Nach knapp zwei Jahren Ebola-Ausbruch in Ostkongo für beendet erklärt

Seit Wochen hat sich im Osten des Kongos niemand mehr mit dem Ebolavirus infiziert. Der tödliche Ausbruch gilt damit als offiziell besiegt. Mehr als 2200 Menschen verloren ihr Leben.
Helfer tragen den Sarg eines Ebola-Opfers aus einem Behandlungszentrum

Helfer tragen den Sarg eines Ebola-Opfers aus einem Behandlungszentrum

Foto: Baz Ratner/ REUTERS

Nach fast zwei Jahren ist der tödliche Ebola-Ausbruch im Osten der Demokratischen Republik Kongo für beendet erklärt worden. "Heute feiern wir das Ende der Krise", sagte am Donnerstag der Mikrobiologe Jean-Jacques Muyembe, der im Kongo unter anderem die Ebola-Bekämpfung leitet.

Eine der wichtigsten Lehren des Ausbruchs sei gewesen, dass die Bevölkerung im Kampf gegen die Epidemie miteinbezogen werden müsse, sagte die Afrika-Chefin der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Matshidiso Moeti. Das sei auch "extrem relevant" für die Corona-Pandemie.

Insgesamt hatten sich im Ostkongo laut den Behörden 3463 Menschen mit Ebola infiziert, 2280 sind gestorben. Die Bekämpfung war extrem schwierig, da sich das Virus in einer Region mit schlechter Infrastruktur und großer Armut verbreitete. Etlichen Milizen in der Gegend attackierten zum Teil Helfer und Kliniken. Hinzu kam ein großes Misstrauen in Teilen der Bevölkerung, begleitet etwa von Zweifeln an der Existenz des Virus.

Das Ebolavirus verursacht unter anderem Übelkeit, Durchfall und starke Blutungen. Es wird über Körperflüssigkeiten übertragen. Wie bei allen Infektionskrankheiten ist es enorm wichtig, zur Eindämmung Infizierte und ihre Kontaktpersonen früh zu erkennen und zu isolieren. Außerdem stehen mittlerweile erste Impfstoffe und experimentelle Medikamente zur Verfügung, die auch im Ostkongo bei der Behandlung des tödlichen Virus eingesetzt wurden.

Neuer Ebola-Ausbruch im Westen des Kongos

Trotz der guten Nachricht bereitet die medizinische Lage in dem zentralafrikanischen Land weiterhin Sorgen. Mittlerweile wurden mehr als 6000 Corona-Infektionen nachgewiesen. Zudem gibt es einen neuen Ebola-Ausbruch im Westen des Landes, mehr als 1000 Kilometer von der zuvor betroffenen Region entfernt.

Bekannt wurde der neue Ausbruch am ersten Juni, mittlerweile haben sich mindestens 17 Personen infiziert, elf von ihnen sind gestorben. Experten rechnen damit, dass sich der Erreger in der Region im Westen des Landes leichter bekämpfen lässt, da er einen politisch stabileren Teil des Landes trifft. Es handelt sich um den mittlerweile elften Ebola-Ausbruch im Kongo, seit das Virus 1976 in der Nähe des Flusses Ebola entdeckt wurde. Die Viren zirkulieren unter anderem in Flughunden und können etwa beim Verzehr von Wildfleisch auf den Menschen übergehen.

"Wir sind weiterhin extrem besorgt über das schwache Gesundheitssystem und dessen Infrastruktur im Land", erklärte Louis Dorvilier, Landesdirektor der Welthungerhilfe. Der Landesdirektor der Organisation Care, Benoit Munsch, mahnte: "Im Osten des Landes gibt es viele Menschen, die dringend Nahrung, Wasser und Unterkünfte zum Überleben benötigen. Die Gesundheitskrisen, die so viele Schlagzeilen machen, verblassen daneben an Bedeutung."

Die jetzt für beendet erklärte Ebola-Epidemie im Ostkongo gilt als der zweittödlichste Ausbruch des Virus, der dokumentiert wurde. Der bislang folgenschwerste ereignete sich 2014/2015 in Westafrika, damals kamen mehr als 11.000 Menschen ums Leben, die meisten in Guinea, Liberia und Sierra Leone.

irb/dpa/Reuters
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