Nach Besuch bei Trump Bolsonaro-Mitarbeiter positiv auf Coronavirus getestet
Donald Trump empfing in Florida unter anderem den brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro (l.)
Foto:Alex Brandon/ AP
Es waren entspannte Bilder. Donald Trump empfing in seinem Privatklub Mar-a-Lago in Florida den brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro. Die beiden spielten Golf, dinierten zusammen. Trump schüttelte viele Hände. Die Botschaft war klar: Coronakrise? Alles halb so wild. Doch nicht nur Bolsonaro war zu Besuch in Trumps Domizil.
Der 64-Jährige wurde begleitet von Mitgliedern seiner Regierung. Das könnte nun weitreichende Folgen haben: Bolsonaros Kommunikationschef ist positiv auf das Coronavirus getestet worden, nachdem er von dem Treffen zurückgekehrt ist. Fabio Wajngarten sei an Covid-19 erkrankt, teilte die brasilianische Regierung mit. Zuvor hatten brasilianische Medien und verschiedene Nachrichtenagenturen darüber berichtet.
"Make Brazil great again"
Wajngarten hatte auf Instagram ein Foto veröffentlicht, auf dem er neben Trump steht. Er trägt eine Kappe mit der Aufschrift "Make Brazil great again", in Anlehnung an Trumps Wahlmotto "Make Amerika great again". Auch US-Vizepräsident Mike Pence ist auf dem Bild zu sehen. Wann es aufgenommen wurde, ist jedoch unklar. Teile der brasilianischen Delegation sollen zudem mit Trump zu Abend gegessen haben.
Die Sprecherin des Weißen Hauses, Stephanie Grisham, erklärte, Trump und Pence hätten "fast keine Interaktion" mit Wajngarten gehabt. Sie zu testen sei derzeit nicht erforderlich.
Der Kommunikationssekretär wurde auf das Virus Sars-CoV-2 getestet, nachdem er bei der Rückkehr nach Brasilien Grippesymptome gezeigt hatte. Auch Bolsonaro und alle Reisebegleiter, unter ihnen der Vizepräsident, verschiedene Minister und Abgeordnete, stehen nun unter besonderer Beobachtung.
Bolsonaro hat sich selbst einem Test unterzogen. "Präsident Bolsonaro ist getestet worden und wir warten auf das Resultat. Allerdings zeigt er keine Symptome der Krankheit", twitterte sein Sohn Eduardo. Das Ergebnis wird für Freitag erwartet, wie die brasilianische Zeitung "O Estado de S. Paulo" am Donnerstag berichtete.
Bolsonaro sagte Reise ab
Bolsonaro sagte eine weitere Reise ab, die am Donnerstag in den nordöstlichen Bundesstaat Rio Grande do Norte geplant war. Der brasilianische Minister für regionale Entwicklung bestätigte auf Twitter, dass dies vorsorglich aus gesundheitlichen Gründen geschehen sei. Die Regierung dagegen dementierte, dass die Absage des Präsidenten direkt mit dem Zustand des Kommunikationssekretärs zu tun habe.
In den Vereinigten Staaten hatte Bolsonaro noch gesagt, dass die "kleine Coronakrise" mehr Fantasie und nicht alles das sei, was die Presse propagiere. Nachdem die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Covid-19 zur Pandemie erklärt hatte, sagte er, dass andere Grippe-Erkrankungen schon mehr Menschen getötet hätten. Die Zahl der Infizierten in Brasilien war zuletzt von einem Tag auf den anderen von 34 auf 52 gestiegen.
Trump hatte erst in der vergangenen Nacht verkündet, alle Reisen von Europa in die USA für 30 Tage auszusetzen. Amerikaner, die sich entsprechenden Tests unterzögen, seien ausgenommen. Die Maßnahme gelte nicht für Reisende aus Großbritannien.
Das Einreiseverbot solle am Freitag um Mitternacht (Ortszeit) in Kraft treten - also um 4.59 Uhr MEZ am Samstag. In den USA sind bislang 37 Menschen am Coronavirus gestorben. Nicht nur in den USA, auch in Europa steigen die Fallzahlen immer weiter.
Trudeau in selbst gewählter Quarantäne
Der kanadische Premierminister Justin Trudeau hat sich freiwillig in Isolation begeben, seit bei seiner Frau Sophie Gregoire Trudeau Grippesymptome aufgetreten sind. Sie wollen damit verhindern, möglicherweise das Coronavirus weiterzugeben.
Gregoire Trudeau habe nach einer Reise nach London "milde grippeartige" Symptome bekommen, hieß es aus dem Büro des Premierministers in Kanada. Sie habe sich medizinisch beraten lassen und werde derzeit auf das Coronavirus hin getestet. Die Testergebnisse lagen zunächst noch nicht vor, Gregoire Trudeau gehe es besser, heißt es.
Bei Premierminister Trudeau seien bislang keine Symptome aufgetreten. Als Vorsichtsmaßnahme wolle er sich aber zunächst ebenfalls in häusliche Isolation begeben, bis die Testergebnisse seiner Frau vorlägen, und von zu Hause arbeiten.