+++ News-Update +++ Drosten bringt neue Quelle für Coronavirus ins Spiel

Virologe Christian Drosten geht nicht davon aus, dass Schuppentiere Ursprung der Pandemie sind, und nennt ein anderes Tier als möglichen Urheber. Und Armin Laschet setzt sich weiter von Merkel ab. Der Überblick.
Laut Christian Drosten könnten Marderhunde der Zwischenwirt sein, der zur Coronavirus-Pandemie geführt hat

Laut Christian Drosten könnten Marderhunde der Zwischenwirt sein, der zur Coronavirus-Pandemie geführt hat

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Michael Kappeler/ dpa

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Maradona-Trikot für 55.000 Euro zugunsten Corona-Leidtragender versteigert

23.26 Uhr: Bei einer Auktion zugunsten Leidtragender der Corona-Pandemie hat ein Trikot von Argentiniens Fußball-Ikone Diego Maradona 55.000 Euro erbracht. Gespendet wurde das Shirt von Ex-Fußballer Ciro Ferrara, der in den 1980er und 1990er Jahren mit Maradona beim SSC Neapel spielte. Ferrara hat mit den ebenfalls in Neapel geborenen Fabio und Paolo Cannavaro eine Stiftung begründet, die Fondazione Cannavaro Ferrara.

"Wir haben ein weiteres Spiel gewonnen, Ciro Ferrara", schrieb Maradona auf Facebook. "Möglicherweise das Wichtigste. Wir haben es zusammen gewonnen, wie wir es immer getan haben..." Laut Ferrara wurden bei der Auktion insgesamt 85.000 Euro eingenommen. Außer dem Maradona-Shirt wurden Erinnerungsstücke von 26 weiteren Fußballern versteigert.

NRW-Ministerpräsident Laschet setzt weiter von Bundesregierung und Kanzlerin ab

21.03 Uhr: In der Diskussion um eine mögliche Lockerung der Corona-Beschränkungen hat sich Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) dafür ausgesprochen, wirklich alle Seiten der derzeitigen Krise zu betrachten. "Ich werbe seit Wochen dafür, dass man ganzheitlich an das Problem herangeht. Dass man auch mal denkt, welche Schäden richten wir eigentlich an durch den Lockdown", sagte er im ARD-"Bericht aus Berlin".

Der NRW-Ministerpräsident unterstützte den Vorstoß von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU), nicht jede Entscheidung dem Schutz von Leben unterzuordnen. Dies ist aktuelle die Strategie der Bundesregierung und von Kanzlerin Merkel. "Wir müssen, so wie Wolfgang Schäuble das sagt, viel umfassender diskutieren und nicht jeden Tag nur auf die Infektionszahlen gucken." So müssten auch beim Gesundheitssystem die Kosten im Blick behalten werden, forderte Laschet. "Wir müssen auch wissen, wenn Menschen jetzt depressiv werden, wenn Suizide steigen würden, wenn das Gesundheitssystem danach nicht mehr finanzierbar ist, weil der Staat sich übernimmt, wird das auch Leben gefährden."

Laschet warb für eine gemeinsame Kraftanstrengung von Bund und Ländern: "Wir brauchen überall im Land vergleichbare Regeln und gemeinsame Schritte." Dabei rechnet der CDU-Politiker nicht mit tiefgehenden Entscheidungen bei den anstehenden Gesprächen der Ministerpräsidenten der Länder mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU): "Ich glaube, dass wir am Donnerstag keine neuen fundamentalen Entscheidungen haben werden." Es sei verabredet worden, nach den ersten Lockerungsmaßnahmen zwei Wochen abzuwarten, wie sich die Infektionszahlen entwickeln. "Da braucht man auch ein bisschen Geduld", sagte Laschet.

Hunderte Moldauer hängen wegen Corona-Regelungen auf französischer Raststätte fest

20.35 Uhr: Weil Deutschland und Tschechien ihnen wegen des Coronavirus die Durchreise verweigern, können mehr als 240 Moldauer auf einer Autobahn-Raststätte in Ostfrankreich das Land nicht verlassen. Die Menschen seien mit drei Bussen eines Reiseveranstalters aus der Republik Moldau in Paris losgefahren und wollten in ihre Heimat, teilte die zuständige Präfektur mit. Unter den Betroffenen seien mehrere Kinder. Es gebe "diplomatische Kontakte" zwischen den zuständigen Behörden Frankreichs, Deutschlands, Tschechiens und der Republik Moldau, hieß es weiter.

So soll New York zur Normalität zurückkehren

20.10 Uhr: Andrew Cuomo, Gouverneur des besonders heftig von der Corona-Pandemie betroffenen US-Bundesstaates New York, hat einen Plan für die Rückkehr zur Normalität vorgelegt. "Wir wollen die Wirtschaft wieder hochfahren", sagte er, "aber wir müssen dabei behutsam und intelligent vorgehen." Firmen sollen zum Beispiel sicherstellen, dass in ihren Büros und Fabriken Abstandsregeln eingehalten werden können und dass sie genügend Atemmasken für ihre Angestellten haben.

Die ersten Unternehmen könnten am 15. Mai öffnen, sagte Cuomo - vorausgesetzt, die Lage bessere sich weiterhin. Zu den Hoch-Zeiten der Pandemie starben in New York täglich fast 800 Menschen, am Samstag fiel die Zahl der Toten nun unter 400. Cuomo fürchtet aber, dass sich das wieder ändern könnte, wenn der Lockdown zu schnell endet. "Machen wir jetzt einen Fehler", sagte er, "dann verspielen wir womöglich alle Erfolge." Zunächst sollen Bauarbeiter und Fabrikangestellte in ihre Jobs zurückkehren.

Italien verzeichnet niedrigste Corona-Totenzahl seit sechs Wochen

19.47 Uhr: Italien hat von Samstag auf Sonntag den niedrigsten Anstieg der Corona-Totenzahlen seit sechs Wochen registriert. Binnen 24 Stunden erlagen 260 Menschen einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus, teilte die Zivilschutzbehörde mit. Dies sei der niedrigste Stand seit dem 14. März, als 175 Corona-Tote binnen eines Tages vermeldet wurden.

Seitdem hatte die Zahl der Todesopfer immer über 300 gelegen. Auf dem Höhepunkt der Pandemie starben in Italien fast tausend Menschen am Tag. Insgesamt starben inzwischen 26.644 Menschen an dem Erreger. Die Zahl der neuen Infektionsfälle in Italien stieg erstmals seit sechs Tagen wieder an und erhöhte sich um 256 auf 106.103.

Fließbänder bei VW-Tochter Skoda laufen wieder an

19.08 Uhr: Der Autobauer Skoda fährt die Produktion in Tschechien nach mehr als fünfwöchiger Pause schrittweise wieder hoch. Der Betrieb läuft am Montag in der Früh an, wie ein Sprecher der Volkswagen-Tochter sagte. Wegen der Coronavirus-Pandemie hatten die Fließbänder im Stammwerk Mlada Boleslav und an den beiden anderen tschechischen Standorten Vrchlabi und Kvasiny seit dem 18. März stillgestanden.

"Es war richtig, diese tief greifenden Einschnitte zum Schutze aller vorzunehmen", teilte Skoda-Vorstandschef Bernhard Maier mit. Jetzt sei indes der Zeitpunkt gekommen, wieder mit Zuversicht nach vorne zu blicken. Der Autohandel in Europa öffne nach und nach wieder. Mit mehr als 33.000 Beschäftigten zählt Skoda zu den größten Arbeitgebern in Tschechien.

Bill Gates macht US-Regierung schwere Vorwürfe - und lobt Kanzlerin Merkel

18.42 Uhr: Der US-Milliardär Bill Gates hat der US-Regierung schwere Versäumnisse im Umgang mit der Coronakrise vorgeworfen. "Gerade in den Vereinigten Staaten hatte das Testen nicht die nötige Priorität", sagte der Microsoft-Mitgründer der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Gates, der sich mit seiner Stiftung unter anderem im Kampf gegen das neuartige Coronavirus engagiert, bemängelte, dass die Regierung in Washington keine klaren Anweisungen bei der Frage der Lockerung von Restriktionen im öffentlichen Leben gebe. Er beklagte zudem, dass die USA sich heute weniger an der Entwicklung globaler Lösungsansätze rund um den Gesundheitsnotstand beteiligten, als dies früher der Fall gewesen sei.

Dagegen lobte er Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), die versuche, "eine Führungsfigur und eine klare Stimme" in Deutschland zu sein, gleichzeitig aber auch mit Ländern wie Frankreich globale Anstrengungen forciere.

Gewichtheber veranstalten weltweites Turnier per Mail

18.30 Uhr: Der Ozeanische Gewichtheberverband OWF will am 24. und 25. Juli ein weltweites Turnier veranstalten - wegen der Corona-Pandemie müssen die Veranstalter aber ungewöhnliche Maßnahmen ergreifen. Jeder Teilnehmer ist dazu aufgerufen, an seinem heimatlichen Trainingsort zu starten und die Daten per Mail zu melden, heißt es in einer Mitteilung. Wegen der Form wird das Turnier Internationaler E-Mail-Cup genannt.

Einladungen sind an alle 187 nationalen Verbände sowie 3000 Vereine und Einzelsportler verschickt worden. Befürchtungen, dass es zu falschen Leistungsmeldungen kommen kann, will OWF-Präsident Paul Coffa nicht ausschließen. "Wir müssen darauf vertrauen, dass das, was eingereicht wird, korrekt ist", sagte er.

Marderhunde könnten laut Drosten Zwischenwirt gewesen sein

Ein präparierter Marderhund neben einem Teich bei Sottrum

Ein präparierter Marderhund neben einem Teich bei Sottrum

Foto: A9999 Michael Bahlo/ dpa

17.56 Uhr: Als Ursprungsort der Coronakrise wird meist ein Wildtiermarkt in der chinesischen Stadt Wuhan genannt. Der Virologe Christian Drosten nimmt jedoch nicht an, dass die Pandemie auf den Markt zurückzuführen ist. Wahrscheinlicher sei der Ort, an dem der Zwischenwirt gezüchtet worden sei, sagte er in einem Interview mit dem "Guardian" .

Auch die Theorie, dass das Coronavirus vom Schuppentier auf den Menschen übersprang, bezweifelt Drosten. Demnach sehe er keinen Grund für diese Annahme.Vielmehr gebe es in der alten Literatur zum Vorgänger des Coronavirus, dem Sars-Virus, interessante Informationen zu Zibetkatzen und Marderhunden. Für die Felle von Marderhunden gebe es in China eine riesige Industrie, sagte Drosten. "Wenn mir jemand ein paar Hunderttausend Dollar und freien Zugang gäbe, um die Quelle des Virus zu finden, würde ich dort suchen, wo Marderhunde gezüchtet werden", sagte er.

Drosten kritisierte auch die Rolle der Wissenschaft in der Coronakrise. Anfang Februar habe es noch viele interessante Vorabdrucke gegeben, sagte er. "Jetzt können Sie 50 durchlesen, bevor Sie etwas finden, das tatsächlich solide und interessant ist. Es werden eine Menge Forschungsressourcen verschwendet."

Zwei von drei Reiseunternehmen unmittelbar von Insolvenz bedroht

17.22 Uhr: Viele Unternehmen der Reisebranche sind einer Verbandsumfrage zufolge durch die Coronakrise in große wirtschaftliche Not geraten. Zwei von drei Unternehmen sähen sich unmittelbar von einer Insolvenz bedroht, teilte der Deutsche Reiseverband (DRV) mit.

80 Prozent der Firmen hätten bereits bei der Bundes- oder einer Landesregierung Hilfen beantragt, in drei Viertel der Unternehmen gebe es außerdem Kurzarbeit. An der Erhebung beteiligten sich den Angaben zufolge mehr als 500 Unternehmen.

"Es muss dringend etwas passieren", erklärte DRV-Präsident Norbert Fiebig. "Wenn wir nicht bald spezifische Unterstützung der Bundesregierung erhalten, wird es die mittelständisch geprägte Reisewirtschaft mit ihren vielen kleinen Reisebüros, Reiseveranstaltern und den touristischen Dienstleistern, so wie wir sie kennen, sehr bald nicht mehr geben."

Schüler müssen fünf Wochen über den Atlantik nach Hause segeln

17.15 Uhr: Erst bunkerten sie Lesematerial, dann stachen sie in See: 25 Schüler sind nach Wochen auf dem Atlantik per Segelschiff in den Niederlanden angekommen - ihr Rückflug aus der Karibik war wegen Corona ausgefallen. Lesen Sie hier mehr.

Museen in Sachsen und Sachsen-Anhalt können ab 4. Mai wieder öffnen

16.55 Uhr: Museen, Bibliotheken und Ausstellungsräume sollen in Sachsen und Sachsen-Anhalt ab dem 4. Mai wieder öffnen können. Das kündigten die Ministerpräsidenten der beiden Länder, Michael Kretschmer und Reiner Haseloff (beide CDU), nach Beratungen über den weiteren Kurs in der Coronavirus-Pandemie an.

Basis für die Wiederöffnung sei ein Schutzkonzept des Museumsverbands, mit dem etwa die Hygiene in den sanitären Anlagen angepasst wird und Besucherkonzentrationen vor einzelnen Exponaten vermieden werden sollen. "Der Verband hat gut gearbeitet", sagte Haseloff. Das sei die Voraussetzung dafür, dass die Kultur in Sachsen und Sachsen-Anhalt jetzt wieder ins gesellschaftliche Leben zurückkommen könne.

Kretschmer sagte, dass man auch darüber sprechen müsse, was möglich sei und nicht nur darüber, was nicht möglich sei. "Wir treffen Entscheidungen mit Umsicht. Es muss darum gehen, dass wir ein Leben mit dem Virus finden", sagte Sachsens Regierungschef.

Saudi-Arabien lockert Maßnahmen

16.42 Uhr: Saudi-Arabien hat die Ausgangssperre zur Eindämmung des Coronavirus teilweise gelockert. Ab Sonntag und bis vorerst 13. Mai dürfen Menschen ihre Häuser täglich zwischen 9 und 17 Uhr wieder verlassen, das ordnete König Salman der staatlichen Nachrichtenagentur SPA zufolge an. In der Stadt Mekka, dem wichtigsten Wallfahrtsort für Muslime, besteht die komplette Ausgangssperre aber weiter.

In dem autoritär regierten Wüstenstaat dürfen ab kommenden Mittwoch und für zunächst zwei Wochen demnach wieder Einkaufszentren sowie Groß- und Einzelhändler öffnen, Fabriken und Bauunternehmen können ihre Arbeit ebenfalls wieder aufnehmen. Cafés, Restaurants, Sportklubs, Kinos und Friseure müssen weiterhin geschlossen bleiben. Versammlungen von mehr als fünf Menschen in der Öffentlichkeit bleiben verboten.

Trotz konstant hoher Fallzahlen erlauben erste US-Bundesstaaten Wiedereröffnungen

16.24 Uhr: Friseure, Fitnessstudios, Bowling-Zentren sind wieder offen: In einigen US-Bundesstaaten gibt es bereits Lockerungen für die Wirtschaft - im Fall von Georgia geht das sogar Präsident Trump zu schnell. Lesen Sie mehr hier.

Flughafen Düsseldorf kündigt Abbau von Arbeitsplätzen an

15.41 Uhr: Der Flughafen Düsseldorf kündigt wegen der Coronakrise den Abbau von Arbeitsplätzen an. In den kommenden Jahren werde es 20 bis 30 Prozent weniger Flüge geben, das Unternehmen müsse die "personellen Ressourcen den neuen Rahmenbedingungen anpassen", teilte ein Flughafensprecher mit. Nach Angaben der Gewerkschaft Ver.di will der größte nordrhein-westfälische Airport 600 Arbeitsplätze abbauen - das wäre etwa jeder vierte Job.

Über den geplanten Arbeitsplatzabbau habe die Geschäftsführung die Beschäftigten in einer Videonachricht informiert, teilte Ver.di mit. Der Abbau soll nach Angaben der Gewerkschaft im kommenden Jahr beginnen - in diesem Jahr seien die Jobs unter anderem durch die Kurzarbeiter-Regelung noch gesichert.

Uno bezeichnet das Coronavirus als größte Herausforderung der Weltgemeinschaft

15.34 Uhr: Die Folgen der Corona-Pandemie sind laut Uno-Sprecherin Melissa Fleming die größte Herausforderung für die Vereinten Nationen seit ihrer Gründung vor 75 Jahren. "Wir werden eine riesige Steigerung der Armut in den Entwicklungsländern, sogar in der reichen Welt sehen", sagte Fleming ZDF heute am Sonntag.

"Wird es dazu führen, dass es noch mehr Leute auf der Flucht gibt? Wahrscheinlich. Wird es dazu führen, dass es vielleicht mehr Kriege geben wird als Resultat? Hoffentlich nicht, aber wenn man in die Geschichte zurückschaut - wahrscheinlich", sagte Fleming. Als Fazit zieht die Uno-Sprecherin: "Wir müssen uns vorbereiten, und deshalb sagen wir als Uno: Lasst das nicht auf uns zukommen, sondern versuchen wir ganz dringend, alle Länder der Welt zu stützen."

Lufthansa in "intensiven Gesprächen" über mögliche Staatshilfe

15.23 Uhr: Die wegen der Corona-Pandemie in finanzielle Nöte geratene Lufthansa verhandelt mit mehreren Staaten über mögliche Unterstützung. Der Konzern befinde sich mit den Regierungen seiner "Heimatländer" Deutschland, Schweiz, Österreich und Belgien "in intensiven und konstruktiven Gesprächen", sagte eine Lufthansa-Sprecherin am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP. Über die konkrete Ausgestaltung möglicher Staatshilfen gibt es Streit in der Koalition.

In den Gesprächen mit den Regierungen gehe es um "Finanzierungsinstrumente, um kurzfristig eine nachhaltige Sicherung der Solvenz zu erreichen", sagte die Lufthansa-Sprecherin. Ein Spitzentreffen mit Mitgliedern der Bundesregierung gibt es entgegen anderslautender Berichte offenbar noch nicht so bald: "Meldungen über ein Ministertreffen zur Lufthansa Anfang nächster Woche treffen nicht zu", hieß es am Sonntag aus Regierungskreisen.

Illegales Bordell ausgehoben: Verstoß gegen Schutzverordnung

15.11 Uhr: Zivilfahnder haben in Köln ein illegal betriebenes Bordell aufgespürt und stillgelegt. Dort hatte ein 28-Jähriger in einem Mehrfamilienhaus entgegen der Schutzverordnung in der Coronakrise sechs Prostituierte arbeiten lassen. Sie und ein anwesender Freier wurden mit einem Bußgeld belegt.

Der Betreiber muss sich strafrechtlich verantworten, wie es in einer Mitteilung hieß. Die Polizei hatte das Bordell in dem Wohnhaus zufällig bei Ermittlungen zu einem versuchten Tötungsdelikt entdeckt. Der Vorfall ereignete sich bereits am Freitag.

Coronavirus bei Nerzen in Niederlanden festgestellt

14.50 Uhr: Bei mehreren Nerzen auf Pelztierfarmen in den Niederlanden ist das neuartige Coronavirus festgestellt worden. Das Landwirtschaftsministerium gehe davon aus, dass es von Mitarbeitern der zwei betroffenen Farmen in der Provinz Noord-Brabant auf die Tiere übertragen wurde, berichtet die niederländische Nachrichtenagentur ANP. Die Mitarbeiter hatten den Angaben des Ministeriums zufolge leichtere Symptome einer Infektion. Die erkrankten Tieren litten unter Magen-Darm-Problemen und Atemnot. In den Nerzfarmen in den Ortschaften Beek en Donk und Milheeze werden bislang 7500 sowie 13.000 Tiere gehalten.

Um eine Ausbreitung des Virus zu verhindern, wurden beide Farmen in den Niederlanden in einem Radius von 400 Metern abgeriegelt. Zugleich wurde der Transport von Tieren sowie von Mist untersagt. Landwirtschaftsministerin Carola Schouten ordnete zudem eine Meldepflicht für Nerzzüchter und Tierärzte bei Symptomen an.

Laut deutschem Friedrich-Loeffler-Institut sind ersten Ergebnissen zufolge Flughunde und Frettchen empfänglich für das Coronavirus, Schweine und Hühner hingegen nicht. Hunde gelten als wenig empfänglich für das Virus. Katzen schon eher, allerdings gelten sie bislang nicht als Überträger der Seuche. Aus New York sind Infektionen von Tigern und Löwen bekannt.

Durch Coronakrise "große Lücken" im ARD-Programm

14.04 Uhr: Die Coronakrise bereitet der ARD Probleme, alle Sendeplätze zu füllen. Programmdirektor Volker Herres sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung", dass es "große Lücken im Programm" geben werde. "Ein großflächiges Vorziehen von Erstsendungen, die eigentlich für den Herbst geplant waren, ist leider nicht möglich, da Unsicherheit herrscht, wann überhaupt wieder gedreht werden kann", sagte er.

Zu schaffen mache den öffentlich-rechtlichen Sendern auch die Verschiebung von Fußball-Europameisterschaft und Olympischen Spielen. "Allein durch die Absage dieser beiden Sportevents entfallen etwa 220 Stunden Programm", sagte Herres. Bei den Olympischen Spielen  sei dies weniger dramatisch, da die Übertragungen wegen des Zeitunterschieds zu Japan größtenteils im Nacht- und im Tagesprogramm stattgefunden hätten. Die EM-Verschiebung  müsse jedoch auch durch Wiederholungen kompensiert werden.

Herres erwartet Auswirkungen der Coronakrise auf das TV-Programm bis weit ins nächste Jahr hinein. "Wie es aussieht, werden alle Programme, so auch Das Erste, mit einer zeitverzögerten Erstausstrahlungslücke rechnen müssen", sagte er.

Bundeswehr richtet Masken-Luftbrücke ein

13.51 Uhr: Die Bundesregierung kann auf Entspannung beim Thema Schutzmasken hoffen: In Leipzig landete am Sonntagmorgen eine riesige Frachtmaschine mit Nachschub für die deutschen Kliniken. Mehr lesen Sie hier.

Australien führt Corona-Warn-App ein

13.35 Uhr: Trotz Kritik hat Australien am Sonntag eine Corona-Warn-App eingeführt, die auf freiwilliger Basis genutzt werden kann. Damit sollten "Personen ausfindig gemacht werden können, die möglicherweise Kontakt zu einer positiv getesteten Person gehabt haben", sagte Gesundheitsminister Greg Hunt. Die App wurde nach einem Vorbild aus dem autoritär regierten Stadtstaat Singapur entwickelt.

Die "COVIDSafe"-App erkennt nach Angaben der Regierung mithilfe der Bluetooth-Technologie von Handys, ob sich ein Mensch im Abstand von bis zu 1,5 Metern zu einem Infizierten aufgehalten hat. Die verschlüsselten Daten werden dann an die staatlichen Gesundheitsbehörden weitergeleitet. Auf diese Weise sollen Infektionsketten schneller nachverfolgt werden können. Für die App werden nach Angaben der Regierung vier Informationen von jedem Nutzer verlangt: Name, Telefonnummer, Altersgruppe und Postleitzahl. Gespeichert werden die Daten auf einem zentralen Server in Australien und nicht dezentral, wie bei der geplanten deutschen Variante.

Die App sammle keine Geo-Daten, betonte der Gesundheitsminister. Nach 21 Tagen würden die Informationen von den Telefonen der Nutzer gelöscht. In Australien gab es bis Sonntag offiziell 6711 bestätigte Ansteckungen mit dem Coronavirus. Mehr als 83 Menschen starben bisher in Zusammenhang mit einer Infektion.

Italien testet 150.000 Bürger auf Antikörper

12.54 Uhr: Italien möchte mit Antikörpertests an zunächst 150.000 Menschen die Dunkelziffer der Coronavirus-Infizierten bestimmen. Die Studie soll ab dem 4. Mai stattfinden. Das geht aus einem Beschluss hervor, den die Regierung in Rom am Wochenende verabschiedete. Der für die Coronakrise zuständige Regierungskommissar Domenico Arcuri sagte am Samstag, es seien zahlreiche Anbieter von Tests gesichtet worden. Die Entscheidung sei nach wissenschaftlichen Kriterien gefallen, außerdem bekomme man die Test-Kits kostenlos.

Tests von Antikörpern sind wichtig, um herauszufinden, ob jemand bereits mit dem Virus infiziert war und dagegen Antikörper im Blut gebildet hat. So lässt sich der Kontakt mit dem Virus auch bei Menschen nachweisen, die kaum oder keine Symptome der Covid-19-Krankheit hatten. Sie wissen oft gar nichts von ihrer Infektion.

Für die Untersuchung hätten die italienischen Behörden mit statistischen Daten Menschen ausgewählt, die für eine Stichprobe geeignet seien, sagte Arcuri. Der italienische Zivilschutz registrierte bisher fast 200.000 Menschen im Land, die bei einem Abstrich positiv auf das Virus getestet worden waren. Experten gehen allerdings von einer sehr hohen Dunkelziffer von Fällen aus. Die Antikörperstudie soll nun helfen zu verstehen, wie weit das Virus wirklich in der Bevölkerung verbreitet ist.

Zahl Corona-Todesfälle in Spanien auf niedrigstem Stand seit einem Monat

12.13 Uhr: Die Zahl der innerhalb eines Tages registrierten Corona-Toten in Spanien ist auf den niedrigsten Stand seit einem Monat gefallen. Bis Sonntag wurden 288 neu hinzugekommene Todesopfer gemeldet, wie das Gesundheitsministerium in Madrid mitteilte. Dies sei die niedrigste Zahl seit dem 20. März.

Am Samstag hatte die Zahl der Todesopfer binnen 24 Stunden noch bei 378 gelegen. Insgesamt wurden in Spanien bisher gut 23.000 Todesfälle durch das Coronavirus gemeldet.

Gerichte weiten Sitzungsbetrieb wieder aus

11.41 Uhr: Deutsche Gerichte weiten den in der Coronakrise stark reduzierten Sitzungsbetrieb wieder aus. "In den vergangenen Wochen musste die Justiz sich im Notbetrieb auf wichtige Strafprozesse, dringende Haftsachen und Fälle von Eilrechtsschutz beschränken", sagte der Bundesgeschäftsführer des Deutschen Richterbundes, Sven Rebehn, der Funke-Mediengruppe. "Jetzt fahren viele Gerichte den Sitzungsbetrieb mit strikten Abstands- und Hygieneregeln sowie mit Schutzausstattung wie etwa Gesichtsmasken schrittweise wieder hoch."

Der Publikumsverkehr bleibe dabei vorerst noch reduziert. Teilweise planten die Gerichte mit verlängerten Öffnungszeiten, um bei Bedarf auch am Abend oder an Samstagen verhandeln zu können, sagte Rebehn. Nach Angaben des Richterbundes haben erste Gerichte in Berlin, Bremen, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Schleswig-Holstein ihren Betrieb bereits ausgeweitet. In Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt kehrt die Justiz an diesem Montag schrittweise zum öffentlichen Dienstbetrieb zurück. In Hamburg, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Thüringen soll am 4. Mai unter strengen Infektionsschutz-Auflagen ein normalisierter Gerichtsbetrieb beginnen.

Massentests für Bewohner von Wohnhochhaus bei Düsseldorf

11.24 Uhr: Weil zwei Familien immer wieder gegen die angeordnete Quarantäne verstoßen haben, werden in Grevenbroich bei Düsseldorf alle 450 Bewohner eines Hochhaus-Komplexes auf das Coronavirus getestet. 115 Mitarbeiter von Gesundheitsamt und Rotem Kreuz begannen am Sonntag mit den Tests, wie ein Sprecher des Rhein-Kreises Neuss mitteilte.

Zwei Familien in dem Hochhaus hätten trotz nachgewiesener Infektionen ihre Quarantäne verlassen. Erwachsene und Kinder aus den Familien hätten weiter Kontakt mit Nachbarn gehabt.

Die Tests sind für die Bewohner freiwillig - wer sich allerdings nicht testen lässt, muss vorsorglich 14 Tage in Quarantäne bleiben. Bis die Ergebnisse in etwa zwei Tagen vorliegen, darf keiner der Bewohner das Grundstück verlassen. Die Kontrollen an diesem Sonntag sollen nach Angaben des Kreises bis zum späten Nachmittag dauern.

China kontaktiert heimlich deutsche Beamte

10.59 Uhr: Laut Bundesregierung haben chinesische Diplomaten versucht, deutsche Beamte zu beeinflussen. Ziel war eine positive Sichtweise des Coronakrisen-Managements der Volksrepublik. Lesen Sie hier mehr.

Mehr als 200.000 Menschen an den Folgen einer Infektion gestorben

10.33 Uhr: In der Coronakrise sind nach Angaben von US-Forschern weltweit mehr als 200.000 Menschen an den Folgen einer Infektion gestorben. Die Johns-Hopkins-Universität in Baltimore  verzeichnete mehr als 2,8 Millionen nachgewiesene Infektionen.

Die meisten Todesfälle infolge der Coronavirus-Pandemie gab es laut Johns-Hopkins-Universität mit mehr als 52.700 in den USA, wo die Zahl der nachgewiesenen Infektionen mit 924.500 ebenfalls am höchsten ist. Vergleiche zwischen den einzelnen Ländern - insbesondere anhand absoluter Zahlen - erweisen sich allerdings sowohl mit Blick auf die Infizierten- als auch auf die Totenzahlen als schwierig.

Nicht nur sind die Bevölkerungsstrukturen unterschiedlich, sondern befinden sich die Staaten auch in verschiedenen Stadien der Pandemie und unterscheiden sich in Hinblick auf die Zahl der durchgeführten Tests. Hinzu kommt die erwartete hohe Dunkelziffer.

Arbeitsminister Heil will Recht auf Homeoffice verankern

10.09 Uhr: Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) will das Recht auf Arbeit von zu Hause aus gesetzlich verankern. "Ich arbeite an einem neuen Gesetz für ein Recht auf Homeoffice, das ich bis Herbst vorlegen werde. Jeder, der möchte und bei dem es der Arbeitsplatz zulässt, soll im Homeoffice arbeiten können - auch wenn die Corona-Pandemie wieder vorbei ist", sagte Heil der "Bild am Sonntag".

"Man darf entweder komplett auf Homeoffice umsteigen oder auch nur für ein oder zwei Tage die Woche", sagte er. Ersten vorsichtigen Schätzungen zufolge sei die Zahl der Arbeitnehmer im Homeoffice in der Coronakrise von 12 auf 25 Prozent aller Beschäftigten gestiegen.

Mit "fairen Regeln" will Heil verhindern, dass "sich die Arbeit zu sehr ins Private frisst". Auch im Homeoffice gebe es einen Feierabend - "und zwar nicht erst um 22 Uhr". Heimarbeit soll für die Arbeitnehmer eine freiwillige Möglichkeit sein. "Wir wollen mehr Homeoffice ermöglichen, aber nicht erzwingen", sagte Heil. Auch Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) findet in der Coronakrise Gefallen am Arbeiten von zu Hause. "Die vergangenen Wochen haben gezeigt, wie viel im Homeoffice möglich ist - das ist eine echte Errungenschaft, hinter die wir nicht mehr zurückfallen sollten", sagte Scholz der Zeitung.

Johnson nimmt ab Montag Amtsgeschäfte wieder auf

09.54 Uhr: Der britische Premierminister Boris Johnson will nach seiner Covid-19-Erkrankung die Amtsgeschäfte wieder aufnehmen. Er werde am Montag in den Regierungssitz in der Downing Street zurückkehren, sagte eine Sprecherin auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Zuvor hatten bereits andere Medien übereinstimmend berichtet. Johnson hatte sich in den vergangenen Wochen auf seinem Landsitz Chequers von der Lungenkrankheit erholt, Außenminister Dominic Raab hatte ihn in dieser Zeit vertreten.

Die Regierung in London ist wegen ihrer Reaktion auf die Coronavirus-Pandemie schwer in die Kritik geraten. Es fehlt an Schutzkleidung für das medizinische Personal. Auch von dem ausgegebenen Ziel, bis Ende April jeden Tag 100.000 Menschen zu testen, sind die Behörden noch weit entfernt. Experten gehen zwar davon aus, dass Großbritannien den Höhepunkt der Epidemie inzwischen überschritten hat. Doch die täglich neu registrierten Sterbefälle sind noch immer erschreckend hoch. Am Samstag stieg die Zahl der Toten auf 20.000.

Corona-Warn-App nun doch mit dezentralisierter Speicherung

09.41 Uhr: In der Diskussion um die Entwicklung einer Warn-App in der Coronakrise ist die Bundesregierung auf dezentralisierte Speicherung der Nutzerdaten eingeschwenkt. Das bestätigten Kanzleramtschef Helge Braun und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (beide CDU). Zuvor hatten das ARD-Hauptstadtstudio und die "Welt am Sonntag" berichtet. Bisher hatte das Bundesgesundheitsministerium von einer bevorzugten zentralen Speicherung der Nutzerdaten gesprochen.

Der möglichst flächendeckende Einsatz einer Warn-App könnte die Nachverfolgung von Corona-Infektionsketten erleichtern - auch weil dann gezielter Kontaktpersonen getestet würden. "Wir verfolgen als Bundesregierung bei der Entwicklung einer Tracing-App einen Ansatz, der auf Freiwilligkeit beruht, datenschutzkonform ist und ein hohes Maß an IT-Sicherheit gewährleistet", sagten Braun und Spahn.

Die Nutzung der App durch möglichst große Teile der Bevölkerung sei die Grundlage ihres Erfolges. Man werde den Einsatz einer konsequent dezentralen Softwarearchitektur für die Anwendung in Deutschland vorantreiben, erklärten sie. "Darin soll auch die Möglichkeit integriert werden, dass Bürgerinnen und Bürger freiwillig in pseudonymisierter Form Daten zur epidemiologischen Forschung und Qualitätssicherung an das Robert Koch-Institut übermitteln können."

Schulen in Italien sollen erst im September wieder öffnen

09.27 Uhr: Wegen der Coronavirus-Pandemie bleiben die Schulen in Italien bis zu den Sommerferien geschlossen und öffnen erst im September wieder. Das erklärte Ministerpräsident Giuseppe Conte in einem Interview in der Zeitung "La Repubblica". "Die Schule ist uns ganz wichtig und wird im September wiedereröffnet", sagte er und lobte zugleich, dass sich der Fernunterricht bewährt habe. Zuletzt hatte sich Widerstand unter den Schülern geregt, dass zwar erste Unternehmen im Mai wieder öffnen dürfen, Schulen aber noch nicht. Am 5. März hatte die Regierung Schulen, Universitäten und Kitas schließen lassen.

Conte kündigte zudem an, dass bei den geplanten Lockerungen der Schutzmaßnahmen "strategisch" wichtige Wirtschaftsaktivitäten rasch wieder starten sollten, eventuell schon nächste Woche. Mit Priorität anlaufen sollten auch Produktions- und Industriezweige, die auf den Export ausgerichtet seien und die Gefahr liefen, aus Lieferketten herauszufallen. Die gesundheitliche Sicherheit der Beschäftigten müsse beim Neustart stets berücksichtigt werden.

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Die grundsätzliche Lockerung von Sperren hatte die Regierung für die Zeit ab 4. Mai angekündigt. An den Details arbeite das Kabinett noch, sagte Conte. Italien ist von der Coronakrise hart getroffen, mehr als 26.000 Menschen starben bisher an den Folgen einer Infektion. Seit dem 10. März gelten strenge Ausgangsbeschränkungen.

1737 Neuinfektionen in Deutschland

09.10 Uhr: In Deutschland ist die Zahl der Infektionen nach Angaben des Robert Koch-Instituts binnen eines Tages um 1737 auf 154.175 gestiegen. Zudem seien weitere 140 Menschen gestorben, insgesamt liege die Totenzahl damit bei 5640. Etwa 112.000 Menschen seien inzwischen genesen, ein Plus von ungefähr 2200 im Vergleich zum Vortag.

Schlechter Jahresstart für die Deutsche Bank

8.00 Uhr: Kommenden Mittwoch will die Deutsche Bank eine Zwischenbilanz ziehen für das erste Quartal 2020. Sie dürfte schlecht ausfallen. Analysten rechnen für den Drei-Monats-Zeitraum vor Steuern im Schnitt mit rund 250 Millionen Euro Verlust. Unter dem Strich könnten es demnach 370 Millionen Euro Miese werden. Im ersten Quartal 2019 hatte die Deutsche Bank knapp 200 Millionen Euro verdient. Marktbeobachter rechnen damit, dass Deutschlands größtes Geldhaus dieses Jahr wieder mit Verlust beenden wird - sowohl vor Steuern als auch nach Steuern. Es wäre das sechste Verlustjahr in Folge.

2019 hatte ein Konzernumbau tiefe Löcher in die Bilanz der Bank gerissen: 5,7 Milliarden Euro Minus. Vorstandschef Christian Sewing stellte die Deutsche Bank grundlegend neu auf: Tausende Jobs werden gestrichen, das Investmentbanking wird gestutzt. Stattdessen wird die Unternehmensbank zum Kern des Instituts. Sie kümmert sich um Mittelständler, Familienunternehmen und multinationale Konzerne. Den Aktienkurs stützte das nur kurzfristig: Nachdem das Papier Mitte Februar erstmals seit Langem wieder mehr als 10 Euro gekostet hatte, ging es im Corona-Crash zeitweise bis auf knapp 4,45 Euro nach unten.

Mafiosi als Krisengewinner

7.55 Uhr: In Italien sorgt der Fall eines Mafiabosses für Empörung. Camorra-Pate Pasquale Zagaria müsste eigentlich noch einige Jahre hinter Gittern sitzen, darf wegen der Krise im Land nun aber in den Hausarrest.

Der 60-jährige Zagaria wurde laut der Nachrichtenagentur Ansa 2007 wegen Mafiaverbrechen zu 20 Jahren Haft verurteilt. Wegen einer Krankheit entschied ein Gericht, dass seine gesundheitliche Versorgung im Gefängnis nicht garantiert sei. Er wurde von Sardinien in die Stadt Brescia in der Lombardei geschickt.

Dieser Beschluss empörte viele, besonders in den Rechtsaußen-Parteien. Die Lega, die in Rom in der Opposition ist, warf der Regierung Fahrlässigkeit vor. Sie gefährde damit die Sicherheit der Bürger. Auch ein Opferverband meldete Bedenken an. Das Ressort von Justizminister Alfonso Bonafede sagte am Freitag eine Prüfung zu, wie die Ansa schrieb.

Italien ist von der Corona-Welle besonders schwer betroffen. Um die Ansteckungsgefahr in den chronisch überfüllten Gefängnissen zu entschärfen, wurden Strafen verkürzt und manche Häftlinge mit weniger schweren Vergehen in Hausarrest geschickt. Darunter sind auch einige Mafiosi.

Erste Lockerungen für Profibasketballer in den USA

7.37 Uhr: Die Basketballer aus der nordamerikanischen Profiliga NBA dürfen Medienberichten zufolge unter bestimmten Bedingungen bald wieder in ihren Klubs trainieren. Sollten die behördlichen Bestimmungen der lokalen Regierungen es nicht verbieten, können die Profis dort von Freitag an auf freiwilliger Basis wieder individuelle Einheiten absolvieren, berichten die Nachrichtenagentur AP und ESPN. Teamtrainings sind in der Coronakrise hingegen weiterhin nicht erlaubt.

Die NBA hat ihre Saison seit knapp sieben Wochen unterbrochen. Commissioner Adam Silver hatte immer wieder betont, dass es frühestens im Mai einen Beschluss geben könne, ob die Spielzeit zu Ende gebracht werden kann. Es gibt derzeit keinen festen Termin, wann darüber entschieden werden soll.

Frische Nahrungsmittel deutlich teurer als im Vorjahr

5.00 Uhr: Laut einer Untersuchung der Agrarmarkt-Informationsgesellschaft (AMI) in Bonn kosten frische Lebensmittel diesen April rund zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Schuld ist zum Teil die Coronakrise. Besonders deutlich ist der Preisanstieg bei manchen Gemüsesorten. Teilweise sei im April ein Preisaufschlag von 27 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zu verzeichnen, sagt AMI-Experte Thomas Els der Deutschen Presse-Agentur. Dafür verantwortlich sei vor allem Kohlgemüse wie Brokkoli oder Blumenkohl, das zu dieser Jahreszeit in Frankreich und Spanien geerntet werde. Hinter der Preissteigerung könnte ein Mangel an Erntehelfern wegen der Reisebeschränkungen stecken. Doch nicht jede Preissteigerung geht auf das Konto der Pandemie: Beim Schweinefleisch spiele laut AMI die weltweite Nachfrage eine Rolle, bei Äpfeln die im vergangenen Jahr knapper ausgefallene Ernte.

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Argentinien erlaubt Spaziergänge

4.27 Uhr: Argentinien hat seine strengen Ausgangsbeschränkungen zur Eindämmung des Coronavirus bis zum 10. Mai verlängert - allerdings mit einigen Lockerungen. Die Maßnahmen gelten nur noch in Ballungsräumen mit mindestens 500.000 Einwohnern, wie Präsident Alberto Fernández am Samstag in einer Ansprache an die südamerikanische Nation verkündete. Zudem dürfe neuerdings jeder für bis zu eine Stunde am Tag sein Zuhause verlassen, sich aber nicht mehr als 500 Meter davon entfernen.

Die Regierung des südamerikanischen Landes hatte am 20. März weitreichende Ausgangsbeschränkungen verfügt und diese seitdem mehrmals verlängert. Landesweit dürfen demnach die Menschen - mit Ausnahme einiger Berufsgruppen - ihre Häuser und Wohnungen nicht verlassen. Erlaubt waren bisher nur Besorgungen in nahe gelegenen Lebensmittelgeschäften und Apotheken.

Nach offiziellen Angaben infizierten sich bislang 3780 Menschen in Argentinien nachweislich mit dem Coronavirus. 185 von ihnen starben demzufolge.

Frankreich: Ab 11. Mai schrittweise aus der Abriegelung

4.15 Uhr: Frankreichs Premierminister Edouard Philippe wird am Dienstag den Plan der Regierung zur Lockerung der Corona-Auflagen vorstellen. Es seien 17 Prioritäten festgelegt worden, nach denen das Land schrittweise ab 11. Mai aus der Abriegelung geführt werden soll, teilte das Büro des Premiers der Nachrichtenagentur AFP am Sonntag in Paris mit.

Dazu gehören unter anderem die Wiedereröffnung von Schulen, die Rückkehr der Beschäftigten an ihren Arbeitsplatz und die Wiederaufnahme des öffentlichen Nah- und Fernverkehrs sowie die Bereitstellung von Masken und Desinfektionsmittel.

Insgesamt starben seit Beginn der Coronakrise in Frankreich Anfang März bereits mehr als 22.600 Menschen. Damit gehört Frankreich neben den USA, Italien und Spanien zu den Ländern mit den meisten Corona-Todesfällen. Seit dem 17. März gilt eine strikte Ausgangssperre.

Trump: Corona-Pressekonferenzen sind "Zeit und Mühe nicht wert"

3.56 Uhr: US-Präsident Donald Trump ist der Ansicht, seine täglichen Pressekonferenzen zur Coronakrise seien seine Zeit nicht wert. Die Medien würden "Rekord-Einschaltquoten erhalten und das amerikanische Volk bekommt nichts als Fake News", schrieb der Präsident am Samstag im Onlinedienst Twitter. "Das ist die Zeit und Mühe nicht wert!" Hintergrund sind Trumps Äußerungen über mögliche Desinfektionsmittel-Injektionen für Corona-Patienten, die vor zwei Tagen für Fassungslosigkeit und Spott gesorgt haben.

Schäuble über Corona-Maßnahmen: "In dieser Absolutheit nicht richtig"

2.27 Uhr: Angesichts der massiven Einschränkungen von Grundrechten in der Coronakrise hat Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) davor gewarnt, dem Schutz von Leben in der Coronakrise alles unterzuordnen. "Wenn ich höre, alles andere habe vor dem Schutz von Leben zurückzutreten, dann muss ich sagen: Das ist in dieser Absolutheit nicht richtig", sagte Schäuble dem "Tagesspiegel" (Sonntagsausgabe). Wenn es überhaupt einen absoluten Wert in unserem Grundgesetz gäbe, dann ist das die Würde des Menschen. "Aber sie schließt nicht aus, dass wir sterben müssen", sagte der CDU-Politiker. Der Staat müsse für alle die bestmögliche gesundheitliche Versorgung gewährleisten. "Aber Menschen werden weiter auch an Corona sterben", so Schäuble.

Schäuble warnte außerdem vor einem Kippen der Stimmung in der Bevölkerung. "Es wird schwieriger, je länger es dauert", betonte er. Gesundheitsminister Jens Spahn habe recht, wenn er sage, alle hätten miteinander noch viel zu lernen und vielleicht werde man in einigen Wochen feststellen, dass wir manches besser anders gemacht hätten. "Wir alle wissen nicht, was unser Handeln für Auswirkungen hat, aber die Politik muss trotzdem handeln", sagte Schäuble weiter.

Heil plant längeren Lohnersatz für Eltern bei Kita-Schließungen

00.01 Uhr: Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) plant längere Lohnausfallzahlungen für Eltern, die in der Coronakrise wegen geschlossener Kitas ihre Kinder zu Hause betreuen müssen. "Eltern müssen Sicherheit haben. Deshalb schaffen wir eine Anschlussregelung", sagte er der "Bild am Sonntag". Die bisherige Regelung läuft nach sechs Wochen Mitte Mai aus.

Auch für den Fall, dass nach einem Kontakt mit einem Infizierten ein Angestellter für zwei Wochen in häusliche Quarantäne muss, soll es eine Regelung für die Lohnfortzahlung geben. Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) sagte der Zeitung: "Ein wirksamer Schutz vor weiteren Infektionen wird nur funktionieren, wenn sich diejenigen, die unter Corona-Verdacht stehen, strikt an die Quarantäne-Vorgaben halten. Wenn eine Quarantäne von staatlicher Seite gewollt ist, darf es keinen sozialen oder finanziellen Druck geben."

Derzeit können Eltern bis zu 67 Prozent ihres Lohns vom Staat erhalten, wenn sie Kinder unter zwölf Jahren wegen geschlossener Kitas und Schulen zu Hause betreuen müssen und deshalb Einkommensverluste haben. Ferien- und Schließzeiten werden nicht mitgerechnet. Die Leistung ist begrenzt auf 2016 Euro für einen vollen Monat und wird zudem maximal für sechs Wochen gezahlt. Für manche Kita-Eltern wären die Zahlungen damit Mitte Mai bereits erschöpft. Für die Einrichtungen gibt es bisher - anders als für Schulen - keine konkrete Perspektive für eine schrittweise Öffnung.

löw/oka/vks/hba/AFP/AP/dpa/Reuters