Datenanalyse in Österreich Impfung schützt Omikron-Infizierte vor Intensivstation

Impfen ist gut, Boostern ist besser: Eine Datenanalyse aus Österreich zeigt, wie Impfungen davor bewahren können, wegen einer Omikron-Infektion auf der Intensivstation zu landen.
Intensivstation in Österreich: Impfung bleibt das beste Mittel auch gegen die Omikron-Variante

Intensivstation in Österreich: Impfung bleibt das beste Mittel auch gegen die Omikron-Variante

Foto: Barbara Gindl / dpa

Wer geimpft ist, hat sich gut gegen einen schweren Krankheitsverlauf nach einer Omikron-Infektion geschützt. In Österreich kam es faktisch zu keinen schweren Erkrankungen mit Aufnahme auf eine Intensivstation für Menschen, die zweimal innerhalb der vergangenen 120 Tage oder dreimal geimpft waren. Dies erklärte laut der österreichischen Zeitung »Kurier«  Daniela Schmid, Leiterin des Instituts für Infektionsepidemiologie der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES), beim Österreichischen Impftag.

Dabei ist Omikron zwar deutlich infektiöser als die Delta-Variante. Der Verlauf der Erkrankungen ist aber generell seltener schwer.

Schmid belegt dies mit Zahlen aus Wien und Vorarlberg: Bei 10.348 Personen mit Omikron-Infektion ohne Impfung kamen sechs Personen auf eine Intensivstation (0,58 pro 1000 Fälle). Dagegen waren dies von 8817 Delta-Infizierten ohne Impfung 89 Erkrankte (10,09 pro 1000). Unter den geimpften Infizierten, bei denen letzte Impfung länger als vier Monate zurücklag, lag die Zahl der Omikron-Variante bei 0,16 pro 1000 Fällen, der Delta-Variante noch bei 2,31 pro 1000 Fällen.

Von den geimpften Omikron-Infizierten dagegen, deren zweite Impfung weniger als vier Monate zurücklag beziehungsweise die geboostert waren, musste keiner auf die Intensivstation. Bei den Delta-Infizierten mussten noch vier von 1024 Menschen (3,91 pro 1000) beziehungsweise drei von 544 Menschen (5,51 pro 1000) intensivmedizinisch behandelt werden.

»So gut alle zugelassenen Covid-19-Impfstoffe gegen schwere Erkrankungsverläufe wirken – was etwas enttäuscht, ist die Wirkung auf die Übertragbarkeit«, sagte der ehemalige Leiter des Zentrums für Virologie der MedUni Wien, Franz X. Heinz, laut der Zeitung. Auch sei die mit der Zeit abnehmende Immunantwort gegen Sars-CoV-2 nach Impfung ein problematischer Faktor. Das mache die dritte Teilimpfung so wichtig.

Österreich hatte in dieser Woche als erstes Land in Europa eine allgemeine Corona-Impfpflicht beschlossen. Sie gilt für Personen ab 18 Jahren. Allerdings regt sich dagegen im Land auch erheblicher Widerstand.

abl
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