Fortpflanzung Erste nationale Samenbank der Welt entsteht in England

Vor allem Single-Frauen und lesbische Paare sollen profitieren: England hat die Einrichtung einer nationalen Samenbank angekündigt. Ethnische Minderheiten könnten dort "kulturell passende" Spenden auswählen.
Eizelle mit Spermien: Nationale Samenbank soll "steigende Nachfrage" stillen

Eizelle mit Spermien: Nationale Samenbank soll "steigende Nachfrage" stillen

Foto: Jan-Peter Kasper/ dpa

Die Nachfrage nach Samenspenden ist zu groß, ein neues, verbessertes Angebot muss her: Mit dieser Begründung ist jetzt die weltweit erste nationale Samenbank in England angekündigt worden.

Beheimatet in der Frauenklinik in Birmingham, soll die Einrichtung ab Oktober dafür sorgen, dass der "derzeitige Mangel" an Samenspenden gemindert wird, heißt es in einer Mitteilung des National Gamete Donation Trust (NGDT) , der gemeinsam mit dem Krankenhaus die Organisation übernimmt.

Man wolle mit dem Angebot einen sicheren, fairen und stärkeren Zugang zu Spenden bieten und hoffe, dass damit auch die Zahl derjenigen Patienten abnimmt, die "sich selbst durch Inanspruchnahme unregulierter Samenspendedienste in Gefahr bringen". Zudem seien die Vielfalt der Optionen größer: "Erstmals können Angehörige ethnischer Minderheiten aus einer ganzen Reihe kulturell zusammenpassender Spenden wählen."

Umgerechnet rund 96.000 Euro hat das britische Gesundheitsministerium für die Einrichtung bereitgestellt, zudem habe der NGDT in diesem Jahr für seine Arbeit bereits etwa 150.000 Euro an öffentlichen Geldern zugesprochen bekommen, schreibt die "Daily Mail" . Der NGDT ist die  für Sperma-, Eizellen- und Embryospenden zuständige nationale Einrichtung in England.

Nachfrage vor allem bei Single-Frauen und lesbischen Paaren

Derzeit müssen Frauen laut "Daily Mail" bis zu zwei Jahre auf eine Spende vom NGDT warten, weshalb viele andere Angebote in Anspruch nehmen. Sowohl Kassen- als auch Privatpatienten sollten nach den Plänen des Gesundheitsministeriums von dem neuen Angebot profitieren, zitiert der "Guardian" , "alle Ethnien in ganz Großbritannien, auch gleichgeschlechtliche Paare und alleinstehende Frauen".

Vor allem die Nachfrage dieser Gruppen sei "exponentiell" gestiegen", sagte NGDT-Geschäftsführerin Laura Witjens der "Daily Mail" . "Es wird sozial stärker akzeptiert zu sagen, ich habe den richtigen Mann noch nicht gefunden, ich will nicht auf ihn warten, möchte aber immer noch ein Kind."

Es seien natürlich auch Paare mit Empfängnisproblemen unter den künftigen Kunden der nationalen Samenbank, doch ein großer Prozentsatz seien berufstätige Single-Frauen, die sich für ein Kind ohne Mann entscheiden. Und bei mehr als einem Viertel würde es sich voraussichtlich um lesbische Paare handeln.

In den kommenden drei Jahren sollen mindestens 1000 Männer rekrutiert und "hinreichende Spenden" für die Samenbank gesammelt werden, um die gestiegene Nachfrage zu stillen. 300 Pfund, umgerechnet etwa 375 Euro, kostet der Service laut "Daily Mail" dann, bei dem die Kunden einen anonymen Spender einer Onlinedatenbank auswählen können. Das Sperma werde dann in eine Klinik ihrer Wahl gesendet.

emt
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