Paul-Ehrlich-Institut Antigentests auch bei Omikron-Nachweis zuverlässig

Einzelne Studien geben Hinweise darauf, dass Schnelltests bei Omikron nicht so gut anschlagen wie bei vorherigen Varianten. Das PEI hat einige Tests nun überprüft – und widerspricht dieser Einschätzung.
Erkennen Schnelltests Omikron zuverlässig? (Symbolbild)

Erkennen Schnelltests Omikron zuverlässig? (Symbolbild)

Foto: Sebastian Gollnow / dpa

Die US-Arzneimittelbehörde FDA warnte im Dezember, dass Antigentests eine Omikron-Infektion nicht so zuverlässig erkennen könnten wie eine Infektion mit früheren Varianten des Coronavirus. Auch zwei kleinere Studien warfen Zweifel auf, ob Schnelltests für die Erkennung von Omikron geeignet sind. Das Paul-Ehrlich-Institut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel (PEI) ist diesen Hinweisen nun nachgegangen und hat in Deutschland eingesetzte Antigentests untersucht. Das Ergebnis: Das PEI fand keine Hinweise auf eine verringerte Sensitivität von Antigenschnelltests gegenüber Omikron.

Dass Schnelltests per se nicht so zuverlässig sind wie PCR-Tests, ist hinreichend bekannt. Ihre Sensitivität, also die Wahrscheinlichkeit, mit der sie Infizierte auch als solche erkennen, ist geringer. Außerdem spielt etwa der Zeitpunkt der Probenentnahme, die Viruslast des Infizierten und die Qualität der Probe selbst eine Rolle. Am Anfang einer Infektion – wenn der Infizierte am ansteckendsten ist – schlagen sie etwa nicht so gut an wie gegen Ende der Erkrankung.

Nicht nur die FDA, sondern auch eine Studie der Ludwig-Maximilians-Universität in München (LMU) hatte herausgefunden , dass die Antigentests zudem bei Omikron noch einmal unzuverlässiger sind. In der LMU-Untersuchung versagten acht von neun geprüften Antigenschnelltests in den Laborexperimenten.

Das PEI überprüfte jetzt 20 zufällig ausgewählte Tests zur professionellen Anwendung. Die Untersuchung ergab, dass die Tests gegenüber Omikron genauso sensitiv waren wie bei der Delta-Variante und dem Wildtyp des Coronavirus. Das Institut geht davon aus, dass sich die Ergebnisse der 20 Tests auch auf weitere Tests mit ähnlichem Design übertragen ließen. Das PEI teilte die Ergebnisse am Donnerstag laut »Ärzteblatt«  in einem virtuellen Pressemeeting mit.

Aus der Untersuchung ging demnach jedoch auch hervor, dass mindestens 43 Tests laut Herstellerangaben Binderegionen nutzen, die mit einem Omikron-Mutationsbereich überlappen. Das bedeutet, die in den Tests verwendeten Antikörper könnten möglicherweise weniger gut an die Omikron-Viren binden – und sie damit nicht so gut nachweisen. Die betroffenen Hersteller müssen nun bis Mitte April Informationen zu den in den Tests verwendeten Antikörpern nachreichen und belegen, dass diese auch ein mutiertes Spikeprotein erkennen können.

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) listet auf seiner Website  Antigentests auf, die den in Deutschland gültigen Mindestkriterien entsprechen: Demnach muss ein Test mindestens eine Sensitivität von 80 Prozent haben, also mindestens 80 von 100 infizierten Personen erkennen.

BfArM-Liste aktualisiert – Verbraucher sollten checken

Allerdings richtet sich die BfArM-Liste nach den Herstellerangaben. Das PEI kontrolliert zusätzlich stichprobenartig Antigentests und überprüft, ob die Herstellerangaben stimmen.

Infolge der neuesten Erkenntnisse hat das Institut seine Liste nun angepasst  und eine neue Spalte eingeführt: »Omikron-Erkennung entsprechend der Bridging-Prüfung des PEI«, steht da nun. Wenn dort beim entsprechenden Test ein »Ja« vermerkt ist, heißt das, die Omikron-Mutation beeinflusst das Ergebnis nicht.

Verbraucherinnen und Verbraucher sollten sich also vor dem Kauf eines Selbsttests entweder beim BfArM oder auf der PEI-Seite informieren , welche Tests den Mindestkriterien entsprechen.

kry
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