News-Update Das waren die wichtigsten Entwicklungen zum Coronavirus am Samstag

Erstmals seit zwei Tagen vermeldet das RKI wieder einen Anstieg der Ansteckungsrate. In Berlin demonstrieren Hunderte gegen die Ausgangsbeschränkungen. New York hofft auf die Trendwende. Der Überblick.
Die Ansteckungsrate entscheidet auch über Lockerungen der Corona-Regeln

Die Ansteckungsrate entscheidet auch über Lockerungen der Corona-Regeln

Foto: Kay Nietfeld/ dpa

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Lockerung von Corona-Regeln in mehreren US-Bundesstaaten

23.55 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat Lockerungen der Corona-Regeln in mehreren Bundesstaaten in Aussicht gestellt. Texas und Vermont würden bestimmte Geschäfte am Montag wieder öffnen lassen, in Montana solle am Freitag die Aufhebung der Beschränkungen beginnen, so Trump. Dabei sollten aber angemessene Vorkehrungen zur Einhaltung des Abstands zwischen Personen eingehalten werden. Trump sagte, sowohl republikanische als auch demokratische Gouverneure "haben konkrete Schritte angekündigt, um mit sicheren und schrittweisen Wiedereröffnungen zu beginnen".

"Wir sehen weiterhin eine Reihe positiver Anzeichen dafür, dass das Virus seinen Höhepunkt überschritten hat", sagte Trump. Die Coronavirus-Tests würden "besser und besser". Einen Nachweis dafür lieferte er aber nicht.

Proteste gegen Corona-Regeln in den USA

23.40 Uhr: Hunderte Menschen in mehreren US-Städten haben gegen die wegen der Corona-Pandemie verhängten Ausgangsbeschränkungen protestiert. Rund 400 Demonstranten versammelten sich in Concord, der Hauptstadt des Bundesstaats New Hampshire, wie ein AFP-Fotograf berichtete. In Annapolis im Bundesstaat Maryland verlangten etwa 200 Menschen ein Ende der Corona-Beschränkungen. An einer Kundgebung im texanischen Austin beteiligten sich mehr als 250 Demonstranten.

In Concord hielten die Demonstranten Schilder mit der Aufschrift "Die Zahlen lügen" in die Höhe und riefen Parolen wie "Lebe frei oder stirb". Mehrere Kundgebungsteilnehmer sollen bewaffnet gewesen sein und ihr Gesicht verhüllt haben.

Zwar befürchtet die Mehrheit der US-Bürger laut einer aktuellen Umfrage, dass die Corona-Restriktionen zu früh aufgehoben werden könnten, doch werden Proteste gegen die Schutzmaßnahmen von Präsident Trump unterstützt. Trump hatte sich am Freitag solidarisch gezeigt mit den Demonstranten. "Befreit Minnesota!" und "Befreit Michigan!", schrieb er bei Twitter, gefolgt vom Aufruf: "Befreit Virginia, und rettet euren großartigen zweiten Verfassungszusatz. Er steht unter Belagerung!" Der zweite Zusatz zur US-Verfassung garantiert das Recht auf Waffentragen.

Ansteckungsrate in Deutschland steigt leicht

22.55 Uhr: Die Coronavirus-Ansteckungsrate ist in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) erstmals seit zwei Tagen wieder angestiegen - allerdings auf niedrigem Niveau. Die sogenannte Reproduktionsrate (R) werde auf 0,8 geschätzt, so das RKI. An den beiden vergangenen Tagen hatte sie bei 0,7 gelegen. Allerdings geht die Zahl der Neuerkrankungen damit dennoch weiter leicht zurück.

RKI-Chef Lothar Wieler hatte wiederholt erklärt, Ziel sei es, die Rate möglichst auf unter 1,0 zu drücken. Kanzlerin Angela Merkel hatte betont, die Marke sei auch mit Blick auf Lockerungen der Corona-Auflagen ein wichtiges Kriterium.

WHO wirft Regierungen schwere Versäumnisse vor

22.10 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation wehrt sich: Vor dem Treffen der G20-Gesundheitsminister übt die WHO nach SPIEGEL-Informationen deutlich Kritik an den Regierungen - und fordert mehr Geld.

Israel lockert Ausgangsbeschränkungen

22.05 Uhr: Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu hat eine Lockerung der Regeln zum Schutz gegen das Coronavirus angekündigt. Dies sei möglich, weil Israel unter den OECD-Ländern vergleichsweise gut dastehe im Umgang mit der Coronakrise. "Wir haben eine der niedrigsten Sterberaten", sagte Netanjahu. "Dies ermöglicht Schritte in Richtung einer Lockerung."

Von Sonntag an solle nun eine "verantwortliche und stufenweise Lockerung" der Schutzmaßnahmen erfolgen. "Wir werden es schaffen, die Wirtschaft wiederzubeleben." Statt bislang 15 Prozent dürften nun 30 Prozent der Angestellten wieder zurück an ihren Arbeitsplatz kommen, unter Einhaltung strenger Hygieneregeln.

Die Lockerungsschritte sollten in der Nacht zum Sonntag von der Regierung gebilligt werden. Binnen zwei Wochen soll dann entschieden werden, ob eine weitere Lockerung möglich ist. "Falls es einen neuen Corona-Ausbruch gibt, müssen wir wieder zurückschrauben", sagte Netanyahu. Die Menschen sind weiter angehalten, möglichst von zu Hause zu arbeiten.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums ist der Erreger Sars-CoV-2 mittlerweile bei 13.265 Personen in Israel nachgewiesen worden, 3456 sind wieder genesen. 164 Menschen sind den Angaben zufolge nach einer Coronavirus-Infektion gestorben.

Strände in Florida wieder geöffnet

22.00 Uhr: Surfen und spazieren erlaubt, sonnenbaden verboten: Im Norden des US-Bundesstaates Florida sind einige Strände trotz der anhaltenden Coronakrise unter verschärften Bedingungen wieder geöffnet worden. In einem Tweet rief die Behörde für Krisenmanagement der Stadt Jacksonville Bürger dazu auf, beim Strandbesuch einen Abstand von rund zwei Metern zu anderen Menschen einzuhalten. "Das kann der Beginn des Weges zurück zum normalen Leben sein", sagte Bürgermeister Lenny Curry am Freitag laut einer Mitteilung und appellierte an die Menschen, sich an die geltenden Einschränkungen zu halten. Am Strand seien zum Beispiel weder Grills noch Stühle oder Decken erlaubt. Zudem gelten begrenzte Öffnungszeiten in den Morgen- und frühen Abendstunden.

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Italien: 200 Menschen bei Beerdigung

21.15 Uhr: Die Beerdigung eines an Covid-19 gestorbenen Bürgermeisters hat in Italien für Aufsehen gesorgt. Bei der Feier in dem Ort Saviano bei Neapel waren Medien zufolge rund 200 Menschen anwesend, obwohl im ganzen Land strikte Ausgangssperren gelten und Menschenansammlungen verboten sind. "Die Gesetzesvorschriften sind auf schwerwiegende Art und Weise verletzt worden", erklärte der Regionalpräsident von Kampanien, Vincenzo De Luca.

Auf einem Video sieht man, wie bei Musik Luftballons in den Farben der italienischen Flagge in den Himmel steigen.

In Italien sind bisher mehr als 23.000 infizierte Menschen gestorben, vor allem der Norden ist betroffen. Beerdigungsfeiern sind wegen Ansteckungsgefahr derzeit verboten.

Spanien will Ausgangssperre verlängern

20.55 Uhr: Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez will die drastischen Einschränkungen im Land um weitere 15 Tage bis zum 9. Mai verlängern. Er werde eine entsprechende Bitte an das Parlament richten, erklärte der Ministerpräsident. Die Ausgangssperre besteht bereits seit dem 14. März. Für Kinder sollten bestimmte Beschränkungen aber gelockert werden. Bedingung sei, dass Ansteckungen verhindert würden.

Hunderte Menschen bei unerlaubter Demonstration in Berlin

20.21 Uhr: Trotz geltender Kontaktbeschränkungen haben am Samstag in Berlin wieder mehrere Hundert Menschen gegen eine Einschränkung von Grundrechten in der Coronakrise demonstriert. Die Polizei forderte die Teilnehmer über Lautsprecher auf, die unerlaubte Demonstration zu verlassen. Die meisten seien dem Aufruf gefolgt, vereinzelt sei zu "freiheitsbeschränkenden Maßnahmen" gegriffen worden, sagte eine Polizeisprecherin. Rund 100 Kräfte seien im Einsatz gewesen.

Viele der Polizisten waren wegen der Corona-Pandemie mit Mundschutz unterwegs. Wie an den Wochenenden zuvor hatten sich die Demonstranten an der Volksbühne im Bezirk Mitte versammelt. Nach der aktuellen Verordnung zur Eindämmung des Coronavirus sind in der Hauptstadt nur Versammlungen unter freiem Himmel von maximal 20 Menschen erlaubt.

Wolfsburg führt Maskenpflicht ein

20.01 Uhr: Angesichts der vorsichtigen Öffnung von Geschäften führt auch die Stadt Wolfsburg am Montag eine Maskenpflicht ein. Diese gelte in den Geschäften, in öffentlichen Gebäuden, Arztpraxen, medizinischen Einrichtungen und in Bussen, teilte die Kommune mit. Mit einer Übergangsfrist von einer Woche gelte sie zunächst bis zum 6. Mai. Ausgenommen seien Kinder unter sechs Jahren.

Auch wenn erste Geschäfte wieder öffnen dürften, sei die Gefahr des Coronavirus noch lange nicht gestoppt und überwunden, sagte Oberbürgermeister Klaus Mohrs (SPD): "Wir müssen weiterhin gut Acht geben, dass wir uns nicht gegenseitig anstecken und die Risikogruppen sowie unser Gesundheitssystem nicht gefährden." Die Details der Verordnung sollen am Sonntag veröffentlicht werden.

Am Vortag hatte Niedersachsen Ministerpräsident sich für eine bundesweite Maskenpflicht ausgesprochen. "Ich bin überzeugt, dass Alltagsschutzmasken bald zu unserem öffentlichen Leben gehören und etwa im öffentlichen Personennahverkehr auch bald zur Pflicht werden können, sobald sie ausreichend verfügbar sind", sagte Weil der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung". 

Benefizkonzert mit Paul McCartney, Taylor Swift und den Rolling Stones

19.55 Uhr: Mit einem virtuellen Benefizkonzert wollen Weltstars wie die Rolling Stones, Elton John, Paul McCartney und Taylor Swift im Kampf gegen die Corona-Pandemie helfen. Das Event "One World: Together at Home" wird am Samstag ab 20.00 Uhr als mehrstündiger digitaler Livestream in sozialen Medien und bei Streaminganbietern zu sehen sein, in der Nacht zum Sonntag folgt dann ab 2.00 Uhr eine zweistündige globale TV-Show, ebenfalls im Netz und bei Fernsehsendern wie NBC und CBS im Programm (hier lesen Sie mehr).

Frankreich: Zahl der Intensiv-Patienten sinkt

19.45 Uhr: In Frankreich sind inzwischen 19.323 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Die Zahl der Corona-Toten in Krankenhäusern und Pflegeheimen habe sich binnen 24 Stunden um 642 Opfer erhöht, teilten die französischen Gesundheitsbehörden mit.

Die Zahl der Krankenhauspatienten sank derweil weiter. 30.639 Infizierte wurden den Angaben zufolge am Samstag in den Kliniken behandelt, das waren 551 weniger als am Vortag. 5833 von ihnen befanden sich auf Intensivstationen; das ist die niedrigste Zahl seit dem 31. März.

Boris Johnson wieder in Kontakt mit Kabinettsmitgliedern

19.05 Uhr: Nach der Behandlung seiner Covid-19-Infektion auf einer Intensivstation erholt Englands Premierminister Boris Johnson sich weiterhin auf seinem Landsitz Chequers in der Nähe von London. Nach Angaben der Regierung vom Samstag hat Johnson jedoch mittlerweile wieder Kontakt zu einigen Kabinettsmitgliedern aufgenommen.

Weniger Corona-Patienten in New Yorks Krankenhäusern

18.55 Uhr: Andrew Cuomo, Gouverneur von New York, erklärte in seiner täglichen Pressekonferenz, die Lage in den Krankenhäusern des US-Bundesstaats habe sich etwas entspannt. Die Zahl der Covid-19-Patienten sei in den letzten drei Tagen kontinuierlich gesunken. Cuomo mahnte jedoch, es seien noch deutlich mehr Tests notwendig, ehe an eine Öffnung der Wirtschaft in New York zu denken sei. Bisher sind mehr als 226.000 der 19 Millionen Einwohner des Bundesstaats an Covid-19 erkrankt. Mehr als 16.000 Menschen starben.

Putin verzichtet auf Oster-Kirchgang

18.38 Uhr: Millionen orthodoxe Christen feiern an diesem Wochenende ihr Osterfest und müssen aufgrund der Coronakrise der Kirche fernbleiben. Der Kreml gab begannt, dass auch der russische Präsident Wladimir Putin in diesem Jahr auf die Tradition verzichten wird, in der Nacht zum Sonntag eine Kerze in der Erlöserkathedrale zu entzünden - der Hauptkirche des russisch-orthodoxen Christentums. Er werde stattdessen eine Kerze in der Kapelle seiner Moskauer Vorstadtresidenz Nowo-Ogarjowo anzünden.

Hoffnung auf Trendwende in New York

18.20 Uhr: New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo gab bekannt, dass innerhalb der verganenen 24 Stunden 540 Menschen an den Folgen des neuartigen Coronavirus gestorben sind - der niedrigste Wert seit mehr als zwei Wochen. Noch immer bildet New York das Zentrum der Coronakrise in den USA.

Versicherungen drücken sich vor Corona-Hilfen

18.05 Uhr: Viele Bäcker, Gastwirte und Hoteliers, die sich mit Betriebsschließungsversicherungen gegen Verdienstausfälle aufgrund keimbedingter Schließungen absichern wollten, werden zur Zeit im Regen stehen gelassen. Zahlreiche Versicherer verweigern derzeit die Zahlungen.

Zehntausende bei Beerdigung in Bangladesch - trotz Ausgangssperre

17.55 Uhr: Bei der Beerdigung eines beliebten Predigers in Bangladesch erschienen statt der genehmigten 50 Personen mehr als 100.000 Trauergäste. Die örtliche Polizei war angesichts der heranströmenden Menschenmassen machtlos.

Grenze zwischen USA und Kanada bleibt geschlossen

17.33 Uhr: Kanadas Premierminister Justin Trudeau erklärte, die USA und Kanada seien darin übereingekommen, die Grenze zwischen den beiden Staaten weitere 30 Tage für unnötige Reisen geschlossen zu halten, um die Covid-19-Pandemie weiter einzudämmen.

US-Präsident Donald Trump hatte noch am vergangenen Mittwoch angekündigt, die Grenze zwischen den USA und Kanada werde zu den ersten gehören, die wieder geöffnet würden. Die bislang mit Kanada vereinbarte Grenzschließung wäre in der kommenden Woche abgelaufen. Vor der Coronakrise überquerten täglich knapp 200.000 Menschen die Grenzen.

US-Präsident in der Krise: Alle Macht, keine Verantwortung

16.18 Uhr: Donald Trump will die US-Bundesstaaten über die Lockerung der Corona-Einschränkungen entscheiden lassen. Doch zugleich attackiert der Präsident jene Gouverneure hart, die nicht schnell genug öffnen. Lesen Sie hier mehr zu Trumps-Corona-Plan.

Schweiz meldet 1111 Corona-Tote

16.15 Uhr: Die Zahl der Infizierten in der Schweiz ist um 326 auf 27.404 gestiegen. Am Vortag waren 346 neu registrierte Fälle gemeldet worden. 52 weitere Menschen starben, insgesamt sind damit 1111 Patienten mit einer Coronavirus-Infektion gestorben. Das teilten die Gesundheitsbehörden mit. Die Ansteckungsrate sei demnach leicht rückläufig.

SPD-Chef: "Steuersenkungen für Millionäre sind barer Unsinn"

16.10 Uhr: Im Koalitionsstreit um Steuersenkungen legt SPD-Chef Walter-Borjans nach. Er fordert, Top-Verdiener stärker zu belangen, um so Menschen mit niedrigen Löhnen zu entlasten.

Abkehr von Krankschreibung per Telefon: Kritik wird lauter

16.00 Uhr: Die Abkehr des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) von der Möglichkeit, bei leichten Atemwegsbeschwerden einen bis zu 14 Tage gültigen Krankenschein ohne persönliche Vorsprache in einer Arztpraxis zu erhalten, stößt parteiübergreifend auf Kritik. Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sowie Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) warnten vor einer Gefährdung für Ärzte, Praxispersonal und Patienten. Auch die Kassenärztliche Bundesvereinigung distanzierte sich von dem am Freitag erfolgten Beschluss.

Durch diese Entscheidung könnten sich neue Infektionsherde bilden, sagte Lauterbach dem "Tagesspiegel". Auch seien die Arztpraxen nicht auf den nun ab Montag zu erwartenden Andrang vorbereitet. Huml sagte: "Dieser Beschluss ist mit Blick auf die Gefahren durch die Corona-Pandemie verfrüht." Es sei vielmehr weiterhin wichtig, "Infektionsrisiken konsequent zu vermeiden".

Der G-BA ist das zentrale Beschlussgremium in der Selbstverwaltung des deutschen Gesundheitswesens. Hier arbeiten die Kassenärztliche Bundesvereinigung, die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KBV), die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) und der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen zusammen.

Der KBV-Vorsitzende Stephan Hofmeister stellte jedoch klar, dass die Ärzteschaft sich für eine Verlängerung bis 3. Mai eingesetzt habe. Er äußerte "Erstaunen und Unverständnis" über die Entscheidung. Offenbar habe "der große Druck der Arbeitgeberseite eine entscheidende Rolle gespielt" mit dem Ziel, die Zahl der Krankschreibungen zu verringern.

Tennis-Stars planen Hilfsfonds für finanziell bedrohte Profis

15.41 Uhr: Die großen Drei im Herren-Tennis, Roger Federer, Rafael Nadal und Novak Djokovic, wollen bis zu vier Millionen US-Dollar für Profispieler auf den hinteren Plätzen der Weltrangliste einsammeln. Lesen Sie hier mehr zu der Soli-Aktion.

Potsdamer Klinikleitung räumt Versäumnisse ein

15.35 Uhr: Nach dem schweren Ausbruch von Corona-Infektionen mit zahlreichen Todesfällen im Potsdamer Klinikum Ernst von Bergmann hat die Leitung erstmals Versäumnisse eingeräumt.

"Im Zeitraum vom 13. bis 26. März ist im Klinikum Ernst von Bergmann eine kritische Entwicklung im Rahmen der Corona-Pandemie nicht ausreichend erkannt worden", teilte die Geschäftsführung nach einer nichtöffentlichen Beratung im Hauptausschuss der Stadtverordnetenversammlung mit. "Dabei sind tatsächlich nachgewiesene und registrierte Infektionen bei einzelnen Mitarbeitern nicht in einen inhaltlichen Zusammenhang gebracht und tiefgreifend analysiert worden." Dies betreffe insbesondere die Abteilungen Nephrologie (Nierenkrankheiten), Urologie, Geriatrie und Allgemeinchirurgie. "Damit hätten im Rückblick unter Umständen noch fundiertere Entscheidungen getroffen werden können."

In dem größten Potsdamer Krankenhaus hatten sich die Fälle von Infizierten und von Toten gehäuft - bislang wurden dort nach Angaben der Stadt 37 Todesfälle gezählt.

Krankenhäuser in Brasilien geraten an ihre Grenzen

15.20 Uhr:  Angesichts der steigenden Infektionen geraten Krankenhäuser in Brasilien zunehmend an ihre Kapazitätsgrenzen. Im Bundesstaat São Paulo mit bislang über 600 bestätigten Todesfällen waren die Intensivstationen von mindestens fünf Kliniken ausgelastet, wie das Nachrichtenportal G1 berichtete. In Rio de Janeiro gab es demnach in den vier größten Krankenhäusern keine freien Betten auf den Intensivstationen mehr, in Fortaleza verdoppelte sich zuletzt die Zahl der künstlich beatmeten Patienten. In Manaus im Amazonasgebiet wurde ein Kühlcontainer vor einem großen Hospital aufgestellt, um die Leichen zu lagern.

In dem größten Land Lateinamerikas haben sich bislang 33.682 Menschen nachweislich infiziert, 2141 Patienten sind gestorben. Während einige Gouverneure in Brasilien für ihre Bundesstaaten mittlerweile Ausgangsbeschränkungen und Schutzmaßnahmen angeordnet haben, hält der rechtspopulistische Präsident Jair Bolsonaro die Maßnahmen für übertrieben.

Mediziner im Interview: "Das kenne ich so von keiner anderen Krankheit"

14.30 Uhr: Cihan Celik behandelt Covid-19-Kranke in Darmstadt. Hier spricht der Mediziner über seine Erfahrungen mit der neuartigen Viruserkrankung.

Horrorzustände in kanadischem Pflegeheim

13.56 Uhr: 31 Tote binnen weniger Wochen: Das ist die Bilanz in einem kanadischen Seniorenheim, nachdem fast alle Pflegekräfte das Heim aus Angst vor einer Ausbreitung des Coronavirus verlassen hatten. Nach Angaben des Premierministers von Quebec, Francois Legault, waren am Ende nur noch zwei Pflegekräfte in dem Heim, um die insgesamt 130 Bewohner zu versorgen.

Gesundheitsbehörden fanden die Menschen in dem Heim in Dorval bei Montréal erst Tage später vor - viele der Überlebenden dehydriert, unterernährt und teilnahmslos. Zwei Todesfälle blieben tagelang unbemerkt. Legault kündigte Ermittlungen wegen grober Fahrlässigkeit an.

Richter untersagt Missionierung von Amazonas-Völkern

13.50 Uhr: Christliche Missionare dürfen im brasilianischen Amazonasgebiet vorerst keine indigenen Menschen missionieren - weil diese durch Ansteckung mit dem Coronavirus besonders gefährdet wären.

Zahl der Todesfälle in Spanien steigt auf über 20.000

13.36 Uhr: In Spanien sind binnen 24 Stunden weitere 565 Menschen gestorben. Damit stieg die offizielle Zahl der Todesopfer auf 20.043, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Die Zahl der täglichen Todesfälle ist rückläufig. Die spanischen Behörden gehen davon aus, dass der Höhepunkt der Pandemie Anfang April überschritten wurde. Damals wurden an einem Tag 950 Todesfälle gezählt.

Die offiziellen Opferzahlen sind in Spanien, wo weiterhin eine strikte Ausgangssperre gilt, jedoch umstritten: Um die Statistiken der verschiedenen Regionen zu vereinheitlichen, erfasst das Gesundheitsministerium nur noch die Todesfälle positiv getesteter Patienten. Mehrere Regionen kritisieren, dass Tausende Todesfälle auf diese Weise nicht in der nationalen Statistik auftauchten.

Entwicklungsminister warnt vor schweren Risiken für Afrika

13.02: Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) hat vor verheerenden Auswirkungen der Krise auf afrikanische Staaten gewarnt. Nicht nur die Gesundheitskrise selbst stelle eine Gefahr für afrikanische Länder dar, "sondern es erwachsen daraus Spannungen, Unruhen, Hunger, bis hin zur Gefahr des Staatsverfalls in bestimmten Regionen", sagte Müller im Deutschlandfunk.

Müller verwies auf äußerst schwache Gesundheitsstrukturen in vielen afrikanischen Ländern. Zugleich hob er die afrikanischen Erfolge im Kampf gegen Ebola hervor. Als Konsequenz aus diesen Erfahrungen hätten afrikanische Regierungen sofort beim Auftreten der ersten Corona-Fälle Isolation angeordnet.

In Afrika starben inzwischen mehr als tausend Menschen, die Zahl der bestätigten Infektionen stieg auf mehr als 19.000. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zeigte sich am Freitag besorgt angesichts der rasanten Ausbreitung des Virus in Afrika.

Die Weltbank und der Internationale Währungsfonds (IWF) warnten ihrerseits, dass die bisherigen Milliardenhilfen für Afrika im Kampf gegen die Pandemie bei Weitem nicht ausreichten. Nach eigenen Angaben haben Weltbank und IWF jeweils 57 Milliarden Dollar (52 Milliarden Euro) freigegeben, um afrikanische Länder bei der Aufrüstung ihrer Gesundheitssysteme und der Wiederbelebung der Wirtschaft zu helfen. Dies sei ein "wichtiger Anfang", jedoch brauche der ärmste Kontinent der Welt deutlich mehr Geld, um sich gegen die Ausbreitung des Coronavirus zu stemmen. Im Moment bestehe mindestens eine "Finanzierungslücke von rund 44 Milliarden Dollar".

Auch der Chef der Afrikanischen Union (AU), Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa, warnte vor Rückschlägen für die Bekämpfung von Armut und Ungleichheit in Afrika. "Die Pandemie hat bereits jetzt verheerende Auswirkungen auf Afrika, die sich mit zunehmenden Infektionsraten noch vertiefen werden", sagte Ramaphosa. "Es ist ein Rückschlag für den Fortschritt, den wir bei der Beseitigung von Armut, Ungleichheit und Unterentwicklung gemacht haben."

SPIEGEL-Podcast: 14 Tage in Wuhan, wo alles begann

12.55 Uhr: Nach 76 Tagen im totalen Lockdown - wie fühlt sich das Leben in Wuhan an? SPIEGEL-Korrespondent Bernhard Zand war als einer der ersten Journalisten in der Elf-Millionen-Metropole. Im Podcast mit Juan Moreno erzählt er davon.

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Hat Belgien die Pandemie unterschätzt?

12.48 Uhr: In keinem Flächenstaat auf der Welt ist die Zahl der Corona-Toten im Verhältnis zur Einwohnerzahl höher als in Belgien. Die Föderalregierung gerät unter Druck. Lesen Sie hier mehr zu den hohen Todeszahlen: Das belgische Corona-Rätsel.

Außenminister wollen Lieferketten sichern

12.33 Uhr: Die Außenminister von mehr als zehn Ländern haben in einer Telefonkonferenz vereinbart, sich für die Offenhaltung von internationalen Handels- und Transportwegen einzusetzen. "Nur durch internationale Kooperation können wir diese sichern und dazu beitragen, dass dringend benötigte Güter ankommen und die Wirtschaft wieder in Schwung kommt", teilte der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Niels Annen (SPD), mit.

Nach Angaben des Auswärtigen Amtes nahmen an der Schalte der Minister und ihrer Vertreter am Freitag 15 Länder teil, darunter Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Brasilien, Kanada, die Türkei, Indonesien, Marokko und Mexiko. Die Länder vereinbarten, sich dafür einzusetzen, dass wichtige Transportknotenpunkte auf der Welt für Durchreisen und Gütertransport geöffnet bleiben sollen, um Lieferketten aufrechtzuerhalten und die Rückkehr gestrandeter Reisender in ihre Heimatländer zu ermöglichen.

Geschlossene Kitas: "Kinder haben ein Recht auf Gegenwart"

12.16 Uhr: Die strengen Corona-Regeln werden vorsichtig gelockert. Das ist richtig. Dass dabei aber ausgerechnet Familien durchs Raster fallen, ist nicht hinnehmbar, sagen Matthias Braun und Peter Dabrock in einem Gastbeitrag für SPIEGEL.de.

Alle Artikel zum Coronavirus

Am 31. Dezember 2019 wandte sich China erstmals an die Weltgesundheitsorganisation (WHO). In der Millionenstadt Wuhan häuften sich Fälle einer rätselhaften Lungenentzündung. Mittlerweile sind mehr als 180 Millionen Menschen weltweit nachweislich erkrankt, die Situation ändert sich von Tag zu Tag. Auf dieser Seite finden Sie einen Überblick über alle SPIEGEL-Artikel zum Thema.

Iran meldet mehr als 5000 Tote

11.40 Uhr: In Iran ist die Zahl der Todesfälle innerhalb von 24 Stunden um 73 gestiegen, wie ein Behördenvertreter mitteilt. Damit seien in dem Land bisher 5031 Menschen gestorben. Insgesamt gebe es 80.868 Infektionen.

Mangel an Schutzkleidung in britischen Krankenhäusern

10.55 Uhr: In den britischen Kliniken werden Ausrüstungen zum Schutz gegen das Coronavirus knapp. Die Lagerbestände sind nach offiziellen Angaben aufgebraucht. Es wird erwartet, dass noch an diesem Wochenende die für Ärzte und Pfleger empfohlenen langärmeligen, flüssigkeitsabweisenden Einwegkittel auf vielen Intensivstationen nicht mehr zur Verfügung stehen. Daher haben die Behörden auch die Verwendung anderer Kittel erlaubt - ein Schritt, der auf heftige Kritik unter anderem von Gewerkschaften stieß.

Die British Medical Assocation (BMA) sagte, die Mitarbeiter sollten sich nicht selbst gefährden müssen, um andere zu retten: "Zu viele Ärzte und andere Mitarbeiter im Gesundheitswesen haben schon ihr Leben verloren." Der staatliche Gesundheitsdienst NHS ist chronisch unterfinanziert und marode.

Aufgrund der im Vergleich zu anderen Ländern geringen Anzahl von Tests gelten britische Corona-Statistiken als wenig aussagekräftig. Nach am Freitag veröffentlichten Zahlen sind fast 15.000 Menschen an dem neuartigen Virus gestorben. Nicht eingerechnet sind aber etwa die zahlreichen Opfer in Pflegeheimen.

Experten befürchten, dass Großbritannien mit Blick auf die Todesquote das am schlimmsten betroffene Land in Europa werden könnte. Die Ausgangsbeschränkungen sind daher um drei Wochen bis zum 7. Mai verlängert worden.

Kreuzfahrtschiff "Artania" verlässt Australien

10.33 Uhr: Das seit Ende März nach mehreren Corona-Infektionen an Bord in Australien ankernde Kreuzfahrtschiff "Artania" hat sich auf die Heimreise gemacht. Das Schiff des deutschen Reiseveranstalters Phoenix habe am Samstag den Hafen der Stadt Fremantle verlassen, bestätigte ein Sprecher des Innenministeriums des Bundesstaates Westaustralien. Die "Artania" werde auf dem Weg in Indonesien und den Philippinen haltmachen, um Crewmitglieder abzusetzen.

Das Schiff war vor zwei Wochen unter Quarantäne gestellt worden. Mehr als 840 Passagiere und Besatzungsmitglieder wurden nach Deutschland geflogen, 23 Gäste und 13 Crewmitglieder kamen in australische Krankenhäuser. Ein 69 Jahre alter deutscher Passagier und zwei Besatzungsmitglieder starben.

Lesestunde mit Michelle Obama

10.26 Uhr: Die Coronakrise bringt viele Familien an ihre Grenzen: Eltern müssen arbeiten und parallel ihren Nachwuchs betreuen. Mit einem Leseprojekt möchte Michelle Obama nun für Entlastung sorgen.

Bundesverfassungsgericht kippt Demoverbot

10.20 Uhr: Das Bundesverfassungsgericht hat einem Eilantrag gegen das Verbot einer Demonstration in Stuttgart an diesem Samstag stattgegeben. Die Stadt hatte dem Anmelder und dessen Anwalt nach deren Darstellung nicht einmal einen ablehnenden Bescheid geschickt. Ein Mitarbeiter habe am Telefon gesagt, über Versammlungen werde derzeit nicht entschieden, weil sich deren Verbot direkt aus der Corona-Verordnung für Baden-Württemberg ergebe. Dieses Vorgehen verletze den Kläger in seinem Grundrecht auf Versammlungsfreiheit, entschieden die Karlsruher Richter.

Der Mann wollte am Nachmittag von 15.30 Uhr bis 17.30 Uhr auf dem zentralen Schlossplatz mit maximal 50 Leuten gegen die Einschränkung der Grundrechte demonstrieren. Der Beschluss verpflichtet die Stadt Stuttgart, über die Anmeldung neu zu entscheiden. Treffe die Stadt keine Entscheidung, dürfe der Kläger die Demonstration wie angemeldet abhalten, hieß es.

Mit Eilanträgen bei den Verwaltungsgerichten war der Mann vorher gescheitert. Das Bundesverfassungsgericht dagegen hielt den Erlass einer einstweiligen Anordnung für geboten. "Eine Verfassungsbeschwerde wäre nach gegenwärtigem Stand offensichtlich begründet", heißt es in dem Beschluss vom Freitag .

Die Stadt hatte dem Gericht in einer Stellungnahme mitgeteilt, es sei ihr nicht möglich, Auflagen festzusetzen, die der aktuellen Pandemielage gerecht würden. Das ist den Richtern viel zu pauschal. Es sei zwar richtig, dass die Infektionszahlen gerade in Stuttgart in den vergangenen Wochen stark gestiegen seien. Das befreie aber nicht davon, "möglichst in kooperativer Abstimmung mit dem Antragsteller alle in Betracht kommenden Schutzmaßnahmen in Betracht zu ziehen und sich in dieser Weise um eine Lösung zu bemühen". Es müssten immer die Umstände des Einzelfalls berücksichtigt werden.

Am Mittwoch hatten die Richter im Eilverfahren bereits das Verbot zweier Demonstrationen in Gießen gekippt. Die Stadt hatte die Kundgebungen daraufhin unter strengen Auflagen erlaubt.

Singapur meldet Rekordzahlen

10.16 Uhr: In Singapur meldet das Gesundheitsministerium 942 neue Coronafälle, die bisher höchste Zahl. Die meisten Infektionen seien auf Sammelunterkünfte für Gastarbeiter zurückzuführen. Unter den Menschen mit der Staatsangehörigkeit Singapurs und denjenigen mit ständigem Wohnsitz dort habe es 14 neue Fälle gegeben. Insgesamt sind in Singapur 5992 Infektionen gemeldet worden.

Schwarzenegger wird Corona-Berater

10.06: Wie wird es in Kalifornien nach der Coronakrise weitergehen? Arnold Schwarzenegger soll den US-Bundesstaat bei den Zukunftsplanungen unterstützen. Auch Apple-Chef Tim Cook gehört zum Beraterteam.

Moskau verlängert Ausgangssperre bis 1. Mai

10.00 Uhr: In Russlands Machtzentrum Moskau hat Bürgermeister Sergej Sobjanin die von der Polizei streng überwachten Ausgangssperren bis zum 1. Mai verlängert. Wer in der Millionenstadt etwa zur Arbeit oder zum Arzt muss, ist unter Androhung von Strafen verpflichtet, einen Passierschein bei der Stadt zu beantragen und mit sich zu führen. Spaziergänge oder Sport im Freien sind verboten. Erlaubt sind Einkäufe, Gassi gehen mit dem Hund und der Gang zum Müllcontainer.

Präsident Wladimir Putin hatte bis Ende des Monats arbeitsfrei bei voller Lohnfortzahlung angeordnet. Allerdings arbeiten viele Unternehmen weiter, die entweder systemerhaltend sind oder einfach um ihr Überleben kämpfen. Deshalb hatte Sobjanin mehrere Zwangsschließungen verfügt. Auch der Großteil der Betriebsschließungen werde bis zum 1. Mai verlängert, sagte der Bürgermeister nun.

Massive Kritik gab es zuletzt an seinem Vorgehen, weil die Polizeikontrollen in der Moskauer Metro zu dichten Menschenansammlungen geführt hatten. Die Stadt sah sich dem Vorwurf ausgesetzt, Tausende Menschen der Gefahr einer Ansteckung ausgesetzt zu haben.

Die Infektionszahlen nehmen in Russland rapide zu. Am Samstag stieg die Zahl um 4758 - der höchste Zuwachs bisher - auf mehr als 36.000 Fälle landesweit. Nach offiziellen Angaben starben 313 Menschen bisher mit dem Virus. Genesen seien 3057 Menschen.

Gerichte halten Warenhäuser-Schließungen für vertretbar

9.45 Uhr: Oberverwaltungsgerichte in Berlin und in Greifswald halten die behördlichen Anordnungen zur Schließung von Warenhäusern für vertretbar. Die beiden Gerichte wiesen in am Freitagabend veröffentlichten Entscheidungen jeweils Eilanträge dagegen zurück. Insbesondere der Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof geht in unterschiedlichen Bundesländern gegen die Schließung seiner Filialen vor.

Die behördlichen Anordnungen seien "bei summarischer Prüfung durch das Infektionsschutzgesetz gedeckt und mit dem Grundgesetz vereinbar", teilte etwa das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg mit: "Warenhäuser müssten nicht gleich behandelt werden wie Einzelhandelsgeschäfte, die der Grundversorgung der Bevölkerung dienen und deshalb von der Schließung ausgenommen sind."

Auch in einer ähnlichen Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Mecklenburg-Vorpommern hieß es, für eine unterschiedliche Behandlung verschiedener Branchen und Warenangebote lägen hinreichende sachliche Gründe vor.

Corona-Folgen auch im Wald spürbar

9.33 Uhr: Die Pandemie hat nach Ansicht von Experten auch Folgen für die deutschen Wälder sowie den Holzhandel. Es fehle derzeit an Personal, das Schadholz aus Wäldern entferne und neue Bäume pflanze, sagte der Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates, Georg Schirmbeck, in einem Interview der "Neuen Osnabrücker Zeitung". "Dabei kommen in Deutschland häufig Spezialfirmen aus Osteuropa zum Einsatz", so Schirmbeck. "Die kommen wegen Corona jetzt aber nicht über die Grenze." Pflanzaktionen fielen daher momentan aus.

Auch der Handel mit Holz sei weitgehend zum Erliegen gekommen, sagte der Forstwirtschaftspräsident. Viele Sägewerke stünden derzeit still und auch die Möbelindustrie habe die Produktion zurückgefahren. "Das wird sich mittelfristig auch in den Möbelhäusern bemerkbar machen", sagte Schirmbeck.

Daimler wirft Werke wieder an

9.15 Uhr: Nach vier Wochen Stillstand in großen Teilen der Produktion fährt der Autobauer Daimler seine Werke von Montag an wieder hoch. Ein Schwerpunkt liegt auf der Antriebs- und Getriebetechnik, einem Bereich, auf den nicht nur die übrigen Werke in Deutschland, sondern auch die im Ausland und insbesondere in China angewiesen sind. Während einige Standorte zunächst mit einer Schicht beginnen, soll in anderen gleich wieder in zwei oder drei Schichten gearbeitet werden. Das teilten Vorstand und Betriebsrat mit.

Gearbeitet werden soll unter strengen Hygienevorgaben, die Konzern und Betriebsrat anhand von Gefahrenbeurteilungen für jeden Arbeitsplatz erarbeitet hätten. Damit die Mitarbeiter untereinander nicht mehr Kontakt haben als nötig, werden unter anderem die Schichten nicht voll besetzt und die Zeiten so geändert, dass sich die Beschäftigten weder am Werkstor noch in den Umkleideräumen begegnen. Wo möglich, soll zudem weiter vom Homeoffice aus gearbeitet werden.

Daimler hatte einen Großteil seiner Produktion im März heruntergefahren, seit dem 6. April gilt zudem Kurzarbeit.

Städtetag erwartet keinen großen Andrang bei Wiedereröffnung von Geschäften

08.55 Uhr: Der Deutsche Städtetag rechnet bei der Wiedereröffnung kleinerer Geschäfte an diesem Montag mit Zurückhaltung der Kunden. "Wir gehen davon aus, dass die Bevölkerung die wiedergewonnenen Möglichkeiten ab Montag gern nutzen wird", sagte Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy der Deutschen Presse-Agentur. "Aber wir erwarten jetzt auch nicht den riesigen Ansturm: Die Geschäfte, die jetzt wieder öffnen, sind eine Woche später noch genauso erreichbar."

Er begrüßte die von Bund und Ländern beschlossenen Lockerungen , die von diesem Montag an in den meisten Bundesländern gelten. "Menschen brauchen lebendige Innenstädte. Wenn jetzt wieder mehr Geschäfte im Einzelhandel öffnen werden, wird das allen guttun: den Menschen, die einkaufen möchten, den Einzelhändlern, ihren Beschäftigten und den Städten", sagte Dedy. Zugleich betonte er: "Die Rückkehr zur Normalität wird nur Schritt für Schritt möglich sein." Im Kampf gegen die Pandemie sei weiter Geduld nötig.

Ärztekammerpräsident fordert, Besuche in Altenheimen zu ermöglichen

08.51 Uhr: Klaus Reinhardt, Bundesärztekammer-Präsident, fordert, dass Besuche im Altenheim auch während der Coronakrise ermöglicht werden sollten. Bedingung dafür sei allerdings, dass Angehörige Schutzkleidung tragen, sagte Reinhardt der "Neuen Westfälischen".

Dass zunächst noch Kitas geschlossen und junge Schüler zu Hause bleiben, ist nach Angaben von Reinhardt aus medizinischer Sicht sinnvoll. "Weil jüngere Kinder die aktuelle Situation und damit verbundene Einschränkungen wie Abstand halten noch nicht so gut verstehen." Nötig sei aber eine baldige Perspektive, die ein schrittweises Öffnen der Kitas und Grundschulen möglich mache. (Lesen Sie hier einen Kommentar zur Debatte über Öffnungen von Kitas: Mehr Pipi-Kacka-Fragen wagen!)

Walmart plant 50.000 Neueinstellungen

08.38 Uhr: Der US-Supermarktkonzern Walmart will weitere 50.000 Mitarbeiter einstellen, um die gestiegene Nachfrage nach Lebensmitteln und Hygieneprodukten während der Coronavirus-Pandemie bewältigen zu können. Das frühere Ziel, 150.000 neue Stellen zu besetzen, habe man bereits sechs Wochen vor dem Zeitplan erreicht, teilte Walmart mit. Pro Tag würden im Schnitt 5000 neue Mitarbeiter eingestellt. Viele dieser Menschen hätten vorher in der Restaurant- oder Hotelbranche gearbeitet. 85 Prozent der neuen Stellen seien zeitlich befristet oder in Teilzeit.

Anträge auf Frequenzen für Autokinos steigen

08.09 Uhr: Laut der Bundesnetzagentur gibt es derzeit so viele Anträge auf die Erteilung von Frequenzen für Autokinos wie nie zuvor. Seit Anfang März habe die Behörde bundesweit 43 Rundfunkfrequenzen für Autokinos zugeteilt, sagte ein Behördensprecher der Deutschen Presse-Agentur. "Vor der Coronakrise wurden lediglich vereinzelt Frequenzen für Autokinos beantragt." Weitere knapp 80 Anträge auf Frequenzzuteilung lägen noch vor und würden zügig bearbeitet.

Neben Filmvorführungen finden auch Gottesdienste und Konzerte in den Autokinos statt

 Neben Filmvorführungen finden auch Gottesdienste und Konzerte in den Autokinos statt

Foto: Fabian Strauch/ dpa

Niedersachsen Ministerpräsident erwartet Maskenpflicht

08.00 Uhr: Stephan Weil, Niedersachsens Ministerpräsident, geht von einer baldigen Maskenpflicht aus. "Ich bin überzeugt, dass Alltagsschutzmasken bald zu unserem öffentlichen Leben gehören und etwa im öffentlichen Personennahverkehr auch bald zur Pflicht werden können, sobald sie ausreichend verfügbar sind", sagte der SPD-Politiker der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung ". Bis dahin könne der Staat seine Bürgerinnen und Bürger aber nicht dazu zwingen, die Masken zu tragen.

RKI zählt 3609 Neuinfektionen und 242 weitere Tote in Deutschland

07.35 Uhr: Die Zahl der Coronavirus-Infektionen in Deutschland ist nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) auf 137.439 gestiegen, das ist ein Plus von 3609 im Vergleich zum Freitag. Die Zahl der Todesfälle stieg um 242 auf 4110. Genesen sind rund 85.400 Menschen, das sind rund 3600 mehr, wie das RKI auf seiner Internetseite  mitteilte.

Medienbericht: Mindestens 7000 Senioren in US-Heimen gestorben

07.26 Uhr: In den USA sind einem Medienbericht zufolge mindestens 7000 Menschen in Seniorenheimen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Damit stehen rund ein Fünftel aller Todesfälle infolge der Corona-Pandemie in den USA in Verbindung mit einer solchen Einrichtung, wie aus einer Zählung der "New York Times" hervorgeht. Bis zum Freitagabend waren nach Angaben der US-amerikanischen Johns-Hopkins-Universität landesweit in den USA über 36.000 mit dem Virus infizierte Menschen gestorben. Insgesamt wurden in den USA bereits über 700.000 Infektionen gemeldet.

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Hessische Schüler müssen wegen Coronakrise kein Sitzenbleiben fürchten

07.20 Uhr: Schülerinnen und Schüler in Hessen müssen während der Coronakrise nicht um ihre Versetzung in das nächste Schuljahr bangen. "Da die Leistungsbewertung in diesem Schulhalbjahr nur eingeschränkt möglich sein wird, soll in der Regel eine Versetzung erfolgen", teilte das Kultusministerium am Freitag mit. In Fällen, bei denen schon vor Schließung der Schulen wegen des Coronavirus die schulischen Leistungen womöglich nicht für eine Versetzung gereicht hätte, soll das Gespräch mit Schülern und Eltern gesucht werden, um auf die Möglichkeit der freiwilligen Wiederholung des Schuljahres hinzuweisen, hieß es weiter.

Trump rechnet mit mindestens 60.000 Corona-Toten in USA

07.15 Uhr: Die US-Regierung rechnet jetzt nach Angaben von Präsident Donald Trump mit 60.000 bis 65.000 Toten infolge der Coronavirus-Pandemie in den USA. Die Zahl liege weit unter früheren Vorhersagen von mindestens 100.000 Toten in den Vereinigten Staaten, sagte Trump am Freitagabend bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus. Jeder einzelne Tote sei einer zu viel, betonte der Präsident. "Ich denke, dass wir hoffentlich erheblich unter den 100.000 bleiben werden." Er fügte hinzu: "Im Moment bewegen wir uns wahrscheinlich auf etwa 60.000, vielleicht 65.000 zu."

Jeder einzelne Tote sei einer zuviel, sagte US-Präsident Trump

Jeder einzelne Tote sei einer zuviel, sagte US-Präsident Trump

Foto: Oliver Contreras/POOL/EPA-EFE/Shutterstock

Arbeitsminister Heil stellt baldige Anhebung von Kurzarbeitergeld in Aussicht

07.09 Uhr: Aufgrund der Coronakrise stellt Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) eine baldige Anhebung des Kurzarbeitergeldes in Aussicht. Nicht nur für Geringverdiener, auch für Facharbeiter bedeute Kurzarbeit einen erheblichen Einbruch, sagte Heil der "Neuen Osnabrücker Zeitung ": "Miete und Rechnungen müssen ja weiter bezahlt werden. Deswegen suchen wir in der Regierung und mit den Sozialpartnern intensiv nach einer Lösung."

Der Minister stellte sich hinter Forderung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), die staatlichen Zuschüsse zum Kurzarbeitergeld von 60 auf 80 Prozent der Nettoeinbußen (87 Prozent bei Arbeitnehmern mit Kindern) für die Monate Mai, Juni und Juli aufzustocken. "Die Forderung des DGB ist plausibel", sagte Heil dem Blatt. In den Beratungen gehe es darum, "wie wir Kaufkraftverluste ausgleichen können, wenn die Krise fortdauert".

Er gehe davon aus, dass wegen der Coronakrise mehre Millionen Menschen "in Kurzarbeit sind oder gehen werden". Es seien deutlich mehr Branchen betroffen als bei der Finanzkrise von 2008/2009, vor allem in der Gastronomie und im Tourismus. "Die Herausforderung ist gewaltig, aber wir haben die Rücklagen, um das gemeinsam zu überstehen. Und Kurzarbeit sichert Millionen von Arbeitsplätzen", sagte der Minister. Derzeit liegen in Deutschland rund 725.000 Anträge auf Kurzarbeit vor. Die deutliche Mehrheit kommt von kleineren Unternehmen.

sen/sak/dak/ptz/dpa/Reuters/AFP
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