Premium-Impfstoff Warum Sie sich unbesorgt mit Moderna boostern lassen können

Viele Menschen zögern, ob sie für ihre Corona-Auffrischungsimpfung Moderna bekommen möchten. Doch ihre Sorge ist unbegründet: Der Impfstoff Spikevax ist einer der besten, die es gibt.
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Beide Impfstoffe, die für Boostershots verwendet werden, sind sehr gut. Links zu sehen ist die Vakzine von Biontech/Pfizer, in der rechten Ampulle befindet sich der Impfstoff von Moderna

Foto: Ulrich Baumgarten / U. Baumgarten via Getty Images

Wissen Sie noch, von welchem Hersteller der Impfstoff Ihrer letzten Grippeimpfung war? Mit welchem Impfstoff haben Sie Ihren Schutz vor Tetanus auffrischen lassen (Servicehinweis: Bei Erwachsenen ist eine Auffrischung alle zehn Jahre nötig, schauen Sie einmal in Ihren Impfpass)? Und Ihre Zeckenschutzimpfung (in betroffenen Gebieten: alle fünf Jahre)? Die Tollwutimpfung vor Ihrem Wanderurlaub in Thailand?

Ähnlich egal, wie Ihnen die Wahl des Impfstoffherstellers bei diesen Impfungen vermutlich war, kann sie Ihnen bei der Auffrischungsimpfung sein, mit der Sie sich und Ihre Mitmenschen vor einer Covid-19-Erkrankung schützen.

Derzeit werden Boosterimpfungen in Deutschland nur mit den Vakzinen der Hersteller von Biontech/Pfizer und Moderna angeboten. Notwendig sind diese Auffrischungsimpfungen, weil der Impfschutz durch zwei Dosen mit der Zeit abnimmt. Und Sie haben für die Auffrischungsimpfung die Wahl, welcher Impfstoff Sie schützen soll.

Allein für Menschen unter 30 Jahren empfiehlt die Ständige Impfkommission  (Stiko) die Auffrischung mit dem Biontech-Vakzin. Der Grund ist ein leicht erhöhtes Risiko, dass nach einer Impfung mit Moderna eine äußerst seltene Nebenwirkung auftritt: eine Herzmuskel- und Herzbeutelentzündung, eine Myokarditis und Perikarditis. Auch Schwangere sollen sich nur mit Biontech boostern lassen. Für alle anderen Personen, die 30 Jahre und älter sind, sind beide Impfstoffe gleichermaßen gut geeignet.

Dennoch entscheidet sich derzeit ein Großteil der Menschen für einen Boostershot mit Comirnaty, dem Impfstoff von Biontech.

Gibt es ein valides Argument für Biontech und gegen Moderna?

Wie also unterscheiden sich die beiden Impfstoffe – abgesehen von der Empfehlung für unter 30-Jährige? Die kurze Antwort: kaum.

  • Zugelassen wurden die Vakzinen mit einem Abstand von rund zwei Wochen: Der Impfstoff Co­mir­na­ty des Herstellers Biontech/Pfizer erhielt die EU-Zulassung am 21. Dezember 2020, für den Impfstoff Spikevax von Moderna erfolgte die Zulassung am 6. Januar 2021.

  • Eine Dosis Co­mir­na­ty besteht aus 30 Mikrogramm Impfstoff. Die erste und zweite Dosis von Moderna enthält 100 Mikrogramm mRNA, für die Auffrischung ist nur noch die halbe Dosis notwendig.

  • Nach dem Auftauen darf keiner der Impfstoffe wieder eingefroren werden.

  • Eine Impfdosis kostet Geld. Diese Kosten übernimmt der Bund – wer sich impfen lässt, muss dafür nichts bezahlen. Die Kosten für die Impfstoffe von Biontech und Moderna liegen recht nah beieinander: Derzeit werden für eine Dosis Biontech 19,50 Euro fällig. Eine Dosis des Moderna-Impfstoffs kostet etwa 21,50 Euro.

Mehr Informationen zur Zusammensetzung der Impfstoffe bietet zum Beispiel das Paul-Ehrlich-Institut, das Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel, auf seiner Website  an.

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Ist die Booster-Wirkung dieselbe?

Spielt es eine Rolle, mit welchem Impfstoff Sie Ihre ersten Covid-Impfungen bekommen haben? Möglicherweise eine kleine.

Zwar rät das Bundesgesundheitsministerium in Deutschland aktuell nicht zum Wechsel des Impfstoffes bei einer Auffrischimpfung. Aber es gibt vorläufige Daten , die zeigen: Es könnte sogar sinnvoll sein, beim Booster einen anderen Impfstoff zu nutzen  als bei der Impfung zuvor (siehe Grafik).

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Wer zunächst den Biontech-Impfstoff bekommen hat, könnte noch besser geschützt sein, wenn die Auffrischimpfung mit Moderna erfolgt. Umgekehrt gilt womöglich dasselbe. Wer als erste Impfung das Mittel von Johnson&Johnson bekommen hat, könnte den besten Impfschutz mit einem Moderna-Booster erreichen, ist jedoch auch mit Biontech gut bedient.

Daran, dass eine Boosterimpfung  grundsätzlich sinnvoll ist, gibt es keine Zweifel. Biontech/Pfizer veröffentlichte kürzlich in den USA eine Studie zur Auffrischungsimpfung mit 10.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Das Ergebnis: Die dritte Spritze erhöht den Schutz vor einem Covid-Ausbruch wieder auf 95 Prozent.

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Für Moderna stehen diese Daten noch aus. Allerdings sind ähnliche Ergebnisse zu erwarten, zumal sich die Hinweise mehren, dass der Moderna-Impfstoff jenem von Biontech sowohl in der Wirksamkeit als auch in Bezug auf die Dauer des Schutzes etwas überlegen sein könnte. Eine Studie  aus den USA legt zum Beispiel nahe, dass der Moderna-Impfstoff bei einer Infektion mit der Delta-Variante Impfdurchbrüche deutlich besser verhindert als der Biontech-Impfstoff – womöglich wegen der höheren Dosierung.

Entwickelt wurden die Impfstoffe, bevor sich die Delta-Variante weltweit ausgebreitet hat. Doch auch jetzt noch ist die Wirksamkeit der beiden mRNA-Impfstoffe sehr hoch. Und bislang sieht es so aus, als würden die Vakzine auch vor einer Ansteckung mit der neuen Variante Omikron  schützen.

Fachleute versichern immer wieder: Eine Boosterimpfung ist mit Moderna ebenso sinnvoll wie mit Biontech. So sagte zum Beispiel der Wissenschaftler Leif Erik Sander , der an der Charité Berlin die Forschungsgruppe Infektionsimmunologie und Impfstoffforschung leitet: Die Mittel von Biontech/Pfizer und Moderna seien »beide hervorragende Impfstoffe, die sowohl in der Grundimmunisierung als auch in der Boosterimpfung ganz hervorragend funktionieren.« Es gebe keinen Grund, einen der beiden Impfstoffe abzulehnen. »Sie können beruhigt das nehmen, was gerade da ist; beide Impfstoffe werden Sie sehr gut schützen und beide sind sehr gut verträglich.«

Man kann es noch einmal festhalten: Sowohl in den Zulassungsstudien, als auch in Untersuchungen im Rahmen der breiten Anwendung – bei vielen Millionen Menschen – wurde eine hohe Wirksamkeit der verfügbaren Covid-19-Impfstoffe nachgewiesen: Sowohl Comirnaty als auch Spikevax erreichen einen Wert von bis zu 95 Prozent. Die Impfstoffe von AstraZeneca und Johnson&Johnson erzielen eine Wirksamkeit von 80 beziehungsweise 65 Prozent.

Die Impfstoffe, die in Deutschland für die Boosterimpfung verabreicht werden, sind Premiumware.

Millionen Impfdosen sollten zügig verimpft werden

Um die Coronapandemie, die das Leben in Deutschland nun schon seit mehr als 22 Monaten einschränkt, endlich zu beenden und die Überlastung der Krankenhäuser  einzudämmen, müssen sich noch mehr Menschen mit einer Impfung schützen. Das ist der Ausweg aus der Pandemie.

Derzeit sind deutschlandweit knapp 69 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft. Der Großteil der aktuell verabreichten Dosen dient zur Auffrischung eines bereits bestehenden Impfschutzes.

Und es ist genug Impfstoff verfügbar: Nach Informationen des Bundesgesundheitsministeriums sollen allein bis zum Ende nächster Woche 28 Millionen Dosen ausgeliefert werden.