Festsitzendes Forschungsschiff Hubschrauber bringt alle Passagiere in Sicherheit

Ein chinesischer Hubschrauber konnte das im Eis eingeschlossene Forschungsschiff "Shokalskiy" erreichen und alle Passagiere auf einen Eisbrecher in der Nähe ausfliegen. Bis die Antarktis-Reisenden festen Boden unter den Füßen haben, werden allerdings noch Wochen vergehen.

AFP/ Andrew Peacock/ footloosefotography.com

Eine Woche lang saßen sie fest im ewigen Eis der Antarktis, nun sind die Passagiere der "Akademik Shokalskiy" auf dem Heimweg. Die Rettung gelang am Donnerstag per Hubschrauber: Ein chinesischer Helikopter brachte die Wissenschaftler und Touristen zum in der Nähe liegenden Eisbrecher "Aurora Australis".

Noch am Donnerstagmorgen war unklar, ob Wetter und Eisdicke eine Evakuierung auf dem Luftweg zulassen würden. Zunächst hatte die australische Behörde für Seesicherheit (Amsa) die Aktion abgebrochen, dann besserten sich die Bedingungen innerhalb weniger Stunden.

Der Hubschrauber flog die 52 Wissenschaftler, Journalisten und Touristen zu dem australischen Eisbrecher "Aurora Australis", wie die Amsa mitteilte. Alle Passagiere seien jetzt an Bord des australischen Schiffs. Auch Chris Turney, der als leitender Wissenschaftler an der Expedition teilnimmt, vermeldete die gelungene Evakuierung kurz vor Donnerstagmittag über Twitter.

Fotostrecke

12  Bilder
Fotostrecke: Die festgefrorene Expedition
Chris Turney veröffentlichte auf Twitter auch Videoaufnahmen der Bergungsaktion. Eines zeigt, wie Besatzungsmitglieder der "Xue Long" in orangefarbenen Overalls aus dem roten Hubschrauber steigen und über das Packeis laufen. Auf einem etwa eine Stunde später geschickten Video ist die erste Gruppe von Passagieren zu sehen, die zum Hubschrauber geht, auf einem weiteren Clip der Start des Helikopters.

Per Video zur Silvesterfeier

Die Geduld der 52 Wissenschaftler, Journalisten und Touristen sowie 22 Besatzungsmitglieder an Bord der "Akademik Shokalskiy" war auf eine harte Probe gestellt worden: In den vergangenen Tagen scheiterten Eisbrecher aus Australien, China und Frankreich daran, das seit dem 24. Dezember feststeckende Schiff zu befreien.

Nun dauert es allerdings noch Wochen, bis die Passagiere wieder festen Boden unter den Füßen haben: Auf der Reise nach Australien muss die "Aurora" die australische Forschungsstation Casey Antarctic Base ansteuern, um aufzutanken. Die Besatzungsmitglieder der "Akademik Shokalskiy" bleiben an Bord, bis das Eis bricht und das Schiff eigenständig fahren kann. Es gibt genügend Vorräte an Bord, eine Gefahr für die Crew besteht nicht.

Während des Wartens auf Hilfe hatten sich die Passagiere die Zeit mit Spaziergängen im Packeis, Spielen und Kursen für Erste Hilfe vertrieben. Sie nahmen auch ein Video auf, in dem sie ein Lied über ihr Abenteuer sangen. Außerdem schalteten sie sich per Video live zu der Silvesterfeier auf dem New Yorker Times Square. Die Passagiere hatten sich mit ihrer Reise auf die Spuren des australischen Forschers Douglas Mawson und dessen Antarktis-Expedition von 1911 bis 1914 begeben.

che/AFP



insgesamt 6 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
giusa 02.01.2014
1. China als Retter
Ich freue mich immer wenn China etwas Gutes für die Menschheit und die Welt tut. Wo sind die Amerikaner? Technisch sind sie überlegen. und moralisch?
janne2109 02.01.2014
2. ----------
Zitat von giusaIch freue mich immer wenn China etwas Gutes für die Menschheit und die Welt tut. Wo sind die Amerikaner? Technisch sind sie überlegen. und moralisch?
Meckerhansel! der Heli war in der Nähe und Chinese bringt auf chin. Schiff, was soll da ein Hubschrauber aus den USA kommen? Wo soll er auftanken überall. Ist Kein Flugzeug und haben Sie sich mal die Entfernungen angesehen? Bitte bitte warum schreiben hier nicht Menschen mit etwas Überlegung bevor sie in die Tasten hauen?
mottasvizzera 02.01.2014
3. Die Evakuierung von Greisen ...
Zitat von sysopAFP/ Andrew Peacock/ footloosefotography.comEin chinesischer Hubschrauber konnte das im Eis eingeschlossene Forschungsschiff "Shokalskiy" erreichen und alle Passagiere auf einen Eisbrecher in der Nähe ausfliegen. Bis die Antarktis-Reisenden festen Boden unter den Füßen haben, werden allerdings noch Wochen vergehen. http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/festsitzendes-forschungsschiff-alle-passagiere-sind-in-sicherheit-a-941500.html
... ist halt mühsamer als von Leuten zwischen 30 und 50 ! Es ist nun einmal eine Tatsache, dass solche Antarktisreisen vielfach Leute buchen, die nicht mehr im Arbeitsprozess sind und sich dies auch leisten können. Das Problem ist also nicht die Zeit, sondern das Bier welches zur Neige geht. Da Touristen auf Antarktisstationen zunehmend unerwünscht sind, kombinieren die gewitzten Russen ihre Einsätze zu eben diesen Stationen mit Transportaufgaben für die Forschung. So bekommen die Touristen ausser den Pinguinen auch noch etwas vom Güter- und Personenaustausch bei den Antarktisstationen mit.
thorstent 02.01.2014
4. was bitte hat dieser Artikel unter der Rubrik...
...Wissenschaft zu suchen. Die Rettung an sich ist ja keine Wissenschaft!
taglöhner 02.01.2014
5. getönte Gläser
Zitat von giusaIch freue mich immer wenn China etwas Gutes für die Menschheit und die Welt tut. Wo sind die Amerikaner? Technisch sind sie überlegen. und moralisch?
Im Moment sieht es so aus, dass das chinesische Schiff ebenfalls festhängt. Auch die AURORA AUSTRALIS ist noch nicht im freien Wasser, im Moment sieht es auch für sie eher schlecht aus: http://www.antarctica.gov.au/webcams/aurora Der amerikanische Supereisbrecher POLAR STAR ist gerade von Honolulu kommend in Sydney eingetroffen. Er wird in etwa zwei Wochen unten sein und vermutlich die AKADEMIK SHOLANSY samt Besatzung(!) herausbrechen sowie die Australier und Chinesen befreien, wenn letztere das wollen. Im Übrigen haben []balle[/b] an der Rettung Beteiligten eigentlich dringend andere Dinge zu erledigen, diese Schiffe sind teuerste Forschungseinrichtungen und -Versorger und keine Standby-Seenotretter..
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.