollen die Tests ab kommender Woche ausgeliefert werden.

In den USA ist die Zahl bekannter Erkrankungen innerhalb einer Woche um mehr als das Zehnfache in die Höhe geschnellt. Inzwischen gibt es dort nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität mehr als 24 000 Fälle. Im Bundesstaat New York sollen ab Sonntag fast 20 Millionen Amerikaner unter Ausgangssperre gestellt werden. Auch New York City wird zunehmend zur Geisterstadt.  

Leere Straßen in New York City: Die Millionenmetropole wirkt wegen der Corona-Pandemie verlassen

Leere Straßen in New York City: Die Millionenmetropole wirkt wegen der Corona-Pandemie verlassen

Foto: Peter Foley/EPA-EFE/Shutterstock

Russland unterstützt Italien mit Schutzausrüstung und Spezialisten

22.55 Uhr: Russland stellt Italien im Kampf gegen das Coronavirus Schutzausrüstungen, mobile Versorgungsstationen und Mittel für eine großflächige Desinfektion von Verkehrsmitteln und Gebieten zur Verfügung. Das teilte der Kreml nach einem Telefonat zwischen dem russischen Präsidenten Putin und Italiens Regierungschef Giuseppe Conte mit.

Die Lieferungen sollen demnach mithilfe von Flugzeugen der Weltraumeinheiten der Russischen Föderation erfolgen. Außerdem will Russland am Sonntag acht mobile Brigaden mit Virologen und Ärzten nach Italien verlegen. Wie viele Helfer insgesamt entsandt würden, war zunächst nicht bekannt.

Russland selbst hat nach offiziellen Angaben bislang vergleichsweise wenige Coronavirus-Fälle - mit Stand Samstagabend waren es landesweit rund 300. In Vorbereitung auf eine weitere Ausbreitung entsteht am Rande Moskaus derzeit ein neues Krankenhaus, in dem bis zu 500 Menschen medizinisch versorgt werden können.

Türkei untersagt gefährdeten Menschen, das Haus zu verlassen

22.32 Uhr: In der Türkei dürften Menschen über 65 Jahren und chronisch Kranke ihre Häuser nicht mehr verlassen. Die Maßnahme trete am Samstag um Mitternacht in Kraft, teilte das türkische Innenministerium mit. Vorerkrankte und ältere Menschen sind besonders durch Covid-19 gefährdet.

Das Land mit 83 Millionen Einwohnern hat bereits die meisten öffentlichen Plätze gesperrt und viele Geschäfte schließen lassen. Sportveranstaltungen sowie Gebete in großen Gruppen in Moscheen wurden untersagt. Die Zahl der Infizierten ist nach Angaben der Behörden in den vergangenen 24 Stunden um 277 auf 947 gestiegen. Die Zahl der Verstorbenen hat sich demnach um zwölf auf 21 erhöht.

Istanbul am Samstag: Ein Mann desinfiziert den Platz vor der Hagia Sophia

Istanbul am Samstag: Ein Mann desinfiziert den Platz vor der Hagia Sophia

Foto: KEMAL ASLAN/ REUTERS

Orbán verlangt erweiterte Regierungsbefugnisse

21.53 Uhr: Ungarns Premierminister Viktor Orbán will wegen der Corona-Epidemie per Dekret regieren. Ein von Orbán dem Parlament vorgelegter Gesetzentwurf sieht laut der Nachrichtenagentur AFP vor, dass die Regierung den bereits am 11. März verhängten Notstand ohne die Zustimmung des Parlaments unbegrenzt verlängern kann.

Demnach soll die Regierung das Recht erhalten, "die Anwendung bestimmter Gesetze per Dekret auszusetzen" und "andere außergewöhnliche Maßnahmen einzuführen, um die Stabilität des Lebens, der Gesundheit, der persönlichen und materiellen Sicherheit der Bürger wie der Wirtschaft zu garantieren". Auch Änderungen am Strafrecht, etwa für längere Haftstrafen bei Verstößen gegen die Corona-Quarantänemaßnahmen sollen damit möglich werden.

Orbáns Kritiker befürchten, dass das Gesetz das Machtgefüge in Ungarn zugunsten der Regierung verändern würde. Für Beunruhigung sorgt auch eine Klausel in dem Entwurf, wonach auch eine erzwungene parlamentarische Pause möglich ist. Für die Verabschiedung des Gesetzes ist eine Zwei-Drittel-Mehrheit notwendig. In Ungarn gibt es bislang 103 bestätigte Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus und vier Todesfälle.

US-Vizepräsident Pence will sich auf Coronavirus testen lassen

21.40 Uhr: Nach der Erkrankung eines Mitarbeiters an der Lungenkrankheit Covid-19 wird sich US-Vizepräsident Mike Pence auf eine mögliche Infektion mit dem neuartigen Coronavirus testen lassen. Er habe keinerlei Symptome, der Test sei daher eine reine Vorsichtsmaßnahme, sagte Pence.

Der erkrankte Mitarbeiter sei seit Montag nicht mehr im Weißen Haus gewesen, Pence habe keinen direkten Kontakt zu ihm gehabt, sagte der Vizepräsident, der außerdem Leiter der Coronavirus-Taskforce des Weißen Hauses ist. Auch seine Frau werde sich testen lassen.

US-Präsident Donald Trump hatte sich bereits vergangene Woche nach wachsendem öffentlichen Druck testen lassen, nachdem er offenbar unwissentlich mit infizierten Personen zusammengetroffen war. Sein Test fiel negativ aus.

Mehr als 20.000 Infizierte in Deutschland

21.30 Uhr: Das Coronavirus breitet sich in Deutschland weiter aus. Den Livedaten der Johns-Hopkins-Universität zufolge sind hierzulande inzwischen 21.828 Menschen mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. Am Vortag waren es noch 19.848 gewesen. Die Zahl der täglichen Neuinfektionen scheint sich damit aber leicht abzuschwächen: Von Donnerstag auf Freitag hatte es innerhalb eines Tages noch mehr als 4.500 neue Fälle gegeben.

Experten warnen vor Zusammenbruch des spanischen Gesundheitssystems

20.50 Uhr: Spanien ist ähnlich schwer vom Coronavirus betroffen wie Italien - und steht nach Auffassung von Forschern womöglich kurz vor dem Kollaps seiner Gesundheitsversorgung. Eine "totale" Isolierung der Menschen sei deshalb nun "unerlässlich", fordern 69 renommierte Epidemiologen, Molekularbiologen und Wissenschaftler anderer Fachbereiche in einem offenen Brief.

Es müsse eine noch stärkere Einschränkung der Bewegungsfreiheit angeordnet werden. Die Experten fordern unter anderem, dass die Fahrt zur Arbeitsstelle nur noch bei Arbeitnehmern aus Sektoren der Grundversorgung gestattet wird. Unter den gegebenen Bedingungen werde es sonst "um den 25. März herum" zu einem Zusammenbruch des Gesundheitssystems kommen. Rund 18 Prozent der spanischen Bevölkerung seien älter als 65 - und damit besonders gefährdet.

Nach Italien ist Spanien das von der Krise am schwersten betroffene Land Europas. Bis Samstag meldete das Gesundheitsministerium fast 25.000 Infizierte - 5000 mehr als am Vortag. Die Zahl der Toten kletterte auf mehr als 1300 nach etwa 1000 am Freitag. Besonders heftig betroffen ist weiter die Region Madrid, wo fast 9000 Fälle und 800 Todesopfer verzeichnet wurden.

Nationale Akademie der Wissenschaften fordert bundesweiten "Shutdown" für drei Wochen

20.30 Uhr: Bevor am Montag das Bundeskabinett zusammen kommt, um über die mögliche Verhängung von Ausgangssperren im ganzen Bundesgebiet zu diskutieren, richten führende Wissenschaftler einen eindringlichen Appell an die Politik. Die Arbeitsgruppe der Nationalen Akademie Leopoldina fordern einen "deutschlandweiten temporären Shutdown" von zunächst etwa drei Wochen. Dies sei aus "aus wissenschaftlicher Sicht empfehlenswert", um eine sich abzeichnende Überlastung des Gesundheitssystems durch Covid-19 zu verhindern oder zumindest abzuschwächen.

Die Forscher mahnen eine "bundeseinheitliche stringente Ausgangsbeschränkung" an. Dies würde allerdings kein striktes Arbeitsverbot, kein Verbot des Einkaufs von Lebensmitteln und auch keine Unterbindung von Spaziergängen im Familienkreis bedeuten. Wichtig sei im Gegenteil, "notwendige und gesundheitserhaltende Aktivitäten weiterhin" zu ermöglichen.

Ob die zeitliche Begrenzung des Shutdowns auf drei Wochen tatsächlich ausreicht, lassen die Wissenschaftler allerdings offen. In einer Pressemitteilung schreibt die Nationalakademie Leopoldina lediglich, wenn diese Frist nach Ostern ablaufe sei "die Situation neu zu evaluieren werden".

Der Arbeitsgruppe gehören insgesamt 16 führende Wissenschaftler an, darunter auch der Berliner Virologe Christian Drosten. Die vollständige Empfehlung finden Sie hier .

Sie sollten sich schämen: Britische Regierung verurteilt Hamsterkäufe

19.18 Uhr: Die britische Regierung hat Menschen, die während der Coronavirus-Pandemie Hamsterkäufe machen, scharf verurteilt. Sie sollten sich schämen, da solche nutzlosen Einkäufe dazu führten, dass für die hart in Kliniken arbeitenden Menschen nichts übrig bleibe. Die Lebensmittelhersteller hätten in der Coronavirus-Krise ihre Produktion sogar um 50 Prozent gesteigert, sagte Ernährungs- und Landwirtschaftsminister George Eustice in London. "Seid verantwortungsvoll, wenn ihr einkaufen geht, und denkt an die anderen." Zuvor hatte ein Video auf YouTube die Runde gemacht, in dem eine Krankenschwester weinend berichtete, dass sie nach ihrer langen Schicht kaum noch etwas zu essen im Supermarkt finde.

Derweil spitzt sich die Krise in Großbritannien zu. "Wir wissen, was auf uns zukommt - und wir wissen, dass das gewaltig sein wird", zitierte der Fernsehsender Sky News am Samstag einen Mediziner aus einem Londoner Krankenhaus, der anonym bleiben wollte. Die Lage im Land könnte noch verheerender als in Italien werden, so der Experte. Aus Mangel an Kapazitäten und Ausstattung würden er und seine Kollegen künftig Entscheidungen über Leben und Tod treffen müssen - und Ressourcen nur jenen mit den größten Überlebenschancen zuweisen können. In Großbritannien stehen gerade einmal 4000 Beatmungsgeräte für Erwachsene und 900 für Kinder zur Verfügung. Damit belegt das Land einen der letzten Plätze in europäischen Statistiken.

Deutsch-französische Solidarität in der Coronakrise

19.07 Uhr: Die Universitätskliniken in Freiburg, Heidelberg, Mannheim und Ulm wollen französische Coronavirus-Patienten aus dem benachbarten Elsass aufnehmen, die dringend auf Beatmung angewiesen sind. Darauf hätten sich die Häuser gemeinsam verständigt, teilte das baden-württembergische Wissenschaftsministerium in Stuttgart mit. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) habe den grenznahen französischen Krankenhäusern, die im Kampf gegen Corona an der Grenze ihrer Kapazitäten angelangt seien, diese Hilfe zugesagt.

Die Pandemie hat die Welt im Griff

18.58 Uhr: Auch außerhalb der EU verschärfen zahlreiche Staaten ihre Maßnahmen im Kampf gegen die Ausbreitung der Pandemie: Libanons Premierminister Hassan Diab wies seine Sicherheitskräfte am Samstag an, striktere Maßnahmen zu ergreifen, damit die Bevölkerung ihre Wohnungen nicht verlassen. Katar schloss seine Parks und öffentlichen Strände. In Thailands Hauptstadt Bangkok sollen Einkaufszentren und Restaurants ab Sonntag geschlossen bleiben. Vietnam setzte alle internationalen Flüge aus. In der Türkei rief Präsident Recep Tayyip Erdogan die Bevölkerung per Audio-Botschaft auf Twitter auf, "das Haus außer für absolut Notwendiges nicht zu verlassen." Und in den USA könnte laut Berechnungen der "New York Times" zum Ende der Woche jeder fünfte Bürger einer Ausgangssperre unterliegen.

Hohe Zahl an Opfern auch in ganz Italien

18.13 Uhr: Nun sind auch die aktuellen Zahlen für ganz Italien bekannt - und auch hier ist der Anstieg der Todeszahlen hoch. Das Land vermeldet an nur einem Tag 793 Tote - und damit so viele wie seit dem Ausbruch der Epidemie nicht. Insgesamt stieg die Zahl der Toten in Italien damit auf 4825, teilte der Zivilschutz in Rom mit.

Deutlicher Anstieg der Todeszahlen in der Lombardei und Spanien

17.57 Uhr: In der Lombardei sind binnen 24 Stunden 546 Menschen an dem Corona-Virus gestorben - so viele wie nie zuvor binnen eines Tages. Die Zahl der Virus-Toten in der norditalienischen Region sei damit auf insgesamt 3095 gestiegen, teilten die Behörden am Samstag mit. Die Zahl der Erkrankten sei um 3251 auf 25.515 gestiegen. Die Lombardei ist die am stärksten vom Virus-Ausbruch betroffene Region in Italien. Für das gesamte Land meldeten die Behörden am Freitag 4032 Todesfälle. Auch in Spanien stiegen die Zahlen deutlich an. Bis zum Samstagmittag meldete das Gesundheitsministerium fast 25.000 Infizierte - 5000 mehr als am Vortag. Die Zahl der an der Krankheit Verstorbenen kletterte auf mehr als 1300; etwa 1000 waren es am Freitag gewesen.

Corona nun auch Gefahr für die Raumstation ISS

17.24 Uhr: Die Coronavirus-Pandemie soll auf keinen Fall den nächsten Flug am 9. April von drei Raumfahrern zur Internationalen Raumstation ISS gefährden. Die beiden Russen Anatoli Iwanischin und Iwan Wagner sowie der Nasa-Astronaut Christopher Cassidy seien deshalb in komplette Isolation gekommen. Das meldete die Agentur Interfax unter Berufung auf das Zentrum für die Vorbereitung der Kosmonauten in der Nähe von Moskau. Verzichten müssen sie demnach auch auf heilige Rituale wie einen Besuch an den Kreml-Mauern in Moskau - und im Haus des sowjetischen Raketenkonstrukteurs und Weltraumpioniers Sergej Koroljow (1907-1966).

Die Gesundheit der Experten, die auf dem Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan die 63. ISS-Expedition vorbereiten, werde täglich gecheckt, teilte das Kosmonauten-Zentrum weiter mit. Der Flug zur ISS am 9. April soll innerhalb von nur viereinhalb Stunden erfolgen. Die meisten Flüge sind deutlich länger. Geplant ist, dass die neue Besatzung 196 Tage in der Raumstation bleibt. Die im Moment auf der ISS lebende 62. Mission mit den US-Raumfahrern Andrew Morgan, Jessica Meir und dem Kosmonauten Oleg Skripotschka soll am 17. April wieder zur Erde zurückkehren.

Zehntausende Pilger versammeln sich in Bagdad

16.39 Uhr: Trotz Ausgangssperre haben sich Zehntausende schiitische Pilger am Imam-Kadhim-Schrein in Bagdad zusammengefunden, um dem Geistlichen zu gedenken. Die Pilger wurden in den Hof um den Schrein gelassen, das innere Heiligtum blieb jedoch geschlossen. Zuvor hatte trotz der Maßnahmen der irakischen Regierung im Kampf gegen das Coronavirus der einflussreiche Schiitenführer Führer Moktada al-Sadr seine Anhänger zur Teilnahme an dem Gedenken aufgerufen.

Die irakischen Behörden haben vielerorts Mühe, die in mehr als der Hälfte der Provinzen verhängten Ausgangssperren durchzusetzen. Die Regierung hatte zudem bereits im vergangenen Monat Reisen in und aus Iran verboten, eines der weltweit am schlimmsten von der Pandemie betroffenen Länder.

Im Irak starben bislang 17 Menschen an dem neuartigen Coronavirus, 208 Menschen sind nach offiziellen Angaben infiziert. Es wird jedoch vermutet, dass die Dunkelziffer deutlich höher liegt.

150 Milliarden Euro gegen die Epidemie

16.18 Uhr: Zur Bewältigung der Coronakrise soll der Bundeshaushalt für das laufende Jahr kräftig aufgestockt werden. Der Nachtragshaushalt sieht vor, dass die bisher eingeplanten Ausgaben um 122,8 Milliarden auf 484,8 Milliarden Euro aufgestockt werden. Zugleich rechnet die Regierung mit 33,5 Milliarden Euro weniger Steuereinnahmen als zunächst veranschlagt.

Klinik im Saarland schließt

16.06 Uhr: Das Marienkrankenhaus in der saarländischen Kreisstadt St. Wendel muss wegen der gestiegenen Zahl an Coronafällen unter den Mitarbeitern geschlossen werden. Das haben das Gesundheitsministerium und der Landkreis nach Angaben des Saarländischen Rundfunks entschieden.

Die Klinik wolle aufgrund dieser Entwicklung keine neuen Patienten mehr aufnehmen. Alle aktuellen Patienten sollten zudem entlassen oder in andere Krankenhäuser gebracht werden.

Hartz-IV-Prüfung soll für sechs Monate ausgesetzt werden

15.30 Uhr: Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) will bei einem Hartz-IV-Antrag die Vermögensprüfung für ein halbes Jahr aussetzen. "Wir sorgen jetzt dafür, dass die aufwendige Vermögensprüfung für sechs Monate ab dem 1. April entfällt", sagte Heil der "Bild am Sonntag": "Außerdem kann jeder weiter in seiner Wohnung bleiben." Die Leistungen der Grundsicherung würden schnell und unbürokratisch gewährt. Das Bundesarbeitsministerium rechnet in der Coronakrise mit bis zu 1,2 Millionen zusätzlichen Beziehern der Grundsicherung.

London öffnet rund 300 Hotelzimmer für Obdachlose

15.21 Uhr: In London werden Hunderte Obdachlose in Hotels untergebracht, um sie vor dem neuartigen Coronavirus zu schützen. Dies kündigte Bürgermeister Sadiq Khan an. Es stünden dafür rund 300 Zimmer in zwei Hotels zur Verfügung. Taxifahrer hätten sich freiwillig gemeldet, um die Obdachlosen so schnell wie möglich zu ihren Zimmern zu bringen.

Die Maßnahme sei zunächst auf zwölf Wochen befristet. Offiziellen Angaben zufolge gibt es in London rund 1100 Obdachlose. In Großbritannien starben bis Samstag 177 Menschen an Covid-19.

Supermärkte rüsten auf

15.10 Uhr: Abstandsmarkierungen am Boden, Plexiglasscheiben an den Kassen sowie Desinfektionsmittel und Einmalhandschuhe für Mitarbeiter: Mit vielerlei Maßnahmen wollen die Supermärkte und Discounter eine Ausbreitung des Coronavirus eindämmen und ihre Kassierer vor einer Ansteckung schützen. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur unter Supermarkt- und Discounterketten.

Überall werde den Kunden zudem empfohlen, möglichst ohne Bargeld zu bezahlen, sondern mit Karte - damit es wenig direkten Kontakt zwischen Menschen gibt. Erweiterte Öffnungszeiten, wie sie beispielsweise die neuen Regelungen in Bayern zur Entzerrung des Besucherandrangs ermöglichen, seien indes kein Thema. "Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter brauchen Ruhephasen, um Kräfte zu sammeln, sich zu erholen, Zeit mit ihren Partnern und Familien zu verbringen", sagte eine Sprecherin von Aldi Süd.

Norwegens Regierung bekommt mehr Vollmachten

14.41 Uhr: Die Parteien im norwegischen Parlament haben sich auf ein Krisengesetz geeinigt, das der Regierung in gewissen Bereichen mehr Vollmachten gibt. Für die Dauer von einem Monat soll die Minderheitsregierung aus Konservativen, Liberalen und Christen Maßnahmen beschließen können, ohne das Parlament konsultieren zu müssen. Damit soll der Weg für schnelle Entscheidungen freigemacht werden, die zur Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie notwendig sein könnten.

Achtung Hamsterkäufer: Aufschlag aufs Klopapier

14.30 Uhr: Um Hamsterkäufer abzuschrecken, verlangt ein Einzelhändlers im rheinland-pfälzischen Rengsdorf ab der zweiten Packung Klopapier einen Aufschlag. Während die erste Packung noch zum Normalpreis zu haben ist, fordert er bei der zweiten eine Spende von fünf Euro und ab der dritten Packung zehn Euro.

Er wolle mit seiner Aktion das Hamstern verhindern, sagte Michael Glück der Deutschen Presse-Agentur. Wenn eine Lieferung den Laden erreiche, sei diese innerhalb von fünf bis zehn Minuten ausverkauft: "Es herrscht Krieg um Klopapier. Die Kunden holen sich das gegenseitig aus dem Einkaufswagen." Die Spenden will Glück über den Landkreis Neuwied an Coronavirus-Helfer leiten.

IOC hält weiter am Olympia-Plan fest - für die Sportler

13.50 Uhr: Die Sportwelt ist in der Frage nach der Durchführung der Olympischen Spiele in Tokio gespalten. IOC-Präsident Thomas Bach hält das Festhalten an der planmäßigen Austragung trotz der Pandemie vor allem im Interesse der Sportler für gerechtfertigt. "Die Absage würde den olympischen Traum von 11.000 Athleten aus 206 Nationalen Olympischen Komitees und dem IOC-Flüchtlingsteam zerstören", sagte der 66-jährige im Interview mit dem Südwestdeutschen Rundfunk: "Eine solche Absage wäre die am wenigsten faire Lösung."

Außerdem betonte er, dass man die Spiele nicht so einfach wie Spieltage im Fußball auf einen anderen Termin verlegen könne. "Das ist ein sehr komplexes Unternehmen, bei dem Sie nur verantwortlich handeln können, wenn Sie verlässliche und klare Entscheidungsgrundlagen haben und die beobachten wir tagtäglich, 24 Stunden."

Unter den Sportlern mehrt sich die Kritik an der Hinhaltetaktik des IOC. Hier spricht Marathonläufer Philipp Pflieger über abgesagte Qualifikationen, die Folgen für sein Training und die Leere beim Laufen ohne Ziel.

Pakete an der Haustür annehmen, aber ohne Kontakt

12.58 Uhr: Der Versandlogistiker Hermes hat ein neues Verfahren für die Annahme von Paketen entwickelt, das ohne direkten Kontakt mit Zusteller und Scanner auskommt, teilte das Unternehmen mit. Der Empfänger müsse nun das Paket nicht mehr auf einem Scanner quittieren, sondern auf dem Paket selbst. Der Zusteller fotografiert die Unterschrift mit dem Zustellcode auf dem Paket, so werde die Zustellung rechtssicher dokumentiert.

WHO-Chef warnt junge Menschen: "Ihr seid nicht unverwundbar"

12.16 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat junge Menschen davor gewarnt, das Risiko einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus zu unterschätzen. "Ihr seid nicht unverwundbar", sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus in Genf. "Das Virus könnte euch wochenlang ins Krankenhaus bringen - oder euch sogar töten."

Ghebreyesus appellierte an Jugendliche und junge Erwachsene, soziale Kontakte zu vermeiden und auf Abstand zu gehen, um die Ausbreitung der Pandemie einzudämmen und andere Menschen zu schützen: "Die Entscheidung, wohin ihr geht, könnten für jemand anders den Unterschied zwischen Leben und Tod ausmachen."

Weltweit gelten angesichts der Corona-Pandemie für Hunderte Millionen Menschen derzeit Ausgangsbeschränkungen. Weltweit starben bereits mehr als 11.000 infizierte Menschen.

Neun Todesfälle in Würzburger Pflegeheim

11.51 Uhr: In einem Seniorenheim in Würzburg sind insgesamt neun Bewohner an dem neuartigen Coronavirus gestorben. Bei allen Verstorbenen handelte es sich um "ältere Senioren", teilte das bayerische Landesgesundheitsamt mit. Von den 160 Bewohnern lägen nach Angaben der Heimleitung derzeit fünf mit einer Covid-19-Erkrankung in Würzburger Kliniken, weitere zehn seien zudem positiv getestet und in der Einrichtung isoliert worden. Zudem befänden sich mehr als 20 Pflegekräfte des Heims nach positiven Tests in häuslicher Quarantäne.

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz reagierte auf die Nachrichten aus dem Würzburger Heim mit der Forderung nach besserem Schutz. "Bisher fehlt es im Bund und in den Ländern an überzeugenden Maßnahmen, die Hochrisikogruppe dort zu schützen, wo sie wohnt und lebt", sagte Stiftungsvorstand Eugen Brysch. Für Beschäftigte wie für infizierte Bewohner in Pflegeheimen fehle es an Mundschutz und Schutzkleidung. Außerdem sei es "höchst bedenklich", wenn infizierte Bewohner weiter in ihrem jeweiligen Heim blieben.

Engpässe bei Narkosemitteln treiben Preise hoch

11.28 Uhr: Intensivmediziner klagen über einen massiven Preisanstieg bei wichtigen Medikamenten. Große Sorge bereiteten neben der Knappheit an Verbrauchsmaterialien vor allem Engpässe bei wichtigen Narkosemitteln, sagte Gernot Marx von der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI).

Die schon seit Längerem bestehenden Probleme führten in Zeiten der Corona-Epidemie wiederum zu massiven Preisanstiegen. So stehe etwa das Narkosemittel Propofol nicht mehr ausreichend zur Verfügung. Innerhalb weniger Tage habe sich der Preis pro Ampulle von einem auf mehr als 20 Euro erhöht, sagte Marx: "Das bedeutet: Narkosen von Notfallpatienten könnten gefährdet und die Möglichkeiten, Kranke auf der Intensivstation zur Beatmung in 'künstlichen Schlaf' zu versetzen, bald stark eingeschränkt sein."

Bund will Mieter schützen

11.17 Uhr: Mietern soll wegen Mietschulden in der Coronakrise nicht gekündigt werden dürfen. Das sieht eine Gesetzesvorlage der Bundesministerien für Justiz, Inneres und Wirtschaft vor, die der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt. Gelten soll dies für Mietschulden aus dem Zeitraum vom 1. April bis 30. September 2020. Die Verpflichtung der Mieter zur Zahlung der Miete bleibe aber im Grundsatz bestehen.

Ausgangssperre macht erfinderisch: Spaziergang mit der Ziege

11.11 Uhr: Um während der Ausgangssperre frische Luft schnappen zu dürfen, sind einige Spanier kreativ geworden. Weil es weiterhin erlaubt ist, mit einem Haustier vor die Tür zu gehen, seien Bürger unter anderem mit Ziegen, Schweinen und Kanarienvögeln gesichtet worden, schrieb die Zeitung "La Vanguardia". Die Ausgangssperre im besonders schwer von der Krise betroffenen Spanien war am vergangenen Sonntag in Kraft getreten und soll für mindestens 15 Tage gelten.

Die katalanische Polizei bat die Menschen, vernünftig zu sein, und machte deutlich: "Weder Kanarienvögel noch vietnamesische Schweine oder eine Ziege wie die, die wir heute in Palafrugell gesehen haben, sind eine Ausrede, um nach draußen zu gehen und die Sperre zu brechen. Bitte bleiben Sie zu Hause!"

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2705 neue Fälle in Deutschland

10.10 Uhr: Das Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin hat die Zahl der in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Menschen am Samstag mit 16.662 angegeben - ein Plus von 2705 seit dem Vortag. Die in der US-Stadt Baltimore ansässige Johns-Hopkins-Universität (JHU) meldete 19.848 Infizierte. Das RKI, das nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt und seine Aufstellung einmal täglich aktualisiert , registrierte bislang 47 Todesfälle, die JHU 68 Tote.

Zahnarzthelferinnen fordern Schließung von Praxen

10.02: Eine Zahnmedizinische Fachangestellte hat im Internet eine Petition gestartet und in einem dringlichen Appell dazu aufgefordert, alle Zahnarztpraxen in Deutschland sofort zu schließen. Bis Samstagmorgen hatten den Aufruf knapp 50.000 Menschen unterschrieben. Sie arbeite trotz der Coronakrise täglich nur wenige Zentimeter vom Gesicht der Patienten entfernt, schreibt die Angestellte und beklagt: "Wir können nicht auf Abstand gehen."

Der feine Sprühnebel, der etwa beim Bohren entstehe, verteile sich im kompletten Raum, heißt es in der Petition. Den Zahnärzten und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern stünden noch nicht mal vernünftige Schutzmasken zur Verfügung. Kaum eine andere Personengruppe sei einem derart hohen Infektionsrisiko ausgesetzt. Um eine Notfallversorgung zu gewähren, könne man die Praxen nach einem Notdienstplan arbeiten lassen. 

Der Appell richtet sich an die Bundeszahnärztekammer und die Kassenzahnärztliche Vereinigung. Beide hatten am Freitag mitgeteilt,  mit einem gemeinsamen Maßnahmenpaket solle die zahnärztliche Versorgung in Deutschland weiter sichergestellt werden. Der Schutz von Patientinnen, Patienten und Praxisteams habe dabei höchste Priorität. Patientinnen und Patienten, die bereits Symptome einer akuten Erkrankung der Atemwege zeigten, sollten sich - soweit kein akuter Notfall vorliege - erst nach Abklingen der Erkrankung um einen Behandlungstermin bemühen, heißt es in der Mitteilung. 

Alle Artikel zum Coronavirus

Am 31. Dezember 2019 wandte sich China erstmals an die Weltgesundheitsorganisation (WHO). In der Millionenstadt Wuhan häuften sich Fälle einer rätselhaften Lungenentzündung. Mittlerweile sind mehr als 180 Millionen Menschen weltweit nachweislich erkrankt, die Situation ändert sich von Tag zu Tag. Auf dieser Seite finden Sie einen Überblick über alle SPIEGEL-Artikel zum Thema.

Yosemite-Nationalpark macht wegen Coronavirus zu

7.59 Uhr: Der Yosemite-Nationalpark im US-Bundesstaat Kalifornien ist wegen der Coronakrise für Besucher geschlossen worden. Bis auf Weiteres hätten nur noch Mitarbeiter Zutritt, teilte die Parkverwaltung mit. Der Yosemite-Nationalpark ist einer der meistbesuchten Parks des Landes. Kalifornien gehört zu den am stärksten von der Corona-Pandemie betroffenen US-Bundesstaaten. Mehr als 1180 Menschen haben sich mit dem neuartigen Virus infiziert, 23 Menschen starben. Am Donnerstag war für die 40 Millionen Einwohner eine allgemeine Ausgangssperre verhängt worden.

BMW stoppt US-Produktion

7.30 Uhr: Der deutsche Autobauer BMW stoppt die Produktion in seinem großen US-Werk in South Carolina. "Gesundheit und Schutz unserer Beschäftigten ist unsere oberste Priorität", teilte das Unternehmen mit. Zugleich habe die Corona-Pandemie immense Auswirkungen auf die weltweite Autonachfrage. Die Produktion werde deshalb entsprechend angepasst. Die US-Fabrik am Standort Spartanburg in South Carolina soll ab 3. April zunächst für voraussichtlich zwei Wochen schließen.

US-Fernsehserien helfen in Coronakrise mit Atemschutzmasken aus

5.59 Uhr: Angesichts knapper Bestände an Schutzkleidung für medizinisches Personal hilft in Nordamerika die US-Fernsehbranche im Kampf gegen das Coronavirus aus: Die Krankenhausserie "Grey's Anatomy" des Senders ABC etwa spendet unter anderem Handschuhe und Atemschutzmasken, die sonst bei den Dreharbeiten verwendet worden wären, wie die Produzentin Krista Vernoff mitteilt.

Die ABC-Serie "Seattle Firefighters", die in den USA unter dem Titel "Station 19" läuft, spendete der Feuerwehr im kanadischen Ontario 300 Schutzmasken. Zuvor war bekannt geworden, dass die Feuerwehrleute die Atemschutzmasken wegen Knappheit mehrfach verwendeten. "Sie waren unglaublich dankbar", sagte Vernoff. Auch weitere Produktionen des Senders ABC halfen mit Atemschutzmasken und Schutzanzügen aus.

USA schließen Grenzen zu Mexiko und Kanada weitgehend

5.22 Uhr: Wegen der Ausbreitung des Coronavirus haben die USA ihre Grenzen zu Mexiko und Kanada weitgehend für den Personenverkehr geschlossen. Die Maßnahme gilt seit Mitternacht (Ortszeit/5.00 Uhr MEZ) und betrifft alle nicht notwendigen Reisen. Die Regelung soll 30 Tage in Kraft bleiben und dann überprüft werden. Der Austausch von Waren ist nach Angaben von US-Präsident Donald Trump nicht betroffen.

Zuvor hatten die USA bereits einen Einreisestopp für Ausländer aus den Schengen-Staaten sowie aus Großbritannien und Irland erlassen. Auch Ausländer, die aus Iran und aus China kommen, können nicht mehr in die USA einreisen. Die Grenzschließungen zu Mexiko und Kanada wirken sich auch auf Migranten aus, die besonders über die Südgrenze illegal in die USA kommen und dort von den Grenzschutzbehörden aufgegriffen werden.

Kolumbien verhängt knapp dreiwöchige Ausgangssperre

4.31 Uhr - In Kolumbien gilt im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus eine knapp dreiwöchige Ausgangssperre. Die Einschränkung der Bewegungsfreiheit trete Dienstag Nacht in Kraft und solle bis zum 13. April dauern, kündigt Präsident Ivan Duque an. In dem südamerikanischen Land sind bislang 158 Infektionsfälle bestätigt.

Südkorea meldet steigende Fallzahlen

4.07 Uhr: Südkorea erlebt seit Tagen einen Wechsel von an- und absteigenden Zahlen bei den Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Die Gesundheitsbehörden meldeten am Samstag wieder mehr Fälle in den vergangenen 24 Stunden als im gleichen Zeitraum davor. Am Freitag seien 147 Menschen positiv auf den Sars-CoV-2-Erreger getestet worden, nach 87 zusätzlichen Fällen am Donnerstag. Die Gesamtzahl stieg auf knapp 8800. Die Zahl der Todesfälle, die mit dem Virus in Verbindung gebracht werden, kletterte um acht auf 102.

Fast 250 Festnahmen wegen Verstoß gegen Ausgangssperre in Argentinien

2.24 Bereits am ersten Tag der weitgehenden Ausgangssperre aufgrund der grassierenden Corona-Pandemie sind in Argentinien fast 250 Menschen wegen Verstößen gegen die Anordnung festgenommen worden. Unter den Festgenommenen seien eine mit dem Coronavirus infizierte Ärztin, ein alkoholisierter Polizist und ein Jogger gewesen, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Télam. In Argentinien gibt es derzeit 158 bestätigte Coronavirus-Fälle. Drei Menschen sind bislang an der Erkrankung Covid-19 gestorben.

Wegen des sich rasch ausbreitenden Coronavirus hatte die argentinische Regierung in der Nacht auf Freitag eine weitgehende Ausgangssperre verfügt. Bis zum 31. März dürfen die Menschen ihre Häuser und Wohnungen nicht mehr verlassen. Erlaubt sind lediglich Besorgungen in nahe gelegenen Lebensmittelgeschäften und Apotheken. Wer ohne Grund im Freien angetroffen wird, kann wegen Verbrechen gegen die öffentliche Gesundheit belangt werden. Polizisten patrouillierten auf den Straßen, um die Ausgangssperre durchzusetzen.

Einige Berufsgruppen sind von der Ausgangssperre ausgenommen: Ärzte, Pfleger und Polizisten, Mitarbeiter in der Lebensmittel-, Pharma- und Petroindustrie, Angestellte von Supermärkten und Apotheken sowie Beschäftigte von Logistikfirmen können weiterhin zur Arbeit gehen.

Kuba macht seine Grenzen dicht

2.02 Uhr: Zur Eindämmung des neuartigen Coronavirus schließt Kuba für einen Monat seine Grenzen für Besucher aus dem Ausland. Die Maßnahme gelte ab Dienstag, kündigte Präsident Miguel Díaz-Canel an. Kubaner und ausländische Einwohner dürften weiterhin einreisen, müssten aber für 14 Tage in Quarantäne. Kuba ist eines der letzten Länder in der Region, das eine Grenzschließung verhängt, während das Virus sich in Lateinamerika und der Karibik zunehmend ausbreitet.

Erneut keine neuen Corona-Infizierten in China

1.31 Uhr: China meldet den dritten Tag in Folge keine neue Ansteckung mit dem Coronavirus im Inland. Allerdings nahm die Zahl der Infizierten, die aus dem Ausland eingereist sind, um 41 zu, wie die Nationale Gesundheitskommission mitteilt. Sie sei damit auf 269 gestiegen. Mit 14 neu eingeschleppten Fällen habe es die meisten in Peking gegeben. Damit stieg die Gesamtzahl der bestätigten Infektionen in China auf 81.008. Die Zahl der Todesfälle legte um sieben auf 3255 zu. Alle neuen Todesfälle seien in der Provinz Hubei registriert worden, dem Zentrum des Virus-Ausbruchs in China.

BMW stoppt US-Produktion wegen Coronakrise

1.09 Uhr: Der deutsche Autobauer BMW stoppt die Produktion in seinem großen US-Werk in South Carolina wegen der Coronavirus-Krise. "Gesundheit und Schutz unserer Beschäftigten ist unsere oberste Priorität", teilte das Unternehmen mit. Zugleich habe die Corona-Pandemie immense Auswirkungen auf die weltweite Autonachfrage. Die Produktion werde deshalb entsprechend angepasst. Die US-Fabrik am Standort Spartanburg in South Carolina soll ab 3. April zunächst für voraussichtlich zwei Wochen schließen.

Mitarbeiter von US-Vizepräsident Pence positiv auf Coronavirus getestet

0.59 Uhr: Ein Mitarbeiter von US-Vizepräsident Mike Pence ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Weder Pence noch US-Präsident Donald Trump hätten "engen Kontakt" zu dem Mitarbeiter gehabt, teilte eine Sprecherin des Vizepräsidenten mit. Pence ist für die Koordination der Regierungsmaßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus zuständig.

Drei Milliarden Euro Corona-Soforthilfe für Deutschlands Kliniken

0.22 Uhr: Das Bundeskabinett will einem Medienbericht zufolge angesichts der sich ausbreitenden Coronavirus-Epidemie Milliardenhilfen für Deutschlands Krankenhäuser auf den Weg bringen. Geplant sei ein Volumen von zunächst drei Milliarden Euro, meldeten Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) in der Nacht zum Samstag unter Berufung auf Koalitionskreise. Details seien noch offen. Der entsprechende Gesetzentwurf solle an diesem Samstag vorliegen.

Hintergrund ist demnach, dass Krankenhäuser wegen der Coronakrise auf planbare Behandlungen und Operationen verzichten müssen. Die dadurch entgehenden Erlöse könnten die Häuser in Schwierigkeiten bringen. Ziel sei, Klinikpleiten als Folge der Corona-Pandemie zu verhindern. Das Hilfsprogramm für die Krankenhäuser ist Teil eines umfassenden Pakets zur Bewältigung der Coronakrise. Koalitionskreise bezifferten das Gesamtvolumen laut RND auf 150 Milliarden Euro.

Coronavirus, Covid-19, Sars-CoV-2? Was die Bezeichnungen bedeuten.

Coronavirus: Coronaviren sind eine Virusfamilie, zu der auch das derzeit weltweit grassierende Virus Sars-CoV-2 gehört. Da es anfangs keinen Namen trug, sprach man in den ersten Wochen vom "neuartigen Coronavirus".

Sars-CoV-2: Die WHO gab dem neuartigen Coronavirus den Namen "Sars-CoV-2" ("Severe Acute Respiratory Syndrome"-Coronavirus-2). Mit der Bezeichnung ist das Virus gemeint, das Symptome verursachen kann, aber nicht muss.

Covid-19: Die durch Sars-CoV-2 ausgelöste Atemwegskrankheit wurde "Covid-19" (Coronavirus-Disease-2019) genannt. Covid-19-Patienten sind dementsprechend Menschen, die das Virus Sars-CoV-2 in sich tragen und Symptome zeigen.

Erster Todesfall nach Coronainfektion in Brandenburg

0.05 Uhr: In Brandenburg ist erstmals ein mit dem Coronavirus infizierter Mensch gestorben. Ein 81 Jahre alter Mann sei am späten Freitagabend in einer Klinik in Hennigsdorf verschieden, teilte der Landkreis Oberhavel mit. Der Mann sei zuvor mit schwersten Vorerkrankungen in das Krankenhaus eingeliefert und palliativmedizinisch versorgt worden. Ob er an Covid-19 oder einer anderen Krankheit starb, sei daher unklar - ebenso wie die Frage, wo er sich mit Sars-CoV-2 angesteckt hatte. Auch Thüringen, Sachsen und Berlin meldeten am Freitag den jeweils ersten toten Menschen mit einer Coronavirus-Infektion in ihren Ländern.

Baden-Württemberg will Corona-Patienten aus Frankreich aufnehmen

0.01 Uhr: Schwer kranke Corona-Patienten aus Frankreich können nach Informationen der "Schwäbischen Zeitung" in Kliniken in Baden-Württemberg versorgt werden. Dafür habe das Gesundheitsministerium die Krankenhäuser im Südwesten gebeten, freie Beatmungsbetten zu melden. "Ministerpräsident Kretschmann hat die Unterstützung Baden-Württembergs zugesagt", heißt es demnach aus einem Schreiben an die Kliniken, dass der Zeitung vorliege. "Es geht um Menschen, die ohne Beatmung in den kommenden Tagen sterben", wird ein Sprecher des Gesundheitsministeriums der Zeitung zitiert.

Der Südwesten habe derzeit genügend freie Beatmungsplätze, rund 2300. Aktuell seien 80 Prozent davon belegt, allerdings mit weniger als 20 Corona-Patienten. Das Coronavirus kann die Lungenkrankheit Covid-19 auslösen. Bei vielen Menschen verläuft die Krankheit zwar eher milde, bei schweren Verläufen müssen Patienten aber im Krankenhaus behandelt werden. Das südliche Elsass, das an Baden-Württemberg grenzt, ist von der Corona-Pandemie besonders schwer getroffen. Dort sind die Intensivstationen der Krankenhäuser nach Angaben der zuständigen Präfektur komplett belegt.für rafumfahtrer

sak/fok/beb/fek/dpa/AP/AFP/Reuters
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