Covid-19 in China Risiko für Krankenhausmitarbeiter steigt, sechs Helfer gestorben

Für das medizinische Personal in China wird das Coronavirus eine zunehmende Gefahr: Zahlreiche Helfer haben sich angesteckt, mehrere starben. Es fehlt offenbar an Schutzausrüstung.
Mitarbeiter in der Isolierstation eines Krankenhauses in Wuhan: Nicht alle Helfer sind so gut ausgestattet

Mitarbeiter in der Isolierstation eines Krankenhauses in Wuhan: Nicht alle Helfer sind so gut ausgestattet

Foto: CHINATOPIX/ AP/ dpa

Die Zahl der Coronavirus-Infektionen in China steigt weiter. Jetzt hat die Volksrepublik vermeldet, dass sich auch zahlreiche Helfer angesteckt haben und mehrere bereits gestorben sind.

1716 Mitarbeiter im Gesundheitswesen seien bis zum vergangenen Dienstag mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt worden, sagte Zeng Yixin, Vize-Minister der chinesischen Gesundheitskommission am Freitag. Sechs Helfer seien an den Folgen der Infektion gestorben und die Zahl der infizierten Ärzte und Pfleger steige weiter an.

Ein Problem sind Zeng zufolge mangelnde Ausrüstung zum Schutz vor Neuinfektionen. Chinesische Offizielle und Krankenhausmitarbeiter klagen seit Längerem über zu wenig Schutzausrüstung wie Gesichtsmasken. Die Kapazität der chinesischen Hersteller ist lange ausgeschöpft, die Einfuhr gestaltet sich wegen des weltweiten Bedarfs schwierig. Vor allem in Wuhan führten die Engpässe zuletzt dazu, dass Ärzte dieselbe Schutzbekleidung mehrfach tragen mussten.

Krankenschwester in Wuhan mit Haube und Mundschutz: Mehr als 1700 Helfer haben sich mit dem Coronavirus angesteckt

Krankenschwester in Wuhan mit Haube und Mundschutz: Mehr als 1700 Helfer haben sich mit dem Coronavirus angesteckt

Foto:

CHINATOPIX/ AP

An Bord des ersten Rückholflugs für Deutsche aus dem Zentrum der Epidemie im chinesischen Wuhan durch die Bundeswehr brachte Deutschland auf Bitten Chinas Tausende Schutzanzüge für das medizinische Personal mit in die Volksrepublik.

Für Entsetzen sorgte weltweit der Tod des chinesischen Arztes Li Wenliang am 7. Februar. Er hatte Ende Dezember als einer der Ersten in der Provinz Hubei vor einem neuen Sars-Erreger gewarnt, die Behörden hatten die Warnung zunächst aber unterdrückt. Wenig später war er selbst erkrankt.

In China sind nun 64.000 Menschen infiziert

In China breitet sich das Virus unterdessen weiter aus, ein Höhepunkt der Neuansteckungen ist Wissenschaftlern zufolge noch nicht erreicht. Die Gesundheitsbehörden der Volksrepublik meldeten am Donnerstag 121 neue Todesfälle und etwas mehr als 5000 registrierte Ansteckungsfälle.

Damit sind in Festlandchina nun knapp 64.000 Menschen mit dem Virus infiziert, das zu einer lebensbedrohlichen Lungenkrankheit führen kann. Japan meldete den ersten Todesfall, in Deutschland ist hingegen der erste von bislang 14 bekannten Infizierten gesund aus einem Krankenhaus in München entlassen worden.

cht/Reuters