+++ News-Update am 16. Mai +++ Italien öffnet Schwimmbäder und Fitnessstudios

In Italien sinkt die Zahl der gemeldeten Todesfälle deutlich, nun stellte Ministerpräsident Conte Lockerungen vor. In Deutschland bleibt die Reproduktionszahl stabil. Der Überblick.
Cafés blieben in Italien in der Coronakrise geschlossen - bis zum 25. Mai

Cafés blieben in Italien in der Coronakrise geschlossen - bis zum 25. Mai

Foto: ANTONIO PARRINELLO/ REUTERS

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Italien öffnet Schwimmbäder und Fitnessstudios ab 25. Mai

22.18 Uhr: Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte stellt Einzelheiten der geplanten Lockerungen vor. Ab Montag sollen demnach die Geschäfte wieder öffnen. Schwimmbäder und Fitnessstudios dürfen ab dem 25. Mai, Theater und Kinos ab dem 15. Juni wieder öffnen. Ab dem 3. Juni sollen Reisen zwischen EU-Staaten ohne Quarantäne erlaubt sein. Man gehe mit diesen Schritten ein "kalkuliertes Risiko" ein, sagt Conte. Die Zahl der Fälle könne wieder ansteigen.

VW fährt Produktion in argentinischem Werk hoch

21.47 Uhr: Nach einer Unterbrechung in der Coronakrise nimmt Volkswagen auch an seinem zweiten Standort in Argentinien die Produktion wieder auf. Das Werk in General Pacheco bei Buenos Aires, werde am Montag wieder in Betrieb gehen, teilte das Tochterunternehmen des deutschen Autokonzerns mit. Dies geschehe schrittweise, zunächst nur in einem Ein-Schicht-Betrieb.

Bei den Mitarbeitern werde regelmäßig die Temperatur gemessen, sie müssten Masken tragen und einen Abstand von mindestens eineinhalb Metern zu einander halten, hieß es. Damit habe man an dem anderen Standort, in der Stadt Córdoba, gute Erfahrungen gemacht. Dort war die Produktion bereits Ende April wieder angelaufen.

Polizei löst Regierungsproteste in Warschau auf

20.49 Uhr: Die polnische Polizei hat am Samstag eine Anti-Regierungs-Demonstration gewaltsam aufgelöst. Die Demonstranten hätten sich trotz eines Verbots wegen der Coronavirus-Pandemie in der Hauptstadt Warschau versammelt, teilte die Polizei mit. Sie setzte Tränengas gegen hunderte Menschen ein, die sowohl gegen die Verletzung von Bürgerrechten, als auch gegen die ihrer Meinung nach zu geringe finanzielle staatliche Unterstützung in der Coronakrise protestierten.

Die Organisatoren des Protests betonten bei Facebook ihre Unabhängigkeit von politischen Parteien. Die nationalkonservative Regierung Polens hatte im März im Zuge der Coronavirus-Pandemie Beschränkungen der Versammlungsfreiheit verfügt.

"Gelbwesten" demonstrieren erstmals seit Beginn des Lockdowns

20.20 Uhr: In Frankreich haben erstmals nach der Lockerung der Ausgangsbeschränkungen in der Coronakrise Medienberichten zufolge in mehreren Städten Proteste der sogenannten Gelbwesten stattgefunden. Innenminister Christophe Castaner hatte zuvor am Samstag daran erinnert, dass Versammlungen von mehr als zehn Personen nicht erlaubt seien. Unter anderem in Paris, Lyon, Marseille, Montpellier und Straßburg gingen aber Menschen auf die Straßen - jedoch bei weitem nicht so viele wie vor Beginn der Corona-Krise

Auch in der Hauptstadt Paris versammelten sich Demonstranten auf dem Place de la République, wie die Tageszeitung "Le Parisien" berichtete. Die Polizei twitterte, dass mehrere Verwarnungen ausgesprochen wurden. Demnach kam es auch zu zwei Festnahmen. In Toulouse riefen Ladenbesitzer zu einer Gegendemonstration auf, wie die Regionalzeitung "La Dépêche" berichtete. Sie sprachen sich demnach dagegen aus, dass die "Gelbwesten" wieder jeden Samstag in der Stadt protestieren dürften, da das schlecht für ihre Geschäfte sei. Im elsässischen Straßburg wurden nach Angaben der Präfektur 41 Verwarnungen ausgesprochen, weil gegen die Versammlungsvorgaben verstoßen wurde.

Die "Gelbwesten" protestieren seit gut eineinhalb Jahren regelmäßig gegen die Reformpolitik von Staatschef Emmanuel Macron. Der Zulauf zu den Demonstrationen hatte zuletzt aber erheblich nachgelassen.

Reproduktionszahl bleibt nahezu unverändert unter kritischem Wert

19.48 Uhr: Die sogenannte Reproduktionszahl in der Coronakrise ist nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) faktisch unverändert geblieben und liegt dabei weiter unter dem kritischen Wert von 1,0. Der Wert über eine Woche gesehen liege aktuell bei 0,89, teilte das RKI mit. Am Freitag hatte er bei 0,9 gelegen. Das RKI nutzt diesen Faktor, weil er einen stärkeren Ausgleich von Schwankungen gegenüber der täglichen Reproduktionszahl ermöglicht. Jedoch gibt das RKI auch diesen Wert weiter an, er liegt demnach bei 0,88 nach 0,8 am Vortag.

Ein Wert unter 1,0 bedeutet in beiden Fällen, dass ein Infizierter statistisch im Schnitt weniger als eine andere Person ansteckt. Dies ist nach Angaben des RKI ein wichtiges Ziel auch mit Blick auf die Lockerung von Beschränkungen. Das Institut erklärte allerdings, dass die Zahl allein nicht entscheidend sei, um die aktuelle Lage zu bewerten. Wichtig seien auch die Zahl der Neuinfektionen im Tagesvergleich, die Zahl der positiv ausgefallenen Tests sowie die Be- und Auslastung des Gesundheitswesens.

239 Kinder von mysteriöser Krankheit betroffen

19.44 Uhr: Seit Beginn des Jahres wurden in Europa etwa 230 Verdachtsfälle einer seltenen Entzündungskrankheit bei Kindern beobachtet. Das teilte das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) in Stockholm mit. Demnach sind die Symtpome Fieber, Bauchschmerzen und Herzprobleme.

Noch ist ungeklärt, ob das Paediatric Inflammatory Multisystem Syndrome (PIMS) mit dem Coronavirus in Verbindung steht. Ein Zusammenhang scheine plausibel, hieß es in einer Mitteilung der ECDC. Teilweise wurden betroffene Kinder positiv auf das Virus getestet. Es handle sich aber um eine seltene Erkrankung, "deren potenzielle Verbindung zu Covid-19 weder nachgewiesen, noch gut verstanden wird". In Großbritannien und Frankreich hatte es je einen Todesfall im Zusammenhang mit dem Syndrom gegeben. Das Erkrankungsrisiko für Kinder sei in der EU und Großbritannien für beide Krankheiten gering, so die ECDC.

Die PIMS-Symptome ähneln dem sogenannten Kawasaki-Syndrom, das zu einer Überreaktion des Immunsystems führt, die vermutlich durch Bakterien oder Viren ausgelöst wird. Dass auch das Coronavirus eine derartige Überreaktion bewirken kann, ist von Erwachsenen bereits bekannt. Der Virologe Christian Drosten sagte kürzlich im NDR-Podcast, dass er keinen Grund zu Alarmismus sieht. Es handle sich um ein seltenes Phänomen, über das die internationale Kinderheilkunde nun beginne zu diskutieren. Drosten verwies auch auf die gute Behandelbarkeit.

Todesfälle in Italien sinken deutlich

18.09 Uhr: In Italien ist die Zahl der neu gemeldeten Todesfälle auf den niedrigsten Wert seit dem 9. März gesunken. Es seien 153 hinzugekommen nach 242 am Vortag, teilt das Katastrophenschutzamt mit. Dagegen stieg die Zahl der neuen Fälle um 875 nach 789 am Freitag. Insgesamt sind damit 224.760 Infektionen und 31.763 Todesfälle gemeldet.

Erneut Tausende bei Demo gegen Corona-Regeln in Stuttgart

16.43 Uhr: Tausende Menschen haben sich in Stuttgart am Samstag erneut zu einer Demonstration gegen die Coronavirus-Beschränkungen versammelt. Auf dem Cannstatter Wasen waren diesmal allerdings nur 5000 Teilnehmer erlaubt, zahlreiche Menschen kamen deshalb auch außerhalb des ausgewiesenen Geländes zusammen. Die Polizei wies ihnen eine weitere Fläche zu. Ordner des Veranstalters forderten die Menschen auf, sogenannte Spontanversammlungen anzumelden. Eine Beschwerde der Veranstalter gegen die Auflagen hatte der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg noch am Samstag zurückgewiesen.

Hinter dem Protest steht die Initiative "Querdenken" des Unternehmers Michael Ballweg. Ballweg kündigte bei der Kundgebung an, wegen der Beschränkungen der Versammlungsfreiheit erneut vor das Bundesverfassungsgericht zu ziehen. Bundes- und Landesregierung müssten vom Verfassungsschutz beobachtet werden, forderte er.

Bundesliga startet mit Geisterspielen

15.40 Uhr: Die Bundesliga hat nach der Zwangspause wegen der Pandemie ohne Zwischenfälle die Spiele wieder aufgenommen. Alle am Samstag geplanten sechs Partien sind "Geisterspiele", das heißt, Publikum ist nicht zugelassen. Beim Lokalderby Borussia Dortmund gegen Schalke 04 meldete die Polizei bis vor Spielbeginn keine Zwischenfälle. Es war befürchtet worden, dass Fans zum Stadion strömen könnten.

Demos in Berlin gegen Corona-Auflagen treffen auf Gegenprotest

15.39 Uhr: Begleitet von rund 1000 Polizisten sind in Berlin-Mitte am Samstagnachmittag Dutzende Menschen zu verschiedenen Demonstrationen zusammengekommen. Allein auf dem Alexanderplatz fanden zeitgleich vier Kundgebungen statt, die von Polizeikräften und rot-weißem Flatterband umringt waren. Die Beamten achteten darauf, dass jeweils nicht mehr als 50 Demonstranten zusammenstanden. Innerhalb der Flatterbänder wurde der Abstand von 1,50 Metern eingehalten. Bei einer Demo am Reichstag wurde die zulässige Teilnehmerzahl aber überschritten. Die Polizei begann daraufhin mit der Räumung der Wiese.

Mehr als 40 Demonstranten protestierten inmitten des Platzes mit Transparenten und einem Lautsprecherwagen gegen Verschwörungstheorien und für die Rechte von Flüchtlingen. Einige Meter weiter demonstrierten Dutzende mit lauter Musik gegen die Corona-Regeln und Impfpflicht. Auch an den Absperrungen rund um den Rosa-Luxemburg-Platz versammelten sich Dutzende Menschen zum Protest gegen die Hygienevorschriften.

Hunderte Teilnehmer bei Demo gegen Corona-Auflagen in München

15.11 Uhr: Für eine große Demo in München gegen die coronabedingten Beschränkungen haben sich am Samstag mehrere Hundert Menschen auf der Theresienwiese versammelt. Kurz vor dem geplanten Beginn um 15.00 Uhr suchten die Veranstalter aber über Lautsprecher noch Freiwillige, die sich als Ordner darum kümmern sollen, dass Abstandsregeln eingehalten werden. Sonst dürften nicht mehr Menschen auf das Gelände. Zugelassen sind 1000 Teilnehmer. Die Polizei ist mit zahlreichen Beamten und deutlich sichtbar auf dem Gelände unterwegs.

Bayernweit wollen am Wochenende Kritiker der coronavirusbedingten Auflagen bei rund 70 Demonstrationen in mehreren Städten ihren Unmut kundtun.

RKI-Chef lehnt Impfpflicht gegen Coronavirus ab

15.05 Uhr: Der Chef des Robert Koch-Instituts hat sich gegen eine Impfpflicht gegen das Coronavirus ausgesprochen. "Wir haben keinen Anlass, an eine Impfpflicht zu denken", sagte RKI-Präsident Lothar Wieler. Die Bürgerinnen und Bürger seien definitiv klug genug zu wissen, wenn es einen sicheren Impfstoff gebe, dass dieser ihre Gesundheit fördern würde.

Zum Thema Impfstoff sei vor einigen Wochen eine Arbeitsgruppe beim RKI gegründet worden. Diese würde sich damit befassen, sofern es einen Impfstoff gebe, welche Bevölkerungsgruppen wie geimpft werden könnten.

Alle Artikel zum Coronavirus

Am 31. Dezember 2019 wandte sich China erstmals an die Weltgesundheitsorganisation (WHO). In der Millionenstadt Wuhan häuften sich Fälle einer rätselhaften Lungenentzündung. Mittlerweile sind mehr als 180 Millionen Menschen weltweit nachweislich erkrankt, die Situation ändert sich von Tag zu Tag. Auf dieser Seite finden Sie einen Überblick über alle SPIEGEL-Artikel zum Thema.

Ungarn hebt Corona-Beschränkungen auf

15.00 Uhr: Ungarn will von Montag an die Einschränkungen in Budapest schrittweise lockern. Das kündigt Ministerpräsident Viktor Orbán an. Bereits vor zwei Wochen waren im Rest des Landes die Corona-Verbote aufgehoben worden.

Spanien verlängert Ausnahmezustand um rund einen Monat

14.29 Uhr: Spanien will den wegen der Corona-Pandemie verhängten Ausnahmezustand um rund einen Monat verlängern. Der Ausnahmezustand werde noch "etwa einen Monat" andauern, bis die stufenweise Lockerung der Corona-Beschränkungen beendet sei, kündigte Ministerpräsident Pedro Sánchez am Samstag in einer Fernsehansprache an.

Nach seinen Worten soll es sich um die letztmalige Verhängung des Ausnahmezustands handeln. Dieser solle bis zum Ende der Beschränkungen dauern. Anstatt der zunächst geplanten Verlängerung um 15 Tage, werde nun eine einmonatige Verlängerung angestrebt.

Spanien gehört zu den am schwersten vom Coronavirus betroffenen Ländern Europas. Mehr als 230.000 Infektionen wurden dort registriert, mehr als 27.000 Menschen starben. Das Gesundheitsministerium warnte zuletzt, das Risiko eines Wiederaufflammens des Virus bestehe. Sollte die Zahl der Infektionen in einer Stadt wie Madrid wieder zunehmen, "würde das wahrscheinlich Auswirkungen auf ganz Spanien haben".

Maas ruft Polen und Tschechien zu Verzicht auf Grenzkontrollen auf

14.02 Uhr: Außenminister Heiko Maas appelliert an Polen und Tschechien, die Grenzen wieder vollständig zu öffnen. "Wir werden in den nächsten Tagen die Grenzkontrollen zu Dänemark einstellen, und ab dem 15.6. wird es auch keine Kontrollen mehr zu Frankreich, Österreich und der Schweiz geben", sagte Maas bei einem Treffen mit seinem Luxemburger Kollegen Jean Asselborn anlässlich der Wiederzulassung des ungehinderten Grenzverkehrs zwischen beiden Ländern.

"Ich würde mir wünschen, dass auch die Grenzkontrollen, die die polnischen Freunde und die tschechischen Freunde machen, auch in absehbarer Zeit eingestellt werden", sagte Maas weiter. Der Außenminister will kommende Woche mit seinen europäischen Kollegen die Bedingungen für den wieder anlaufenden Tourismus abstimmen.

Tschechien verlängert weitgehenden Einreisestopp für Ausländer

12.57 Uhr: In Tschechien läuft der wegen der Coronavirus-Pandemie verhängte Ausnahmezustand in der Nacht von Sonntag zu Montag aus. Doch der Einreisestopp für Touristen aus Deutschland und anderen Ländern bleibe auf anderer Grundlage bestehen, stellte ein Sprecher des Innenministeriums in Prag klar. Das tschechische Gesundheitsministerium veröffentlichte am Samstag eine diesbezügliche Verordnung zum "Schutz vor einer Einschleppung von Covid-19". Sie gilt ab dem 18. Mai vorerst unbefristet.

Ausnahmen gibt es wie bisher für Ausländer, die über einen dauerhaften Wohnsitz in Tschechien verfügen. Sie müssen bei der Wiedereinreise indes einen negativen Coronavirus-Test vorweisen oder sich einer 14-tägigen Heimquarantäne unterziehen. Sonderregelungen bestehen auch für grenzüberschreitende Berufspendler, Lkw-Fahrer, Diplomaten, Geschäftsreisende und Studierende. In den meisten Fällen muss das für den Aufenthaltsort zuständige Gesundheitsamt vorab informiert werden.

Die Kontrollen an den tschechischen Grenzen zu Deutschland und Österreich waren bereits zuvor bis zum 13. Juni verlängert worden. Nach den letzten Lockerungen für das öffentliche Leben war die Zahl der täglichen Neuinfektionen in Tschechien wieder leicht angestiegen, blieb aber unter der Marke von hundert. Bis Samstag waren 8406 bestätigte Coronavirus-Infektionen gemeldet. 295 Todesfälle wurden mit der neuartigen Erkrankung in Verbindung gebracht.

Schweiz öffnet Grenzen, Vorarlberg erst in der Nacht zu Sonntag

12.52 Uhr: Die Schweiz hat die Absperrungen an ihren Grenzübergängen nach Österreich und Deutschland entfernt. Die Arbeiten würden im Laufe des Samstags abgeschlossen, teilte die eidgenössische Zollverwaltung mit, kontrolliert werde aber weiterhin. Das an Deutschland, die Schweiz und Liechtenstein grenzende österreichische Bundesland Vorarlberg öffnet seine Grenzen erst in der Nacht zu Sonntag, wie die dortigen Gesundheits- und Polizeibehörden mitteilten.

Die Schweiz und Österreich betonen, dass die wegen der Coronavirus-Pandemie verhängten Einreisebestimmungen weiter gelten, sie wurden lediglich gelockert. So sind nach der Vereinbarung zwischen den Nachbarländern neuerdings unter anderem Familienbesuche zu wichtigen Feiern oder Beerdigungen oder Besuche bei Lebensgefährten im Nachbarland oder zur Versorgung von Tieren oder Gärten jenseits der Grenze erlaubt.

In Vorarlberg werde an größeren Grenzübergängen nur noch stichprobenartig kontrolliert, kleinere Grenzübergänge würden sporadisch überwacht, hieß es. Übertritte über die "grüne Grenze" blieben weiter verboten. Die Schweizer verwiesen darauf, dass Einkaufsfahrten weiter verboten sind und Menschen, die sich nicht daran halten, mit einer Buße zu rechnen haben.

Russland meldet Rekordzahl von 119 Coronavirus-Toten

12.41 Uhr: In Russland sind 119 weitere Menschen nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben - so viele wie noch nie an einem einzigen Tag. Damit seien nun insgesamt 2537 Menschen nachweislich an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben, teilten die Behörden in Moskau am Samstag mit. Der Anstieg der bestätigten Neuansteckungen hat sich dagegen verlangsamt: Mit 9200 neuen Fällen wurde die niedrigste Zahl seit zwei Wochen gemeldet.

Mit insgesamt 272.043 bestätigten Infektionsfällen steht Russland weltweit an zweiter Stelle hinter den USA, die Sterberate ist laut den offiziellen Statistiken aber vergleichsweise gering. Die russischen Behörden weisen den Vorwurf zurück, die Zahlen zu schönen. Sie verweisen auf eine Ausweitung der Virus-Tests. Zudem habe der relativ späte Beginn der Virus-Ausbreitung in Russland den Gesundheitsbehörden mehr Zeit zur Vorbereitung gegeben.

Bereits 38 indigene Völker in Brasilien von Corona-Epidemie betroffen

12.36 Uhr: Die Corona-Pandemie bedroht zunehmend Brasiliens Ureinwohner. Von der Ausbreitung des Virus in dem südamerikanischen Land seien bereits 38 indigene Völker betroffen, meldete die Vereinigung der Ureinwohner Apib am Freitag. Das Virus erreiche mit "beängstigender Geschwindigkeit" alle Gebiete der Ureinwohner, warnte Apib. Diese seien schon in der Vergangenheit durch eingeschleppte Krankheiten schwer getroffen worden.

Laut Apib haben sich mehr als 440 Ureinwohner mit dem Virus angesteckt, 92 seien bereits an den Folgen gestorben. Betroffen sind demnach vor allem die Stämme im Bundesstaat Amazonas wie etwa die Parque das Tribos, deren Chef Messias Kokama an Covid-19 starb. Aber auch bei den Stämmen im Süden des Landes seien Infektionsfälle aufgetreten.

Nach Angaben der Nichtregierungsorganisation Survival International sorgt die Epidemie zugleich dafür, dass illegale Holzfäller und Goldschürfer "mit Rückendeckung der Regierung" zunehmend auf die Gebiete der Ureinwohner vordringen.

Spanien meldet niedrigste Zahl an Neuinfektionen seit acht Wochen

12.12 Uhr: In Spanien sind in den vergangenen 24 Stunden 102 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet worden - so wenige wie seit acht Wochen nicht mehr. Insgesamt starben nach Angaben des Gesundheitsministeriums bislang 27.563 Menschen. Bei 230.698 Menschen sei das Virus nachgewiesen worden. Das sind 515 mehr als am Vortag.

DPD-Standort im Kreis Heinsberg schließt wegen Coronafällen

11.55 Uhr: Der Paketzusteller DPD hat einen Standort im Kreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen mit Hunderten Mitarbeitern wegen eines Corona-Ausbruchs vorübergehend geschlossen. Bislang seien 42 Beschäftigte positiv auf das Virus getestet worden, sagte ein Unternehmenssprecher. Es seien aber noch nicht alle Proben ausgewertet worden. Alle 400 Mitarbeiter aus dem Standort in Hückelhoven sind demnach in zweiwöchiger Quarantäne. Zuvor hatte der WDR berichtet.

Die Zustellung von Paketen und Abholung von Sendungen bei Kunden werde von benachbarten Standorten übernommen und sei sichergestellt, sagte der Sprecher.

Die ersten Fälle waren demnach in dieser Woche bekannt geworden und dem Gesundheitsamt gemeldet worden. Die Behörde habe dann mobile Teststationen veranlasst, sagte der Sprecher. Das Depot soll nun gründlich gereinigt und desinfiziert werden. Andere DPD-Standorte seien nicht betroffen.

Der Kreis Heinsberg gilt als besonders betroffen vom Coronavirus. In der Gemeinde Gangelt hatten sich nach einer Karnevalssitzung Mitte Februar viele Bürger mit dem neuartigen Virus infiziert. Die Gemeinde gilt daher als Epizentrum. Zuletzt wurden in dem Kreis 1798 bestätigte Infektionen und 68 Todesfälle gezählt (Stand Freitag).

Ministerin Karliczek warnt: "Wir vergessen, dass Corona nicht weg ist"

11.31 Uhr: Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) hat davor gewarnt, angesichts der Lockerungen von Anti-Corona-Maßnahmen zu vergessen, dass die Pandemie andauert. "Wir beschäftigen uns derzeit sehr damit, wann und wie die bisherigen Einschränkungen gelockert werden können. Ich verstehe das, da die Einschränkungen hart waren und für viele sogar existenzgefährdend. Wir vergessen aber ein wenig, dass das Virus nicht weg ist", sagte sie der "Passauer Neuen Presse" (Samstag).

"Covid-19-Erkrankungen haben zum Teil sehr schwere Verläufe, und auch über mögliche Dauerschäden durch die Erkrankungen wissen wir noch zu wenig." Daher müsse allen bewusst sein, dass die Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln sowie die Maskenpflicht in vielen Bereichen Voraussetzungen dafür seien, die Lockerungen beizubehalten und fortzusetzen. "Unsere zurückgewonnene Freiheit hängt an unserer Disziplin - in der Hygiene, im Abstandhalten, im Maskentragen."

Grenze zu Luxemburg wieder geöffnet

10.35 Uhr: Die Zeit der Grenzkontrollen bei der Einreise aus Luxemburg ist vorbei: Seit Mitternacht ist die Grenze zu Luxemburg wieder geöffnet. Zuvor waren die Absperrungen an den Grenzübergängen weggeräumt worden - wie zum Beispiel auf der Brücke zwischen dem deutschen Echternacherbrück und dem luxemburgischen Echternach. Nach Angaben der Bundespolizei in Trier waren in Rheinland-Pfalz insgesamt gut ein Dutzend Übergänge an der deutsch-luxemburgischen Grenze gesperrt - der Verkehr war über überwachte Übergänge gelenkt worden.

Das Bundesinnenministerium hatte am Mittwoch das Ende der deutschen Kontrollen zu Luxemburg angekündigt. Sie waren vor zwei Monaten im Zuge der Corona-Pandemie eingeführt worden, um eine Ausbreitung von Covid-19 einzudämmen. Einreisen durfte nur, wer einen triftigen Grund nachweisen konnte.

Corona leert Rentenkasse

10.30 Uhr: Die Rentenkasse steuert in der Coronakrise nach Einschätzung von Ökonomen auf ein großes Finanzloch zu. Ursachen sind der rasante Anstieg der Kurzarbeit und die wachsende Arbeitslosigkeit, die die Beitragseinnahmen sinken lassen werden. Da die Renten nicht gekürzt werden dürfen und die Bundesregierung die Höhe des Beitrags auf maximal 20 Prozent deckeln will, wird nach Einschätzung des Rentenexperten Axel Börsch-Supan der Bund die Lücke füllen müssen.

"Die Bundeszuschüsse müssen wahrscheinlich schon 2022/23 in zweistelliger Milliardenhöhe steigen", sagte der Direktor des Munich Center for the Economics of Aging (MEA) in der bayerischen Landeshauptstadt.

Der Versicherungskonzern Allianz schätzt, dass die Rentenkasse in diesem Jahr acht Milliarden Euro weniger einnehmen könnte. Die Coronakrise werde die Rücklage schneller als erwartet leeren und Beitragserhöhungen notwendig machen, argumentieren die Volkswirte des Versicherers. "Die andere Option wäre eine weitere Erhöhung des Anteils staatlicher Zuschüsse, um die Illusion aufrechtzuerhalten, dass höhere Ausgaben nicht notwendigerweise höhere Beiträge bedeuten."

Börsch-Supan und andere Fachleute fordern daher eine Wiedereinführung des "Nachholfaktors". Dieser sieht vor, dass die Renten auch nach einer Rezession mit sinkenden Einkommen nicht gekürzt werden, aber anschließend langsamer steigen.

Laschet nennt Corona-Demonstrationen legitim, mahnt aber zur Achtsamkeit

10.14 Uhr: Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat grundsätzlich Verständnis für Demonstrationen gegen die Corona-Beschränkungen gezeigt. "Es ist absolut legitim und eigentlich auch nicht ungewöhnlich, dass Menschen demonstrieren, wenn es zu den gravierendsten Grundrechtseinschränkungen seit dem Bestehen der Bundesrepublik kommt", sagte er der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Samstag). Man müsse nur aufpassen, wer das politisch missbrauche, und wissen, "dass Links- und Rechtsradikale und Reichsbürger diesen Protest für sich zu nutzen versuchen".

Wie dauerhaft der Protest sei, hänge davon ab, wie der Staat agiere, ob er seine Politik beispielsweise gut erkläre, sagte Laschet. "Wenn wir Grundrechte nicht länger als absolut notwendig zum Schutz der Gesundheit einschränken, dürfte sich die Bewegung entsprechend auch wieder verlaufen." Es gelte aber: "Wir müssen achtsam bleiben bei den Menschenfängern aus den linken und rechten Extremen."

Bundesweit wollen am Samstag wieder mehrere Tausend Menschen gegen die Beschränkungen wegen der Coronavirus-Pandemie demonstrieren. Schon am Wochenende zuvor hatten Tausende Menschen in vielen Städten Deutschlands gegen die Beschränkungen protestiert. Die geltenden Abstandsregeln wurden dabei teils missachtet. Wie in den Wochen zuvor waren darunter auch Verschwörungstheoretiker, Impfgegner und Rechtspopulisten.

Italien will Einreise aus dem Ausland ab 3. Juni wieder erlauben

9.25 Uhr: Das von der Corona-Pandemie besonders betroffene Italien will die Einreise für Ausländer ab 3. Juni wieder erlauben. Zudem sollen dann Reisen zwischen den Regionen in Italien wieder erlaubt sein, beschloss die Regierung in Rom in der Nacht zu Samstag. Die Öffnung steht unter dem Vorbehalt, dass die Infektionsgeschehen in einzelnen Regionen oder Staaten es zulassen. In eine zwei Wochen lange Quarantäne müssen nach der Einreise nur diejenigen, die Kontakt mit Infizierten hatten oder selbst positiv getestet wurden.

Derzeit ist eine Einreise nur in Ausnahmefällen möglich, darunter zum Beispiel für Italiener, die sich im Ausland aufhalten und in ihre Heimat zurückwollen, oder Ausländer, die ihren Wohnsitz in Italien haben.

Eine Grenzöffnung zur Sommersaison ist vor allem für die Tourismusbranche wichtig, die einer der wichtigsten Wirtschaftszweige Italiens ist.

Grütters baut auf "Rettungs- und Zukunftspaket" für Kulturszene

8.30 Uhr: Zur Rettung der Kulturszene in der Coronakrise setzt Kulturstaatsministerin Monika Grütters auf ein "Rettungs- und Zukunftspaket" des Bundes. "Ziel ist es, die deutsche Kulturlandschaft mit ihren speziellen Bedürfnissen und in ihrer ganzen Vielfalt zu erhalten und möglichst rasch wieder viele Arbeitsmöglichkeiten für Künstlerinnen und Künstler sowie für weitere Beschäftigte im Kulturbetrieb zu schaffen", sagte die CDU-Politikerin der dpa.

Mit dem Paket sollten große Härten abgemildert werden, die durch die Corona-Pandemie bei kulturellen Einrichtungen entstanden seien. "Ein Schwerpunkt des Programms liegt auf Maßnahmen, mit denen überwiegend privat finanzierte Einrichtungen einen pandemiegerechten Wiederbeginn ihrer Aktivitäten ermöglichen können." Dafür werden laut Grütters "zügig" Förderrichtlinien und Systeme erarbeitet und abgestimmt, "damit die Förderungen gemeinsam mit dem Start eines Konjunkturpakets sofort ausgezahlt werden können".

Zahl der Infizierten in Deutschland bei 173.772

4.19 Uhr: In Deutschland steigt die Zahl der registrierten Infizierten um 620 auf 173.772. Wie das Robert Koch-Institut (RKI) mitteilt, werden mittlerweile 7881 Covid-19-Todesfälle gezählt und damit 57 mehr als am Vortag.

Zahl der Coronafälle steigt in Brasilien dramatisch an

2.58 Uhr: Das Gesundheitsministerium in Brasília meldete am Freitagabend (Ortszeit)15.305 neue Infektionen innerhalb von 24 Stunden. Das ist ein weiterer Negativrekord in dem südamerikanischen Land für einen 24-stündigen Zeitraum. Nach den Daten vom Mittwochabend waren 11.385 neue Infektionen innerhalb von 24 Stunden registriert worden. Zwischen Montag und Dienstag waren erstmals mehr als 800 Todesopfer in dem Zeitraum erfasst worden.

Insgesamt sind in Brasilien nach offiziellen Angaben bislang 14.817 Menschen im Zusammenhang mit dem Virus gestorben. 218.223 Infizierte wurden inzwischen registriert. Nach den Daten der in den USA beheimateten Johns-Hopkins-Universität liegt das mit mehr als 200 Millionen Einwohnern bevölkerungsreichste Land Lateinamerikas damit weiter sowohl bei der Zahl der Todesopfer als auch der Zahl der Infizierten nun auf Platz sechs der am schwersten betroffenen Länder.

Immer mehr Krankenhäuser haben keine freien Intensivbetten mehr, provisorische Kliniken öffnen. Auf Friedhöfen werden die Leichen in Massengräbern beerdigt. Der rechtspopulistische Präsident Jair Bolsonaro, der durch ein Verfahren wegen politischer Einflussnahme auf die Bundespolizei geschwächt ist, drängt dennoch auf eine rasche Rückkehr zur Normalität.

mfh/hba/AFP/dpa/Reuters