Corona-News am 15. Januar Drosten macht Hoffnung auf ein Leben wie vor der Pandemie

Virologe Christian Drosten sieht in der Omikron-Variante eine »Chance«. Die Landeselternkonferenz in Nordrhein-Westfalen sucht den eisigsten Klassenraum. Und: Tausende protestieren gegen Coronamaßnahmen. Der Überblick am 15. Januar.
Christian Drosten: Pandemie kann 2022 für beendet erklärt werden

Christian Drosten: Pandemie kann 2022 für beendet erklärt werden

Foto:

CLEMENS BILAN / EPA

Das war das Corona-Update am Samstag.

Nichts mehr verpassen: Für die neuesten Entwicklungen und wichtigsten Hintergründe abonnieren Sie unseren Coronavirus-Newsletter.

Christian Drosten macht Hoffnung auf ein Leben wie vor der Pandemie

19.37 Uhr: Virologe Christian Drosten hat die in der Regel milder verlaufende Omikron-Variante im Interview mit dem »Tagesspiegel«  als »Chance« in der Pandemie bezeichnet – allerdings nur in Kombination mit einer Impfung. Es gebe »keine Alternative« dazu, dass sich früher oder später alle mit Sars-CoV-2 infizierten.

Man könne »nicht auf Dauer alle paar Monate über eine Booster-Impfung den Immunschutz der ganzen Bevölkerung erhalten«, sagte der Virologe. Das sei allerdings nur »auf Basis eines in der breiten Bevölkerung verankerten Impfschutzes« möglich, weil sonst »zu viele Menschen sterben« würden.

Wenn man mit den Impfungen weiter vorankomme, könne die Pandemie im Laufe des Jahres für beendet erklärt und zu einer Endemie werden. »Die Bevölkerung baut Immunität auf und behält die auch«, so Drosten. Auf die Frage, ob wir jemals wieder so leben werden wie vor der Pandemie, zeigte er sich optimistisch: »Ja, absolut. Da bin ich mir komplett sicher.«

In dem Gespräch betonte Drosten mehrfach die Bedeutung der Impfung, insbesondere bei gefährdeten Altersgruppen, zu einer möglichen Impfpflicht äußerte er sich aber nicht.

Deutsche Handballer haben ihren ersten Coronafall bei der EM

23.13 Uhr: Rückschlag für die deutschen Handballer bei der EM: Julius Kühn fällt für die zwei Vorrundenspiele gegen Österreich am Sonntag und zwei Tage später gegen Polen (beide 18 Uhr) aus. Das gab die deutsche Handball-Nationalmannschaft bekannt. Der Rückraum-Profi wurde positiv auf das Coronavirus getestet. Anschließend begab sich Kühn in Isolation.

Lesen Sie hier die gesamte Meldung.

Wirte in Niederlanden öffnen trotz Gastronomie-Lockdown

20.13 Uhr: Nahezu überall in den Niederlanden haben sich Gaststätten-Betreiber am Samstag für einige Stunden über Corona-Vorschriften hinweggesetzt und ihre Kneipen, Cafés und Restaurants geöffnet. Damit protestierten die Wirte dagegen, dass ihre Branche von der Aufhebung des wochenlangen, landesweiten Lockdowns vorerst ausgeschlossen ist.

Vielerorts sei die einmalige Aktion mit Zustimmung der Gemeindeverwaltungen erfolgt, berichtete die Nachrichtenagentur ANP. Die Reaktionen beim Publikum waren demnach positiv. »Die Gastronomie kontrolliert wieder zu öffnen, scheint mir besser zu sein, als dass jeder bei sich zu Hause Partys feiert«, zitierte die Agentur den Besucher eines Studentencafés in Zwolle.

In Utrecht versprach Bürgermeisterin Sharon Dijksma, sich weiter für Lockerungen der Corona-Vorschriften für Gaststätten einzusetzen. In der Kleinstadt Valkenburg reagierte Bürgermeister Daan Prevoo auf eine ähnliche Aktion bereits am Freitag, indem er sie als erlaubte Demonstration einstufte. »Demonstrieren ist ein Grundrecht«, sagte er dem TV-Sender WNL. Daher werde die Polizei nicht eingreifen.

Nach fast vier Wochen hatte die Regierung in Den Haag - unter starkem Druck von Unternehmern - den strengen Corona-Lockdown am Freitag teilweise aufgehoben. Geschäfte, Friseure und Sportclubs sowie Hochschulen dürfen seit Samstag wieder öffnen. Jedoch müssen Gaststätten, Museen, Theater und Kinos geschlossen bleiben. Angesichts dramatisch gestiegener Infektionszahlen könne der Lockdown noch nicht überall beendet werden, erklärte Ministerpräsident Mark Rutte dazu: »Alles zugleich geht nicht, das Risiko ist zu groß.« Ende des Monats werde es möglicherweise weitere Lockerungen geben.

Impfprogramm Covax knackt Milliardenmarke

20.06 Uhr: Das internationale Impfstoffprogramm Covax hat am Samstag die Milliardenmarke bei der Auslieferung von Corona-Impfdosen geschafft. Den Meilenstein verkündete Gavi, die Impfallianz aus Regierungen, Firmen, Stiftungen und UN-Organisationen, die das Covax-Programm durchführt. Die einmilliardste Dosis war nach Angaben von Gavi in einer Lieferung, die am Samstag in Ruanda ankam.

Covax hat inzwischen 144 Länder beliefert. Die Allianz versorgt vor allem ärmere Länder, die kein Geld haben, um die Impfstoffe selbst zu bestellen. Das Programm hat mehr als zehn Milliarden Dollar (8,8 Mrd Euro) an Spenden benommen. Gavi-Chef Seth Berkley verwies darauf, dass die Impfstoff-Verteilung noch sehr ungleich ist. 41 Prozent der Weltbevölkerung hätten noch keine einzige Impfdosis erhalten. »Wir werden unsere Anstrengungen verdoppeln, um das Ungleichgewicht zu beenden«, teilte er in genf mit. Covax arbeite daran, Ländern bei der Infrastruktur zu helfen, die nötig ist, um große Impfprogramme auf die Beine zu stellen.

Das Ziel, bis Ende 2021 in allen Ländern der Welt 40 Prozent der Bevölkerung zu impfen, war in mehreren Dutzend Ländern verfehlt worden. Nun sollen bis Mitte des Jahres 70 Prozent der Menschen in allen Ländern geimpft sein. In vielen Ländern Afrikas wurden aber bislang kaum zehn Impfdosen pro 100 Einwohner verabreicht. In Deutschland waren es nach den WHO-Zahlen 185 pro 100 Einwohner.

Covax wurde 2020 gegründet, um die Coronaimpfforschung zu unterstützen. Ursprüngliche Idee war, dass das Programm weltweit die faire Verteilung von erfolgreichen Impfstoffen vornimmt. Reiche Länder haben aber parallel separate Verträge mit Impfstoffherstellern gemacht und damit den Großteil der Produktion aufgekauft. Zudem verhängte Indien, wo große Mengen des von Covax georderten Astrazeneca-Impfstoffs hergestellt werden, wegen der Pandemie im eigenen Land plötzlich einen Exportstopp. So konnte Covax trotz vorhandener Geldmittel lange wenig Impfstoff besorgen und ausliefern.

Mehr als 7000 Impfpflicht-Gegner gehen in Düsseldorf auf die Straße

19.30 Uhr: Mehr als 7000 Gegner einer Corona-Impfpflicht haben am Samstag in Düsseldorf an einer Demonstration durch die Innenstadt teilgenommen. Eine Person, die der »Querdenken« -Initiative zugerechnet wird, hatte eine Kundgebung mit 2500 Teilnehmern angemeldet.

Die Demonstration sei bislang »weitgehend störungsfrei und friedlich« verlaufen, sagte ein Polizeisprecher am frühen Abend. Für Großveranstaltungen mit mehr als 750 Teilnehmern gilt die Masken- und eine Abstandspflicht von 1,5 Metern. Der Versammlungsleiter hatte dazu aufgerufen, diese Auflagen einzuhalten.

Tausende bei Demonstration gegen Coronapolitik in Rom

19.19 Uhr: In Rom hat es erneut Proteste gegen die Coronapolitik der italienischen Regierung gegeben. Die Menschen versammelten sich auf der Piazza San Giovanni in Laterano, östlich des Kolosseums. »Die Menschen sind sauer«, rief ein Demonstrant ins Mikrofon des öffentlich-rechtlichen TV-Senders Rainews 24 während der Liveübertragung. Der Nachrichtenagentur Adnkronos zufolge waren zwischenzeitlich 5000 Leute dort.

Einige versuchten als Gruppe einen Demonstrationszug zu starten. Polizeibeamte stellten sich ihnen mit Schilden und einem Wasserwerfer in den Weg. Italiens Regierung unter Ministerpräsident Mario Draghi hatte zuletzt die Coronaregeln verschärft und führte unter anderem eine Impfpflicht für Menschen über 50 Jahre ein. Ab Februar treten weitere Beschränkungen in Kraft.

Das Land mit rund 60 Millionen Einwohner verzeichnet derzeit die höchsten Corona-Fallzahlen seit Pandemiebeginn. Am Samstag meldeten die Behörden etwas mehr als 180.400 Neuinfektionen und 308 Tote mit dem Virus binnen eines Tages.

Israels Finanzminister mit Coronavirus infiziert

19.10 Uhr: Der israelische Finanzminister Avigdor Lieberman ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. »Ich fühle mich gut und werde mich in den nächsten Tagen isolieren«, teilte er bei Twitter mit. Außenminister Yair Lapid war am Montag positiv getestet worden.

Lieberman wurde in der Öffentlichkeit dafür kritisiert, dass er nicht mehr staatliche Hilfe für Unternehmen bereitstellt, da die Omicron-Variante die Infektionsraten in Israel auf einen neuen Höchststand getrieben hat. »Ich werde weiterhin von zu Hause aus eine verantwortungsvolle Wirtschaftspolitik betreiben, die Daten im Auge behalten und künftige Schritte planen« schrieb er nun, als offensichtliche Reaktion auf die Kritik.

Am 10. Januar hatte Lieberman ein Foto von sich gepostet, das zeigt, wie er eine vierte COVID-19-Impfdosis erhält.

Circa 3000 Menschen protestieren vor Hamburger Kunsthalle – trotz Verbots

19.00 Uhr: Die Polizei hat eine verbotene Versammlung von Gegnern der Coronamaßnahmen vor der Hamburger Kunsthalle und auf umliegenden Straßen aufgelöst. Das berichtete unter anderem der NDR . Die Polizei sprach am Nachmittag von rund 3000 Teilnehmern.

Lautsprecherdurchsagen der Beamten wurden mit Pfiffen und Sprechchören übertönt. Es kam auch zu einzelnen Handgreiflichkeiten. Die allermeisten Teilnehmer trugen keine Masken, wie dpa-Reporter beobachteten.

Ursprünglich war dort eine große Demonstration von Impfgegnern geplant, zu der bis zu 15.000 Teilnehmer erwartet wurden. Diese hatte die Polizei am Donnerstag angesichts explodierender Infektionszahlen in der Stadt verboten. Es könne nicht davon ausgegangen werden, dass sich die Teilnehmer diesmal an Masken- und Abstandspflicht halten, wie ein Sprecher sagte.

Ein Eilantrag der Anmelderin gegen die Untersagung war am Freitag vom Verwaltungsgericht abgelehnt worden. Von der Möglichkeit, dagegen beim Oberverwaltungsgericht Beschwerde einzulegen, machte sie keinen Gebrauch.

Ermittlungen gegen Ex-Dschungelcamp-Kandidatin Okpara

17.02 Uhr: Gegen die kurzfristig ausgetauschte Dschungelcamp-Kandidatin Christin Okpara wird wegen des Verdachts ermittelt, einen gefälschten Impfnachweis vorgelegt zu haben. Sie sei vor einer Woche am Frankfurter Flughafen bei einer Ausreisekontrolle nach Südafrika aufgefallen, teilte die Bundespolizei in Frankfurt am Main mit. Der mitgeführte Impfnachweis habe – die Corona-Schutzimpfungen betreffend – »Unregelmäßigkeiten« aufgewiesen.

Daraufhin sei ein Verfahren wegen des dringenden Tatverdachts des »Gebrauchs unrichtiger Gesundheitszeugnisse« gegen sie eingeleitet worden. Die Bundespolizei habe Beweismittel sichergestellt. Die weiteren Ermittlungen und die Auswertung der sichergestellten Gegenstände dauerten an. Okpara war dennoch nach Südafrika gereist. RTL hatte ihren Rauswurf mit »Unstimmigkeiten zum Impfstatus« begründet, die kurzfristig nicht zu klären gewesen seien.

Das Management des TV-Sternchens war für eine Stellungnahme am Samstag zunächst nicht zu erreichen. Medienberichten zufolge äußerte sich Okpara in ihrem geschützten Instagram-Account gegenüber ihren 84.000 Followern wie folgt: »Jetzt beruhigen wir uns erstmal. Für bestimmte Sachen gibt es eine ganz plausible Erklärung.«

Sie bedauere ihr vorzeitiges Ausscheiden, zitierte die »Gala « sie. Sie könne nicht nur sehr gut austeilen, sondern auch einstecken. »Ich verspreche es euch, das war für mich noch lange nicht das Ende.«

Statt Okpara wird Jasmin Herren, 43, die Witwe von Willi Herren, im Dschungelcamp zu sehen sein. Die Dschungel-Show »Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!«, soll am 21. Januar starten. Die 15. Staffel der Reality-Show entsteht coronabedingt diesmal in Südafrika statt wie früher in Australien.

NRW: Elternverbände suchen kälteste Schulklasse des Landes

15.50 Uhr: Weil sie die Coronaschutzmaßnahmen der Landesregierung für unzureichend halten, haben die Landeselternkonferenz NRW und die Landeselternschaft der integrierten Schulen einen Wettbewerb ausgerufen . Gesucht wird die kälteste Klasse in Nordrhein-Westfalen. Damit wollen die Eltern dagegen protestieren, dass in vielen Schulen als Schutzmaßnahme lediglich regelmäßig gelüftet werden kann – Luftfilter wurden nur vereinzelt angeschafft, Abstandsregeln sind häufig nicht umzusetzen.

»Als meine Tochter mir im Dezember ein Bild des Thermometers in ihrer Klasse neben ihrem Sitzplatz mit -0,3 Grad zeigte, merkte ich, dass die Vorgaben des Landes für winterliche Temperaturen ziemlich gewagt sind«, sagt der stellvertretende Vorsitzende der Landeselternschaft der integrierten Schulen in NRW, Steffen Bundrück. Schülerinnen und Schüler sind jetzt aufgerufen, Fotos von Temperaturanzeigen mit dem Hashtag #kältesteKlasseinNRW in sozialen Medien zu posten. Für die Gewinnerklasse haben die Elternverbände einen Satz Fleecedecken ausgelobt.

Kein Karneval im Saarland

15.14 Uhr: Am Freitag waren bereits die beiden größten saarländischen Rosenmontagsumzüge in Saarbrücken-Burbach und Neunkirchen abgesagt worden, jetzt kam auch das Aus für die diesjährigen Fernseh-Prunksitzungen: Die »Saarländische Narrenschau« und »Alleh Hopp« müssen wegen der Coronapandemie dieses Jahr erneut ausfallen.

Das teilten der Verband Saarländischer Karnevalsvereine, die Saarbrücker Karnevalsgesellschaft »M'r sin nit so« und der Saarländische Rundfunk mit . »Obwohl wir gut durchdachte Hygiene- und Sicherheitskonzepte haben, ist aufgrund der sehr aggressiven Verbreitung der Omikron-Variante die Gefahr nicht gering, dass es größere Ansteckungsherde geben könnte«, erklärten die Karnevalsverbände.

Türkei lockert Testpflicht für Ungeimpfte

14.33 Uhr: Die Türkei lockert die manchen Bereichen die Testpflicht für Ungeimpfte. Bei Inlandsflügen, Busreisen und Bahnfahrten entfalle der obligatorische PCR-Test, berichtet die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Auch bei Konzertbesuchen, Sportveranstaltungen und im Kino sei der Test nicht mehr notwendig.

Palermo: Krankenschwester soll Coronaimpfungen gefälscht haben

14.21 Uhr: In der sizilianischen Stadt Palermo hat die Polizei erneut eine Krankenschwester festgenommen, die Coronaimpfungen vorgetäuscht haben soll. Die Justiz wirft der Frau vor, einem Impfgegner-Ehepaar zwar die Spritze, aber nicht den Impfstoff injiziert zu haben, wie die Polizei am Samstag mitteilte. Auf einem Überwachungsvideo ist zu sehen, wie die Krankenschwester eine volle Spritze in ein Tuch ausdrückt und sie dann leer in einen Oberarm sticht.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Erst im Dezember 2021 nahmen Beamte eine andere Krankenschwester fest, die in demselben Impfzentrum elf Menschen auf dieselbe Art vermeintlich gegen Covid-19 immunisierte. Unter den Impflingen war nach Polizeiangaben auch ein führendes Mitglied der lokalen Impfgegner-Bewegung.

Die beiden Frauen müssen sich unter anderem wegen Amtsunterschlagung und Falschbeurkundung verantworten. Geimpfte erhalten in Italien einen digitalen Nachweis, der mittlerweile an vielen Orten des öffentlichen Lebens wichtig ist, zum Beispiel, um mit dem Bus zu fahren oder im Restaurant essen zu gehen.

Niederlande lockern Lockdown – ein bisschen

13.50 Uhr: Die Niederlande beenden nach fast vier Wochen und unter starkem Druck von Unternehmern den strengen Corona-Lockdown – zumindest teilweise. Geschäfte, Friseure und Sportclubs sowie Hochschulen dürfen ab heute wieder öffnen. Allerdings wird unter anderem die Maskenpflicht verschärft. Das kündigte Premier Mark Rutte in Den Haag an.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Geschlossen bleiben dagegen weiter Gaststätten, Museen, Theater und Kinos. Gastwirtinnen und Gastwirte sowie der Kultursektor zeigten sich empört und kritisierten die Entscheidung scharf.

Impfkampagnen weltweit

12.59 Uhr: Rund um den Globus laufen die Impfungen auch an diesem Wochenende auf Hochtouren. Manchmal gibt's die Spritze an ungewöhnlichen Orten wie im Circus Krone in München...

Foto: Lennart Preiss / dpa

... manchmal gut organisiert wie beim Impf-Drive-Thru in Manila...

Foto: Basilio Sepe / dpa

...oder wie hier in Kambodscha.

Foto: Heng Sinith / dpa

Verfassungsschutz-Präsident warnt vor neuen Staatsfeinden

12.45 Uhr: Der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Thomas Haldenwang, sieht unter den Demonstrierenden gegen die Corona-Politik auch eine neue Szene von Staatsfeinden. Diese ließen sich den bisherigen Kategorien wie Rechts- oder Linksextremismus nicht mehr eindeutig zuordnen, sagte Haldenwang der »Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung«. Sie verbinde keine ideologische Klammer, sondern die Verachtung des demokratischen Rechtsstaates und seiner Repräsentanten: »Sie lehnen unser demokratisches Staatswesen grundlegend ab.«

Dabei brauchten diese Extremisten auch kein spezifisches Thema. Die Pandemie sei nur der Aufhänger: »Ob das jetzt Corona ist oder die Flüchtlingspolitik. Oder auch die Flutkatastrophe: Da hat man teilweise die gleichen Leute gesehen, die versuchten, den Eindruck zu vermitteln, der Staat versage und tue nichts für die Menschen«, sagte Haldenwang. Wie groß die Szene sei, könne man noch nicht verlässlich sagen, weil sie ausgesprochen heterogen sei.

Immer mehr gefälschte Impfausweise

12.33 Uhr: In fast allen Bundesländern registrieren die Behörden eine zunehmende Zahl gefälschter Impfausweise. Die Zahl aufgedeckter Fälle sei insbesondere zum Jahresende hin teilweise rapide angestiegen, berichtet das ZDF  unter Berufung auf eine Umfrage des Evangelischen Pressedienstes bei den zuständigen Landesbehörden.

Demnach wurden in Bayern etwa im Oktober 2021 rund 340 Fälle gezählt, im Dezember mehr als 1.900. In Nordrhein-Westfalen stieg die Zahl ebenfalls kontinuierlich auf mehr als 1.200 Fälle im Dezember. Einzig in Brandenburg sank die Zahl im Dezember auf 72 Fälle, bis November war sie dort aber ebenfalls gestiegen.

Finanzminister Lindner gegen neue Coronahilfen

12.08 Uhr: Bundesfinanzminister Christian Lindner sieht neue Ausgabenprogramme für den Kampf gegen die Coronakrise skeptisch. »Wir haben uns während der Pandemie an hohe Staatsleistungen gewöhnt. Diese Phase muss enden«, sagte der FDP-Politiker der »Welt am Sonntag«. Schon in diesem Jahr seien die Spielräume eng. 2023 werde die Lage wegen der Rückkehr zur Schuldenbremse noch anspruchsvoller.

»Deshalb sehe ich das Ausloben neuer Boni, Subventionen und Programme kritisch«, sagte Lindner. Man könne auf Dauer nicht alles mit Geld lösen. Der FDP-Politiker antwortete damit auf eine Frage nach einem Bonus bei Coronaimpfungen. »In der Bundesregierung gibt es dazu keine Überlegungen«, sagte er. Er halte das Werben um die Einsicht der Menschen sowie die Ertüchtigung der Infrastruktur für dringender.

Mit Blick auf die Wirtschaft kündigte Lindner ein Corona-Steuergesetz an, das bald auf den Weg gebracht werden soll. Damit solle es etwa die Möglichkeit geben, gegenwärtige Verluste mit früheren Gewinnen bei der Steuer zu verrechnen. »Das ist für viele Betriebe wichtig.« Zudem werde er vorschlagen, die Pauschale für Heimarbeit zu verlängern und erneut mehr Zeit für die Abgabe von Steuererklärungen einzuräumen.

72,6 Prozent vollständig geimpft

11.46 Uhr: In Deutschland sind inzwischen mindestens 60,4 Millionen Menschen vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Das entspricht mindestens 72,6 Prozent der Bevölkerung, wie aus Daten des Robert Koch-Instituts  (RKI) in Berlin vom Samstag hervorgeht. Demnach hatten bis einschließlich Freitag 38,7 Millionen Menschen bereits eine Auffrischungsimpfung erhalten (46,6 Prozent). Diese ist wichtig für einen wirksamen Schutz vor der ansteckenderen Virusvariante Omikron.

Das RKI gab die Zahl der Impfungen für Freitag mit gut 650.000 an. Die Bundesregierung strebt eine Quote von 80 Prozent vollständig Geimpfter bis Ende Januar an. Als solcher gilt, wer zweifach geimpft oder die Einmalimpfung von Johnson & Johnson erhalten hat.

  • Den höchsten Anteil hat bei diesem Wert im Vergleich der Bundesländer Bremen mit einer Quote von 85,1 Prozent.

  • Bei den Auffrischungsimpfungen liegt das Saarland mit 55,5 Prozent vorne.

  • Sachsen bildet beide Male mit 61,7 Prozent beziehungsweise 37,1 Prozent das Schlusslicht.

Auf dem RKI-Dashboard wird darauf hingewiesen, dass die Impfquoten als Mindestimpfquoten zu verstehen sind, »da eine hundertprozentige Erfassung durch das Meldesystem nicht erreicht werden kann«. Das Robert Koch-Institut geht davon aus, dass die tatsächliche Impfquote um bis zu fünf Prozentpunkte höher liegt.

Omikron-Welle erreicht Intensivstationen in ein- bis zwei Wochen

11.07 Uhr: Die Omikron-Welle ist nach Einschätzung der Fachgesellschaft der Intensiv- und Notfallmediziner noch nicht auf den Intensivstationen angekommen. Er rechne aber damit, dass es in der nächsten oder übernächsten Woche deutlich mehr Coronapatienten in den Notaufnahmen gebe werde, sagte Intensivmediziner Christian Karagiannidis am Samstag im Deutschlandfunk. Der Experte leitet das Intensivregister der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) und ist Mitglied im Corona-Expertenrat der Bundesregierung.

Im Moment machten sich die hohen Inzidenzen noch nicht bemerkbar, sagte er. »Es sieht nicht so aus, als wenn im Moment, Stand heute, die Omikron-Welle schon auf den Intensivstationen durchgeschlagen ist.« Allerdings infizierten sich derzeit auch hauptsächlich jüngere Menschen im Alter bis 35 Jahre. Zugleich sehe man vermehrt auch Infektionen in der kritischen Infrastruktur, Krankenhäuser müssten sich darauf vorbereiten, dass Ärzte und Pflegekräfte ausfielen.

Karagiannidis betonte: »Wenn wir das ganze Infektionsgeschehen jetzt extrem laufen lassen und ganz hohe Inzidenzen akzeptieren, dann akzeptieren wir auch, dass das Virus ganz sicher die Ungeimpften findet.« Bereits jetzt seien 62 Prozent der Coronapatienten auf den Intensivstationen ungeimpft, nur fünf Prozent hätten eine Auffrischungsimpfung.

Bochum: Angehörige von Coronaleugnern gründen Selbsthilfegruppe

10.55 Uhr: Weil sie mit ihren Eltern nicht mehr klarkommen, haben Kinder von Coronaleugnern im Ruhrgebiet eine Selbsthilfegruppe gegründet. »Ich telefoniere regelmäßig mit meinem Vater. Zuletzt endete das immer mit Schreierei auf beiden Seiten«, erzählte eine der Initiatorinnen dem WDR . Sie habe sich eine Aneinanderreihung schlimmster Stereotypen anhören müssen: »Das ist ja wie im Holocaust!«, »Wir leben in einer Diktatur!«, »Wir leben im Bürgerkrieg« und ähnliche Aussagen.

Die junge Frau rief daraufhin eine Selbsthilfegruppe für Angehörige ins Leben. Der Zuspruch ist so groß, dass es mittlerweile eine Warteliste gibt. Ableger in weiteren Städten sind dem WDR-Bericht zufolge in naher Zukunft geplant.

Ausgangsbeschränkungen für Ungeimpfte in Baden-Württemberg

10.02 Uhr: Von heute an gelten in mehreren Stadt- und Landkreisen in Baden-Württemberg wieder nächtliche Ausgangsbeschränkungen, meldet der SWR . Grund sind gestiegene Corona-Zahlen. In den jeweiligen Gebieten überschritt die Sieben-Tage-Inzidenz der Neuinfektionen zweimal nacheinander den Wert von 500 je 100.000 Einwohner.

Die Ausgangsbeschränkungen gelten zwischen 21 und 5 Uhr für Nichtgeimpfte und Nichtgenesene. Ausnahmen gibt es, wenn triftige Gründe vorliegen. Neu betroffen sind unter anderem die Städte Mannheim, Karlsruhe, Heidelberg und Ulm sowie die Landkreise Biberach, Rastatt, Ravensburg, Waldshut und Schwarzwald-Baar.

EU-Kommissarin äußert sich skeptisch zu möglicher Impfpflicht

09.36 Uhr: In der EU-Kommission wird Skepsis zu der in Deutschland geplanten Coronaimpfpflicht laut. Die EU-Kommissarin für internationale Partnerschaften, Jutta Urpilainen, sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe zur Frage einer Impfpflicht in einzelnen Staaten oder weltweit: »Ich hoffe, dass wir nicht so weit gehen müssen«. Urpilainen fügte hinzu: »Ich denke und hoffe, dass immer mehr Menschen bereit sind, sich impfen zu lassen, damit es nicht nötig ist, zu einer Pflichtimpfung überzugehen.«

Die Kommissarin machte aber zugleich deutlich, dass sie auf weiter steigende Impfquoten weltweit setzt: »Wir müssen die gesamte Weltbevölkerung impfen, um die Pandemie zu beenden«, betonte sie. »Niemand ist sicher, bis alle sicher sind.« Die EU habe sich dem Ziel verpflichtet, bis zum kommenden Jahr eine weltweite Impfrate von 70 Prozent der Bevölkerung zu erreichen.

Erstmals Achtjähriger in Brasilien geimpft – und der Präsident tobt

09.18 Uhr: Brasilien hat am Freitag mit der Impfung von Kindern gegen das Coronavirus begonnen – trotz Drohungen von Staatschef Jair Bolsonaro. Der achtjährige indigene Junge Davi Seremramiwe Xavante erhielt bei einer Zeremonie in einem Krankenhaus in São Paulo in Anwesenheit von Gouverneur João Doria die erste Spritze. Die Gesundheitsbehörde Anvisa hatte vor einem Monat grünes Licht für die Impfung von Kindern im Alter von fünf bis elf Jahren erteilt.

Davi Seremramiwe Xavante wird geimpft. Und anders als Brasiliens Präsident bewahrt er Haltung.

Davi Seremramiwe Xavante wird geimpft. Und anders als Brasiliens Präsident bewahrt er Haltung.

Foto: AMANDA PEROBELLI / REUTERS

Der rechtsradikale Präsident hatte daraufhin die Veröffentlichung der Namen jener Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gefordert, die den Coronaimpfstoff von Biontech für Kinder zugelassen hätten. Er selbst würde seine elfjährige Tochter niemals impfen lassen, wetterte er.

Mitarbeiter von Anvisa bezeichneten Bolsonaros Forderung als »faschistisch«. Seit Oktober hätten zahlreiche Mitarbeiter aufgrund ihrer Entscheidung über die Zulassung von Coronaimpfstoffen Morddrohungen von Impfgegnern erhalten. Anvisa weise jegliche »ausdrückliche oder verborgene Drohung« zurück, erklärte die Behörde weiter. Ihr Ziel sei es, die Gesundheit der Bürger zu schützen.

Weitere Omikron-Fälle in chinesischer Millionenstadt

08.59 Uhr: In China haben die Behörden in einer weiteren Millionenstadt Fälle der hochansteckenden Omikron-Variante des Coronavirus entdeckt. Die südchinesische Stadt Zhuhai, die an die Sonderverwaltungszone Macau angrenzt, meldete am Freitagabend sieben Omikron-Fälle. Die Behörden hatten am Freitag damit begonnen, alle 2,4 Millionen Einwohner Zhuhais auf das Coronavirus zu testen, nachdem Anfang der Woche in der Nachbarstadt Zhongshan ein Coronafall entdeckt worden war.

Wegen der Omikron-Fälle wurde am Samstag der Busverkehr in Zhuhai eingestellt. Die Bewohner sollen die Stadt zudem nur noch in dringenden Fällen verlassen und müssen dazu einen negativen Coronatest vorlegen. Betriebe wie Schönheitssalons, Fitnessstudios und Kinos mussten bereits am Donnerstag schließen.

Wenige Wochen vor dem Beginn der Olympischen Winterspiele in Peking kämpfen die chinesischen Behörden derzeit gegen Infektionsherde in mehreren Städten, die zum Teil auf die hochansteckende Omikron-Variante zurückzuführen sind. Millionen Menschen dürfen ihre Wohnungen nicht verlassen, zahlreiche Flüge wurden gestrichen und Fabriken geschlossen.

Neuer Corona-Impfpass in Frankreich

07.59 Uhr: Die französische Nationalversammlung hat am Samstag in zweiter Lesung für die Einführung eines neuen Corona-Impfpasses gestimmt. Er soll den bisher geltenden Gesundheitspass ersetzen und entspricht der deutschen 2G-Regel. Künftig ist auch in Frankreich der Nachweis einer Coronaimpfung oder einer Genesung per QR-Code notwendig, um Einkaufszentren, Cafés, Restaurants oder kulturelle Veranstaltungen besuchen zu können. Ein negativer Test reicht dann nicht mehr aus.

Eigentlich sollte das Gesetz schon an diesem Samstag in Kraft treten. Nationalversammlung und Senat konnten sich aber zunächst trotz tagelanger Beratungen in einem Vermittlungsausschuss nicht auf einen Kompromiss einigen. Die endgültige Abstimmung der Nationalversammlung ist nun für Sonntagnachmittag geplant.

Energieversorger fordern Sonderstatus bei steigenden Infektionszahlen

07.10 Uhr: Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen fordert der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) politische Zusagen für den Fall von Personalengpässen. Die Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, Kerstin Andreae, nannte als Beispiel eine bevorzugte Kinderbetreuung für Beschäftigte in Schlüsselpositionen. »Gleiches gilt für eine bevorzugte Einbindung in eine Impfkampagne, sobald ein gegen Omikron angepasster Impfstoff verfügbar ist, oder eine Bevorzugung bei PCR-Tests«, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur.

Die Energie- und Wasserwirtschaft gehört zur sogenannten kritischen Infrastruktur, deren Ausfall empfindliche Folgen für das Leben in Deutschland haben könnte. Nach BDEW-Angaben arbeiten in der Energiewirtschaft rund 200.400 Menschen, in der Wasserwirtschaft 81.800 Personen. Notfallpläne für den Fall von Engpässen würden ständig angepasst, hieß es.

Länder übertreffen Ziele bei Stellenaufbau im Gesundheitsdienst

06.26 Uhr: In den Gesundheitsämtern und weiteren Bereichen des öffentlichen Gesundheitsdienstes der Länder sind nach einer Umfrage der Nachrichtenagentur dpa im Zuge der Coronapandemie bisher mehr als 2000 Stellen neu geschaffen worden. Die Länder haben damit die zum 31. Dezember 2021 vereinbarten Vorgaben zum Stellenaufbau aus dem sogenannten Pakt für den Öffentlichen Gesundheitsdienst übertroffen. Der dpa lagen Rückmeldungen aus den zuständigen Ministerien und Verwaltungen von 14 der 16 Länder vor. Dort sind demnach insgesamt 2171 Stellen neu entstanden.

Wegen der Coronapandemie hatten Bund und Länder 2020 den Pakt für den Öffentlichen Gesundheitsdienst beschlossen – mit dem Ziel, Personal vor allem in den rund 400 Gesundheitsämtern in Deutschland aufzustocken. Seit Beginn der Pandemie stehen diese durch die Kontaktnachverfolgung, Infektionszahlenermittlung und Überwachung von Schutzvorgaben unter Dauerbelastung. Der Pakt sieht auch eine Modernisierung und bessere Vernetzung der Verwaltung vor. Der Bund gibt für das Programm bis 2026 vier Milliarden Euro.

In einem ersten Schritt sollten die Länder gerechnet ab dem 1. Februar 2020 bis zum 31. Dezember 2021 mindestens 1500 neue, unbefristete Vollzeitstellen im Gesundheitsdienst schaffen. Es geht dabei neben Ärztinnen und Ärzten auch um weiteres Fachpersonal und Verwaltungsmitarbeiter. Bis Ende 2022 sollen noch einmal 3500 Stellen dazukommen.

Kaderali: Omikron »Tür« aus der Pandemie – spanische Pläne ungeeignet

06.16 Uhr: Die Virusvariante Omikron könnte dem von der Bundesregierung berufenen Corona-Experten Lars Kaderali zufolge der Anfang vom Ende der Pandemie in Deutschland sein. »Ich würde das tatsächlich so sehen, dass Omikron die Tür sein könnte«, sagte der Greifswalder Bioinformatiker der Nachrichtenagentur dpa. Einen lockereren Umgang mit dem Coronavirus, wie er in Spanien erwogen wird, hält er hierzulande nicht für ratsam. »Selbst wenn das in Spanien gut gehen sollte, kann man daraus nicht rückschließen, dass das eine gute Strategie für Deutschland wäre.«

Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez hatte in einem Radiointerview erklärt, man müsse berücksichtigen, dass Covid-19 sich von einer Pandemie zu einer endemischen Krankheit entwickle. Experten arbeiteten »seit Wochen« daran, Covid-19 etwa wie eine Grippe zu behandeln. Angedacht ist demnach eine Lockerung der Überwachung der Infektionen zur Entlastung des überforderten Gesundheitswesens.

Spanien habe eine deutlich höhere Impfquote und eine deutlich höhere Zahl an durchgemachten Infektionen. »Das heißt, Spanien ist näher an dieser endemischen Situation.« Sehr grob gerechnet tragen laut Kaderali über 90 Prozent der spanischen Bevölkerung Corona-Antikörper in sich. »Und da sind wir doch in Deutschland, ich sage mal, erheblich von weg.« In Deutschland liege der Anteil mindestens über zehn Prozent niedriger.

Es bestehe laut Kaderali die Hoffnung, dass bis zum Sommer jeder in der Bevölkerung »das Virus schon mal gesehen hat« – entweder durch Infektion oder Impfung, wobei letzteres zu bevorzugen sei. Dann könne das Virus auch für den kommenden Herbst an Schrecken verlieren. Er hoffe, dass etwa Schließungen von Restaurants oder 2G-Regeln im kommenden Winter dann kein Thema mehr seien.

Zunächst gelte es aber, die Omikron-Welle durch Maßnahmen abzuflachen, um eine Überlastung auf den Intensivstationen zu vermeiden. Denn obwohl die Omikron-Variante wohl eine geringere Hospitalisierung als andere Varianten nach sich ziehe, werde dieser Effekt durch die hohe Infektiosität und viele Fälle kompensiert. Das legten auch Zahlen aus den USA nahe.

Infektiologe fordert: Vierte Impfung schon vorbereiten

06.01 Uhr: Der Münchner Corona-Experte Clemens Wendtner mahnt zur zügigen Vorbereitung auf die vierte Coronaimpfung – mit den verfügbaren Impfstoffen. »Für mich wäre eine Viertimpfung vier bis sechs Monate nach der dritten Impfung eine adäquate Maßnahme«, sagte der Chefarzt der Infektiologie an der München Klinik Schwabing der Nachrichtenagentur dpa. Er verwies zugleich jedoch darauf, dass es aufgrund mangelnder Daten noch keine Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) zur Viertimpfung gibt.

Oft heiße es, man wolle auf den angepassten Omikron-Impfstoff warten. »Ich fürchte aber, das wird zu lange dauern«, sagte Wendtner. Vor April sei nicht mit neuen Impfstoffen zu rechnen – die Omikron-Welle rolle aber jetzt heran.

»Man muss eine Viertimpfungs-Kampagne jetzt schon vorbereiten, auch von der Verfügbarkeit der derzeit zugelassenen Impfstoffe her. Da dürfen wir nicht erst daran denken, wenn wir März oder April haben«, sagte Wendtner. Die Viertimpfung sei auch jetzt schon ein Thema – nämlich für »die Personen, die im Spätsommer einen Boost bekommen haben«. Das könnten Beschäftigte im Gesundheitswesen ebenso sein wie besonders gefährdete Menschen etwa in Seniorenheimen.

Allerdings gebe es bisher keine Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) für die Viertimpfung. Man warte noch auf Daten aus Israel, wo bereits die vierte Impf-Kampagne läuft. Dort erhalten derzeit Menschen mit Immunschwäche, Menschen ab 60 Jahren und medizinisches sowie Pflegepersonal für Senioren den zweiten Booster.

Auch Sebastian Ulbert, Impfstoff-Forscher vom Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie, unterscheidet bei der Frage der vierten Impfung zwischen immungesunden und immunschwachen Menschen. Das bedeutet: Die Gabe einer vierten Dosis kommt für Ulbert vorerst nicht für alle infrage, sondern wie in Israel primär für Ältere und Risikogruppen. Es sei noch unklar, ob und wie die Wirkung der dritten Impfung bei Immungesunden nachlässt.

Wendtner hatte in Schwabing Anfang 2020 die ersten Coronapatienten in Deutschland behandelt. Seither wurden mehr als 1600 Patienten in Schwabing betreut, insgesamt in der München Klinik mit ihren fünf Standorten waren es mehr als 3600.

Tübinger OB Palmer: Kommunen könnten Impfpflicht schnell durchsetzen

05.22 Uhr: Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer hält die Durchsetzung einer allgemeinen Impfpflicht gegen das Coronavirus in den Kommunen für eine Leichtigkeit. »Es gibt kein Umsetzungsproblem. Jede Kommune in Deutschland ist über ihre Bußgeldstelle und Einwohnermelderegister in der Lage das umzusetzen«, sagte der Grünen-Politiker der Nachrichtenagentur dpa. Das gehe innerhalb weniger Wochen – auch ohne Impfregister.

Wenn etwa FDP-Politiker oder andere Impfgegner behaupteten, es sei schwierig, eine solche Pflicht umzusetzen, sei das vorgeschoben. »Die Umstandskrämerei ist ein reiner Vorwand«, sagte Palmer, der für eine rasche Impfpflicht eintritt. »Wer etwas nicht will, sucht Probleme. Wer etwas will, sucht Lösungen.«

Sollte der Bundestag die Impfpflicht samt einem Bußgeld von etwa 5000 Euro beschließen, könnten die Kommunen einen Auszug aus den elektronisch geführten Einwohnermeldedateien erstellen und alle Bürger über 18 Jahren anschreiben. So etwas Ähnliches habe er erst im November veranlasst, es habe eine Woche gedauert.

Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer

Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer

Foto: Sebastian Gollnow / dpa

In dem Schreiben würden die Bürgerinnen und Bürger aufgefordert, innerhalb von vier Wochen zumindest einen Nachweis für ihre Erstimpfung schriftlich vorzulegen. Falls sie dem nicht nachkommen, schickt die Bußgeldstelle einen Anhörungsbogen mit der Drohung eines Strafgeldes von bis zu 5000 Euro. Auch für die Bußgeldstelle seien die zusätzlichen Verfahren kein Problem.

Palmer bot sich an, das in Tübingen zu erproben. »Wir machen das auch als Modellkommune.« Doch erst mal muss die allgemeine Impfpflicht im Bundestag überhaupt beschlossen werden. Alle Ministerpräsidenten und Kanzler Olaf Scholz haben sich für eine Einführung ausgesprochen. Im Bundestag soll über diese heikle Frage ohne Fraktionszwang abgestimmt werden. Erwartet wird, dass sich Parlamentarier über Parteigrenzen hinweg zusammentun und entsprechende sogenannte Gruppenanträge vorlegen, über die dann abgestimmt wird.

Mehr als 500.000 Franzosen droht Ablaufen des Corona-Nachweises

04.55 Uhr: Mit dem heutigen Samstag gelten in Frankreich neue Regeln für den Impfnachweis im Gesundheitspass. Wessen Impfung bereits sieben Monate zurückliegt, der braucht nun einen Booster, um weiterhin als geimpft zu gelten. Etwa 560.000 Menschen droht damit nach Angaben des Gesundheitsministeriums der Verlust ihres Impfstatus. Die verschärften Regeln gelten für Menschen über 65 Jahre bereits seit Mitte Dezember. Der Gesundheitspass entspricht der 3G-Regel und muss in Frankreich vorgezeigt werden, um etwa in Bars oder Theater zu kommen.

Im Kampf gegen die fünfte Corona-Welle will die französische Regierung weitere Anreize für eine Impfung setzen. Dazu wollte sie ebenfalls zu Mitte Januar die Zutrittsregelungen anpassen und Ungeimpften den Zugang etwa zu Kultureinrichtungen, Restaurants und Fernzügen versagen. Noch ist das Gesetzesvorhaben aber nicht durch das Parlament. Nach mehreren Sitzungsunterbrechungen im Unterhaus könnte sich die Verabschiedung weiter verzögern. Die Beratung in beiden Parlamentskammern endete ohne Ergebnis. Damit muss der Text nun zurück in die Nationalversammlung und den Senat, bevor er endgültig verabschiedet werden kann.

Die Infektionszahlen schossen in Frankreich in den vergangenen Wochen in die Höhe. Omikron macht mittlerweile zwei Drittel der sequenzierten Fälle aus. Zuletzt meldeten die Behörden gut 329.000 Infektionen innerhalb eines Tages. Die Zahl der registrierten Ansteckungen auf 100 000 Menschen innerhalb einer Woche lag landesweit zuletzt bei etwa 2829.

Neuer Höchststand: Inzidenzwert jetzt bei 497,1

04.40 Uhr: Der Inzidenzwert bei den Corona-Neuinfektionen in Deutschland hat erneut einen neuen Höchstwert erreicht. Das Robert Koch-Institut (RKI)  gab die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Samstagmorgen mit 497,1 an. Der bisherige Höchstwert von 470,6 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche war am Freitag gemeldet worden. Am Samstag vergangener Woche hatte die Sieben-Tage-Inzidenz noch bei 335,9 gelegen.

Die Zahl der nachgewiesenen Corona-Neuinfektionen gab das RKI am Samstag mit 78.022 an. Am Vortag war mit 92.223 Fällen ein neuer bundesweiter Tageshöchstwert erreicht worden.

Wie das RKI unter Berufung auf Daten der Gesundheitsämter weiter mitteilte, wurden am Samstag 235 neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gezählt. Seit Pandemie-Beginn verzeichneten die Gesundheitsämter laut den jüngsten Angaben des Instituts insgesamt 7.913.473 Infektionsfälle. Die Gesamtzahl der registrierten Coronatoten in Deutschland liegt nun bei 115.572. Die Zahl der von einer Erkrankung durch das Coronavirus genesenen Menschen in Deutschland beziffert das RKI mit rund 6.942.400.

In Deutschland grassiert derzeit die hochansteckende Omikron-Variante des Coronavirus. Wie das RKI in seinem aktuellen Wochenbericht feststellte, ist Omikron mittlerweile auch hierzulande die dominante Coronavariante.

Mediziner dringt auf umfassendes Corona-Monitoring in Kliniken

03.26 Uhr: Der Intensivmediziner Christian Karagiannidis dringt auf eine bessere Erfassung von Coronapatienten in Krankenhäusern. »Besonders dramatisch kann in Deutschland die Lage auf den Normalstationen werden, wenn die Fallzahlen weiterhin so durch die Decke gehen«, sagte der wissenschaftliche Leiter des Intensivregisters der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) der »Rheinischen Post«.

»Wir brauchen endlich ein Monitoring, das wie das Intensivregister zuverlässig die mit Corona infizierten Krankenhauspatienten erfasst. Bislang ist das ein nicht hinnehmbarer Blindflug, den wir uns nicht länger leisten können.« Die Bundesregierung müsse schnell Abhilfe leisten, sagte Karagiannidis.

Die Omikron-Welle schlug sich in Deutschland bisher noch nicht auf den Intensivstationen nieder. Die Zahl der dort behandelten Coronainfizierten sank nach jüngsten Divi-Daten erstmals seit Mitte November wieder knapp unter die 3000er-Marke. Auch bei den gemeldeten Erstaufnahmen ist der Trend rückläufig. Experten sehen aber noch keinen Grund zur Entwarnung, unter anderem wegen offener Fragen zu Omikron und einer erwarteten weiteren Zunahme der Ansteckungen.

Der Divi-Präsident Gernot Marx sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, derzeit seien vor allem Menschen unter 35 Jahren mit Omikron infiziert. »Diese bilden deutlich seltener einen schweren Verlauf aus als ältere Menschen, sind also noch nicht oder nur vereinzelt Patienten auf unseren Intensivstationen.«

Erwartet wird Marx zufolge, dass gegenüber der Delta-Variante, bei der etwa 0,8 Prozent aller Infizierten intensivmedizinisch versorgt werden mussten, deutlich weniger positiv Getestete einen so schweren Verlauf nehmen. »Sollten die Inzidenzen durch die sehr schnelle Verbreitung stark ansteigen, ist das dann natürlich trotzdem ein Problem«, warnte er. »Wir hoffen also, dass die Zahl der Covid-19-Patienten noch deutlich sinken kann, bevor die nächste Welle kommt.«

Zentralrat der Juden kritisiert Vergleiche der Coronapolitik mit »Dritten Reich«

02.56 Uhr: Der Präsident des Zentralrates der Juden, Josef Schuster, hat Vergleiche zwischen der deutschen Corona-Politik und dem »Dritten Reich« scharf kritisiert. »Ich habe dafür überhaupt kein Verständnis«, sagte Schuster der »Neuen Osnabrücker Zeitung«. Er missbillige »diese Vergleiche, unter anderem weil Juden im »Dritten Reich« keine Möglichkeit hatten zu entkommen«. Heutige staatliche Maßnahmen zur Eindämmung der Coronapandemie als Verfolgung zu bezeichnen, sei »schlicht falsch«.

Schuster, der selbst Mediziner ist, führte aus, Menschen ohne eine Coronaimpfung würden aus Gründen des Gesundheitsschutzes aus bestimmten Bereichen ausgegrenzt, in denen 2G herrsche. »Aber die Menschen haben es selbst in der Hand, das zu ändern – sie müssen sich nur impfen lassen«, fügte der Präsident des Zentralrats der Juden hinzu.

Bei Protesten gegen die Coronamaßnahmen in Deutschland erheben Teilnehmer immer wieder den Vorwurf, damit werde eine Diktatur ähnlich wie im »Dritten Reich« errichtet. Auch gelbe Sterne mit der Aufschrift »Ungeimpft«, die an das Zwangskennzeichen für Juden unter der NS-Herrschaft erinnern, waren wiederholt bei den Protesten zu sehen.

Schuster übte in der »NOZ« auch Kritik an der AfD. Die Partei trage »mit ihrer Hetze« erheblich zur Veränderung des politischen Klimas in Deutschland bei, sagte der Zentralratspräsident. Er hoffe daher, »dass bald über Klagen der AfD gerichtlich entschieden wird, damit der Verfassungsschutz die gesamte Partei als Verdachtsfall führen und damit beobachten darf«.

EU-Kommissarin Urpilainen: Möglichst keine Coronaimpfpflicht

01.46 Uhr: Die EU-Kommissarin für internationale Partnerschaften, Jutta Urpilainen, hat die Hoffnung geäußert, im Kampf gegen die Corona-Seuche auch ohne Impfpflicht eine hohe Impfquote zu erreichen. »Ich denke und hoffe, dass immer mehr Menschen bereit sind, sich impfen zu lassen, damit es nicht nötig ist, zu einer Pflichtimpfung überzugehen«, sagte sie der Funke Mediengruppe. »Wir müssen die gesamte Weltbevölkerung impfen, um die Pandemie zu beenden«, so Urpilainen. Die EU strebe bis 2023 eine weltweite Impfquote von 70 Prozent an. Bis Ende 2021 hätten die EU und ihre Mitgliedstaaten 380 Millionen Dosen an Entwicklungsländer abgegeben. »Wir wollen bis Ende Juni 2022 insgesamt 700 Millionen Dosen in diese Länder liefern.« Dafür zähle sie auf Deutschlands Unterstützung.

Besonders für Afrika werde noch zu wenig getan, sagte die frühere finnische Finanzministerin. Bis zum EU-Afrika-Gipfel am 17. und 18. Februar in Brüssel wolle die EU ein zusätzliches Paket zur Impfunterstützung für Afrika verabschieden. »Und jetzt starten wir in vier afrikanischen Ländern mit der Impfstoffproduktion«: in Senegal, Südafrika, Ruanda und Ghana. Die EU werde mit einer Milliarde Euro von der Kommission, den Mitgliedstaaten und ihren Finanzinstituten beteiligt sein.

Neuer Höchststand der Corona-Neuinfektionen in Lateinamerika und der Karibik

01.10 Uhr: Angesichts der schnellen Ausbreitung der Omikron-Variante haben die Länder in Lateinamerika und der Karibik einen neuen Höchststand der täglichen Corona-Neuinfektionen registriert. Vom 7. bis zum 13. Januar wurden in der Region im Schnitt täglich 304.000 Neuinfektionen nachgewiesen, wie eine Berechnung der Nachrichtenagentur AFP auf Grundlage von Behördenangaben ergab. Das ist fast doppelt so viel wie beim bisherigen Höchststand von täglich 155.000 Corona-Neuinfektionen bei der vorherigen Corona-Welle in der Region im Mai/Juni 2021.

Auch die Zahl der täglichen Coronatoten stieg in den vergangenen sieben Tagen deutlich an: Mit durchschnittlich 621 Todesfällen pro Tag betrug der Anstieg im Vergleich zur Vorwoche 44 Prozent. Allerdings sind die Opferzahlen der aktuellen Corona-Welle nicht so hoch wie bei der vorherigen Welle. Vom 6. bis zum 12. April waren in Lateinamerika und der Karibik täglich mehr als 5500 Coronatote gemeldet worden.

Das derzeit am schwersten von der Pandemie betroffene Land ist Argentinien. Es meldete in den vergangenen sieben Tagen im Schnitt fast 140.000 neue Ansteckungen täglich. Seit Pandemie-Beginn wurden in dem 45-Millionen-Einwohner-Land fast sieben Millionen Coronainfektionen und mehr als 117.000 Todesfälle registriert.

atb/bbr/flg/him/cop/dpa/AFP/Reuters
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.