Coronavirus Zahlen rückläufig – aber Omikron-Sublinien sind auf dem Vormarsch

Der aktuelle Wochenbericht des Robert Koch-Instituts zeigt, dass die Infektionszahlen weiterhin sinken, während sich einige Sublinien durchsetzen. Außerdem bereiten Grippe und RSV den Experten Sorgen.
Das regelmäßige Testen gehört für viele Menschen trotz der sinkenden Zahlen zum Alltag (Symbolbild)

Das regelmäßige Testen gehört für viele Menschen trotz der sinkenden Zahlen zum Alltag (Symbolbild)

Foto: Tang Ming Tung / Getty Images

Mehrere Kennzahlen zur Coronapandemie von vergangener Woche lassen laut Robert Koch-Institut (RKI)  auf einen rückläufigen Trend schließen. Die Sieben-Tage-Inzidenz sank zum Beispiel in allen Bundesländern, der Rückgang beträgt im Wochenvergleich 35 Prozent, wie aus dem Wochenbericht des Instituts vom Donnerstagabend hervorgeht. »Hierbei muss weiterhin der Faktor der Schulferien mit bedacht werden, der sowohl Kontakt- als auch Testverhalten beeinflusst«, heißt es.

Der Bericht bezieht sich im Wesentlichen auf die vergangene Woche, als im Großteil der Bundesländer am Montag oder Dienstag Feiertag war. Im Bericht werden auch einige Daten herangezogen, die unabhängig von Labortests sind – seit Kurzem zum Beispiel zur Viruslast im Abwasser . In der vergangenen Woche zeigte sich demnach bei drei von 12zwölf Standorten ein steigender Trend: in Potsdam, Bad Reichenhall und Hamburg. Bei den übrigen sei der Trend weiterhin fallend.

Das RKI sieht auch weiterhin einen Rückgang bei den schwer verlaufenden Erkrankungen. Wie bereits in den Vorwochen wird vor einem hohen Infektionsdruck im Herbst gewarnt – nicht nur mit Blick auf Covid-19, sondern auch aufgrund anderer Atemwegserkrankungen. Die Grippe- und die RSV-Welle haben demnach bereits begonnen. RSV steht für Respiratorisches Synzytial-Virus. Es verursacht Atemwegserkrankungen, die vor allem für Babys und Kleinkinder gefährlich  werden können.

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Keine höhere Krankheitslast bei neuen Sublinien

Die noch relativ neuen Omikron-Sublinien BQ.1  und BQ.1.1 werden hingegen immer häufiger in Deutschland nachgewiesen, das Niveau ist aber nach wie vor niedrig. Der Anteil von BQ.1.1 habe in einer Stichprobe von vorvergangener Woche bei mehr als vier Prozent gelegen, heißt es im Bericht. »Auch in anderen Ländern ist BQ.1.1 bereits eine der am häufigsten nachgewiesenen Sublinien, wobei mit der Verbreitung von BQ.1.1 bisher keine Erhöhung der Krankheitslast beobachtet wird«, schreiben die Autoren. Der Anteil von BQ.1 war in der Auswertung mit knapp vier Prozent demnach ungefähr gleich groß.

BQ.1 und BQ.1.1 sind Abkömmlinge von BA.5 – der Omikron-Variante, die seit Monaten für den Großteil der Ansteckungen hierzulande sorgt. Beide dürften sich nach Modellierungen der europäischen Seuchenschutzbehörde ECDC  in den kommenden Wochen durchsetzen. Berücksichtigt man den Verzug in den RKI-Daten, ist bereits aktuell von höheren Anteilen auszugehen. Ersten Erkenntnissen zufolge können die Erreger der Immunantwort von Geimpften und Genesenen besser entgehen als ihre Vorgänger.

Bisher gibt es Fachleuten zufolge jedoch keine Anzeichen, dass der etwa in sozialen Medien verwendete Spitzname von BQ.1.1 – »Höllenhund« – berechtigt ist. Der weitere Verlauf und der Schutz von Risikogruppen hänge, so schreibt das RKI, »ganz wesentlich« von der Nutzung der Impfungen gegen Covid-19 und Grippe (gemäß Empfehlungen der Ständigen Impfkommission), dem Verhalten und der gegenseitigen Rücksichtnahme ab.

jae/dpa
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