Trumps Gesundheitszustand Immunologe Fauci warnt vor einem Rückfall

US-Präsident Trump inszeniert sich als fit. In Videos ist jedoch zu sehen, wie er nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus schwer atmet. Virenexperte Anthony Fauci schließt einen Rückfall nicht aus.
US-Präsident Donald Trump am Montag beim Verlassen des Walter-Reed-Militärkrankenhauses in Bethesda

US-Präsident Donald Trump am Montag beim Verlassen des Walter-Reed-Militärkrankenhauses in Bethesda

Foto: SAUL LOEB / AFP

Wie geht es dem US-Präsidenten? Auf eine ehrliche Antwort aus dem Weißen Haus kann man derzeit wohl nicht hoffen. Am Montag inszenierte sich Donald Trump auf Twitter und machte bewusst den Eindruck, topfit zu sein. Auf anderen Videos von seiner Rückkehr ins Weiße Haus ist jedoch zu sehen, wie er schwer atmet und ein Husten zu unterdrücken scheint.

DER SPIEGEL

Drei Tage verbrachte Trump im Walter-Reed-Militärkrankenhaus in Bethesda, nachdem er positiv auf das Coronavirus getestet wurde. Sein Leibarzt Sean Conley machte während dieser Zeit teils widersprüchliche Angaben zum Gesundheitszustand des Präsidenten: Er hatte zunächst geleugnet, Trump sei auf eine Sauerstofftherapie angewiesen gewesen. Erst am Sonntag bestätigte Conley, dass die Sauerstoffwerte des Präsidenten am Freitagmorgen gefallen seien. Dennoch verließ er am Montag das Krankenhaus.

Ist Trump also über den Berg? Der US-amerikanische Immunologe Anthony Fauci, Chefberater des US-Präsidenten in der Coronakrise, deutete an, man müsse noch etwas abwarten, um das sagen zu können. In einem Interview mit dem Sender CNN  sagte er, Trump sei noch in einem relativ frühen Stadium der Erkrankung. "Es ist kein Geheimnis, dass, wenn man den klinischen Verlauf von Menschen ansieht, sie manchmal nach fünf bis acht Tagen einen Rückfall erleiden", sagte Fauci. "Es ist unwahrscheinlich, dass das passiert. Aber die Ärzte sollten das im Hinterkopf haben."

Gleichzeitig betonte der Virenexperte, dass er nicht in die Behandlung von Donald Trump involviert sei und deshalb nicht über seinen Gesundheitszustand spekulieren wolle. Trump wisse, dass er noch nicht ganz über den Berg sei, seine Ärzte wüssten es, sagte Fauci. "Also werden alle ein Auge darauf haben, im Weißen Haus und nicht im Krankenhaus." Seine Kollegen, auch Trumps Leibarzt Conley, seien sehr gute Ärzte, sagte Fauci. "Sie sind sehr qualifiziert, deshalb bin ich sehr davon überzeugt, dass der Präsident der Vereinigten Staaten die beste Behandlung bekommt", sagte er.

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Dass Covid-19-Patienten einen fitten Eindruck machen, obwohl ihre Sauerstoffwerte bereits deutlich gesunken sind, ist eine bekannte Tücke der Krankheit (Mehr dazu lesen Sie hier). Normalerweise leiden viele Patienten mit einer Lungenentzündung unter Kurzatmigkeit. Warum das bei Covid-19 nicht immer der Fall ist, wissen Ärzte nicht genau. Möglicherweise werden die Lungenbläschen so geschädigt, dass es zwar an Sauerstoff mangelt, sich aber kein Kohlenstoffdioxid anreichert, das normalerweise für die Kurzatmigkeit sorgt.

Auf Twitter kursieren inzwischen Videos, die jedoch zeigen, dass Trump offenbar tatsächlich Schwierigkeiten hat, unbeschwert zu atmen.

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Trump hatte sich zuletzt in mehreren Videos zu Wort gemeldet und dabei keine Anzeichen für Kurzatmigkeit gezeigt. Das heißt jedoch nicht automatisch, dass er keine Lungenentzündung haben könnte. Seine medikamentöse Behandlung mit Steroiden spricht zumindest dafür, dass der Krankheitsverlauf des Präsidenten ernster ist, als es den Anschein machen soll. Zudem bekam Trump das Medikament Remdesivir, das ebenfalls nur bei schwer erkrankten Patienten empfohlen wird (Mehr dazu lesen Sie hier).

kry
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