+++ News-Update +++ Maskenpflicht im Unterricht in NRW endet

Schüler in Nordrhein-Westfalen dürfen ab Dienstag wieder ohne Mund-Nasen-Schutz im Unterricht sitzen. Und: Die Polizei hat am Samstag bei der Corona-Demo in Berlin 316 Menschen festgenommen. Der Überblick.
Schüler in Düsseldorf: Ein vorerst letztes Mal mit Maske im Unterricht sitzen

Schüler in Düsseldorf: Ein vorerst letztes Mal mit Maske im Unterricht sitzen

Foto: Rupert Oberhäuser / imago images

Dieser Artikel wird laufend aktualisiert.

Nichts mehr verpassen: Für die neuesten Entwicklungen und wichtigsten Hintergründe abonnieren Sie unseren Coronavirus-Newsletter.

Maskenpflicht im Unterricht in NRW endet

23.26 Uhr: Am Montag gilt für die Kinder und Jugendlichen der weiterführenden und berufsbildenden Schulen in Nordrhein-Westfalen ein vorerst letztes Mal Maskenpflicht im Unterricht. Auf Schulhöfen und im Schulgebäude bleibt sie aber für alle bestehen.

Damit endet in dem Bundesland eine Schutzmaßnahme gegen das Coronavirus, die es bislang flächendeckend in keinem anderen Bundesland gibt. Für Grund- und Förderschüler der Primarstufe galt die Maskenpflicht im Unterricht auch in NRW nicht.

Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hatte angekündigt, den seit Schulbeginn geltenden Maskenzwang im Unterricht nicht über den 31. August hinaus zu verlängern, da die Infektionszahlen in NRW, entgegen dem Bundestrend, wieder zurückgegangen seien.

Mehr als 5000 Corona-Neuansteckungen in Frankreich

22.51 Uhr: Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Frankreich verharrt oberhalb der Marke von 5000. Zuletzt habe es 5413 neue Fälle gegeben, teilt das Gesundheitsministerium mit. Am Samstag waren es 5453 gewesen und am Freitag 7379. So hoch war die Zahl zuletzt Ende März gewesen. Die Zahl der Toten stieg um vier auf 30.606.

Corona-Protestcamp darf nach Gerichtsentscheidung nicht stattfinden

22.09 Uhr: Zwei Wochen lang wollten Menschen in Berlin ein Camp aufschlagen, um gegen die Corona-Regeln zu demonstrieren. Das Bundesverfassungsgericht hat das nun untersagt.

Erneut mehr als 40.000 Neuinfektionen in den USA

20.55 Uhr: Die Zahl der Covid-19-Neuerkrankungen in den USA bleibt auf hohem Niveau. Die Seuchenschutz-Behörde CDC meldet einen Anstieg der Infektionen binnen 24 Stunden um 44.292. Am Samstag waren es 44.656 gewesen, am Freitag 46.830 und am Donnerstag 46.393. Die Zahl liegt damit insgesamt jetzt bei rund 5,935 Millionen. Die Zahl der Toten im Zusammenhang mit Covid-19 steigt laut CDC um 1006, nach 978 am Samstag 1167 am Freitag und 1239 am Donnerstag, Insgesamt liegt die Zahl der Verstorbenen damit bei 182.149.

Müller will Polizeikonzept auswerten

19.47 Uhr: Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat nach dem Vordringen von Demonstranten auf die Treppe des Reichstagsgebäudes angekündigt, das Einsatzkonzept der Polizei auszuwerten. Bei Twitter teilte Müller am Sonntag mit: "Mit Besonnenheit und einem klare Grenzen setzendem Konzept konnte die Polizei an vielen Stellen in der Stadt Schlimmeres verhindern. Wir werden jetzt auswerten, wie das Einsatzkonzept der Polizei verbessert werden kann, um auf solche Vorfälle noch besser vorbereitet zu sein."

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Er dankte den Polizistinnen und Polizisten, "die den Bundestag vor der Menge geschützt haben, die zum Sturm auf den Reichstag aufgerufen hat". Jedem müsse spätestens jetzt bewusst sein, dass ein Mitlaufen bei diesen Demonstrationen nicht nur eine Gefahr für die Gesundheit vieler Menschen darstelle, sondern "dass man sich auch mit Rechtsextremen und Rechtspopulisten gemein macht, die ganz andere Ziele verfolgen". Müller sagte: "Wir alle sind jetzt aufgefordert, uns diesen Umtrieben mit aller Klarheit entgegen zu stellen."

Am Vordringen von Demonstranten auf die Treppe des Reichstagsgebäudes am Samstag in Berlin waren nach Polizeiangaben etwa 300 bis 400 Menschen beteiligt. Kurz nach 19.00 Uhr seien viele Demonstranten vom Brandenburger Tor zu der Wiese vor dem Parlament gezogen. Um das zu unterbinden seien Polizisten auf der südlichen Seite des Reichstags an der Ecke Scheidemannstraße und Simsonweg zusammengezogen worden. "Diese Phase nutzte eine größere Personengruppe von etwa 300 bis 400 Personen, überwand aufgestellte Absperrgitter und gelangte so auf die Außentreppe des Reichstages."

Weitere Polizisten hätten schnell reagiert. "Ein Eindringen in den Reichstag war den Personen daher nicht möglich." Die Menge sei von der Treppe zurückgedrängt worden. Dabei seien auch Polizisten angegriffen worden.

Bilanz der Polizei nach Demo in Berlin: 316 Festnahmen

18.55 Uhr: Bei den Demonstrationen gegen die Corona-Politik am Samstag in Berlin wurden 33 Polizisten verletzt. 316 Menschen seien festgenommen worden, teilte die Polizei mit. 131 Menschen wurden angezeigt wegen Angriffen auf Polizisten, Widerstandes, Gefangenenbefreiung, Beleidigung, Körperverletzung und Verstößen gegen das Waffengesetz. Zudem ahndete die Polizei 255 Ordnungswidrigkeiten.

Steinmeier verurteilt Vordringen auf Reichstag-Treppe

18.30 Uhr: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat das Vordringen von Demonstranten auf die Treppe des Reichstagsgebäudes in Berlin am Samstagabend scharf verurteilt. Steinmeier teilte am Sonntag mit: "Reichsflaggen und rechtsextreme Pöbeleien vor dem Deutschen Bundestag sind ein unerträglicher Angriff auf das Herz unserer Demokratie. Das werden wir niemals hinnehmen."

Er dankte den Polizisten, "die in schwieriger Lage äußerst besonnen gehandelt haben". Am Montag will Steinmeier sich mit am Einsatz beteiligten Beamten in seinem Amtssitz Schloss Bellevue treffen.

Etwa 300 bis 400 Demonstranten hatten am Samstagabend Absperrgitter am Reichstagsgebäude in Berlin überwunden, wie die Polizei in ihrer Bilanz mitteilte.

Sie stürmten die Treppe hoch und bauten sich triumphierend und lautstark vor dem verglasten Besuchereingang auf. Dabei waren die von den sogenannten Reichsbürgern verwendeten schwarz-weiß-roten Reichsflaggen zu sehen, aber auch andere Fahnen. Die Polizei drängte die Menschen kurze Zeit später auch mit Hilfe von Pfefferspray zurück.

Bundespräsident Steinmeier sagte mit Blick auf die Proteste in Berlin, wer sich über die Corona-Maßnahmen ärgere oder ihre Notwendigkeit anzweifele, könne das tun, auch öffentlich, auch in Demonstrationen. "Mein Verständnis endet da, wo Demonstranten sich vor den Karren von Demokratiefeinden und politischen Hetzern spannen lassen."

Dobrindt vermutet geplante Aktion am Reichstagsgebäude

17.40 Uhr: CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt vermutet, dass das Vordringen von Demonstranten mit schwarz-weiß-roten Reichsflaggen vor das Reichstagsgebäude keine spontane Aktion war. "Aktionen wie am Reichstag wirken geplant und organisiert und sind deutlich mehr als nur Kritik an der Corona-Politik", sagte Dobrindt der "Welt".

Hier gehe es einigen um Systemgegnerschaft gegenüber der Demokratie. Der CSU-Politiker appellierte an die Veranstalter und übrigen Demonstranten, sich der zunehmenden Radikalisierung bewusst zu werden. "Diejenigen, die hier demonstrieren, müssen sich fragen lassen, ob sie die Radikalisierung in ihren Reihen zulassen oder sogar still unterstützen wollen."

Teilnehmer der US-Open positiv getestet

17.10 Uhr: Ein namentlich nicht genannter Tennisprofi ist positiv auf das Coronavirus getestet worden und darf an den US Open in New York nicht teilnehmen. Das teilten die Veranstalter des Grand-Slam-Turniers am Sonntag und damit einen Tag vor dem Auftakt der Hartplatz-Veranstaltung mit, die zu den vier wichtigsten Turnieren auf der Tennis-Tour gehört. Der Spieler müsse sich mindestens für zehn Tage in Quarantäne begeben, und es sei eine Kontaktverfolgung in Gang gesetzt worden, hieß es. Die US Open werden unter strengen Hygieneregeln in einer sogenannten Blase bis zum 13. September ausgetragen.

Erneut Demonstrationen in Berlin - Versammlung am Brandenburger Tor

17.00 Uhr: Nach der Demonstration und der Kundgebung am Samstag von mehreren Zehntausend Menschen gegen die Corona-Politik haben sich auch am Sonntag zahlreiche Gegner der Maßnahmen in Berlin versammelt. Am Brandenburger Tor war eine Kundgebung angemeldet mit etwa 2500 Menschen, wie ein Polizeisprecher sagte. Zunächst sprach er von mehreren Hundert Menschen dort. Zuvor löste die Polizei eine Ansammlung mit rund 2000 Menschen an der Siegessäule auf. Die Menschen strömten dann weiter Richtung Brandenburger Tor, wie der Polizeisprecher sagte.

An der Siegessäule standen die Menschen zuvor nach Angaben der Polizei zu dicht beieinander und hielten Abstände nicht ein. Es gab unter anderem Platzverweise. Um eine angemeldete Kundgebung handele es sich bei dieser Ansammlung nicht. Im Berliner Mauerpark waren indes am Sonntag einige Kundgebungen angemeldet.

Scholz zu Übergriffen am Reichstag: Müssen solche Bilder künftig verhindern

16.21 Uhr: Bundesfinanzminister Olaf Scholz hat die Übergriffe von Rechten vor dem Reichstagsgebäude verurteilt und vor einer Wiederholung gewarnt. "Es kann nicht angehen und es darf nicht hingenommen werden, dass einige jetzt mit Symbolen aus einer schlimmen dunklen Vergangenheit, Flaggen, die nichts mit der modernen Demokratie unserer Bundesrepublik zu tun haben, vor dem Gebäude des Bundestages auftreten, dem Reichstagsgebäude", sagte der SPD-Kanzlerkandidat am Sonntag. Damit werde das wichtigste Symbol der Demokratie, das Parlament, missachtet. "Wir müssen alles dafür tun, dass solche Bilder vor dem Gebäude des Bundestages nicht mehr entstehen."

Auschwitz-Komitee: Corona-Proteste schmerzliches Signal

15.55 Uhr: Das Internationale Auschwitz-Komitee hat die Teilnahme rechtsextremer Gruppierungen bei den Corona-Protesten in Berlin beklagt. Für die Überlebenden des Holocausts sei es ein trauriges und schmerzliches Signal, dass angesichts der Coronakrise in Deutschland Demonstranten immer bedenkenloser mit antisemitischen Verschwörungstheoretikern, ausgewiesenen Nazigruppen und Rechtsextremen gemeinsame Sache machten, teilte der Exekutiv-Vizepräsident Christoph Heubner am Sonntag mit.

"Die Bilder vom Reichstag, diesem weltweit geachteten Symbol der Demokratie in Deutschland, sind hierfür ein zutiefst erschreckendes und warnendes Beispiel." Dennoch vertrauten die Überlebenden darauf, dass die große Mehrheit der Menschen in Deutschland sich weiter diesen Attacken auf den demokratischen Staat entgegenstellen werde. Das Komitee ist ein Zusammenschluss von Auschwitz-Überlebenden und ihren Organisationen.

Politikwissenschaftler: Rechte haben Proteste früh geprägt

15.35 Uhr: Rechtsextreme haben die Proteste gegen die Pandemiepolitik in Deutschland nach Einschätzung eines Experten schon früh geprägt. Innerhalb der Protestbewegung werde die Auseinandersetzung über die Frage, ob man mit extremen Rechten auf die Straße gehen wolle, nach seiner Beobachtung bislang nicht offensiv geführt, sagte Simon Teune vom Institut für Protest- und Bewegungsforschung in Berlin der Deutschen Presse-Agentur. Auch bei Protesten am Samstag in der Bundeshauptstadt habe die extreme Rechte "das Demonstrationsgeschehen stark geprägt": "Den Reichstag die Treppen hochzustürmen, das war eine Aktion, die von diesen Gruppen ausgegangen ist."

Es sei denkbar, dass die sogenannten Hygiene-Demonstrationen sich daran auseinanderdividierten, "weil sich die Leute entscheiden müssen, ob sie sich an der Seite von Holocaustleugnern, von Hooligans und von Reichsbürgern wohlfühlen oder nicht. Und sie werden auch diskutieren müssen, warum sich solche Gruppen von den Protesten angezogen fühlen." Wie eine solche Diskussion ausgehe, sei schwer abzusehen.

Bundesverfassungsgericht überprüft Verbot von Protest-Camp in Berlin

15.30 Uhr: Beim Bundesverfassungsgericht ist ein Eilantrag gegen das vom Oberverwaltungsgericht (OVG) Berlin-Brandenburg erlassene Verbot eines Protestcamps der Gegner der Corona-Politik der Bundesregierung eingegangen. Ein Sprecher sagte in Karlsruhe, den Antrag bearbeite der 1. Senat. Der Antragsteller wehre sich dagegen, dass ihm untersagt wurde, in Berlin auf der Straße des 17. Juni zwischen dem 30. August und dem 14. September ein Protestcamp einzurichten.

Zuvor hatte das OVG das Verbot des Polizeipräsidenten für die Dauermahnwache, die das Verwaltungsgericht Berlin erlaubt hatte, bestätigt. Der 1. Senat des OVG hatte bemängelt, es fehle an prüffähigen Angaben des Anmelders dazu, ob und in welchem Umfang Versammlungsort und Infrastruktur für das vorgesehene Versammlungsthema wesensnotwendig seien. Es handele sich überdies um eine weitgehend inhaltsleere Anmeldung. Voraussichtlich werden die Karlsruher Richter noch am Sonntag entscheiden.

Hayali kritisiert fehlende Abgrenzung von Demonstranten gegen rechts

14.50 Uhr: Die ZDF-Journalistin Dunja Hayali hat Gegnern der Corona-Politik bei den Protesten in Berlin fehlende Abgrenzung von rechtsextremen Demonstranten vorgehalten. "Was wirklich verstört, ist, dass es den Anständigen bei der Demo erneut völlig egal zu sein schien, mit wem sie da mitlaufen", schrieb sie am Sonntag auf Facebook. Dazu stellte sie ein Foto, das Plakate mit Bildern von ihr und dem Virologen Christian Drosten in Sträflingskleidung mit dem Schriftzug "schuldig" zeigt.

Auf diese Weise hätten sich die Demonstranten "zum ideologischen Parasiten des anderen gemacht". "Bemerken sie nicht, dass sie sich damit zu Trägern und sichtbaren Mitstreitern für Ideologien machen, die sie bei näherer Betrachtung gar nicht vertreten würden. Oder ist es Ihnen einfach egal?" Es sei ein Irrweg zu glauben, dass sich die Demokratie selbst beschütze. "Die Zeit zu schweigen, wegzugucken, ob im Arbeits-, Freundes-, Familienkreis oder sonst wo, ist vorbei. Wem das jetzt noch nicht klar geworden ist, der muss sich hinterher nicht wundern, wenn er in einem anderen Land aufwacht."

Polizei: Unerlaubte Ansammlung an Berliner Siegessäule wird aufgelöst

14.40 Uhr: Die Polizei löst nach eigenen Angaben eine Ansammlung von rund 2000 Menschen an der Siegessäule am Sonntagnachmittag in Berlin auf. Ein Sprecher der Polizei sagte, die Menschen stünden zu eng beieinander. Dies sei nach der Infektionsschutzverordnung nicht erlaubt. Die Polizei schrieb zudem bei Twitter: "Dort hat sich eine unerlaubte Ansammlung von Personen gebildet, die ganz überwiegend weder Abstände einhalten noch MNS tragen. Die Personen wurden mehrfach per Lautsprecher aufgefordert, den Bereich zu verlassen." Es gebe Platzverweise und in Einzelfällen Freiheitsbeschränkungen, um die Identität festzustellen und Personalien aufzunehmen, sagte der Polizeisprecher, der auch die Zahl von etwa 2000 Personen nannte.

Um eine angemeldete Kundgebung handele es sich bei der Ansammlung am Großen Stern, ein zentraler Platz Berlins mit der Siegessäule, nicht.

SPD beantragt Sondersitzung des Ältestenrats

14.28 Uhr: Die SPD-Bundestagsfraktion will wegen der Ereignisse am Berliner Reichstag eine Sondersitzung des Ältestenrats beantragen. Dies kündigte Fraktionsgeschäftsführer Carsten Schneider am Sonntag auf Twitter an. "Ich werde morgen eine Sondersitzung des Ältestenrats beantragen, um die Pläne zur Errichtung einer Sicherheitszone zu überprüfen und für eine schnelle Umsetzung zu sorgen." Zudem müsse Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble mit dem Berliner Senat über das Sicherheitskonzept sprechen. Gegebenenfalls müsse der Bund den Bundestag selbst sichern.

Schneider nannte den Protest aggressiver Demonstranten vor dem Reichstag am Samstagabend "unerträglich". "Rechtsextreme und Verschwörungstheoretiker konnten die Herzkammer unserer Demokratie für ihre Propaganda missbrauchen. Solche Bilder dürfen sich nie wiederholen." Der Bundestag sei ein offenes Parlament, aber die Demokratie dürfe sich nicht vorführen lassen. "Die aktuellen Regelungen sind mangelhaft und laden zu solchen Aktionen förmlich ein."

Erster Karnevalszug in Köln abgesagt

14.25 Uhr: Der "Zollstocker Dienstagszug" ist in Köln als erster Karnevalszug der kommenden Session abgesagt worden. Man könne es den beteiligten Schulen und Kindergärten gegenüber nicht verantworten, noch länger mit einer Entscheidung zu warten, teilte Vorstandsmitglied Michael Siegenbruck am Samstagabend in einem Livevideo mit. Gesundheitliche und finanzielle Risiken seien zu hoch, um den Zug weiter zu planen. In Kürze hätte der Verein mit dem Wagenbau sowie der Organisation von Kapellen und Sicherheitsdienst beginnen wollen. Zuvor hatten mehrere Medien darüber berichtet.

Ganz ausfallen soll der Karneval in Zollstock im kommenden Jahr aber nicht. Man wolle mit einem Musikwagen durch das Veedel fahren, sagte Siegenbruck. "Eine Idee wäre zum Beispiel, mit dem Wagen dann die Altenheime anzufahren." Gemeinsam mit den Gastronomen wolle man außerdem darüber nachdenken, zumindest kleine Feiern nach draußen zu verlegen.

Mitte des Monats hatte bereits die Große Mülheimer Karnevalsgesellschaft ihre Teilnahme am Kölner Rosenmontagszug abgesagt. Auch hier gab der Vorstand die fehlende Planungssicherheit als Grund an.

Behörden prüfen Auftritte von Polizisten bei Berliner Demonstration

14.00 Uhr: Bayerns Behörden prüfen die Auftritte von drei bayerischen Polizisten bei der Demonstration gegen die Corona-Auflagen am Samstag in Berlin. Wie Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Sonntag mitteilte, handelte es sich hierbei um private Auftritte, die von den Polizeipräsidien dienstaufsichtlich sehr genau geprüft würden. Im Internet wurden am Wochenende Fotos verbreitet, die drei Polizisten als Redner bei der Großdemonstration zeigen sollen. Die SPD im bayerischen Landtag forderte am Sonntag eine umfassende Aufklärung.

"Polizisten außer Dienst und auch noch im Ruhestand unterliegen der Treuepflicht und müssen bei politischer Betätigung die notwendige Mäßigung und Zurückhaltung zeigen", sagte Herrmann. Insbesondere wenn es sich um Reichsbürgerideologie handele oder wenn der Betreffende im extremistischen Milieu anzusiedeln sei, "werden wir alle Hebel für harte Sanktionen in Bewegung setzen". Hier habe die Meinungsfreiheit von Polizisten - auch im Ruhestand - klare Grenzen. "Für so etwas fehlt mir jegliches Verständnis."

Innensenator Geisel: Ereignisse am Reichstag beschämend

13.50 Uhr: Berlins Innensenator Andreas Geisel hat das Vordringen von Demonstranten auf die Treppe des Reichstagsgebäudes in Berlin als "beschämend" kritisiert. "Ich danke der Polizei, dass sie diesen Spuk schnell beendet hat", teilte der SPD-Politiker am Sonntag mit. Er danke auch den drei Polizisten, die sich zuerst den Rechtsextremen in den Weg gestellt hätten. "Das war sehr mutig."

"Leider ist gestern genau das eingetreten, was die Sicherheitsbehörden zuvor befürchtet hatten." Er höre nun auch Stimmen, die sagten, das hätte man verbieten müssen. "Genau das haben wir deshalb im Vorfeld getan", sagte er mit Blick auf die Entscheidung, die vor Gericht keinen Bestand hatte.

"Anstatt jetzt aber fahnenschwenkenden Reichsbürgern und anderen Extremisten große Beachtung einzuräumen und vor allem ihre demokratiefeindliche Wortwahl zu übernehmen, sollten wir uns auf die gesamte Arbeit der Polizei an diesem Wochenende konzentrieren und ihr konsequentes Einschreiten für unsere freiheitlich demokratische Grundordnung würdigen." Den Einsatzkräften gebühre Dank und Respekt.

Annegret Kramp-Karrenbauer wütend über Reichsflaggen vor Bundestag

13.25 Uhr: Mit Wut hat CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer auf Bilder von aggressiven Demonstranten mit Reichsflaggen auf der Treppe des Reichstagsgebäudes in Berlin reagiert. "Ich muss sagen, ich bin richtig wütend über das und über die Bilder, die man dort gesehen hat. Dass am Deutschen Bundestag die Reichsflagge wieder weht, das ist etwas, was nicht zu ertragen ist", erklärte die CDU-Chefin in einem Statement, das die Partei am Sonntag verbreitete.

Unions-Fraktionschef Ralph Brinkhaus sagte der dpa: "Die Szenen, die sich am Sonnabend auf den Treppen des Reichstagsgebäudes abgespielt haben, sind gleichermaßen beschämend und besorgniserregend. Da wurde eine Grenze überschritten. Die neue Eskalationsstufe zeigt uns, dass wir über den Schutz des Parlaments noch einmal nachdenken müssen." Er dankte den Polizisten, "die sich dieser Grenzüberschreitung entschieden entgegengestelt" hätten.

Justizministerin fordert harte Antwort auf Eskalation bei Corona-Demo vor Reichstagsgebäude

13.00 Uhr: Bundesjustizministerin Christine Lambrecht fordert eine harte Antwort des Staates auf die Eskalation der Demonstration von Gegnern der Corona-Schutzmaßnahmen in Berlin. "Gegen diese Feinde unserer Demokratie müssen wir uns mit aller Konsequenz zur Wehr setzen", sagte die SPD-Politikerin den Zeitungen der Funke Mediengruppe am Sonntag. "Das unerträgliche Bild von Reichsbürgern und Neonazis vor dem Reichstag darf sich nicht wiederholen - nicht vor dem Parlament und niemals im Parlament." Am Samstag hatten nach Angaben des Berliner Innensenators Andreas Geisel (SPD) bis zu 3000 "Reichsbürger und Extremisten" in Berlin demonstriert. Am Reichstagsgebäude hatten Demonstranten eine Absperrung durchbrochen und waren die Treppe hinauf gelaufen. Einige von ihnen warfen nach Polizeiangaben Flaschen und Steine auf Polizisten, die die Demonstranten wieder zurückdrängten.

Lambrecht dankte den Polizisten, "die unter schweren Bedingungen das Reichstagsgebäude als Symbol unserer Demokratie geschützt haben". Der demokratische Rechtsstaat garantiere das Recht seiner Bürger, friedlich zu demonstrieren. "Wer aber den Bundestag attackiert und Reichsflaggen schwenkt, zeigt nichts als Hass auf die Demokratie und Verachtung für alles, was unser Land ausmacht."

In Berlin hatten am Samstag nach Geisels Angaben insgesamt bis zu 38.000 Menschen gegen die Corona-Auflagen protestiert. Die Großdemonstration wurde von der Polizei vor allem wegen der Nichteinhaltung der Abstandsregelungen aufgelöst. Unter die Demonstranten hatten sich auch sogenannte Reichsbürger gemischt, die die Existenz der Bundesrepublik Deutschland als legitimen und souveränen Staat bestreiten und deren Rechtsordnung und die Demokratie ablehnen. Vor der Großkundgebung hatte sich Geisel besorgt geäußert, dass auch europaweit Rechtsextreme zur Teilnahme mobilisiert hätten.

Kubicki: Kein Verständnis für Attacke auf das Reichstagsgebäude

12.49 Uhr: Bundestags-Vizepräsident Wolfgang Kubicki hat die Demonstranten, die am Samstag auf die Treppe des Reichstagsgebäudes gestürmt sind, scharf kritisiert. "Es macht keinen Sinn, zuerst das Recht auf Demonstrationen gerichtlich zu erstreiten, um dann den Reichstag - das Herz der Demokratie - zu stürmen", sagte der FDP-Politiker am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Ich habe kein Verständnis dafür, dass Barrikaden durchbrochen und Regelbrüche gefeiert werden. Unsere Demokratie lebt davon, dass kontroverse Positionen friedlich und regelbasiert ausgetragen werden können." Kubicki dankte den Polizeibeamten, "die Schlimmeres verhindert haben".

Querdenken-Initiator distanziert sich von Demonstranten am Reichstag

12.45 Uhr: Der Initiator der Demonstration am Samstag in Berlin, Michael Ballweg, hat sich von den Demonstranten am Reichstag distanziert. Mehrere Menschen hatten am Samstagabend eine Absperrung am Reichstagsgebäude durchbrochen und waren auf die Reichstagstreppe gerannt.

Ballweg von der Initiative Querdenken sagte am Sonntag, er distanziere sich von denen, die am Reichstag demonstriert haben. "Die haben mit unserer Bewegung nichts zu tun." Querdenken sei eine friedliche und demokratische Bewegung, Gewalt habe da keinen Platz.

Er verstehe nicht, warum der Berliner Innensenator Andreas Geisel (SPD) "nicht entsprechende Polizeikräfte aufwartet, um solchen Aktionen zu begegnen" - zumal diese vorher bekannt gewesen seien, meinte Ballweg. "Warum ist er nicht in der Lage, das Gebäude zu schützen?"

Hunderte Besucher bei Wiedereröffnung des Metropolitan Museums in New York

12.30 Uhr: Nach monatelanger Schließung wegen der Corona-Pandemie hat das berühmte Metropolitan Museum of Art in New York feierlich wiedereröffnet. Hunderte Besucher standen am Samstag an den Eingängen zu dem Museum Schlange. Aus Infektionsschutzgründen galt eine Maskenpflicht. Besuchern wurde zudem die Temperatur gemessen.

Frau mit Maske vor Bild von Pablo Picasso

Frau mit Maske vor Bild von Pablo Picasso

Foto: TIMOTHY A. CLARY / AFP

Das 150 Jahre alte Museum ist eines der Wahrzeichen der US-Metropole, die von der Corona-Pandemie besonders schwer getroffen wurde. Mehr als 23.000 Menschen starben in New York an den Folgen einer Corona-Infektion - mehr als doppelt so viele wie in Deutschland. Während europäische Museen wie der Pariser Louvre bereits vor Wochen wiedereröffneten, musste das "Met" lange auf die Wiedereröffnung warten.

Ein sicherer Museumsbetrieb sei "eigentlich nicht so schwer", sagte der Museumspräsident Daniel Weiss der Nachrichtenagentur AFP. Im "Met" müssen die Besucher den Ausstellungen nun nach dem Einbahnstraßen-Prinzip folgen. Auch seien die Tickets an bestimmte Zeitfenster geknüpft.

Durch das neue Corona-Schutzkonzept darf das Museum nur etwa ein Viertel seiner eigentlichen Kapazität an Besuchern aufnehmen. Über einen Zeitraum von 18 Monaten gesehen, werden sich die Verluste deshalb auf voraussichtlich 150 Millionen US-Dollar (125 Millionen Euro) belaufen. Das Museum hat deshalb rund ein Fünftel seines Personals entlassen.

Die lange Schließungsphase nutzten die "Met"-Kuratoren, um eine künstlerische Antwort auf die derzeitige Rassismus-Debatte in den USA zu finden. Eine neue Ausstellung über den afroamerikanischen Künstler Jacob Lawrence sei Zeichen eines "stärker integrierenden" Museums, sagte Weiss.

Laschet: Wir können mit dem Virus nicht wie gewohnt Karneval feiern

11.30 Uhr: Karneval mit vielen Menschen auf engem Raum und Alkohol sei derzeit schwer vorstellbar, sagte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet und ruft Karnevalisten zum Verzicht auf.

"In diesem Corona-Jahr mussten und müssen wir alle auf Liebgewonnenes verzichten: Wenn Christen auf ein Osterfest in der Gemeinschaft, die Schützen auf ihr Schützenfest, Weintrinker auf ihr Weinfest, die Fußballfans auf ihre Stadionbesuche verzichten mussten, dann ist doch klar, dass auch der Karneval zur Disposition steht", sagte der CDU-Politiker der "Bild am Sonntag".

Milliarden für Schul-Digitalisierung noch nicht angekommen

11.25 Uhr: Über ein Jahr nach Beginn des Digitalpakts Schule sind von den fünf Milliarden Euro Fördergeld des Bundes für digitalen Unterricht nur 15,7 Millionen Euro abgeflossen. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Frage der FDP im Bundestag hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) berichtete bereits über die Zahlen.

"Diese Zwischenbilanz ist desaströs", sagte die stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende Katja Suding, die die Anfrage gestellt hatte, der dpa. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) sagte dem RND, die Zahlen ließen die Dynamik des Programms bisher nur in Ansätzen erkennen. Dies habe mit der Ausnahmesituation in der Corona-Pandemie tun. Planungsprozesse mussten laut Karliczek zugunsten von Sofortmaßnahmen zurückgestellt werden. Bis Jahresende werde sich die Zahl massiv erhöhen.

Für weitere 242 Millionen Euro sind zudem Projektanträge bewilligt. Suding sagte, das ändere nichts an der schlechten Bilanz. "Die Mittel fließen auch deswegen so schlecht ab, weil noch immer viele Schulen und Schulträger an den bürokratischen Hürden des Digitalpakts scheitern." So müssen die Schulen jeweils Pläne zum didaktischen Konzept hinter dem Mitteleinsatz entwickeln. Dass Karliczek die Antragstellung nicht entschlacke, "grenzt an Arbeitsverweigerung".

Seit Wochen kursieren immer wieder etwas andere Zahlen zu den Mitteln. Unter Berufung auf eine Umfrage unter den Ländern hatte die "Rheinische Post" im Juli berichtet, dass 390 Millionen Euro bewilligt worden seien.

Der Digitalpakt war am 17. Mai 2019 in Kraft getreten. Über das Förderprogramm stellt der Bund den Schulen fünf Milliarden Euro für Investitionen in digitale Tafeln (Smartboards), Schul-WLAN, Online-Lernplattformen und mobile Geräte zur Verfügung. Von den Ländern kommen insgesamt weitere 500 Millionen dazu.

Mehr Masken-Kontrollen in Zügen

11.20 Uhr: In den Zügen der Deutschen Bahn (DB) soll die Einhaltung der Maskenpflicht schärfer kontrolliert werden. Zuletzt setzte das Unternehmen nach eigenen Angaben regelmäßig in täglich rund 60 Fernverkehrszügen Sicherheitsmitarbeiter ein, um das vorgeschriebene Tragen von Masken zu prüfen. Die Anzahl dieser Kontrollen soll bis Anfang September mehr als verdoppelt werden. Reisende, die sich "vehement" gegen die Maskenpflicht weigern, bilden nach Angaben des Konzerns zwar eine "kleine Minderheit". Für sie kann die Fahrt aber rasch enden, die Bahn kann dann einen Beförderungsausschluss aussprechen. In "Konfliktsituationen" soll dies die Bundespolizei umsetzen.

Walter-Borjans fordert Rückkehr zum Corona-Mieterschutz

11.15 Uhr: SPD-Chef Norbert Walter-Borjans hat eine Rückkehr zum besseren Schutz für Mieter vor Kündigungen in der Corona-Pandemie gefordert. "Die Regelung zum Kündigungsschutz, die zum 1. Juli ausgelaufen ist, sollte so schnell wie möglich wieder in Kraft gesetzt werden", sagte der 67-Jährige den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Online Sonntag/Print Montag). Das habe er Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und dem Koalitionspartner bereits mitgeteilt. "Die Kanzlerin hat auf mich nicht den Eindruck gemacht, dass sie eine Wiedereinsetzung des Corona-Kündigungsschutzes persönlich falsch findet." Aber in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion sei das bisher nicht zu machen.

Mietern und Pächtern konnte von April bis Ende Juni nicht gekündigt werden, falls sie ihre Miete wegen der Coronavirus-Pandemie nicht zahlen konnten. Sie mussten die Zahlungen allerdings zu einem späteren Zeitpunkt nachholen.

Bundestag fährt Sicherheitsmaßnahmen hoch

11.10 Uhr: Angesichts wieder steigender Corona-Infektionszahlen fährt der Bundestag nach der Sommerpause seine Sicherheitsmaßnahmen hoch. In einer soeben verschickten Hausmitteilung empfiehlt Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble dringend das Tragen einer Maske in allen Gebäuden des Bundestages ab dem 1. September.

"Diese dringende Empfehlung gilt ab dem Betreten der Liegenschaften grundsätzlich für alle Personen und alle Verkehrsflächen wie zum Beispiel die Flure und Treppenhäuser, Aufenthaltsbereiche, Sanitärräume, Gastronomiebereiche (mit Ausnahme am Tisch) und die Bibliothek, aber auch für Sitzungssäle und Besprechungsräume", heißt es in der Hausmitteilung, die der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt.

Besucher im Bundestag

Besucher im Bundestag

Foto: ? Tobias Schwarz / Reuters/ REUTERS

"Im Plenarsaal, in Sitzungssälen und Besprechungsräumen sowie in Büroräumen, insbesondere dem eigenen, kann die Maske abgenommen werden, wenn man einen Sitzplatz mit dem erforderlichen Abstand von mindestens 1,5 Metern eingenommen hat und eine gute Belüftung gewährleistet ist." Abgenommen werden könne die Maske auch bei Redebeiträgen im Plenarsaal und anderen Sitzungssälen, wobei auch hier auf die Einhaltung des Mindestabstands zu achten sei.

Eine ähnliche "dringende Empfehlung" zum Maske-Tragen hatte Schäuble vor Kurzem schon den 709 Bundestagsabgeordneten in einem Schreiben gegeben. Die nun verschickte Hausmitteilung richtet sich vorrangig an die rund 3100 Beschäftigten der Bundestagsverwaltung sowie die knapp 2800 Mitarbeiter der Abgeordneten in Berlin.

785 Neuinfektionen in Deutschland

11.00 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben innerhalb eines Tages 785 neue Corona-Infektionen gemeldet. Dies meldete das Robert Koch-Institut (RKI) am frühen Sonntagmorgen. Allerdings sind diese Zahlen mit Blick auf das wirkliche Infektionsgeschehen wenig aussagekräftig - an Sonntagen sind die gemeldeten Fallzahlen nämlich erfahrungsgemäß oft niedriger, weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI übermitteln.

Es falle auf, dass sich in den vergangenen Wochen vermehrt jüngere Menschen infizierten, hatte das RKI am Samstag mitgeteilt. Es gelte, eine Übertragung auf die älteren und besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen zu verhindern. "Sollten sich wieder vermehrt ältere Menschen infizieren, muss auch mit einem Wiederanstieg der Hospitalisierungen und Todesfälle gerechnet werden."

Seit Beginn der Coronakrise haben sich mindestens 241.771 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Sonntag meldete (Datenstand 30.8., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9295. Seit dem Vortag wurden sechs Todesfälle mehr gemeldet. Bis Sonntagmorgen hatten nach RKI-Schätzungen etwa 214.900 Menschen die Infektion überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Mitteilung vom Samstag bei 1,04 (Vortag: 0,94). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI in seinem aktuellen Lagebericht ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Der Wert bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert bei 1,01 (Vortag: 1,01). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen.

Die R-Werte lagen seit Mitte Juli 2020 über 1, seit Anfang dieser Woche wieder um 1. "Dies lag zu einem großen Teil an zunehmenden Fällen unter Einreisenden, insbesondere im Zusammenhang mit Urlaubsreisen während der Sommerferien, aber auch an einer größeren Anzahl an kleineren Ausbrüchen und den bundesweiten Fallzahlen insgesamt, die in den letzten Wochen angestiegen waren", hieß es vom RKI.

Schärfere Vorgaben für Lüftungsanlagen geplant

10.55 Uhr: Angesichts der Corona-Pandemie will die Bundesregierung einem Medienbericht zufolge die Vorgaben für Lüftungsanlagen in öffentlichen Gebäuden und Unternehmen verschärfen. "Die Lüftung von Gebäudeinnenräumen, in denen sich mehrere Personen nicht nur kurzfristig aufhalten, ist insbesondere durch Erhöhung von Luftwechsel und Außenluftzufuhr so zu verbessern, dass Infektionsgefahren weitgehend minimiert werden", heißt es dem Nachrichtenportal "The Pioneer" zufolge in einer Vorlage des Arbeitsministeriums für eine Sitzung des Corona-Kabinetts am Donnerstag.

Es sei flächendeckend sicherzustellen, dass geeignete Maßnahmen zum Infektionsschutz durch fachgerechtes Lüften umgesetzt würden. Die Regierung verlangt demnach noch vor Beginn der Heizperiode die Überprüfung und Modernisierung von Lüftungsanlagen aller Art - etwa zum Heizen, Kühlen, Be- und Entfeuchten. Darüber hinaus fordert sie, die Systeme entweder dauerhaft laufen zu lassen oder länger als bislang. Außerdem soll weniger Um- und mehr Frischluft verwendet werden.

Sorge vor Schulstart in Frankreich

10.45 Uhr: Frankreich blickt wegen steigender Corona-Zahlen mit Sorge auf den Schulbeginn. "Die für den Beginn des Schuljahrs am 1. September geplanten Regeln schützen weder das Personal noch die Schüler und ihre Familien", heißt es in einem offenen Brief von Ärztinnen und Ärzten, den die Zeitung "Le Parisien" veröffentlichte. Die bisherigen Regelungen reichten nicht aus, um den neuen Anstieg der Fälle von Covid-19 zu bremsen. Die Mediziner fordern eine Maskenpflicht für alle, die älter als sechs Jahre sind.

Am Dienstag kehren in Frankreich mehr als zwölf Millionen Schülerinnen und Schüler aus den Sommerferien in die Klassenzimmer zurück - viele zum ersten Mal nach langen Monaten. Bildungsminister Jean-Michel Blanquer versprach einen möglichst normalen Start. "Es darf nicht alles von der gesundheitlichen Realität erdrückt werden", sagte er der Sonntagszeitung "Journal du Dimanche". Er verteidigte die bestehenden Regelungen - etwa die Maskenpflicht ab elf Jahren.

Unklar ist zum Beispiel, wie viele Schüler infiziert sein müssen, bevor ganze Klassen geschlossen werden. "Die Schwellenwerte, die eine Schließung auslösen, sind Sache der Gesundheitsbehörden", sagte Blanquer. In besonders schwer getroffenen Regionen wie Marseille oder Paris könne es strengere Regeln geben als anderswo. Die Behörden sprechen seit Freitag von einem "exponentiellen" Anstieg der Corona-Fälle. Innerhalb von 24 Stunden wurden mehr als 7000 Neuinfektionen registriert.

2000 Laborangestellte in Israel streiken wegen Corona-Überlastung

10.30 Uhr: Aus Protest gegen Überlastung in der Coronakrise sind am Sonntag rund 2000 Angestellte öffentlicher Labors in Israel in den Streik getreten. Im Rahmen des Streiks werden bis auf Weiteres nur noch lebenswichtige Tests ausgewertet und nur Corona-Infizierte informiert - nicht aber Menschen, deren Tests negativ ausfallen. Dies könnte etwa Israelis Probleme bereiten, die für einen Flug ins Ausland ein negatives Testergebnis vorlegen müssen.

Von dem Streik betroffen sind Labors in Krankenhäusern, von Krankenkassen sowie in öffentlichen Gesundheitseinrichtungen. Seit Beginn der Coronakrise müssten viele Laborangestellte zahlreiche Überstunden leisten, berichteten israelische Medien am Sonntag. Laborangestellte hatten schon mehrmals bei Demonstrationen gegen ihre Arbeitsbedingungen protestiert. Verhandlungen mit dem Finanzministerium endeten ergebnislos.

Die Zahl der täglich erfassten Corona-Neuinfektionen in Israel war am Freitag erstmals seit einem Monat wieder über 2000 gestiegen. Die Pandemie war in Israel auch wegen eines strikten Kurses der Regierung zunächst glimpflich verlaufen. Nach raschen Lockerungen im Mai schnellte die Zahl der Fälle jedoch in die Höhe.

Insgesamt wurden nach Ministeriumsangaben bislang 113.623 Fälle erfasst. Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit einer Corona-Infektion lag bei 906. Mit 437 erreichte die Zahl der Schwerkranken am Samstag einen Höchststand.

In Israel sollen die Schulen am Dienstag mit Ende der Sommerferien unter Corona-Beschränkungen wieder geöffnet werden. Eigentlich war es Ziel der Regierung gewesen, die Zahl der täglichen Corona-Neuinfektionen vorher auf rund 400 zu drücken.

Tiefkühl-Pommes gehören zu den Krisengewinnern

9.45 Uhr: In der Coronakrise haben die Verbraucher in Deutschland deutlich mehr Tiefkühl-Pommes-frites gekauft als vor der Pandemie. Auch die Nachfrage nach anderen Kartoffelprodukten aus der Tiefkühltruhe stieg deutlich. Das geht aus einer aktuellen Studie des Marktforschungsunternehmens Nielsen hervor. Danach kauften die Bundesbürger im ersten Halbjahr im Lebensmitteleinzelhandel und in den Drogeriemärkten insgesamt 168 Millionen Packungen Pommes, Röstis, Kroketten und Co. Das bedeutet nach Angaben der Marktforscher eine Steigerung um rund 18 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres.

"Bei Kartoffelprodukten aus der Tiefkühltruhe beobachten wir einen deutlichen Corona-Effekt", berichtete Nielsen-Handelsexpertin Silke Schmitt. Viele Bundesbürger hätten sich in der Krise mit Pommes und Co. bevorratet.

Während der Coronakrise haben sich die Deutschen mit Tiefkühl-Pommes eingedeckt

Während der Coronakrise haben sich die Deutschen mit Tiefkühl-Pommes eingedeckt

Foto: Ina Fassbender / dpa

Insgesamt gaben die Bundesbürger in den ersten sechs Monaten dieses Jahres den Marktforschern zufolge rund 247 Millionen Euro für Tiefkühl-Kartoffelprodukte aus. Das waren rund 26 Millionen Euro mehr als in der ersten Jahreshälfte 2019. Besonders beliebt waren Tiefkühl-Pommes für den Ofen, von denen rund 97 Millionen Packungen verkauft wurden.

Doch auch die Beliebtheit von Kartoffelchips stieg in der Corona-Zeit. Insgesamt kauften die Verbraucher im ersten Halbjahr laut Nielsen über 51.000 Tonnen Kartoffelchips, rund 10 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Kaum Neuinfektionen in China

9.05 Uhr: Gute Nachrichten kommen aus China: Die Behörden haben dort den 14. Tag in Folge keine neue Coronavirus-Ansteckung mit Symptomen im Inland registriert. Das ist der längste Zeitraum seit Beginn der täglichen Infektionszählungen Ende Januar. Bei den in China gesondert erfassten Infektionen ohne Krankheitssymptome wurden vier neue Fälle gemeldet nach zehn Fällen am Tag zuvor. Außerdem wurden wie am Vortag neun Erkrankungen bei Menschen registriert, die sich im Ausland angesteckt haben sollen.

Südkorea meldete dagegen 299 Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Das ist zwar der langsamste Anstieg seit fünf Tagen, aber auch der 17. Tag in Folge im dreistelligen Bereich. Die Regierung verschärfte die Schutzmaßnahmen zuletzt weiter.

Am Sonntag traten neue Auflagen im dicht besiedelten Großraum der Hauptstadt Seoul in Kraft: Das Essen vor Ort in Restaurants, Kneipen und Bäckereien ist von 21 Uhr bis 5 Uhr verboten, Coffeeshops, von denen einige als Hotspots ausgemacht wurden, dürfen bis zum 6. September nur noch außer Haus verkaufen.

Kirchen, Nachtklubs, Sporthallen und die meisten Schulen in der Region sind bereits geschlossen, und an öffentlichen Orten gilt eine Maskenpflicht. Bislang sind in Südkorea 19.699 Infektionen und 323 Covid-19-Todesfälle nachgewiesen.

SPD-Chef fordert stärkeren Mieterschutz

8.57 Uhr: SPD-Chef Norbert Walter-Borjans fordert eine Neuauflage des verstärkten Schutzes für Mieter in der Coronakrise. "Die Regelung zum Kündigungsschutz, die zum 1. Juli ausgelaufen ist, sollte so schnell wie möglich wieder in Kraft gesetzt werden", sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Das habe er Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und dem Koalitionspartner mitgeteilt. Die Kanzlerin habe auf ihn nicht den Eindruck gemacht, dass sie eine Wiedereinsetzung des Corona-Kündigungsschutzes persönlich falsch finde. Aber in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion sei das bisher nicht zu machen.

Weltweiter Rekord bei täglichen Neuinfektionen

8.46 Uhr: Indien meldet laut der Nachrichtenagentur Reuters den weltweit höchsten Anstieg der Neuinfektionen an einem Tag seit Ausbruch der Pandemie. Binnen 24 Stunden seien 78.761 Ansteckungsfälle registriert worden, teilen die Behörden mit. So viele hat bislang kein anderes Land an nur einem Tag verzeichnet. Das wäre also Rekord.

Am 16. Juli hatten die USA mit 77.299 Neuinfektionen den bis dahin höchsten Wert gemeldet. Insgesamt haben sich in Indien rund 3,5 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt.

Laut Johns-Hopkins-Universität gab es in Indien allerdings schon am 26. August mehr als 85.000 Neuinfektionen. Die Zählweise der Johns-Hopkins-Universität unterscheidet sich auch in Deutschland von der Zählweise der Gesundheitsämter.

Auch in Brasilien breitet sich das Coronavirus weiter rasant aus. Die Behörden melden 41.350 Neuinfektionen. Damit stieg die Zahl der landesweit registrierten Ansteckungen mit dem neuartigen Virus binnen 24 Stunden auf mehr als 3,84 Millionen, wie das Gesundheitsministerium mitteilt. Die Zahl der Todesfälle erhöhte sich um 758 auf 120.262.

Brasilien ist nach den USA bezogen aus absolute Zahlen am schwersten von der Pandemie betroffen. Allerdings haben sich Zahlen der Neuinfektionen und der Todesfälle in den vergangenen Wochen allmählich etwas stabilisiert.

jme/mke/kko/dpa/Reuters/AFP/AP
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.