Totimpfstoff als Booster für Deutschlands Quote? Die erste Novavax-Lieferung kommt diesen Montag

1,4 Millionen Dosen des Mittels werden erwartet. In dem Stoff sind keine lebenden, vermehrungsfähigen Krankheitserreger. Nun entscheiden die Bundesländer, wann genau die neue Kampagne startet.
Ein medizinischer Mitarbeiter bereitet während einer Studie eine Dosis mit dem Coronaimpfstoff von Novavax für eine Impfung vor (Archivbild)

Ein medizinischer Mitarbeiter bereitet während einer Studie eine Dosis mit dem Coronaimpfstoff von Novavax für eine Impfung vor (Archivbild)

Foto: Alastair Grant / dpa

Noch immer ist knapp jeder siebte Erwachsene in Deutschland nicht gegen Corona geimpft. Einige dieser Menschen misstrauen den vier bislang verfügbaren Impfstoffen. Nun sollen die ersten Dosen des Impfstoffs des US-Herstellers Novavax in Deutschland ankommen. »Wir rechnen ab Montag mit der ersten Lieferung«, sagte eine Sprecherin des Bundesgesundheitsministeriums. Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hatte am Freitag mitgeteilt, dass am Montag 1,4 Millionen Dosen erwartet würden.

Gehofft wird, dass der Novavax-Impfstoff eine Alternative für all jene ist, die Vorbehalte gegen mRNA-Impfstoffe haben. Aber ob sich das in breiterem Umfang auswirkt, ist nicht sicher.

Die am häufigsten in Deutschland verabreichten Impfstoffe – die Mittel von Biontech /Pfizer und Moderna – sind mRNA-Impfstoffe. Vor Corona gab es noch keine zugelassenen Impfstoffe auf mRNA-Basis. Manche Menschen macht das misstrauisch. Wie auch die Vektorimpfstoffe von Johnson & Johnson und AstraZeneca basieren mRNA-Impfstoffe darauf, dass unsere Körperzellen einen kleinen Teil des Virus – das Spikeprotein – selbst herstellen. Dadurch wird eine Immunantwort ausgelöst, die uns schützt.

Der Novavax-Impfstoff basiert hingegen auf einem klassischeren Verfahren . Er besteht aus virusähnlichen Partikeln, die das Spikeprotein des Coronavirus enthalten, sowie einem Wirkverstärker. Er gilt als Totimpfstoff, also als Impfstoff ohne lebende, vermehrungsfähige Krankheitserreger. Dieser Begriff ist aber in der Wissenschaft nicht klar von anderen abgegrenzt; laut Ständiger Impfkommission (Stiko) sind auch die vier anderen Impfstoffe »funktionell« Totimpfstoffe, enthalten also keine lebenden Viren.

Start der Impfungen ist Sache der Länder

Bei mRNA-Impfstoffen liefert die sogenannte Boten-RNA (engl: messenger ribonucleic acid, mRNA) in den Impfstoffen einen Teil der Erbinformation des Virus in die menschlichen Zellen. Sie produzieren mit diesen Informationen ein Protein des Erregers, gegen das der Körper dann Abwehrreaktionen entwickelt.

Wann die ersten Impfungen starten, ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Vielfach soll dies in der ersten Märzwoche der Fall sein. So sind in Niedersachsen Anfang März Impfaktionen mit Nuvaxovid vorgesehen. Auch in Hamburg geht es Anfang März los. In Berlin soll die Verteilung wohl ab dem 28. Februar beginnen. Dabei interessierten sich in der Hauptstadt laut einer Umfrage rund 1800 von 4000 ungeimpften Krankenhaus-Bediensteten für eine Impfung mit Novavax. Aus Mecklenburg-Vorpommern, wo seit 9. Februar Novavax-Impftermine vereinbart werden können, hatte es aus dem Sozialressort Ende der Woche geheißen: »Die Registrierungen bleiben leider hinter den Erwartungen zurück.«

tfb/dpa