Creutzfeldt-Jakob-Krankheit Forscher entwickeln Bluttest für tödliche Prionen

Forscher wollen Blutspenden sicherer machen: Jetzt haben sie einen Test entwickelt, mit dem man die Erreger der gefährlichen Creutzfeldt-Jakob-Krankheit entlarven kann. Für die Medizin ist das ein wichtiger Schritt, denn die tödliche Gefahr könnte vermutlich im Blut vieler Menschen lauern.

Blutkonserve: Routinetest auf gefährliche Prionen könnte bald möglich sein
ddp

Blutkonserve: Routinetest auf gefährliche Prionen könnte bald möglich sein


Bei den Prionen, die die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit verursachen, handelt es sich um Eiweiße, die ungewöhnlich gefaltet sind: Diese Proteine zwingen im Gehirn der Betroffenen ihre krankhafte Struktur auch normalen, körpereigenen Prion-Proteinen auf. Es kommt zu Verklumpungen, Nervenzellen werden abgetötet, das Gehirn degeneriert und gleicht schließlich einem durchlöcherten Schwamm - eine verheerende Abfolge.

Die tödliche Krankheit kommt in zwei Varianten vor: der spontan auftretenden sporadischen Form, von der völlig unklar ist, was sie eigentlich auslöst, und der sogenannten neuen Variante vCJK, die durch den BSE-Erreger hervorgerufen wird. Eine Heilung ist bisher nicht möglich. Das Problem: Im Blut der betroffenen Patienten sind nur winzige Mengen der infektiösen Prionen vorhanden, die man mit bisherigen Methoden - auch wenn sie sehr aufwendig und teuer sind - nur sehr schwer oder gar nicht aufspüren kann.

Das könnte sich jetzt aber ändern: John Collinge vom University College London und seine Kollegen haben einen Test entwickelt, der mit einer hohen Empfindlichkeit Prionen in Blutproben aufspüren kann. Damit könnten Blutspenden in Zukunft routinemäßig auf Prionen untersucht werden.

Wie die Wissenschaftler im Medizinjournal "Lancet" schreiben, wollen sie so das Risiko einer Infektion mit CJK bei Operationen oder Bluttransfusionen eindämmen. Die Erreger der Gehirnerkrankung können nach aktuellem Wissensstand nämlich möglicherweise jahrzehntelang unbemerkt im menschlichen Körper überdauern, ohne die Krankheit auszulösen. Experten schätzen, dass dies in Großbritannien bei einem von 4000 Menschen der Fall ist.

Gute Trefferquote

Ursache dafür sei die BSE-Epidemie, die in den achtziger und neunziger Jahren bei Rindern auf der Insel grassierte und deren Erreger beim Menschen eine Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit auslösen können. Durch den Verzehr des verseuchten Fleisches könnten viele Briten daher sozusagen zu lebenden Zeitbomben geworden sein - insbesondere dann, wenn sie Blut spenden, schreiben die Forscher.

Bisher liegt nur der Prototyp dieses Tests vor. In ersten Versuchen erwies sich das Verfahren jedoch als erstaunlich zuverlässig. Die Forscher hatten dazu Blutproben von insgesamt 190 Personen getestet - 21 vCJK-Patienten, 27 Patienten mit der sporadischen CJK-Form, 42 an anderen neurologischen Krankheiten leidenden Patienten und 100 gesunden Kontrollpersonen.

Bei 15 der Proben erhielten sie ein positives Ergebnis, und diese Proben stammten allesamt von den vCJK-Patienten. Die Trefferquote liegt demnach zwar aktuell nur bei etwas über 71 Prozent, die Ausfallrate betrug jedoch null Prozent, das heißt, es gab keine einzige Probe, die fälschlicherweise als prionenbelastet identifiziert wurde.

Die Wissenschaftler räumen ein, dass die Methode durch weitere Forschungen noch verfeinert werden muss. Dennoch bezeichnet Collinge die ersten Ergebnisse als Durchbruch: "Wir haben eine Möglichkeit aufgezeigt, infektiöse Prionen im Blut relativ einfach nachzuweisen." Er setzt sich dafür sein, in Zukunft den "serienreifen" Test grundsätzlich bei allen Blutspendern einzusetzen, um ungewollte Ansteckungen mit CJK zu verhindern. Außerdem könne er helfen festzustellen, wie viele Menschen Prionen in sich tragen, ohne dass sie es wissen, weil die Krankheit noch nicht aktiv ist.

cib/dapd



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vhe 03.02.2011
1. Trefferrate 71%
Naja. :-( Eigentlich hatte ich ja gehofft, wieder Blut spenden zu duerfen...
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