Deutsche Bahn Studie belegt niedriges Coronarisiko im Fernverkehr

Wie sicher ist das Reisen in Zügen? Die Deutsche Bahn betont immer wieder: sehr sicher. Eine Langzeitstudie bestätigt nun, dass sich Zugbegleiterinnen und Zugbegleiter nicht häufiger infiziert haben.
Leere Züge während der Pandemie

Leere Züge während der Pandemie

Foto: Ralph Peters / imago images

Das Infektionsrisiko in Fernzügen ist offenbar nicht größer als bei anderen Aktivitäten. Das hat eine Langzeituntersuchung der Deutschen Bahn und der Charité Research Organisation (CRO) ergeben. Den Studienergebnissen  zufolge sind Bahnmitarbeitende mit intensivem Kundenkontakt in den Zügen keinem signifikant höheren Risiko ausgesetzt, sich mit dem Coronavirus anzustecken, als Mitarbeitende ohne Kundenkontakt.

Ziel der Studie sei es gewesen, wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse über das Infektionsgeschehen beim Bordpersonal zu gewinnen, heißt es. Bereits zum dritten Mal wurden dabei die Infektionswerte von Mitarbeitergruppen mit viel Kundenkontakt (Bordservice-Personal) mit den Daten von Mitarbeitenden verglichen, die wenige Kontakte mit anderen Personen haben (Lokführer und Instandhalter). Diese wurden wiederum mit der allgemeinen Infektionsdynamik in Deutschland  verglichen. Die Studie kommt dabei zu dem Schluss, »dass das Infektionsgeschehen der DB Fernverkehr AG nicht von der allgemeinen bundesweiten Infektionsdynamik abweicht«.

Untersucht wurden insgesamt 1037 Bahnbeschäftigte zwischen dem 24. Februar und 2. März 2021. Zuvor hatte es bereits zwei vorangehende Testreihen im Juni und Juli 2020 sowie im Oktober des vorigen Jahres an den Standorten Berlin, Frankfurt, Hamburg und München gegeben.

Während die fast immer allein arbeitenden Zugführer die geringsten Werte aufweisen, liegen diese für die Wartungstechniker etwas über jenen von Zugbegleitern. »Das lässt darauf schließen, dass die Hygienemaßnahmen zum Schutz der Personengruppen mit häufigem Kundenkontakt bisher ausreichend und wirksam waren«, heißt es in der Studie.

Obwohl die Studie nur Bahnbeschäftigte untersuchte, könnte sie auch für Bahnreisende aussagekräftig sein. Die Bahn hatte stets argumentiert, dass vor allem die Frischluftzufuhr und die Pflicht zum Tragen von Schutzmasken das Risiko für Passagiere minimiere.

Derzeit nur geringe Auslastung

In der Coronakrise hatte die Bahn einen massiven Einbruch bei den Passagierzahlen erlitten und hofft im Sommer auf eine Zunahme an Reisenden. In der Studie wird mit Blick auf die nur geringe Auslastung der Fernzüge in den Untersuchungszeiträumen allerdings betont, dass man keine Aussage zur »naheliegenden Annahme« treffen könne, dass volle Züge zu einer erhöhten Infektionsrate bei Zugbegleitern führen könnten.

Dennoch betonte der Personenverkehrsvorstand der Deutschen Bahn, Berthold Huber, wie sicher Bahnfahren trotz Corona sei: »Bahnfahren ist sicher, das zeigen die Erfahrungen und wissenschaftlichen Erkenntnisse aus über einem Jahr Pandemie«, sagte er laut einer Mitteilung. »Unsere Langzeitstudie mit der Charité ist ein erfreuliches und ermutigendes Signal, nicht nur für unser Zugpersonal, sondern zugleich für alle Bahnkund:innen in Deutschland. Die hohe Frischluftzufuhr in den Zügen gepaart mit den Hygiene- und Schutzmaßnahmen wie Masken haben sich bewährt.«

Für die Studienergebnisse spricht, dass bisher keine bekannten Corona-Ausbrüche auf Reisen im öffentlichen Nah- oder Fernverkehr zurückzuführen sind.

kry/Reuters
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