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Guinea: Der Kampf gegen Ebola

Foto: DPA/ CDC/ Cynthia Goldsmith

Ebola-Ausbruch in Guinea Mediziner wollen tödliche Viren isolieren

Mit Isolierstationen wollen Mediziner eine weitere Ausbreitung der tödlichen Ebola-Viren in Guinea verhindern. Mindestens 59 Menschen sind bislang gestorben. Noch hat die Ebola-Epidemie die Hauptstadt Conakry nicht erreicht.

Über hundert Infizierte, mindestens 59 Tote - der Ebola-Ausbruch in zwei Präfekturen im Süden Guineas besorgt nicht nur Mediziner weltweit. Doch es gibt auch gute Nachrichten aus dem westafrikanischen Land. Die Ebola-Epidemie hat offenbar bislang nicht auf die Hauptstadt Conakry übergegriffen. Alle bislang vom Pasteur-Institut in Dakar untersuchten Proben von Ebola-Verdachtsfällen seien "negativ" ausgefallen", sagte der vom Gesundheitsministerium in Conakry eingesetzte Beauftragte zur Seuchenbekämpfung, Sakoba Keita.

Proben, die in drei verdächtigen Fällen genommen wurden, seien demnach negativ auf den Ebola-Erreger getestet. Zwei der betroffenen Patienten in Conakry waren verstorben. Bei den Verdachtsfällen handele es sich um eine Fiebererkrankung mit Blutungen, deren Ursache noch geklärt werden müsse.

Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (Unicef) hatte am Sonntag mitgeteilt, dass es inzwischen auch Fälle der hochansteckenden Krankheit in der Millionenstadt Conakry gebe. Zuvor hatte das guineische Gesundheitsministerium einen Ebola-Ausbruch im Süden des Landes mit Dutzenden Toten bestätigt. Die ersten Fälle waren vor sechs Wochen in den südlichen Waldgebieten des westafrikanischen Landes aufgetreten. Die Betroffenen litten an Durchfall, Erbrechen und Blutungen.

Virus isolieren

Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen ist mittlerweile mit 24 Medizinern vor Ort und will die Zahl sogar noch erhöhen. "Es gibt ja bereits Infektionen an zwei verschiedenen Orten in Guinea", sagte Bart Janssens, der zuständige Einsatzleiter. Nun gehe es darum zu verhindern, dass sich der Erreger weiter ausbreite.

Das Ebola-Virus ist bislang nur in Afrika aufgetreten. Es wird durch Blut und andere Körperflüssigkeiten übertragen - auch durch Tröpfcheninfektion beim Husten. Infizierte leiden an inneren Blutungen und Austrocknung. In 25 bis 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich, die Sterblichkeit ist abhängig vom Erregerstamm. Bis heute gibt es keine Impfung oder Therapie gegen das Virus.

"Es sind in Guinea auch schon Ärzte und Schwestern in Krankenhäusern gestorben", berichtet Janssens. Das sei leider typisch für einen Ebola-Ausbruch. Mit einer konsequenten Isolation Erkrankter hoffen die Mediziner, den Ausbruch stoppen zu können. Auf den Krankenstationen tragen Ärzte und Schwestern Ganzkörperschutz. "Das sieht aus wie in einem Kinofilm", sagt der Einsatzleiter von Ärzte ohne Grenzen. Erkrankten versuche man, mit Flüssigkeitszufuhr und Antibiotika zu helfen - den Erreger selbst könne man jedoch nicht bekämpfen.

Auch wenn es paradox klingt: Die Aggressivität es Erregers erhöht die Chancen, weitere Infektionen zu verhindern. Die Inkubationszeit ist relativ kurz, so dass Betroffene schnell Symptome zeigen, im Krankenhaus landen und nicht noch mehr Leute anstecken können. Bei Aids beispielsweise ist das anders: Infizierte können das Virus jahrelang verbreiten, weil sie noch keine Symptome zeigen und von ihrer Infektion nichts wissen. "Dadurch ist die Gefahr viel größer, dass sich ein Erreger wie HIV weltweit ausbreitet", erklärt Janssens.

Benannt wurde Ebola nach einem Fluss in der Demokratischen Republik Kongo, wo es 1976 entdeckt wurde. Seitdem gab es laut Weltgesundheitsorganisation WHO rund 15 Epidemien in Afrika mit insgesamt mehr als 1300 Toten. Beim jüngsten Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo waren im November 2012 nach Regierungsangaben 62 Menschen infiziert worden, 34 von ihnen starben.

Mit Material von AFP
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