Verjüngungsexperiment Junges Blut macht alte Mäuse fit

Bei Mäusen funktioniert es: Wenn man älteren Tieren das Blut von jungen injiziert, können sich die Mäuseopas besser erinnern und schneller rennen. Forscher hoffen nun, so auch beim Menschen typische Altersbeschwerden behandeln zu können.
Bluttransfusion: Frisches Blut, frisches Hirn

Bluttransfusion: Frisches Blut, frisches Hirn

Foto: Corbis

Es klingt denkbar einfach: Man nehme Blut von jungen Menschen und gebe es älteren. In der Folge fühlen sich die Alten kräftiger, können Sportübungen länger durchalten und sind mental fitter. Es reiche auch schon den Alten eine Substanz zu geben, die vermehrt in jüngerem Blut vorkommt - zumindest bei Mäusen funktioniert das, wie Forscher im Fachmagazin "Nature Medicine" berichten . Zukünftig könnte die Entdeckung helfen, Schwächen älterer Menschen zu behandeln.

Saul Villeda von der Universitiy of California in San Francisco injizierte Mäusen, deren Alter in etwa dem von 60-jährigen Menschen entsprach, mehrfach Blut von jüngeren Mäusen, die in Menschenjahre umgerechnet etwa 20 Jahre alt waren. Das Ergebnis: Die Mäuse, die das Blut der Jüngeren bekommen hatten, schnitten anschließend in Lern- und Erinnerungstests besser ab, als eine Vergleichsgruppe, die älteres Blut bekommen hatte. Etwa erinnerten sich die Mäuse in einem mit Wasser vollaufenden Becker besser an den Ort der Plattform in rettender Höhe.

Neue Blutgefäße, bessere Durchblutung

Außerdem entdeckten die Forscher, dass die mit jungem Blut behandelten Mäuse mehr Blutgefäße bildeten und ihr Gehirn stärker durchblutet war. Also versuchten sie in zwei weiteren Studien herauszufinden, welche Stoffe die Mäusehirne verjüngt hatten. Sie fanden ein Protein mit dem Namen GDF11, das im Blut junger Tiere in größeren Konzentrationen vorkommt als in dem von Alten. Nachdem die Forscher weitere Mäuse mit dem Protein behandelt hatten, hielten diese auf einem Laufband länger durch als unbehandelte Tiere. Außerdem bildeten sie ebenfalls neue Blutgefäße und ihr Hirn wurde besser durchblutet.

GDF11 sei auch in menschlichem Blut enthalten, berichten die Wissenschaftler, und werde auch dort mit dem Alter immer weniger. Die Ergebnisse der Studien legten nahe, dass weitere Forschung zu neuen Behandlungsmöglichkeiten gegen typische Altersbeschwerden beim Menschen führen könnte - etwa den Rückgang der mentalen Leistungsfähigkeit oder Krankheiten wie Demenz, sagt Lee Rubin von der Harvard University, der ebenfalls an der Arbeit beteiligt war. Allerdings sei noch unklar, ob GDF11 der einzige Stoff sei, der zu den positiven Effekten bei den Mäusen führe. Vermutlich gebe es mehrere Substanzen in jungem Blut, die Älteren helfen könnten.

Tests am Menschen gab es bislang nicht. Ob junges Blut dort ähnliche Effekte hat wie bei Mäusen, muss sich erst noch zeigen. Bis dahin warnen die Forscher vor Leichtsinnigkeit: "Machen sie unser Experiment bitte nicht zu Hause nach", scherzt Villeda.

jme/AP
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.