Nach Infektion mit Covid-19 Krebsforschungspionier Emil Freireich gestorben

Die Forschung des US-Mediziners Emil Freireich erhöhte die Überlebenschancen leukämiekranker Kinder. Am 1. Februar verstarb der Krebsforschungspionier in Houston.
Emil Freireich mit seiner Frau Haroldine im Jahr 2009

Emil Freireich mit seiner Frau Haroldine im Jahr 2009

Foto: Patrick McMullan / Getty Images

Der amerikanische Krebsforschungspionier Emil Freireich ist tot. Wie der TV-Sender ABC  und die Zeitung »Houston Chronicle«  übereinstimmend berichten, verstarb Freireich bereits am vergangenen Montag im Alter von 93 Jahren. ABC nannte als Todesursache Covid-19. Der Mediziner, der über Jahrzehnte am Krebszentrum der Universität Texas in Houston praktizierte, gilt als Mitbegründer der modernen Krebsforschung.

1955 kam Freireich auf die Leukämiestation des National Cancer Institute im US-Bundesstaat Maryland. Leukämie, erklärte Freireich im Jahr 2015 , sei damals ein Todesurteil gewesen.

Die Arbeit des Mediziners in den folgenden Jahrzehnten revolutionierte die Therapien für leukämiekranke Kinder, deren Überlebenschancen dadurch stiegen. So half Freireichs Forschung, Blutungen bei an Leukämie erkrankten Kindern zu stoppen, die zuvor zum Tod vieler junger Patienten geführt hatten.

In den Fünfzigerjahren führten er und sein Forschungsteam die Kombinationschemotherapie bei leukämiekranken Kindern ein. Nach Angaben der American Association for Cancer Research (AACR) sind Freireichs Entdeckungen immer noch Teil des klinischen Alltags. Die Überlebensrate bei Kindern mit Leukämie liegt laut AACR heute bei über 90 Prozent.

Freireichs Arbeit habe die Leben ganzer Generationen von Kindern gerettet, erklärte die Vorsitzende der AACR, Margaret Foti. »Seine Forschung veränderte unseren Blick auf Leukämie bei Kindern und machte sie zu einer Krankheit, die man heilen kann.«

Auch die persönliche Geschichte des in Chicago geborenen Freireich dürfte zu seinem Karriereweg beigetragen haben: Er verlor dem »Houston Chronicle« zufolge in jungen Jahren wegen Leukämie eine Freundin.

ene/dpa
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