Fehlschlag Pharmakonzern stoppt Lustpille für die Frau

Das Viagra für die Frau lässt weiter auf sich warten. Der Pharmakonzern Boehringer Ingelheim hat die Entwicklung des Wirkstoffs Flibanserin eingestellt. Grund waren Bedenken der US-Gesundheitsbehörde.

Ingelheim - Deutschlands zweitgrößter Pharmakonzern Boehringer Ingelheim stoppt die Entwicklung einer Lustpille für die Frau. Die US-Gesundheitsbehörde FDA hatte zuvor Zweifel am Nutzen des Mittels und Bedenken über mögliche Nebenwirkungen geäußert. "Angesichts des fortgeschrittenen Entwicklungsstadiums fiel diese Entscheidung nicht leicht", sagte der Sprecher der Unternehmensleitung, Andreas Barner, am Freitag einer Mitteilung zufolge. Der Wirkstoff Flibanserin sollte gegen sexuelle Lustlosigkeit bei Frauen vor den Wechseljahren helfen.

Boehringer Ingelheim sei weiterhin von dem positiven Nutzen-Risiko-Verhältnis des Wirkstoffs für Frauen mit dieser sexuellen Störung überzeugt, erklärte Barner. Angesichts des Umfangs und der Komplexität der Fragen, die für eine mögliche Zulassung hätten geklärt werden müssen, zog Boehringer jetzt aber die Notbremse. Das Unternehmen will sich stattdessen auf andere Projekte konzentrieren. Die beiden am weitesten fortgeschrittenen klinischen Studien will Boehringer dennoch abschließen und die Erkenntnisse der Wissenschaft zur Verfügung stellen.

Vor Boehringer Ingelheim waren auch schon andere Pharmakonzerne mit dem Versuch gescheitert, eine weibliche Variante von Viagra auf den Markt zu bringen. Experten sehen hier einen milliardenschweren Markt. 2004 legte der US-Konzern Pfizer seine Pläne für ein luststeigerndes Medikament für Frauen auf Eis, nachdem Studien nicht den gewünschten Erfolg gezeigt hatten.

mbe/dpa