+++ News-Update am Sonntag +++ 14 Corona-Infizierte nach Geburtstagsparty - Hunderte in Quarantäne

14 Gäste der privaten Feier nahe Reutlingen hatten sich mit dem Coronavirus infiziert, nun wurden mehr als 350 Kontaktpersonen isoliert. Und: Frankreich meldet erneut mehr als 10.000 Neuinfektionen. Der Überblick.
Mehrere Ampullen von Corona-Testpersonen (Symbolbild)

Mehrere Ampullen von Corona-Testpersonen (Symbolbild)

Foto: FILIP SINGER/EPA-EFE/Shutterstock

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Vor Qualifikationsstart: Erste positive Corona-Fälle bei French Open

22.08 Uhr: Kurz vor Beginn der Qualifikation haben die Veranstalter der French Open die ersten Corona-Fälle des Turniers öffentlich gemacht. Zwei Tennisspieler, die an der am Montag beginnenden Qualifikation teilnehmen wollten, seien positiv auf Covid-19 getestet worden, hieß es am Sonntagabend in einer Pressemitteilung. Die beiden nicht namentlich genannten Profis werden daher ebenso wenig an der Qualifikation teilnehmen wie drei weitere Spieler, die in engem Kontakt mit einem positiv getesteten Trainer waren. Auch hier nannten die Veranstalter keine Namen. Das Spieler-Quintett und der Trainer werden sich nun für sieben Tage in Quarantäne begeben. 

Die Hauptfeldspiele bei den French Open beginnen am kommenden Sonntag. Wegen der Coronavirus-Pandemie war die Veranstaltung aus dem Mai in den Herbst verlegt worden. Trotz der weiter stark ansteigenden Corona-Zahlen in Frankreich wollen die Veranstalter nach wie vor, Zuschauer auf die Anlage im Stade Roland Garros zu lassen. Aktuell planen die Organisatoren mit 5000 Tennis-Fans pro Tag. 

42.561 Neuinfektionen in den USA - 655 weitere Tote

21.50 Uhr: In den USA sind binnen 24 Stunden 42.561 Neuinfektionen registriert worden. Insgesamt hätten sich damit 6,748 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt, wie die Seuchenbehörde CDC mitteilt. Die Zahl der Todesopfer sei um 655 auf 198.754 gestiegen. Die Zahlen der US Centers for Disease Control and Prevention (CDC) spiegeln nicht unbedingt die Daten wider, die die einzelnen Bundesstaaten melden.

14 Corona-Infizierte nach Geburtstagsparty - Hunderte in Quarantäne

20.10 Uhr: Nach einer privaten Geburtstagsparty in Dettingen auf der Schwäbischen Alb sind 14 Teilnehmer positiv auf das Coronavirus getestet worden. Hunderte weitere Personen befinden sich in Quarantäne. Das teilte der Leiter des Kreisgesundheitsamtes Reutlingen, Gottfried Roller, am Sonntag mit. An der Party, für die kein Hygienekonzept notwendig gewesen sei, hätten vom 12. auf den 13. September 33 Menschen teilgenommen. In Baden-Württemberg seien bis zu 100 Teilnehmer an solchen Feiern erlaubt. 

Laut Roller sind sieben Schulen im Landkreis Reutlingen mit mehr als 350 Kontaktpersonen der Kategorie 1 betroffen, das heißt, sie hatten engen Kontakt zu nachweislich Infizierten. Für sie gelte eine 14-tägige Quarantäne. Dazu kämen Kontakte zu vier Fußballvereinen mit 70 Kontaktpersonen der Kategorie 2, die beispielsweise im selben Raum mit Infizierten gewesen seien und für die eine Risikoabschätzung gemacht worden sei. Die Dimension der möglichen Ansteckungen sei durch die Erkrankung Einzelner bekannt geworden, berichtete Roller. 

Frankreich meldet mehr als 10.000 Neuinfektionen

19.30 Uhr: Frankreich verzeichnet erneut mehr als 10.000 Neuinfektionen. Binnen 24 Stunden kamen 10.569 Corona-Fälle nach einem Rekordzuwachs von 13.498 am Vortag hinzu, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Insgesamt haben sich 453.763 Personen mit dem Coronavirus infiziert. Die Zahl der Toten erhöhte sich auf 31.585.

Mehr als eine Million Corona-Tests in den USA pro Tag - Neuer Rekord

18.50 Uhr: Die Anzahl der Corona-Tests in den USA erreicht einen neuen Rekord. Am Samstag wurden dort laut Daten des Covid-Tracking-Projekts an einem Tag mehr als eine Millionen Tests durchgeführt. In der Woche zum 13. September waren es durchschnittlich nur 650.000 Tests pro Tag nach einem Höchstwert Ende Juli mit über 800.000 Tests pro Tag. Laut Experten müssten die USA jedoch auf sechs bis zehn Millionen Tests pro Tag kommen, um die Seuche unter Kontrolle zu bringen.

Großbritannien meldet rund 3900 neue Corona-Fälle

18.30 Uhr: Die britische Regierung hat am Sonntag 3899 neue Corona-Infektionen gemeldet. Das ist ein leichter Rückgang im Vergleich zu Samstag (4422). Dennoch steigt im Land die Angst vor einem zweiten Lockdown - auch deshalb hat die Regierung drastische Strafen für Quarantäne-Sünder angekündigt (mehr dazu lesen Sie hier). In den vergangenen Wochen ist die Zahl der Coronafälle in Großbritannien rapide gestiegen. Inzwischen gibt es zahlreiche örtliche Beschränkungen, Gesundheitsminister Matt Hancock schließt einen weiteren landesweiten Lockdown nicht aus.

DER SPIEGEL

Nachrichtenagentur zählt fast 31 Millionen Corona-Infizierte

18.10 Uhr: Laut einer Zählung der Nachrichtenagentur Reuters haben sich weltweit inzwischen mehr als 30,78 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert und fast eine Million sind gestorben. Die USA bleiben mit rund 6,8 Millionen bestätigten Fällen und fast 200.000 Toten das am stärksten betroffene Land, gefolgt von Indien und Brasilien.

Madrid verhängt strenge Regeln

16.45 Uhr: In Teilen der spanischen Hauptstadt gelten ab Montag strenge Corona-Beschränkungen. In Madrid seien die registrierten Fälle "doppelt so hoch wie der nationale Durchschnitt und die Zahl der Krankenhauseinweisungen ist dreimal so hoch wie der nationale Durchschnitt", sagte Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez. Die Maßnahmen gelten für zwei Wochen und betreffen vor allem Menschen im Süden der Stadt.

Konkret dürfen rund 850.000 Einwohner ihre Bezirke nicht mehr verlassen, wie die Regionalregierung mitteilte - ausgenommen sind der Weg zur Arbeit, zur medizinischen Versorgung und um Kinder zur Schule zu bringen. Zudem werden Parks geschlossen. Geschäfte, Bars und Restaurants dürfen geöffnet bleiben, wenn sie 50 Prozent weniger Gäste aufnehmen. Außerdem werden Versammlungen von mehr als sechs Personen verboten.

Die Maßnahmen richten sich vor allem gegen dicht besiedelte und einkommensschwache Viertel. Deshalb kam es am Sonntag in mehreren Bezirken zu Protesten. "Nein zu einer klassenbasierten Abriegelung" war unter anderem auf Plakaten zu lesen. Einige der Bezirke im Süden der Stadt hatten zuletzt mehr als 1000 Corona-Fälle je 100.000 Einwohner gemeldet - das ist etwa das Fünffache des nationalen Durchschnitts, der für sich bereits der höchste in der Europäischen Union ist.

Die spanischen Behörden fürchten, dass sich eine Corona-Welle von Madrid - einem Verkehrsknotenpunkt in Spanien - auf das ganze Land ausbreiten könnte.

Arbeitnehmervertreter wollen bei Prämien nicht mitwirken

15.27 Uhr: Mehrere Arbeitnehmervertreter großer Kliniken wollen bei der Umsetzung der geplanten Prämien in der Pflege nicht mitmachen. "Das von der Deutschen Krankenhausgesellschaft und den gesetzlichen Krankenkassen vorgelegte Konzept stellt uns als Betriebs- und Personalräte sowie Mitarbeitervertretungen vor Probleme", heißt es in einem Brief an Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU), der am Sonntag von der Gewerkschaft Verdi veröffentlicht wurde. Konkret wird kritisiert, dass der Bonus nur an Beschäftigte mit Covid-19-Patienten ausgezahlt werden soll.

"Das schafft Unfrieden in der Belegschaft. Dafür übernehmen wir keine Verantwortung", heißt es in dem von rund 40 Vertreterinnen und Vertretern auch diverser Unikliniken unterschriebenen Schreiben. Den Angaben zufolge sollen bei der derzeitigen Ausgestaltung rund 100.000 von 440.000 Pflegekräften von dem Bonus profitieren. Alle Beschäftigten seien für die Krankenversorgung wichtig. "Die Anerkennung ausschließlich Beschäftigten zu zollen, die Covid-19-Patientinnen und -Patienten gepflegt haben, wird der besonderen Situation nicht gerecht", so die Arbeitnehmervertreter.

Das derzeit vorgesehene Prämien-System sieht vor, dass Kliniken mit vielen Patienten 100 Millionen Euro für Prämienzahlungen bekommen. Die Krankenhäuser sollen selbst die Entscheidung über die begünstigten Beschäftigten treffen. Die Prämienhöhe soll bis zu 1000 Euro betragen können.

Auch die pflegepolitische Sprecherin der Grünen, Kordula Schulz-Asche, kritisierte die Ausgestaltung der Prämien für einen Teil der Pflegerinnen und Pfleger. Diese sei nur widerwillig und auf Kosten der Krankenkassen erfolgt, sagte die Politikerin der "Augsburger Allgemeinen" (Montag).

Auch ohne Wiesn steigen Münchner Zahlen weiter

15.16 Uhr: Während in München als Ersatz für das ausgefallene Oktoberfest eine "WirtshausWiesn" gefeiert wird, steigen die Infektionszahlen immer deutlicher über den Grenzwert von 50 Neuansteckungen pro Woche und 100.000 Einwohnern. Am Sonntag meldete das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) für die sogenannte 7-Tage-Inzidenz einen Wert von 55,6.

Am Samstag hatte er bei 54,2 gelegen. Am Freitag war die Kennziffer mit 50,7 erstmals wieder über der Grenze von 50 gestiegen, ab der zusätzliche Infektionsschutzmaßnahmen getroffen werden sollen. Die Stadt wird am Montag über das weitere Vorgehen beraten. Neben München sind den LGL-Zahlen zufolge derzeit auch Würzburg mit einer 7-Tage-Inzidenz von 79,8 und Kulmbach mit 50,1 über dem Grenzwert. Der bayernweite Durchschnitt liegt bei 21,7.

Wenige Tausend bei Demo gegen Maßnahmen in Düsseldorf

15.12 Uhr: Begleitet von starker Polizeipräsenz haben sich wenige Tausend Menschen in Düsseldorf an einer Kundgebung gegen die staatlichen Maßnahmen beteiligt. Auf der gegenüberliegenden Rhein-Seite versammelten sich zeitgleich Demonstranten der Initiative "Düsseldorf stellt sich quer" zu einer Gegenveranstaltung.

Der Protestzug, der gegen 14 Uhr starten und durch die Straßen der Innenstadt führen sollte, verzögerte sich zunächst. Die Anmelder, eine regionale Gruppe der Initiative "Querdenken", hatten im Vorfeld knapp 50.000 Teilnehmer angemeldet, die Polizei hatte sich auf bis zu 10.000 Menschen eingestellt. Die Teilnehmer müssen keine Masken tragen, aber einen Mindestabstand von 1,5 Metern zueinander einhalten. So sieht es die nordrhein-westfälische Schutzverordnung vor.

Arbeitnehmer sollen fünf Euro pro Homeoffice-Tag von der Steuer absetzen können

14.31 Uhr: Das Homeoffice soll leichter von der Steuer absetzbar sein - auch ohne eigenes Büro. Diesen Vorschlag wollen die Finanzminister von Hessen und Bayern in den Bundesrat einbringen. Es geht um bis zu 600 Euro pro Jahr.

Ausnahmezustand in Tschechien möglich

14.20 Uhr: Sollte der deutliche Anstieg an Infektionen anhalten, könnte die tschechische Regierung Gesundheitsminister Adam Vojtech zufolge den Ausnahmezustand erklären. Die Regierung solle einen solchen Schritt am Montag diskutieren, sagte er in einer Fernsehdiskussion. In den vergangenen 14 Tagen belief sich die Zahl der Infektionen pro 100.000 Einwohner in Tschechien auf 193 laut dem Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten.

Hohe Zahl an Neuinfektionen in Mexiko

14.10 Uhr: Das mexikanische Gesundheitsministerium meldet 5167 neue Fälle. Insgesamt beträgt die Zahl damit 694.121 steigen lässt. Der stellvertretende Gesundheitsminister Hugo Lopez-Gatell hält die tatsächliche Zahl der Infektionen in seinem Land aber für wesentlich höher.

Rummenigge verspricht angemessenes Verhalten von Bayern-Führungsriege

13.06 Uhr: Nach der Rüge der bayerischen Gesundheitsministerin an die Topfunktionäre des FC Bayern hat Vorstandschef Rummenigge Änderungen angekündigt - auch er sprach von einem Missverständnis in der Auslegung der Corona-Vorgaben.

Erstmals über tausend Neuansteckungen am Tag in Ungarn

12.48 Uhr: In Ungarn sind erstmals mehr als tausend Menschen innerhalb von 24 Stunden positiv getestet worden. Der Krisenstab der ungarischen Regierung gab den Rekordwert am Sonntag mit 1070 an. Sechs Menschen starben in den letzten 24 Stunden an den Folgen der Lungenkrankheit Covid-19, die durch das Virus Sars-CoV-2 ausgelöst werden kann. Seit Beginn der Pandemie im März starben in dem Zehn-Millionen-Einwohner-Land 683 Menschen mit dem Virus.

Die Zahl der Infektionen steigt in Ungarn seit Ende August stark an. Experten führen dies auf das sorglose Verhalten der Bevölkerung in den Sommermonaten zurück, als für das Land ein schwaches Infektionsgeschehen kennzeichnend war. Allein in den letzten sieben Tagen registrierten die Behörden 5681 Neuansteckungen. Die deutsche Bundesregierung hatte die Hauptstadt Budapest am vergangenen Mittwoch zum Risikogebiet erklärt.

Esken schlägt kostenlose Nachhilfe für Schüler vor

11.49 Uhr: SPD-Chefin Saskia Esken hat angesichts der Pandemie kostenlose Nachhilfe für benachteiligte Schülerinnen und Schüler ins Gespräch gebracht. "Warum eröffnen wir den Schüler*innen nicht ein Abonnement auf einer qualitätsgeprüften Nachhilfeplattform?", sagte die Politikerin den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Die Kosten könnten nach Eskens Worten mit dem Geld aufgefangen werden, das für - jetzt ausfallende - Fahrten ins Schullandheim vorgesehen gewesen sei.

"Wir müssen die Nachteile, die gerade sozial benachteiligten Familien und ihren Kindern aus der Pandemiebewältigung entstehen, so gering wie möglich halten und so weit wie möglich ausgleichen", sagte Esken. Bildungsgerechtigkeit bedeute in diesen Zeiten auch, dass Unterricht durchgehend und flächendeckend angeboten werde. Zudem müssten Kinder und Jugendliche, die etwa wegen Vorerkrankungen oder Quarantäne nicht am Präsenzunterricht teilnehmen könnten, technisch vernünftig ausgestattet werden.

Kliniken halten weniger Intensivbetten bereit

11.21 Uhr: Die deutschen Krankenhäuser halten einem Bericht zufolge trotz steigender Infektionszahlen immer weniger Betten auf ihren Intensivstationen für Patienten frei. So habe etwa die baden-württembergische Landesregierung entschieden, dass künftig statt 35 Prozent nur noch zehn Prozent der Betten für diese Patienten reserviert werden sollen, wie die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" berichtete.

Die Landesregierung folgte laut dem Bericht damit der Entwicklung in anderen Bundesländern. In Berlin seien bereits seit Juni nur noch zehn Prozent der Betten für Covid-Patienten reserviert, Niedersachsen sei Mitte Juli gefolgt. In Bayern und Brandenburg müssten die Krankenhäuser seit dem Sommer gar keine Intensivbetten mehr für Covid-Patienten freihalten, Hamburg habe die Quote im August abgeschafft. Anfang September kippte laut "FAS" auch Sachsen-Anhalt die Regelung ganz. Allein in Rheinland-Pfalz seien Krankenhäuser seit dem Frühjahr unverändert dazu angehalten, 20 Prozent ihrer Intensivbetten wegen Corona freizuhalten. Es sei nicht geplant, daran etwas zu ändern, sagte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums in Mainz.

Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, warnte davor, auf die Quotenregelungen zu verzichten. "Grundsätzlich finde ich es angesichts der aktuellen Infektionslage richtig, wenn ein Anteil von etwa zehn Prozent der Intensivbetten für Covid-Patienten freigehalten wird", sagte Reinhardt der Zeitung. Es sei aber nicht nötig, jedes dritte Bett freizulassen, wie es Baden-Württemberg lange von den Kliniken verlangte. "Trotz leicht angestiegener Infektionszahlen gab es keine erhebliche Belastung der Intensivstationen."

Für die Entscheidung, die Quote auf zehn Prozent zu senken, sei es deshalb "höchste Zeit" gewesen. Wenn es wieder mehr Patienten mit schwerem Verlauf geben sollte, bliebe den Kliniken genügend Zeit, die Kapazitäten hochzufahren. Anders als zu Beginn der Pandemie haben die deutschen Krankenhäuser inzwischen keine Engpässe mehr bei Beatmungsgeräten. Mediziner fürchten aber, dass die Covid-Patienten bei einer zweiten Welle der Infektionen nicht gut auf die Krankenhäuser verteilt werden. Zudem fehle es an Personal auf den Intensivstationen. Der Präsident des Berufsverbands der Deutschen Anästhesisten, Götz Geldner, sagte der Zeitung: "Bei einem starken Anstieg von schweren, intensivpflichtigen Covid-Fällen wird es beim Intensivpflegepersonal Engpässe geben." Es gebe nicht genügend gut ausgebildetes Personal.

Geldstrafen für Verstöße gegen Quarantäne-Pflicht in England

10.20 Uhr: Als Reaktion auf die drastisch zunehmenden Infektionen in England führt die Regierung hohe Geldstrafen für Verstöße gegen die Quarantäne-Regeln ein. Wer positiv auf das Virus getestet wird oder nach Kontakt zu Infizierten von den Gesundheitsbehörden zur Selbstisolierung angehalten wird, muss sich künftig zwingend in Quarantäne begeben. Wird diese Pflicht missachtet, drohen Geldstrafen von mehreren Tausend Euro. Die neue Vorschrift tritt in England am 28. September in Kraft und soll möglicherweise auf ganz Großbritannien - also auch Schottland, Wales und Nordirland - ausgedehnt werden.

"Die Nation steht vor einem Wendepunkt und wir haben die Wahl", sagte der britische Gesundheitsminister Matt Hancock dem Sender Sky News. "Die Wahl besteht darin, dass sich entweder alle an die Regeln halten ... oder wir müssen weitere Maßnahmen ergreifen".

Die Mindeststrafe für Verstöße soll bei umgerechnet 1100 Euro liegen, Wiederholungstätern drohen Geldbußen bis zu 11.000 Euro. Der Höchstbetrag wird auch für Unternehmen fällig, die Beschäftigte an den Arbeitsplatz beordern, obwohl diese eigentlich in Selbstquarantäne bleiben müssten. Geringverdiener, die aus Infektionsschutzgründen zu Hause bleiben müssen und nicht im Homeoffice arbeiten können, sollen zur Entschädigung eine Einmalzahlung von umgerechnet 550 Euro bekommen.

Wegen der sich dramatisch verschlimmernden Lage droht Großbritannien zurzeit ein erneuter landesweiter Lockdown. Johnson hatte am Freitag gesagt, auch wenn sich niemand eine solche Maßnahme wünsche, sei die zweite Ausbruchswelle auch in Großbritannien angekommen. Einem Bericht der "Financial Times" zufolge hat das wissenschaftliche Beratergremium der Regierung ("Sage") einen zweiwöchigen Lockdown während der Schulferien im Oktober empfohlen, um die stark steigenden Infektionszahlen in den Griff zu bekommen.

Weiter steigende Zahlen und neue Einschränkungen in Frankreich

10.08 Uhr: Im Kampf gegen die steigenden Zahlen verhängen immer mehr Städte und Departements in Frankreich strengere Regeln. Ab Montag sind im Departement Indre-et-Loire in der Mitte des Landes Tanzabende und von Studentengemeinschaften organisierte Abende verboten, ebenso Aperitifs, Umtrunke und Snacks im Stehen. Untersagt werden zudem Essensplatten für mehrere. Bars in geschlossenen Räumen ohne Sitzmöglichkeiten bleiben zu, wie die zuständige Präfektur am Samstag mitteilte. Toulouse, Nizza, Bordeaux und Marseille haben bereits ähnliche Regeln eingeführt. Die französischen Gesundheitsbehörden meldeten am Samstagabend einen neuen Höchstwert von 13.498 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden. In den vergangenen sieben Tagen kamen 3853 Covid-19-Patienten ins Krankenhaus, davon 593 auf Intensivstationen.

Söder: Weihnachtsmärkte wegen Corona mit weniger Alkoholkonsum

9.11 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder kann sich Weihnachtsmärkte in diesem Jahr trotz Corona-Pandemie vorstellen - mit Maskenpflicht und weniger Alkohol. "Für die Weihnachtsmärkte muss man sich kluge Konzepte überlegen. Man kann beispielsweise Laufwege mit Eingang und Ausgang definieren, man muss mit Maskenpflicht operieren und man wird den Alkoholkonsum stark reduzieren müssen", sagte der CSU-Chef der "Welt am Sonntag". "Dann kann ich mir die Christkindlmärkte vorstellen, die allerdings anders sind als die normalen - und nur, wenn es das regionale Infektionsgeschehen zulässt."

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte kürzlich gesagt, wenn es gelinge, Weihnachtsmärkte mit Hygiene, Abstand und Masken zu versehen, ohne ihren Charakter infrage zu stellen, könnte es das sicherlich auch geben.

Appell an Uno: Wegen Pandemie stärker gegen Hunger und Armut vorgehen

9.00 Uhr: Weil die Pandemie zugleich die weltweite Ernährungslage verschlechtert, fordert die Kinderhilfsorganisation World Vision mehr Engagement gegen Hunger, Armut und Ungleichheit. Diesen Appell richtete sie am Sonntag vor den Veranstaltungen zum 75. Geburtstag der Vereinten Nationen in New York an die Weltgemeinschaft. Aktuell leiden demnach weltweit 820 Millionen Menschen an Hunger. Jedes siebte Kind unter fünf Jahren sei untergewichtig.

"Die Pandemie wird besonders Länder im Globalen Süden hart treffen", sagte World Vision voraus. Das Ziel, dem vermeidbaren Sterben von Kindern endlich ein Ende zu setzen, werde weit verfehlt, beklagte Marwin Meier von World Vision Deutschland. 5,2 Millionen Kinder seien allein 2019 vor ihrem fünften Lebensjahr an den Folgen von Hunger, Lungenentzündungen, Komplikationen bei der Geburt, Durchfallerkrankungen und Malaria gestorben. "Die Sekundärfolgen der Covid-19-Pandemie werden uns leider weiter zurückwerfen", sagte Meier.

"Pausierte Impfkampagnen, überlastete Gesundheitssysteme und unterbrochene Kinderernährungsprogramme gefährden den bisher so hart erkämpften Fortschritt. Wieder einmal trifft es die Schwächsten der Menschheit am härtesten." Die Pandemie hat dem Uno-Kinderhilfswerk Unicef zufolge 150 Millionen Kinder zusätzlich in die Armut gestürzt. Seit Ausbruch der Atemwegserkrankung sei die Zahl der in Ländern mit geringen oder mittleren Durchschnittseinkommen und in Armut lebenden Kinder um 15 Prozent auf etwa 1,2 Milliarden gestiegen, heißt es.

NHL plant mit 82 Saisonspielen - allerdings wohl mit späterem Start

8.50 Uhr: Trotz der Krise plant die nordamerikanische Eishockey-Profiliga NHL in der kommenden Saison mit dem vollen Programm von 82 Hauptrundenspielen für jeden Klub, der Start wird sich aber wohl weiter verschieben. "Wir rechnen mit einer kompletten Saison, 82 Spiele, komplette Playoffs", sagte NHL-Commissioner Gary Bettman am Samstag (Ortszeit).

Der vorgesehene Starttermin am 1. Dezember könnte auf das Jahresende oder in den Januar 2021 verlegt werden. "Es gibt immer noch so vieles, was wir nicht wissen", sagte Bettman, "niemand kann mir sagen, ob die Grenze zwischen Kanada und den USA zu einem bestimmten Datum offen sein wird. Niemand kann mir sagen, wie die Situation mit Covid-19 sein wird. Niemand kann mir sagen, ob wir teilweise oder komplett gefüllte Arenen haben können."

In den USA sind die Infektionszahlen weiter extrem hoch. Deshalb könnte es sein, dass die NHL die neue Spielzeit mit Geisterspielen beginnen muss. Die Playoffs wurden in den "Blasen" Toronto und Edmonton ohne Zuschauer ausgetragen. Auch die Finalserie in Edmonton findet vor leeren Rängen statt.

Philologenverband: Elternabende gerade jetzt wichtig

8.45 Uhr: Elternabende sind aus Sicht des Deutschen Philologenverbands gerade jetzt wichtig. Es gebe einen großen Abstimmungsbedarf, sagte die Verbandsvorsitzende Susanne Lin-Klitzing der Deutschen Presse-Agentur. Ob ein digitaler Elternabend eine gute Alternative sei, müsse immer abgewogen werden. "Da, wo Eltern sich noch nicht kennen, da, wo Elternvertreter gewählt werden, da ist ein digitaler Elternabend vermutlich kein guter Ersatz. Wo die digitalen Möglichkeiten vorhanden sind und Einverständnis hergestellt ist, sollten mit digitalen Elternabenden Erfahrungen gesammelt werden."

Ilka Hoffmann, GEW-Vorstandsmitglied für den Schulbereich, findet Online-Elternabende schwierig. "Manche Eltern kommen technisch gar nicht mit einer Videokonferenz klar. Auch unter Lehrern sind die Kompetenzen da sehr unterschiedlich. Das schließt dann auch wieder manche Menschen aus", sagte sie. Einen Elternabend um jeden Preis brauche es in Corona-Zeiten nicht. "Elternabende dienen vor allem der Information. Und auch sonst kommen nicht immer alle Eltern." Da reiche vielleicht auch einfach ein gut formulierter und klar verständlicher Brief. "Und wenn jemand Fragen hat, ruft er an."

DER SPIEGEL

Vor Uno-Generaldebatte: Gerechte Verteilung vom Impfstoffen gefordert

8.32 Uhr: Die Entwicklungsorganisation One hat die Weltgemeinschaft aufgefordert, gemeinsam für eine gerechte Verteilung von künftigen Impfstoffen zu sorgen. "Impf-Nationalismus ist wie ein Gift - und das ist das Letzte, was wir gerade brauchen", sagte der deutsche One-Direktor Stephan Exo-Kreischer mit Blick auf die Dienstag in New York beginnende Generaldebatte zum 75-jährigen Bestehen der Vereinten Nationen.

In der Pandemie schienen viele Regierungen zu vergessen, "dass es für globale Herausforderungen keine nationalen Lösungen gibt", beklagte Exo-Kreischer. Viele Länder schlössen Geschäfte mit Pharmafirmen ab, um sich Vorrechte für einen Impfstoff zu sichern. "Dabei denkt kaum einer daran, wie dieser Impfstoff auch den Menschen zugänglich gemacht werden kann, die am stärksten von Armut betroffen sind." Im Schnitt seien neue Medikamente bisher mit sieben Jahren Verzögerung in Entwicklungsländern angekommen.

"Wir fordern die Weltgemeinschaft auf, endlich an einem Strang zu ziehen", sagte Exo-Kreischer. "Konkret heißt das, dass insbesondere die reichen Industrieländer Geld in die Hand nehmen und es in die Covax-Initiative investieren." In diesem Vorhaben arbeiten die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die globalen Allianzen Gavi und Cepi daran, einen Impfstoff zu entwickeln und diesen auch den Ländern zur Verfügung zu stellen, die am stärksten von Armut betroffen sind - und das zu einem bezahlbaren Preis. "Deutschland kann hier eine Führungsrolle einnehmen, indem es mit gutem Beispiel vorangeht und diese internationale Impf-Initiative finanziell unterstützt", sagte Exo-Kreischer.

Weniger Schiffsverkehr: Rosa Delfine kehren nach Hongkong zurück

8.00 Uhr: Rosafarbene Delfine kommen wegen des reduzierten Schiffsverkehrs in der Krise zurück in die Gewässer um Hongkong. Rund um die chinesische Sonderverwaltungsregion drängen sich normalerweise Containerschiffe und Fähren. Nun wird der in der Region selten gewordene Meeresbewohner immer häufiger gesichtet.

Die Säugetiere, auch als chinesischer weißer Delfin bekannt, kehren allmählich nach Hongkong zurück, nachdem die Covid-19-Beschränkungen die Lärmbelastung verringert und die Lebensraumbedingungen für die Tiere verbessert haben, wie Wissenschaftler der Hongkonger Zeitung "South China Morning Post" berichteten. Meeresforscher der St. Andrews University in Großbritannien sagten der Hongkonger Zeitung, dass Sichtungen der seltenen Delfine um 30 Prozent gestiegen seien. Den Forschern zufolge ermöglichten die ruhigeren Gewässer den Delfinen, sich in größeren Gruppen zu versammeln und mehr Kontakte zu knüpfen, was eine genauere Untersuchung des Verhaltens der Säugetiere ermögliche.

Die Delfine, die ihren rosa Farbton von sichtbaren Blutgefäßen erhalten, sind in der Mündung des Pearl River westlich von Hongkong beheimatet und kommen auch in den Gewässern um Macau, Taiwan und Singapur vor. Wegen des immer dichteren Schiffsverkehrs nahmen ihre Sichtungen im Laufe der Jahre ab.

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Scheuer kündigt Gipfeltreffen zur Rettung der Luftverkehrswirtschaft an

7.14 Uhr: Verkehrsminister Andreas Scheuer plant ein Gipfeltreffen, das sich mit den Folgen der Pandemie für die Flugbranche beschäftigen soll. Im Fokus stehen offenbar die Regionalflughäfen.

Alle Artikel zum Coronavirus

Am 31. Dezember 2019 wandte sich China erstmals an die Weltgesundheitsorganisation (WHO). In der Millionenstadt Wuhan häuften sich Fälle einer rätselhaften Lungenentzündung. Mittlerweile sind mehr als 180 Millionen Menschen weltweit nachweislich erkrankt, die Situation ändert sich von Tag zu Tag. Auf dieser Seite finden Sie einen Überblick über alle SPIEGEL-Artikel zum Thema.

1345 Corona-Neuinfektionen in Deutschland registriert

7.00 Uhr: Das Robert Koch-Institut hat am Sonntag erwartungsgemäß eine vergleichsweise niedrige Zahl an neuen Infektionen gemeldet. Die Gesundheitsämter hatten binnen einem Tag 1345 Fälle übermittelt, wie das RKI am Morgen bekannt gab. An Sonntagen wie auch an Montagen sind die gemeldeten Fallzahlen erfahrungsgemäß meist niedriger, auch weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI melden.

Am Samstag war mit 2297 neuen Corona-Infektionen der höchste Wert seit April erreicht worden. Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März/Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. Die Zahl war dann in der Tendenz gesunken und im Juli wieder gestiegen. Im August lag die Zahl der Fälle dann einmal bei knapp über 2000 (2034). Die Zahl der erkannten Neuinfektionen ist auch davon abhängig, wie viele Menschen getestet werden.

Seit Beginn der Krise haben sich nach den Zahlen des RKI mindestens 271.415 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9386 - das sind zwei Todesfälle mehr als am Vortag. Bis Sonntagmorgen hatten rund 240.700 Menschen die Infektion überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Lagebericht vom Samstag bei 1,27 (Vortag: 1,16). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 1,24 (Vortag: 1,21). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

sak/ulz/pgo/dpa/Reuters/AFP
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