Coronavirus Vereinigte Arabische Emirate lassen Impfstoff aus China zu

Der Impfstoff der chinesischen Firma Sinopharm soll eine Wirksamkeit von 86 Prozent haben. Der Golfstaat lässt ihn zu, obwohl genaue Zahlen und Daten noch nicht veröffentlicht sind.
Impfstoff von Sinopharm: Inaktiviertes Virus als wirksamer Bestandteil

Impfstoff von Sinopharm: Inaktiviertes Virus als wirksamer Bestandteil

Foto: Zhang Xinglong / China News Service / Getty Images

Die Vereinigten Arabischen Emirate haben am Mittwoch den Impfstoff des chinesischen Pharma-Giganten Sinopharm offiziell zugelassen. Die Zulassung sei »ein bedeutender Vertrauensbeweis der Gesundheitsbehörden der Emirate in die Sicherheit und Wirksamkeit dieses Impfstoffs«, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur WAM. Demnach haben Zwischenanalysen aus der letzten Studienphase gezeigt, dass der Impfstoff eine Effektivität von 86 Prozent gegen das neuartige Coronavirus aufweist.

Die Vakzine beuge laut Beamten des Gesundheitswesens in dem Golfstaat zudem vollständig mittlere und schwere Krankheitsverläufe vor. Die Analysen haben demnach keine »ernsthaften Sicherheitsbedenken« ausgelöst. Eine Veröffentlichung der Daten steht noch aus, auch eine Begutachtung unabhängiger Experten etwa zur Publikation in einem wissenschaftlichen Fachmagazin.

Impfungen in China ohne Zulassung

Verschiedene Impfstoffkandidaten aus chinesischen Pharmaunternehmen befinden sich in der dritten Phase der Impfstoffprüfung. Unter normalen Bedingungen muss diese abgeschlossen sein, um eine Zulassung zu beantragen – so wie bei den Impfstoffen von Biontech/Pfizer, von Moderna und von AstraZeneca/Universität Oxford geschehen. Erst nach der Prüfung und Zulassung dürfen die ersten Bevölkerungsteile geimpft werden.

In China hingegen werden bereits seit dem Sommer immer mehr Menschen geimpft – Soldaten, Wissenschaftler, Krankenhauspersonal, Parteikader, Regierungsbeamte. China hatte diesen »Notgebrauch« genehmigt. Bereits im September hatte ein Vertreter der Pharmafirma Sinopharm erklärt, bereits 350.000 Chinesen hätten eine solche »Notimpfung« erhalten.

Stimmen die chinesischen Zahlen, liegt Sinopharms Vakzin zwar in der Schutzwirkung hinter den Impfstoffen von Biontech (Wirksamkeit 95 Prozent) und Moderna (Wirksamkeit 94,5 Prozent) aber vor AstraZeneca (Wirksamkeit 70 Prozent).

Virologen und Epidemiologen halten es für dringend notwendig, dass verschiedene Impfstoffe zugelassen werden, um eine schnelle, weltweite Versorgung zu gewährleisten. Drei der vier von chinesischen Laboren entwickelten Impfstoffkandidaten verwenden inaktivierte Viren – darunter auch jener von Sinopharm. Das bedeutet, dass sie nicht so stark gekühlt werden müssen wie die mRNA-Impfstoffe von Pfizer und Biontech sowie Moderna  und damit leichter transportiert und gelagert werden können.

China hat bislang noch keinen Antrag für eine Zulassung seiner Corona-Impfstoffe bei der Europäischen Arzneimittelagentur Ema eingereicht. »Derzeit haben sie keine Genehmigung für ihre Impfstoffe beantragt. Sollten sie das tun, werden wir die Daten prüfen«, sagte Ema-Chefin Emer Cooke der italienischen Zeitung »La Repubblica«.

hei/AFP
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