Für Zulassung wichtige Studie Covid-Impfstoff von Curevac verfehlt Erfolgskriterien

Nur 47 Prozent Wirksamkeit: Der Corona-Impfstoffkandidat CVnCoV von Curevac hat bei einer Zwischenanalyse die vorgegebenen Ziele nicht erfüllt. Das meldete das Tübinger Unternehmen in einer Pflichtmitteilung.
Spritze mit Curevac-Wirkstoff (Archivbild)

Spritze mit Curevac-Wirkstoff (Archivbild)

Foto: Christoph Schmidt / dpa

Im Bemühen um die Markteinführung eines hochwirksamen Coronaimpfstoffs hat das Tübinger Pharmaunternehmen Curevac einen Rückschlag erlitten. Sein Corona-Impfstoffkandidat CVnCoV hat bei einer zweiten Zwischenanalyse die statistischen Ziele verfehlt. Das meldete Curevac am Mittwochabend in einer Pflichtmitteilung .

»In einer bislang beispiellosen Umgebung mit mindestens 13 Varianten innerhalb der untersuchten Teilmenge der Studienteilnehmer in dieser Zwischenanalyse erzielte CVnCoV eine vorläufige Wirksamkeit von 47 Prozent gegen eine Covid-19-Erkrankung jeglichen Schweregrades und erreichte damit nicht die vorgegebenen statistischen Erfolgskriterien.« Die in den USA gehandelte Curevac-Aktie brach im nachbörslichen Handel um zunächst fast 40 Prozent ein.

»Wir hatten auf stärkere Ergebnisse in der Zwischenanalyse gehofft, haben aber gesehen, dass es bei dieser beispiellosen Bandbreite an Varianten eine Herausforderung darstellt, eine hohe Wirksamkeit zu erzielen«, sagte Franz-Werner Haas, Vorstandsvorsitzender von Curevac laut der Mitteilung. Das Unternehmen werde die Studie weiter fortsetzen. Die endgültige Wirksamkeit könne sich deshalb noch verändern. »Aufgrund der variantenreichen Umgebung zeigt sich darüber hinaus, dass die Entwicklung von Impfstoffen der zweiten Generation sehr wichtig ist, da immer neue Varianten auftreten«, sagte Haas.

Erste Analysen hätten gezeigt, dass die Wirksamkeit von der untersuchten Altersgruppe und den Virusstämmen abhänge, hieß es weiter. Das Data Safety Monitoring Board (DSMB) habe ein gutes Sicherheitsprofil bestätigt, die Studie werde bis zur endgültigen Analyse fortgesetzt. Der Impfstoffkandidat der ersten Generation befindet sich im letzten Stadium der klinischen Entwicklung. Eine erste Zwischenanalyse hatte keine Sicherheitsbedenken festgestellt. Curevac arbeitet mit Bayer zusammen.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Die Europäische Union hat sich von dem Curevac-Impfstoff bis zu 405 Millionen Dosen gesichert. Das Mittel basiert wie die Vakzine von Biontech/Pfizer und Moderna auf der neuen Technologie der Boten-RNA (mRNA), die den menschlichen Zellen die Information zur Bekämpfung von Krankheitserregern vermitteln soll. Anders als bei diesen Firmen – deren Studien allerdings vor dem Auftreten neuer Virusvarianten stattfanden, die inzwischen die meisten Infektionen ausmachen – ziehen sich die Untersuchungen bei Curevac weiter hin. Das Bundesgesundheitsministerium führt den Impfstoff des Herstellers inzwischen nicht mehr in seinen auf der Homepage veröffentlichten Lieferplanungen für 2021 auf.

ime/Reuters/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.