Corona-Pandemie Weltärztebund-Chef fordert Quarantäne für Mallorca-Rückkehrer

Auf Mallorca muss seit Kurzem auch im Freien eine Maske getragen werden. Dem Weltärztebund geht das jedoch nicht weit genug - der Präsident des Verbands will sicherheitshalber alle Rückkehrer isolieren.
Urlauber in Portals Nous auf Mallorca

Urlauber in Portals Nous auf Mallorca

Foto: ENRIQUE CALVO/ REUTERS

Gesundheitsexperten haben angesichts der Bilder von feiernden Mallorca-Urlaubern Quarantäne und Pflichttests für deutsche Mallorca-Rückkehrer gefordert. Der Vorstandsvorsitzende des Weltärztebunds Frank Ulrich Montgomery schlug eine zweiwöchige Quarantäne für Urlauber aus der Region vor. "Ein verrückter Urlauber am Ballermann kann doch nicht hinterher seine ganze Community gefährden", sagte er dem Deutschlandfunk (Audio) . Auch SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach bezeichnete die Insel "als Risikogebiet".

Auf Mallorca hatten Hunderte Touristen ohne Abstand und Maske am Freitagabend gefeiert und damit für Empörung gesorgt. Auch in den Tagen zuvor gab es auf der Ferieninsel immer wieder Partys mit Hunderten Feiernden, die sich nicht an die Regeln zur Bekämpfung der Corona-Pandemie hielten. Die Regionalregierung der Balearen hat daraufhin einen Bußgeldkatalog gegen illegale Party beschlossen, berichtet die "Zeit".

Auch Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) warnte die Bürger vor Leichtsinn im Umgang mit der Corona-Pandemie. "Die Gefahr einer zweiten Welle ist real", sagte Spahn bei einem gemeinsamen Auftritt mit dem Präsidenten des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler. Wachsamkeit ist für Regierung und RKI das Gebot der Stunde. Übermut wie am Wochenende auf der spanischen Urlaubsinsel Mallorca dürfe es nicht geben. Spahn: "Wir dürfen das Erreichte nicht gefährden."

Maskenpflicht gilt auf Mallorca seit Montag auch im Freien

Auf Mallorca und den anderen Baleareninseln gilt seit Montag wegen der Corona-Pandemie eine weitgehende Maskenpflicht. Ein entsprechendes Dekret wurde im Amtsblatt veröffentlicht. Damit folgen die Behörden dem Beispiel Kataloniens und der Extremadura.

Dort ist das Tragen einer Maske über Mund und Nase praktisch überall außerhalb der eigenen vier Wände bereits Pflicht, auch dann, wenn der Sicherheitsabstand zu anderen Personen gewahrt werden kann. Auch andere spanische Regionen bereiten eine solche Maskenpflicht vor.

Wer sich nicht an die Maskenpflicht hält, riskiert demnach ein Bußgeld von 100 Euro. In den ersten Tagen soll es jedoch zunächst nur Ermahnungen geben.

fek/dpa
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