Coronavirus Stiko empfiehlt Drittimpfung für alle ab 18 Jahren

Allen Menschen ab 18 Jahren soll laut Stiko eine dritte Impfung gegen das Coronavirus angeboten werden. Die Auffrischung soll sechs Monate nach der letzten Impfung erfolgen, eine Verkürzung ist aber möglich.
Vorbereitungen im Impfzentrum Essen: »Auch bisher nicht Geimpfte sollen vordringlich geimpft werden«, betont die Stiko

Vorbereitungen im Impfzentrum Essen: »Auch bisher nicht Geimpfte sollen vordringlich geimpft werden«, betont die Stiko

Foto: Fabian Strauch / picture alliance / dpa

Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat eine Corona-Auffrischungsimpfung für alle Menschen ab 18 Jahren empfohlen. Das gab das Gremium am Donnerstag bekannt . Die Entscheidung war erwartet worden, nachdem der Stiko-Vorsitzende, Thomas Mertens, am Dienstag die entsprechende Empfehlung in der ZDF-Talkshow von Markus Lanz angekündigt hatte.

Laut Stiko-Mitteilung ist ein flexiblerer Umgang mit dem Zeitabstand vorgesehen: »Die Auffrischimpfungen sollen in der Regel im Abstand von sechs Monaten zur letzten Impfstoffdosis der Grundimmunisierung erfolgen. Eine Verkürzung des Impfabstandes auf fünf Monate kann im Einzelfall oder wenn genügend Kapazitäten vorhanden sind erwogen werden«, hieß es.

Bislang hatte das Gremium eine Auffrischungsimpfung unter anderem Menschen ab 70 Jahren, Menschen mit Immunschwäche, Bewohnerinnen und Bewohnern von Pflegeeinrichtungen sowie Personal in medizinischen Einrichtungen und Pflegepersonal empfohlen. Die Stiko bekräftigte am Donnerstag, dass diese Gruppen bevorzugt das Angebot zum Booster erhalten sollten. Geraten wird, dass unabhängig vom bisher verwendeten Impfstoff mit einem mRNA-Präparat aufgefrischt wird. »Auch bisher nicht Geimpfte sollen vordringlich geimpft werden«, betont die Stiko.

Angesichts der aktuellen Pandemielage mit Rekordinfektionszahlen wurden die Auffrischimpfungen in den vergangenen Wochen viel diskutiert. Noch-Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sprach sich am Dienstag dafür aus, allen Menschen ab 18 Jahren eine Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus zu ermöglichen – auch wenn die letzte Impfung noch nicht sechs Monate her ist. »Der gemäß Zulassung vorgesehene Abstand von sechs Monaten zur vollständigen Immunisierung bei Personen ab 18 Jahren ist als zeitliche Richtschnur zu verstehen, der natürlich nicht tagesgenau einzuhalten ist«, hieß es in einem Brief von Spahn und dem Vorsitzenden der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, an alle Vertragsärzte in Deutschland. »Sie können daher jede Patientin und jeden Patienten ab 18 Jahren, auch wenn sie nicht zu den Risikogruppen gemäß der aktuellen Stiko-Empfehlung (...) gehören, zeitnah und auch vor Ablauf der sechs Monate im eigenen Ermessen impfen«, teilten Spahn und Gassen mit.

Der Schutz vor einer Infektion mit Sars-CoV-2 lässt bei Geimpften mit der Zeit nach, das zeigen Studien. Der Schutz vor schwerer Erkrankung lässt insbesondere bei älteren oder vorerkrankten Menschen nach. Mit einer Auffrischung lässt sich der Schutz wieder merklich verbessern. Ein Schema mit drei Impfstoffdosen ist auch von anderen Impfungen bekannt.

mar/dpa/afp/reuters
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