+++ News-Update +++ Anti-Corona-Demo auch in London

Am Trafalgar Square protestierten die Menschen gegen die Corona-Auflagen. Auch in Paris wird demonstriert. Und: Laut einem Medienbericht wären in Deutschland deutlich mehr Tests möglich. Der Überblick.
Demonstration in London gegen die Corona-Maßnahmen

Demonstration in London gegen die Corona-Maßnahmen

Foto: Mark Thomas / i-Images / imago images/i Images

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Zahl der Neuinfektionen in Frankreich steigt weiter stark

21.28 Uhr: Frankreich hat erneut mehrere tausend neue Corona-Ansteckungen binnen eines Tages gemeldet. In den vergangenen 24 Stunden seien 5453 Neuinfektionen nachgewiesen worden, teilten die Gesundheitsbehörden am Samstagabend in Paris mit. Damit ging die Zahl nach drei Tagen mit einem deutlichem Wachstum wieder zurück. Am Freitag waren 7379 Neuinfektionen registriert worden, am Donnerstag 6111 und am Mittwoch 5429.

Allerdings ist auch die Zahl vom Samstag relativ hoch. Im einwohnerstärkeren Deutschland etwa wurden am Samstag lediglich 1479 Neuinfektionen gemeldet.

Seit Beginn der Corona-Pandemie starben in Frankreich schon mehr als 30.600 Infizierte. Am Samstag wurden 4530 Covid-19-Patienten im Krankenhaus behandelt, davon 400 auf Intensivstationen.

Das Auswärtige Amt in Berlin rät derzeit wegen hoher Infektionszahlen von "nicht notwendigen, touristischen Reisen" in den Großraum Paris, die südfranzösische Region Provence-Alpes-Côte-d'Azur sowie ins Überseegebiet Französisch-Guayana ab. Am Dienstag geht in Frankreich nach den Sommerferien der Schulunterricht wieder los.

Impfstoff: Die Welt wartet - und schaut auch nach Tübingen

19.21 Uhr: Einen Impfstoff, der nur in Russland zugelassen ist, würde Peter Kremsner sich nicht spritzen. Der Infektiologe testet in Tübingen an Freiwilligen einen Corona-Impfstoff - und ist zuversichtlich.

Wegen Corona: Bremer Trio verzichtet auf Nationalmannschafts-Reisen

18.59 Uhr: Fußball-Bundesligist Werder Bremen wird Milot Rashica, Milos Veljkovic und Neuzugang Tahith Chong aufgrund der Coronavirus-Pandemie nicht zu den Nationalmannschaften ziehen lassen. Nach Club-Angaben vom Samstag entschieden die Hanseaten, dass das Trio in der kommenden Woche aufgrund der vom Robert Koch-Institut festgelegten Risikogebiete in Bremen bleiben wird. Rashica hätte mit dem Kosovo in der Hauptstadt Pristina gegen Moldawien gespielt, der Serbe Veljkovic in Russland und in der Heimat sowie der niederländische U21-Nationalspieler Chong in Weißrussland. 

Das Bremer Gesundheitsamt hat für Reisen in ein Risikogebiet vorgegeben, dass man nach der Rückkehr eine fünftägige Quarantäne antreten muss, selbst bei einem negativen Testergebnis. "Vor diesem Hintergrund haben wir mit den Spielern entschieden, dass sie nicht zu den Auswahlmannschaften reisen, da das auch einen Einsatz im Pokalspiel ausschließen würde. Das wollen wir vermeiden", erklärte Sportchef Frank Baumann. Die Bremer treten am 12. September im DFB-Pokal beim Viertligisten Carl Zeiss Jena an. 

Bundesinnenminister Seehofer kritisiert Kurswechsel bei Reiserückkehrern

18.23 Uhr: Bundesinnenminister Horst Seehofer hat das Hin und Her im Umgang mit Reiserückkehrern in der Corona-Krise kritisiert. "Wir alle brauchen in dieser Krise Orientierung und Verlässlichkeit", sagte der CSU-Politiker dem "Donaukurier" (Samstag). "Das betrifft ja jeweils zigtausende Menschen. Deshalb dürfen wir unsere Strategie nicht zu häufig ändern." 

Seehofer bezog sich damit auf den Kurswechsel, der am Donnerstag bei der Konferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder getroffen wurde. Danach sollen die Regeln für Rückkehrer aus Risikogebieten nach nur wenigen Wochen wieder geändert werden. 

Sie sollen sich in Quarantäne begeben und diese künftig frühestens mit einem fünf Tage nach Einreise vorgenommenen, negativen Test verlassen dürfen. Im Moment gilt für diese Reisenden noch, dass sie die Quarantäne mit Vorlage eines maximal 48 Stunden alten Tests bei der Einreise oder durch einen in Deutschland auf Anordnung der Behörden gemachten Test umgehen können. 

Zudem verständigten sich Bund und Länder darauf, die kostenlosen Corona-Tests für Einreisende aus Nicht-Risikogebieten zum Ende der Sommerferien mit dem 15. September zu beenden. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) will aber an seinem Angebot für kostenlose Tests an Flughäfen, Bahnhöfen und Autobahnen festhalten. Seehofer sagte dazu: "Den bayerischen Weg des Testen, Testen, Testen halte ich für sehr überzeugend." 

Zu den Forderungen, dass die Polizei die Quarantäne von Reiserückkehrern überwachen soll, äußerte sich der Innenminister noch zurückhaltend: "Das ist ein Wunsch, der neu im Raum steht. Da gibt es aber viele offene Fragen, die in den nächsten Wochen geklärt werden müssen. Wir werden darüber reden und sehen, welche Lösungen wir finden."

Großbritannien meldet über 1100 Neuinfektionen

18.17 Uhr: Großbritannien meldet 1108 neue Fälle. Das sind etwas weniger als am Freitag. Weitere zwölf Personen seien binnen 28 Tagen nach einem positiven Corona-Test gestorben, teilt die Londoner Regierung mit. Großbritannien hat die Tests zuletzt ausgeweitet - vor allem in Bereichen, wo es zu lokalen Virus-Ausbrüchen gekommen ist.

Demos gegen Corona-Auflagen auch in London und Paris

17.41 Uhr: Wie in Berlin gab es auch in London eine Demonstration gegen Corona-Auflagen. Allerdings fiel der Protest hier deutlich kleiner aus. In der britischen Hauptstadt kamen mehrere hundert Menschen am Trafalgar Square zusammen, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

Der "Guardian" schreibt von Tausenden Teilnehmern. Sie stellten Informationen über das Virus infrage, viele trugen Transparente mit der Aufschrift "Fake News". Unter den Demonstranten befanden sich - wie in Deutschland - Verschwörungstheoretiker und Impfgegner. Sie bezeichneten die Coronakrise wahlweise als "Scherz" oder "Betrug".

Auch in Paris gab es eine Demo. Dort versammelten sich einige Hundert Aktivisten, die vor allem gegen die Maskenpflicht auf die Straße gingen. "Nein zur Gesundheitsdiktatur" und "Lasst unsere Kinder atmen" war hier auf Plakaten zu lesen. Mehr als 100 Menschen wurden verwarnt, weil sie keine Maske trugen. Sie müssen eine Geldstrafe von 135 Euro zahlen.

Probleme bei Corona-Hilfen: "Jeder Selbstständige hat Bedenken, wenn er zum Jobcenter muss"

16.57 Uhr: Noch immer kommt bei Millionen Solo-Selbstständigen kaum Hilfe an. Catharina Bruns ist in der Krise zu einer Stimme der Branche geworden, die bislang keine Lobby hat - und erklärt die Ursachen der Misere. Lesen Sie hier das ganze Interview.

Deutlich höhere Testkapazitäten in Deutschland möglich?

16.15 Uhr: In Deutschland könnten einem Bericht zufolge viel mehr Menschen als bisher präventiv auf eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus getestet werden, ohne dass es deshalb zu Engpässen oder Preissteigerungen kommen müsste. Wie die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung"  (FAS) berichtete, sind in veterinärmedizinischen Laboren große ungenutzte Kapazitäten für den sogenannten PCR-Test vorhanden, mit dem sich das Virus nachweisen lässt.

"Ich fände es richtig, diese Expertise zu nutzen", sagte Thomas Mettenleiter, der das Friedrich-Loeffler-Institut auf der Insel Riems leitet, das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit. Ob Human- oder Veterinärmedizin, die Diagnostik sei in diesem Fall im Grundsatz dieselbe. Außerdem sei die Automatisierung in den Veterinärlaboren wegen der dort üblichen hohen Stückzahlen weit fortgeschritten.

Schon jetzt werden dem Bericht zufolge staatliche Veterinärlabore in sieben von 16 Bundesländern von den Gesundheitsbehörden für Corona-Tests genutzt. Aus der Branche heiße es, die stärkere Einbeziehung privater Veterinärlabore könne die PCR-Test-Kapazität in Deutschland verdreifachen, berichtete die "FAS" weiter.

Die 182 medizinischen Labore, die ihre Testzahlen ans Robert-Koch-Institut melden, kamen zuletzt zusammen auf knapp eine Million Tests in der Woche. Vertreter der Labormedizin warnten vor personeller Überlastung und Lieferengpässen bei Verbrauchsgütern.

Schäuble: Die CDU kommt im Dezember zu Parteitag zusammen

15.50 Uhr: Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble hat sich gegen eine Verschiebung des CDU-Parteitags ausgesprochen. "Das Parteienrecht schreibt vor, dass alle zwei Jahre die Führung neu zu wählen ist. Und die Satzung erlaubt es auch nicht, einen solchen Parteitag digital abzuhalten. Die CDU kommt also im Dezember zusammen", sagte der CDU-Politiker der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" . Der Parteitag werde kürzer sein als ursprünglich geplant, notfalls beschränke man sich auf die Wahlen.

Anfang Dezember soll bei einem Parteitag in Stuttgart der neue CDU-Vorsitz gewählt werden. Als Kandidaten mit den besten Aussichten gelten neben dem ehemaligen Fraktionschef Friedrich Merz Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet und der Außenexperte Norbert Röttgen.

Schäuble sprach sich in dem Interview außerdem für Masken im Bundestag aus, wenn der Abstand nicht eingehalten werden kann.

Saarland will Urteil zur Kontaktnachverfolgung rasch umsetzen

15.44 Uhr: Die saarländische Gesundheitsministerin Monika Bachmann hat angekündigt, das Urteil des Verfassungsgerichtshofs zur Kontaktverfolgung rasch umzusetzen. "Wir werden zügig entsprechende Anpassungen im Rahmen eines Corona-Gesetzes erarbeiten", teilte die CDU-Politikerin in Saarbrücken mit. "Diesen Entwurf werde ich im Ministerrat einbringen und damit eine rechtskonforme Kontaktnachverfolgung sowie Datenweitergabe an die Gesundheitsämter sicherstellen." Das Gericht bemängelt, dass das Parlament nicht mit einbezogen wurde. Bachmann sagte, Ziel sei es, dieses Corona-Gesetz noch im September ins parlamentarische Verfahren zu bringen.

"Dadurch werden wir auch künftig in der Lage sein, Infektionsketten schnell und sicher nachzuvollziehen und unserem obersten Ziel, dem Schutz der Saarländerinnen und Saarländer, Sorge zu tragen", sagte Bachmann. Die aktuelle Vorschrift zur Kontaktnachverfolgung ist nach einem Urteil des Verfassungsgerichtshofs des Saarlandes verfassungswidrig. Es handele sich dabei um einen "Grundrechtseingriff von einer derartigen Intensität, dass nur ein Parlamentsgesetz, nicht aber eine Rechtsverordnung der Landesregierung, ihn rechtfertigen kann", hatte der Gerichtshof am Freitag in Saarbrücken mitgeteilt.

DAK-Bericht: Eltern beantragen kaum noch Kinderkrankengeld

15.39 Uhr: In der Zeit der Corona-Pandemie haben einem Bericht zufolge viele berufstätige Eltern kein oder deutlich weniger Kinderkrankengeld in Anspruch genommen als im vergangenen Jahr. Das zeigen Daten der Krankenkasse DAK-Gesundheit, wie die Funke-Zeitungen berichteten.

Demnach sanken die Fälle, in denen Erziehungsberechtigte Krankengeld für die Betreuung ihrer Kinder bezogen haben, allein im April verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um 83,9 Prozent. Die Krankenkasse sieht einen Zusammenhang mit vermehrtem Homeoffice oder der Freistellung von Arbeitnehmern während der Corona-Krise.

DAK-Vorstandschef Andreas Storm begrüßt die geplante Neuregelung der großen Koalition, wonach Eltern künftig zusätzlich fünf Tage bei ihrem kranken Kind verbringen können. "Die Ausweitung des Kinderkrankengeldes ist richtig", sagte er den Funke-Zeitungen. Es sei wichtig, Eltern und insbesondere Alleinerziehende in dieser schwierigen Corona-Zeit zu unterstützen, "damit sie ohne finanzielle Nachteile ihre kranken Kinder pflegen können".

Gesetzlich Versicherte haben pro Kalenderjahr bislang Anspruch auf zehn freie Arbeitstage je Elternteil für die Pflege eines Kindes unter zwölf Jahren, für Alleinerziehende sind es 20 Tage insgesamt. Zahlt der Arbeitgeber in dieser Zeit kein Gehalt, springt die Krankenkasse mit dem Kinderkrankengeld ein. Die große Koalition will für das Jahr 2020 das Kinderkrankengeld um fünf weitere Tage je Elternteil aufstocken, für Alleinerziehende um weitere zehn Tage.

EU-Kommissarin erwartet keinen deutlichen Corona-Zuwachs durch Schulöffnung

Schüler in Kiel mit Masken im Unterricht

Schüler in Kiel mit Masken im Unterricht

Foto: Gregor Fischer / DPA

15.10 Uhr: EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides erwartet keinen deutlichen Anstieg von Corona-Fällen durch die Wiedereröffnung von Schulen. "Studien in mehreren EU-Ländern haben gezeigt, dass die Übertragung von Kind zu Kind in Schulen selten ist und dass die Wiedereröffnung von Schulen nicht mit einem signifikanten Anstieg der Infektionen verbunden ist", sagte Kyriakides der italienischen Zeitung "La Stampa" in einem Interview.

Nach derzeitigen Erkenntnissen sei es bei angemessenen Hygienemaßnahmen wie der Wahrung physischer Distanz oder der Einteilung der Schüler in Gruppen unwahrwahrscheinlich, dass Schulen eine größere Infektionsquelle bildeten als andere Orte, sagte Kyriakides. "Und das ist es, worauf wir hoffen."

Sitzblockaden und Festnahmen am Rand der Berliner Corona-Demo

14.38 Uhr: Nach der angeordneten Auflösung eines Protestzugs gegen die Corona-Politik mit mehreren Tausend Menschen in Berlin ist die Polizei zu verschiedenen Einsätzen im Stadtzentrum ausgerückt. So legten sich auf dem Schiffbauerdamm rund 40 Menschen Boxbandagen an, wie die Polizei berichtete. In der Universitätsstraße seien zudem Hindernisse auf die Fahrbahn gebracht worden. In der Friedrichstraße habe außerdem ein Baucontainer gebrannt, zudem habe es eine Festnahme nach einem Flaschenwurf gegeben. Auf Videos war auch zu sehen, wie die Polizei Demonstranten wegtrug oder abdrängte, die auf der Straße sitzen blieben und nicht freiwillig gingen.

Die Polizei war mit rund 3000 Beamten im Einsatz. Am Nachmittag forderte die Einsatzleitung einen Hubschrauber an. Er sollte ein Livebild übertragen, um einen besseren Überblick über die Situation zu gewinnen.

Seehofer: "Wir können Zuschauer langsam wieder in die Stadien einlassen"

Geisterspiel vor leeren Rängen auf Schalke

Geisterspiel vor leeren Rängen auf Schalke

Foto: Bernd Thissen / dpa

13.54 Uhr: Bundesinnenminister Horst Seehofer setzt sich dafür ein, in der Zuschauerfrage bei Sport-Großveranstaltungen von "Schwarz-Weiß-Lösungen" wegzukommen. "Wir können Zuschauer langsam wieder in die Stadien einlassen, ohne den Infektionsschutz zu vernachlässigen", sagte der CSU-Politiker in einem Interview des "Donaukurier" . Er sei froh, dass es nun immer mehr Anhänger für dieses Vorgehen gebe.

Mit den Entscheidungen der Ministerpräsidenten vom Donnerstag sei er hochzufrieden. "Der Grundsatz, auf unbestimmte Zeit überhaupt keine Zuschauer zu zulassen, ist im Grunde vom Tisch. Wir werden jetzt prüfen, wann und wie wir den Sport auch wieder mit Publikumsbeteiligung erleben können", sagte der Minister.

In den nächsten Wochen sollen laut Seehofer Konzepte entwickelt werden, wie man wieder Zuschauer zulassen kann. "Es geht dabei nicht nur um Fußball, sondern auch um alle anderen Sportarten. Ich denke, dass wir im Frühherbst genauere Pläne haben." Er setze sich dafür ein, dass zum Beispiel auch Eishockeyfans in diesem Jahr wieder in die Stadien können. "Wenn man die Präventionsregeln einhält, dann kann man das verantworten. Damit sind wir in Deutschland bislang gut gefahren", so Seehofer.

In dem Interview kritisierte der CSU-Politiker auch das Hin und Her im Umgang mit Reiserückkehrern in der Corona-Krise. "Wir alle brauchen in dieser Krise Orientierung und Verlässlichkeit", sagte er. "Das betrifft ja jeweils zigtausende Menschen. Deshalb dürfen wir unsere Strategie nicht zu häufig ändern."

Corona-Demo in Berlin aufgelöst

13.50 Uhr: Die Polizei hat die Corona-Demonstration in Berlin vorzeitig beendet, weil die Infektionsschutz-Auflagen nicht eingehalten worden sind. Das teilte sie auf Twitter mit (lesen Sie hier mehr dazu). Bis Samstagmittag hatten sich nach einer Schätzung der Polizei rund 18.000 Menschen in Berlin versammelt. Die Menschen hielten kaum Abstand und trugen größtenteils keine Masken. Derzeit fordert die Polizei die Demonstranten auf, das Gebiet zu verlassen. Diese reagierten mit Buhrufen und Pfiffen.

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1479 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland

12.45 Uhr: Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 1479 neue Corona-Infektionen gemeldet. Am Tag zuvor waren es 1571. Am vergangenen Samstag war mit 2034 neuen Fällen erstmals seit Ende April die 2000er-Marke überschritten worden. "Die Anzahl der neu übermittelten Fälle war in Deutschland seit etwa Mitte März bis Anfang Juli rückläufig, seitdem nahm die Fallzahl zu und scheint sich in den letzten Tagen zu stabilisieren", hieß es vom RKI.

Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März/Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. Die Zahl war nach den immer noch über 1000 liegenden Werten im Mai in der Tendenz gesunken, seit Ende Juli steigt sie wieder. Experten zeigen sich besorgt, dass es zu einem starken Anstieg der Fallzahlen kommen könnte, der die Gesundheitsämter bei der Nachverfolgung von Ansteckungsketten an ihre Grenzen bringt.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Mitteilung vom Freitag bei 0,94 (Vortag: 0,83). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Neue Corona-Welle: In Seoul werden Krankenhausbetten knapp

12.23 Uhr: Angesichts anhaltend steigender Zahlen von Coronavirus-Infektionen wächst in Südkorea die Sorge vor einer Überlastung der Krankenhäuser. Im Großraum der Hauptstadt Seoul waren am Freitag für schwere Fälle nur noch rund 15 Klinikbetten frei, erklärte der Koordinator für öffentliche Gesundheitspolitik im Gesundheitsministerium, Yoon Tae Ho. Das seien 4,5 Prozent der vorhandenen Betten. Eine Woche zuvor hätten noch 22 Prozent zur Verfügung gestanden. Er gehe aber von einer Entspannung in den nächsten Tagen aus, weil einige Patienten entlassen würden.

Allerdings steigen die Infektionszahlen in Südkorea seit mehr als zwei Wochen wieder deutlich an. Am Samstag meldeten die Seuchenkontrollzentren 308 Neuinfektionen. Insgesamt sind in Südkorea damit 19.400 Covid-19-Erkrankungen bekannt, 321 verliefen den Angaben zufolge tödlich. Das Land hatte im Frühjahr den ersten schweren Corona-Ausbruch außerhalb Chinas vergleichsweise gut in den Griff bekommen. Einen Rückschlag gab es in den vergangenen Wochen, als sich die Krankheit trotz verschärfter Kontaktbeschränkungen wieder auszubreiten begann.

Polizei: 18.000 Menschen in Berlin für Demo gegen Corona-Politik

12.03 Uhr: Aus Protest gegen die Corona-Politik haben sich in Berlin-Mitte nach Schätzungen der Polizei fast 18.000 Menschen versammelt. Es gebe aber noch Zustrom zu einem geplanten Demonstrationszug, sagte eine Sprecherin am Mittag.

Die Polizei teilte per Twitter zudem mit, dass die Demo-Teilnehmer mehrfach vergeblich aufgefordert wurden, die Mindestabstände zum Schutz vor Corona-Infektionen einzuhalten. Daher wurde vom Einsatzleiter das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes "zur Auflage" gemacht.

Die Sprecherin der Polizei sagte auch, wenn die Abstandsregeln nicht eingehalten werden und dann auch keine Masken getragen werden, wäre es "das letzte Mittel", den Demonstrationszug nicht starten zu lassen und die Versammlung aufzulösen.

Die Demonstranten auf der Friedrichstraße und Unter den Linden hatten Fahnen, teils aus mehreren Bundesländern. Die Polizei sperrte Zugänge mit Gittern ab. Auf großen Schildern war unter anderem zu lesen: "Wir sind das Volk". Auf anderen Transparenten wurde der Rücktritt der Bundesregierung gefordert sowie ein Ende der Schutzauflagen wegen der Corona-Pandemie.

Bhutan erlaubt wegen Corona wieder den Verkauf von Tabak

Anstehen für Zigaretten in Bhutan

Anstehen für Zigaretten in Bhutan

Foto: UPASANA DAHAL / AFP

11.44 Uhr: Das Königreich Bhutan im Himalaya-Gebirge erlaubt im Kampf gegen die Corona-Pandemie nach Jahren wieder den Verkauf von Tabak. Raucher können sich nun bei staatseigenen Duty-Free-Shops mit Zigaretten eindecken, um auf Schmuggelware aus dem stark vom Coronavirus betroffenen Nachbarland Indien zu verzichten. Der Premierminister und Arzt, Lotay Tshering, warnte allerdings, dass die Maßnahme nur vorübergehend sei.

In dem überwiegend von Buddhisten bewohnten Staat wird das Rauchen als Sünde angesehen. 2010 verbot die Regierung die Herstellung und den Verkauf von Tabakwaren komplett. Allerdings erlaubte sie die Einfuhr kleiner Mengen aus dem Ausland gegen saftige Zollgebühren. Dadurch ist ein Schwarzmarkt mit Schmuggelware aus Indien entstanden, auf dem sich der Preis für Zigaretten nach der Schließung der Grenzen vervierfachte.

Indien hat bereits mehr als drei Millionen bestätigte Corona-Fälle, das 750.000 Einwohner zählende Bhutan weniger als 200. Die Virusinfektion eines bhutanischen Grenzbewohners, der mit indischen Importgütern arbeitete, sorgte bei der Regierung nun für das Umdenken. Die Pandemie sei der "falsche Zeitpunkt", um den Bürgern das Rauchen abzugewöhnen, sagte Tshering laut örtlichen Medien.

Steigende Corona-Zahlen: Tour de France verschärft erneut Maßnahmen

Die Tour de France startet in Nizza

Die Tour de France startet in Nizza

Foto: ERIC GAILLARD / REUTERS

11.13 Uhr: Aufgrund der stark ansteigenden Infektionszahlen wird bei der Tour de France nun doch eine Mannschaft ausgeschlossen, wenn es zwei positive Corona-Fälle im gesamten Team inklusive Umfeld innerhalb von sieben Tagen gibt. Das gab Tourchef Christian Prudhomme kurz vor dem Start der 107. Frankreich-Rundfahrt bekannt.

Erst am Freitag war die Maßnahme nach einer Entscheidung des Weltverbandes UCI gelockert worden. Demnach wäre ein Team erst bei zwei Positivfällen unter den jeweiligen acht Fahrern ausgeschlossen worden. Das direkte Team-Umfeld umfasst aber rund 20 weitere Personen wie Physiotherapeuten, Busfahrer oder Sportdirektoren.

Laut Prudhomme sei die Entscheidung vom interministeriellen Krisenstab getroffen worden. Hintergrund sind die seit Tagen steigenden Neuinfektionen in Frankreich. Am Freitagabend vermeldete das Gesundheitsministerium 7379 neue Fälle innerhalb von 24 Stunden und sprach von einem "exponentiellen Anstieg". Am Vortag waren es mehr als 6000, davor mehr als 5000.

Damit könnte es in den nächsten drei Wochen schnell zu Team-Ausschlüssen kommen. Erst am Donnerstag hatte die belgische Lotto-Soudal-Mannschaft zwei Positivfälle im Betreuerstab vermeldet und insgesamt vier Personen nach Hause geschickt.

Unter strikten Corona-Maßnahmen soll die Tour in den nächsten drei Wochen durch das Land rollen. Zuschauer sind erlaubt, wenn auch limitiert. Für die ersten beiden Tage wurden bereits starke Einschränkungen vorgenommen. Statt der eigentlich erlaubten 5000 Zuschauer im Start- und Zielbereich sollen nur einige Dutzend Personen erlaubt sein. Das Département in der Region Nizza ist als rote Zone eingestuft worden, wo das Virus besonders stark zirkuliert.

Fast 76.500 Neuinfektionen in Indien an einem Tag

10.56 Uhr: In Indien sind 76.472 Neuinfektionen binnen eines Tages registriert worden. Das sind zwar etwas weniger als an den vergangenen Tagen, als Rekordwerte gemeldet wurden. Doch Indien verzeichnet derzeit den steilsten Anstieg bei den Infektionszahlen weltweit. Insgesamt seien mittlerweile rund 3,46 Millionen Ansteckungsfälle nachgewiesen, teilt das Gesundheitsministerium mit. Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus sei um 1021 auf 62.550 gestiegen. Nach den USA und Brasilien hat Indien die dritthöchste Infektionszahl weltweit.

Auftakt der Demo in Berlin: Rund 1000 Menschen versammelt

Die ersten Demonstranten versammeln sich zur Corona-Demo in Berlin

Die ersten Demonstranten versammeln sich zur Corona-Demo in Berlin

Foto: stefan zeitz / imago images/Stefan Zeitz

10.47 Uhr: In Berlin haben sich auf der Straße Unter den Linden am Vormittag bereits rund 1000 Teilnehmer für eine größere Demonstration gegen die Corona-Politik versammelt. Von dort soll ein Aufzug mit Protestierern durch Berlin ziehen zum Tiergarten und bis zur Straße des 17. Juni.

Vor dem Brandenburger Tor standen am Vormittag bereits viele Polizisten. Demonstrierende schrien "Tor auf" und skandierten "Wir sind das Volk". Eine riesige Deutschlandflagge war auf dem Boden vor dem Brandenburger Tor ausgelegt. Zu sehen waren auch Fahnen im Stil der bei Rechtsextremisten beliebten Reichskriegsflagge. Die Initiative Querdenken plant eine Kundgebung, für die rund 22.000 Menschen angemeldet waren.

Die Berliner Polizei hat sich auf einen Großeinsatz vorbereitet. Eigentlich wollte sie die Versammlungen verbieten, sie unterlag jedoch vor Gerichten. Die Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Berlin gegen die Verbotsverfügung der Polizei wurde in der Nacht zum Samstag bekannt. Insgesamt sollen rund 3000 Polizisten bereitstehen.

Städtetag: Lückenlose Kontrolle unmöglich

10.43 Uhr: Die Städte wollen nach Angaben ihres Verbands mit Schwerpunktkontrollen öffentlichkeitswirksam auf die Einhaltung der Corona-Regeln drängen. "Klar ist aber auch: Kontrollen allein reichen nicht. Wir müssen vor allem auf Einsicht und gegenseitige Rücksichtnahme der Menschen setzen", sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetags, Helmut Dedy, der "Passauer Neuen Presse"  weiter. "Eine lückenlose Kontrolle bei Verstößen gegen die Regeln ist nicht möglich."

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder hatten bei ihrer Videokonferenz zum weiteren Vorgehen in der Corona-Pandemie am Donnerstag vereinbart: "Insbesondere die Pflicht zur Mund-Nasen-Bedeckung in bestimmten öffentlichen Bereichen gilt verbindlich und muss entsprechend von den Ordnungsbehörden konsequent kontrolliert und sanktioniert werden. Die Länder werden das Mindestregelbußgeld für Verstöße gegen die Maskenpflicht auf mindestens 50 Euro festlegen."

Berlins Innensenator ruft Demonstranten zu Infektionsschutz auf

Warten auf die Corona-Demo: Polizisten mit Mundschutz vor dem Brandenburger Tor

Warten auf die Corona-Demo: Polizisten mit Mundschutz vor dem Brandenburger Tor

Foto: Kay Nietfeld / dpa

10.28 Uhr: Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) hat die Demonstranten gegen staatliche Corona-Auflagen dazu aufgerufen, den Infektionsschutz nicht zu vernachlässigen. Er äußerte zudem die Sorge, dass es bei Veranstaltungen zu Gewalt kommen könnte. Zum Beschluss des Oberverwaltungsgerichts Berlin in der Nacht zum Samstag sagte Geisel: "Das Gericht gibt den Versammlungsteilnehmern damit eine zweite Chance zu zeigen, dass sie sich an die Auflagen halten. Es liegt jetzt an den Demonstrierenden das auch unter Beweis zu stellen."

Die Initiative Querdenken plant am Vormittag einen langen Demonstrationszug und eine Kundgebung, für die rund 22.000 Menschen angemeldet waren. Das Oberverwaltungsgericht entschied, dass der umstrittene Demonstrationszug sowie die Kundgebung gegen die Corona-Politik in Berlin stattfinden können. Damit wurden die Versammlungsverbote der Polizei aufgehoben. Bei den Auflagen geht es unter anderem um die Wahrung von Abständen.

An der Pandemie-Situation habe der Gerichtsbeschluss nichts geändert, sagte der Innensenator. "Ich erwarte deshalb von den Menschen, die in Berlin demonstrieren, dass sie alles für den Infektionsschutz tun. Und dass sie es friedlich tun", teilte er mit. "Denn große Sorge bereitet mir nach wie vor die europaweite Mobilisierung unter Rechtsextremisten, die unabhängig von der Verbotsdiskussion im Vorfeld stattgefunden hat. Ich appelliere an alle, sich gewaltfrei in Berlin zu versammeln."

Röttgen: Reisen in Risikogebiete künftig vorab melden

10.11 Uhr: CDU-Vorsitzkandidat Norbert Röttgen hat sich dafür ausgesprochen, dass Reisen in Corona-Risikogebiete künftig vorab bei den Gesundheitsämtern angezeigt werden müssen. "Es ist nicht rational, mitten in einer Pandemie in eine Gegend zu fahren, die ein Corona-Risikogebiet darstellt", sagte Röttgen der "Welt" . "Wer das tut, muss akzeptieren, dass dieser Urlaub keine reine Privatangelegenheit mehr ist. Denn er gefährdet damit die öffentliche Gesundheit", so Röttgen. "Ich plädiere deshalb dafür, dass Reisen in Risikogebiete vorab bei den Gesundheitsämtern angezeigt werden müssen."

Kritik übte Röttgen am aktuellen Corona-Krisenmanagement: "Ich finde, gerade in den ersten Monaten haben gute Kommunikation und ein hohes Maß an Rationalität vorgeherrscht. Davon bräuchten wir jetzt wieder mehr."

Er zeigte sich offen für eine Impfpflicht zur Eindämmung des Coronavirus: "Eine Impfpflicht stellt einen weitreichenden Eingriff in die Persönlichkeitsrechte dar. Ich sage aber nicht kategorisch Nein dazu. Sollte der Wirkungsgrad einer solchen Impfung sehr hoch und die Nebenwirkungen ungefährlich sein, kann ich mir gegen das Coronavirus eine Impfpflicht vorstellen."

Insgesamt mehr als 17.000 Virus-Tote in Russland

10.01 Uhr: In Russland sind binnen 24 Stunden 111 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus registriert worden. Damit steigt die von den Behörden bekanntgegebene Gesamtzahl auf 17.025. Zudem seien 4941 nachgewiesene Neuinfektionen verzeichnet worden. Insgesamt haben sich damit 985.346 Menschen nachweislich mit dem Virus angesteckt. Russland steht bei den Infektionszahlen weltweit an vierter Stelle hinter den USA, Brasilien und Indien. Die Zahl der gemeldeten Todesfälle ist allerdings vergleichsweise gering.

Berliner Polizei bereitet sich auf Demo gegen Corona-Politik vor

09.36 Uhr: Die Berliner Polizei hat sich auf einen Großeinsatz zur Demonstration gegen staatliche Corona-Auflagen vorbereitet. Vor dem Brandenburger Tor standen am frühen Morgen bereits zahlreiche Polizeifahrzeuge. "Die Nacht war überwiegend ruhig", sagte Polizeisprecher Thilo Cablitz. An mehreren Versammlungsorten seien bereits Polizeikräfte im Einsatz.

Die Initiative Querdenken plant am Vormittag einen langen Demonstrationszug und eine Kundgebung, für die rund 22.000 Menschen angemeldet waren. Die Versammlungen können laut Gerichtsurteil stattfinden. Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg bestätigte am frühen Morgen in zweiter Instanz, dass das zuvor erlassene Verbot der Polizei keinen Bestand hat. Diese Entscheidung ist rechtskräftig.

Insgesamt sollen rund 3000 Polizisten bereitstehen. Im Regierungsviertel waren bereits vor Tagen Absperrgitter bereitgestellt worden. Bereits am Freitagabend hatten sich Demonstranten am Brandenburger Tor versammelt und gegen die deutsche Corona-Politik demonstriert.

Erster bekannter Fall von wiederholter Corona-Infektion in den USA

09.31 Uhr: Wissenschaftler haben einer Studie zufolge eine erneute Corona-Infektion eines bereits seit Längerem genesenen Patienten in den USA nachgewiesen. Erbgutuntersuchungen hätten gezeigt, dass es sich bei der ersten und der zweiten Infektion um verschiedene Varianten von Sars-CoV-2 gehandelt habe, erklärten die Forscher. 

Dies zeige, dass die Immunität nach einer Infektion nicht absolut sei und Mehrfachansteckungen möglich seien, hieß es in der Studie. Zudem sei die zweite Erkrankung des Patienten schwerer ausgefallen als die erste. Es sei aber unklar, inwieweit daraus generelle Schlussfolgerungen gezogen werden könnten.

Die Studie  von Forschern um Richard Tillett von der Universität Nevada wurde beim Magazin "The Lancet" eingereicht, bislang aber noch nicht unabhängig geprüft und veröffentlicht.

Zuletzt hatten bereits Forscher in Hongkong, Belgien und den Niederlanden von dokumentierten Fällen erneuter Infektionen berichtet. Die Weltgesundheitsorganisation WHO geht angesichts von inzwischen weltweit fast 25 Millionen Coronavirus-Infektionen davon aus, dass es sich dabei um Einzelfälle handelt (mehr zum Thema lesen Sie hier).

Wuhan öffnet die Schulen

09.17 Uhr: Die als Ausgangsort der Coronavirus-Pandemie geltende chinesische Millionenmetropole Wuhan will am Dienstag wieder alle Schulen und Kindergärten öffnen. Rund 1,4 Millionen Schülerinnen und Schüler sollen dann mit dem Ende der Sommerferien wieder regulär die insgesamt 2842 Bildungseinrichtungen in der Stadt besuchen, teilten die Behörden mit. Die Universität soll schon am Montag öffnen. Die Behörden empfehlen, auf dem Weg zur und von der Schule Masken zu tragen und öffentliche Verkehrsmittel, wenn möglich, zu meiden. Die Schulen sollen auf unnötige Massenversammlungen verzichten und müssen den Gesundheitsbehörden täglich Bericht erstatten.

In der zentralchinesischen Stadt mit ihren elf Millionen Einwohnern war das neuartige Virus Ende Dezember erstmals festgestellt worden. Ende Januar wurde sie für mehr als zwei Monate abgeriegelt. Seit April kehrt sie mit schrittweisen Lockerungen allmählich zur Normalität zurück, seit dem 18. Mai wurden keine neuen lokalen Ansteckungen gemeldet. Mit 3869 Todesfällen zählt Wuhan mehr als 80 Prozent aller Corona-Todesfälle in China.

Insgesamt haben Behörden in dem Land zuletzt neun neue Covid-19-Fälle an einem Tag registriert. Bei allen Fällen soll es sich um Einreisende aus dem Ausland handeln. Damit wurden den 13. Tag in Folge keinen Ansteckungen im Inland gemeldet. Bei den in China gesondert registrierten Infektionen ohne Krankheitssymptome wurden zehn neue Fälle gemeldet nach 16 Fällen am Tag zuvor.

Höchstwert an Neuinfektionen in Argentinien

09.15 Uhr: Argentinien meldet mit 11.717 Corona-Neuinfektionen einen neuen Tageshöchstwert. Dennoch kündigt die Regierung eine Lockerung der landesweiten Schutzmaßnahmen an. Künftig dürfen bis zu zehn Personen im Freien zusammenkommen, wenn sie eine Maske tragen und auf die Abstandsregeln achten, erklärte Präsident Alberto Fernandez in einer Fernsehansprache. Bislang wurden in dem südamerikanischen Land 392.009 Ansteckungen mit dem neuartigen Coronavirus bestätigt, von denen 8271 tödlich verliefen.

Auch in Brasilien breitet sich das Coronavirus weiter rasant aus. Die Behörden melden 43.412 Neuinfektionen. Damit stieg die Zahl der landesweit registrierten Ansteckungen mit dem neuartigen Virus binnen 24 Stunden auf mehr als 3,8 Millionen, teilte das Gesundheitsministerium mit. Die Zahl der Todesfälle erhöhte sich um 855 aus 119.504. Brasilien ist nach den USA bezogen auf die absoluten Infektionszahlen am schwersten von der Pandemie betroffen.

Bahn will Einhaltung der Maskenpflicht besser kontrollieren

Bahnreisende mit dem vorgeschriebenen Mundschutz

Bahnreisende mit dem vorgeschriebenen Mundschutz

Foto: Hendrik Schmidt / picture alliance / dpa

09.08 Uhr: In den Zügen der Deutschen Bahn soll die Einhaltung der Maskenpflicht schärfer kontrolliert werden. Zuletzt setzte das Unternehmen nach eigenen Angaben regelmäßig in täglich rund 60 Fernverkehrszügen Sicherheitsmitarbeiter ein, um das vorgeschriebene Tragen von Masken zu prüfen.

Die Anzahl dieser Kontrollen soll bis Anfang September mehr als verdoppelt werden. Reisende, die sich "vehement" gegen die Maskenpflicht weigern, bilden nach Angaben des Konzerns zwar eine "kleine Minderheit". Für sie kann die Fahrt aber rasch enden, die Bahn kann dann einen Beförderungsausschluss aussprechen. In "Konfliktsituationen" soll dies die Bundespolizei umsetzen.

Verhandlungen um Corona-Hilfspaket in den USA kommen kaum voran

09.05 Uhr: Die Verhandlungen über ein neues Corona-Hilfspaket in den USA stecken trotz eines neuen Angebots von Präsident Donald Trump weiter fest. Trump sei bereit, das Volumen um 300 Milliarden auf 1,3 Billionen Dollar aufzustocken, teilte sein Stabschef Mark Meadows am Freitag mit.

Die demokratische Präsidentin des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, wies dies aber umgehend als zu wenig zurück. Sie bekräftigte die Forderung ihrer Partei nach einem Volumen von 2,2 Billionen Dollar. Erst wenn die republikanische Seite dem zustimme, könnten die vor rund drei Wochen abgebrochenen Verhandlungen fortgesetzt werden.

In Berlin darf demonstriert werden

09.01 Uhr: Die für Samstag geplante Großdemonstration von Gegnern der Corona-Auflagen darf nun endgültig stattfinden. Das Oberverwaltungsgericht (OVG) Berlin-Brandenburg bestätigte in der Nacht zwei Eilbeschlüsse des Verwaltungsgerichts Berlin im Wesentlichen. Damit seien die beiden polizeilichen Versammlungsverbote vorläufig außer Vollzug gesetzt, teilte das OVG mit.

Es folgte damit dem Beschluss der Vorinstanz vom Freitag, wonach die von der Initiative Querdenken 711 geplante Kundgebung gegen die Corona-Politik von Bund und Ländern unter Auflagen zur Einhaltung des Mindestabstands stattfinden könne. Innensenator Andreas Geisel (SPD) hatte die Demonstrationen verboten, weil Verstöße gegen die Infektionsschutzverordnung zu erwarten seien. Dagegen hatten die Organisatoren geklagt.

jme/kfr/slü/pgo/dpa/Reuters/AFP/AP