Corona-News am Sonntag Frankreich beschließt härtere Einschränkungen

Für Ungeimpfte ab 16 Jahren reicht in Frankreich ein negativer Test bald nicht mehr aus, um Zugang zu zahlreichen Orten zu bekommen. Und: In den Niederlanden protestieren Tausende. Der Überblick am 17. Januar.
Paris in der Coronapandemie (Symbolfoto)

Paris in der Coronapandemie (Symbolfoto)

Foto: Thibault Camus / dpa

Das war das Corona-Update am Sonntag.

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+++ Frankreich beschließt härtere Einschränkungen +++

19.59 Uhr: Das französische Parlament hat im Kampf gegen die fünfte Coronawelle drastischen Zugangsbeschränkungen für Ungeimpfte endgültig zugestimmt. In der Nationalversammlung sprachen sich am Sonntagabend 215 Abgeordnete dafür aus, 58 stimmten dagegen. Sieben Abgeordnete enthielten sich. Das Gesetz sieht vor, dass ungeimpfte Menschen ab 16 Jahren künftig keinen Zugang mehr zu Gastronomie, Kultureinrichtungen und dem Fernverkehr haben sollen.

Frankreichs Regierung will angesichts enorm hoher Infektionszahlen weitere Anreize für eine Coronaimpfung setzen. Mit der Regelung soll der aktuell geltende Gesundheitspass, der Nachweis über eine Impfung, eine Genesung oder einen aktuellen negativen Coronatest gibt, zum Impfpass umgewandelt werden. Ein negativer Test reicht damit bald nicht mehr aus, um Zugang zu zahlreichen Orten zu bekommen.

Ursprünglich sollte die Regelung bereits zum 15. Januar greifen. Wegen hitziger Debatten in der Nationalversammlung sowie zwischen den beiden Parlamentskammern verzögerte sich das Vorhaben. Wann genau die Neuerung in Kraft tritt, ist noch unklar. Einzelne Abgeordnete hatten angekündigt, den Verfassungsrat wegen des Textes anrufen zu wollen.

In den vergangenen Wochen waren die Infektionszahlen in Frankreich rapide angestiegen. Zuletzt lag die registrierte Zahl der Ansteckungen innerhalb einer Woche auf 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner landesweit bei etwa 2829.

Aus Protest gegen die geplanten Einschränkungen sowie die Corona-Politik der Regierung waren am Samstag in verschiedenen französischen Städten etwa 54.000 Menschen auf die Straße gegangen. Für Aufsehen sorgte dabei ein Foto rechter Demonstranten, die ihre Arme schräg nach oben streckten – aus Sicht mancher Beobachter zum Hitlergruß. Innenminister Gérald Darmanin schrieb, dass auf sein Bitten hin die Justiz informiert worden sei.

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Grünen kritisieren Verzicht auf FFP2-Maskenpflicht in NRW

23.20 Uhr: Die nordrhein-westfälische Grünen-Vorsitzende Mona Neubaur fordert angesichts der rasant steigenden Coronazahlen eine FFP2-Maskenpflicht in Geschäften, Restaurants, Bussen und Bahnen. »Eine FFP2-Maskenpflicht in geschlossenen Räumen, beispielsweise in der Gastronomie, im Einzelhandel und im öffentlichen Nahverkehr, aber auch an Orten im Freien, wo Abstände nicht eingehalten werden können, wäre ein mildes, aber effektives Mittel im Kampf gegen die Pandemie«, sagte Neubaur der »Westdeutschen Allgemeinen Zeitung« (Montag). Es sei nicht nachvollziehbar, warum die Landesregierung auf eine Pflicht verzichte.

Anders als in anderen Bundesländern gibt es in Nordrhein-Westfalen an solchen Orten bisher keine Pflicht zum Tragen der hochwertigeren Schutzmasken. Stattdessen können dort auch die einfacheren und billigeren OP-Masken getragen werden. Die Landesregierung hat bislang nur eine dringende Empfehlung für FFP2-Masken etwa beim Einkaufen oder in Bussen und Bahnen ausgesprochen.

Dabei gilt es inzwischen als weitgehend gesichert, dass FFP2-Masken einen extrem hohen Schutz vor einer Coronainfektion bieten, sofern sie richtig getragen werden. Zuletzt hatte eine Studie des Göttinger Max-Planck-Instituts für Dynamik und Selbstorganisation ergeben, dass die Ansteckungsgefahr in diesem Fall auch nach 20 Minuten nur bei gut einem Promille (0,1 Prozent) liegt, wenn sich ein infizierter und ein gesunder Mensch in einem Innenraum auf kurzer Distanz begegnen.

Drei Wochen alter Säugling in Katar nach Coronainfektion gestorben

21.21 Uhr: Ein drei Wochen alter Säugling ist in Katar an den Folgen einer Coronainfektion gestorben. »Er hatte keine anderen gesundheitlichen Probleme oder bekannten Erbkrankheiten«, teilte das Gesundheitsministerium am Sonntag mit. Demnach ist es der zweite tödliche Verlauf einer Coronainfektion bei einem Kind in Katar seit Beginn der Pandemie.

Die Sterblichkeit durch das Coronavirus ist bei Kindern im Allgemeinen sehr gering. In der aktuellen Ansteckungswelle wegen der Omikron-Variante sei in Katar die Zahl der infizierten Kinder und Krankenhauseinweisungen jedoch stark gestiegen, erklärte das Ministerium.

Die tägliche Zahl der Neuinfektionen stieg in den vergangenen Tagen auf etwa 4000. Die größte staatliche Krankenhausgruppe des Landes setzte deshalb Ende Dezember den Urlaub aller Beschäftigten aus, die mit Covid-19-Patienten arbeiten. Katar mit seinen 2,6 Millionen Einwohnern hat bislang knapp 300.000 Coronafälle und rund 600 Todesopfer verzeichnet.

Großbritannien meldet gut 70.000 Neuinfektionen

17.13 Uhr: Die Behörden in Großbritannien haben 70.924 neue Coronainfektionen und 88 Todesfälle binnen 24 Stunden registriert – allerdings sind dabei keine Meldungen aus Schottland enthalten. Die Daten aus Schottland seien aus technischen Gründen nicht eingeflossen, teilte die britische Regierung mit. Am Samstag war die Zahl der Neuinfektionen binnen 24 Stunden mit 81.713 angegeben worden.

Einzelhandel verzeichnet zunehmend Angriffe bei Impfnachweis-Kontrollen

16.45 Uhr: Der Einzelhandel beklagt immer mehr Angriffe auf Mitarbeiter bei der Kontrolle von Corona-Impfnachweisen. »Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden beschimpft, bespuckt und auch aggressiv körperlich angegangen«, sagte der Hauptgeschäftsführer des Branchenverbandes HDE, Stefan Genth, dem Nachrichtenportal »T-online« . »Vorfälle dieser Art sind unerträglich.« Menschen, die sich derart rücksichtslos verhielten, müssten klare Grenzen gesetzt werden. Mit der Kontrolle der Maskenpflicht und von 2G-Regeln übernehme der Handel staatliche Aufgaben. »Das darf nicht zum Dauerzustand werden. Das ist eine massive Überforderung der Unternehmen.«

Der Verband plädiert dafür, die 2G-Regel zum Zugang nur für Geimpfte und Genesene im Einzelhandel wieder abzuschaffen oder zumindest anzupassen. »Es ist nicht einzusehen, warum in der U-Bahn, in der man eng an eng steht, stichprobenartige Kontrolle ausreicht, während beim Einkauf, wo Abstände eingehalten werden und die Aufenthaltsdauer geringer ist, jeder einzelne Kunde kontrolliert werden muss«, sagte Genth. Man müsse zu Stichprobenkontrollen übergehen dürfen. Zudem bekräftigte er die Forderung nach einer gesetzlichen Impfpflicht.

Niederlande: Tausende bei Protesten gegen Coronapolitik

14.50 Uhr: In Amsterdam sind am Sonntag erneut Tausende Menschen zusammengekommen, um gegen die Coronapolitik der niederländischen Regierung zu protestieren. An den Protestaktionen beteiligten sich auch Bauern, die mit mehreren Traktoren nach Amsterdam gekommen waren, wie die niederländische Nachrichtenagentur ANP berichtete.

Zu den Demonstrationen in mehreren Vierteln Amsterdams sowie auf dem zentralen Platz vor dem Rijksmuseum hatte die Aktionsgruppe »Nederland in Verzet« (»Niederlande im Widerstand«) aufgerufen. Damit sollte an die als »Kaffeeschlacht« bezeichneten gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizisten am 17. Januar vorigen Jahres erinnert werden. Die seinerzeit oft verbotenen Coronademos waren von den Veranstaltern als gemeinsames öffentliches »Kaffeetrinken« deklariert worden.

Die Behörden der niederländischen Hauptstadt erklärten die betroffenen Gegenden am Sonntag zu Sicherheitszonen. Dadurch erhielt die Polizei die Befugnis, Personen präventiv zu durchsuchen. Laut ANP befürchtete sie, dass einige Teilnehmer Feuerwerkskörper oder Waffen bei sich haben. Bürgermeisterin Femke Halsema appellierte an die Demonstranten, sich an die Coronaregeln zu halten; anderenfalls werde die Polizei eingreifen.

Nach fast vier Wochen hatte die Regierung in Den Haag am Freitag einen strengen Corona-Lockdown teilweise aufgehoben. Geschäfte, Friseure und Sportclubs sowie Hochschulen dürfen wieder öffnen. Jedoch müssen Gaststätten, Museen, Theater und Kinos weiter geschlossen bleiben.

Österreich hält an Einführung der Impfpflicht im Februar fest

14.25 Uhr: Österreich will als erstes EU-Land die Impfpflicht gegen das Coronavirus wie geplant Anfang Februar einführen. Das geht aus dem Gesetzentwurf hervor, den die Regierung am Sonntag vorstellte. Die Impfpflicht soll für Personen ab 18 und nicht, wie bislang geplant, ab 14 Jahren gelten. Kontrollen sollen Mitte März beginnen, darunter im Straßenverkehr, wie Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) sagte. Für Impfverweigerer gilt ein Strafrahmen von 600 bis 3600 Euro, wenn sie einer Impfaufforderung nicht nachkommen und einen gesetzten Impftermin verstreichen lassen.

Das Gesetz gilt für alle Menschen mit Wohnsitz in Österreich. Ausnahmen sind für Schwangere und Menschen vorgesehen, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können. Genesene sollten für 180 Tage ausgenommen sein. Das Parlament soll das Gesetz am kommenden Donnerstag beschließen. Das gilt als Formsache, weil die Regierungskoalition aus der konservativen ÖVP und den Grünen über die nötige einfache Mehrheit verfügt.

Von den Oppositionsparteien lehnt nur die von 2017 bis 2019 mitregierende rechte FPÖ eine Impfpflicht kategorisch ab. Gegner des Gesetzes kritisieren unter anderem, dass Impfungen vorgeschrieben werden, die die Weitergabe des Virus nur unzureichend verhindern.

»Es geht nicht um einen Kampf Geimpfte gegen Ungeimpfte«, sagte Bundeskanzler Karl Nehammer. Vielmehr gehe es darum, dass die ganze Gesellschaft wieder in Freiheit leben könne. Er wurde im Januar selbst positiv getestet. Er habe aber dank seiner Impfung immer die Zuversicht gehabt, nicht ins Krankenhaus zu müssen, sagte er. Nehammer erholte sich nach eigenen Angaben schnell.

Lauterbach stimmt auf »sehr schwere Wochen« ein

14.20 Uhr: Gesundheitsminister Karl Lauterbach warnt vor einer hohen Zahl an Toten und massiven Einschränkungen bei Krankenhausbehandlungen in der aktuellen Omikronwelle. »Uns drohen in Deutschland sehr schwere Wochen«, sagte der SPD-Politiker der »Bild am Sonntag«. »Wir dürfen uns mit Blick auf die aktuell sinkenden Krankenhauszahlen insbesondere auf den Intensivstationen nicht in Sicherheit wiegen.«

Die Situation in den Kliniken werde sich wieder verschärfen, so Lauterbach. Momentan erkrankten vor allem die Jüngeren, die viele Kontakte hätten. Wenn sich die Älteren infizierten, werde die Zahl der Klinikeinweisungen wieder steigen. »Da kann es, je nach Entwicklung, nicht nur bei den Intensivstationen knapp werden, sondern auch auf den normalen Stationen. Es droht die Schließung ganzer Abteilungen«, sagte er. »Eine Durchseuchung bedeutet, dass Hunderttausende schwer krank werden und wir wieder viele Tausend Coronatote beklagen müssen.«

Eine Ansteckung mit der Omikron-Variante ist zudem Lauterbach zufolge keine Alternative zur Impfung: »Der Ungeimpfte, der jetzt Omicron Infektion bekommt, wird im Herbst gegen andere Varianten wenig Schutz haben«, twitterte der SPD-Politiker. »Omicron ersetzt Impfung nicht.«

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Bundeswehr ermittelt gegen Dutzende Impfverweigerer in Uniform

13.45 Uhr: Nach der Einführung einer allgemeinen Impfpflicht hat die Bundeswehr nach SPIEGEL-Informationen bereits Dutzende Disziplinarverfahren gegen Soldaten eingeleitet, die sich nicht gegen Covid-19 schützen lassen wollen. Laut einer internen Aufstellung des Verteidigungsministeriums laufen derzeit 50 bis 60 Verfahren gegen Soldaten, die trotz der sogenannten Duldungspflicht die Impfung gegen Covid-19 vehement ablehnten.

Die bisher nicht bekannte Zahl der eingeleiteten Verfahren nannte das Wehrressort am vergangenen Mittwoch in einer vertraulichen Sitzung des Verteidigungsausschusses. Für die rund 180.000 Soldaten und Soldatinnen gilt das Ablehnen der Impfung seit Ende November als Befehlsverweigerung. Zunächst drohen den Impfmuffeln in Uniform Disziplinarstrafen. Letztlich läuft die Verweigerung der Impfung jedoch auf eine Entfernung aus der Truppe hinaus.

In den vergangenen Wochen hatten mehrere Impfverweigerer in Uniform für Schlagzeilen gesorgt. Ein Oberfeldwebel drohte sogar mit Gewaltaktionen gegen die Impfpflicht. Er und andere Soldaten traten auch auf Demos gegen die Coronapolitik auf. Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) hatte Impfverweigerer in der Truppe als unkameradschaftlich kritisiert und ein entschiedenes Vorgehen gegen sie angekündigt.

Der Militär-Geheimdienst MAD ermittelt derzeit gegen mehrere Soldaten, die als radikale Impfverweigerer aufgefallen sind, einige pflegen Verbindungen zur sogenannten Querdenker-Szene. MAD-Chefin Martina Rosenberg berichtete vergangene Woche im Verteidigungsausschuss, bei mehreren der Verdachtsfälle sei festzustellen, dass die Soldaten bereits zuvor wegen einer möglichen rechtsextremen Haltung aufgefallen seien.

Krankenhäuser warnen vor Überlastung durch Omikron-Infizierte

10.34 Uhr: Die rasche Ausbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus lässt die Patientenzahlen in den Kliniken steigen: In Regionen mit besonders hohen Inzidenzzahlen wie etwa Bremen, Berlin, Hamburg und Schleswig-Holstein mache sich die Omikron-Welle bereits bemerkbar, sagte der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß, der »Augsburger Allgemeinen«. Dort seien mehr Patientenaufnahmen mit Covid-Erkrankungen auf den Normalstationen zu verzeichnen – allerdings noch nicht auf den Intensivstationen.

Es sei aber mit zusätzlichen Belastungen zu rechen, sagte Gaß. »Wenn die Modelle sich bewahrheiten und wir schon sehr bald mit mehr als 100.000 Infizierten pro Tag rechnen müssen, werden auch weiterhin viele Patienten im Krankenhaus versorgt werden müssen«, sagte er. »Im Unterschied zu vorangegangenen Wellen werden Patienten in den kommenden Wochen aber wohl vermehrt in den Normalstationen ankommen, da die Wahrscheinlichkeit, einen schweren Verlauf zu haben, bei Omikron geringer ist.«

Aktuell würden rund 3000 Coronapatienten auf den Intensivstationen versorgt, sagte der Krankenhausgesellschafts-Präsident. »Das sind zwar deutlich weniger als auf dem Höhepunkt der vierten Welle, aber wir sind weiterhin auf einem hohen Niveau.« Er appellierte auch mit Blick auf die Personalnot an Haus- und Fachärzte, Patienten, die nicht unbedingt im Krankenhaus behandelt werden müssten, soweit es geht ambulant zu versorgen.

Iran meldet Todesfälle wegen Omikron

6.53 Uhr: Das iranische Gesundheitsministerium hat erstmals Todesfälle nach einer Omikron-Infektion gemeldet. Bislang seien drei Iraner an der neuen Variante gestorben, mehr als 1100 Menschen hätten sich landesweit damit infiziert, hieß es am Sonntag laut der Nachrichtenagentur Tasnim aus dem Ministerium. Trotz der akuten Wirtschaftskrise plant die Regierung in Teheran demnach erneut strenge Coronaeinschränkungen bis hin zu einem Lockdown.

Der Iran war bis Sommer von der Coronapandemie besonders stark betroffen, doch die Lage entspannte sich nach einer Beschleunigung der Impfkampagne. Bislang sind mehr als 60 Prozent der fast 84 Millionen Iraner doppelt geimpft, auch Auffrischungsimpfungen werden bereits verabreicht. Seit dem Ausbruch der Pandemie im Februar 2020 wurden im Land mehr als 132.000 Coronatote und mehr als 6,2 Millionen Infizierte registriert.

Schulze gegen Freigabe von Impfstoffpatenten

6.35 Uhr: Im Streit über die Freigabe von Patenten für Coronaimpfstoffe hat sich Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze (SPD) unnachgiebig gezeigt. »Ich bezweifle, dass die Entwicklungsländer leichter an Impfstoffe herankommen, wenn wir die Patente freigeben«, sagte Schulze den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montagsausgaben). Hilfreich seien Unternehmenspartnerschaften für die Produktion der mRNA-Impfstoffe in Lizenz. Das Know-how dazu müsse »in Entwicklungsländer weitergegeben werden«, forderte die Ministerin.

Schulze bestritt, bei den Patenten den Konflikt mit den Herstellern zu scheuen. »Ich bin hier für Pragmatismus. Theoretische Fundamentalpositionen bringen uns nicht weiter«, mahnte sie. »Es kommt darauf an, dass die Produktion läuft. Und das geht gerade jetzt in der Pandemie am besten und am schnellsten mit den Unternehmen zusammen.«

Zugleich warb die SPD-Politikerin dafür, Entwicklungsländer beim Aufbau einer eigenen Impfstoffproduktion zu unterstützen. »Mein Ziel ist, dass Entwicklungsländer in Zukunft nicht mehr auf Impfstoffspenden angewiesen sein werden«, sagte Schulze. Dafür sei es »ganz zentral, dass sie eine eigene Impfstoffproduktion aufbauen«. Deutschland helfe dabei »mit Geld und Know-how«. Dafür werbe sie auch in der EU und im Rahmen der deutschen G7-Präsidentschaft.

»Querdenker« schicken Drohschreiben an Schulen

6.10 Uhr: »Querdenker«, »Reichsbürger« und sogenannte Selbstverwalter haben nach Angaben der Bundesregierung mit Aktionen vor Schulen und auch mit Drohschreiben gegen die geltenden Coronamaßnahmen mobil gemacht. Der Bundesregierung sei bekannt, dass Gegner der Maßnahmen und der Impfkampagne in einzelnen Fällen vor Schulgebäuden demonstrierten und »dabei zuweilen auch das Zwiegespräch mit Schülern suchten«. Das ergab sich aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der Linken, die der Nachrichtenagentur dpa vorliegt. »Hierbei handelte es sich zum Teil auch um führende Personen der ›Querdenken-Bewegung‹«, schreibt das Ministerium weiter.

Zudem berichtet die Regierung von Briefen, E-Mails und Drohschreiben, die »Reichsbürger« und sogenannte Selbstverwalter an Schulen, Behörden, Lehrerkollegien und Kitas gesendet haben. In manchen Schreiben werden demnach »pseudo-juristische Argumente« angeführt, die den Corona- oder Maskenverordnungen ihre Rechtsgültigkeit absprechen. »Reichsbürger« und »Selbstverwalter« erkennen die Bundesrepublik Deutschland und ihr Rechtssystem nicht an.

Kultursektor darf in Dänemark wieder öffnen

6.01 Uhr: Dänemark hat in den vergangenen Wochen einen immensen Anstieg der Neuinfektionszahlen erlebt – trotzdem werden beim nördlichsten deutschen Nachbarn die Coronabeschränkungen für den Kultursektor gelockert. Museen, Zoos, Vergnügungsparks und andere Einrichtungen dürfen ab diesem Sonntag wieder öffnen. Gleiches gilt für Kinos, Theater und Veranstaltungsorte wie Konzerthallen, hier mit einer Obergrenze für Besucher. Vielerorts müssen Besucher aber einen Mund-Nasen-Schutz tragen und per Corona-Pass belegen, dass sie geimpft, genesen oder negativ getestet worden sind. In Diskotheken können die Däninnen und Dänen dagegen noch nicht wieder gehen: Das Nachtleben bleibt bis mindestens Ende des Monats geschlossen.

Umfrage – Mehrheit der Deutschen für Impfpflicht

5.42 Uhr: Eine deutliche Mehrheit der Menschen in Deutschland würde eine Impfpflicht befürworten. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage mit 1004 Befragten des Meinungsforschungsinstitutes Insa für die »Bild am Sonntag« hervor. Dem Bericht zufolge befürworten 60 Prozent eine allgemeine Impfpflicht, 33 Prozent seien dagegen. 71 Prozent glaubten zudem, dass die Bundesregierung keine klare Richtung in der Corona-Politik vorgebe. Das Gegenteil glaubten 23 Prozent. 61 Prozent der Befragten meinten, dass Olaf Scholz in der Corona-Politik zu wenig Führungsstärke zeige, das Gegenteil glaubten 26 Prozent.

Corona-Pandemie führt zu Engpässen bei Tierimpfstoffen

Foto: Armin Weigel / dpa

5.01 Uhr: Die Coronapandemie hat offenbar auch zu einem Mangel an Impfstoffen für Haustiere geführt. »Seit letztem Jahr kommt es immer wieder zu Engpässen«, sagte Astrid Behr, Sprecherin des Bundesverbands praktizierender Tierärzte in Frankfurt am Main. Zu Zeit seien vor allem Vakzine für Katzen, aber auch für Kaninchen betroffen. »Für Tierhalter bleibt nur die Absprache mit dem Haustierarzt und informiert zu werden, sobald wieder Impfstoff da ist.«

Ursache sei neben teilweise unterbrochenen Lieferketten die gestiegene Nachfrage nach Haustieren während der Coronazeit, die wiederum mit einem erhöhten Bedarf an Impfstoffen einhergehe, sagte ein Sprecher des Herstellers Boehringer Ingelheim. Der könne derzeit nicht vollständig abgedeckt werden. So seien Anpassungen der Produktionsmenge von Impfstoffen »aufgrund der komplexen Natur biologischer Produkte und des streng regulierten Umfelds nur mit deutlicher Zeitverzögerung möglich«.

Kliniken fürchten mehr Covid-Kranke auf den Normalstationen

4.51 Uhr: Die deutschen Klinken spüren bereits erste Auswirkungen der Omikron-Welle durch mehr Patientenaufnahmen mit Covid-Erkrankungen auf den Normalstationen. »Wir sehen diesen Anstieg auf den Normalstationen bereits in manchen Regionen, so zum Beispiel in Bremen, Berlin, Hamburg und Schleswig-Holstein«, sagt der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß, der »Augsburger Allgemeinen«. Wenn die Modelle sich bewahrheiteten, müsse man schon sehr bald mit mehr als 100.000 Infizierten pro Tag rechnen. Viele von ihnen müssten im Krankenhaus versorgt werden. Doch wegen der hochansteckenden Omikron-Variante werde es zu mehr Personalausfällen in den Kliniken kommen. Er appelliere deshalb an Haus- und Fachärzte, Patienten, die nicht unbedingt im Krankenhaus behandelt werden müssten, soweit es gehe ambulant zu versorgen.

Peking meldet ersten Omikron-Fall – knapp drei Wochen vor Olympia

4.25 Uhr: Knapp drei Wochen vor Beginn der Olympischen Winterspiele in Peking hat die chinesische Hauptstadt erstmals einen Fall der hochansteckenden Omikron-Variante des Coronavirus registriert. Insgesamt meldeten die Gesundheitsbehörden am Sonntag 65 Infektionen für ganz China. Trotz der weiterhin niedrigen Zahlen dürfte Omikron kurz vor Beginn der Olympischen Winterspiele die strikte Null-Covid-Strategie Chinas mit Massentests, Ausgangssperren, Quarantäne und Abschottung schwer auf die Probe stellen.

RKI meldet 52.504 Neuinfektionen, Inzidenz steigt über 500

3.50 Uhr: Das Robert Koch-Institut (RKI) meldet 52.504 Corona-Neuinfektionen. Das sind 15.952 Fälle mehr als am Sonntag vor einer Woche. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz erreicht einen neuen Höchstwert und steigt auf 515,7 von 497,1 am Vortag. Der Wert gibt an, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus angesteckt haben. 47 Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus. Damit erhöht sich die Zahl der gemeldeten Todesfälle auf 115.619. Insgesamt fielen in Deutschland bislang mehr als 7,9 Millionen Coronatests positiv aus.

Lauterbach ruft Bürger wegen Omikron zu regelmäßigen Schnelltests auf

2.46 Uhr: Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat die Bürger dazu aufgerufen, sich in der Omikron-Welle »mehrfach pro Woche« mit einem Schnelltest auf das Coronavirus zu testen. »Dann haben sie eine gute Sicherheit, dass sie bei einem negativen Ergebnis auch wirklich nicht infiziert sind«, sagte Lauterbach der »Bild am Sonntag«. Die Wiederholungen des Tests seien nötig, weil am Anfang einer Infektion die Schnelltests nicht immer anschlügen.

Auch Menschen, die bereits eine Booster-Impfung gegen Corona erhalten haben, sollten Lauterbach zufolge nach Kontakt zu einem Infizierten noch vorsichtiger sein und »jeden Tag einen Schnelltest machen«. Wer sich eine Woche durchgetestet habe, sei »auf der sicheren Seite«. An den Tagen nach dem Kontakt rät Lauterbach zum konsequenten Tragen von FFP2-Masken, »sobald man mit Menschen in einem Raum ist«.

Mehr Montagsdemonstranten gegen Corona-Maßnahmen

1.52 Uhr: Die Zahl der Teilnehmer an den Montags-Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen ist laut »Bild am Sonntag« in den vergangenen Wochen um 46 Prozent gestiegen. Am 27. Dezember hätten sich nach Angaben der Bundespolizei noch 179.200 Personen an insgesamt 967 Demonstrationen beteiligt. Am 3. Januar seien es schon 236.000 bei 1090 und am vergangenen Montag 261.400 Teilnehmer bei 1309 Demonstrationen gewesen. Vor der Infektionswelle im Herbst hätten nach Einschätzung der Behörden noch weniger als 10.000 Personen gegen Maßnahmen demonstriert.

Drosten sieht Omikron als Chance

1.36 Uhr: Der Virologe Christian Drosten sieht in der milder verlaufenden Omikron-Variante eine »Chance« und macht Hoffnung auf ein Leben wie vor der Pandemie. Auf die Frage, ob »wir jemals wieder so leben werden wie vor der Pandemie«, sagte der Wissenschaftler von der Berliner Charité dem »Tagesspiegel am Sonntag«: »Ja, absolut. Da bin ich mir komplett sicher.« Zwar müssten noch ein paar Jahre lang Masken in bestimmten Situationen getragen werden, was nerven werde. Es werde aber auch »ein paar Benefits« geben: Das Virus habe die Medizin vorangebracht. »Die mRNA-Technologie ist ein Riesendurchbruch, auch für Krebs und für andere Infektionskrankheiten, denken wir allein mal an Influenza.«

Drosten sagte, alle Menschen müssten sich früher oder später mit Sars-CoV-2 infizieren. »Ja, wir müssen in dieses Fahrwasser rein, es gibt keine Alternative«, beantwortete er die entsprechende Frage. »Wir können nicht auf Dauer alle paar Monate über eine Boosterimpfung den Immunschutz der ganzen Bevölkerung erhalten.« Das müsse das Virus machen. »Das Virus muss sich verbreiten, aber eben auf Basis eines in der breiten Bevölkerung verankerten Impfschutzes« – sonst würden zu viele Menschen sterben. »Die abgeschwächte Infektion auf dem Boden der Impfung, das ist so etwas wie ein fahrender Zug, auf den man aufspringt. Irgendwann muss man da aber auch mal draufspringen, sonst kommt man nicht weiter.«

Entwicklungsministerin will keine abgelaufenen Impfstoffe nach Afrika schicken

1.10 Uhr: Entwicklungsministerin Svenja Schulze verurteilt Spenden von Impfstoffdosen mit geringer Haltbarkeit an Entwicklungsländer. »Afrika ist nicht die Resterampe für abgelaufene Impfstoffe«, sagte Schulze den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Notwendig seien planbare Lieferungen, um die Vakzine auch verimpfen zu können. Man könne die Pandemie nur besiegen, wenn die ganze Welt geimpft sei. »Gelingt dies nicht, gehen wir in eine Endlosschleife mit immer neuen Mutationen.«

Lauterbach: Corona-Impfpflicht sollte drei Dosen umfassen

0.30 Uhr: Eine Impfpflicht gegen das Coronavirus sollte nach Ansicht von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach drei Spritzen umfassen. »Eine vollständige Impfung besteht aus drei Dosen. Vollständig Geimpfte sind gegen alle Corona-Varianten - zumindest vor schwerer Krankheit und Tod – geschützt. Daran muss sich die Impfpflicht orientieren«, sagte der SPD-Politiker der »Bild am Sonntag«.

Wissenschaftler weltweit seien sich einig, dass die Entstehung einer Variante, gegen die man als dreifach Geimpfter keinen Schutz habe, äußerst unwahrscheinlich sei. Gleichzeitig warnte der Minister: »Das Varianten-Alphabet wird nicht mit Omikron enden.« Es sei gut möglich, dass man im Herbst mit einem mutierten Delta-Typ umgehen müsse. Wer jetzt als Ungeimpfter an Omikron erkranke, hätte im Herbst gegen eine neue Delta-Variante wahrscheinlich einen Infektionsschutz von deutlich unter 50 Prozent, meinte er. »Ohne zusätzliche Impfungen wären diese Menschen dann stark gefährdet. Es führt daher kein Weg an der Impfung vorbei«, so Lauterbach.

Lauterbach: Deutschland drohen schwere Wochen

0.21 Uhr: Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach warnt angesichts der Omikron-Welle und der geringen Impfquote in Deutschland vor einer hohen Zahl an Toten und massiven Einschränkungen bei Krankenhausbehandlungen. »Uns drohen in Deutschland sehr schwere Wochen«, sagte Lauterbach der »Bild am Sonntag«. Zurzeit erkrankten vor allem die Jüngeren mit vielen Kontakten. Doch sobald sich auch die Älteren infizierten, werde die Zahl der Krankenhauseinweisungen wieder steigen. Dann könne der Platz auf den Intensivstationen und auf den Normalstationen knapp werden. Deutschland habe im internationalen Vergleich eine ältere Bevölkerung mit vielen chronisch Kranken. Dies sei »brandgefährlich«.

Österreich wieder Corona-Hochrisikogebiet

0.01 Uhr: Die Bundesregierung stuft Österreich erneut als Corona-Hochrisikogebiet ein. Die Regelung gilt seit Mitternacht und hat konkrete Folgen: Wer aus einem Hochrisikogebiet nach Deutschland einreist und nicht mindestens den vollständigen Grundschutz mit der meist nötigen zweiten Impfung hat oder genesen ist, muss für zehn Tage in Quarantäne. Frühestens nach fünf Tagen kann man sich mit einem negativen Test davon befreien. Für Kinder, die das sechste Lebensjahr noch nicht vollendet haben, endet die Quarantäne fünf Tage nach der Einreise automatisch.

Die Hochstufung wegen hoher Corona-Zahlen betrifft fast ganz Österreich, wie das Robert Koch-Institut am Freitag mitteilte. Ausgenommen sind die grenznahen Gemeinden Mittelberg und Jungholz sowie das Rißtal im Gemeindegebiet von Vomp und Eben am Achensee. Damit stehen nun alle neun Nachbarländer Deutschlands auf der Risikoliste. Dänemark, Polen, Tschechien, die Schweiz, Frankreich, Luxemburg, Belgien und die Niederlande sind schon seit Längerem als Hochrisikogebiete ausgewiesen.

mik/wal/fdi/jso/dpa/Reuters/AFP