Ehec-Erreger Experten befürchten weitere Todesfälle 

Die Gefahr von Ehec-Infektionen bleibt hoch: Fachleute gehen von weiteren Erkrankungen in den kommenden Tagen aus - die mehr Menschen das Leben kosten könnten. Noch einmal warnten die Experten vor dem Verzehr von rohem Gemüse in Norddeutschland.

Politiker Bahr, Aigner und RKI-Präsident Burger (v.l.): Warnung vor Ehec-Keimen
DPA

Politiker Bahr, Aigner und RKI-Präsident Burger (v.l.): Warnung vor Ehec-Keimen


Berlin - Immer mehr Menschen stecken sich mit der gefährlichen Darmkrankheit Ehec an - und eine Abschwächung der Welle ist nicht in Sicht. Im Gegenteil: Nach einem Spitzentreffen haben Bund, Länder und Behörden die Bevölkerung auf eine weitere Ausbreitung der Infektionswelle eingestimmt. "Eine Reihe von Patienten ist eindeutig gefährdet. Weiteren Todesfälle sind nicht auszuschließen, sondern eher wahrscheinlich", sagte der Präsident des Robert Koch-Instituts, Reinhard Burger, am Montag in Berlin.

Eine zweite Studie habe erneut gezeigt, dass der Verzehr von rohem Gemüse in Norddeutschland ein erhöhtes Risiko bedeute, sagte der RKI-Chef. Entsprechende Warnhinweise für die Bevölkerung blieben bestehen. "In dieser Woche werde sich zeigen, ob die Verzehrwarnung hilfreich war oder nicht", so Burger. Grund für die Verzögerung sei die vergleichsweise lange Zeit zwischen Infektion und Krankheitsausbruch.

Auch Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) zeigte sich angesichts der steigenden Krankenzahlen besorgt: "Ergebnis ist, dass leider mit einer steigenden Fallzahl zu rechnen ist." Es gebe Anzeichen, dass die Infektionsquelle weiter aktiv sei. "Wir haben eine angespannte Situation, aber sie ist zu bewältigen", sagte Bahr mit Blick auf die Versorgung der Ehec-Patienten. Die Bürger seien zu vorsichtigem Verhalten aufgefordert, um eine weitere Ausbreitung zu verlangsamen.

Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) sagte: "Ehec hat längst eine europäische Dimension. Wir stehen gemeinsam vor einer großen Herausforderung." Zum Schutz der Verbraucher sei es richtig gewesen, frühzeitig Verzehrhinweise zu geben.

Laut dem Präsidenten des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR), Andreas Hensel, handelt es sich um den größten bisher bekannten Ehec-Ausbruch in Deutschland. Bis bis zum heutigen Tag könne man die Quelle der Infektion nicht mit Sicherheit benennen.

jok/dpa



insgesamt 10 Beiträge
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Dr. Martin Bartonitz 30.05.2011
1. Und was ist mit den vielen Verkehrstoten
Warum fahren wir dann kein Auto mehr? Oder rauchen nicht mehr? Oder trinken nicht mehr? Oder gehen auch nicht mehr ins Krankenhaus, um nicht den Keim einzufangen. Wie war das mit dem Gallier, der Angst hatte, dass ihm der Himmel auf den Kopf fällt? Viel wichtiger ist doch im Augenblick, was mit unserem Geldsystem ist. Warum traut sich denn hier keiner von zu berichten? Mir scheint, dass wir hier viel dringendere Problem zu lösen haben, denn unser Schneeballsystem ist mit Griechenland am Ende angekommen, und die spanische verlorene Generation hat es auch schon erkannt: http://bit.ly/mqimWH
Gani, 30.05.2011
2. Blabla
Zitat von sysopDie Gefahr von Ehec-Infektionen bleibt hoch: Fachleute gehen von weiteren*Erkrankungen in*den kommenden*Tagen aus - die mehr Menschen das Leben kosten könnten. Noch einmal warnten die Experten vor dem Verzehr von rohem Gemüse in Norddeutschland. http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/0,1518,765814,00.html
Diese Information haben uns verschiedene "Experten" schon seit Tagen gegeben - wozu also *noch* ein Artikel? Gibts bei SPON ein tägliches EHEC/HUS Artikel-Kontingent das zwingend erfüllt werden muss?
einfachgerecht 30.05.2011
3. Undichte Biogasanlagen , Brutanlage für Bakterien.
Ich habe diesen Bericht heute morgen gelesen und ich glaube auch das es die wahre Ursache ist. Gestern habe ich mit einem Freund telefoniert. Er arbeitet in einem Klinikum und ist als Hygiene- und Umweltmediziner tätig. Ich fragte ihn nach seiner Meinung zu den Ursachen der EHEC Ansteckungen. Er sagte, die Gurken aus Spanien, seien nur ein politisches Ablenkungsmanöver. Die Ursache liege seiner Meinung nach in verseuchtem Wasser, mit dem Gemüse und Salat bewässert und berieselt wird. Oberflächenwasser, teilweise auch bereits Grundwasser sei durch Überdüngung verseucht. Ursächlich sei neben Gülle Restgärmasse aus Biogasanlagen, die auf landwirtschaftlichen Flächen ausgebracht wird. Gerade Biogasanlagen seien Brutstätten für Bakterien, EHEC, aber auch z.B. für Botulismus. Dies wird aber, obwohl den verantwortlichen Stellen bekannt, von allen politischen Parteien totgeschwiegen, weil es nach den Entscheidungen für die Energiewende nicht in die politische Landschaft passe.
Mario V., 30.05.2011
4. Verkehrstote??
Zitat von Dr. Martin BartonitzWarum fahren wir dann kein Auto mehr? Oder rauchen nicht mehr? Oder trinken nicht mehr? Oder gehen auch nicht mehr ins Krankenhaus, um nicht den Keim einzufangen. Wie war das mit dem Gallier, der Angst hatte, dass ihm der Himmel auf den Kopf fällt? Viel wichtiger ist doch im Augenblick, was mit unserem Geldsystem ist. Warum traut sich denn hier keiner von zu berichten? Mir scheint, dass wir hier viel dringendere Problem zu lösen haben, denn unser Schneeballsystem ist mit Griechenland am Ende angekommen, und die spanische verlorene Generation hat es auch schon erkannt: http://bit.ly/mqimWH
Wir fahren doch noch Auto. Ich jedenfalls. Alerdings ist das Risiko überschaubar, und ansteckend sind Verkehrsunfälle auch nicht. Dito. Nur weil mein Nachbar Alkoholiker ist, besteht keine Gefahr, dass ich der Sucht "aus Versehen" auch zum Opfer falle. Da habe ich selbst die Entscheidungsgewalt, was ich meinem Körper antue und was nicht. Das ist schon näher dran. Passiert leider viel zu häufig, dass sich Patienten im Krankenhaus irgendwas einfangen. Ein wichtiges Thema, über das auch meiner Meinung nach nicht ausführlich genug, und besonders nicht objektiv genug berichtet wird. Aber deshalb Ehec zu vernachlässigen, das ja nun schon einige Opfer gekostet hat, und wo sehr wahrscheinlich noch weitere folgen werden, und es im Prinzip jeden treffen kann, kann's ja wohl auch nicht sein.
leistungsempfaenger 30.05.2011
5. Deshalb...
Zitat von Dr. Martin BartonitzWarum fahren wir dann kein Auto mehr? Oder rauchen nicht mehr? Oder trinken nicht mehr? Oder gehen auch nicht mehr ins Krankenhaus, um nicht den Keim einzufangen. Wie war das mit dem Gallier, der Angst hatte, dass ihm der Himmel auf den Kopf fällt? Viel wichtiger ist doch im Augenblick, was mit unserem Geldsystem ist. Warum traut sich denn hier keiner von zu berichten? Mir scheint, dass wir hier viel dringendere Problem zu lösen haben, denn unser Schneeballsystem ist mit Griechenland am Ende angekommen, und die spanische verlorene Generation hat es auch schon erkannt: http://bit.ly/mqimWH
Richtig, und nun essen wir nicht mehr. Jedenfalls ist die Empfehlung, dass man auf Rohkost ganz verzichten soll, für einen Rohköstler vermutlich die Aufforderung zu verhungern und zu sterben. Völig inakzeptabel also. Weil hier nicht das Wirtschaftsforum ist....? Mag sein, aber Essen geht vor. Wenn es in einem stabilen Geldsystem kein geniessbares Essen mehr gibt, brauchen wir auch kein Geld mehr. Ganz einfach.
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