+++ Corona-News +++ Wieder Demonstrationen gegen Coronamaßnahmen

In vielen Städten ziehen Gegner der Pandemie-Politik durch die Straßen. Der türkische Präsident und seine Frau haben sich offenbar mit der Omikronvariante infiziert. Und: Ungarn schränkt die Coronaberichterstattung ein. Der Überblick.
Impfgegner in Osnabrück

Impfgegner in Osnabrück

Foto: Lino Mirgeler / dpa

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+++ Demos gegen Corona-Politik in vielen Städten +++

20.05 Uhr: In zahlreichen deutschen Städten sind am Samstag Menschen auf die Straßen gegangen, um ihrem Unmut über die Corona-Politik Luft zu machen. Vielerorts bildeten sich Gegendemos. Nach Polizeiangaben verliefen sie zunächst überwiegend friedlich.

In Freiburg kamen nach Polizeiangaben rund 4000 Menschen zusammen. Eine Gegendemo versuchte, den Protestzug zu blockieren. Daraufhin habe die Polizei die Demonstrierenden an der Blockade vorbeigeleitet. In Karlsruhe berichtete die Polizei von etwa 2000 Demonstranten, in Stuttgart von mehreren Hundert.

In Berlin wurden am Nachmittag wenige Hundert Menschen bei einer angemeldeten Versammlung gegen Corona-Maßnahmen gezählt. Am Rosenthaler Platz in Berlin-Mitte fuhren rund 30 Autos in einem Korso, um gegen die Pandemie-Maßnahmen zu protestieren, wie auf einem Video zu sehen war. Auch hier gab es Gegendemos. In Brandenburg an der Havel löste die Polizei eine nicht angemeldete Versammlung auf.

In Düsseldorf hatten CDU, Grüne, SPD, FDP und Linke aufgerufen, »dem Tross von Impfgegnern, Verschwörungstheoretikern und Rechtsradikalen, die durch unsere Stadt marschieren, die Rote Karte zu zeigen«. Die Landesvorsitzende der Grünen, Mona Neubaur, und die FDP-Bundestagsabgeordnete Marie-Agnes Strack-Zimmermann nahmen an der Veranstaltung teil. Auf der Demo in Osnabrück schloss die Polizei mehrere Demonstranten aus, weil sie keine Maske getragen hätten.

Litauen setzt Nutzung von Coronazertifikaten aus

16.42 Uhr: Litauen hat trotz weiter hoher Infektionszahlen die Nutzung von Coronazertifikaten ausgesetzt. In dem baltischen EU-Land muss für den Besuch von Restaurants, im Einzelhandel und im Kultur- und Unterhaltungsbereich seit Samstag kein sogenannter Grüner Pass für Geimpfte oder Genesene mehr vorgezeigt werden. Zugleich entfällt auch die Corona-Testpflicht für Beschäftigte in bestimmten Branchen – darunter im Gesundheitsbereich und im Bildungswesen.

Die Regierung in Vilnius hat dafür im Gegenzug einige zusätzliche Bestimmungen eingeführt: So müssen Einzelhändler den Kundenstrom regulieren und für jeden Kunden 15 Quadratmeter Fläche zur Verfügung stehen, auch in Restaurants und bei Veranstaltungen gelten strengere Regeln.

In Litauen ist wie in vielen anderen Ländern die Omikronvariante des Coronavirus auf dem Vormarsch. Der 14-Tage-Inzidenzwert lag zuletzt bei rund 4900 Infektionen pro 100.000 Menschen.

Westernhagen postet Impf-Foto – ein Plädoyer für »Freiheit«

15.26 Uhr: Sänger Marius Müller-Westernhagen (73) hat auf seinem Instagramprofil ein Foto veröffentlicht, das ihn beim Impfen zeigt – dazu schrieb er das Wort »Freiheit«. So lautet auch der Titel seines Songs aus dem Jahr 1987. Seine Fans werteten diese Aktion als Wortmeldung in der Impfdebatte – und als Verteidigung seiner Musik von Gegnern der Coronamaßnahmen. Auch prominente Kollegen aus der Musikbranche wie Peter Plate kommentierten den Beitrag positiv. Der Post hatte am Samstagnachmittag tausende Likes. Das Lied »Freiheit« gilt als eine der Hymnen aus der Zeit nach dem Mauerfall.

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Erdoğan positiv auf Covid-19 getestet

14.17 Uhr: Recep Tayyip Erdoğan ist positiv auf Covid-19 getestet worden. Das twitterte der türkische Präsident am Samstag.

»Heute wurden meine Frau und ich mit leichten Symptomen positiv auf Covid-19 getestet.« Sie hätten erfahren, dass es sich bei ihrer Erkrankung um die Omikronvariante handele, schrieb er. »Wir sind im Dienst. Wir werden weiterhin zu Hause arbeiten. Wir freuen uns auf Ihre Gebete.«

Der 67-Jährige schickte die Nachricht, nachdem er per Videolink bei einer Tunneleröffnungszeremonie aus Istanbul zugeschaltet war. Seinen Auftritt hatte er zuvor unter Berufung auf schlechtes Wetter abgesagt.

Die Türkei hat in den letzten Tagen einen Höchstwert von Covid-19-Fällen verzeichnet, das Gesundheitsministerium meldet am Freitag 111.157 Fälle.

Chelsea-Trainer Tuchel positiv auf Corona getestet

13.15 Uhr: Fußballtrainer Thomas Tuchel ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der 48-Jährige verpasst damit das FA-Cup-Spiel des FC Chelsea an diesem Samstag gegen den Drittligisten Plymouth Argyle, wie die Londoner kurz vor dem Anpfiff mitteilten. Ob Tuchel wie geplant mit der Mannschaft zur Club-WM des Weltverbands FIFA reisen kann, ist offen. Das Turnier in den Vereinigten Arabischen Emiraten läuft bereits, Chelsea steigt als europäischer Champions-League-Sieger am kommenden Mittwoch im Halbfinale ein.

Tuchel werde das nötige Isolationsprotokoll befolgen und »hofft, später in der kommenden Woche in Abu Dhabi zur Mannschaft zurückzukehren«, hieß es in der Chelsea-Mitteilung.

Hessen lockert Coronaregeln: 2G im Einzelhandel gekippt

12.18 Uhr: Hessen lockert von Montag an seine Coronabeschränkungen und beendet die 2G-Regel im Einzelhandel. Das beschloss das Coronakabinett am Freitagabend, wie die Staatskanzlei am Samstag mitteilte. Zudem lässt das Land bei Großveranstaltungen mehr Zuschauerinnen und Zuschauer zu. Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hatte die Änderung der Schutzverordnung bereits am Mittwoch in Aussicht gestellt.

»Wir ermöglichen damit mehr Freiheiten, gleichzeitig schützen wir die Menschen durch klare Vorgaben«, sagte Bouffier nach Angaben der Staatskanzlei. Zu den Vorgaben zählt, dass beim Einkaufen künftig eine FFP2-Maske getragen werden muss.

Bislang waren von der 2G-Pflicht im Handel in Hessen – wie allgemein oft üblich – nur Geschäfte des täglichen Bedarfs ausgenommen. Bund und Länder hatten die 2G-Regel für weite Teile des Einzelhandels Anfang Dezember 2021 beschlossen. In mehreren Bundesländern ist Shopping ohne Impf- oder Genesenen-Nachweis jedoch bereits wieder erlaubt, verschiedene Gerichte hatten die Beschränkung gekippt.

Impftempo in Deutschland schwächt sich weiter ab

11.46 Uhr: Das Impftempo in Deutschland schwächt sich weiter ab. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Samstag wurden am Vortag mindestens 266.000 Impfdosen gegen das Coronavirus gespritzt. Am Freitag vor einer Woche waren es noch 428.375 Dosen – vor zwei Wochen etwa 589.000 Dosen. Mehr als zwei Drittel der am Freitag verabreichten Dosen waren Auffrischungsimpfungen.

Insgesamt haben nach RKI-Angaben nun 74,4 Prozent der Menschen (61,8 Millionen) einen Grundschutz, für den meist zwei Spritzen nötig sind. Bisher haben den Angaben zufolge 45,1 Millionen Menschen in Deutschland (54,2 Prozent) zusätzlich eine Auffrischungsimpfung erhalten. Mindestens eine Impfdosis haben 75,9 Prozent der Bevölkerung (63,2 Millionen) bekommen. Das Ziel von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), bis Ende Januar 80 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal gegen Corona zu impfen, war Anfang der Woche weit verfehlt worden.

Bei der Zahl der verabreichten Auffrischungsimpfungen gibt es große Unterschiede zwischen den Bundesländern. An der Spitze liegt hier Schleswig-Holstein, wo 62,1 Prozent der Menschen bereits einen Booster erhielten. Das Schlusslicht bildet Sachsen, wo dies 43,8 Prozent der Menschen betrifft.

Ungarn schränkt Coronaberichterstattung ein

11.25 Uhr: Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán schränkt die Berichterstattung über die Coronapandemie weiterhin ein, obwohl die Justiz kürzlich einem dagegen klagenden Onlineportal recht gegeben hatte. Im nationalen Gesetzblatt wurde dazu am Freitagabend eine Verordnung des rechtsnationalen Regierungschefs veröffentlicht. Demnach liegt die Entscheidung, welche Medien in dem EU-Mitgliedsland Zutritt zu Krankenhäusern und anderen Einrichtungen des Gesundheitswesens bekommen, beim Coronakrisenstab seiner Regierung.

Im April 2021 hatte die Orbán-Regierung beschlossen, dass das für Gesundheit zuständige Ministerium den Zugang der Presse zu Krankenhäusern und Impfzentren kontrolliert. Dies erklärte ein Gericht in Budapest am Mittwoch jedoch für gesetzwidrig. Allein die Direktoren der jeweiligen Krankenhäuser hätten das Recht, darüber zu entscheiden. Geklagt hatte das oppositionelle Nachrichtenportal telex.hu. Nun setzte Orbán seine neue Verordnung dagegen.

Der Bürgerrechtsverein TASZ erwägt nun rechtliche Schritte. »Respekt vor dem Rechtsstaat bedeutet, dass die Regierung Gerichtsurteile respektiert«, so der Verein. »Willkürliche Gesetzgebung« verstoße gegen die Verfassung. Orbán hat die staatlichen und die meisten privaten Medien mit wirtschaftlichem Druck und Druck der Behörden auf Regierungskurs gebracht. International steht er deshalb in der Kritik.

Fritzi Haberlandt findet Corona verharmlosende Kollegen »unerträglich«

11.12 Uhr: Die Schauspielerin Fritzi Haberlandt ist empört über Kolleginnen und Kollegen, die Gefahren durch das Coronavirus verharmlosen. Zu der Aktion #allesdichtmachen im vergangenen Frühjahr sagte sie dem Redaktionsnetzwerk Deutschland: »Mir kam es so vor, als würden viele in der Gesellschaft verhöhnt mit der Aktion, das Pflegepersonal zum Beispiel. Es gehört sich nicht für uns, alle zu Idioten zu erklären, die Masken tragen. Das ist meine Zunft, die sich teilweise unerträglich verhalten hat.«

Bei #allesdichtmachen hatten Ende April 2021 einige deutsche Filmschaffende mit Videos gegen die Corona-Eindämmungsmaßnahmen protestiert. Einige Beteiligte distanzierten sich später von der Aktion. »Ich finde diese Denkrichtung, auch die Art, wie man sich als Künstlerin zu gesellschaftlichen Problemen äußert, einfach grundfalsch«, sagte Haberlandt. Schauspielerinnen und Schauspieler seien unglaublich privilegiert.

Russland registriert Rekordzahl täglicher Neuinfektionen

9.41 Uhr: Die Omikron-Welle hat auch in Russland die Zahl der Neuinfektionen steigen lassen. Am Samstag registrierten die Behörden mehr als 177.000 neue Fälle, am Vortag waren es noch gut 168.000 gewesen. Die Zahl der Toten innerhalb von 24 Stunden kletterte auf 714.

Impfpflicht in Österreich in Kraft getreten

9.25 Uhr: Nach langen Diskussionen und trotz zahlreicher Proteste ist in Österreich am Samstag die allgemeine Coronaimpfpflicht in Kraft getreten. Die Alpenrepublik ist damit EU-weit das erste Land mit einer derartigen Maßnahme im Kampf gegen die Pandemie. Bundespräsident Alexander Van der Bellen und Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) hatten am Freitag das entsprechende Gesetz unterschrieben, das zuvor vom Bundesrat verabschiedet worden war. Anschließend wurde es im offiziellen Amtsblatt veröffentlicht.

Die Impfpflicht, gegen die es im Vorfeld viele Demonstrationen gab, gilt für alle Menschen ab 18 Jahren mit Wohnsitz in Österreich. Wer dagegen verstößt, soll Strafen von 600 bis 3600 Euro zahlen müssen.

Ausnahmen sind laut Gesetz für Schwangere und diejenigen vorgesehen, die sich aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen können. Auch Genesene sind für 180 Tage von der Impfpflicht befreit. Zudem gibt es eine »Schonfrist« für alle: Kontrolliert werden soll die Einhaltung der Impfpflicht erst ab Mitte März.

Frankreichs Skigebiete freuen sich über Touristen

7.34 Uhr: Nach harten Einschnitten wegen der Coronapandemie kehrt der Wintersporttrubel in Frankreichs Skigebiete zurück. Die voraussichtliche Belegung der Hotels und Ferienwohnungen in den Skiorten liege im Februar bei 82 Prozent der verfügbaren Betten – und damit sogar etwas höher als im Schnitt in Vor-Corona-Wintern, sagte Jean-Luc Boch, Präsident der Vereinigung von Bürgermeistern der französischen Skiorte.

Um Weihnachten und im Januar sei die Lage noch sehr angespannt gewesen. Eingebrochen seien insbesondere die Besucherzahlen aus Großbritannien, gewöhnlich das wichtigste Herkunftsland internationaler Wintersporttouristen in Frankreich, sagte Boch. Zeitweise hatte Frankreich im Winter wegen der Virusvariante Omikron die Einreise für Briten nur in dringend notwendigen Fällen erlaubt.

WHO: Projekt patentfreier Coronaimpfstoff erfolgreich gestartet

6.38 Uhr: Das Projekt für einen patentfreien Coronaimpfstoff aus Afrika kommt nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) besser voran als erwartet. Das von der WHO ausgewählte Forschungs- und Fertigungszentrum (manufacturing hub) in Südafrika habe innerhalb weniger Wochen einen Impfstoffkandidaten auf Basis der neuartigen mRNA-Technologie produziert, berichtete die WHO in Genf.

Dies sei ohne Unterstützung der Biotechfirmen gelungen, die mRNA-Coronaimpfstoffe herstellen, aber die Zusammenarbeit bislang ablehnen, sagte Martin Friede, WHO-Koordinator für Impfforschung. Als Hub hatte die WHO im Juni 2021 das Biotechnologieunternehmen Afrigen Biologics and Vaccines in Kapstadt ausgewählt. »Im September sagten viele: Das ist Raketentechnologie, das schafft ihr nicht«, sagte Friede. Tests mit dem Impfstoffkandidaten könnten im Herbst beginnen.

Die WHO teilte mit, dass das Labor öffentlich zugängliche Technologien verwendet und keine Patente verletzt. Die Technologie soll Firmen in anderen ärmeren Ländern zur Verfügung gestellt werden. Das Labor bildet auch Personal aus. Noch im Februar sollen weitere Länder genannt werden, in denen produziert werden soll. Argentinien und Brasilien stehen als Standorte bereits fest.

Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 1388

5.10 Uhr: Das Robert Koch-Institut (RKI)  hat einen weiteren Anstieg der bundesweiten Sieben-Tage-Inzidenz gemeldet und damit erneut einen Höchstwert. Das RKI gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Samstagmorgen mit 1388,0 an.

Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 1349,5 gelegen. Vor einer Woche lag die bundesweite Inzidenz bei 1127,7 (Vormonat: 258,6). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 217.815 Coronaneuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 4.57 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche waren es 189 166 Ansteckungen.

Experten gehen von einer hohen und weiter steigenden Zahl von Fällen aus, die in den RKI-Daten nicht erfasst sind, unter anderem, weil Testkapazitäten und Gesundheitsämter vielerorts am Limit sind. Zudem melden einige Städte und Kreise seit Tagen Probleme bei der Übermittlung der Coronafallzahlen.

Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 172 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 182 Todesfälle. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 10.889.417 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken gekommenen coronainfizierten Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Freitag mit 5,45 an (Donnerstag: 5,00). Darunter können auch Menschen mit positivem Coronatest sein, die eine andere Haupterkrankung haben.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Samstag mit 8.016.000 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 118.676.

45 weitere Coronafälle am Eröffnungstag der Winterspiele in Peking

4.52 Uhr: Am Eröffnungstag der Olympischen Winterspiele sind 45 weitere Teilnehmer positiv auf das Coronavirus getestet worden. Wie die Organisatoren am Samstag mitteilten, wurden am Freitag 25 Fälle unter Athleten und Teammitgliedern sowie 20 unter anderen Teilnehmern festgestellt. Allein bei der Ankunft am Flughafen fielen 26 Tests positiv aus, darunter 20 von Sportlern und Mitgliedern der Teams.

In der Olympia-Blase wurden bei den täglichen Tests weitere 19 Infizierte festgestellt, die zuvor angereist waren. Darunter waren fünf Mitglieder von Mannschaften. Die Gesamtzahl der Coronafälle ist seit dem 23. Januar auf insgesamt 353 gestiegen. Den Angaben zufolge sind seither bis Freitag 12.250 Personen zu den Spielen über den Pekinger Flughafen angereist.

Wegen der Coronapandemie finden die Winterspiele unter extremen Vorsichtsmaßnahmen statt. Alle Beteiligten – von Athleten bis hin zu Journalisten – sind komplett vom Rest des Landes abgetrennt und können sich nur in »geschlossenen Kreisläufen« bewegen.

Wer sich mit dem Virus angesteckt hat, wird zunächst in einem eigens dafür vorgesehenen Hotel isoliert. Nur nach zwei negativen PCR-Tests im Abstand von mindestens 24 Stunden können die Betroffenen dieses vor Ablauf einer vorgeschriebenen Zehn-Tages-Frist wieder verlassen. Danach ist nur noch ein negativer PCR-Test nötig.

Infektiologe warnt vor schnellen Coronalockerungen

4.20 Uhr: Der Münchner Infektiologe Clemens Wendtner warnt vor schnellen Lockerungen der Coronamaßnahmen in den kommenden Wochen. »Bis mindestens April werden wir noch mit den hohen Inzidenzzahlen zu tun haben«, sagte der Chefarzt der München Klinik Schwabing der »Augsburger Allgemeinen«. »Zwar gibt es bei Omikron nicht so schwere Verläufe, aber immerhin sind es trotzdem 0,5 Prozent der Neuinfizierten, die rein statistisch gesehen schwer erkranken.«

Montgomery für allgemeine Coronaimpfpflicht ab 18

3.35 Uhr: Der Vorstandsvorsitzende des Weltärztebunds, Frank Ulrich Montgomery, hat sich für eine allgemeine Coronaimpfpflicht ab 18 Jahren mit einer zweijährigen Befristung ausgesprochen. »Mir scheint der Antrag für eine allgemeine Impfpflicht ab 18 auf zwei Jahre befristet der Vernünftigste zu sein«, sagte Montgomery der »Rheinischen Post«.

Mehrere Abgeordnete von SPD, Grünen und FDP schlagen in einem Eckpunktepapier vor, dass eine Impfpflicht für alle Erwachsenen ab 18 »mit dauerhaftem Aufenthalt in Deutschland« gelten soll. Sie wäre mit drei Impfungen erfüllt und befristet bis Ende nächsten Jahres. Wer keinen Nachweis erbringt, dem sollen den Plänen zufolge Bußgelder drohen, zur Not auch mehrfach. Auf sogenannte Erzwingungshaft solle verzichtet werden. Über die mögliche Einführung einer Impfpflicht wird voraussichtlich im März im Bundestag abgestimmt.

Weltärztebund-Vorsitzender Frank Ulrich Montgomery

Weltärztebund-Vorsitzender Frank Ulrich Montgomery

Foto: Guido Kirchner / dpa

Montgomery sagte, unklar seien ihm noch die Sanktionen für dann immer noch Ungeimpfte. »Zwangsimpfungen wird es nicht geben – dazu stehen Ärztinnen und Ärzte nicht zur Verfügung. Deswegen kommt es auch hier auf die handwerkliche Qualität des Gesetzes an«, sagte Montgomery.

Scharfe Kritik übte er am bereits beschlossenen Gesetz zur Einführung einer einrichtungsbezogenen Coronaimpfpflicht. »Wie kann man ein solches Gesetz machen und sich dann nicht um die Möglichkeit einer sinnvollen Anwendung und Durchführung kümmern? Die handwerkliche Qualität der Gesetzgebung dieser Regierung ist hier mangelhaft.«

Beschäftigte in Einrichtungen mit schutzbedürftigen Menschen wie Kliniken und Pflegeheime müssen bis zum 15. März 2022 nachweisen, dass sie gegen Corona geimpft oder von Corona genesen sind. Gesundheitsämter hatten erklärt, sich mit der Kontrolle der einrichtungsbezogenen Impfpflicht überfordert zu sehen.

Arbeitgeberpräsident: Kurzarbeitergeld darf keine Dauerlösung werden

3.18 Uhr: Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger hat davor gewarnt, das in der Coronapandemie aufgestockte Kurzarbeitergeld immer wieder zu verlängern. »Das Kurzarbeitergeld war in den vergangenen Monaten die beste Krisenhilfe und hat viele Arbeitsplätze gesichert«, sagte Dulger der »Rheinischen Post«. »Dafür haben wir auch gemeinsam mit unseren Beschäftigten Rücklagen gebildet, die das erst ermöglicht haben. Es darf aber keine Dauerlösung werden«, so der Präsident der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA).

Für Branchen, die stark unter pandemiebedingten Beschränkungen leiden, wie etwa Schausteller, Messebau, Handel, Gastronomie und Hotellerie, müssten branchenspezifische Hilfsprogramme her, »die aus Steuermitteln bezahlt werden, anstatt weiter die Beitragszahler zu belasten«, forderte Dulger.

Nach Plänen von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) sollen Betriebe noch bis Ende Juni unter erleichterten Bedingungen Kurzarbeitergeld beantragen können. Die pandemiebedingten Sonderregelungen sollen um drei Monate bis zum 30. Juni verlängert werden.

Dreyer: Coronaerleichterungen nicht vor Höhepunkt der Omikron-Welle

2.04 Uhr: Eine Diskussion über Lockerungen der Coronamaßnahmen sollte nach Ansicht der rheinland-pfälzischen Regierungschefin Malu Dreyer (SPD) spätestens bei der nächsten Ministerpräsidentenkonferenz am 16. Februar geführt werden. Die Menschen müssten die Sicherheit haben, dass es auch wieder Lockerungen gebe, sagte Dreyer der »Rheinischen Post«. Nötig seien kluge Ideen für Erleichterungen. Zunächst solle aber der Höhepunkt der Omikron-Welle abgewartet werden, der voraussichtlich Mitte Februar erreicht sei.

Rheinland-Pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer

Rheinland-Pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer

Foto: THILO SCHMUELGEN / REUTERS

»Dann können wir besser einschätzen, ob die Krankenhäuser das auf ihren Normal- und Intensivstationen schaffen und wie sehr uns Personalausfall durch Infektion und Quarantäne in der kritischen Infrastruktur und in den Betrieben zusetzen werden«, wird Dreyer zitiert.

Dreyer sprach sich erneut für eine Impfpflicht aus: »Wir haben leider immer noch eine zu niedrige Impfquote.« Neue Virusmutationen könnten deshalb Deutschland wieder empfindlich treffen. »Der Großteil der Bevölkerung hält sich an alles und hat immer weniger Verständnis für die Einschränkungen zum Schutz Ungeimpfter. Wir sind alle mürbe. Und da wir die Impfquote, die wir erreichen müssen, nicht erreichen, braucht es die Impfpflicht«, sagte Dreyer dem Bericht zufolge.

Virologe Stöhr: Coronaimpfpflicht derzeit »nicht zielführend«

0.54 Uhr: Der Virologe Klaus Stöhr hält eine allgemeine Impfpflicht gegen Corona gegenwärtig »nicht für zielführend«. »Generell kann sie ein gutes Mittel sein, um Impfquoten zu erhöhen. Aber sie ist nicht alternativlos«, sagte er der »Fuldaer Zeitung«. »Dazu kommt, dass sie auch nicht ohne Nebenwirkungen ist.« Stöhr riet, mehr Soziologen und Psychologen einzubinden, um mit einem besseren Wissen über die Impfskeptiker zielgerichtet Impfangebote machen zu können.

Viele Menschen, die sich nicht impfen ließen, seien eher Impfskeptiker als Impfgegner, meinte Stöhr. »Wenn man weiß, um welche Bevölkerungsschichten es sich da handelt, kann man diese gezielt ansprechen.« Er gab auch zu bedenken, dass eine Impfpflicht nicht vor dem Winterende greifen würde. »Sie käme damit für diese Saison zu spät. Mit der Omikron-Welle werden unter Umständen 40 bis 50 Prozent eine natürliche Immunität erlangen.«

Ein Drittel der Unternehmen beklagt massive Personalausfälle

0.30 Uhr: In Folge der Omikron-Welle leidet die deutsche Wirtschaft unter massiven Personalausfällen. Dies ergibt eine branchenübergreifende Blitzabfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) unter 370 Unternehmen, die dem Redaktionsnetzwerk Deutschland vorliegt. Jeder vierte Betrieb bewertete seine aktuellen Personalausfälle als »erheblich«. Weitere vier Prozent stuften ihre personelle Unterbesetzung sogar als »kritisch« für die Aufrechterhaltung ihrer Angebote ein. Die Betriebe rechneten damit, dass sich die Entwicklung in den nächsten Tagen noch verschärfen werde, heißt es in der Auswertung der Umfrage.

Mehr als 900.000 Coronatote in den USA

0.14 Uhr: Seit Beginn der Pandemie sind in den USA mehr als 900.000 Menschen im Zusammenhang mit einer Coronainfektion gestorben. Das ging am Freitag aus Daten der Universität Johns Hopkins (JHU) in Baltimore hervor. Die Schwelle von 800.000 Toten war erst Mitte Dezember überschritten worden.

Die Johns-Hopkins-Webseite wird regelmäßig aktualisiert und zeigt meist einen etwas höheren Stand als die offiziellen Zahlen. In Einzelfällen wurden die Zahlen aber auch wieder nach unten korrigiert. Der US-Gesundheitsbehörde CDC zufolge waren bis Donnerstag gut 892.000 Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben. Kein Land hat mehr Coronatote registriert als die Vereinigten Staaten, in denen rund 330 Millionen Menschen leben.

Die Omikron-Welle traf die USA im Dezember mit voller Wucht. Die Fallzahlen schnellten Mitte Dezember in die Höhe und brachen Rekorde. Allerdings stieg die Zahl der Krankenhauseinweisungen und Todesfälle nicht im gleichen Maße an. Zuletzt ging die Zahl der Coronaneuinfektionen in den USA deutlich zurück. Im Durchschnitt der vergangenen Tage starben aber immer noch rund 2400 Menschen täglich im Zusammenhang mit Corona. Nur im vergangenen Winter war dieser Wert noch höher.

nck/cop/slü/kig/dpa/AFP/Reuters
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