News-Update zur Coronakrise Die wichtigsten Entwicklungen zum Coronavirus am Sonntag

In Frankreich können Einschränkungen des öffentlichen Lebens nun ohne Zustimmung des Parlaments durchgesetzt werden. Österreich verzeichnet einen geringeren Anstieg bei Neuinfektionen. Das News-Update zur Coronakrise.
In Frankreich gilt ab nun zwei Monate der "gesundheitliche Notstand"

In Frankreich gilt ab nun zwei Monate der "gesundheitliche Notstand"

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BENOIT TESSIER/ REUTERS

Tempelberg in Jerusalem geschlossen

23.50: Aus Angst vor einer Ausbreitung des Coronavirus ist der Tempelberg in Jerusalem am Sonntag bis auf Weiteres geschlossen worden. Das teilten die zuständigen Religionsbehörden mit. Die Muslime wurden in einer am Abend verbreiteten Mitteilung um Verständnis für diese Entscheidung gebeten. Sie sollten zunächst zu Hause beten.

Zuvor war bereits die Al-Aksa-Moschee in Jerusalems Altstadt, die drittheiligste Stätte des Islams, geschlossen worden. Man habe als Vorsichtsmaßnahme auch den Felsendom gesperrt, hieß es.

Trump ordnet Entsendung von Notlazaretten an

23.42: US-Präsident Donald Trump hat die Entsendung von Notlazaretten in die besonders vom Coronavirus betroffenen Bundesstaaten New York , Washington und Kalifornien angeordnet. Die Katastrophenschutzbehörde FEMA und die Streitkräfte würden binnen der nächsten 48 Stunden mit der Auslieferung der Lazarette beginnen, sagte Trump am Sonntag im Weißen Haus. Damit sollten in New York zunächst rund 1000 zusätzliche Krankenhausbetten verfügbar sein, 2000 in Kalifornien und 1000 in Washington.

Das Lazarettschiff "Mercy" des US-Militärs mit nochmals 1000 Betten soll etwa in einer Woche in Los Angeles in Dienst genommen werden, um die örtlichen Krankenhäuser zu entlasten, erklärte Trump. Zudem habe er für die betroffenen Staaten den Einsatz der Nationalgarde freigegeben und einen außerordentlichen Notstand verhängt, sagte Trump. Aufgrund des Notstands kann die Bundesregierung den Staaten mehr Unterstützung zukommen lassen und die Kosten dafür tragen.

Erster Coronavirus-Toter in Tschechien

23.33: Das Coronavirus hat ein erstes Opfer in Tschechien gefordert. Ein 95 Jahre alter Patient sei am Sonntagabend gestorben, teilte das behandelnde Krankenhaus in Prag mit. Bei ihm sei vor vier Tagen die Lungenkrankheit Covid-19 festgestellt worden. Der Mann habe zudem an chronischen Gesundheitsproblemen im Zusammenhang mit seinem hohen Alter gelitten.

In Tschechien gab es bis Sonntagabend 1120 bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus. Davon werden 19 Menschen auf den Intensivstationen der Krankenhäuser behandelt. Die Regierung hat den Notstand ausgerufen und die Bewegungsfreiheit der Leute eingeschränkt. Es gilt ein weitgehendes Ein- und Ausreiseverbot.

Alle Artikel zum Coronavirus

Am 31. Dezember 2019 wandte sich China erstmals an die Weltgesundheitsorganisation (WHO). In der Millionenstadt Wuhan häuften sich Fälle einer rätselhaften Lungenentzündung. Mittlerweile sind mehr als 180 Millionen Menschen weltweit nachweislich erkrankt, die Situation ändert sich von Tag zu Tag. Auf dieser Seite finden Sie einen Überblick über alle SPIEGEL-Artikel zum Thema.

US-Konzern baut Produktion von Atemschutzmasken massiv aus

23.29: Der US-Mischkonzern 3M will seine Produktion hochwertiger Atemschutzmasken vom Typ N95 innerhalb eines Jahres auf eine Stückzahl von zwei Milliarden verdoppeln. Seit dem Beginn der Coronavirus-Pandemie sei die Produktion bereits auf 1,1 Milliarden Masken pro Jahr ausgeweitet worden, erklärte der Vorstandsvorsitzende Mike Roman am Sonntag. Zudem würden in Zusammenarbeit mit der Regierung Kooperationen geprüft, die Produktion mit Hilfe anderer Firmen noch weiter anzukurbeln. Mehr als 500.000 Atemschutzmasken seien jetzt auf dem Weg in die am schwersten betroffenen Gebiete in den USA, in die Bundesstaaten New York und Washington, erklärte er.

Labor in Baden-Württemberg wertet Coronavirus-Proben nicht aus

22.04: Etwa 2000 Proben auf eine Infektion mit dem Coronavirus sind in einem Labor in Baden-Württemberg liegengeblieben und müssen nun voraussichtlich zum Großteil wiederholt werden. Der privaten Einrichtung hätten für den Test notwendige Chemikalien gefehlt, daher seien die Proben nicht analysiert worden und seien nun zum Teil nicht mehr verwertbar, teilten das baden-württembergische Gesundheitsministerium und mehrere Landkreise am Sonntagabend mit. Sie waren zuvor selbst von dem Labor informiert worden. Etwa die Hälfte der Proben stamme allein aus dem Kreis Tübingen, der Rest aus den Landkreisen Biberach, Ravensburg und dem Bodenseekreis.

Wer zwischen dem 14. und dem 18. März in den genannten Landkreisen eine Probe abgegeben und noch kein Ergebnis bekommen hat und zudem jetzt noch grippeähnliche Symptome zeige und Fieber habe, soll sich nun bei seinem jeweiligen Gesundheitsamt melden, um einen weiteren Test zu veranlassen. Wer keine Symptome mehr habe, könne mit großer Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, nicht infiziert zu sein, hieß es weiter. Wer davon in den kommenden Tagen aber noch Symptome zeige, solle sich ebenfalls beim Gesundheitsamt melden. Parallel werde nun geprüft, ob zumindest ein Teil der liegengebliebenen Proben noch verwendet werden kann.

Facebook und Instagram verringern Bildqualität in Europa

21.35: Um das Internet zu entlasten, werden nun auch Facebook und Instagram die Bildqualität von Videos in Europa verringern. Das teilte ein Sprecher der beiden Online-Netzwerke am Sonntag mit. Zuvor hatten bereits der Streaming-Anbieter Netflix und das Video-Portal YouTube ähnliche Maßnahmen angekündigt.

Die US-Internetgiganten reagierten damit auf eine entsprechende Bitte von EU-Industriekommissar Thierry Breton. Dieser hatte die Anbieter am Mittwoch aufgefordert, zu einer Entlastung des Internets beizutragen. Internetprovider und Internetknotenbetreiber wie DE-CIX in Frankfurt am Main berichten derzeit von erhöhtem Datenverkehr , weil viele Menschen während der Coronakrise von zu Hause aus arbeiten und dabei unter anderem Videokonferenzen abhalten, mehr Videos schauen als sonst oder mehr Online-Games spielen.

Weitere US-Bundesstaaten verkünden Ausgangssperren 

21.16: Um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen, haben nun auch die US-Bundesstaaten Ohio und Louisiana eine weitgehende Ausgangssperre angeordnet. Damit sind nun rund 100 Millionen Amerikaner von Ausgangsbeschränkungen verschiedener Bundesstaaten betroffen. Zuvor hatten bereits die Bundesstaaten Kalifornien, New York, New Jersey, Connecticut und Illinois weitgehende Ausgangsbeschränkungen angeordnet. Eine landesweite Beschränkung lehnt US-Präsident Donald Trumps Regierung bislang ab. Die Zahl der Infektionen in den USA stieg am Sonntag auf rund 30.000.

Indes wurde der erste US-Senator positiv auf das Coronavirus getestet: Der republikanische Politiker Rand Paul aus Kentucky ist an Covid-19 erkrankt. In einem Tweet sagte er, dass er sich gut fühle und in Quarantäne sei. Damit sind drei Mitglieder des Kongresses positiv auf das Virus getestet worden, neben Paul auch der Republikaner Mario Diaz-Balart sowie der Demokrat Ben McAdams. Zudem sind mindestens 22 weitere Mitglieder des Kongresses in Quarantäne.

Frankreich verabschiedet Gesetz zum "gesundheitlichen Notstand"

20.38: In Frankreich hat am Sonntag das Parlament in einer Notbesetzung ein Gesetz zum "gesundheitlichen Notstand" verabschiedet. Vier Stunden dauerte die Debatte dazu, bevor eine paritätisch besetze Kommission von sieben Abgeordneten und sieben Senatoren über den Text abstimmte.

Der Gesetzestext schafft die rechtlichen Voraussetzungen für die schon ergriffenen wie für zukünftige Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus. Der Notstand gilt ab heute für zwei Monate und erlaubt Premierminister Edouard Philippe zahlreiche Einschränkungen des öffentlichen Lebens per Dekret, also per Verordnung und ohne Zustimmung des Parlaments durchzusetzen. Außerdem wird die Regierung bevollmächtigt, eine Reihe von Maßnahmen zur Unterstützung der Wirtschaft in diesen Krisenzeiten zu beschließen und die zweite Runde der französischen Kommunalwahlen zu verschieben.

Die Zahl der Infizierten wie der Toten stieg in Frankreich am Wochenende weiterhin an. Wie das Gesundheitsministerium am Sonntag mitteilte, wurden insgesamt 16.018 Ansteckungen registriert, 674 Menschen sind bisher in Frankreich am Coronavirus gestorben, darunter auch erstmals ein Krankenhausarzt. Am Samstag lag die Zahl der Infizierten noch bei 14.459, die der Toten bei 562. Frankreich hatte am Dienstagnachmittag eine Ausgangssperre verhängt.

Großbritannien meldet 5683 Corona-Fälle

19.01: Innerhalb von 24 Stunden hat sich die Zahl der Menschen, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben, in Großbritannien von 5018 auf 5683 erhöht. Die Zahl der Toten sei von 233 auf 281 gestiegen, teilt die Regierung mit. Der britische Premier Boris Johnson übte scharfe Kritik an Landsleuten, die im Kampf gegen das Coronavirus die Anweisungen der Regierung ignorieren. "Sie müssen zwei Meter Abstand voneinander halten", mahnte er. Andernfalls müssten härtere Maßnahmen ergriffen werden.

Die britische Regierung hatte zuvor nicht ausgeschlossen, dass Sperrzonen errichtet werden könnten. Seit Freitag sind die Schulen im Land geschlossen, seit Samstag auch Restaurants, Sportzentren und etliche andere Einrichtungen. Das öffentliche Leben soll weitgehend heruntergefahren werden. Bei schönem Wetter waren am Sonntag etliche Menschen in den Londoner Parks spazieren gegangen. Menschenmassen hielten sich auch im Snowdonia-Gebirge in Wales, an den Stränden Cornwalls im Südwesten Englands und in den Schottischen Highlands auf. 

Österreich verzeichnet geringeren Anstieg bei Neuinfektionen

19.00: Die Zahl der bestätigten Neuinfektionen sei zwischen Samstag und Sonntag nur noch um 15 Prozent auf insgesamt 3244 Infektionen gestiegen, teilte Österreichs Gesundheitsminister Rudolf Anschober am Sonntag mit. Vor Beginn der weitreichenden Ausgangsbeschränkungen hatten die Behörden in der Spitze einen Anstieg um 40 Prozent an einem Tag verzeichnet.

"Die gesetzten Maßnahmen beginnen also zu wirken", sagte Anschober. Die Zuwächse seien aber noch immer viel zu hoch. "Wir sind auf dem richtigen Weg. Ich warne aber eindringlich, wir dürfen nicht nachlassen. Alle müssen die gesetzten Maßnahmen mit aller Konsequenz mittragen, um die Kurve weiter abzuflachen." Ziel sei es, bis Ostern in den einstelligen Bereich zu kommen.

Wegen der Coronakrise soll Österreich bis zum Ostermontag in Minimalbetrieb laufen: Im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie sind bis zum 13. April alle Geschäfte geschlossen bis auf Lebensmittelgeschäfte, Drogerien und Apotheken

Nordrhein-Westfalen verbietet Besuche in Pflegeheimen

18.56: Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus hat die nordrhein-westfälische Regierung Besuche in stationären Pflegeheimen jetzt grundsätzlich untersagt. Besuche seien nur erlaubt, wenn sie der medizinischen oder pflegerischen Versorgung dienten oder aus Rechtsgründen erforderlich seien, teilte die Staatskanzlei mit. Die Einrichtungsleitungen sollen Ausnahmen unter Schutzmaßnahmen nur zulassen, wenn es medizinisch oder ethisch-sozial geboten sei. Das gelte etwa auf Geburts- und Kinderstationen sowie bei Palliativpatienten.

Italien meldet 651 Tote an einem Tag - weniger als am Vortag

18.11 Uhr: In Italien ist die Zahl der Menschen, die an Covid-19 erkrankt und gestorben sind, auf 5476 gestiegen. Am Sonntag meldete das Land 651 weitere Todesfälle. Damit fiel der Anstieg nicht ganz so rasant wie am Tag zuvor aus. Am Samstag hatte der Zivilschutz die bisher größte Zahl von 793 Toten an nur einem Tag vermeldet. Zivilschutzchef Angelo Borrelli warnte vor voreiligen Schlüssen. "Wir dürfen in der Wachsamkeit nicht nachlassen."

Bis Sonntag erfassten die italienischen Behörden insgesamt 59.138 mit dem Coronavirus infizierte Menschen. Das sind rund 5500 mehr als am Samstag. Die Steigerung war auch hier geringer als am Vortag. Nach Angaben des Zivilschutzes ist die Todesursache bei den Infizierten nicht abschließend geklärt, also ob die Menschen an Covid-19 gestorben sind oder an anderen bereits bestehenden Krankheiten.

Italien hatte am Wochenende neue Maßnahmen verhängt, um die Ansteckung mit dem Coronavirus zu verringen. So müssen im ganzen Land alle Betriebe schließen, die keine lebensnotwendigen Güter oder Dienstleistungen garantieren. Zudem gilt ein absolutes Verbot, sich aus seiner Kommune wegzubewegen - es sei denn, dies ist wegen der Arbeit oder aus gesundheitlichen Gründen unbedingt notwendig.

Diebe stehlen Schutzmasken aus Uniklinik in Hannover

18.06 Uhr: Unbekannte haben aus der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) am Sonntag nach Angaben des Wissenschaftsministeriums in Niedersachsen große Mengen an Schutzmasken und Desinfektionsmitteln entwendet. Die Klinik habe daraufhin ihre Sicherheitsvorkehrungen erhöht und den Diebstahl zur Anzeige gebracht. Konkret handelt es sich den Angaben zufolge um 40 Liter Flächendesinfektionsmittel, 100 Masken der Schutzklasse FFP2, 500 Mund-Nasenschutz-Masken sowie 150 Schutzbrillen.

Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler sagte dazu, Ärztinnen und Ärzte sowie Pflegekräfte arbeiteten Tag für Tag Seite an Seite daran, Menschenleben zu retten. Der CDU-Politiker empörte sich: "Dieser feige Diebstahl gefährdet die Menschen, die ihre eigene Gesundheit für unser aller Gesundheit jeden Tag aufs Neue aufs Spiel setzen. Und er gefährdet die Gesundheit der Patientinnen und Patienten."

Gefängnisaufstand wegen Coronakrise in Kolumbien - knapp zwei Dutzend Tote

17.27: In Kolumbien sind 23 Häftlinge bei einem Gefängnisaufstand in der Hauptstadt Bogota getötet worden. Mehr als 80 Insassen wurden verletzt, wie die Behörden mitteilten. Zu den gewaltsamen Auseinandersetzungen kam es den Angaben zufolge, als Häftlinge massenhaft versuchten, aus der Anstalt La Modelo auszubrechen. Sie hatten über schlechte Bedingungen in der Anstalt geklagt.

Behörden teilten mit, bei dem Aufruhr seien auch sieben Angestellte verletzt worden, zwei von ihnen befänden sich in einem kritischen Zustand. Auch in anderen Gefängnissen des Landes gab es demnach Aufstände. Es sei jedoch kein Gefangener entkommen. Einige Berichten zufolge fürchteten die Insassen, die schlechten Zustände würden dazu beitragen, dass sich das neuartige Coronavirus in der Anstalt schneller ausbreite.

Die kolumbianische Regierung wies diese Darstellung jedoch zurück, die Ausbruchsversuche und Aufstände in den Gefängnissen stünden nicht im Zusammenhang mit Mängeln bei der dortigen medizinischen Versorgung angesichts der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus. Es gebe "kein Gesundheitsproblem, das der Ursprung dieses Plans und dieser Aufstände sei", versicherte Justizministerin Margarita Cabello. Bislang gebe es keine einzige Infektion bei Häftlingen oder Gefängniswärtern.

Angehörige der Häftlinge versammelten sich am Sonntag vor dem Gefängnis und forderten Informationen. Auf Videos von Häftlingen, die ins Internet gelangt sind, ist zu sehen, wie es in Gefängnissen brennt. Insassen sind außerhalb ihrer Zellen zu sehen und klagen über schlechte Zustände. In Kolumbien gibt es Behörden zufolge bisher 231 bestätigte Corona-Fälle. Am Samstag hatte das Land seinen ersten Todesfall durch die vom neuartigen Coronavirus ausgelöste Lungenkrankheit Covid-19 gemeldet. 

Griechenland verhängt Ausgangssperre

17.20 Uhr: Nach Italien, Frankreich und Spanien hat mit Griechenland das vierte europäische Land eine Ausgangssperre verhängt. Die Maßnahme trete am Montagmorgen in Kraft, teilte Premierminister Kyriakos Mitsotakis in einer Fernsehansprache mit. "Es ist vielleicht der Schritt, der schnell und nicht vergeblich gegangen werden muss", sagte Mitsotakis. "Wir müssen das Gemeinwohl, unsere Gesundheit schützen."

Am Sonntag war die Zahl der bestätigten Fälle in Griechenland auf 624 gestiegen, das sind 94 mehr als noch am Vortag.

ICE wegen Coronavirus-Verdacht in Hessen gestoppt

16.35 Uhr: Ein ICE der Deutschen Bahn hat seine Fahrt in Hessen außerplanmäßig unterbrechen müssen, weil ein Reisender an Bord des Zuges möglicherweise mit dem Coronavirus infiziert ist. Ein Sprecher der Bundespolizei sagte, dass ein französischer Staatsbürger in einem Sechser-Abteil zu verstehen gegeben habe, dass er mit dem Virus infiziert sei.

Der Mann trug Handschuhe und Mundschutz und habe eine Bescheinigung aus Hamburg über einen Test auf das Coronavirus und die Empfehlung häuslicher Quarantäne mit sich geführt. In dem Zugabteil befanden sich keine weiteren Reisenden. Sprachprobleme erschwerten die Verständigung. Die örtlichen Gesundheitsbehörden seien nun zuständig für Entscheidungen über das weitere Vorgehen, sagte der Sprecher. Der Zug, der im hessischen Gelnhausen gestoppt wurde, sei ersten Informationen zufolge "mittelmäßig" voll und mit etwa 100 bis 150 Reisenden besetzt.

Tschechien beschlagnahmt 100.000 für Italien bestimmte Schutzmasken

16.31 Uhr: Die tschechischen Behörden haben mehr als 100.000 Schutzmasken beschlagnahmt, die eigentlich für das vom Coronavirus stark betroffene Italien bestimmt waren. Außenminister Tomas Petricek räumte den Fehler ein, es sei nicht mit Absicht geschehen, sagte er der Agentur CTK.

Es wird nach einem Weg gesucht, wie die Masken bereits Anfang kommender Woche doch noch ihr Bestimmungsland erreichen könnten. Die Sendung war als Hilfslieferung der Rotkreuzgesellschaft Chinas an chinesische Landsleute in Italien deklariert. Sie wurde im Zuge einer größeren Razzia gegen Preiswucher in einem Lagerhaus in Lovosice sichergestellt.

In Tschechien gab es bis Sonntagmorgen erst 1047 bestätigte Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus. Die Regierung des EU-Mitgliedstaats hat angeordnet, dass alle Menschen in der Öffentlichkeit eine Mund- und Nasenbedeckung tragen müssen. Schutzmasken und Schutzkleidung sind inzwischen selbst für medizinisches Personal zur Mangelware geworden.

Emirates stellt vorerst alle Passagierflüge ein

16.28 Uhr: Emirates stellt wegen der Ausbreitung des Coronavirus ab kommenden Mittwoch vorerst sämtliche Passagierflüge ein. Die Fluggesellschaft könne den normalen Betrieb für Passagiere erst sicherstellen, wenn "Länder ihre Grenzen wieder öffnen und das Vertrauen ins Reisen zurückkehrt", sagte Emirates-Chef Scheich Ahmed bin Said Al Maktum. Die Passagierflüge würden so bald wie möglich wieder aufgenommen. Die weltweiten Frachtflüge fänden weiterhin statt.

Die staatliche Airline mit Sitz in Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten flog zuletzt 145 Ziele weltweit an. Das Unternehmen beschäftigt etwa 60.000 Mitarbeiter und ist die größte Airline im arabischen Raum. "Die Welt ist angesichts des Covid-19-Ausbruchs buchstäblich in Quarantäne", sagte Scheich Ahmed. Die Krise sei geografisch sowie von gesundheitlichen, sozialen und wirtschaftlichen Aspekten her betrachtet beispiellos. Bis vergangenem Januar sei die Emirates-Gruppe auf gutem Kurs gewesen, die eigenen finanziellen Ziele zu erreichen. "Aber Covid-19 hat all das in den vergangenen sechs Wochen auf plötzliche und schmerzvolle Weise gestoppt."

Mit vorübergehenden Gehaltskürzungen will Emirates vorerst durch die Krise kommen und nach eigener Aussage keine Mitarbeiter entlassen. "Wir wollen es vermeiden, Jobs zu kürzen", sagte er. Die meisten Angestellten sollen demnach drei Monate 25 bis 50 Prozent weniger Grundgehalt bekommen. Zulagen seien nicht betroffen, auch Nachwuchskräfte seien ausgenommen. Emirates-Präsident Tim Clark will drei Monate komplett auf sein Grundgehalt verzichten. Die Mitarbeiter seien angehalten, angesichts der Krise Urlaub zu nehmen.

Für Verwirrung sorgte Dubai, das nach der Ankündigung des Konzerns mitteilte, dass es weiterhin zwölf Passagierverbindungen geben würde, unter anderem in die USA und nach Großbritannien. Emirates wurde von der Regierung der Vereinigten Arabischen Emirate gegründet und ist eine staatliche Fluggesellschaft.

Spanien will Ausgangssperre verlängern

16.15 Uhr: Seit dem vergangenen Sonntag dürfen die Menschen in Spanien ihre Wohnungen und Häuser nur noch in dringenden Fällen verlassen. Nun will die spanische Regierung um Ministerpräsident Pedro Sánchez die Ausgangssperre bis zum 11. April verlängern, das kündigte Sánchez an.

Der Notstand galt zunächst für 15 Tage und wäre demnach am 30. März ausgelaufen, 15 Tage ist die Maximaldauer für einen solchen Alarmzustand. Um ihn noch einmal zu verlängern, muss erst das Parlament dem Vorschlag der Regierung zustimmen.

Spanien ist nach Italien das am schlimmsten von der Coronavirus-Pandemie betroffene Land in Europa. Die Zahl der Infizierten lag am Sonntag bei 28.572, nach Angaben des Gesundheitsministeriums sind das 3646 mehr Fälle als noch am Vortag.

Hanau will Hamsterkäufe unterbinden

15.59 Uhr: Die Stadt Hanau hat sogenannten Hamsterkäufen den Kampf angesagt. Ab Montag dürfen Waren nur noch in haushaltsüblicher Menge an die Kunden abgegeben werden, sagte Oberbürgermeister Claus Kaminsky. "90 Prozent der Menschen sind vernünftig, aber der kleine Teil der Unvernünftigen gefährdet zunehmend die Versorgungslage", sagte er. Hanau orientiere sich dabei am Landkreis Marburg-Biedenkopf, der eine entsprechende Regelung bereits am Samstag auf den Weg gebracht habe.

Kaminsky habe am Wochenende mehrere Rückmeldungen bekommen, dass das Kassenpersonal angefeindet werde, wenn es Hamsterkäufer um Rücksichtnahme bitte. "Das ist unerträglich und muss ein Ende haben", sagte er. "Das führt dann auch dazu, dass jene, die sich tagsüber zum Beispiel um Kranke oder unsere Versorgung kümmern, nach Feierabend kein Klopapier mehr bekommen." Hanau begrenzt auch die Zahl von Menschen, die sich gleichzeitig in einem Geschäft aufhalten dürfen.

Am Samstag hatte ein Supermarkt in Rheinland-Pfalz mit einer ungewöhnlichen Aktion für Aufsehen gesorgt. Ein Rewe-Einzelhändler in Rengsdorf verlangt ab der zweiten Packung Klopapier einen Aufschlag, um Hamsterkäufer abzuschrecken. Während die erste Packung noch zum Normalpreis zu haben ist, fordert er bei der zweiten eine Spende von fünf Euro und ab der dritten Packung sogar zehn Euro. "Es herrscht Krieg um Klopapier. Die Kunden holen sich das gegenseitig aus dem Einkaufswagen", sagte der Händler Michael Glück. Das Geld will er über den Landkreis Neuwied an Helfer spenden.

Alle Artikel zum Coronavirus

Am 31. Dezember 2019 wandte sich China erstmals an die Weltgesundheitsorganisation (WHO). In der Millionenstadt Wuhan häuften sich Fälle einer rätselhaften Lungenentzündung. Mittlerweile sind mehr als 180 Millionen Menschen weltweit nachweislich erkrankt, die Situation ändert sich von Tag zu Tag. Auf dieser Seite finden Sie einen Überblick über alle SPIEGEL-Artikel zum Thema.

Infizierte Frau in Brandenburg in Unfall verwickelt

15.38 Uhr: Nach einem Verkehrsunfall einer mit dem Coronavirus infizierten Frau ist es für die Polizei in Brandenburg zu einer kritischen Situation gekommen. Die Frau erklärte den Beamten am Samstag nach einem nicht von ihr verursachten Zusammenstoß in Müllrose, dass sie positiv auf Covid-19 getestet worden sei, das teilte die Polizei mit. Die anschließende Unfallaufnahme durch die Beamten sei daher in Vollschutzkleidung erfolgt.

Es habe sich herausgestellt, dass die infizierte Frau widerrechtlich die amtlich verordnete häusliche Quarantäne verlassen habe. Nach einer Information an das Gesundheitsamt sei deswegen Strafanzeige nach dem Infektionsschutzgesetz gegen sie erstattet worden. Ein Verkehrsteilnehmer war in den Gegenverkehr geraten und mit dem Auto der Frau kollidiert. Verletzt wurde niemand.

Erster Arzt in Frankreich an Covid-19 gestorben

15.32 Uhr: In Frankreich ist erstmals ein Arzt nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben. Wie der französische Gesundheitsminister Olivier Véran dem Radiosender RTL sagte, handle es sich seines Wissens nach um den ersten Fall. Nach Informationen des regionalen Fernsehsenders France 3 Hauts-de-France soll es sich bei dem Verstorbenen um einen rund 60-jährigen Notarzt in Compiègne handeln. Die Stadt liegt rund 80 Kilometer im Norden von Paris im Departement Oise, das zu den am stärksten von der Coronakrise betroffenen Gebieten in Frankreich zählt.

Frankreich ist nach Italien und Spanien das am schwersten betroffene Land in Europa. Bis zum Samstag wurden 14.459 Menschen infiziert, 562 sind gestorben. Wegen der kritischen Lage im Osten des Landes haben Baden-Württemberg, das Saarland und Rheinland-Pfalz angekündigt, Beatmungspatienten aus der französischen Region Grand Est zu übernehmen.

Weitgehende Ausgangssperre im Westjordanland

15.24 Uhr: Der palästinensische Ministerpräsident Mohammed Schtaje hat wegen der Ausbreitung des Coronavirus eine weitgehende Ausgangssperre im Westjordanland verkündet. Die Maßnahme sollte am Abend in Kraft treten und zunächst 14 Tage lang gelten, teilte er mit. Ausnahmen seien etwa Lebensmitteleinkäufe und Arztbesuche. Banken und Apotheken sollten auch geöffnet bleiben. Im Westjordanland gibt es nach Angaben des Gesundheitsministeriums bisher 57 bekannte Infektionsfälle mit dem Coronavirus. Todesfälle wurden bisher nicht bekannt.

USA stellt vier Billionen US-Dollar bereit

15.05 Uhr: Das in den USA geplante Coronavirus-Konjunkturpaket kann nach Ansicht von Finanzminister Steven Mnuchin schon am Montag im Parlament verabschiedet werden. "Wir arbeiten rund um die Uhr", sagte Mnuchin am Sonntag im Gespräch mit dem Fernsehsender Fox 5. Es gebe eine grundsätzliche Einigung zwischen Republikanern und Demokraten. Das mindestens eine Billion Dollar (900 Milliarden Euro) schwere Hilfspaket soll noch am Montag im Senat verabschiedet werden, ehe es in das Repräsentantenhaus gelangen soll. Schnelles Handeln sei nötig, um einen wirtschaftlichen Einbruch zu verhindern. "Wir brauchen das Geld jetzt", sagte Mnuchin.

Als Teil des Konjunkturpakets sollen die meisten Steuerzahler unter anderem einen Scheck über 1200 US-Dollar bekommen, pro Kind soll es zusätzlich noch 500 US-Dollar geben. Allein für solche Direkthilfen sollten nach einer Vorlage des US-Finanzministeriums rund 500 Milliarden Dollar aufgewendet werden. Mit dem Konjunkturpaket soll auch kleinen und mittleren Unternehmen mit Krediten geholfen werden. Darüber hinaus sollten rund 110 Milliarden Dollar in den Gesundheitssektor fließen und angesichts drohender Entlassungen die Arbeitslosenhilfe deutlich verbessert werden. Auch für große Unternehmen wie den Luftfahrtkonzern Boeing soll es Kredite geben.

EU-Kommission genehmigt deutsche Beihilfen

14.55 Uhr: Die EU-Kommission hat zwei Beihilfeprogramme zur Unterstützung der deutschen Wirtschaft in der Viruskrise genehmigt. "Kurz nach der Annahme unseres neuen befristeten Rahmens, haben wir verschiedene von Deutschland angemeldete Maßnahmen genehmigt", wird Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager in einer Mitteilung zitiert. Es geht um zwei Darlehensprogramme der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).

Die Maßnahmen werden es der KfW ermöglichen, den vom Ausbruch des Coronavirus betroffenen Unternehmen Liquidität in Form vergünstigter Darlehen bereitzustellen, erklärte die Kommission. Dies erfolgt in enger Zusammenarbeit mit Geschäftsbanken.

Das eine KfW-Programm soll neuen Plänen zufolge bis zu 90 Prozent des Risikos für Darlehen an Unternehmen jeder Größe abdecken, wobei die Kredite über fünf Jahre laufen können und je nach Liquiditätsbedarf des Unternehmens bis zu einer Milliarde Euro betragen dürfen. Bei dem anderen Programm arbeitet die KfW mit Privatbanken zusammen, um als Konsortium größere Darlehen bereitstellen zu können. Bei dieser Regelung kann das staatlich gedeckte Risiko bis zu 80 Prozent eines Darlehens betragen, jedoch nicht mehr als 50 Prozent des gesamten Fremdkapitals eines Unternehmens.

Eine Sprecherin von Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) sagte am Sonntag in Berlin, dass damit weitere Verbesserungen bei dem Programm für Unternehmen vorgenommen werden könnten. Vor allem sei es nun möglich, die für kleine und mittlere Unternehmen nun so wichtigen Betriebsmittel mit einer Haftungsfreistellung von 90 Prozent statt wie bisher 80 Prozent zu gewährleisten.

Papst Franziskus kündigt Sondersegen an

14.44 Uhr: Eigentlich wird der Sondersegen des Papstes nur an Ostern und Weihnachten und nach einer Papstwahl gesprochen. Papst Franziskus kündigte nun an, als große Ausnahme den "Urbi et Orbi" zu erteilen. Am kommenden Mittwoch um 12 Uhr sollten alle gemeinsam das Vaterunser sprechen, sagte er beim Angelus-Gebet in Rom. Kommenden Freitag werde er um 18 Uhr auf dem leeren Petersplatz den Sondersegen und die damit verbundene Generalabsolution erteilen.

"Während die Menschheit vor der Bedrohung durch die Pandemie zittert, möchte ich allen Christen vorschlagen, gemeinsam ihre Stimme zum Himmel zu erheben", sagte Franziskus. Alle Oberhäupter der Kirchen sowie alle Christen der verschiedenen Konfessionen sollten sich an dem Gebet beteiligen. Es ist das erste Mal, dass Franziskus den "Urbi et Orbi" mit einem speziellen Gebet verbindet. Das Ganze wird vor einem leeren Petersplatz stattfinden, da dieser wegen der Pandemie gesperrt ist.

Amazon schränkt Auswahl in Italien und Frankreich ein

14.19 Uhr: Der Online-Handel-Konzern Amazon nimmt in Italien und Frankreich keine Bestellungen mehr für einige Artikel an, die nicht für das tägliche Leben wichtig sind. Das hänge auch damit zusammen, dass die Mitarbeiter in den Verteilzentren wegen der Coronavirus-Krise mehr Abstand voneinander hielten, um die Ansteckungsgefahr zu verringern, erklärte ein Sprecher des Online-Händlers. "Wir müssen unsere vorhandene Kapazität auf Artikel von höchster Priorität fokussieren."

Deswegen könnten auf den französischen und italienischen Websites von Amazon vorläufig "einige Artikel mit geringerer Priorität" nicht mehr bestellt werden. Bei Händlern, die ihre Waren über die Amazon-Plattform verkaufen, aber den Versand in Eigenregie übernehmen, gelte die Einschränkung nicht. Ob ähnliche Maßnahmen auch für Deutschland geplant sind, ist nicht bekannt.

Amazon hatte bereits vor einigen Tagen angekündigt, in seinen Logistikzentren die Bestände von medizinischen Artikeln und Waren des täglichen Bedarfs mit Vorrang aufzustocken, während Lieferungen anderer Produktkategorien länger vor den Toren warten könnten.

Amtsrichter fordern Gesetzesänderung

13.57 Uhr: Der Verband der Amtsrichter in Deutschland fordert in der Coronakrise eine Gesetzesänderung bei Einweisungen in geschlossene Psychiatrien oder Fixierungen ans Bett. Bei solchen Entscheidungen sehen die Regelungen bisher zwingend einen persönlichen Kontakt der Juristen vor. Das entspreche aber gerade nicht den Forderungen der Experten zur Verlangsamung der Infektionen mit dem Coronavirus, wie der Verband mitteilte.

Kurzfristig sollte daher ein Gespräch über das Telefon oder per Internetvideo ermöglicht werden, fordert der Verband. Im Einzelfall könne der Richter dann entscheiden, ob zusätzlich ein persönliches Gespräch nötig sei. Bereits jetzt würden Anhörungen vereinzelt durch eine Fensterscheibe getrennt geführt, um die Beteiligten zu schützen, sagte ein Sprecher.

Gema entlastet geschlossene Betriebe

13.20 Uhr: Wegen der Coronakrise geschlossene Betriebe, müssen bis auf Weiteres keine Gema-Gebühren für Musik bezahlen. "Kein Lizenznehmer soll für den Zeitraum der Schließung mit Gema-Gebühren belastet werden", teilte die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte mit . Das gelte rückwirkend ab dem 16. März.

Die drastischen Einschränkungen des öffentlichen Lebens seien für die Gesellschaft notwendig und sinnvoll, heißt es in der Mitteilung. Sowohl für die Lizenznehmer als auch die Urheber seien sie jedoch existenzgefährdend. "In Vertretung unserer rund 78.000 Mitglieder wollen wir gemeinsam alles dafür tun, dass unsere Musikkultur eine Zukunft hat", heißt es.

Auch Saarland will Patienten aus Frankreich aufnehmen

13.14 Uhr: Nach Baden-Württemberg will auch das Saarland schwerstkranke Covid-19-Patienten aus der von der Coronavirus-Pandemie stark betroffenen französischen Nachbarregion Grand Est aufnehmen. Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans habe dies dem französischen Regionalratspräsidenten Jean Rottner in einem Telefonat angeboten, teilt die Staatskanzlei in Saarbrücken mit. Es gehe um Notfallpatienten, die dringend auf Beatmung angewiesen seien. "Wir gewinnen den Kampf gegen das Virus nur gemeinsam", erklärt Hans.

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Am Samstag hatte bereits das baden-württembergische Wissenschaftsministerium mitgeteilt, dass Universitätskliniken in dem Bundesland französische Coronavirus-Patienten aufnehmen, die dringend auf Beatmung angewiesen sind. Ministerpräsident Winfried Kretschmann habe den grenznahen französischen Krankenhäusern Hilfe zugesagt. Die vier Unikliniken in Freiburg, Heidelberg, Mannheim und Ulm hätten sich dazu bereit erklärt, schnell und unbürokratisch zu handeln und sofort neun Patienten aufzunehmen.

Uniklinik nimmt Pflegeheim in Würzburg in Schutz

12.38 Uhr: Das Universitätsklinikum Würzburg hat ein Pflegeheim in Schutz genommen, in dem neun Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben sind. "Die Infektionswelle hat die Altenpflegeeinrichtung getroffen, als Covid-19 in Deutschland noch eine Rarität war", heißt es in einer Mitteilung. Alle hygienisch notwendigen Maßnahmen würden ergriffen, "aber natürlich ist der Kampf der Ärzte und des Pflegepersonals gegen die Krankheit in einem Pflegeheim noch weitaus schwieriger als in den rund um die Uhr mit ärztlichem und pflegerischem Fachpersonal für Infektionskrankheiten ausgestatteten Kliniken".

Auf der Infektionsstation der Uniklinik werden demnach derzeit fünf Patienten aus dem Heim behandelt. Zehn weitere Bewohner des Heims seien positiv getestet und bedürften umsichtiger Pflege. "Wir stehen bereit, wenn eine stationäre Behandlung notwendig wird, aber Hut ab vor dem Team des Pflegeheims, das solche Leistungen erbringt, stets selbst auch bedroht von der Infektion, die aber bei Jüngeren meist nicht so schwer verläuft", sagte der Ärztliche Direktor des Universitätsklinikums Würzburg, Georg Ertl.

Zahl der Todesfälle in Spanien steigt weiter

12.23 Uhr: In Spanien sind innerhalb von 24 Stunden fast 400 weitere Menschen an der durch das Coronavirus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Es seien 394 neue Todesfälle registriert worden, teilte die Regierung in Madrid mit. Insgesamt liegt die Zahl der Todesfälle damit bei 1720, die Zahl der Infizierten liegt bei 28.500.

Zuvor hatten spanische Medien übereinstimmend berichtet, dass die Regierung um Ministerpräsident Pedro Sánchez den landesweiten Notstand um zwei Wochen bis zum 12. April verlängern wolle. Eine Verlängerung des sogenannten Alarmzustands, der dritthöchsten Notstandsstufe, muss jedoch vom Parlament gebilligt werden. Der derzeit geltende Notstand war am vergangenen Sonntag in Kraft getreten und umfasst unter anderem eine 15-tägige Ausgangssperre. Bei Zuwiderhandeln drohen Geldbußen oder sogar Haftstrafen. Nach Italien ist Spanien das von der Krise am schwersten betroffene Land Europas.

Lebensmittelversorgung in Deutschland nicht gefährdet

12.16 Uhr: Trotz Hamsterkäufen wegen der Coronakrise ist die Lebensmittelversorgung in Deutschland nicht gefährdet, das sagte der Präsident des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, Christoph Unger, dem "Tagesspiegel" . Unger riet in der Zeitung von Hamsterkäufen ab: "Vorratshaltung ist gut, Hamstern ist unsinnig". Auch wenn es natürlich mal vorkommen könne, dass es keine Backhefe oder kein Mehl gebe. Die Wasser- und die Stromversorgung seien ebenfalls nicht gefährdet, sagte er.

Demnach gebe es auch "keine Planung, die staatlichen Nahrungsmittelreserven in irgendeiner Form anzutasten", sagte Unger. Die staatlichen Reserven für den Notfall dienen der Versorgung der Bevölkerung im Krisenfall. Die Industrie hat in der Regel keine großen Vorräte, zudem könnten landwirtschaftliche Produkte nicht aus dem Stand heraus produziert werden, heißt es auf der Website des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft , das für die Reserve zuständig ist.

Die Reserven sind in die zivile Notfallreserve und die Bundesreserve Getreide unterteilt. Die zivile Notfallreserve besteht aus Reis, Hülsenfrüchten und Kondensmilch, sie soll Menschen vor allem in Ballungsräumen mit einer täglichen Mahlzeit versorgen können. Die Bundesreserve Getreide besteht aus Brotgetreide und Hafer, dadurch soll die Mehl- und Brotversorgung aufrechterhalten werden.

Mehr als 50.000 Japaner pilgern zum olympischen Feuer

11.33 Uhr: Trotz der Maßnahmen gegen die Verbreitung des Coronavirus sind in Japan Zehntausende zum olympischen Feuer geströmt. Mehr als 50.000 Menschen versammelten sich am Samstag am Bahnhof Sendai in der Präfektur Miyagi, wo die Flamme in einem goldenen Kessel präsentiert wurde.

Das in Griechenland entzündete olympische Feuer war am Freitag auf der Matsushima Air Base in Miyagi eingetroffen. Wegen der Coronavirus-Pandemie waren dabei nur wenige Dutzend Gäste anwesend. Um nun aber die Flamme sehen zu können, war die Warteschlange japanischen Medienberichten zufolge teilweise 500 Meter lang. Einige Besucher warteten stundenlang. Am Donnerstag startet der mehrmonatige Fackellauf durch Japan.

Die Zustände in Sendai lösten bei den Organisatoren offenbar Sorgen aus. Da mehr Menschen als erwartet kamen, wird laut lokalen Medienberichten über einen Stopp der Präsentation nachgedacht. Hier finden sie die aktuellen Entwicklungen im Sport.

Wahlen in Bolivien auf unbestimmte Zeit verschoben

11.19 Uhr: Wegen der Coronavirus-Pandemie ist die für den 3. Mai geplante Präsidentschaftswahl in Bolivien auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Das Oberste Wahlgericht teilte mit, dass zur Festlegung eines neuen Wahltermins ein "breiter und pluralistischer Dialog mit allen politischen Organisationen" geführt werden soll. Bei dem Urnengang sollen der Präsident, der Vizepräsident sowie 36 Senatoren und 120 Abgeordnete gewählt werden.

Kurz zuvor hatte die bolivianische Übergangsregierung beschlossen, ab Sonntag eine landesweite Ausgangssperre zu verhängen. In Bolivien wurden bislang 19 Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus registriert.

Die Wahl sollte die Staatskrise in Bolivien beenden. Im November war der langjährige Staatschef Evo Morales nach Manipulationsvorwürfen und wochenlangen Protesten gegen seine Wiederwahl zurückgetreten und aus dem Land geflohen. In seinem Heimatland laufen Ermittlungsverfahren gegen ihn wegen der Vorwürfe des Wahlbetrugs, der "Aufwiegelung" und des "Terrorismus". Im vergangenen Oktober war er bei der umstrittenen Präsidentschaftswahl zum Sieger erklärt worden.

Russland schickt Italien Hilfe

10.55 Uhr: Wegen der dramatischen Lage in der Coronavirus-Pandemie sendet Russland medizinische und personelle Hilfe nach Italien. Auf dem Militärflughafen Tschkalowski in der Nähe von Moskau standen am Sonntag neun Flugzeuge vom Typ Iljuschin Il-76 für den Abflug nach Italien bereit, das teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Insgesamt sollten acht Brigaden mit entsprechender medizinischer Ausrüstung nach Italien verlegt werden.

Kremlchef Wladimir Putin hatte dem italienischen Ministerpräsidenten Giuseppe Conte die Hilfe versprochen. Auf Bitten Italiens sollen unter anderem Schutzausrüstungen, mobile Versorgungsstationen und Mittel für die großflächige Desinfektion von Verkehrsmitteln und Gebieten helfen.

Russland hat nach offiziellen Angaben vergleichsweise wenige Coronavirus-Fälle, am Samstagabend waren es landesweit rund 300. Das Land hatte sich auch wegen seiner langen Grenze zu China nach dem dortigen Ausbruch vergleichsweise früh abgeschottet. Am Rand der russischen Hauptstadt Moskau entsteht gerade im Eiltempo ein neues Krankenhaus für die Behandlung von Corona-Patienten. In dem künftigen Zentrum für Infektionskrankheiten sollen demnach bis zu 500 Menschen behandelt werden können.

Indien verhängt zeitlich begrenzte Ausgangssperre

10.11 Uhr: Indiens Premierminister Narendra Modi hat wegen der Coronavirus-Pandemie eine landesweite, auf 14 Stunden begrenzte Ausgangssperre ausgerufen. Damit müssen allein in Indien mehr als eine Milliarde Menschen zu Hause bleiben. Die Ausgangssperre gelte am Sonntag von 7 bis 21 Uhr, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen, hieß es. Zudem sollte die Zeit genutzt werden, um Indiens Kapazitäten im Kampf gegen die Pandemie besser einzuschätzen.

"Lasst uns alle Teil dieser Ausgangssperre werden, die zusätzliche gewaltige Kraft im Kampf gegen die Covid-19-Bedrohung verleihen wird", twitterte Modi kurz vor Beginn der Ausgangssperre. "Die Schritte, die wir jetzt ergreifen, werden uns in Zukunft helfen. Bleiben sie drinnen und gesund." In Indien sind aktuell 315 Menschen an dem Virus erkrankt, vier Personen sind bisher daran gestorben.

Indien ist wie Deutschland ein föderaler Staat, die Entscheidungsgewalt in den Bundesstaaten haben die jeweiligen Regierungen. So wurde im westindischen Gujarat ein kompletter Shutdown bis zum 25. März verkündet, in Rajasthan sogar bis zum 31. März. Beobachter gehen davon aus, dass der begrenzten landesweiten Ausgangssperre längere verpflichtende Ausgangsbeschränkungen nachfolgen werden.

China meldet steigende Zahl von Coronavirus-Fällen bei Einreisenden

10.02 Uhr: Die Gesundheitsbehörden in China haben einen erneuten Anstieg von Coronavirus-Fällen bei Einreisenden registriert. Nach 41 neuen Fällen am Samstag gab es am Sonntag 46 neue Fälle, bei denen es sich ausschließlich um Menschen handele, die jüngst aus dem Ausland zurückgekehrt sind, hieß es. In diesem Zusammenhang standen sechs Todesfälle, wie die Gesundheitskommission in Peking mitteilte. Im Inland sei es nach offizieller Darstellung dagegen nur zu einer Neuinfektion gekommen.

In der gesamten Volksrepublik sind nach Angaben der Behörden 3261 Menschen an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Peking hat inzwischen Maßnahmen in Gang gesetzt, um eine sogenannte zweite Welle von Infektionen zu verhindern. Unter anderem verhängte die Regierung eine Quarantäne für alle, die aus dem Ausland in die Hauptstadt einreisen wollten. Einige Flüge nach Peking wurden umgeleitet.

Raumfahrer vor Flug zur ISS in kompletter Isolation

9.44 Uhr: Die Coronavirus-Pandemie soll auf keinen Fall den nächsten Flug zur Internationalen Raumstation ISS gefährden. Die drei Raumfahrer Anatoli Iwanischin, Iwan Wagner und Christopher Cassidy sollen am 9. April zur ISS aufbrechen und seien deshalb in komplette Isolation gekommen, meldet die Agentur Interfax unter Berufung auf das Zentrum für die Vorbereitung der Kosmonauten in der Nähe von Moskau. Verzichten müssen sie demnach auch auf Rituale wie den Besuch der Kreml-Mauern in Moskau und des Hauses des sowjetischen Raketenkonstrukteurs und Weltraumpioniers Sergej Koroljow.

Alles werde der Gesundheit der drei Raumfahrer untergeordnet, hieß es. Die Gesundheit der Experten, die auf dem Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan die 63. ISS-Expedition vorbereiten, werde täglich gecheckt, hieß es. Im Februar hatte die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos überraschend die beiden Kosmonauten Nikolai Tichonow und Andrej Babkin aus gesundheitlichen Gründen durch Iwanischin und Wagner ersetzt.

Der Flug zur ISS am 9. April soll innerhalb von nur viereinhalb Stunden erfolgen, die meisten Flüge sind deutlich länger. Geplant ist, dass die neue Besatzung 196 Tage auf dem Außenposten der Menschheit in rund 400 Kilometer Höhe bleibt. Die im Moment auf der ISS lebende 62. Mission mit den US-Raumfahrern Andrew Morgan, Jessica Meir und dem Kosmonauten Oleg Skripotschka soll am 17. April wieder zur Erde zurückkehren.

Spanischer Ministerpräsident lobt Verhalten der Bürger

9.22 Uhr: Eine Woche nach Inkrafttreten eines Notstands und einer 15-tägigen Ausgangssperre hat Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez das Verhalten der Bürger in der Coronavirus-Pandemie gelobt. "Diese Krise bringt das Beste in uns zum Vorschein", sagte er in einer Rede an die Nation. "Die Einheit ist unsere beste Waffe. Nur vereint werden wir das Virus besiegen."

Sánchez betonte, die Befolgung der Anordnungen durch die Spanier und auch die Solidarität der Bürger seien bisher "vorbildlich" und "ergreifend" gewesen. Er warnte aber auch, dass die Zahl der Infektionen und Todesfälle zunächst weiter ansteigen würde, das Schlimmste werde erst noch kommen. "Wir befinden uns in einem sehr schwierigen Moment und haben sehr schwere Tage vor uns." Es sei nicht die Angst, die Bürger in ihren Häusern und Wohnungen halte, sagte der Ministerpräsident: "Es ist der Mut."

Nach Italien ist Spanien das von der Krise am schwersten betroffene Land Europas. Bis Samstag meldete das Gesundheitsministerium fast 25.000 Infizierte, das sind 5000 mehr als noch am Freitag. Die Zahl der Toten kletterte auf mehr als 1300 nach etwa 1000 am Vortag. Besonders heftig betroffen ist weiter die Region Madrid, wo fast 9000 Fälle und 800 Todesopfer bestätigt sind.

Erste Corona-Infektionen im Gazastreifen

8.50 Uhr: Im Gazastreifen sind die ersten beiden Fälle von Corona-Infektionen aufgetreten. Wie das Gesundheitsministerium bekannt gab, waren die beiden Personen aus Pakistan über Ägypten in den Gazastreifen eingereist und bei ihrer Einreise positiv auf das Virus getestet worden. Nach Angaben des Ministeriums befinden Sie sich seitdem in Rafah in Quarantäne.

Bereits seit zwei Wochen sind in Gaza Schulen und Märkte sowie Veranstaltungsorte geschlossen, um eine Ausbreitung des Virus zu verhindern. Der Gazastreifen ist dicht besiedelt, die Enklave ist arm und Arbeitslosigkeit weitverbreitet. Eine Ausbreitung des Coronavirus könnte dort verheerende Folgen haben.

Rund zwei Millionen Palästinenser leben unter sehr schlechten Bedingungen in dem Küstenstreifen am Mittelmeer. Die dort herrschende islamistische Hamas wird von Israel, den USA und der EU als Terrororganisation eingestuft. Israel hatte 2007 eine Blockade des Gazastreifens verschärft, die inzwischen von Ägypten mitgetragen wird. Beide Länder begründen die Maßnahme mit Sicherheitserwägungen. Im Westjordanland gibt es bisher 53 bekannte Infektionsfälle mit dem Coronavirus.

Wirtschaftsweiser: Deutschland hält den Lockdown nur bis Mai durch

8.10 Uhr: Der Wirtschaftsweise Lars Feld hält eine hohe Neuverschuldung des Bundes in der Coronakrise für gerechtfertigt. "Wenn der Anteil der Schulden am Bruttoinlandsprodukt nun von 60 Prozent auf 80 oder 90 Prozent steigt, ist damit nicht die finanzpolitische Solidität des Landes infrage gestellt", sagte der neu gewählte Vorsitzende des Sachverständigenrats der "Welt am Sonntag". Selbst einen Anstieg der Staatsverschuldung von aktuell zwei auf drei Billionen Euro würde Deutschland verkraften. Es sei absolut richtig, dass die Bundesregierung die im Gesetz von Anfang an eingebaute Klausel für Notsituationen nutze und die Schuldenbremse dafür außer Kraft setze. In der aktuellen Situation komme es auf schnelle und unbürokratische Hilfe an.

Zugleich forderte Feld von der Bundesregierung aber auch eine Exit-Strategie. Die Zeit der harten Eingriffe in das wirtschaftliche Leben müsse begrenzt bleiben. "Ich habe große Zweifel, dass wir den Stillstand länger als drei Monate durchhalten", sagte der Regierungsberater. Spätestens im Mai müsse die medizinische Strategie überdacht werden. "Irgendwann werden wir zu einer personalisierten Isolierung übergehen müssen." Dann müssten die Geschäfte wieder öffnen, in Quarantäne blieben nur noch jene, die infiziert seien oder einer Risikogruppe angehörten.

Die Bundesregierung will in der kommenden Woche ein riesiges Rettungspaket für die Wirtschaft im Kampf gegen die Coronakrise auf den Weg bringen. Vorgesehen sind eine Neuverschuldung von 156 Milliarden Euro sowie ein Rettungsschirm von bis zu 600 Milliarden. Das Kabinett soll am Montag den Nachtragshaushalt beschließen, der für Solo-Selbstständige, Kleingewerbe und Miniunternehmen bis zu 50 Milliarden Euro an Hilfen vorsieht. Das Arbeitsministerium lockert die Hartz-IV-Regeln. Die im Grundgesetz festgelegte Schuldenbremse wird den Plänen zufolge um etwa hundert Milliarden Euro überschritten. Am Mittwoch soll daher der Bundestag mit Kanzlermehrheit einen Mechanismus aktivieren, der in einer außergewöhnlichen Notsituation mehr Schulden erlaubt.

Briten mit Vorerkrankungen sollen drei Monate zu Hause bleiben

7.39 Uhr: Wegen der Coronavirus-Pandemie sollen in Großbritannien bis zu 1,5 Millionen Menschen, die wegen Vorerkrankungen als besonders anfällig gelten, mindestens drei Monate zu Hause bleiben. Die britischen Gesundheitsbehörden forderten am Sonntag dazu auf, "zusätzliche" Maßnahmen zu ergreifen, um sich selbst "abzuschirmen". Die Aufforderung gilt unter anderem für Blut- oder Knochenkrebspatienten sowie für Menschen, die unter Mukoviszidose leiden, oder Patienten nach einer Organtransplantation.

Menschen, die zu einer oder mehreren Risikogruppen gehörten, würden von ihren Hausärzten oder Spezialisten oder auch von beiden kontaktiert und dazu aufgefordert, für einen Zeitraum von "mindestens zwölf Wochen" zu Hause zu bleiben. Es werde eine spezielle Hotline geben sowie Lieferdienste für Lebensmittel und Medikamente.

Paul Johnstone, Direktor von Public Health England, erklärte, die Betroffenen sollten weder zum Einkaufen noch auf Reisen gehen und auch nicht in ihrer Freizeit rausgehen. In Großbritannien sind bereits 233 Menschen an dem neuartigen Coronavirus gestorben.

Die Regierung war wegen ihres lange Zeit zögerlichen Umgangs mit der Coronakrise heftig kritisiert worden. Erst deutlich nach den meisten EU-Ländern hatte sie dazu aufgerufen, auf nicht notwendige Reisen zu verzichten. Großbritannien hatte, anders als die meisten anderen vom Coronavirus betroffenen Länder, am Anfang der Pandemie auf das Konzept der Herdenimmunisierung gesetzt, bei der sich möglichst viele Menschen infizieren sollen. Diese Strategie hat die Regierung inzwischen wieder verworfen und setzt nun auch auf Social Distancing. Inzwischen sind auch in Großbritannien Restaurants, Cafés, Kneipen, Kinos und Fitnessstudios geschlossen.

Der britische Premier Boris Johnson rief seine Landsleute dazu auf, den Muttertag an diesem Sonntag anders zu feiern als sonst. In Großbritannien strömen die Millionen Menschen normalerweise an diesem Tag zu ihren Eltern. Da diese aber wahrscheinlich zur Risikogruppe gehören, sei das beste Geschenk, sie nicht zu besuchen, so Johnson. Stattdessen solle man sie anrufen, eine Videokonferenz machen oder skypen, so der Premier.

evh/hba/mhe/dpa/AP/AFP/Reuters
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