Coronavirus in Deutschland Sieben-Tage-Inzidenz sinkt erneut, Stiko-Chef warnt vor Omikron-Untervariante BA.2

Das Robert Koch-Institut meldet am Donnerstagmorgen 216.322 Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Seit Beginn der Pandemie sind mehr als 14 Millionen Coronainfektionen registriert worden.
Menschen in einer Einkaufsstraße in Köln

Menschen in einer Einkaufsstraße in Köln

Foto: Sascha Schuermann / Getty Images

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist erneut gesunken. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Donnerstagmorgen mit 1265,0 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 1278,9 gelegen. Vor einer Woche lag die bundesweite Inzidenz bei 1385,1.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 216.322 Corona-Neuinfektionen. Vor einer Woche waren es 235.626 Ansteckungen.

Fachleute gehen allerdings von einer hohen Zahl an Fällen aus, die in den RKI-Daten nicht erfasst sind. Ein Grund sind die begrenzten Kapazitäten etwa von Gesundheitsämtern, oft werden Kontakte nur noch eingeschränkt nachverfolgt. Zudem gibt es nach Einschätzung des Laborverbands ALM inzwischen eine größere Zahl von Menschen, deren Infektion nicht mehr über einen PCR-Test bestätigt wird – diese Infektionen fließen damit nicht in die offiziellen Statistiken ein.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 243 Todesfälle im Zusammenhang mit Corona verzeichnet. Vor einer Woche waren es 261 Todesfälle.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen coronainfizierten Patientinnen und Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Mittwoch mit 6,34 (Dienstag 6,21) an. Darunter sind auch viele Menschen mit positivem Coronatest, die eine andere Haupterkrankung haben .

Nach Angaben der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) ist die Coronalage auf den Intensivstationen aktuell vergleichsweise entspannt. »Wir nehmen täglich etwa 250 Patienten neu auf den Intensivstationen auf, verlegen aber auch viele zurück auf die Normalstationen«, sagte Divi-Präsident Gernot Marx dem Redaktionsnetzwerk Deutschland am Donnerstag.

Marx bezeichnete die Lage mit Blick auf die Versorgung und Behandlung von Coronakranken als »derzeit sehr stabil«. Die Zahl der Covid-Patientinnen und -Patienten sinke aktuell sogar wieder leicht. »Das liegt aber ausdrücklich nicht an auffällig vielen Verstorbenen, wie wir sie zum Beispiel im November und Dezember verzeichnen mussten«, sagte er.

Subtyp BA.2 könnte zu Anstieg der Infektionen führen

Nach Ansicht des Vorsitzenden der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, könnte die Omikron-Untervariante BA.2 »beunruhigend werden«. »Ob und wie sehr, wissen wir noch nicht«, sagte Mertens der »Schwäbischen Zeitung« (Donnerstagausgabe). Daten aus Laboren und der Infektionsüberwachung zufolge werde BA.2 aber leichter übertragen. Zudem wiesen Experimente mit infizierten Tieren darauf hin, dass Antikörper gegen die hierzulande hauptsächlich verbreitete Untervariante BA.1 den Subtyp BA.2 »weniger gut neutralisieren«.

Zur Frage, ob der Subtyp BA.2 Menschen stärker erkranken lässt als BA.1, gebe es noch keine eindeutigen klinischen Daten, sagte Mertens. »Im ungünstigsten Fall« könne es sein, »dass BA.2 zu einem erneuten Anstieg, einer Verlängerung der aktuellen Infektionswelle und wieder mehr Erkrankungen führt«.

In jedem Fall bleibe die Impfung gegen Corona »unser entscheidendes Instrument«, um aus der Pandemie in die endemische Phase zu kommen, betonte Mertens. In dieser Phase würde dann nicht mehr »ständig die ganze Bevölkerung« geimpft, sondern vor allem der Teil, der ein großes Risiko für eine schwere Erkrankung habe.

Seit Beginn der Pandemie sind in Deutschland mehr als 14 Millionen Coronainfektionen registriert worden. Die tatsächliche Zahl der Infektionen dürfte deutlich höher liegen, da viele nicht erkannt oder gemeldet werden. Weil sich einige Menschen mehrfach ansteckten, lässt sich aus dieser Zahl nicht ermitteln, wie viele Menschen das Virus nachweislich schon in sich trugen.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Donnerstag mit 10.435.800 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 122.145.

mar/dpa
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