Studie mit 15.000 Probanden Novavax gibt Impfstoffwirksamkeit mit fast 90 Prozent an

Ein neuer Impfstoff des US-Pharmakonzerns Novavax gegen das Coronavirus ist einer Studie in Großbritannien zufolge zu 89,3 Prozent wirksam. Demnach schützt er fast ebenso gut gegen die hochansteckende britische Variante.
Covid-19-Impfstoff von Novavax

Covid-19-Impfstoff von Novavax

Foto: JUSTIN TALLIS / AFP

Der US-Konzern Novavax teilte am Donnerstag mit, sein Impfstoff habe in einer Erprobung in Großbritannien eine Wirksamkeit von 89,3 Prozent gezeigt. Nach einer ersten Zwischenanalyse einer Phase-III-Studie habe die Arznei fast dieselbe Wirksamkeit bei den neu entdeckten Virusmutationen.

An der Studie in Großbritannien nehmen demnach 15.000 Menschen im Alter zwischen 18 und 84 Jahren teil. Ungefähr die Hälfte der Probanden erhält den Impfstoff, die andere Hälfte ein wirkungsloses Placebo. Bislang gab es unter den Teilnehmern 62 Covid-19-Fälle, ein Großteil davon, 56 Fälle, traten in der Placebogruppe auf. Unter den mit Wirkstoff geimpften Probanden gab es dagegen nur sechs Fälle.

Gut ein Viertel der Probanden sind älter als 65 Jahre. Die Studie soll als Grundlage für das Zulassungsverfahren in Großbritannien, der EU und anderen Staaten dienen. Sie läuft weiterhin, um auf der Basis von mehr Fällen ein statistisch sichereres Ergebnis zu erzielen.

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Ansteckendere Virusvariante kursierte bereits

Derzeit sind noch einige weitere Impfstoffe in der Erprobung, eine Übersicht über die vermutlich als Nächstes zugelassenen Mittel lesen sie hier.

Die Studie wurde in einem Zeitraum durchgeführt, in dem die stärker ansteckende britische Variante bereits zirkulierte. Die vorläufige Analyse deutet demnach darauf hin, dass der Impfstoff zu 85,6 Prozent gegen diese Mutation wirksam war. Das US-Unternehmen gab dies in einer Pressemitteilung bekannt, die Studiendaten stellte Novavax allerdings nicht zur Verfügung. Gegen die zuerst in Südafrika festgestellten Virus-Mutante scheint das Mittel dagegen weniger wirksam zu sein. Hier erreichte es in Studien eine Rate von nur 49 Prozent. An der Studie waren allerdings wohl einige HIV-Probanden beteiligt, bei denen das Mittel eine niedrigere Wirksamkeit aufwies. Bei den anderen Probanden lag die Wirksamkeit bei rund 60 Prozent.

Die Aktien von Novavax stiegen im nachbörslichen Handel um 20 Prozent, nachdem der Bericht veröffentlicht wurde. Am Donnerstag meldeten die USA die ersten Fälle der südafrikanischen Variante.

Der Pharmakonzern teilte mit, dass er Anfang Januar damit begonnen habe, neue Versionen seines Impfstoffs zum Schutz gegen neu auftretende Virusvarianten herzustellen. Das Unternehmen erwarte, in den kommenden Tagen die besten Kandidaten dafür auszuwählen. Im zweiten Quartal dieses Jahres soll die klinische Prüfung dieser neuen Impfstoffe beginnen.

Novavax führt außerdem seit Dezember eine Studie mit 30.000 Personen in den USA und Mexiko durch. Der Konzern hat von der US-Regierung eine Finanzierung in Höhe von 1,6 Milliarden Dollar für die Impfstoffstudie und für 100 Millionen Dosen erhalten.

In Deutschland soll der Impfstoff nach bisherigen Kenntnissen nicht zum Einsatz kommen. Im Dezember liefen aber Verhandlungen zwischen der EU-Kommission und dem US-Unternehmen  über den Kauf von 100 Millionen Dosen. Großbritannien würde bei einer Zulassung 60 Millionen Impfdosen bestellen.

nck/Reuters/AP