Coronavirus Wann Sie mit Quarantäne rechnen müssen

Gesundheitsämter können Menschen, die sich möglicherweise mit Sars-CoV-2 infiziert haben, unter häusliche Quarantäne stellen. Die wichtigsten Regeln im Überblick.
Das zuständige Gesundheitsamt entscheidet, wer in Quarantäne muss

Das zuständige Gesundheitsamt entscheidet, wer in Quarantäne muss

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iStock/ Getty Images

Wer aus dem Urlaub in Südtirol nach Hause kommt oder Kontakt mit jemandem hatte, der positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet wurde, soll zu Hause bleiben, rät das Bundesgesundheitsministerium. Auch wenn keine Symptome auftreten. Bedeutet das automatisch Quarantäne? Der Überblick.

Grundsätzlich gibt es einen Unterschied zwischen häuslicher Quarantäne und einer Isolierung im Krankenhaus. Die Quarantäne gilt für Menschen, bei denen noch keine Symptome aufgetreten sind, die sich aber möglicherweise infiziert haben und die deshalb den Kontakt zu anderen meiden sollten.

Die Isolierung gilt für Patienten, die nachweislich erkrankt sind und deshalb eine mögliche Gefahr für ihr Umfeld darstellen. Sie werden meist im Krankenhaus betreut.

Wer in häusliche Quarantäne muss, entscheidet die zuständige Behörde wie das Gesundheitsamt. Welches für Sie zuständig ist, erfahren Sie hier . Geschultes Personal entscheidet über weitere Maßnahmen.

Wichtig: Wer den Verdacht hat, möglicherweise an Covid-19 erkrankt zu sein - der Lungenkrankheit, die von dem neuartigen Coronavirus ausgelöst wird -, sollte nicht direkt die nächste Arztpraxis, Notfallambulanz oder Notaufnahme aufsuchen, sondern vorab anrufen und seinen Verdacht schildern. Ärzte können dann entscheiden, ob sie einen Hausbesuch machen.

Das zuständige Gesundheitsamt kann die Quarantäne beispielsweise anordnen, wenn:

  • positiv auf das Coronavirus getestet wurde, aber keine oder nur milde Symptome auftreten

  • Betroffene innerhalb der vergangenen 14 Tage in einem Risikogebiet waren 

  • Kontakt mit einem Covid-19-Erkrankten bestand. Als Kontakt gilt beispielsweise ein 15-minütiges Gespräch.

Menschen, die unter Quarantäne stehen, müssen nicht infiziert sein. Es handelt sich meist um eine Vorsichtsmaßnahme, die eine Ausbreitung des Virus verlangsamen soll.

Ordnet das Gesundheitsamt häusliche Quarantäne an, ist das verpflichtend. Wer sich nicht an die Vorgaben hält, muss laut Infektionsschutzgesetz mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren oder einer Geldstrafe rechnen. Eine zwangsweise Unterbringung ist ebenfalls möglich.

Die wichtigsten Hygieneregeln
  • Drehen Sie sich am besten weg, wenn Sie husten oder niesen müssen! Mindestens ein Meter Abstand sollte zwischen Ihnen und anderen Personen sein.

  • Ein Papiertaschentuch bitte nur einmal benutzen! Entsorgen Sie es anschließend in einem Mülleimer mit Deckel.

  • Halten Sie sich beim Husten und Niesen die Armbeuge vor Mund und Nase, wenn gerade kein Taschentuch zur Hand ist.

  • Wichtig: Waschen Sie sich nach dem Naseputzen, Niesen oder Husten gründlich die Hände, entweder mit einem Desinfektionsmittel auf Alkoholbasis oder mit Wasser und Seife.

Quelle: WHO, Gesundheitsministerium

Häusliche Quarantäne heißt: zu Hause bleiben. Zur Arbeit gehen, Einkäufe erledigen oder nur mal eben einen kurzen Spaziergang machen sind tabu.

Wer in Quarantäne ist sollte:

  • Hygieneregeln beachten

  • sich möglichst von allen Familienmitgliedern oder Mitbewohnern fernhalten, auch von den eigenen Kindern

  • sich in einem eigenen Raum aufhalten

  • Badezimmer und Küche möglichst nicht zeitgleich mit anderen Menschen benutzen und Mahlzeiten getrennt voneinander einnehmen

  • Besteck, Geschirr und Handtücher nicht gemeinsam nutzen

  • Keinen Besuch empfangen und engen Körperkontakt vermeiden

  • Nachbarn oder Bekannte bitten, Einkäufe zu erledigen oder mit dem Hund spazieren zu gehen; die Einkäufe können vor der Haustür abgestellt werden

  • Wer Essen bestellt, sollte den Lieferdienst informieren und bitten, das Essen vor der Tür abzustellen. Viele Lieferservices bieten Onlinezahlungen an.

Lebt die betroffene Person zusammen mit anderen Menschen, werden diese häufig gemeinsam unter Quarantäne gestellt, da es wahrscheinlich ist, dass sie sich ebenfalls angesteckt haben. Im Einzelfall entscheidet jedoch grundsätzlich das Gesundheitsamt, wie vorgegangen wird.

Speziell geschulte Mitarbeiter des Gesundheitsamts betreuen Menschen, die unter häuslicher Quarantäne stehen und melden sich meist einmal am Tag bei den Betroffenen. Diese müssen in der Regel zweimal täglich Fieber messen und ein Tagebuch über mögliche Symptome führen. Gesundheitsämter haben entsprechende Vordrucke.

Wer wegen einer vom Gesundheitsamt angeordneten Quarantäne nicht zur Arbeit gehen kann, bekommt das Gehalt wie im Krankheitsfall weiter. Erst nach sechs Wochen gilt das Krankengeld.

Die vorsorgliche Quarantäne im Fall des neuartigen Coronavirus gilt aber meist für maximal 14 Tage. Die Zeitspanne entspricht der wahrscheinlichen Inkubationszeit, also dem Zeitraum zwischen einer Infektion und dem Ausbruch der Krankheit.

Auch Selbständige können einen Dienstausfall beantragen. Dafür müssen sie sich an das zuständige Gesundheitsamt wenden. Wie hoch der Ausgleich ist, hängt vom Jahreseinkommen ab, das zuletzt an das Finanzamt gemeldet wurde.