Immunitätslücke Ungeimpfte sind nach Omikron nicht umfassend geschützt

Geimpfte und Genesene haben nach einer Omikron-Infektion Antikörper gegen alle bisher bekannten Varianten, Ungeimpfte nicht. Damit stützt ein neues Preprint die These: Omikron kann die Immunitätslücke nicht schließen.
Eine Omikron-Infektion führt bei Ungeimpften nicht unbedingt zu einem ausreichenden Immunschutz

Eine Omikron-Infektion führt bei Ungeimpften nicht unbedingt zu einem ausreichenden Immunschutz

Foto: laflor / iStockphoto / Getty Images

Nach einer Infektion mit der Omikron-Variante von Sars-CoV-2 bilden Geimpfte und Genesene offenbar neutralisierende Antikörper gegen alle Coronavarianten, Ungeimpfte aber nur gegen Omikron und auch nur in einem geringeren Ausmaß.

Das ist das Ergebnis einer Preprint-Studie  aus Österreich. Die Veröffentlichung wurde noch nicht von unabhängigen Fachleuten begutachtet.

»Weitere Impfung notwendig!«

Der Immunologe Carsten Watzl  äußerte sich auf Twitter  zu der Veröffentlichung und mahnte: Ungeimpfte hätten nach einer Omikron-Infektion deutlich weniger neutralisierende Antikörper gegen Omikron als Geimpfte oder Genesene und kaum Schutz gegen andere Varianten. »Weitere Impfung notwendig!«, schrieb Watzl.

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Virologinnen und Ärzte aus Innsbruck untersuchten für die Studie Plasmaproben von Patientinnen und Patienten, die eine Omikron-Infektion überstanden hatten. Von diesen Infizierten waren demnach 15 Personen vor der Ansteckung mit Omikron geimpft, 13 waren ungeimpft. Zehn Personen waren geimpft und von einer anderen Variante genesen und weitere 13 ungeimpft, aber von einer anderen Variante genesen.

Das Ergebnis: Geimpfte und genesene Patienten und Patientinnen hätten nach der Omikron-Infektion hohe Titer an neutralisierenden Antikörpern gegen alle Varianten von Sars-CoV-2 aufgewiesen. Ungeimpfte hingegen hätten fast ausschließlich neutralisierende Antikörper gegen Omikron gebildet.

Die Antikörperspiegel gegen Omikron seien auch bei Geimpften niedriger ausgefallen als die Titer an neutralisierenden Antikörpern gegen andere Varianten. Sie seien aber vergleichbar mit den Antikörperspiegeln von ungeimpften, genesenen Patienten gewesen. Die Proben von ungeimpften Patienten und Patientinnen hätten nur gelegentlich auch Antikörper gegen die anderen Varianten enthalten. Diese Erkenntnisse unterstützten die Vermutung, dass Omikron einen neuen Serotyp darstelle. Auch das hatten frühere Studien bereits nahegelegt (mehr dazu lesen Sie hier ).

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Wie gut der Immunschutz nach einer Infektion mit der Omikron-Variante tatsächlich ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Neben den Antikörpern verfügt das Immunsystem über weitere Instrumente, um Erkrankungen zu bekämpfen, etwa die T-Zellen.

vki
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